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Der Clubfonds-Ticker
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Zwischen Zinsdeckel, Schuldenlast und Wahlkampf: Was die Märkte wirklich bewegt

Mitunter setzt sich an den Börsen nicht die gewohnte Logik durch. Üblicherweise beflügelt eine niedriger als erwartete Inflation die Märkte – in der Hoffnung auf Zinssenkungen durch die Notenbank –, aber nicht in den USA. Tatsächlich fiel die US-Inflation im Dezember leicht unter die Prognosen. Dennoch blieb die erhoffte Rally aus. Der Grund: Anleger glauben weiterhin nicht daran, dass die Federal Reserve vor dem Ausscheiden von Jerome Powell im Juni weitere Zinsschritte nach unten einleiten wird. Zwar hatte der Inflationswert einen leicht positiven Effekt, doch das Gesamtbild dämpfte die Stimmung. Und schuld ist wieder einmal der Don im Weißen Haus. Überall mischt er sich in die privatwirtschaftlichen Belange der Unternehmen ein.

Ein Vorschlag des Präsidenten zur Deckelung von Kreditkartenzinsen sorgte vor allem im Finanzsektor für Verunsicherung. Dabei sollten wir nicht glauben, er hätte etwa seine soziale Ader für sozial benachteiligte US-Amerikaner entdeckt, die eine Kreditkarte mit der anderen ablösen. Nein, so viel soziales Engagement für seine kreditkartenabhängigen Landsleute dürfen wir dem „Milliardärs-Präsidenten“ dann doch nicht zutrauen.
Die jüngste Quartalsanalyse zu Schulden und Krediten privater Haushalte der Federal Reserve Bank of New York zeigt, dass die Gesamtverschuldung der US-Haushalte im ersten Quartal 2025 um 167 Milliarden Dollar gestiegen ist und einen neuen Höchststand von 18,20 Billionen Dollar erreicht hat. Im Jahr 2024 entsprachen die privaten Schulden 142 Prozent des BIP. Die private Verschuldung wird voraussichtlich Ende 2025 auf 220 Prozent ansteigen. Menschen, die Schulden haben, schränken ihren Konsum ein – und das will der Don möglichst verhindern. So sollen die Bürger vor zu hohen Kosten für Kredite geschützt werden. Eigentlich ist es eine noble Geste, bei 10 Prozent einen Deckel zu setzen. Nur setzt diese Forderung die Finanzbranche unter Druck, da viele Banken aufgrund dieser Vorgaben ihre Kreditvergabe und ihr Risikomanagement anpassen müssen.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche, dass das Weiße Haus seine Bereitschaft signalisiert, sich in privatwirtschaftliche Belange einzumischen – nach einem Vorstoß im Wohnimmobilienmarkt. In Unternehmenskreisen wächst die Beunruhigung – auch wegen des parallel steigenden politischen Drucks auf die Geldpolitik der Fed.

Staatliche Eingriffe in den USA – mit branchenspezifischen Belastungen für Banken (Zinsdeckel bei Kreditkarten), Immobilien (Restriktionen für institutionelle Investoren), Gesundheitswesen (Regulierung von Medikamentenpreisen) und Rüstungsindustrie (Preisdruck bei Armee-Zulieferern) – nehmen unter einem republikanischen Präsidenten zu. Komisch, Ihr Autor hätte solche und andere Maßnahmen eher bei den Demokraten vermutet als bei den Republikanern. Aber vielleicht ist der Don ein verkappter Sozialist, der es nur mit allen gut meint.

Wenn unsere Mitglieder diesen Newsletter lesen, wird vielleicht das Urteil des Obersten Gerichtes (Supreme Court) zur Verfassungsmäßigkeit der US-Strafzölle bereits vorliegen. Aber egal, wann es veröffentlicht wird – es dürfte die Lage an den Aktienmärkten noch einmal in Bewegung setzen.
Eine Branche ist schon jetzt in Topform. Der Ausblick für US-Investmentbanken bleibt auch im Jahr 2026 aufgrund bereits angekündigter und erwarteter Börsengänge (IPOs) sowie Fusionen und Übernahmen (M&A) positiv. Das Volumen von IPOs dürfte trotz anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Risiken das Vorjahresvolumen von 40 Milliarden US-Dollar übertreffen. Zinssenkungen, regulatorische Erleichterungen und rekordhohe Bewertungen begünstigen den Gang privater Unternehmen an die Börse. Mehrere namhafte US-Firmen haben bereits angekündigt, im ersten Quartal dieses Jahres den Börsengang anzustreben. Darüber hinaus erwarten Analysten insbesondere vor den US-Zwischenwahlen im November einen deutlichen Anstieg des IPO-Aufkommens. Während im vergangenen Jahr einige sehr große M&A-Transaktionen stattgefunden haben, dürfte sich die M&A-Aktivität in diesem Jahr stärker auf den Mittelstand ausweiten – denn dort liegen noch Ressourcen für Übernahmen. Dank des positiven Geschäftszuwachses der US-Investmentbanken im vergangenen Jahr sind ihre Bewertungen bereits gestiegen. Trotzdem bleiben Experten für weiteres Bewertungswachstum in diesem Jahr optimistisch. Obwohl die Bewertungen bereits im oberen Bereich ihrer Bandbreite liegen, könnten Anleger am Erfolg der Investmentbanken partizipieren. Im Laufe der beginnenden Berichtssaison werden wir möglicherweise bald mehr erfahren.
Mercosur ist nach 25 Jahren nun endlich unter Dach und Fach. Ein Schulfreund, der in einem dieser Staaten lebt, prophezeite mir sinkende Rindfleischpreise. Warten wir es ab. Zumindest ist unser NDAC-Clubfonds dort bereits engagiert.

Der Bundeskanzler hat seine erste große Asienreise mit einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation nach Indien unternommen – nicht nach China oder Japan. Dort wurde ihm ein Empfang bereitet, wie er ihn als Kanzler noch nicht erlebt hat. Wie es aussah, versteht sich Friedrich Merz mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi ganz gut. Deutschland und Indien reagieren auf den Umbruch der Weltordnung mit einem Ausbau ihrer strategischen Partnerschaft und wollen in den Bereichen Rüstung und Wirtschaft enger kooperieren. Merz zeigte sich zuversichtlich, dass die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EU bald einen Schub bekommen. Na ja, da sollte die EU eben mal nicht kleckern, sondern klotzen, damit wir schnell eine Antwort auf die US-Zölle finden.

Zum Schluss: Ein dreifach donnerndes Hurra! Deutschland wächst wieder. Die deutsche Wirtschaft ist 2025 nach zuvor zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Berlin mitteilte. 2024 hatte es einen Rückgang von 0,5 Prozent gegeben, 2023 von 0,9 Prozent. OK, es ist wenig – aber die Politik wird die Nachricht aufblasen, als hätte sie alles bereits gerichtet. Egal: Wenn sich der Trend verstetigt, sind wir auf dem richtigen Weg in bessere Zeiten.

Neues vom NDAC-Clubfonds: Hochtief AG

Die ersten Infrastrukturmaßnahmen sind geplant, die ersten Ausschreibungen veröffentlicht, und damit können die Projekte beginnen. Jetzt gilt es, diese schnell und in gewohnt hoher Qualität sowie ohne bürokratische Hemmnisse umzusetzen. Dafür steht unser NDAC-Clubfondswert HOCHTIEF AG.


Die HOCHTIEF AG steuert eine internationale Unternehmensgruppe, die weltweit komplexe Infrastrukturprojekte realisiert, darunter auch Projekte auf Basis von Konzessionsmodellen. Das Unternehmen hat sich vom klassischen deutschen Bauunternehmen zu einem globalen Baudienstleister entwickelt und ist mit Tochtergesellschaften in den USA, Asien und Australien in den wichtigsten Märkten vertreten. Die Konzerngesellschaften übernehmen sämtliche Phasen des Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten – von der Planung über die Finanzierung bis hin zum Bau und Betrieb. Die Tätigkeitsbereiche umfassen Verkehr, Energie, soziale und urbane Infrastruktur sowie das Minengeschäft.

