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Der Clubfonds-Ticker
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Neu in unserem NDAC-Clubfonds: Siemens AG

Einer der Dinos im DAX ist unser neuer Clubfondswert, die Siemens AG. Ja, dieser Wert war bereits 1988 bei der Gründung des DAX30 später DAX40 dabei. Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1847 als bedeutender Akteur im deutschen Industrie- und Technologiebereich etabliert.

Historisch gesehen sind Siemens-Aktien seit dem 8. März 1899 an der Börse notiert. Gelistet wird die Aktie der Siemens AG heute unter anderem in den Indizes DAX40, DivDAX, und EUROSTOXX 50. Das Grundkapital der Gesellschaft ist aufgeteilt in 800 Millionen Namensaktien.  Größter Einzelaktionär ist die Gründerfamilie von Siemens mit sechs Prozent, sodann diverse institutionelle Anleger mit insgesamt 66 Prozent, Privataktionäre mit 21 Prozent und sonstige oder nicht identifizierbare Anleger mit 7 Prozent

Die Siemens AG ist ein deutscher Technologiekonzern mit den Schwerpunkten Automatisierung und Digitalisierung in der Industrie, Infrastruktur für Gebäude, Energiesysteme, Mobilitätslösungen für den Schienen- und Straßenverkehr sowie Medizintechnik. Zur börsennotierten Siemens AG gehören zahlreiche deutsche und internationale Tochtergesellschaften. Der Konzern hat 125 Standorte in Deutschland und ist in 190 Ländern vertreten.

Das Unternehmen hat seine Wurzeln in der 1847 in Berlin gegründeten Telegraphen Bau-Anstalt Siemens & Halske von Werner Siemens und Johann Georg Halske. Im Laufe seiner Entwicklung wurde das Unternehmen zu einem wesentlichen Akteur der deutschen und europäischen Wirtschaftsgeschichte. Gegenwärtig sind große Teile des Geschäftes in Unternehmen wie Siemens Healthineers und Siemens Mobility organisiert. Das Energiegeschäft wurde im Jahr 2020 abgespalten und in die eigenständige Siemens Energy AG (ehemaliger NDAC-Clubfonds Wert) überführt. Im Bereich der Automatisierungstechnik gilt Siemens als Vorreiter und umsatzstärkstes Unternehmen der Welt.

In dem Mischkonzern arbeiten weltweit 318.000 Mitarbeiter (2025).

Seit 03. Februar 2021 führt der studierte und promovierte  Physiker Roland Busch das zu den größten Elektronikkonzernen der Welt zählende Unternehmen. Er hat seine Wurzeln im Konzern seit 1993 und folgte Joe Kaeser nach. Seit  Februar 2018 ist der dänische Manager Jim Hagemann Snabe Vorsitzender des Aufsichtsrates

Siemens AG zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Elektro-und Elektronikgeräten. Der Umsatz ist wie folgt auf die verschiedenen Produktfamilien verteilt:

– medizinische Geräte (29,6 Prozent): Systeme für die medizinische Bildgebung, Labordiagnostik und Hörgerätesysteme usw.;

– Lösungen für smarte Gebäude und Infrastrukturen (28,7 Prozent): Lösungen für den Energiewandel, Produkte der Klimatechnik (Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen), Gebäudesicherheitssysteme (Brandmelde- und Brandschutzsysteme, Zugangskontrollsysteme, Videoüberwachung und Einbruchmeldeanlagen usw.), technische Gebäudemanagementsysteme usw.;

– Digitale Industrieausrüstungen (22,1 Prozent): automatisierte Produktions-, Montage-, Logistik- und Überwachungssysteme usw.;

– Mobilitätslösungen und -systeme (15,8 Prozent): Schienenfahrzeuge, Bahnautomatisierungssysteme, Bahnelektrifizierungssysteme, digitale und cloudbasierte Lösungen usw.

Der restliche Umsatz (3,8 Prozent) wird insbesondere mit Finanzaktivitäten erzielt (Leasing, Ausrüstungs- und Projektfinanzierung, Finanzberatungsleistungen usw.).

Geographisch gesehen verteilt sich der Umsatz wie folgt: Deutschland (14,8 Prozent), Europa / Gemeinschaft Unabhängiger Staaten / Afrika / Naher Osten (32 Prozent), Vereinigte Staaten (28 Prozent), Amerika (4,6 Prozent), China (9,1 Prozent), Asien und Australien (11,5 Prozent).

Der Blick in die Bücher

Der Umsatz des deutschen Technologiekonzerns lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 78,91 Milliarden Euro, verglichen mit 75,93 Milliarden Euro im Vorjahr. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn für die zwölf Monate bis zum 30. September belief sich auf 9,62 Milliarden Euro, nach zuvor 8,30 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie (EPS) erhöhte sich auf 12,11 Euro gegenüber 10,38 Euro im Vorjahreszeitraum.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum im Bereich von sechs bis acht Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus dem Nettogewinn vor Kaufpreisallokation soll zwischen 10,40 Euro und 11 Euro liegen. Schlüsselprodukte sind Turbinen für Energieerzeugung, Zugsysteme und Bildgebende Systeme in der Medizin. Softwarelösungen wie MindSphere treiben das Digitalgeschäft voran. Der Ersatzteil- und Servicebereich generierte 2025 rund 25 Prozent des Umsatzes.

Siemens hat für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 starke Quartalszahlen vorgelegt. Der Konzern meldete einen Umsatz von 20,3 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im zweiten Quartal trug Digital Industries mit 4,2 Milliarden Euro Umsatz bei, ein Plus von 10 Prozent. Smart Infrastructure meldete 4,8 Milliarden Euro, laut Quartalsbericht vom 05.05.2026. Mobility wuchs um 12 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Als Dividende wurden 5,35 Euro an die Aktionäre  ausgeschüttet. Die Dividendenrendite beträgt 1,95 Prozent.

Was sagen die Analysten?

Dem Portal Marktscreener liegen 24 Analysteneinschätzungen vor: 14 sagen kaufen, drei aufstocken, vier halten zwei reduzieren und eine verkaufen. Das mittlere Kursziel beträgt 282,91 Euro. Dass höchste Kursziel wird mit 335 Euro und das niedrigste Kursziel mit 230 Euro angegeben. Der aktuelle Kurs beträgt 268 Euro.

Fazit

Mit 10,67 Prozent Gewichtung im DAX40 ist unser Clubfondswert derzeit ein Kurstreiber im Index. Der Konzern will trotz globaler Unsicherheiten an sein Rekordjahr anknüpfen und seine Position als führendes Industrie- und Technologieunternehmen weiter ausbauen. Da sind wir doch gern mit dabei.

