Gudesstraße 3- 5

29525 Uelzen

0581 / 973 696 00

Der Clubfonds-Ticker
Gudesstraße 3- 5

29525 Uelzen

0581 / 973 696 00

Heute einmal kein Theater aus dem Weißen Haus

Nachdem wir uns in der jüngeren Vergangenheit ständig mit Gewalt, Krieg, Sanktionen, Gegensanktionen etc. befassen mussten, die stets durch die US-Administration hervorgerufen wurden, lassen wir dieses Thema heute einfach einmal beiseite.

Fangen wir mit der Zukunft der Altersvorsorge an, deren Grundlagen jetzt in der Gegenwart gelegt werden.

Das geplante Altersvorsorgedepot der Bundesregierung soll die nicht gerade erfolgreiche Riester-Rente mit teils hohen Förderungen ablösen und damit einen neuen Anreiz für den langfristigen Vermögensaufbau setzen. Je nach Sparleistung und Lebenssituation summieren sich die Zulagen schnell auf mehrere Hundert Euro im Jahr.

Die höchste Förderung gibt es, wenn im Lauf eines Jahres 1.800 Euro oder monatlich 150 Euro angespart werden. Dann gibt der Bund 540 Euro dazu. Besonders Familien profitieren, weil zusätzliche Kinderzulagen das investierte Kapital spürbar erhöhen. Bei zwei Kindern werden aus 1.800 Euro Eigenleistung 2.940 Euro, die investiert werden. Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes, renditeorientiertes Vorsorgeprodukt, das ab 2027 die Riester-Rente ablösen soll und in ETFs, Fonds und Anleihen investiert.

Die Bundesregierung will ein kostengünstiges, einfaches, transparentes und gut erklärbares Angebot an neuen privaten Altersvorsorgeprodukten ermöglichen. Es soll eine breite Bevölkerungsschicht motivieren, zur Sicherung des Lebensstandards im Alter in die private Altersvorsorge zu investieren. Damit diese Produkte höhere Renditen in der Ansparphase erzielen können, sollen die Kriterien, die bisher für die Zertifizierung eines Altersvorsorgevertrages gelten, neu gefasst werden, heißt es.

Neben sicherheitsorientierten Garantieprodukten mit garantiertem Kapital zu Beginn der Auszahlungsphase soll auch ein förderfähiges und zertifiziertes Altersvorsorgedepot „ohne Garantie“ zugelassen werden (aber erst einmal die Bürokratie erledigen, liebe Anbieter!), in dessen Vertragsrahmen in Fonds, aber auch in andere für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger geeignete Anlageklassen investiert werden kann.

Warten wir also ab, was da neben dem staatlichen Fonds mit dem Bundesadler noch so Schönes auf den Markt kommen wird.

Was der Markt bereits – neben den Konflikten in der Welt – einpreist, ist der Beginn der Berichtssaison zum ersten Quartal. In den USA zeichnet sich eine insgesamt solide Entwicklung ab. Anleger sind daraufhin verstärkt in Technologiewerte zurückgekehrt.

Am Dienstag jedenfalls konzentrierten sich die Käufe vor allem auf Softwarewerte, die in den vergangenen Monaten massiv unter Druck geraten waren.

Diese Risikobereitschaft mag angesichts der These, dass KI das Softwaregeschäft unter Druck setzt, zunächst überraschend wirken. Tatsächlich handelt es sich jedoch eher um einen kurzfristigen Trade: Die Ergebnisse des ersten Quartals dürften noch keine nennenswerten Schäden widerspiegeln – unabhängig davon, ob solche Effekte mittelfristig erwartet werden. Da die Erwartungen weiterhin vergleichsweise niedrig sind, besteht Spielraum für eine kräftige Erholungsrally nach dem zuvor massiven Ausverkauf der letzten Zeit.

Nicht ganz so gut lief es für den Luxusvertreter in unseren Clubfonds. Der Konzern aus Paris erzielte in den ersten drei Monaten einen Umsatz von 19,12 Milliarden Euro. Damit blieb LVMH hinter der Konsensschätzung von 19,6 Milliarden Euro zurück. Das organische Wachstum belief sich auf lediglich ein Prozent, während Experten ein Plus von knapp zwei Prozent prognostiziert hatten. Besonders die Schlüsselsparte Mode und Lederwaren enttäuschte: Hier sank der organische Umsatz um zwei Prozent, was deutlich schlechter ausfiel als die erwartete Stagnation. Unbereinigt brach der Erlös in dieser wichtigsten Sparte sogar um neun Prozent auf 9,2 Milliarden Euro ein. Der Konzern machte unter anderem den Konflikt im Nahen Osten für einen negativen Effekt von rund einem Prozent auf das organische Quartalswachstum verantwortlich. Einzig der US-Markt lieferte mit einem organischen Plus von drei Prozent einen Lichtblick und übertraf die Analystenerwartungen von 2,9 Prozent leicht. In Europa und Japan stützte die lokale Nachfrage das Ergebnis, konnte jedoch die geringeren Ausgaben von Touristen nicht vollständig kompensieren. Ganz grob gesagt: Luxus und Krieg passen nicht zusammen – aber das wissen wir schon aus anderen Konflikten.

Magenta-Konzern bricht ein? War die Telekom nicht auf einem aufsteigenden Ast? Vielleicht nicht mehr ganz so, denn der drastische Kurssturz hat einen konkreten Auslöser: Die US-Bank JPMorgan warnt vor aufziehenden Wolken auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Analyst Akhil Dattani verweist auf den Konkurrenten AT&T, der sein Tarifportfolio massiv angepasst hat. Das signalisiert einen verschärften Preiskampf. Für unseren Clubfondswert ist das hochgefährlich, da die Tochter T-Mobile US mittlerweile über 60 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert. Jede Margenschwäche in den USA trifft unmittelbar das Herzstück des Konzerns. Dass Starinvestor Warren Buffett seine Position bei T-Mobile US bereits im zweiten Quartal 2025 vollständig liquidiert hat, wirkt im Nachgang wie ein frühes Warnsignal. Die Sorge vor einer Wachstumsdelle jenseits des Atlantiks wiegt derzeit schwerer als die gewohnte defensive Stabilität der Aktie. Am 13. Mai, dem Tag der Quartalszahlen, werden wir mehr erfahren.

Im Reich der Mitte hat sich ebenfalls etwas Positives getan. Chinas Exporte legten im ersten Quartal um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und erzielten damit das stärkste Quartalswachstum seit etwa vier Jahren. Die zugleich schwächeren März-Daten sind überwiegend kalendarisch bedingt und spiegeln die in diesem Jahr späteren und längeren Neujahrsfeiertage wider. Saisonbereinigt zeigen die Zahlen trotz anhaltender Störungen im Schiffsverkehr in der Golfregion auch im März eine weiter zunehmende Dynamik. Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung weniger zyklisch als vielmehr strukturell geprägt scheint. Eine sich verstetigende Exportdynamik könnte auch zur Stabilisierung der chinesischen Aktienmärkte beitragen. Nach der jüngsten Erholung haben die an Chinas Festlandbörsen notierten Aktien (sogenannte A-Aktien) die seit Beginn des Iran-Krieges angefallenen Verluste nahezu vollständig aufgeholt und sich damit deutlich besser entwickelt als andere Märkte der Region.

Neues von unseren NDAC-Clubfondswerten: heute Coca-Cola

Defensive Schwergewichte aus dem Consumer-Staples-Segment, also dem Konsumgüterbereich, bleiben angesichts der schwierigen geopolitischen Gemengelage weiterhin als „sichere Häfen“ gefragt.

Hier kristallisiert sich unser NDAC-Clubfondswert Coca-Cola an den Märkten als einer der Favoriten heraus. Dank seines starken Kernmarkenportfolios und neuer, margenträchtigerer Produktsegmente rund um die Premium-Milchmarke Fairlife ist Coca-Cola gut aufgestellt, um sich auch im aktuell schwierigen Marktumfeld erfolgreich behaupten zu können. Da viele Verbraucher trotz des inflationären Umfelds bereit sind, für ihre Lieblings-Softdrinks etwas tiefer in die Tasche zu greifen, kann Coca-Cola seine Preissetzungsmacht voll ausspielen, was in Verbindung mit den erfolgreich umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen höhere Margen verspricht.