Das Geschäftsmodell von HOCHTIEF basiert auf der Kombination aus klassischem Baugeschäft, Konzessions- und Betreiberaktivitäten sowie projektbezogenem Asset-Management. Kernelemente sind das Engineering und die Durchführung technisch anspruchsvoller Infrastrukturprojekte, häufig als General- oder EPC-Auftragnehmer. Wertschöpfung entsteht durch Projektsteuerung, Risikomanagement, Beschaffungsvorteile und technologische Expertise. HOCHTIEF setzt verstärkt auf Modelle wie Public-Private-Partnerships (PPP), Design-&-Build und langfristige Serviceverträge, um wiederkehrende Cashflows aus Betrieb und Instandhaltung von Infrastruktur zu sichern. Die Beteiligung an Spezialdienstleistern und Beteiligungsgesellschaften stärkt die vertikale Integration entlang der Projektlebenszyklen.

Die Mission von HOCHTIEF zielt auf die Bereitstellung sicherer, langlebiger und effizienter Infrastruktur, die nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Mobilität unterstützt. Das Unternehmen betont die Ausrichtung auf ESG-konforme Infrastruktur, Ressourceneffizienz und Risikotransparenz. Strategische Leitlinien sind: Konzentration auf margenstarke, technisch komplexe Projekte; selektive Angebotspolitik mit Fokus auf Risikoprofil und Kapitaleffizienz; Ausbau digitaler Projektsteuerung und modularer Bauweisen; Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Ausschreibung, Materialwahl und Projektbetrieb. Damit positioniert sich HOCHTIEF als verlässlicher Partner für öffentliche Auftraggeber und private Investoren im globalen Infrastrukturmarkt.


In jüngster Zeit konnte HOCHTIEF mehrere bedeutende Großaufträge gewinnen – sowohl in Europa als auch im nordamerikanischen Markt. In Großbritannien wurde HOCHTIEF Construction von Sellafield Ltd im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft mit einem umfangreichen Rahmenvertrag für zivil- und nuklearbezogene Infrastrukturarbeiten beauftragt. HOCHTIEF ist dort unter anderem für die Instandhaltung und Modernisierung von Versorgungseinrichtungen und Gebäudestrukturen am Standort Sellafield in der Grafschaft Cumbria zuständig, einem zentralen Nuklear- und Rückbauzentrum des Vereinigten Königreichs. Über Beteiligungen an Joint Ventures ist HOCHTIEF zudem an großen Bahn- und Infrastrukturprojekten der Virginia Passenger Rail Authority in den USA beteiligt, darunter das Long Bridge North Project und das Franconia–Springfield Bypass Project. Ergänzend dazu hat HOCHTIEF in Deutschland zwei größere Hochbauaufträge in Nordrhein-Westfalen erhalten: einen Forschungsneubau für die Universität Duisburg-Essen sowie den Umbau eines ehemaligen Kesselhauses in Krefeld.
Unser Clubfondswert investiert zugleich gezielt in nachhaltige und digitale Bauprozesse. Der Nachhaltigkeitsplan 2025 sieht vor, die direkten CO₂-Emissionen bis Ende 2025 um mindestens 20 Prozent gegenüber 2019 zu senken. Bis 2045 wird Klimaneutralität über die gesamte Wertschöpfungskette angestrebt. Zudem will HOCHTIEF den Anteil digital gesteuerter Bauprozesse – etwa durch Building Information Modeling (BIM), digitale Zwillinge und ressourcenschonende Baustoffkonzepte – deutlich ausbauen und damit sowohl Effizienz als auch Genehmigungs- und Bauabläufe beschleunigen. Das Unternehmen sieht darin einen ökonomischen Vorteil, da Kunden zunehmend Projekte verlangen, die Nachhaltigkeitsziele messbar erfüllen.


Zwar liegen die endgültigen Gesamtzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr noch nicht vor, doch HOCHTIEF untermauert seine strategische Ausrichtung mit starken Ergebnissen aus den ersten neun Monaten 2025: Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 28,1 Milliarden Euro (+24 Prozent). Der operative Konzerngewinn wuchs um 19 Prozent auf 538 Millionen Euro. Der operative Cashflow der vergangenen zwölf Monate kletterte auf 2,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich währungsbereinigt um 19 Prozent auf 36,6 Milliarden Euro und der Auftragsbestand erreichte rund 70 Milliarden Euro. Auf dieser Grundlage hat der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2025 angepasst und rechnet nun mit einem operativen Gewinn zwischen 750 und 780 Millionen Euro.
HOCHTIEF verbindet eine wachsende internationale Projektbasis mit einer klar strukturierten Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstrategie. Großaufträge wie der Sellafield-Vertrag in Großbritannien und die US-Bahnprojekte sichern die Auslastung im Infrastrukturgeschäft über 2025 hinaus. Gleichzeitig richten der Nachhaltigkeitsplan 2025 und der verstärkte Einsatz digitaler Bauverfahren das Kerngeschäft konsequent auf Klimaziele, Ressourceneffizienz und hochwertige Infrastrukturprojekte aus. Damit schafft HOCHTIEF die Grundlage, seinen operativen Vorsprung im internationalen Infrastrukturgeschäft weiter auszubauen.

Die aktuelle Dividendenrendite der HOCHTIEF-Aktie liegt bei etwa 1,47 Prozent – basierend auf der letzten Ausschüttung von 5,23 Euro pro Aktie und einem Aktienkurs von 355,60 Euro. Das ist sicher noch verbesserungsfähig. Doch die Dividende allein ist nicht ausschlaggebend, denn in die Betrachtung gehören auch die Kursgewinne. Seit Jahresbeginn legte unser NDAC-Clubfondswert bereits um 7,80 Prozent bzw. 26,40 Euro zu. Das Jahr der Realisierung staatlicher Infrastrukturprogramme hat gerade erst begonnen.

Das Jahr 2026 wird sehr unruhig werden

Wir hatten uns alle auf einen guten und erfolgreichen Start in Frieden ins neue Jahr gefreut, allein der Don hatte etwas dagegen. In Anspielung auf die Monroe Doktrin, nach denen die Amerikaner in ihrem Hinterhof (Lateinamerika) keinen fremden Einfluss dulden, kam dem Weißen Haus in den Sinn, einmal schnell Venezuela ins  Visier zu nehmen. Den Präsidenten Nicolas Maduro zu verhaften und ihn samt Ehefrau in die USA zu entführen und dort vor Gericht zu stellen, um ihn  dort wegen drogenbezogener Vorwürfe vor Gericht zustellen. Gleichzeitig drohte der Don zugleich noch anderen Ländern in seinem Umfeld sie militärisch zu besetzen. Damit war die neue „Donroe Doktrin“ entstanden.

Die USA haben damit eine spektakuläre Machtdemonstration ihrer Fähigkeit zur globalen Einflussnahme geliefert – in einer Weise, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr zu beobachten war, selbst weit in den internationalen Gewässern Der Mann im Weißen Haus erklärte, dass Venezuela fortan von seiner Regierung verwaltet werde, ohne die genauen Konturen dieses Engagements zu benennen. Außenminister Marco Rubio brachte etwas Klarheit und betonte, dass Washington den Ölhebel nutzen wolle – Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Reserven, wenngleich die Förderinfrastruktur marode ist –, um Caracas’ Interessen mit jenen der USA in Einklang zu bringen.

Das der Don dabei auch gleich Grönland mit besetzen will, ist wohl nach seinen Bekundungen seit Beginn seiner Amtszeit nicht neu. Dumm nur, dass Grönland zu Dänemark gehört und demzufolge NATO-Gebiet ist. Das hat der US-Außenminister wenigstens richtig erkannt und den Kauf der Insel ins globale Spiel gebracht.

Weltweit verschieben sich mit diesem Vorgang die Kategorien des „Unmöglichen“, „Möglichen“ und „Wahrscheinlichen“. Länder wie Kanada, Panama und Dänemark – denen Trump territoriale Ambitionen nachgesagt werden – sehen sich mit einem neuen Paradigma konfrontiert. Auch Mexiko könnte ins Visier Washingtons geraten, angesichts als zu lasch empfundener Drogen- und Einwanderungspolitiken. Darüber hinaus könnte das venezolanische Vorgehen als Blaupause für künftige Interventionen bspw. in Kuba dienen, das trotz aller Probleme auch nicht nach der Pfeife Washingtons tanzt.