Vermeintliche Tagträume eines Politikers

Recht hat er, der Kommissar von der EU, werden sich die Finanzminister der Bündnisstaaten in Zypern Hauptstadt Nikosia insgeheim sagen. Offen redet darüber keiner, Wahlen stehen überall irgendwo in Europa immer wieder an. Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis fasste die Diskussion mit der Frage „Wie kann Europa für Dinge bezahlen, die es sich nicht leisten kann?“ gut zusammen. Laut einer Analyse des Internationalen Währungsfonds  vom Mai 2026, die den Finanzministern für ihr informelles Treffen vorgelegt wurde, droht der öffentliche Schuldenstand der EU, bei unveränderter Politik eine „explosive“ Dynamik anzunehmen. Unter Status-quo-Bedingungen würde die Durchschnittsverschuldung der EU-Staaten bis 2040 auf etwa 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen – eine Verdopplung gegenüber dem heutigen Niveau. Der IWF identifiziert strukturell steigende Ausgabenlasten in den Bereichen Verteidigung.

Der IWF identifiziert strukturell steigende Ausgabenlasten in den Bereichen Verteidigung, Energieversorgung und Alterssicherung als zentrale Herausforderung der kommenden 15 Jahre. Die bisherige Strategie des „Muddling-Through“, was  auf gut deutsch „Durchwursteln“ heißt, stoße zunehmend an ihre Grenzen.

Wo haben wir das nur schon mal gehört? Ach ja, da war ja was, in Deutschand!

Erforderlich sei eine strategische Gesamtantwort, die eine Kombination aus strukturellen Reformen, fiskalischer Konsolidierung, Anreizen zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung sowie einer weiteren Integration der Kapital- und Energiemärkte umfasst. Besonders hervorgehoben werden Reformen der Rentensysteme inklusive einer Anhebung des Renteneintrittsalters, die Förderung von Innovation, Energieinfrastruktur und Verteidigung als europäische öffentliche Güter sowie die Möglichkeit gemeinsamer EU-Verschuldung. .

Letztere bleibt innerhalb der Europäischen Union hochumstritten. Dombrovskis betonte, dass „mehr Wachstum und bessere Ausgabenpriorisierung“ unerlässlich seien. Der Europäische Rechnungshof bestätigte die Notwendigkeit entschlossener Konsolidierungsmaßnahmen. Aktuell notieren zehnjährige Bonds der Europäischen Union bei 3,41 Prozent. Auch vor dem Hintergrund der horrenden Staatsschulden könnten die Renditen hochbleiben (und die Staatschulden immer weiter in die Höhe treiben!)

Achtung Satire:

Jetzt steht der Klingbeil auf, seines Zeichens immerhin deutscher Finanzminister und Vizekanzler, und hämmert seinen Kollegen die Gesetze von den deutschen Sozialreformen, die jede Menge Einsparungen bringen sollen in die Köpfe. Als (Möchtegern-) Führungsmacht in der EU hat Deutschland die Gesundheitsreform, die Rentenreform, die Reform der Pflegeversicherung und eine Steuer- und Steuerstrukturreform auf den Weg gebracht, Subventionen abgebaut.

Oh Gott, habe ich das wirklich gesagt, denkt sich der Vize aus Deutschland, als er aus seinen Tagträumen aufwacht. Dann fällt ihm ein, er kann ja gar nicht so, wie er es sich vorstellen würde. Da ist doch noch die Bärbel Bas…, ebenfalls eine Vorsitzende der Linken, ach nee der SPD. Die CDU würde ja gern, aber sie getraut sich auch noch nicht so richtig, einmal Führung zu zeigen. Und dann sind auch noch die vielen Lobbygruppen, die die armen Abgeordneten, (die eigentlich nur ihren Gewissen verantwortlich sind und dem folgen wollten) ständig mit Änderungen belagern

Ach ja, die heiße Sonne von Nikosia. Nur gut, dass es nur ein informelles Treffen war, nichts beschlossen. Weiterschlafen, Lars! Irgendwann kommst du schon zu Wort, wenn die Bärbel dich denn einmal lässt. (Ende Satire)

Unmissverständlich machen die fünf Wirtschaftsweisen klar: Bei der Reform der Sozialversicherungen muss es jetzt schnell gehen. Die Zeit der Ausreden für CDU/CSU und SPD ist endgültig vorbei. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat wie erwartet in seiner neuesten Konjunkturprognose für 2026 von 0,9 auf 0,5 Prozent gesenkt – und gleichzeitig den Reformstau ausbuchstabiert. „Der Handlungsdruck ist massiv“, sagte die Vorsitzende Monika Schnitzer.

Bis 2040, so das Gremium, könnten die Sozialabgaben auf fast 50 Prozent des Bruttoeinkommens steigen. Zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen, würden Deutschlands ohnehin abschreckende Lohnkosten damit endgültig zum internationalen Standortwitz.

Insbesondere gestiegene Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen sowie erhöhte Unsicherheiten im internationalen Handelsumfeld belasten die Konjunktur. Diese Faktoren dämpfen vor allem den privaten Konsum, da die Kaufkraft der Haushalte durch eine wieder anziehende Inflation – laut dem Bericht wird für das Jahr 2026 eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent erwartet – spürbar beeinträchtigt wird.  Darüber hinaus treten zunehmend strukturelle Faktoren in den Vordergrund. Hierzu zählen insbesondere eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit in zentralen Industriezweigen sowie demografischer Gegenwind, die das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft mittelfristig begrenzen dürften.

Nicht witzig ist auch die losgetretene Einwechselkanzler-Diskussion. Dass der Merz-Kanzler nicht immer eine glückliche Figur abgibt mit seinen Äußerungen ist ja hinlänglich bekannt. Nur wer sagt denn, dass die drei Kandidaten (Wüst, Söder und Spahn) es besser machen würden? Durch besondere Leistungen aufgefallen sind sie jedenfalls bisher nicht. Aber wir haben durch die aufkommende Diskussion zumindest ein Sommerlochthema gefunden, das ganz schnell wieder verschwinden sollte.

Dass es auch anders geht, haben wir schon in unserer kleinen Serie über die PIGS geschrieben, speziell über Spanien. Spanien beweist einmal mehr: Trotz der Iran-Krise dürfte das Bruttoinlandsprodukt um rund 2,3 Prozent expandieren. Im Vergleich dazu rechnen Analysten für die Eurozone lediglich mit etwa 0,8 Prozent Wachstum. Impulse für Spanien dürften insbesondere vom Tourismus ausgehen, da geopolitische Unsicherheiten Reiseziele innerhalb Europas begünstigen. Zudem ist die spanische Volkswirtschaft aufgrund ihrer eher dienstleistungsorientierten Struktur weniger anfällig für hohe Energiepreise als stärker industrialisierte Länder wie Deutschland. Der Finanzsektor stellt knapp die Hälfte des MSCI Spain Index und dürfte von einer steigenden Kreditnachfrage profitieren. Moderat steigende Leitzinsen im Euroraum könnten die Zinsmargen zusätzlich stützen. Es geht doch, Deutschlands Politiker müssen nur aufwachen, egal aus was für Träumen.

China hat eingeladen

Ausländischen Politikern aller Couleur zuzuwinken, sind die Menschen in China gewohnt. Da kommt eben nicht nur der eine und wird mit staatlichem Pomp empfangen, sondern das Gefolge ist auch immer wieder dabei. Das ist bei jedem Staatsbesuch so, wie wir sehen, ein richtiger Massenauflauf. War schon immer so und wird auch immer so bleiben, je älter Gastgeber und Gäste werden. Auch der Don aus dem Weißen Haus brauchte sehr viele Leute um sich herum bei seinem Staatsbesuch in Peking. Eine Wirtschaftsdelegation neben dem üblichen Personal hatte er noch mitgebracht. So etwas ist auch üblich, wie wir von unseren Regierungsverantwortlichen bei uns wissen.