Coca-Cola konnte sich zuletzt trotz des weiterhin inflationären Umfelds und der eher verhaltenen Konsumnachfrage insgesamt gut behaupten. Dies belegen die jüngsten Zahlen für das abgelaufene vierte Quartal, in dem unser Wert mit einem organischen Umsatzwachstum von fünf Prozent aufwarten konnte. Dabei überzeugte Coca-Cola sowohl beim Konzentratvolumen (+ vier Prozent) als auch beim Getränkeabsatz (Case Volume, + ein Prozent), während man mit Blick auf die insgesamt weiterhin trübe Konsumnachfrage weitgehend auf kräftige Preiserhöhungen (konzernweit: + ein Prozent) verzichtet hatte.

Die starke Performance war vor allem dem Coca-Cola-Zero-Segment zu verdanken, das mit einem Absatzplus von 13 Prozent einmal mehr überzeugen konnte. Gerade in wichtigen Schlüsselmärkten wie den USA und Lateinamerika punktete Coca-Cola mit einem Absatzplus von einem beziehungsweise zwei Prozent. In der EMEA-Region (Europa, Afrika und der Nahe Osten) verzeichnete der Konzern ebenfalls ein Umsatzplus von zwei Prozent.

Mittelfristig will unser Clubfondswert seinen Absatz vor allem durch kleinere Verpackungsformate steigern. Hier ist man seit Anfang des Jahres mit sogenannten Mini-Cans (7,5-oz-Einzeldosen ab 1,29 US‑Dollar) in Convenience-Stores und Supermärkten erfolgreich, insbesondere bei preissensiblen Verbrauchern. Neben populären Kernmarken setzt man auch auf Produktvariationen wie Coca-Cola Cherry Float, was vor allem beim jüngeren Publikum gut ankommt.

Jetzt wird auch noch Milch bei Coca-Cola angeboten – und das sehr erfolgreich. Das hätte Ihr Autor auch nicht gedacht.

Als einer der Hauptumsatzträger im Hochpreissegment erweist sich für Coca-Cola aktuell die Premium-Milchmarke Fairlife. Dank eines innovativen Filterverfahrens bietet Fairlife im Vergleich zu herkömmlicher Milch 50 Prozent mehr natürliches Protein und Calcium, während der Milchzuckergehalt um knapp 50 Prozent reduziert wird. Da Fairlife laktose- sowie glutenfrei ist und keine künstlichen Wachstumshormone enthält, hat sich die Marke als Premium-Milchalternative für gesundheitsbewusste Verbraucher etabliert.

Dies beschert unserem Wert im Milchsegment überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten. Im abgelaufenen Fiskaljahr verzeichnete man erneut zweistellige Umsatzzuwächse. Dank neuer Produktvariationen hat sich Fairlife auch im Megamarkt für Fitnessprodukte etabliert. Coca-Cola vermarktet hier unter anderem Core Power Protein-Shakes sowie Nutrition-Plan-Shakes mit überdurchschnittlich hohem Calcium- und Eiweißgehalt. Um der enormen Nachfrage gerecht zu werden, sollen die Produktionskapazitäten massiv erweitert werden. Geplant ist eine Investition von rund 650 Millionen US‑Dollar in den Ausbau des Fairlife-Werks in Michigan.

Mittelfristig soll die Produktpalette von Fairlife mit Ballaststoffen und funktionalen Zusätzen wie Ashwagandha oder Pilzextrakten zu einem „Wellness-Getränk“ weiter ausgebaut werden. Ashwagandha ist vor allem für seine Fähigkeit bekannt, Stress zu reduzieren sowie die psychische und physische Gesundheit zu verbessern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die EFSA (European Food Safety Authority) bislang keine dieser Wirkungsweisen offiziell über sogenannte „Health Claims“ bestätigt hat.

Frische Impulse verspricht beim Softdrink-Giganten zudem der Wechsel an der Führungsspitze. Mit Henrique Braun übernahm der langjährige COO (Chief Operating Officer, verantwortlich für das operative Geschäft) das Zepter beim Traditionskonzern. Braun ist seit dem 31. März dieses Jahres CEO unseres Clubfondswertes. Er will Coca-Cola durch den verstärkten Einsatz von KI-Applikationen fit für die Zukunft machen und in Verbindung mit weiteren Kostensenkungsmaßnahmen die Margen zusätzlich verbessern.

Braun machte zuletzt auf Analystenkonferenzen unmissverständlich klar, dass er Coca-Cola auch durch gezielte Zukäufe weiter stärken und mit Produktinnovationen punkten will. Ein Kernthema ist die Neuausrichtung des Portfolios: Unrentable Marken sollen eingestellt, während erfolgversprechende Linien wie Fairlife gezielt ausgebaut werden. Gleichzeitig soll das Angebot stärker auf neue Trends wie „Sugar-Free“ oder „Zero-Caffeine“ ausgerichtet werden. KI spielt bei der Umsetzung eine zentrale Rolle, um auf Basis von Datenanalysen besser auf Konsumentenwünsche einzugehen und die gesamten Abläufe – von der Produktion über die Logistik bis hin zu den Abfüllern – digital zu synchronisieren.

Dank cleverem Marketing, der neuen Mini-Can-Formate im Kerngeschäft und der Expansion im margenstarken Fairlife-Segment dürften die Konsenserwartungen weiter steigen. Aktuell rechnet der Markt für 2026 mit einem Gewinn je Aktie (EPS) von 3,23 US‑Dollar, für 2027 werden knapp 3,50 US‑Dollar erwartet. Damit sinkt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2027er-Schätzungen auf rund 22, während die Dividendenrendite mit etwa 2,8 Prozent weiterhin attraktiv ausfällt.

Heute einmal kein Theater aus dem Weißen Haus

Nachdem wir uns in der jüngeren Vergangenheit ständig mit Gewalt, Krieg, Sanktionen, Gegensanktionen etc. befassen mussten, die stets durch die US-Administration hervorgerufen wurden, lassen wir dieses Thema heute einfach einmal beiseite.

Fangen wir mit der Zukunft der Altersvorsorge an, deren Grundlagen jetzt in der Gegenwart gelegt werden.

Das geplante Altersvorsorgedepot der Bundesregierung soll die nicht gerade erfolgreiche Riester-Rente mit teils hohen Förderungen ablösen und damit einen neuen Anreiz für den langfristigen Vermögensaufbau setzen. Je nach Sparleistung und Lebenssituation summieren sich die Zulagen schnell auf mehrere Hundert Euro im Jahr.

Die höchste Förderung gibt es, wenn im Lauf eines Jahres 1.800 Euro oder monatlich 150 Euro angespart werden. Dann gibt der Bund 540 Euro dazu. Besonders Familien profitieren, weil zusätzliche Kinderzulagen das investierte Kapital spürbar erhöhen. Bei zwei Kindern werden aus 1.800 Euro Eigenleistung 2.940 Euro, die investiert werden. Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes, renditeorientiertes Vorsorgeprodukt, das ab 2027 die Riester-Rente ablösen soll und in ETFs, Fonds und Anleihen investiert.

Die Bundesregierung will ein kostengünstiges, einfaches, transparentes und gut erklärbares Angebot an neuen privaten Altersvorsorgeprodukten ermöglichen. Es soll eine breite Bevölkerungsschicht motivieren, zur Sicherung des Lebensstandards im Alter in die private Altersvorsorge zu investieren. Damit diese Produkte höhere Renditen in der Ansparphase erzielen können, sollen die Kriterien, die bisher für die Zertifizierung eines Altersvorsorgevertrages gelten, neu gefasst werden, heißt es.

Neben sicherheitsorientierten Garantieprodukten mit garantiertem Kapital zu Beginn der Auszahlungsphase soll auch ein förderfähiges und zertifiziertes Altersvorsorgedepot „ohne Garantie“ zugelassen werden (aber erst einmal die Bürokratie erledigen, liebe Anbieter!), in dessen Vertragsrahmen in Fonds, aber auch in andere für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger geeignete Anlageklassen investiert werden kann.

Warten wir also ab, was da neben dem staatlichen Fonds mit dem Bundesadler noch so Schönes auf den Markt kommen wird.