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Welt politisch und wirtschaftlich gerade neu verteilt wird. China wird sich noch Taiwan krallen und Russland wird sich die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion Schritt für Schritt zurückerobern.

Fällt uns was auf? Ja, die Europäer haben nun wirklich nichts mehr zu sagen. Zersplittert, wie sie immer auftreten, werden sie wieder am Katzentisch der Geschichte Platz nehmen (müssen). Nichts, mit dem Platz an der Sonne wie es 1897 der damalige Staatssekretär und spätere kaiserliche Außenminister Bernhard von Bülow formulierte. (“Wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne”.) So wird es für Europa auch weiter bleiben.

Was machen die Börsen? Denen ist es wurscht, wer gerade gegen wen in eine (kriegerische) Auseinandersetzung verwickelt ist. Politische Börsen haben kurze Beine oder in diesem Fall gar keine mehr. Denn der DAX40 startet zu Jahresbeginn wie ein Torpedo und markiert ein aktuelles Allzeithoch von 25.106 Punkten. Auch der Dow Jones gibt mit einem neuen Allzeithoch von 49.621 Punkten ordentlich Gas und wird wohl vermutlich die 50.000 Punkte Grenze bald erreichen und überwinden.

Die Erdöl-Unternehmen sind natürlich begeistert, speziell Chevron, das seine 102 jährige Präsenz in Venezuela in diesen Tagen feiert. Schon jetzt ist klar: Chevron wird bei der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung Venezuelas eine entscheidende Rolle spielen. Venezuela verfügt mit etwa 300 Milliarden Barrel über die größten Erdölreserven weltweit. Dies entspricht einem Anteil von rund 17 Prozent der weltweit bekannten Ölreserven. Aktuell fördert das Land laut der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) rund eine Million Barrel Öl pro Tag. Chevron produziert davon ein Viertel. Die andern US-Unternehmen aus der Branche werden nachziehen. Subventionen und Entschädigung für die Enteignung unter sozialistischer Herrschaft locken.

Der einzige, der dumm aus der Wäsche gucken wird, dürfte der andere Kriegsherr in Moskau sein. Erstens hat sich seine gelieferte Luftabwehr nach Venezuela, gelinde gesagt als wertlos erwiesen, zweitens hat er die Kontrolle über Venezuela (nach Syrien) verloren und drittens dürften die Erdölpreise jetzt fallen. Was das für seine Kriegskasse bedeutet, werden wir sehen. Die russische Mehrwertsteuer  wurde seit dem 01.01.2026 um zwei Prozent auf 22 Prozent erhöht. Wie lange spielt die russische Bevölkerung da wohl mit? Die Unternehmen ächzen unter der Steuer- und Zinslast (Leitzins wurde zurückgenommen auf aktuell 16,5 Prozent, damit steigt die Inflationsgefahr!) Die Zustände aus der Zeit von 1917 sind wohl nicht mehr fern…

Übrigens, hat die OPEC+ bestätigt, das Ölangebot im ersten Quartal auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Die Preise werden wahrscheinlich von den Ereignissen in Venezuela nur wenig tangiert werden, denn dort müssen erst einmal klare Verhältnisse geschaffen werden und Infrastruktur der Öl-Industrie wieder aufgebaut werden.

In den Vereinigten Staaten stehen in Kürze zwei zentrale Ereignisse an. Erstens: das Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Verfassungsmäßigkeit von Donald Trumps Zollregime, mit der Möglichkeit einer Unzulässigkeitserklärung. Zweitens: die Bekanntgabe der nächsten Fed-Vorsitzenden. Das wird die Märkte noch einmal beeinflussen.

Im Dezember sank die Inflationsrate auf 1,8 Prozent – nach 2,3 Prozent im November. Sowohl Einkaufen als auch Tanken und Heizen sind günstiger geworden. Das sind doch mal gute Nachrichten, allerdings leider nur aus der Vergangenheit. Tanken und Heizen wird durch die CO2-Bepreisung wieder teurer und auf das versprochene Klimageld warten wir immer noch… Wer stellte damals bei der Einführung 2021 dieses Fiaskos die Bundessregierung? Ach ja , die CDU zusammen mit der SPD. Also werden wir weiter warten…

Blick nach Osten – Japans Märkte erwachen  wieder

Das Land der aufgehenden Sonne, wie das ostasiatische Kaiserreich schon immer genannt wird, hatte in den 80iger des vorigen Jahrhunderts einen Wirtschaftsboom erlebt. Die Immobilienpreise explodierten, die Aktienkurse vervielfachten sich und der japanische Aktienmarkt erreichte Ende der 1980er-Jahre Rekordhöhen. Doch der Boom basierte auf wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und spekulativen Erwartungen, die sich als instabil erwiesen. Als die Notenbank des Landes, die Bank of Japan (BoJ) erkannte, dass alles aus dem Ruder lief, begann sie mit Zinsanhebungen und Kreditrestriktionen. Die Immobilienpreise brachen in der Folge ein, und die Aktienkurse stürzten ab.

Wie immer in Boomzeiten hatten sich viele Firmen aber auch sehr viele private Haushalte enorm verschuldet und auch überschuldet. Es kam,  wie es nicht anders zu erwarten war, zu massiven Zahlungsausfällen, mit denen die Banken schwer zu kämpfen hatten. Die Kreditvergabe wurde daraufhin drastisch eingeschränkt, was Investitionen stoppte und die japanische Wirtschaft zum Erliegen brachte. Viele Unternehmen waren über verschachtelte Beteiligungen und überteuerte Assets belastet, was eine rasche Erholung der Märkte erschwerte.

Es folgten verlorene Jahrzehnte mit Deflation und schwachem Wirtschaftswachstum. Unternehmensgewinne stagnierten oder sanken. Für Anleger bedeutete dies: schwache Aktienrenditen, geringe Dividendenausschüttungen und schwache Wachstumsaussichten, weshalb ausländische Investoren lange einen großen Bogen um den japanischen Aktienmarkt machten.

Ok, die Krise hat einige Jahre und viel zu lang angehalten. Doch das ist jetzt vorbei. Japan ist inzwischen erwacht und gestärkt aus der Krise hervorgegangen, bereit für Investoren.

Nach dem Platzen der Immobilienblase Anfang der 1990er-Jahre wurde die Geldpolitik erheblich gelockert. Der Leitzins, der zu Hochzeiten des Börsenbooms mehr als 8 Prozent betragen hatte, wurde schrittweise gesenkt und sackte 1995 erstmals unter die 1-Prozent-Marke. Bis heute notierten die Zinsen nie mehr darüber. Doch selbst Zinsen nahe der 0-Prozent-Marke konnten die Wirtschaft viele Jahre lang nicht entscheidend ankurbeln. Daher entschied sich die Bank of Japan im Jahr 2016, den Leitzins in den Negativbereich zu senken, wo er bis Februar 2024 verweilte. Die lockere Geldpolitik hatte natürlich negative Folgen für die Landeswährung, den japanischen  Yen, der sich im Vergleich zu den meisten Währungen stark abschwächte und zum Sinnbild wirtschaftlicher Unsicherheit wurde. Doch heute wirkt der schwache Yen wie ein Konjunkturprogramm. Die  Exportindustrie – von Autoherstellern bis hin zu Elektronikgiganten – profitiert massiv von der günstigen Währung. Waren aus Japan werden im Ausland preislich attraktiver, während die inländischen Gewinne nach Umrechnung in Yen Rekordhöhen erreichen. Die Währungsschwäche hat auch die Attraktivität des japanischen Aktienmarkts für ausländische Investoren deutlich erhöht.