Ist bei so einer geballten Wirtschaftskraft wenigstes etwas Großes bzw. etwas Substanzielles herausgekommen? Auf dem Rückflug in der Air Force One sprach der große Zampano von wichtigen Zusagen für Boeing. China werde nach seiner Darstellung zunächst mehr als 200 Flugzeuge des US-Herstellers kaufen. Wenn Boeing dabei gute Arbeit leiste, gebe es zudem ein Versprechen über bis zu 750 Maschinen – nach seinen Worten wäre das „mit Abstand der größte Auftrag aller Zeiten“. Auch General Electric profitiere, sagte der US-Präsident, weil China für die Boeing-Flugzeuge etwa 400 bis 450 Triebwerke kaufe. (Irgendwie logisch oder sollen die Flugzeuge etwa ohne Triebwerke geliefert werden, fragt sich ihr Autor?). Es seien „viele großartige Handelsabkommen“ geschlossen worden. 

Wer auf klare Zusagen vom Don an die von China beanspruchte Inselrepublik Taiwan gehofft hatte, wurde enttäuscht. Er sagte weder einen in der Schwebe hängenden Rüstungsverkauf im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zu,  er stellte lediglich eine Entscheidung dazu in Aussicht. Er beantwortete auch nicht die Frage, ob die USA Taiwan verteidigen würden. „Ich will das nicht sagen“, erklärte er. Nur er kenne die Antwort darauf. Xi habe ihn das auch gefragt. „Ich sagte, ich will über diese Dinge nicht sprechen“, so der Mann aus Washington.

Die Wiederaufnahme der Bombardements auf den Iran hat er in letzter Sekunde gestoppt. Die Straße von Hormus bleibt für den Großteil der Schiffe aber weiter dicht und die Ölpreise hoch, wir merken es stets an der Tankstelle.

Iran, Taiwan, gegenseitige Zölle, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden – die Liste der bestehenden Probleme zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist lang und ungelöst. Da hätten wir wohl mehr erwarten können, aber mit dem Irrwisch, der die USA derzeit führt, ist damit nicht zu rechnen. Chinas Präsident hat ihn geradezu vorgeführt, aber ihm ein paar Samen der Rosen, die Trump so gut gefallen haben, versprochen. Hey, die hätte man vielleicht auch online im Gartencenter bestellen können…

Übrigens, ob die Beiden auch über die Ukraine gesprochen oder geschweige denn eine Lösung gefunden haben, glauben die meisten eh nicht.

Apropos Ukraine, der russische Präsident ist gleich nach dem Amerikaner dran mit einer entsprechenden Audienz chinesischen (Kaiser-) Hof. Hier ist eigentlich gleich von Anfang klar, dass die beiden sich nicht mit einem Frieden in der Ukraine befassen werden, sondern Putin als Bittsteller nach Peking kommt, um weitere direkte und indirekte Militärhilfen gegen die Bodenschätze seines Landes zu verschleudern. Zu längst vergangenen Zeiten hat Moskau bestimmt, was in Peking passiert, jetzt ist es eben umgekehrt und Putin muss die Befehle von Peking entgegen nehmen. Nichts ist für die Ewigkeit.

China wird das neue Zentrum des internationalen Machtgefüges, nur wann begreift es Europa endlich?

Scottish Mortgage Investment Trust hat seine Bewertung der SpaceX-Beteiligung vor dem Hintergrund anhaltender IPO-Spekulationen konkretisiert. Per 31. März 2026 setzt der FTSE-100-Investmenttrust SpaceX mit 1,25 Billionen US-Dollar an und liegt damit unter dem in Medien genannten Wert von 1,75 Billionen US-Dollar. Grundlage seien verifizierbare Transaktionen, nicht Presseberichte oder Marktspekulationen. Die Bewertung erfolge durch das Valuation-Team von Baillie Gifford gemeinsam mit S&P Global. 

Scottish Mortgage weist zugleich darauf hin, dass zentrale Details eines möglichen Börsengangs weiterhin offen sind. Erst ein vollständiger Prospekt mit testierten Finanzdaten und finalen Angebotskonditionen werde mehr Klarheit schaffen.

Unser NDAC-Clubfondswert investierte zwischen Dezember 2018 und August 2021 insgesamt 151 Millionen Pfund in SpaceX. Per 31. März 2026 wurde die Position mit 2,98 Milliarden Pfund bewertet, was rund dem 19-Fachen des ursprünglichen Investments entspricht. Der Anteil am Portfolio lag bei 19,3 Prozent, das gesamte Exposure zu privaten Unternehmen bei 41,6 Prozent. SpaceX war laut dem Trust über ein, drei und fünf Jahre der größte Performancetreiber. 

Tom Slater, Manager von Scottish Mortgage, bezeichnet SpaceX nicht mehr nur als Raumfahrtunternehmen, sondern als entstehende Infrastruktur für die globale Wirtschaft. Wachstumspotenzial sieht er insbesondere bei Starlink sowie in den Bereichen mobile Konnektivität, Verteidigung, Luftfahrt und maritime Anwendungen. 

Medienberichten zufolge will das von Elon Musk gegründete Unternehmen bis zu 80 Milliarden Dollar einwerben und dabei mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet werden. Damit würde der Börsengang den bisherigen Rekord des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 deutlich übertreffen. SpaceX hat gerade die Unterlagen für den Börsengang eingereicht und bereitet damit eine Notierung am 12. Juni vor, warten wir also ab.

Unser NDAC-Clubfondswert NVIDIA steigerte im ersten Quartal Umsatz und Gewinn stärker als erwartet und kündigte eine höhere Dividende (Steigerung von 0,01 auf 0,25 Dollar/Quartal) sowie Aktienrückkäufe im Wert von 80 Milliarden Dollar an. Der Umsatz legte um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn von 58,3 Milliarden Dollar übertraf die Erwartungen der Analysten um mehr als ein Drittel. Da können die NVIDIA-Anleger wirklich nicht meckern.

Der neue Fed-Chef Kevin Warsh

Es gab bestimmt schon bessere Situationen als die für den Start von Kevin Warsh als Chef der US-Notenbank Fed. Auf der einen Seite die hohen Erwartungen aus dem Haus nach Zinssenkungen und andererseits die harte ökonomische Realität der steigenden Inflation in den USA, die eine Zinserhöhung erfordern.

Wer ist nun dieser Mann, der die Quadratur des Kreises meistern soll?

Kevin Maxwell Warsh (geboren am 13.April 1970 in Albany, US- Bundesstaat New York) ist ein US-amerikanischer Kapitalmarkt- und Bankmanager. Er war bereits Mitglied des Federal Reserve Board of Governors von 2006 bis 2011.