Was der Markt bereits – neben den Konflikten in der Welt – einpreist, ist der Beginn der Berichtssaison zum ersten Quartal. In den USA zeichnet sich eine insgesamt solide Entwicklung ab. Anleger sind daraufhin verstärkt in Technologiewerte zurückgekehrt.

Am Dienstag jedenfalls konzentrierten sich die Käufe vor allem auf Softwarewerte, die in den vergangenen Monaten massiv unter Druck geraten waren.

Diese Risikobereitschaft mag angesichts der These, dass KI das Softwaregeschäft unter Druck setzt, zunächst überraschend wirken. Tatsächlich handelt es sich jedoch eher um einen kurzfristigen Trade: Die Ergebnisse des ersten Quartals dürften noch keine nennenswerten Schäden widerspiegeln – unabhängig davon, ob solche Effekte mittelfristig erwartet werden. Da die Erwartungen weiterhin vergleichsweise niedrig sind, besteht Spielraum für eine kräftige Erholungsrally nach dem zuvor massiven Ausverkauf der letzten Zeit.

Nicht ganz so gut lief es für den Luxusvertreter in unseren Clubfonds. Der Konzern aus Paris erzielte in den ersten drei Monaten einen Umsatz von 19,12 Milliarden Euro. Damit blieb LVMH hinter der Konsensschätzung von 19,6 Milliarden Euro zurück. Das organische Wachstum belief sich auf lediglich ein Prozent, während Experten ein Plus von knapp zwei Prozent prognostiziert hatten. Besonders die Schlüsselsparte Mode und Lederwaren enttäuschte: Hier sank der organische Umsatz um zwei Prozent, was deutlich schlechter ausfiel als die erwartete Stagnation. Unbereinigt brach der Erlös in dieser wichtigsten Sparte sogar um neun Prozent auf 9,2 Milliarden Euro ein. Der Konzern machte unter anderem den Konflikt im Nahen Osten für einen negativen Effekt von rund einem Prozent auf das organische Quartalswachstum verantwortlich. Einzig der US-Markt lieferte mit einem organischen Plus von drei Prozent einen Lichtblick und übertraf die Analystenerwartungen von 2,9 Prozent leicht. In Europa und Japan stützte die lokale Nachfrage das Ergebnis, konnte jedoch die geringeren Ausgaben von Touristen nicht vollständig kompensieren. Ganz grob gesagt: Luxus und Krieg passen nicht zusammen – aber das wissen wir schon aus anderen Konflikten.

Magenta-Konzern bricht ein? War die Telekom nicht auf einem aufsteigenden Ast? Vielleicht nicht mehr ganz so, denn der drastische Kurssturz hat einen konkreten Auslöser: Die US-Bank JPMorgan warnt vor aufziehenden Wolken auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Analyst Akhil Dattani verweist auf den Konkurrenten AT&T, der sein Tarifportfolio massiv angepasst hat. Das signalisiert einen verschärften Preiskampf. Für unseren Clubfondswert ist das hochgefährlich, da die Tochter T-Mobile US mittlerweile über 60 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert. Jede Margenschwäche in den USA trifft unmittelbar das Herzstück des Konzerns. Dass Starinvestor Warren Buffett seine Position bei T-Mobile US bereits im zweiten Quartal 2025 vollständig liquidiert hat, wirkt im Nachgang wie ein frühes Warnsignal. Die Sorge vor einer Wachstumsdelle jenseits des Atlantiks wiegt derzeit schwerer als die gewohnte defensive Stabilität der Aktie. Am 13. Mai, dem Tag der Quartalszahlen, werden wir mehr erfahren.

Im Reich der Mitte hat sich ebenfalls etwas Positives getan. Chinas Exporte legten im ersten Quartal um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und erzielten damit das stärkste Quartalswachstum seit etwa vier Jahren. Die zugleich schwächeren März-Daten sind überwiegend kalendarisch bedingt und spiegeln die in diesem Jahr späteren und längeren Neujahrsfeiertage wider. Saisonbereinigt zeigen die Zahlen trotz anhaltender Störungen im Schiffsverkehr in der Golfregion auch im März eine weiter zunehmende Dynamik. Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung weniger zyklisch als vielmehr strukturell geprägt scheint. Eine sich verstetigende Exportdynamik könnte auch zur Stabilisierung der chinesischen Aktienmärkte beitragen. Nach der jüngsten Erholung haben die an Chinas Festlandbörsen notierten Aktien (sogenannte A-Aktien) die seit Beginn des Iran-Krieges angefallenen Verluste nahezu vollständig aufgeholt und sich damit deutlich besser entwickelt als andere Märkte der Region.

Neues von unseren NDAC-Clubfondswerten: Infineon

Infineon stellte am 31.03.2026 in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh sein erstes TLVR‑Quad‑Phase‑Leistungsmodul vor – ein Bauteil, das speziell für die Stromversorgung moderner KI‑Beschleuniger und GPUs entwickelt wurde. Hinter der Produktankündigung steckt eine klare Wachstumswette: Der Halbleiterhersteller richtet sich konsequent auf den boomenden Markt der KI‑Rechenzentren aus.

Das neue OptiMOS™ TDM24745T integriert vier Leistungsstufen, eine TLVR‑Induktivität sowie Entkopplungskondensatoren in einem Gehäuse von gerade einmal 9 × 10 × 5 Millimetern. Das Ergebnis ist eine Stromdichte von über 2 A/mm² – ein Wert, den bislang kein vergleichbares Modul am Markt erreicht. Für GPU‑ und KI‑Prozessoren, die immer höhere Kernstromschienen benötigen, ist das eine relevante Weiterentwicklung.

Interessanter noch als das Produkt selbst sind die dahinterstehenden Investitionspläne. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 sind rund eine halbe Milliarde Euro zusätzliche Investitionen geplant, insgesamt also etwa 2,7 Milliarden Euro, um die Fertigungskapazitäten für KI‑Rechenzentrums‑Stromversorgungen auszubauen. Der erwartete Umsatz in diesem Segment soll von etwa 1,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf rund 2,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2027 steigen – ein Zuwachs von knapp 67 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Infineon veranstaltete am 31. März 2026 den „We Power AI Day“ in Taipeh, bei dem Technologie‑ und Unternehmensverantwortliche über die nächste Generation von Leistungstechnologien diskutierten – der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort. Schließlich sind in Taiwan auch führende Halbleiterhersteller beheimatet. Das unterstreicht, wie ernst Infineon die strategische Neuausrichtung nimmt. Netzinfrastruktur soll in den kommenden Jahren als weiterer Wachstumstreiber hinzukommen.

Parallel zum Produktlaunch traten zum 1. April Preiserhöhungen für Power‑Switches und verwandte integrierte Schaltkreise in Kraft. Dies ist eine direkte Reaktion auf die steigende Nachfrage aus dem KI‑Infrastrukturbereich, die laut Unternehmen bereits spürbare Versorgungsengpässe verursacht. Nach Einschätzung Ihres Autors dürfte der Markt in den kommenden Monaten jedoch noch weitere Preiserhöhungen ermöglichen.

Drei operative Katalysatoren auf einmal: Infineon treibt seine Expansion im KI‑Infrastrukturmarkt mit einem neuen Leistungsmodul voran, erhöht gleichzeitig die Preise für bereits bestellte Produkte und eröffnet im Juli eine neue Chipfabrik in Dresden. Die Kombination dieser Schritte könnte den bisherigen Jahresausblick übertreffen.

Besonders aufhorchen lässt ein Detail aus einem Gespräch zwischen JPMorgan‑Analyst Sandeep Deshpande und Finanzvorstand Sven Schneider: Die ab April greifenden Preiserhöhungen seien im aktuellen Unternehmensausblick noch nicht berücksichtigt. Das schafft Spielraum für Aufwärtskorrekturen beim Quartalsbericht am 6. Mai, für den Analysten bereits einen Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro erwarten – nach 3,66 Milliarden Euro im Vorquartal.