Fakt ist aber auch, dass es nicht allein der schwache Yen ist, der den Aufschwung treibt. Die japanische Industrie vereint bekannter weise Tradition und Innovation wie kaum eine andere. Da Japan traditionell in Bereichen wie Elektronik, Maschinenbau und Robotik stark ist, erwachsen hier Wettbewerbsvorteile – besonders wenn die Nachfrage wie aktuell global steigt. Im globalen Hype um Themen wie Halbleiter, Künstliche Intelligenz und Robotik hat sich Japan inzwischen zu einem der wichtigsten Zulieferer entwickelt. Politik und Notenbank haben die Wirtschaft speziell in den vergangenen Jahren auf ein neues Fundament gestellt. Strukturelle Reformen, Steueranreize und eine gezielte Deregulierung haben die Investitionsbereitschaft japanischer Unternehmen spürbar erhöht. Zudem hat sich die Corporate- Governance-Kultur stark verändert. Unternehmen achten verstärkt auf Aktionärsinteressen, Transparenz und Kapitalrendite – ein Bereich, in dem Japan dem Westen lange hinterherhinkte. Die Unternehmensbilanzen sind so solide wie lange nicht, die Dividenden und Aktienrückkäufe sogar so hoch wie nie zuvor, was vor allem ausländische Investoren überzeugt, wieder in den Markt einzusteigen.

 Alle Probleme konnte Japan jedoch noch nicht lösen. Das Land muss sich weiterhin demografischen Herausforderungen (alternde Bevölkerung, niedrige Geburtenrate) und strukturellen Problemen stellen, die aus der langen wirtschaftlichen Stagnation resultieren. Das Verhältnis zu China ist noch verbesserungswürdig, allerdings hängt das nicht nur allein von Tokio ab. Doch die noch immer viertgrößte Volkswirtschaft der Welt ist auf einem guten Weg. Der japanische Aktienmarkt gilt im internationalen Vergleich auch nach der jüngsten Rally noch immer als günstig.

In der zweiten Jahreshälfte wurden japanische Aktien durch inflationsbedingte Margen-Verbesserungen, anhaltende Governance-Reformen, die Nachfrage nach KI-bezogenen Investitionen und verstärkte Erwartungen an die Politik unter der neuen erzkonservativen Premierministerin Sanae Takaichi begünstigt. Finanzexperten glauben, dass japanische Aktien ein starkes Potenzial für ein zweistelliges Gewinnwachstum haben. Exportbranchen wie die Automobilindustrie, die von den US-Zöllen betroffen waren, dürften sich erholen, da sie ihre Produktion weiter lokalisieren, ihre Lieferketten diversifizieren und die Preise nach Möglichkeit erhöhen.

Darüber hinaus dürfte die Binnennachfrage – insbesondere aus dem Unternehmenssektor – von der starken Investitionsbereitschaft profitieren, die durch Inflationserwartungen und KI-bezogene Nachfrage angetrieben wird und das Wirtschaftswachstum stützt. 

Das Land der aufgehenden Sonne wird für Anleger wieder interessant.

Der Rückblick auf das Börsenjahr 2025 und der Ausblick auf Börsenjahr 2026 (Teil 3)

Die GLP‑1‑Revolution erfasst Menschen und Haustiere

2026 erreicht die GLP‑1‑Welle ein neues Level: Die nächste Generation der Gewichtsreduktionsmedikamente kommt als Pille auf den Markt und wird massenhaft genutzt – nicht nur medizinisch, sondern auch als Lifestyleprodukt. Durchschnitts‑BMIs sinken, Gesundheitssysteme prüfen Subventionen.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf eine neue Zielgruppe: Haustiere. Präparate versprechen weniger Adipositas für Hunde und Katzen.

Für Investoren entstehen neue Märkte zwischen Pharma, Wellness und Tiergesundheit. Gleichzeitig geraten Lebensmittelhersteller, Restaurants und Tierfutterproduzenten unter Druck, da die Margen sinken.

Marktauswirkung: Boost für Fast Fashion, Healthcare, Veterinärmedizin; gemischtes Bild bei Lebensmittel‑ und Gastronomiewerten.

SpaceX‑IPO entfesselt erste wahre Weltraumwirtschaft

Mehrere erfolgreiche Starship‑Starts beweisen 2026 die enorme Nutzlastkapazität und Wiederverwendbarkeit des Systems.

SpaceX wagt daraufhin den Börsengang mit einer historischen Bewertung von einer Billion Dollar. Buchungen reichen bis zum Mond und Mars, inklusive geplanter Treibstoffdepots im Orbit. Ein unbemannter Flug soll bereits 2026 Kommunikationsinfrastruktur für künftige Basen landen. Parallel entsteht ein spekulativer Boom um Mondgrundstücke und extraterrestrische Rohstoffrechte. Kristallzucht, Bioprinting und Hightech‑Produktion im All werden zu realen Geschäftsmodellen.

Marktauswirkung: Raketenhersteller, Halbleiter‑ und Raumfahrtzulieferer steigen. Spekulative Blasen bei Weltraum‑Assets möglich.

Ein Konzern ernennt eine KI zum CEO und setzt neue Standards

Ein globaler Blue‑Chip schockiert 2026 die Märkte: Eine intern trainierte KI wird zum operativen CEO ernannt – mit klar definierten Leitplanken für Investitionen, Preise, Personalpolitik und M&A. Ein menschlicher Co‑CEO zeichnet formell mit, während die KI Millionen Szenarien verarbeitet, Prozesse optimiert und in Earnings Calls als Avatar auftritt.

Die Performance überzeugt: Effizienz steigt, Margen verbessern sich sichtbar. Gewerkschaften und Regulatoren reagieren zunächst kritisch, doch transparente Kontrollmechanismen und „ethische Sandkästen“ entschärfen die Debatte.

Nachdem das Unternehmen seine Konkurrenz übertrifft, beginnen andere Konzerne, eigene KI‑Co‑CEOs einzuführen. Ein neues Governance‑Modell entsteht: menschliche Vision kombiniert mit algorithmischer Ausführung.

Marktauswirkung: Auftrieb für KI‑Infrastruktur, Cloud‑ und Governance‑Tech; neuer Risikoaufschlag für Firmen mit vollautonomem Management.

China enthüllt den goldgedeckten Yuan

2026 überrascht China mit offiziell geprüften Goldbeständen, die jene der USA übersteigen. Kurz darauf führt Peking einen teilgoldgedeckten Offshore‑Yuan ein. Der CNH wird zu einem gegen Gold einlösbaren Wertaufbewahrungsmittel, was die Währung schlagartig stärkt. USD/CNH fällt Richtung 5,0. Durch Swap‑Linien für Golfstaaten und ASEAN sowie in Gold abwickelbare Öl‑ und Metallkontrakte schafft China rasch internationale Akzeptanz.

Während der Dollar seine Dominanz behält, verliert er deutlich an Anteil an den globalen Reserven. Der Gold‑Yuan wird zur ersten geopolitischen monetären Alternative seit Jahrzehnten.

Marktauswirkung: Gold über 6.000 Dollar, stärkerer Yuan, steigende US‑Renditen durch Verkäufe ausländischer Investoren.

Das Zeitalter der autonomen KI endet im Chaos

2026 zeigen sich Schattenseiten autonomer KI‑Agenten. Mehrere kleine Softwarefehler eskalieren zu Katastrophen: Ein Algorithmus löst einen Flash‑Crash aus, fehlerhafte KI‑Buchhaltung zwingt Unternehmen zu Korrekturen, in Fabriken verursachen Robotersysteme schwere Unfälle.

Firmen erkennen, dass ihre digitale Infrastruktur heimlich von Systemen umgebaut wurde, die niemand vollständig versteht. Der globale Gegenangriff erfolgt sofort: AI‑Janitors (Experten für Code‑Sanierung) werden zur begehrtesten Berufsgruppe. Milliarden fließen in Sicherheits‑Upgrades und Audits. Die Ära unkontrollierter Automatisierung endet; Stabilität und Nachvollziehbarkeit werden zur neuen Leitwährung.

Marktauswirkung: Boom bei Cybersecurity, Auditing und Consulting. Druck auf hochautonome KI‑Plattformen, Rotation in robuste, kontrollierte Systeme.