Während und in der Folgezeit der Weltfinanzkrise 2007/2008 war Warsh der wichtigste Verbindungsmann der Zentralbank zur Wall Street Er fungierte als Vertreter der Federal Reserve zur G20-Gruppe und als Gesandter des Boards gegenüber den Volkswirtschaften in Asien. Zuvor hatte er als Special Assistant des US-Präsidenten für Wirtschaftspolitik sowie als Executive Secretary des National Economy Council des Weißen Hauses gearbeitet.

Er forschte im Bereich von Wirtschaft und Finanzen und beriet mehrere private und staatliche Unternehmen. Einige Jahre war er Partner in Stanly Druckenmillers Family Office.

Warsh ist gegenwärtig Mitglied der Shepard Family Distinguished Visiting Fellow in Economics der Hoover Institution an der Stanford University, Wissenschaftler und Dozent an der Stanford Graduate School of Business, Mitglied der Group of Thirty und Mitglied des Panel of Economic Advisers des Congressional Budget Office. Er war Mitglied des Steuerungskomitees der Bilderberg-Konferenz.

Kevin Warsh wurde am 12. Mai 2026 durch den Senat mit 51 zu 45 Stimmen zu einer 14-jährigen Amtszeit als Governors, und am folgenden Tag zu einer 4-jährigen Amtszeit als Präsident bestätigt.

Bemerkenswert ist, wie schnell er von vielen Marktteilnehmern als geldpolitischer Falke eingeordnet wird – häufig mit Verweis auf Positionen, die er vor zehn bis fünfzehn Jahren vertreten hat. (Da hat ihr Autor übrigens auch andere Positionen vertreten.)

Vorsicht, jetzt wird es wissenschaftlich!

In mehreren Interviews hat er die zentralen Leitgedanken bzw. seine Haltung  formuliert:

Die Inflation ist letztlich eine politische Entscheidung, angetrieben wird sie durch Geldschöpfung. Der US-amerikanische Ökonom Milton Friedman entwickelte den Monetarismus in den 1960er Jahren. Einige Teile seiner Theorie wurden später in den  1980er Jahren, vor allem in den USA und Großbritannien umgesetzt. Der Monetarismus ist eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie. Sie besagt, dass die Wirtschaft am besten funktioniert, wenn sich der Staat aus ihr heraushält. Er soll nur die Geldmenge steuern, die sich im Umlauf befindet. 

Die Fed funktioniert als Stabilisator des Bankensystems, muss sich jedoch zurückziehen, sobald diese Aufgabe erfüllt ist.

Warsh vertritt die Meinung, dass inflationäres Geld gleichermaßen von der Fed und der Regierung geschaffen wird. (Nicht richtig, denn Haushaltdefizite erzeugen inflationäre Geld, während geldpolitische Maßnahmen lediglich Bankreserven schaffen.)

Er argumentiert, dass die Fed-Bilanz mittlerweile so groß sei, dass sie den privaten Sektor verdrängt. (Nicht richtig, der private Sektor arbeitet mit einer anderen Geldform, es sind Bankeinlagen, es findet also keine Verdrängung statt.)

Wir müssen aus dem fiskalischen und monetären Schlamassel herausfinden, den wir geerbt haben. Die Zinsausgaben sind höher als die Verteidigungsausgaben. (Da hätte der Wissenschaftler Warsh schon einen Plan ausarbeiten können, welchen Weg er verfolgen würde und diesen öffentlich diskutieren lassen.)

Wenn wir die Druckerpresse etwas langsamer laufen ließen, hätten wir niedrigere Zinssätze (das haben in der Historie seit 1929 schon viele versucht, aber sie sind letztendlich daran gescheitert).

Der Ansatz besteht darin, die Fed-Bilanz zu verkleinern, um niedrigere Zinssätze zu ermöglichen, damit der private Sektor florieren kann. (Falsche Druckerpresse; Finanzminister Scott Bessent kontrolliert die wirklich relevante und nicht die Fed.)

Die Zinssätze sollten niedriger sein, weil wir seiner Ansicht nach am Beginn eines Produktivitätsbooms stehen.

Fed sollte nicht datenabhängig agieren, Wirtschaftsdaten würden ständig revidiert – warum also darauf reagieren? Besser sei es eine klare Meinung zu haben und daran festzuhalten. Zudem soll die Fed keine Wirtschaftsdaten, Prognosen u. ä. veröffentlichen. Die Unsicherheit würde sonst weitersteigen.

Soweit die  Vorstellungen des neuen Fed-Chefs. In wie weit sie in die Praxis umgesetzt werden können, lassen wir jetzt erst einmal dahingestellt.

Positiv zu vermerken bleibt leidglich die Tatsache, dass Jay Powell am Fed-Board bleibt, um den wahrscheinlich schlimmsten Auswüchse seines Nachfolgers Argumente entgegen zu setzen. Allerdings hat Warsh mit Stephen Miran einen Mann in der Fed-Spitze, auch vom Weißen Haus eingesetzt, der ihm die Vorgaben macht.

Die Märkte haben immer wieder die Fehler der Entscheider korrigiert und damit den aktuellen Präsidenten unter Druck gesetzt, der nur auf die Märkte hört.

Wünschen wir Kevin Warsh als Fed-Chef trotzdem eine glückliche Hand und die notwendige Einsicht in die harte Realität.

Der Blick über die Märkte – New Space (Teil 3)

Auf europäischer Ebene dominieren vor allem unser NDAC-Clubfondswert Airbus und der französische Safran Technologiekonzern (ebenfalls börsennotiert) das Weltraumgeschäft. Mit der Ariane Group haben sie ein Joint Venture gegründet, das maßgeblich für die Konstruktion und den Bau der europäischen Trägerrakete Ariane zuständig ist. Die Ariane Group ist somit auch der wichtigste Akteur bei der europäischen Weltraumbehörde ESA. Inwieweit die Dominanz der beiden Konzerne in Zukunft ins Wanken geraten könnte, weil man nun auch in Europa in Sachen Weltraum auf Wettbewerb setzen möchte, ist schwer abzuschätzen und wird sich erst in den nächsten Jahren erweisen. Vielleicht schafft es ja doch ein europäisches Startup die beiden etwas aufzumischen.

Derweil tobt der Konkurrenzkampf in den USA unvermindert weiter, auch bei den ganz großen Raketen, die mit einem Flug viele Tonnen Nutzlast in den Weltraum transportieren können. Blue Origin etwa gilt als direkter Herausforderer von SpaceX, gegründet im Jahr 2000 von Amazon-Legende Jeff Bezos. Der hat sich bislang mit der Rakete New Shepard auf touristische Ausflüge jenseits der Wolkengrenze konzentriert, hat nun aber mit der New Glenn eine weltraumtaugliche Großrakete im Angebot. Erfolgreiche Starts gab es schon Anfang 2025. Die New Glenn kann bis zu 45 Tonnen Nutzlast in die erdnahe Umlaufbahn hieven und würde damit deutlich mehr Satelliten pro Flug transportieren können als die Falcon 9 oder die Ariane 6 (beide um die 22 Tonnen). Allerdings hält Elon Musk dagegen: Mit seiner Neuentwicklung  Starship sollen über 100 Tonnen Transportlast pro Flug möglich sein. Beim Wettlauf um die höchste Transportlast geht es nicht nur um eine Poleposition bei der anvisierten Besiedlung von Mond und Mars, sondern auch beim aktuellen Ausbau des Satellitennetzes wollen alle dabei sein. Und die ist im vollen Gange. Weit über 10.000 Satelliten befinden sich derzeit in der erdnahen Umlaufbahn, der größte Teil davon zur Kommunikation auf der Erde. Allein Starlink, ein Satellitennetzwerk von SpaceX, besitzt über 8.000 Satelliten, die weltweit einen Highspeed-Internetzugang bieten, auch in extrem entlegenen Regionen. Der gemessen an der Satellitenzahl Zweitplatzierte, Amazon Leo (ehemals Amazon Kuiper), kommt derzeit auf rund 3.200 Satelliten.