Parallel dazu hat Infineon nach eigenen Angaben – wie bereits eingangs erwähnt – das erste Quad‑Phase‑Leistungsmodul mit TLVR‑Technologie der Branche vorgestellt. Das neue Modul TDM24745T integriert vier Leistungsstufen inklusive Induktor und Kondensatoren in einem kompakten Gehäuse und erreicht eine Spitzenstromkapazität von bis zu 320 Ampere. Die TLVR‑Architektur soll die benötigte Ausgangskapazität um bis zu 50 Prozent reduzieren. Wir sehen darin einen relevanten Vorteil für Betreiber von KI‑Serverfarmen, die angesichts weiter steigender Strompreise zunehmend auf Energieeffizienz achten müssen.

Anfang Juli folgt dann die Eröffnung der neuen Smart Power Fab in Dresden, wie CEO Jochen Hanebeck auf der Hauptversammlung bestätigte. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro – der höchsten Summe in der Unternehmensgeschichte – und rund 1.000 neuen Arbeitsplätzen ist das Werk ein zentraler Baustein der langfristigen Kapazitätsstrategie.

Die Konkurrenz schläft jedoch nicht: Die operative Stärke trifft auf wachsenden Wettbewerb. Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric unterzeichneten Ende März eine Absichtserklärung, in der eine mögliche Fusion ihrer Leistungshalbleiter‑Sparten geprüft wird. Eine solche Einheit käme auf rund 10 Prozent Weltmarktanteil und würde zur Nummer zwei hinter Infineon aufsteigen, das aktuell rund 17 Prozent hält, aber insbesondere im Siliziumkarbid‑Segment direkt ins Visier genommen wird. Die japanische Achse aus den drei genannten Unternehmen entwickelt sich damit zu einer ernstzunehmenden strategischen Herausforderung für unseren NDAC‑Clubfondswert.

Ob die neuen Preise, das Dresdner Werk und das TDM24745T‑Modul gemeinsam stark genug sind, um eine mögliche Schwäche außerhalb des Rechenzentrumssegments zu kompensieren, wird der Quartalsbericht am 6. Mai zeigen. Bloomberg zufolge rechnet Infineon damit, die rechenzentrumsbezogenen Umsätze von rund 1,5 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr bis 2027 auf etwa 2,5 Milliarden Euro auszubauen. Ein Wachstumspfad, der mit dem Mai‑Bericht erstmals konkret messbar wird.

Die Aktie von Infineon ist dynamisch ins neue Jahr gestartet. Ende Februar erreichte der Titel nach einer Rally von rund 25 Prozent mit 48,23 Euro den höchsten Stand seit etwa 25 Jahren. Anschließend folgte jedoch ein deutlicher Rücksetzer. Die gute Nachricht: Die nächste Aufwärtswelle könnte bereits in den Startlöchern stehen. Auslöser des Zwischenspurts zu Jahresbeginn war vor allem die Fantasie rund um das boomende Geschäft mit KI‑Chips für die Stromversorgung von Rechenzentren. Beim Schreiben dieser Zeilen (nach dem Waffenstillstand!) sprang unser Wert um 11,63 Prozent auf 42,72 Euro nach oben. Zudem erwartet Vorstandschef Jochen Hanebeck künftig kräftige Impulse durch humanoide Roboter. Seine Prognose: „Das könnte ein Wachstumsfeld werden, wie es heute die Leistungshalbleiter für KI‑Rechenzentren sind.“ Humanoide zählen laut Hanebeck zu den Systemen mit dem höchsten Halbleiterbedarf in der Technologiebranche.

Waffenstillstand, war da wieder was?

Es machte zumindest den Eindruck, als wäre das alles eher knapp gewesen. Wie knapp und vor allem für wen, lässt sich allerdings aus der Ferne kaum beurteilen. Ein US‑Präsident, der anderen Völkern mit der kompletten Auslöschung droht, ist jedenfalls ein starkes Stück. Diesmal dürfte es selbst dem DJT schwerfallen, das als Sieg zu verkaufen. Versuchen wird er es zweifelsohne – wie immer.

Die Frage bleibt, wie lange der von Pakistan vermittelte Waffenstillstand hält. Während es in den USA eine doch recht eindeutige und funktionierende Kommandostruktur geben dürfte, sodass wir davon ausgehen können, dass sich die Truppe an Befehle hält, ist das im Iran nicht ganz so sicher. Zwischen den Revolutionsgarden, der Hisbollah, den Huthi und wer dort sonst noch irgendwelche Interessen hat, besteht gefühlsmäßig ein bisschen mehr Platz für Interpretationen. Israel ist dann noch einmal eine völlig andere Nummer.

Schauen wir also einmal, was wann und wo in den nächsten zwei Wochen passiert. Jedenfalls dürfte sich die Angelegenheit positiv für Pakistan auswirken. Wir erinnern uns: Eigentlich standen dort auch die Zeichen auf Sturm bzw. auf Krieg mit dem Nachbarn Indien. Davon dürfte Pakistan aktuell eher zugunsten des höheren Ziels absehen – was natürlich gut für alle Beteiligten ist, aber für die Verantwortlichen in Islamabad wohl noch einmal mehr Bedeutung hat. Der Rest der Welt rotiert derzeit wahrscheinlich zwischen Strategien, Szenarien und opportunistischen Vorstößen auf allen Ebenen.

Sicher müssen wir auch feststellen: Der Mann im Weißen Haus ist nicht mehr vertrauenswürdig. In diesem Fall war das sogar gut für die Welt. Nur irgendwann wird die Welt den Ultimaten des großen Don keinen Glauben mehr schenken.

Und was lernen wir daraus?

Erstens, dass die USA wohl einen weiteren Krieg nicht gewinnen werden. Das macht insofern nichts, weil das seit dem Zweiten Weltkrieg ohnehin die völlige Ausnahme gewesen wäre, sie es also gewöhnt sein müsste. Und zweitens, dass es am Ende auch im Jahr 2026 – bei all den wissenschaftlichen Erkenntnissen und wirtschaftlichen (Weiter‑)Entwicklungen, tief im 21. Jahrhundert – noch immer um den Schmierstoff der Welt geht: Erdöl.

Positiv ist drittens zu vermerken, dass die Dichte an Wahnsinnigen an den Hebeln der Macht in den letzten Jahrzehnten zwar deutlich zugenommen hat, aber Hopfen und Malz scheinbar noch nicht gänzlich verloren sind, weil es am Ende immer noch Kräfte gibt, die zumindest versuchen, sich vernünftig zu verhalten. Ja, und nur so nebenbei bemerkt: Der Friedensnobelpreis ist für den Don auch nicht mehr erreichbar.

Allerdings werden sich die Iraner – konkret gesagt die dort an der Macht agierenden Revolutionsgarden – einen Markt erschlossen haben. Ähnlich den Raubrittern wollen sie nun mit Sperrungen der Straße von Hormus ein bisschen Kleingeld mittels einer Maut verdienen, die Waren weiter verteuert, die Inflation anheizt und die Notenbanken verzweifeln lässt. Das Research‑Haus Gavekal analysiert die Einführung einer faktischen „Transitgebühr“ durch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus als neues geopolitisches und ökonomisches Risiko. Berichten zufolge gewährt das IRGC Schiffen „freundlicher“ Staaten nach Zahlung hoher Gebühren – teils bis zu zwei Millionen Dollar pro Passage, abrechenbar in Renminbi oder Kryptowährungen – einen sicheren Transit, während andere Schiffe weiterhin Angriffen ausgesetzt sind. Das sind wirklich keine Peanuts.

Sollte sich dieses Modell etablieren, hätte dies erhebliche langfristige Folgen. Für den Ölmarkt impliziert die Gebühr rechnerisch einen Aufschlag von rund fünf Dollar pro Barrel für Golf‑Öl und etwa einem Dollar pro Barrel auf die globalen Benchmarks. Zudem entstünde für das IRGC ein potenzielles jährliches Zusatzeinkommen von bis zu 50 Milliarden Dollar – allerdings nicht für das iranische Volk.

Strukturell beschleunigt dies die Umgehung maritimer Engpässe durch neue Pipelineprojekte, schwächt Umschlagzentren am Persischen Golf und erhöht den Anreiz zur Diversifizierung von Energiequellen, insbesondere in Asien. Weit weniger harmlos ist dagegen der entstandene Präzedenzfall: Eine Duldung der Gebühren untergräbt das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und könnte weltweit zu ähnlichen Abgaben an zentralen maritimen Nadelstellen führen – mit erheblichen Belastungen für den globalen Handel und das Wirtschaftswachstum.