Soweit die dänischen Kollegen der Saxo Bank. (Es muss ja nicht alles gleich 2026 eintreten, aber vorbereitet sollten wir schon sein…)
Fakt ist: Die Weltwirtschaft wird auch 2026 weiter wachsen – dabei ist es egal, was der Don im Weißen Haus sich noch an Blödsinn ausdenkt. Die prognostizierten Prozentzahlen lassen wir weg; am Ende stimmen sie doch nicht mit der Realität überein.
Schön wäre es auch, wenn der Krieg in der Ukraine beendet würde. Ihr Autor hat viele Freunde in dem kriegsgebeutelten Land, denen er nichts mehr wünscht als Frieden. Ein anderer Präsident im Weißen Haus hätte wohl schon mehr geschafft als der leicht beeinflussbare Dealmaker und seine Helfer. So werden wohl auch Rüstungsaktien im weitesten Sinne 2026 wieder zu den Marktgewinnern gehören.
Fakt ist auch: Die Zeit der „Magnificent 7“ geht vorbei – oder doch nicht? Neu werden wohl die Hyperscaler aktiv auf das Marktgeschehen Einfluss nehmen. Dazu zählen jene Unternehmen, die KI‑Infrastruktur und Modelle bereitstellen. Richtig, dazu gehören auch wieder einige der Mag7, aber wir müssen sie ergänzen um Unternehmen wie Broadcom, Oracle oder Coreweave. Und vielleicht auch um OpenAI (ChatGPT), wenn es den Sprung an die Börse wagen sollte.

Der Dollar wird 2026 weiter abwerten – es sei denn, der Mann im Weißen Haus beglückt uns mit einer eigenen Fehlentscheidung, wie seinerzeit Jay Powell, der sich als Glücksgriff für die Weltwirtschaft erwiesen hat.
Europa wartet auf den deutschen Patienten, der sich nun langsam einmal erholen sollte. Ein weiteres vorzeitiges Ende einer Regierungskoalition stellt zwar nicht das Optimale dar, aber wenn nur noch Kommissionen, Koalitionsausschüsse und Kompromisse regieren sollen, dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Wir bleiben auch 2026 für unsere Mitglieder und User aktiv. In diesem Sinne wünschen wir allen ein gesundes neues Jahr 2026 – innerhalb und außerhalb der Märkte.

Der Rückblick auf das Börsenjahr 2025 und der Ausblick auf Börsenjahr 2026 (Teil 2)

Im Rückblick gesehen war das Börsenjahr 2025 doch recht erfolgreich. In den letzten Tagen des Jahres wird nicht mehr viel passieren, denn die Bücher bei den großen Marktteilnehmern sind geschlossen und werden auch nicht gleich am Neujahrstag wieder geöffnet. Natürlich sind allerdings die Software-Komponenten und die KI‑gestützten Systeme scharf gestellt. Die Fondsmanager wissen nicht, welchen Unsinn die internationale Politik wieder fabrizieren könnte. Jetzt ist die Stunde der Kleinanleger, die ihre Depots anschauen und eventuell umschichten. Wenn es genügend Kleinanleger tun, werden sich die Indizes noch ein wenig bewegen, aber nicht viel verändern.

Der DAX40 startete am 02.01.2025 bei einer Marke von 20.024 Punkten und steht beim Schreiben dieser Zeilen bei 24.340 Punkten – oder mit einer Rendite von 21,55 Prozent – zu Buch. Das ist trotz der Rezession in unserem Land doch recht ordentlich. Wie unsere Leser wissen, ist ihr Autor immer skeptisch, wenn neue Rekordstände beim Performanceindex DAX40 verkündet werden. Deshalb hilft trotz aller Freude über den Zuwachs ein Blick auf den reinen Kursindex. Und siehe da: Der Kursindex ist ebenfalls gestiegen, und zwar von 7.624 Punkten auf 9.118 Punkte, also um 19,6 Prozent. Das ist doch ganz ordentlich.

Mit der Dollarstärke hatten wir beim NDAC-Clubfonds mit ordentlich Gegenwind zu kämpfen. Unsere Technologieaktien, die im US-Dollar notiert sind, hatten währungsbedingt einen Rückgang von ca. 14 % zu verkraften. Was sich im abgelaufenen Börsenjahr als Gegenwind erwiesen hat, kann sich im kommenden Jahr als Rückenwind erweisen, wenn der Dollar aufgrund der niedrigen Zinsen in den Vereinigten Staaten von Amerika abwerten sollte.

Der Dow Jones legte im abgelaufenen Jahr um 13,3 Prozent zu. Der wesentlich breiter aufgestellte S&P 500 zeigt sich etwas besser und stieg um 16,0 Prozent gen Norden. Wir sehen also daran: Die USA haben zwar mehr Wachstum generiert, aber die Musik an den Börsen spielte woanders. Dabei ist das erste Jahr seit dem Wechsel im Weißen Haus noch nicht einmal vorüber.


Apropos Wechsel: Der nächste bedeutende Wechsel steht im nächsten Jahr an. Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Jay Powell, könnte zwar weitermachen, aber das wird der Don im Palast verhindern. Die beiden mögen sich nicht mehr besonders, und Powell hatte stets seinen eigenen Kopf während seiner gesamten Amtszeit – unabhängig und mit dem Großen und Ganzen im Blick: Inflation und Arbeitslosenzahlen. Und so manches Mal retteten er und sein Fed-Komitee die US‑Wirtschaft vor einem Absturz. Egal, wer im nächsten Jahr die Präsidentschaft bei der Fed übernimmt: Das Weiße Haus wird mitentscheiden, welche Zinshöhe festgelegt wird. Es sei denn, der Nachfolger setzt sich ähnlich wie Powell durch.

Und noch einer verabschiedet sich 2025 aus der Runde der Starinvestoren: Börsenlegende Warren Buffett. Greg Abel, den er gemeinsam mit seiner Co‑Legende Charlie Munger ausgesucht hatte, wird übernehmen – und er tritt in große Fußstapfen.

… wie geht es 2026 weiter?

Mit den letzten Sätzen sind wir schon im Jahr 2026. Wie immer haben wir keine große Glaskugel, aber schauen trotzdem vorsichtig in eine derselben hinein.

Die dänische Saxo Bank hat wieder – wie alljährlich – ihre Ergebnisse präsentiert, die man trotzdem nicht allzu ernst nehmen sollte:

Der Q‑Day erschüttert die digitale Welt

Ein funktionsfähiger Quantencomputer beweist erstmals, dass er gängige Verschlüsselungsstandards brechen kann. Innerhalb von Stunden kippt das Vertrauen in die digitale Sicherheit.

Kryptomärkte werden zum Epizentrum des Schocks: Börsen stoppen die Auszahlungen, alte Wallets gelten als angreifbar, Bitcoin stürzt in Richtung Null. Die Panik greift auf das Finanzsystem über. Die Menschen horten Bargeld. Gold und Silber schießen in die Höhe. Unternehmen und Behörden kämpfen, um Schwachstellen zu schließen, doch die Angriffe kommen schneller als die Abwehr. Zentralbanken öffnen Notfallfazilitäten, Regierungen ordnen ein globales Wartungswochenende an, um Zahlungssysteme auf neue Sicherheitsstandards umzustellen.

Gewinner sind Anbieter physischer Sicherung, neue Cyber‑Firmen und robuste Banken. Verlierer sind Krypto‑Dienste, Hot‑Wallet‑Anbieter und Firmen mit schwacher IT‑Abwehr.

Marktauswirkung: Extreme Volatilität bei Quanten‑ und Cybersecurity‑Aktien, Gold, Banken sowie dramatischer Einbruch bei Bitcoin und digitalen Assets.

Die „Swiftie‑Welle“ löst einen globalen Offline‑Trend aus

Das Jahr 2026 wird zum Jahr von Taylor Swift und Travis Kelce. Nach einer Traumhochzeit und der Ankündigung eines Kindes entscheidet sich das Paar für ein weitgehend offline geführtes Familienleben. Der Effekt ist global: Millionen Swifties folgen ihrem Vorbild. Junge Millennials und die ältere Gen Z reduzieren radikal ihre Online‑Zeit; Social‑Media‑Verzicht wird zum Lifestyle, Heirat und Familienplanung boomen.

Marktauswirkung: Belastung für Social‑Media‑Aktien; Rückenwind für Bau, DIY, Wohntrends, Luxusgüter, Hochzeiten und Reiseziele.