Auch  in Deutschland sind die Dienste von Starlink und Amazon Leo bald (ab Mai 2026) nutzbar – schnelles Internet, wo immer man sich bei uns aufhält, so das Versprechen der Anbieter. Auf Platz 3 rangiert OneWeb, ein in London ansässiger Anbieter für Satelliten-Breitbandinternet, der ein Netzwerk aus über 650 erdnahen Satelliten betreibt. One-Web gehört seit 2022 zur Eutelsat Group, einem französischen börsennotierten Unternehmen.

Dabei ist der Transfer von Daten zum Zweck der Kommunikation nur ein Teilaspekt der Satellitentechnik, die derzeit gefragt ist. Auch die Erdbeobachtung, etwa für das tägliche Wetter, Klimaveränderungen, Hochwasser, Waldbeobachtung (auch zur Früherkennung von Waldbränden) und die Landwirtschaftspielen zunehmend eine Rolle. (Wichtig ist das für die Versicherer und Rückversicherer!) Eine Entwicklung, die schon seit einigen Jahren läuft, dank technologischer Neuerungen aber immer gefragter wird. Von „Weltraum 2.0“ sprechen einige Beobachter, und spielen damit nicht nur auf das Vordringen der Privatwirtschaft in das All an, sondern auch darauf, dass das Weltall mehr und mehr zum Alltag für uns wird. Wie das konkret aussehen kann, lässt sich gut am Beispiel von Planet Labs (ebenfalls börsennotiert) zeigen. Das britische Unternehmen betreibt eine Flotte von 150  Erdbeobachtungssatelliten. Diese sogenannten Dove-Satelliten liefern kontinuierlich hochauflösende Bilder, die anschließend mit Datenanalyse-Software ausgewertet werden. Davon profitieren auch Landwirte. Sie analysieren anhand der Bilder von Planet Labs Erntezyklen, Schädlingsbefall und den Wasserbedarf der Pflanzen. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder der Landmaschinenhersteller Deere & Co aus den USA auf. Deere (auch wieder börsennotier) nutzt Satellitentechnologie für hochpräzise Landwirtschaft. Seit 2024 kooperiert das Unternehmen mit SpaceX, um Landmaschinen mit dem Satellitennetz Starlink zu verknüpfen. Das ermöglicht Datenaustausch in Echtzeit, autonome Abläufe und Ferndiagnosen.

Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk rief vor wenigen in einem Podcast mit Dwarkesh Patel und John Collison aus: „Merken Sie sich meine Worte … In 36 Monaten, wahrscheinlich aber schon in 30 Monaten, wird der wirtschaftlich attraktivste Ort für KI der Weltraum sein.“ Das mag wie eine weitere kühne Behauptung in seiner langjährigen Geschichte mutiger Versprechen erscheinen, doch die Kommentare wurden eine Woche später von der Fusion zweier von Musks Unternehmungen, xAI und SpaceX, weiter angetrieben. Es scheint, als wäre Musk zumindest teilweise ernsthaft dabei, die Ressourcenbeschränkungen der Erde zu umgehen und den KI Boom in höhere Sphären zu leiten. Das dürfte ein weiterer Antrieb in naher Zukunft für KI- und New Space Aktien an den Börsen bedeuten. Wir sehen, New Space ist die Zukunft des Aktienmarktes. Allerdings nur dann, wenn wir dabei die Probleme auf unseren Blauen Planeten lösen.

Fehlende Finanzmarktstrategie wird gefährlich für den deutschen Wirtschaftsstandort

Die Entlastungsprämie von 1.000 Euro verschwindet still und leise wieder in der Schublade der schwarz-roten Bundesregierung. Zu groß war der Protest dagegen. Natürlich hätten Arbeitgeber die Prämie gern auf die Konten der Beschäftigten überwiesen, nur eben nicht auf ihre Kosten. Das wären Milliarden gewesen. Selbst die großen Platzhirsche im DAX40 winkten nur müde ab. Der öffentliche Sektor, ein sehr großer Arbeitgeber, kann auch nicht immer zahlen. Verständlich, denn hier wirkt die Schuldenbremse und. Rund 540.000 Beschäftigte und 5,4 Millionen stehen beim Bund bzw. im öffentlichen Dienst unter Vertrag. Entweder war der Bundesfinanzminister müde vom Brüllen in der Villa Borsig oder ist schlicht und einfach mit seiner Aufgabe überfordert, angesichts der ganzen neuen Schulden, die eine Entlastungsprämie erfordert hätte. In dieser Hinsicht können wir uns noch auf die Länderkammer als Korrektiv verlassen.

Da die Menschen unzufrieden sind, suchen sie nach neuen (bzw. anderen) politischen Lösungen bzw. Systemen, wobei der Sozialismus dabei eine vielversprechende erste Anlaufstelle bietet und das nicht einmal bei uns. Siehe New York, Zoram Mamdani, der fast schon eine linke Agenda verfolgt. Ob er sie umsetzen wird, schenken wir uns ganz einfach. Funktioniert das nicht – und da spricht leider historisch einiges dafür – sucht man sein Heil in radikaleren Ansätzen, die zwar anfänglich durch das Führen von Kriegen etc. einen Scheinaufschwung bringen aber am Ende auch scheitern müssen. Auch hier ist der Rest Geschichte….

Und wieder einmal ein neuer Begriff.  Hanlon’s Razor? Was ist das? Das werden sich jetzt viele fragen. Ihr Autor wusste es auch nicht und hat nachgeschlagen. Unter diesem Begriff versteht man eine Art goldene Regel zur Erklärung großer Missgeschicke: Demnach soll man sich nicht in umständlichen Theorien verlieren, wenn schon grobe Dummheit zur Erklärung eines Unglücks reicht. Es ist schon eine ganze Weile her, also kann man es nicht der aktuellen Bundesregierung zurechnen. Mehr als anderthalb Jahren läuft nun schon das Drama um die zweite große Privatbank unseres Landes, die Commerzbank.  Schon der erste Akt des Dramas, der Verkauf eines Aktienpakets von knapp fünf Prozent an Deutschlands zweitgrößter Privatbank durch den Bund Anfang September 2024 bietet allerhand Anlass für Spekulationen. Leider wurde seither wenig besser. Aber alle Beteiligten versichern, stets in bester Absicht zu handeln und gehandelt zu haben – als wenn Unvermögen das Drama entschuldigen könnte. Nach dieser denkwürdigen Zeit, in der der Chef der italienischen Großbank Unicredit, Andrea Orcel, sein erstes offizielles Übernahmeangebot für die Aktionäre der Commerzbank vorgelegt hat, zeichnet sich jedenfalls ziemlich deutlich ab: Über kurz oder lang wird die Commerzbank wahrscheinlich italienisch werden. 