Der ewige Wettbewerb zwischen Value‑ und Growth‑Werten ist um ein neues Kapitel reicher geworden. Seit Ende Oktober haben Substanzwerte in den Industrieländern deutlich besser abgeschnitten als Wachstumsaktien. Die Gesamtrendite des MSCI World Value liegt in diesem Zeitraum mehr als 15 Prozentpunkte vor der des MSCI World Growth. Substanzwerte stehen bekanntlich für niedrigere Bewertungen, vergleichsweise robuste Geschäftsmodelle und attraktive Dividendenrenditen. Höhere Bewertungen von Wachstumstiteln spiegeln hingegen die Erwartungen an starkes zukünftiges Gewinnwachstum wider. Wohl dem, der diese Entwicklung in seinem Depot nachvollziehen konnte.

Europäische Halbleiter‑Start-ups haben im vergangenen Jahr Finanzierungen in Rekordhöhe von 972 Millionen Euro erhalten. Seit Jahresbeginn sind weitere 380 Millionen Euro hinzugekommen. Bisher hinkte Europa den USA und Asien im Bereich der Halbleiter hinterher, doch zunehmende geopolitische Spannungen und das Wachstum von KI sorgen dafür, dass das Bestreben nach Selbstversorgung bei kritischen Technologien wächst. Die weltweite Halbleiterindustrie könnte in diesem Jahr erstmals einen globalen Umsatz von einer Billion Dollar erwirtschaften. Es wird geschätzt, dass der jährliche Umsatz bis 2030 auf 1,6 bis 1,8 Billionen Dollar steigen könnte.

Außerhalb des Halbleitersektors hat das Risikokapital für europäische Hardware‑Start-ups ebenfalls neue Höchststände erreicht: Im Jahr 2025 wurden rund 2,7 Milliarden Euro investiert – mehr als doppelt so viel wie 2024. Mit Fortschritten in der KI, insbesondere bei physischen Modellen und Hardware, wird die Bedeutung dieser Technologien weiter steigen. Europa mit seinem starken Ingenieurwesen und seiner tiefen industriellen Tradition ist bestens positioniert, eine führende Rolle im Hardwarebereich einzunehmen. Risikobewusste, langfristig orientierte Anleger sollten in Wachstumswerte investieren, denn das Verhältnis zwischen Substanz‑ und Wachstumswerten wechselt ständig an den Märkten – wie wir wissen.

Neues von unseren NDAC‑Clubfondswerten: Microsoft

Die meisten verkauften Rechner laufen weiterhin mit Windows in seinen verschiedenen Versionen; einige sind zwar mit Linux ausgestattet, doch das bildet nach wie vor die Minderheit.
Das könnte sich nun ändern: Microsoft bekommt ernst zu nehmende Konkurrenz – aus Europa.

Unter der Federführung der Branchengrößen IONOS und Nextcloud wurde in Berlin eine neue europäische Initiative vorgestellt, die eine eigene freie Office‑Suite namens „Euro‑Office“ entwickelt.
IONOS ist ein führender europäischer Internet‑ und Cloud‑Anbieter mit Sitz in Montabaur und Teil der United Internet AG. Nextcloud ist eine auf einem ownCloud‑Fork basierende freie Software für das Speichern und Verwalten von Dateien, Kalendern, Kontakten und weiteren Daten auf einem Server.
Warten wir ab, inwieweit sich diese neue Software gegen etablierte Anbieter durchsetzen kann.

Starke Zahlen im zweiten Quartal 2026

Die Microsoft Corporation hat für das zweite Quartal ihres Geschäftsjahres 2026 starke Ergebnisse vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen:

  • Gewinn: 4,14 USD (Erwartung: 3,93 USD)
  • Umsatz: 81,3 Mrd. USD (Erwartung: 80,23 Mrd. USD)

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 17 %, maßgeblich getragen durch das Cloud‑Segment. Strategische Investitionen in KI‑ und Cloud‑Infrastruktur stärken Microsofts Wettbewerbsposition deutlich.

Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 80,65 und 81,75 Mrd. USD, was einem Wachstum von 15–17 % entspricht.
Die Bruttomarge der Microsoft Cloud soll bei etwa 65 % liegen, während Azure währungsbereinigt um 37–38 % wachsen soll.
Microsoft investiert intensiv in KI‑Rechenleistung und Fachkräfte, um weiteres Wachstum voranzutreiben.

CEO Satya Nadella betonte das enorme Potenzial der KI und erklärte:

„Wir befinden uns in der Anfangsphase der KI‑Verbreitung und ihrer weitreichenden Auswirkungen auf das BIP.“

Zudem hob er hervor, dass Microsoft zunehmend auf Effizienzkennzahlen wie „Token pro Watt pro Dollar“ optimiert.


Risiken und Herausforderungen

Trotz der starken Fundamentaldaten sieht sich Microsoft aktuell einer Reihe von Risiken gegenüber:

  • Lieferkettenprobleme könnten Verfügbarkeit und Kosten von Hardware beeinflussen.
  • Zunehmender Wettbewerb im Cloud‑ und KI‑Bereich drückt auf die Margen.
  • Makroökonomische Unsicherheiten könnten Budgets für KI‑Investitionen und IT‑Erneuerungen beeinträchtigen.
  • Regulatorische Prüfungen in mehreren Märkten stellen operative Risiken dar.
  • Fachkräftemangel und steigende Lohnkosten belasten die gesamte IT‑Branche.

Während des Earnings Calls fragten Analysten nach der Kapitalallokation, insbesondere im Bereich KI und Cloud. Microsoft erläuterte seine Halbleiterstrategie (Maia‑ und Cobalt‑Chips) sowie den Fokus auf langfristige Verträge, Auslastung und die strategische Rolle der KI in Unternehmensprozessen.

Ende des Monats folgt der nächste Quartalsbericht – er wird zeigen, wie gut Microsoft diese Herausforderungen bewältigt.


Die Aktie: Schwächerer Kursverlauf trotz Top‑Kennzahlen

Nach Jahren der Stärke zeigt sich 2026 ein anderes Bild: Die Microsoft-Aktie befindet sich in einer schwierigen Phase.
Trotz hoher Umsätze, Cloud‑Wachstum und massiver KI‑Investitionen rutscht der Kurs immer wieder ab. Mehrere Marktberichte sprechen von:

  • anhaltender Schwäche,
  • tiefroten Kursbewegungen,
  • neuen Mehrmonats- oder Jahrestiefs.

Ein wesentlicher Grund: das enorme Engagement im KI‑Bereich.
Diese Investitionen versprechen langfristig enormes Potenzial, belasten jedoch kurzfristig die Margen – viele Anleger beziehen dies bewusst in ihre Bewertung ein.

Auch die enge Verbindung zu OpenAI spielt eine Rolle:
Die Partnerschaft ist strategisch wertvoll, birgt aber Risiken. Sollten sich Umsätze, Innovationen oder der ROI verzögern, trifft dies unmittelbar Microsofts Bewertung.


Warum Microsoft trotz Kursrückgang attraktiv bleibt

Trotz der aktuellen Kursprobleme gibt es fundamentale Gründe, warum viele Anleger Microsoft weiterhin positiv sehen:

  • Microsoft ist einer der größten Software- und Cloud‑Provider weltweit.
  • Umsatz und Gewinn, insbesondere in Cloud‑Services und KI‑Anwendungen, wachsen weiterhin kräftig.
  • Die Nachfrage nach digitalen Lösungen bleibt global hoch.
  • Europas Bestrebungen nach „technologischer Eigenständigkeit“ ändern an Microsofts globaler Bedeutung wenig.

Langfristig bleibt Microsoft ein zentraler Akteur der digitalen Wirtschaft – und damit ein strategisch wichtiger Wert im NDAC‑Clubfonds.

Sinnloser Krieg und erste Folgen

Die USA in einen völlig sinnlosen Krieg hineinzuziehen, ist an sich schon ein starkes Stück. Anschließend jedoch alles kurz und klein zu schlagen und dem Rest der Welt sinngemäß ein herzhaftes „Go f*** yourself – seht zu, wie ihr künftig an euer Öl kommt“ entgegenzurufen, lässt viele Anleger fassungslos zurück – glücklicherweise aber nicht sprachlos.
Dem allgemeinen Rechtsverständnis folgend müsste man eigentlich Schadenersatzansprüche geltend machen können – Stichwort Verursacherprinzip.


