Nachdem wir uns in der jüngeren Vergangenheit ständig mit Gewalt, Krieg, Sanktionen, Gegensanktionen etc. befassen mussten, die stets durch die US-Administration hervorgerufen wurden, lassen wir dieses Thema heute einfach einmal beiseite.
Fangen wir mit der Zukunft der Altersvorsorge an, deren Grundlagen jetzt in der Gegenwart gelegt werden.
Das geplante Altersvorsorgedepot der Bundesregierung soll die nicht gerade erfolgreiche Riester-Rente mit teils hohen Förderungen ablösen und damit einen neuen Anreiz für den langfristigen Vermögensaufbau setzen. Je nach Sparleistung und Lebenssituation summieren sich die Zulagen schnell auf mehrere Hundert Euro im Jahr.
Die höchste Förderung gibt es, wenn im Lauf eines Jahres 1.800 Euro oder monatlich 150 Euro angespart werden. Dann gibt der Bund 540 Euro dazu. Besonders Familien profitieren, weil zusätzliche Kinderzulagen das investierte Kapital spürbar erhöhen. Bei zwei Kindern werden aus 1.800 Euro Eigenleistung 2.940 Euro, die investiert werden. Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes, renditeorientiertes Vorsorgeprodukt, das ab 2027 die Riester-Rente ablösen soll und in ETFs, Fonds und Anleihen investiert.
Die Bundesregierung will ein kostengünstiges, einfaches, transparentes und gut erklärbares Angebot an neuen privaten Altersvorsorgeprodukten ermöglichen. Es soll eine breite Bevölkerungsschicht motivieren, zur Sicherung des Lebensstandards im Alter in die private Altersvorsorge zu investieren. Damit diese Produkte höhere Renditen in der Ansparphase erzielen können, sollen die Kriterien, die bisher für die Zertifizierung eines Altersvorsorgevertrages gelten, neu gefasst werden, heißt es.
Neben sicherheitsorientierten Garantieprodukten mit garantiertem Kapital zu Beginn der Auszahlungsphase soll auch ein förderfähiges und zertifiziertes Altersvorsorgedepot „ohne Garantie“ zugelassen werden (aber erst einmal die Bürokratie erledigen, liebe Anbieter!), in dessen Vertragsrahmen in Fonds, aber auch in andere für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger geeignete Anlageklassen investiert werden kann.
Warten wir also ab, was da neben dem staatlichen Fonds mit dem Bundesadler noch so Schönes auf den Markt kommen wird.
Was der Markt bereits – neben den Konflikten in der Welt – einpreist, ist der Beginn der Berichtssaison zum ersten Quartal. In den USA zeichnet sich eine insgesamt solide Entwicklung ab. Anleger sind daraufhin verstärkt in Technologiewerte zurückgekehrt.
Am Dienstag jedenfalls konzentrierten sich die Käufe vor allem auf Softwarewerte, die in den vergangenen Monaten massiv unter Druck geraten waren.
Diese Risikobereitschaft mag angesichts der These, dass KI das Softwaregeschäft unter Druck setzt, zunächst überraschend wirken. Tatsächlich handelt es sich jedoch eher um einen kurzfristigen Trade: Die Ergebnisse des ersten Quartals dürften noch keine nennenswerten Schäden widerspiegeln – unabhängig davon, ob solche Effekte mittelfristig erwartet werden. Da die Erwartungen weiterhin vergleichsweise niedrig sind, besteht Spielraum für eine kräftige Erholungsrally nach dem zuvor massiven Ausverkauf der letzten Zeit.
Nicht ganz so gut lief es für den Luxusvertreter in unseren Clubfonds. Der Konzern aus Paris erzielte in den ersten drei Monaten einen Umsatz von 19,12 Milliarden Euro. Damit blieb LVMH hinter der Konsensschätzung von 19,6 Milliarden Euro zurück. Das organische Wachstum belief sich auf lediglich ein Prozent, während Experten ein Plus von knapp zwei Prozent prognostiziert hatten. Besonders die Schlüsselsparte Mode und Lederwaren enttäuschte: Hier sank der organische Umsatz um zwei Prozent, was deutlich schlechter ausfiel als die erwartete Stagnation. Unbereinigt brach der Erlös in dieser wichtigsten Sparte sogar um neun Prozent auf 9,2 Milliarden Euro ein. Der Konzern machte unter anderem den Konflikt im Nahen Osten für einen negativen Effekt von rund einem Prozent auf das organische Quartalswachstum verantwortlich. Einzig der US-Markt lieferte mit einem organischen Plus von drei Prozent einen Lichtblick und übertraf die Analystenerwartungen von 2,9 Prozent leicht. In Europa und Japan stützte die lokale Nachfrage das Ergebnis, konnte jedoch die geringeren Ausgaben von Touristen nicht vollständig kompensieren. Ganz grob gesagt: Luxus und Krieg passen nicht zusammen – aber das wissen wir schon aus anderen Konflikten.
Magenta-Konzern bricht ein? War die Telekom nicht auf einem aufsteigenden Ast? Vielleicht nicht mehr ganz so, denn der drastische Kurssturz hat einen konkreten Auslöser: Die US-Bank JPMorgan warnt vor aufziehenden Wolken auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Analyst Akhil Dattani verweist auf den Konkurrenten AT&T, der sein Tarifportfolio massiv angepasst hat. Das signalisiert einen verschärften Preiskampf. Für unseren Clubfondswert ist das hochgefährlich, da die Tochter T-Mobile US mittlerweile über 60 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert. Jede Margenschwäche in den USA trifft unmittelbar das Herzstück des Konzerns. Dass Starinvestor Warren Buffett seine Position bei T-Mobile US bereits im zweiten Quartal 2025 vollständig liquidiert hat, wirkt im Nachgang wie ein frühes Warnsignal. Die Sorge vor einer Wachstumsdelle jenseits des Atlantiks wiegt derzeit schwerer als die gewohnte defensive Stabilität der Aktie. Am 13. Mai, dem Tag der Quartalszahlen, werden wir mehr erfahren.
Im Reich der Mitte hat sich ebenfalls etwas Positives getan. Chinas Exporte legten im ersten Quartal um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und erzielten damit das stärkste Quartalswachstum seit etwa vier Jahren. Die zugleich schwächeren März-Daten sind überwiegend kalendarisch bedingt und spiegeln die in diesem Jahr späteren und längeren Neujahrsfeiertage wider. Saisonbereinigt zeigen die Zahlen trotz anhaltender Störungen im Schiffsverkehr in der Golfregion auch im März eine weiter zunehmende Dynamik. Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung weniger zyklisch als vielmehr strukturell geprägt scheint. Eine sich verstetigende Exportdynamik könnte auch zur Stabilisierung der chinesischen Aktienmärkte beitragen. Nach der jüngsten Erholung haben die an Chinas Festlandbörsen notierten Aktien (sogenannte A-Aktien) die seit Beginn des Iran-Krieges angefallenen Verluste nahezu vollständig aufgeholt und sich damit deutlich besser entwickelt als andere Märkte der Region.