Obgleich die Bundesregierung, mit gut 12 Prozent immer noch zweitgrößter Anteilseigner bei den Frankfurtern, mehrfach deutlich gemacht hat, dass sie eine Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit ablehnt, hat sie eigentlich keine sinnvollen Optionen mehr. Wirklich verhindern kann Berlin die Übernahme nur, wenn die Regierung nun selbst anfinge, im großen Stil Commerzbank-Aktien aufzukaufen. Aber woher soll diese Pleiteregierung das Geld nehmen? Ein neues Sondervermögen? Die staatliche KfW Bank? Oder ein weißer Ritter?

Die Commerzbank gehört zwar nicht zu unserem NDAC-Clubfonds, aber wir müssen uns schon fragen: In welcher Schublade steckt das Papier mit der weiteren Strategie der Regierung für den Finanzplatz Deutschland und die verbleibende Bankenlandschaft? Gibt es überhaupt eine? Was bedeutet der schleichende Verkauf der Commerzbank für hiesige Unternehmen und ihr Exportgeschäft? Immerhin bezeichnet sich das Finanzinstitut als der führende Mittelstandsfinanzierer im Ausland. Bei aller Verbundenheit wird die zweite Frage mit der Zeit wahrscheinlich der Markt entscheiden. Allein gut 16 Jahre hielt der Bund seine Anteile an der Commerzbank, ohne je wirklich einen Plan zu entwickeln, was er mit dieser Beteiligung anstellen könnte. Und diese fehlende Antwort hat erst in die Situation geführt, in der sich Deutschlands Banken heute befinden: zu klein, zu wenig kapitalstark, um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können, und so niedrig bewertet, dass sie ein leichtes Übernahmeziel sind.

Die Älteren unter uns werden sich sicher erinnern. Deutschland hatte einmal vier große börsennotierte Geschäftsbanken (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Hypo-Vereinsbank und die Commerzbank). Eine davon ist übriggeblieben, die Deutsche Bank, die zwar eigenständig vor sich hin werkelt, aber mittlerweile zu unbedeutend ist, um für Deutschland als eine glaubwürdige Repräsentantin einer großen Volkswirtschaft zu gelten.

Für die Commerzbank kommt wahrscheinlich jede Hilfe zu spät – für den Rest der Branche und für die Regierung in Berlin sollte die Übernahme immer noch ein letzter Weckruf sein, eine Finanzplatzstrategie vorzulegen und umzusetzen, statt den Wildwuchs aus  öffentlichen und halböffentlichen Banken – Landesbanken, Förderbanken, Sparkassen, Volksbanken –weiter zu als historisches Schicksal zu akzeptieren.

Nächste Woche werden wieder einmal schauen, was denn der Mann im Weißen Haus seinem Amtskollegen aus Peking zu bieten hat. Es ist langsam an der Zeit, mehr auf den chinesischen Einfluss in der Weltpolitik zu setzen, als den politisch immer weiter absteigenden USA  zu folgen. Wir haben im Westen zu lange auf einen Friedensschluss in der Ukraine gewartet und bekamen jetzt noch weitere tiefgreifende Wirtschaftsprobleme im Irankrieg dazu. Präsident Xi, übernehmen Sie, es kann nur besser werden.

Der Blick über die Märkte – New Space (Teil 2)

Eine Privatisierung könnte durchaus ein Erfolgsrezept sein und auch in Europa zu neuen Investitionen für und in den Weltraum führen. Die Kommerzialisierung des Alls läuft aktuell in neuen größeren Maßstäben. Davon profieren auch staatliche Akteure, sagen die Verfechter von New Space. Die NASA hat sich diesbezüglich weitgehend gewandelt und arbeitet eng mit New Space zusammen. Statt selbst Raketen und Raumgleiter zu entwickeln, vergibt sie an New- Space-Vertreter Aufträge. Das führt im New Space zu einem harten Konkurrenzkampf, mit der Folge, dass die Kosten sinken. Wettbewerb ist nun einmal sowohl für die Unternehmen als auch für die Kunden gut.

Wettbewerb bietet Kunden die besten Preise bei hoher Qualität und Unternehmen die Motivation, sich kontinuierlich zu verbessern und wettbewerbsfähige Angebote zu machen – und das soll nun eben auch für den Weltraum gelten. In Europa ist diese Herangehensweise nicht unbekannt, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Zwar wurde mit der im Mai 2023 verabschiedeten Commercial Cargo Transportation Initiative (CCTI) der Versuch gestartet, verstärkt private Unternehmen in die Entwicklung kostengünstiger Raketen einzubeziehen, doch konkrete Ergebnisse stehen noch aus. Das führt dazu, dass sich die Kosten etwa für den Start einer Ariane-Trägerrakete, des „Raketen-Flaggschiffs“ der ESA, auf rund 100 Millionen Dollar belaufen. Für eine Falcon 9 von SpaceX hingegen müssen die Auftraggeber nur auf knapp 70 Millionen Dollar berappen. Beobachter sagen, dass SpaceX selbst zu Kosten von nur 50 Millionen Dollar pro Start noch gewinnbringend arbeiten würde.

Die Amerikaner sind damit deutlich günstiger, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil sichert. Und damit ist sicherlich noch nicht das Ende der Kostensenkung erreicht. Mit Starship etwa, einer riesigen Rakete von SpaceX, die noch 2026 ihre Testphase beenden und den regulären Dienst aufnehmen soll, sollen die Kosten weiter gedrückt werden, auf wenige Hundert Dollar je Kilogramm Transportlast. Halten die Europäer nicht dagegen, so Kritiker, könnten sie eines Tages völlig aus dem Geschäft mit den Raketenstarts gedrängt. Die EU leidet leider an nationalen Egoismen ihrer Mitgliedsländer, wie wir bei Airbus sehen.