Wie dem auch sei: Der Schaden ist angerichtet (DT, letzte Woche ;-)). Die Kosten werden wir wohl alle tragen müssen – einschließlich der Konsumenten in den USA. Hoffen wir, dass die US‑Demokratie stark genug ist, um hier eine umfassende politische Abrechnung zu ermöglichen. Gelegenheit dazu gäbe es im November. Sollte die Wahl überhaupt stattfinden – dem Mann im Weißen Haus traut der Autor nicht allzu sehr über den Weg.

Natürlich wird sich erst zeigen, was tatsächlich vor sich geht. Doch solange sich der Preis für den Schmierstoff der Welt um die 100‑Dollar‑Marke bewegt, braucht es keine mathematischen Genies, um auszurechnen, dass dies das globale Wirtschaftsgefüge auf längere Zeit durcheinanderwirbeln wird. Die EZB, die kraft ihres Mandats die Inflation um die zwei Prozent halten muss, hat bereits erhebliche Bedenken geäußert. Wenn sich der Inflationsnebel nicht wie erhofft lichtet, wird sie die derzeit nicht besonders restriktive Geldpolitik spürbar straffen müssen. Eine Zinserhöhung im Euroraum wäre die Folge – und das wäre weder gut für die hiesige Staatsverschuldung noch für die ohnehin schwache Konjunktur.

Kommt es zu nachhaltigem inflationärem Druck, werden überall die Zinsen angehoben – egal, wie es um die Wirtschaft steht. Das führt direkt zu weniger Konsum und geringeren Investitionen, was wiederum das ohnehin schon spärliche Wirtschaftswachstum – vor allem in Europa – weiter drückt. Das Ergebnis wäre eine tiefe Rezession mit steigender Arbeitslosigkeit. Die sozialen Spannungen nähmen zu, und populistische Parteien am linken wie rechten Rand, die für jedes Problem vermeintlich einfache Lösungen anbieten, würden weiteren Zulauf erhalten. Den Rest kennen wir aus der Geschichte.

Besonders erschreckend ist, dass in einer Zeit, in der jedem Menschen das gesammelte Wissen der Welt jederzeit und nahezu überall zur Verfügung steht, ein Großteil der Bevölkerung lieber Trash‑TV schaut, statt sich kritisch mit Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Es sieht nicht so aus, als könnte das mittelfristig gutgehen – aber jeder hat nun einmal seine Vorlieben.

Wir beobachten die Lage mit professioneller Gelassenheit und warten ab. Während dieser Zeilen springen die Märkte wieder an, was den Blick auf die Kurse etwas beruhigt. Da wir in Europa bislang – den Schicksalsgöttinnen sei Dank – nicht oder nur geringfügig in den physischen Konflikt hineingezogen wurden, bleibt uns ohnehin nur abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Die Regierungskoalition hat mit ihrem Vorhaben, ein staatlich organisiertes Altersvorsorgeprodukt einzuführen, die Finanzbranche in Aufregung versetzt. Viele Finanzdienstleister kritisieren, der Staat nähme eine ungesunde Doppelrolle ein: Regulator auf der einen, Anbieter auf der anderen Seite. Diese Bedenken mögen ordnungspolitisch nachvollziehbar sein – unbegründet sind sie dennoch. Denn es geht um nicht weniger als die Zukunft der Altersvorsorge. Vielen Menschen muss der Weg zu einer zusätzlichen privaten Vorsorge geebnet werden. Die bestehenden Finanzdienstleister können diesen Weg sicher hervorragend begleiten – doch ein staatliches Produkt hat dennoch seine Berechtigung.

Beruhigen wir uns also zunächst. Fakt ist, dass die staatlich geförderte Riester‑Rente unter anderem deshalb scheiterte, weil Finanzdienstleister zu hohe Gebühren verlangten.

Viele Bürger, die ab dem 1. Januar 2027 gefördert vorsorgen wollen, betreten Neuland. Viele werden zum ersten Mal Geld am Aktienmarkt investieren. Das ist für viele ein großer Schritt – und oft mit der Angst vor Kursverlusten verbunden.

Ein Staatsprodukt wird Kursschwankungen nicht verhindern. Aber der Bundesadler auf dem Deckel wirkt verständlicherweise beruhigend auf Millionen neuer Anleger. Dass der Staat Anlagekompetenz besitzt, zeigt der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO), über den wir bereits mehrfach berichtet haben.

Neben dem Staatsprodukt wird ein großer Markt bestehen bleiben. Schon heute sind viele Banken und Broker mit Sparplänen startklar. Sie werden ihre Anleger finden, denn gerade unter jungen Menschen hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt: Mit Aktien wird die Rente sicherer.
Wenn dann noch eine staatliche Förderung von bis zu 540 Euro möglich ist, wird das weitere Anleger anziehen – auch zu privaten Anbietern. Ein staatliches Produkt als Benchmark wird für viele Finanzdienstleister eher Ansporn als Bedrohung sein. Wettbewerb belebt schließlich das Geschäft.

Und wer sagt denn, dass Vorsorgekunden bei einem einzigen Fonds bleiben müssen? Wenn Rendite und Kosten bei privaten Anbietern günstiger ausfallen als beim Staatsfonds, werden wir einen munteren Wettbewerb zwischen Staat und Privatwirtschaft erleben.

Neues von unseren NDAC-Clubfondswerten heute: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom wird immer attraktiver und entwickelt sich langsam tatsächlich zu einer Volksaktie – so, wie es ursprünglich schon beim Börsengang geplant war. Es hat jedoch etwas länger gedauert, bis auch die Anleger diese Einschätzung teilten.

Unser NDAC-Clubfondswert Deutsche Telekom präsentiert sich derzeit in einer äußerst robusten Verfassung, abgesehen von den aktuellen Verwerfungen an den Aktienmärkten. Die Aktie liefert den Anlegern gleich mehrere erfreuliche Nachrichten: Aktuell notiert sie stabil oberhalb von 30 Euro, gestützt durch die jüngst vorgelegten Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Besonders attraktiv für Anteilseigner ist die Ankündigung, die Dividende um stattliche 11 Prozent auf 1,00 Euro je Aktie anzuheben. Die Ausschüttung soll nach der Hauptversammlung am 1. April 2026 erfolgen.

Flankiert wird diese aktionärsfreundliche Politik von einem fortgesetzten Aktienrückkaufprogramm im Milliardenvolumen, das den Kurs zusätzlich stützt. Aufhorchen ließ der in Bonn beheimatete Konzern zudem Anfang des Monats auf dem Mobile World Congress durch die Bekanntgabe einer wegweisenden Partnerschaft mit der SpaceX-Tochter Starlink. Diese Kooperation soll ab 2028 ein hybrides Netz aus Mobilfunk- und Satellitentechnologie in Europa ermöglichen und zeigt, dass der traditionelle Telefonanbieter technologisch weiterhin am Puls der Zeit agiert.

Aus Sicht der Konzernführung um Vorstandschef Timotheus Höttges stehen die Zeichen klar auf fortgesetztem und profitablem Wachstum. Das Management erwartet für das laufende Jahr 2026 eine weitere Steigerung des bereinigten operativen Ergebnisses auf rund 47,4 Milliarden Euro. Während die äußerst erfolgreiche US-Tochter T-Mobile US weiterhin als massiver Cashflow-Lieferant – oder sollten wir besser „Cashcow“ sagen – fungiert, verweist die Führungsriege aktuell mit Stolz auf die spürbare Wiederbelebung und Stärke des lange Zeit trägen Heimatmarktes in Deutschland.

Der Konzern fokussiert sich strategisch bewusst auf den margenstarken, massiven Ausbau der Glasfaser- und 5G-Infrastruktur. Durch die konsequente Modernisierung des eigenen Portfolios, strikte Kostendisziplin und neue Allianzen in Zukunftstechnologien will die Telekom ihre Marktführerschaft festigen und die Abhängigkeit von reinen, oft hart umkämpften Preiskämpfen in der Mobilfunkbranche reduzieren.