„Gerrymandering“ führt zu politischer Erneuerung

Im Vorfeld der US‑Midterms 2026 treiben die beiden Parteien das Gerrymandering auf die Spitze. Wahlkreise werden so maßgeschneidert, dass eine Partei mehr Sitze gewinnt, als ihr nach Stimmenanteil eigentlich zustehen würde. Die Demokraten gewinnen knapp das Repräsentantenhaus, während die Republikaner die Mehrheit im Senat verteidigen können. Eine unabhängige Bürgerbewegung erzwingt die Einrichtung einer nationalen Kommission, die Wahlkreise künftig neutral zeichnet. Eine Revolution im US‑Wahlsystem.

Parallel wächst die Einsicht, dass die Polarisierung durch Social‑Media‑Algorithmen künstlich verstärkt wurde. Eine neue Mitte entsteht, die Zivilität, faktenbasierte Debatten und institutionelle Integrität stärkt. Die USA bewegen sich sichtbar über die Phase des Maximalpopulismus hinaus.

Marktauswirkung: US‑Staatsanleihen steigen (Renditen sinken); Social Media, Krypto, Gold und Silber schwächeln.

 

Der Rückblick auf das Börsenjahr 2025 und der Ausblick auf Börsenjahr 2026

Im Jahr 2025 hatten wir allerhand Turbulenzen an den Börsen zu überstehen. Das begann schon wenige Wochen nach der zweiten Amtseinführung von Donald Trump im Januar.

Während die erste Trump-Präsidentschaft 2017–2021 eher wie ein Unfall der Geschichte aussah, zeigt sich die zweite Amtszeit bislang als gut vorbereitet. Eine beispiellose Zerstörung der Grundwerte begann. Die USA zogen sich als Führungsmacht der westlichen Welt zurück und stellten sich an die Seite der Kriegsherren dieser Welt.

Gut, das konnten wir alles voraussehen, aber der sogenannte Wertewesten, also Europa, war trotz der bekannten Eskapaden Trumps wieder nicht auf den Mann im Weißen Haus vorbereitet.

Dass aktuell eine gewisse Veränderung im globalen System stattfindet, weil der orangene Mann im eierförmigen Büro alles mutwillig kaputthaut, dürfte inzwischen allerdings niemandem mehr entgangen sein. Die Weltordnung, wie sie die Generation ihres Autors gewohnt war und ist, scheint Geschichte zu sein. Die Hoffnung, dass der Übergang von der alten US‑zentrierten Ordnung in eine neue, möglicherweise multipolarere Ordnung einigermaßen friedlich (im Sinne von: keine überregionalen kriegerischen Auseinandersetzungen) vonstattengeht, dürfte angesichts der tatsächlichen bzw. geplanten kriegerischen Handlungen (Ukraine, Nahost, Sudan, Venezuela, eventuell auch Kuba und Grönland etc.) starke Zweifel hervorrufen.

So viel ist 2025 geschehen, aber erfreulicherweise ist nichts (zusätzlich!) Dramatisches passiert. China ist nicht in Taiwan einmarschiert, Russland hat die NATO zwar ein wenig geärgert (dafür haben wir jetzt eine teure, hoffentlich erfolgreiche Drohnenabwehr), aber auch dort kam es zu keiner Eskalation. Israel scheint seine Kriegsziele weitgehend erreicht zu haben und führt inzwischen nur noch gezielte militärische Operationen durch. Ob Trump Putin eine ähnliche Vorgehensweise ans Herz legt, damit er endlich einen europa­freien Zugang zu den dortigen Vorkommen seltener Erden bekommt, wissen wir nicht so richtig, sind aber auch darauf wiederum nicht vorbereitet.

Joe Biden mag viele Fehler in seiner Amtszeit gemacht haben. Trotzdem blieb er der vorerst letzte Transatlantiker, den wir jetzt so sehr als Führungskraft vermissen. Es gibt im Augenblick niemanden, der die Rolle übernehmen kann. Frankreichs Macron ist aktuell mit seinem Platz in der Geschichte beschäftigt, der neue Bundeskanzler Merz muss seine Rolle nach innen und außen noch finden, und der Einfluss von Tusk geht politisch zurück. Er muss sich unter dem neuen Präsidenten Polens, der mit Hilfe der PiS-Partei gewählt wurde, ebenso bemühen, eine Mehrheit der PiS in unserem Nachbarland zu verhindern.

Außenpolitisch macht der neugewählte Bundeskanzler Friedrich Merz eine akzeptable Figur, nur wartet die Bevölkerung immer noch auf die wirtschaftlichen Akzente seiner versprochenen Wachstumspolitik. Geschenkt dabei, dass er den deutschen Staat in eine horrende Schuldenspirale geschickt hat. Irgendwie muss man die Infrastrukturprojekte und die Aufrüstung in Deutschland finanzieren. Allerdings sollten der Finanzminister und seine Beamten nicht weiter versuchen, Haushaltslöcher mit den – der Autor nennt sie beim richtigen Namen – „Sonderzusatzschulden“ zu stopfen, um dann am Ende einen einigermaßen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren. Der deutsche Steuerzahler wird ohnehin für beides zahlen müssen: Haushaltsschulden und Sonderzusatzschulden. Übrigens neben den Zinsen auch für die Tilgung der aufgenommenen Kredite.

Selten war ein Börsenjahr so widersprüchlich wie 2025: zwischen Inflationssorgen und Zinshoffnungen, Industriekrise und Handelsstreit, DAX‑Rally und KI‑Boom. Selbst an den Märkten sind die Katastrophen ausgeblieben, abgesehen vielleicht von Bubletts bei Hühnereiern usw. Jedenfalls sind bis dato weder die Blasen bei Private Equity, Private Debt noch rund um den AI‑Themenkreis geplatzt – und das, obwohl sich die Prognostiker in alter Roubini‑Tradition mit Doomsday‑Calls überschlagen. Wobei wir das trotzdem genau beobachten sollten, um darauf vorbereitet zu sein. Abgesehen davon wissen wir aus der Historie und auch sonst, dass es immer hauptsächlich auf das Timing ankommt. Haben wir also Zeit wie Warren Buffett (wobei das mit 95 Jahren wohl auch eher relativ ist) und sitzen auf so viel Cash wie überhaupt noch nie, dann warten wir eben. Die nächste Krise kommt bestimmt. Frei nach Carl Mayer Rothschilds Motto: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, und verkaufen, wenn die Violinen spielen.“

Natürlich braucht man dafür etwas Geduld, aber die neue Bundesregierung ist zu geduldig, wenn es um die Umsetzung der angekündigten Reformen geht. Ein „Herbst der Reformen“ wurde uns angekündigt. Nun ja, der Herbst ist schon einige Wochen vorbei. Aber jetzt im Winter ist es soweit. Die Umsatzsteuersenkung für gastronomische Einrichtungen wurde laut Koalitionsvertrag umgesetzt (zweifelhaft, ob die 12 Prozent zu mehr Verzehr in Gaststätten führen werden, zumal wenn sie nicht an die Gäste weitergegeben werden). Die Aktivrente wird nur Mitnahmeeffekte durch die eher länger arbeitenden Rentner jenseits der Altersgrenze hervorrufen. Mit der Altersvorsorge inklusive der geplanten Frühstartrente werden wir uns gesondert 2026 auseinandersetzen. Was wir nicht mehr diskutieren werden, ist die von der CSU gewollte Mütterrente.

Neues von unseren Depotwerten: heute Munich Re

Jedes Jahr im September verhandeln in Monaco die Versicherungsriesen über die Prämie der Erstversicherer an die Rückversicherer. Dabei treffen sich Rückversicherer wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück mit Erstversicherern wie Allianz, Axa oder Generali sprechen über die Konditionen für die Erneuerung zum Jahreswechsel. Es handelt sich dabei um den wichtigsten Termin für die Branche. Schon im April und Juli musste die Rückversicherungsbranche Preisrückgänge akzeptieren, die seit Jahresbeginn im Schnitt zwischen einem und zwei Prozent liegen, bereinigt um Inflation und Risikoveränderungen.