 

Dabei geht es nicht um die Größe allein. Während Ariane und Falcon und in Zukunft auch Starship durch Masse überzeugen, setzt man bei New Space auch häufig auf kleine bis mittelgroße Raketen. Hergestellt in Serie und weitestgehend wiederverwertbar sollen sie die Kosten auf ein Minimum reduzieren. Wie eine Art „Taxisystem“ sollen sie permanent Satelliten in das Weltall transportieren. Das funktioniert schon sehr gut. Das Unternehmen Rocket Lab aus Kalifornien etwa hat sich fest am Markt für private Raketenstarts im Bereich klein bis mittelgroß etabliert. Von Startplätzen in Neuseeland und im Bundesstaat Virginia hob die Electron-Rakete im zurückliegenden Jahr 21 Mal ab, und das jedes Mal erfolgreich. Die Electron wird von Experten als sehr zuverlässig gelobt. Seit ihrem Debüt im Jahr 2017 ist sie insgesamt 79-mal ins All geflogen und hat dabei nur vier Ausfälle verzeichnet. Allerdings hapert es noch bei den Kosten. Diese sind pro Kilogramm Transportlast in die erdnahe Umlaufbahn um ein Vielfaches höher als etwa bei SpaceX. Doch Rocket Lab bietet seinen Kunden gewisse Vorteile. So müssen sie auf keinen Starttermin warten, sondern können individuell bestimmen, wann die Rakete abheben soll. Rocket Lab ermöglicht also eine schnelle Verfügbarkeit, im Gegensatz zu SpaceX, wo die Kunden auf den Zeitplan des Hauptnutzlastgebers warten müssen. Vor allem das US-Militär schätzt diesen Service und gehört zum festen Kundenstamm der Kalifornier. Zudem will Rocket Lab mit der neuen kostengünstigen Rakete Neutron, die noch im laufenden Jahr ihr Debüt feiern soll, in Zukunft auch preislich attraktiv sein. Mit der Neutron sollen die Kosten für den Transport von Satelliten ins Weltall auf das Niveau von SpaceX und der Falcon 9 gesenkt werden. Der Aktie von Rocket Lab bekam das gut. Von einem Tief bei  22 Euro im Juni 2025 kommend, eroberte die Aktie im Januar 2026 einen neuen Höchststand von 83 Euro im Januar 2026. Aktuell  bewegt sich das Papier um die 70 Euro.

Der Wettbewerb wird zunehmen, auch Deutschland mischt fleißig mit. Jede Menge kleinere private Unternehmen, teilweise im Start-up-Format, wie Isar Aerospace, Hyimpulse und Rocket Factory Augsburg (RFA), tüfteln an Raketen. Auch wenn diese Unternehmen nicht über die gleichen finanziellen Mittel wie die großen Unternehmen aus den USA verfügen, in Sachen Know-how können sie locker mithalten. Dann gibt es natürlich die zahlreichen, Zulieferer, zum Beispiel die zum Bremer Konzern OHB gehörende MT Aerospace aus Augsburg, die zwar keine Raketen bauen, aber wichtige Schlüsselkomponenten liefern. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat laut dem Bundesverband BDLI 2024 einen Umsatz von mehr als 52 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 13 Prozent. Dabei entfallen rund 3 Milliarden Euro auf die Raumfahrt. Die Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor dürften aber höher liegen.

In das Stammbuch der Bundesregierung zum ersten Jahrestag geschrieben

You can fool all the people some time and you can fool some people all the time, but you can´t fool all the people all the time. Zu gut deutsch heißt der Spruch, der Präsident Abraham Lincoln zugeschrieben wird: Man kann alle Menschen eine Zeit lang täuschen und man kann einige Menschen die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht alle Menschen die ganze Zeit täuschen. Das war zu einer Zeit als die USA noch von richtigen Präsidenten regiert wurde, die vor ihrem Regierungshandeln nachgedacht haben.

Wir wissen zwar seit den Golfkriegen und diverser kleinerer Scharmützel, dass die USA die Kriegspropaganda und die dazugehörige Message Control zwar nicht erfunden hat, das waren wohl wir hier in Mitteleuropa, diese aber perfektioniert hat. Konkret  dürfte es zum Beispiel so sein, dass die US-Basen in der Golfregion wesentlich mehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, als das weithin bekannt ist. Ebenso, das die umkämpfte Straße von Hormus der Welt vor Augen führt, wie schwach der aktuelle US-Präsident agiert. Aber Fakt ist, eine Welt ins wirtschaftliche Chaos zu stürzen, nur weil die USA-Regierung mit militärischen Fehlleistungen glänzt, das geht schon mal gar nicht.

Übrigens, möglicherweise hat man sich da nicht nur in sein eigenes Knie geschossen, sondern gleich in beide, also ins wirtschaftliche und ins militärische. Werden auch wir fraglos unter dem ersten Schuss massiv zu leiden haben – die Goldmänner (Goldman Sachs) gehen scheinbar davon aus, dass die leicht verfügbaren Reserven an Diesel, Kerosin etc. noch etwa 45 Tage reichen werden. So könnte der zweite Schuss ins eigene amerikanische Knie für Europa und den Rest der Welt die Chance sein, die globalen Kräfteverhältnisse neu zu kalibrieren. Zumal der amerikanische Clown im Weißen Haus, denkt Deutschland muss nur kuschen vor ihm, dann ist alles wieder gut. Die Bundesregierung könnte ja auch die Stützpunkte der US-Army kündigen. Machen wir natürlich aus Angst vor den Russen nicht wirklich… aber so ein Gedankenspiel wäre vielleicht gar nicht schlecht, um den Irrwisch in Washington zu Vernunft zu bringen.

China einerseits beobachtet die ganze Geschichte sowieso mit gewohnt relativer Gelassenheit, langfristigen strategischen Blicken und dürfte aufgrund von Nachschubleistungen aller Art auch einen gewissen Hebel auf Russland haben. In Europa liegt unterdessen natürlich einiges im Argen, aber – und ihr Autor glaubt, dass wir uns hier ein bisschen unterschätzen – hat man erst einmal angefangen, in eine gemeinsame Richtung zu marschieren, entwickeln wir schon eine gewisse Überzeugung und sind durchaus bereit auch schmerzhafte Opfer zu bringen.

Weniger erfolgreiche Beispiele aus dem Deutschland der jüngeren Vergangenheit sind zum Beispiel die Atomkraft oder die Autoindustrie, die man kaltlächelnd verschiedenen Überzeugungen geopfert hat. Wer sagt, dass diesmal die Überzeugung nicht die vernünftigere ist und wir uns im Schatten der geopolitischen Bedeutungslosigkeit wieder zu alter Stärke aufschwingen. Aber jetzt wieder back to the Kernkraft dürfte wohl auch der  verkehrte Weg sein und wird von den Energiekonzernen total abgelehnt, auch wenn der bayerische Provinzgouverneur von Mini-AKWs träumt. (Bei einer möglichen Endlagerfrage in Bayern wird er dann wieder einen Rückzieher machen, wie immer!). Die damalige Bundesregierung, (wer hat da wohl regiert?), hat Deutschlands weltweit führenden Rolle in der Solarindustrie eiskalt wiederum globalen Interessen geopfert. Jetzt sind wir froh, dass das Reich der Mitte uns (noch) nicht gänzlich von Solarmodul-Lieferungen ausgeschlossen hat.

Falls wir nicht zu alter ökonomischer Stärke zurückfinden, werden es andere tun. Es werden sich zwischen Brasilien, Indien und ein paar anderen, sicher Staaten finden, die sich freuen würden, die Lücken im globalen Machtgefüge zu füllen. Es wäre eben nur schade, um die Möglichkeit, selbst als Europa die Lücke zu füllen.