In der aktuellen Marktphase bringt die Deutsche Telekom genau jene Eigenschaften mit, die in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld gefragt sind. Da zuverlässige Telekommunikation und schnelles Internet heute absolute Grundbedürfnisse für private Haushalte und essenzielle Werkzeuge für Unternehmen darstellen, fließen die Einnahmen des Konzerns selbst bei starken konjunkturellen Schwankungen äußerst verlässlich. Diese hohe Berechenbarkeit der Zahlungsströme macht die T-Aktie zu einer defensiven Beimischung in volatilen Zeiten, um die Schwankungen riskanterer Anlagen abzufedern.

Auf Dekadensicht weist das Papier der Deutschen Telekom einen Gewinn von durchschnittlich 8,2 Prozent p. a. aus. Eine Kapitalanlage von 10.000 Euro wäre damit auf 19.879 Euro angewachsen.

Übrigens: Bundesweit sind bereits 98 Prozent aller Telefonzellen abgebaut. Was nach einer Randnotiz klingt, markiert für die Deutsche Telekom einen strategisch wichtigen Schritt: Die Bereinigung teurer Altlasten schafft Spielraum für den Ausbau des 5G-Netzes – und das kommt auch an der Börse an.

Laut Zahlen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes vom März 2026 verfügen 75 Prozent aller Kommunen über keine öffentlichen Fernsprechanlagen mehr. Den endgültigen Abschluss des Projekts plant der Konzern für den 31. Dezember 2026, also etwas später als ursprünglich vorgesehen. Ursache für die Verzögerung sind operative Hürden: Stromabschaltungen erfordern aufwendige Tiefbauarbeiten, Frostphasen unterbrechen den Rückbau und kommunale Vorgaben variieren stark.

Die Kombination aus Kostenabbau und Netzinvestitionen spiegelt sich in der Kursentwicklung wider. Mit einem Plus von knapp 20 Prozent seit Jahresbeginn gehört die Telekom-Aktie zu den stärkeren Werten im deutschen Telekommunikationssektor.

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für die Deutsche Telekom von 40,00 auf 41,50 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight“ belassen. Noch optimistischer zeigt sich die US-Investmentbank Goldman Sachs: Sie hat ihr Kursziel von 40,00 auf 42,00 Euro erhöht und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Es ist zu erwarten, dass auch andere Analysten ihre Bewertungen in naher Zukunft anpassen werden.

Mit 32,00 Euro notiert das Papier derzeit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,53 Euro. Bei einer allgemeinen Erholung der Aktienmärkte ist damit zu rechnen, dass unser Clubfondswert ein neues Hoch markieren wird. Solange der 5G-Ausbau planmäßig voranschreitet und die Kostenbasis durch den Abbau weiterer Altlasten – darunter auch Altverbindlichkeiten – sinkt, dürfte das Papier seinen Ruf als verlässlicher Infrastrukturwert behalten.

Die attraktive und in den vergangenen Jahren stetig gewachsene Dividendenrendite von aktuell knapp 3 Prozent wirkt dabei wie ein solider Sicherheitspuffer – selbst wenn es an den Börsen einmal stürmischer zugeht, wie es derzeit häufiger zu beobachten ist.

Jetzt kommen die großen Reformen!?

Die beiden Landtagswahlen für die Regierungskoalition in Berlin sind gelaufen – ein wenig besser für die CDU und ganz schlecht für den kleinen Regierungspartner SPD. Wenn wir uns die Äußerungen der Politiker anhören, dann stellen wir fest: Jetzt müss(t)en sie eigentlich kommen, die großen Reformen der schwarz-roten Koalition. Oder doch nicht so richtig? Vielleicht erst im Frühjahr, wie jetzt bekannt wurde? Schließlich sind noch drei Landtagswahlen im Osten der Republik zu bestehen. Oder haben die etablierten Parteien den „blauen Osten“ schon ganz aufgegeben? Das ostdeutsche Phänomen der AfD hat ja schließlich auch im Westen des Landes Einzug gehalten.

Nun ja, da wären die nun konkreten Pläne zum Altersvorsorgedepot. Die Einigung zwischen den Regierungsparteien zum neuen Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich zu begrüßen. Insbesondere die Aufnahme der Selbstständigen ist ein Paradigmenwechsel. Positiv zu bewerten sind die sozialpolitischen Änderungen mit der Erhöhung der Grundzulage sowie die Anhebung der Kinderzulage.

Vollkommen unverständlich ist allerdings der Plan, dass der Staat ausgerechnet in der Säule der privaten Altersvorsorge ein Standardprodukt anbieten will. Dies führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Ob der Staat dem Sparer ohne eine Quersubventionierung der Kosten für Verwaltung und Vertrieb mehr Geld für seine Altersvorsorge erwirtschaften kann, darf bezweifelt werden. Zudem müssten (neue) bürokratische Strukturen aufgebaut werden, um die Komplexität des Altersvorsorgemarkts abbilden zu können. Will die Politik etwa die Mitarbeiter der staatlichen Zulagenstelle (Riester-Rente) mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beglücken? Von staatlichen Interessenkonflikten ganz zu schweigen, weil die Steuern in Zukunft nicht mehr so fließen werden wie zu „Milch-und-Honig-Zeiten“ der Vergangenheit.

Dass ein ausschließlich online angebotenes Standardprodukt ohne Beratung nicht zielführend ist, zeigt eine aktuelle Umfrage. Knapp drei Viertel der Deutschen kennen sich beim Thema Altersvorsorge nicht aus, und mehr als die Hälfte wünscht sich Unterstützung durch einen Berater. Hier könnten auch die öffentlich-rechtlichen TV-Sender eine große Rolle spielen. Dass wir schon mehrfach darauf hingewiesen haben, dass die Ausbildung in Finanzen, Börse und Steuern bereits in den Schulen verbessert werden muss, schenken wir uns jetzt.

Die Reform des Ehegattensplittings dürfte positive Effekte für den demografisch gebeutelten Arbeitsmarkt hervorbringen. Das Ehegattensplitting ist ein Verfahren, bei dem das gemeinsame Einkommen von Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern zusammengerechnet, halbiert und besteuert wird. Vor allem wenn es deutliche Gehaltsunterschiede bei Ehepaaren gibt, kann das erhebliche finanzielle Vorteile bringen – so sehr, dass ein Partner gar nicht arbeiten muss. Steuervorteile sollten ohnehin nicht an die standesamtliche Eheurkunde gebunden sein, sondern an die Zahl der kindergeldberechtigten Kinder (Familiensplitting). CDU und SPD wären überwiegend dafür, nur der Markus in München und seine CSU müssten noch überzeugt werden. Das kann natürlich dauern.

Die Regierung erwägt eine Anhebung der Mehrwertsteuer, um im Gegenzug die Einkommensteuer oder die Sozialbeiträge zu senken. Die Idee ist umstritten – auch wegen des Iran-Kriegs bzw. des zeitweise in Vergessenheit geratenen Ukraine-Krieges. Doch allen öffentlichen Absagen zum Trotz diskutieren Union und SPD in internen Runden nun doch darüber, die Mehrwertsteuer um zwei oder drei Prozentpunkte zu erhöhen. Die Anhebung wird als Teil eines Gesamtpakets geprüft, mit dem im Gegenzug die Einkommensteuer oder die Sozialbeiträge gesenkt würden. Das bestätigten mehrere Regierungsvertreter und Koalitionspolitiker dem Handelsblatt.

Auch der Vorschlag, die kostenlose Mitversicherung von Ehegatten auf den Prüfstand zu stellen, ist wohl noch nicht vom Tisch. Nach Informationen aus Koalitionskreisen sollen diese Personen künftig einen monatlichen Mindestbeitrag von rund 225 Euro entrichten. Davon würden etwa 200 Euro an die Krankenkasse und 25 Euro an die Pflegekasse fließen. Das Vorhaben betrifft dann etwa 2,5 bis 3 Millionen Bürger unseres Landes. Wenn dieser Personenkreis 225 Euro zahlen muss, stehen den Kassen rund 675 Millionen Euro im Monat zusätzlich zur Verfügung. Allerdings fehlt dieses Geld wiederum an anderer Stelle – nämlich beim dringend benötigten Binnenkonsum.