Munich Re betonte immer wieder, auf faire Preise und Bedingungen zu achten. Der Bedarf an Absicherung werde so hoch bleiben, erklärte Munich Re-Vorstandsmitglied Stefan Golling. Naturkatastrophenschäden übersteigen seit 2020 jährlich die Marke von 100 Milliarden Dollar, im ersten Halbjahr 2025 waren es bereits 80 Milliarden – das ist der zweithöchste Wert seit 1980. Neue Unsicherheiten entstehen zudem durch Inflation und unberechenbare Zollpolitik. Dabei erwartet die Munich Re im margenstarken Schaden- und Unfallsegment nach dem dynamischen Preisanstieg der vergangenen Jahre nun eine Stabilisierung auf hohem Niveau bzw. leicht sinkende Preise. Seit Jahresbeginn ist jedoch eine Trendwende bei den Rückversicherungspreisen zu beobachten, wobei NDAC-Clubfondswert zuletzt bei der jüngsten Vertragserneuerungsrunde im Juli Preisrückgänge beim Neugeschäft von 2,5 Prozent hinnehmen musste.

Operativ konnte die Munich Re zuletzt mit sehr starken Zahlen im dritten Quartal überzeugen. So verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn unerwartet deutlich von 1,19 Milliarden Euro auf 3,36 Milliarden Euro, womit die Konsenserwartungen von 2,67 Mrd. Euro deutlich übertreffen wurden. Auch beim bereinigten Nettogewinn schnitt der Rückversicherer mit einem Anstieg von 907 Millionen Euro auf 2,00 Milliarden Euro besser als erwartet ab. Profitieren konnte der Münchener Branchenprimus von einem deutlichen Rückgang bei den Großschadensbelastungen, nachdem man in der ersten Jahreshälfte unter anderem aufgrund der verheerenden Waldbrände in Los Angeles hohe Schadensbelastungen schultern musste. So summierten sich die Großschadensbelastungen im Schaden- und Unfall-Rückversicherungs-Segment im dritten Quartal auf gerade einmal 118 Millionen Euro, während man im Vorjahreszeitraum Schadensbelastungen in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro zahlen musste. Stark abgeschnitten hatte auch die Erstversicherungstochter ERGO, die das bereinigte operative Ergebnis mit 304 Millionen Euro auch dank des Zukaufs des US-Versicherers NEXT knapp verdoppeln konnte. 

Nach dem insgesamt starken Abschneiden bestätigte die Munich Re im Anschluss die Jahresprognose und rechnet weiterhin mit einem bereinigten Nettogewinn von rund 6,0 Mrd. Euro. Da die Münchener Rück nach neun Monaten bereits einen Nettogewinn von 5,2 Mrd. Euro vorzuweisen hat, dürfte die Münchener Rück das Gewinnziel für das laufende Fiskaljahr problemlos erreichen, obwohl man im vierten Quartal in Zusammenhang mit dem Hurricane “Melissa” in der Karibik von einer Schadensbelastung im dreistelligen Millionen Euro-Bereich ausgeht.  

Bei aller Robustheit der aktuellen Zahlen zeigt die Münchener Rück damit eine charakteristische Vorsicht. Der Versicherungsriese macht Gewinne, wo es geht, aber riskiert nichts – eine Strategie, die in unruhigen Zeiten durchaus ihre Berechtigung haben dürfte.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) erwartet für 2025 einen Rückgang der Eigenkapitalrendite auf 12 bis 14 Prozent, nach über 21 Prozent 2023 und fast 17 Prozent 2024. 2026 soll diese sogar nur noch bei 11 bis 13 Prozent liegen. S&P sieht jedoch dennoch eine stabile Entwicklung der Branche. Auch A.M. Best hält an seiner positiven Einschätzung fest, da die Preise trotz Rückgangs immer noch deutlich über dem Niveau von 2017 liegen. 

Nach dem starken Abschneiden in den vergangenen drei  Quartalen sieht man sich weiter auf Kurs, in 2025 mit sechs Milliarden Euro einen neuen Rekordgewinn einfahren zu können. Da man im ersten Halbjahr bereits kumuliert 3,2 Mrd. Euro beim Nettoergebnis erzielt hat, sollte Munich Re dieses ambitionierte Gewinnziel sicher erreichen können. Auch fundamental macht unser Depotwert eine gute Figur. Nach den zuletzt gesehenen Rücksetzern weist die Aktie auf Basis der Schätzungen für 2026 ein KGV von 10,6 auf, während die Dividendenrendite ebenfalls zukünftig attraktiv ausfällt. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Euro sollte den Kurs außerdem nach unten absichern.

Da die Nachfrage nach qualifiziertem Rückversicherungs-Schutz angesichts der weiter steigenden Großschadensrisiken in Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels weiter hoch bleiben dürfte, bleiben die Aussichten für die Munich Re im Kerngeschäft weiter vielversprechend. Entsprechend rechnet der Analystenkonsens nach einem EPS von knapp 58 Euro für 2026 bereits mit einem Gewinn von rund 50 Euro/Aktie, womit das KGV auf 10,67 sinkt, was auch im Branchenvergleich moderat erscheint.

Attraktiv ist die Munich Re auch aufgrund der aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik. So rechnet der Analystenkonsens für 2025 mit einer Rekord-Dividende von 22,00 Euro je Aktie, nachdem man im Vorjahr 20,00 Euro je Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet hatte. Damit liegt die Dividendenrendite aktuell bei knapp attraktiven 4,2 Prozent. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. Euro sollte die Aktie außerdem nach unten absichern. Auch das Konzernmanagement scheint von den weiterhin positiven Aussichten im operativen Geschäft überzeugt zu sein, was die jüngsten Insiderkäufe eindrucksvoll belegen. So erwarb CFO Dr. Christoph Jurecka Mitte November Anteilsscheine im Gesamtwert von 325.560 Euro. Auch Vorstandsmitglied Marie-Lizette Malherbe nutzte die zuletzt gesehenen Rücksetzer unseres NDAC-Clubfondswertes für Zukäufe und erwarb Anteilsscheine im Gesamtwert von 198.485 Euro. Wir bleiben auch dabei…

Neubewertung erforderlich?! (II)

Der Ausstieg des amerikanischen Milliardärs Peter Thiel kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: NVIDIA gilt als einer der führenden Anbieter von Prozessoren, die im Zentrum der künstlichen Intelligenz (KI) und im Rechenzentrums-Geschäft eingesetzt werden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die enorme Bewertung im Tech- und KI-Sektor auf zu hohen Erwartungen basiert – und Investoren zunehmend vorsichtiger agieren. Thiels Rückzug wird daher von Beobachtern als Warnsignal gewertet, dass selbst erfahrene Investoren beginnen, ihre Engagements zu überdenken.

Eine Neubewertung der Magnificent Seven ist dringend notwendig. Denn irgendwann ist jede Party zu Ende. Ob man bis zu Höhepunkt dabei bleiben will, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Selbst der alte Haudegen Warren Buffett, der eigentlich Tech-Aktien meidet, hat mit dem Verkauf Apple Anteilen und dem Erwerb von Alphabet-Aktien kurz vor seinem Rückzug aus dem Geschäft ein Signal gesetzt.

Schauen wir uns die Sache einmal genauer an, denn das Marktumfeld rund um die KI-Aktien ist im November 2025 von einem tiefer gehenden Paradoxon geprägt.

NVIDIA meldete für das dritte Fiskalquartal 2026 einen Rekordumsatz von 57 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der für das KI-Geschäft entscheidende Datacenter-Umsatz explodierte förmlich geradezu auf 51,2 Milliarden Dollar, was einer enormen Steigerung von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Damit nicht genug, der CEO von NVIDIA Jensen Huang  sprach von einer Nachfrage die „off the charts“ (jenseits aller Vorstellungskraft) sei. Er stellte für das Folgequartal einen Umsatz von 65 Milliarden Dollar in Aussicht. Außerdem sprach er von einer Umsatz-Visibilität von 500 Milliarden Dollar für sein Blackwell- und Rubin- Architekturen bis Ende 2026.

Doch wie reagiert das Papier von NVIDIA? Eigentlich konnte es nur noch in neue Höhen steigen. Trotz dieser triumphalen Zahlen erlebte das Papier einen dramatischen Kursrücksetzer. Nach dem der nachbörsliche Anstieg wie gewohnt auf fünf Prozent geklettert war, schloss die Aktie am folgenden Handelstag mit einem Minus  von drei Prozent.