Wir werden sehen, was in den nächsten Tagen und Wochen dementiert wird oder eben auch nicht. Ob es Deutschland aus der Krise führt, bleibt abzuwarten. (Ihr Autor hat da wenig Hoffnung.) Für den Bürger wird es auf jeden Fall teuer werden.

Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert belassen; der Einlagensatz liegt weiterhin bei 2,00 Prozent. Im Mittelpunkt standen die neuen Stabsprojektionen sowie die Einschätzung inflationsseitiger Risiken infolge des Nahostkonflikts. Die aktualisierten Projektionen berücksichtigen Daten bis zum 11. März, als der Brent-Ölpreis etwa 92 US-Dollar je Barrel und der Erdgaspreis an der TTF-Terminbörse 50 Euro je Megawattstunde betrug. Die EZB erwartet für 2026 bis 2028 höhere Inflationsraten als in ihrer Dezember-Projektion. Sie rechnet nun mit einer durchschnittlichen Inflation von 2,6 Prozent im Jahr 2026 statt bisher 1,9 Prozent, was vor allem auf höhere Energiepreise zurückzuführen ist. Für 2027 und 2028 werden 2,0 bzw. 2,1 Prozent erwartet. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel wird bei 2,3 Prozent im Jahr 2026, 2,2 Prozent im Jahr 2027 und 2,1 Prozent im Jahr 2028 gesehen. Die Wachstumsprognosen wurden nach unten korrigiert, insbesondere für 2026 auf 0,9 Prozent. Nicht gerade tolle Aussichten – leider Realität.

Trotzdem bleiben Aktien das beste Mittel gegen die Inflation und damit auch für die Altersvorsorge.

Neues von unseren NDAC-Depotwerten – heute: Oracle

Unser NDAC-Clubfonds-Wert Oracle ist in den letzten zwölf Monaten eine regelrechte Achterbahn gefahren. Als sehr gehypter KI-Profiteur zunächst massiv gestiegen, folgte nach dem Allzeithoch im September 2025 ein brachialer Kurseinbruch. In den vergangenen Wochen deutet sich nun im Chart eine potenzielle Bodenbildung an – na ja, zumindest kurzfristig. Diese Annahme könnte eine positive Reaktion auf die am 10. März 2026 vorgelegten Geschäftszahlen sein, die zusätzlichen Auftrieb verliehen haben. Die Frage ist jedoch, ob es sich dabei nur um ein kurzes Strohfeuer in einem weiterhin intakten Abwärtstrend handelt.

Der Oracle-Konzern von Larry Ellison bekam im vergangenen Jahr neuen Schwung; wesentlicher Treiber waren die KI-Träume. Allerdings, so groß die anfängliche Euphorie des Marktes über die Geschäftsperspektiven im Bereich Cloud-Infrastruktur auch war: Nach dem Allzeithoch im September 2025 bei 345,72 Dollar setzte Ernüchterung ein. Auf den zuvor erzielten Anstieg seit April 2025 von fast 200 Prozent folgte bis zum Verlaufstief im Februar 2026 ein Kursrückgang von über 60 Prozent.

Die durch KI-Großaufträge und starke Zahlen in der Cloud-Sparte ausgelöste Wachstumsfantasie wich zunehmender Skepsis wegen der enormen Investitionen, der sogenannten Capex-Ausgaben, die Oracle in den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur stecken musste, um die steigende Nachfrage der Kunden bedienen zu können. Dazu gehören Rechenzentren, die mit entsprechender KI-Hardware wie Hochleistungsservern mit GPUs ausgestattet sind. Es handelte sich dabei nicht um punktuelle Ausgaben, sondern um strukturelle Großprojekte, für die Oracle generell zunächst in Vorleistung gehen muss. Und diese Ausgaben stiegen massiv: Sie kletterten von 6,9 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2023/24 auf 21,2 Milliarden Dollar in 2024/25. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 liegt die Capex-Prognose bei rund 50 Milliarden Dollar.

Normalerweise lassen sich solche Investitionen in einem milliardenschweren Unternehmen aus dem Cashflow realisieren. Das Kernproblem dieses enormen KI-Investitionsprogramms ist jedoch, dass die dafür benötigten finanziellen Mittel bei weitem nicht vollständig aus dem operativen Cashflow gedeckt werden können – eine Entwicklung, die sich fortsetzen könnte. Daher musste weiteres Fremdkapital aufgenommen werden, wodurch die Verschuldung deutlich gestiegen ist. Allein in den letzten zwölf Monaten legte sie von 96,3 auf 162,2 Milliarden US-Dollar zu. Die Nettoverschuldung erhöhte sich von 78,5 auf 123 Milliarden US-Dollar. Die damit verbundenen Sorgen schlugen sich am Markt in kräftig gestiegenen Kreditausfallversicherungen (CDS – Credit Default Swaps) nieder. Damit entwickelte sich unser NDAC-Clubfonds-Wert wie viele andere zu einem KI-Kreditrisikoindikator. Das Ausfallrisiko war zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit 2009 gestiegen – eine Entwicklung, die auch den Aktienkurs belastete. Inzwischen hat sich jedoch eine spürbare Entspannung eingestellt, nachdem das Unternehmen im Februar seinen Finanzierungsplan vorstellte und damit vorerst die Unsicherheit auflöste, wie viel neues Fremdkapital Oracle aktuell aufnehmen würde.

Die Zahlen haben die Investoren ebenfalls wieder beruhigt. Vor allem die Cloud-Sparte als Oracles größtes und wachstumsstärkstes Geschäftsfeld hat abgeliefert. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar. Er wuchs damit deutlich stärker als der Konzernumsatz insgesamt, der um 16 Prozent auf 48,2 Milliarden Dollar zulegte. Gleichzeitig erhöhte sich der Umsatzanteil der Cloud-Sparte von 43 auf 50 Prozent – ein Hinweis auf ihre zunehmende Bedeutung für das Unternehmen.

Auch das jüngste Quartal sah keineswegs nach Untergang aus. Der Gewinn lag mit 1,79 Dollar je Aktie klar über den Erwartungen von 1,70 Dollar. Mit einem Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar wurden auch die Analystenschätzungen von 16,9 Milliarden übertroffen. Auf Jahressicht entspricht dies einem Umsatzplus von 22 Prozent und einem Gewinnsprung von 21 Prozent.

Nahezu alle Konzernsparten haben dazu beigetragen:

  • NetSuite Cloud ERP: +14 %
  • Fusion Cloud ERP: +17 %
  • Cloud Applications: +13 %
  • Cloud Database: +35 %

Unser Wert wächst also auch abseits des allseits zitierten Infrastrukturgeschäfts, das ein Umsatzplus von 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar verzeichnet hat und inzwischen fast ein Drittel des Konzernumsatzes ausmacht.

Entscheidend ist: Oracle wirtschaftet weiterhin profitabel. Im Neunmonatszeitraum wurden ein operativer Gewinn von 14,5 Milliarden Dollar und ein Nachsteuergewinn von 12,8 Milliarden Dollar erzielt. Die operative Gewinnmarge lag damit bei 30 Prozent und damit auf einem starken Niveau. Die Frage ist, ob dieses Niveau gehalten werden kann, denn die bestehenden KI-Kreditrisiken bleiben bestehen. Spätestens im Juni, wenn die Zahlen für das Schlussquartal 2025/26 veröffentlicht werden, wird Oracle konkrete Angaben über seine weiteren Investitionspläne machen müssen. Je nachdem, wie viele weitere zig Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden müssen, könnten neue Sorgen über Verschuldung und Cashflow aufkommen – verbunden mit der Kernfrage, ob sich diese Investitionen irgendwann rechnen werden.

Oracle ist ein Paradebeispiel dafür, was Gier, Angst und Schlagzeilen bewirken können. Das Unternehmen wurde zeitweise als großer KI-Gewinner gehandelt. Der Markt entdeckte, dass das Unternehmen mit seiner Cloud-Infrastruktur und seinen Rechenzentren eine wichtige Rolle beim Training von KI-Modellen spielen könnte. Letztendlich aber zählen weniger Hype und Überschriften als die Geschäftszahlen als realer Gradmesser. In den kommenden Quartalen wird sich zeigen, ob die Verschuldungsorgie irgendein substantielles Ergebnis hervorbringt.