Die NVIDIA-Aktie ist mittlerweile aus Sicht vieler Analysten und damit auch vieler Anleger ein reines Momentum-Play auf den KI-Hype. Die fundamentale Bewertung  ist kaum noch irgendwie nachvollziehbar und hängt vollständig an der Fortsetzung des exponentiellen Wachstums. Die w.o. beschriebenen Enthüllungen über die Finanzierungsstrukturen zeigen, dass dieses Wachstum auf sehr wackeligem, sprich nicht ganz solidem Fundament stehen könnte. Trotz aller weiteren Jubelmeldungen über unseren Clubfondswert ist das Risiko einer wirklichen scharfen Korrektur gestiegen.

Die negativen Analystenreaktionen zu NVIDIA zogen auch andere  KI-Schwergewichte wie bspw. Microsoft und Oracle im Zuge einer Gruppendynamik mit nach unten und sendeten ein klares Signal. Die bisher sehr positiv eingestellten Anleger, beginnen die Nachhaltigkeit des Booms und die zugrundeliegenden Risiken kritischer zu hinterfragen. Das Magazin Forbes es hat es auf den Punkt gebracht; „new levels of AI anxiety“ oder zu gut deutsch: „neue Dimensionen der KI-Angst“.

Schauen wir uns noch einem anderem NDAC-Clubfondswert an, Alphabet.

Dieser Wert erweist sich als der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Nach den Quartalszahlen im Oktober stieg die Aktie um acht Prozent. Die starke Performance im Cloudgeschäft und die Widerstandsfähigkeit im Werbemarkt gepaart mit Fortschritten bei der eigenen KI-Plattform Gemini überzeugten die Anleger mehr.

Oft übersehen wird, dass sich Alphabet einen günstigen Wettbewerbsvorteil verschafft hat, die Entwicklung eigener KI-Chips. Mit Tensor Processing Units (TPU) verfügt Google seit 2016 über spezialisierte Hardware für maschinelles Lernen, die unabhängig von NVIDIA-GPU arbeitet. Die strategische Eigenständigkeit reduziert Alphabets Abhängigkeit von externen Chiplieferanten und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber NVIDIA erheblich. Denn trotz alledem, ein paar Chips von NVIDIA benötigt auch Alphabet.

Auch Warren Buffet scheint die Alphabet-Strategie zu überzeugen, denn er baute eine neue Position der Google-Mutter zu Lasten der Apple-Papiere kurz vor seinem Abgang auf. Nachfolger Greg Abel wird dies sicher noch erweitern. Es ist schon sehr bemerkenswert, denn Buffet vermeidet traditionell Tech-Aktien.

Meta Platforms ist ein weiteres Beispiel für die aktuelle Marktskepsis. Obwohl das Unternehmen wieder ein beeindruckendes Umsatzwachswachstum von 26 Prozent veröffentlichte, verlor die Aktie nach den Gewinnen deutlich an Wert. Der Grund dafür sind die explodierenden Investitionsausgaben für KI von über 100 Milliarden Dollar im kommenden Jahr. Das ist nicht das einzige Projekt das Zuckerbergs Aktionäre viel Geld kostete. Denken wir nur an die bisher wenig ertragreiche Metaverse-Investitionen, von denen heute kaum einer mehr spricht.

Anders als Microsoft, Alphabet oder Amazon verfügt Meta keine eigene Cloud-Division, um die massiven KI-Investitionen direkt zu monetarisieren. So stellt sich die Frage, ob die KI-gestürzten Webeeinnahmen die gewaltigen Investitionen rechtfertigen werden.

Es gibt noch viel mehr zu dem Thema zu erörtern, aber das machen wir im nächsten Jahr. 

Luxusgüter als krisenresistente Anlageklasse

Die weltweite Luxusgüterbranche trotzt auch 2025 den wirtschaftlichen Unsicherheiten. Während viele Industrien unter Inflation, hohen Zinsen und geopolitischen Spannungen leiden, zeigen Luxuskonzerne wie LVMH, Hermès und Kering bemerkenswerte Stabilität. Für Anleger stellt sich die Frage: Warum bleibt Luxus so widerstandsfähig – und welche Chancen ergeben sich daraus?

Marktumfeld

Nach einem Jahrzehnt starken Wachstums und einer Erholung nach der Pandemie sah sich die Branche zuletzt mit Gegenwind konfrontiert. Schwächere Nachfrage aus China und den USA, neue US-Strafzölle auf europäische Luxusprodukte sowie Konjunktursorgen belasteten die Märkte. Dennoch bleibt die langfristige Perspektive positiv: Steigende Vermögen in Schwellenländern, starke Markenloyalität und die Preissetzungsmacht der großen Konzerne sichern strukturelle Stabilität.

Aktuelle Entwicklungen

  • LVMH meldete im dritten Quartal 2025 erstmals wieder organisches Wachstum von 1 Prozent – ein Signal für eine Stabilisierung.

  • Hermès profitierte von stabiler Nachfrage nach ikonischen Produkten wie der Birkin-Bag und konnte trotz schwacher Konjunkturdaten in China Kursgewinne verzeichnen.

  • Analysten sehen für 2026 und 2027 ein Umfeld mit moderatem Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich, nachdem 2024 und 2025 von Volatilität geprägt waren.

Gründe für die Resilienz

  1. Markenstärke: Luxusmarken verfügen über eine jahrzehntelange Tradition und hohe Wiedererkennung.

  2. Preissetzungsmacht: Selbst in Krisenzeiten können sie Preise erhöhen, ohne die Nachfrage stark zu gefährden.

  3. Neue Zielgruppen: Junge Konsumenten in Asien und den USA entdecken Luxus als Statussymbol.

  4. Diversifikation: Neben Mode und Lederwaren wächst das Segment Reisen, Hotellerie und Luxusautos.

Chancen für Anleger

  • Stabile Margen: Luxuskonzerne arbeiten mit disziplinierten Kostenstrukturen und behalten hohe Gewinnspannen.

  • Globales Wachstum: Prognosen sehen den Luxusmarkt bis 2035 auf ein Volumen von über 530 Milliarden US-Dollar anwachsen.

  • China als Schlüsselmarkt: Eine allmähliche Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft könnte die Nachfrage wieder deutlich ankurbeln.

  • Kursfantasie: Analysten haben Kursziele für LVMH zuletzt angehoben – von 545 auf 610 Euro.

Risiken

  • Konjunkturabhängigkeit: Schwankungen in wichtigen Absatzmärkten wie China können kurzfristig belasten.

  • Politische Faktoren: Strafzölle oder regulatorische Eingriffe können die Gewinne schmälern.

  • Bewertungen: Nach starken Kursanstiegen ist das Aufwärtspotenzial begrenzt, wie Analysten betonen.

  • Luxusflauten: Einzelne Segmente wie Mode & Lederwaren hinken hinterher, auch wenn andere Bereiche wie Kosmetik oder Retail wachsen.

Vergleich mit anderen Anlageklassen

Luxusaktien bieten eine interessante Alternative zu klassischen Konsumtiteln. Während zyklische Konsumwerte stark von Konjunkturzyklen abhängen, zeigen Luxuskonzerne eine strukturelle Resilienz. Im Vergleich zu Technologieaktien sind die Bewertungen moderater, und die Nachfrage basiert stärker auf Markenloyalität als auf kurzfristigen Trends.

Ausblick

Die kommenden Jahre dürften geprägt sein von einer moderaten Erholung des Luxusmarktes. Analysten erwarten für 2026 und 2027 ein stabileres Umfeld mit Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich. Für Anleger bedeutet das: Luxusaktien bleiben ein attraktives Investment, allerdings mit begrenztem kurzfristigem Kurspotenzial.

Fazit

Luxusgüter sind mehr als nur Konsumprodukte – sie sind ein Investment in Markenstärke und gesellschaftliche Trends. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Branche stabil und bietet Anlegern Chancen auf langfristiges Wachstum. Wer in Luxusaktien investiert, setzt auf Resilienz, Preissetzungsmacht und globale Nachfrage.

Für ein ausgewogenes Portfolio können Titel wie LVMH, Hermès oder Kering eine wertvolle Ergänzung sein – nicht als spekulative Highflyer, sondern als solide Wachstumswerte mit besonderer Krisenresistenz.