Diese Regierungskoalition blockiert sich selber, der kleinere Partner bestimmt die Themen und die Richtung, eigentlich sollte es umgekehrt sein. Sozialromantik, Klientel-Politik und Lobbyismus bestimmen bspw. auch wieder die Debatte zur vorgelegten Gesundheitsreform. Eigentlich keine Reform, sondern eher ein Reförmchen, das gemäß Struck`schen Gesetz bestimmt nicht so im Bundestag und Bundesrat inklusive möglichen Vermittlungsausschuss verabschiedet werden wird. Die 16 Milliarden Euro  geplanter Einsparungen werden wir wahrscheinlich auch nicht erleben, ebenso wenig wie die von allen erhofften Beitragssenkungen für Arbeitnehmer und ja auch für Arbeitgeber bzw nicht zu unterschätzen Rentenversicherungsträgern. Eine Rentenreform folgt ja auch noch.

Kann doch nicht sein, dass keiner von den demokratisch legitimierten Volksvertretern den Mut aufbringt, irgendwelche Dinge beim Namen zu nennen und Entscheidungen zu treffen. Wir als Steuerzahler und Wähler fragen uns – Spritpreisbremse, Bankenabgabe, motorbezogene Versicherungssteuer auf E-Autos, Agrardiesel-Subvention etc.- Geht´s noch und das alles nur, um vielleicht beim nächsten Mal, egal wann, wiedergewählt zu werden. Oder eben auch nicht. Vielleicht schafft es diese Koalition in den kommenden drei Jahren noch eine Wende zum Besseren zu vollziehen. Es wird schmerzhaft für alle werden. Wenn nicht, sollte die nächste Bundesregierung aus Technokraten gebildet werden, die die Dinge wirklich ohne parteipolitischen Kalkül anpacken.

In diesem Sinne auf die nächsten Jahre! (oder auch weniger…)

Die Märkte präsentieren sich dank des gesunkenen Ölpreises stark, obwohl noch kein Friedensabkommen zwischen den Kriegsgegnern unterschrieben ist, ja noch nicht einmal die Kappe von den Stiften gezogen ist. Einmal mehr sind es die guten Arbeitsmarktdaten in den USA neben den KI-Phantasien der Anleger, die für einen massiven Kursaufschwung an den Börsen sorgen. Private Unternehmen schufen im April per Saldo 109.000 neue Stellen. Der stärkste Zuwachs seit gut einem Jahr ist breit getragen über Branchen und Unternehmensgrößen. Gleichzeitig bleibt das Lohnwachstum oberhalb der Inflationsrate und stützt die Kaufkraft vieler Haushalte, was für den Binnenkonsum gut ist. Irgendetwas machen die USA besser als Deutschland.

Der Blick über die Märkte – New Space (Teil 1)

Die Zukunft der Börsen liegt auch in den unendlichen Weiten des Universums. Okay, wir sind mit unseren NDAC‑Clubfonds nicht direkt an den Entwicklungen in der Raumfahrt beteiligt. Aber mit unserem Depotwert Scottish Mortgage sind wir bekanntlich zumindest indirekt über die Beteiligung am Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX engagiert. Aber was heißt hier Zukunft? Es ist bereits Gegenwart und existiert längst nicht mehr nur in den Vorstellungen der Utopie‑Autoren. Lassen wir die Träume also beiseite und begeben uns in die Realität der Börsenwelt im All.

Die Laser‑Weltraumkommunikation nutzt Infrarotlicht statt Funkwellen, um Daten mithilfe von Laserstrahlen zwischen Satelliten oder zur Erde zu übertragen. Bleiben wir beim Begriff „Weltraumlaser“: Er ermöglicht deutlich höhere Datenraten und eine bessere Abhörsicherheit. Zudem arbeiten nicht wenige Staaten intensiv auch an Lasern als Waffe. Gezielte „Strahlen“ auf einen Gegner können dessen Kommunikations‑ und Energiesysteme lahmlegen, anfliegende Raketen abschießen oder Satelliten zerstören. Ferne Zukunft ist das nicht mehr.

Allein im laufenden Jahr dürften mit Technologien rund um das All weltweit etwa 700 Milliarden US‑Dollar umgesetzt werden – mit schnell anziehender Tendenz. Bereits zu Beginn der 2030er‑Jahre rechnen Beobachter mit dem Vordringen in den „Eine‑Billion‑Dollar‑Raum“ bei den Umsätzen. Die Space Economy, die Weltraumwirtschaft, boomt. Während die World Economy extreme Schwächezeichen aufweist und die Globalisierung ins Stocken geraten ist, kann davon bei der Space Economy keine Rede sein. Dabei hat die Weltraumwirtschaft gerade erst begonnen, sagen Beobachter.

Satelliten helfen uns derzeit dabei, weltweit zu kommunizieren und die Erde zu beobachten. Von Zeit zu Zeit fliegen auch Menschen in den Weltraum, um auf Raumstationen Forschung zu betreiben. Doch der nächste Schritt soll deutlich weiter gehen: eine ständig bemannte Station auf dem Mond, in einigen Jahren auch auf dem Mars. Danach soll auch die Rohstoffproduktion im Weltall beginnen. Auf dem Mond etwa vermutet man Vorkommen von Eisen, Titan und Aluminium. Auch die irdischen Energieprobleme sollen so gelöst werden, etwa durch großflächige Sonnensegel, die die Kraft der Sonne einfangen und zur Erde leiten. Visionen über Visionen – manches vielleicht übertrieben, vieles aber durchaus umsetzbar. Der Weltraum wird „privatisiert“, denn staatliche Weltraumorganisationen wie beispielsweise die amerikanische NASA, die europäische ESA oder die chinesische CNSA können das weder allein noch im Verbund leisten.

Nach der erfolgreichen Artemis‑Mission der NASA rückt nun als nächstes Ziel eine weitere Mondlandung in den Fokus. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird die Menschheit die Eröffnung der ersten Mondstation und damit eine zeitweilige oder auch längere Besiedlung des Mondes erleben.

Einer der zentralen Antreiber ist Elon Musk. Der Tesla‑Chef hat mit dem eingangs erwähnten SpaceX ein Raumfahrtunternehmen gegründet, das schon heute maßgeblich die Weltraumambitionen der USA vorantreibt. Mit der Rakete Falcon 9 und dem Raumgleiter Dragon 2 versorgt SpaceX unter anderem die Internationale Raumstation ISS und bringt regelmäßig Satelliten ins All. Mit fast 330 Raketenstarts hat SpaceX im zurückliegenden Jahr über die Hälfte aller weltweit registrierten Flüge ins All unternommen. Für Elon Musk ist dies nicht nur ein enormes Geschäft, sondern auch ein erheblicher Prestigegewinn.

Die private Weltraumwirtschaft könnte nach dem geplanten Aus der ISS im Jahr 2030 endgültig durchstarten. Die ISS gilt als der „letzte“ große Versuch, den Weltraum primär durch staatliche Akteure zu erschließen – zumindest in den westlichen Industrienationen. Die NASA sowie das europäische Pendant ESA zählen bislang zu den wesentlichen Geldgebern der ISS. Die staatlichen Haushalte der USA und der Mitgliedsstaaten der ESA stehen jedoch massiv unter Druck. In den USA hat die Regierung den Plan, sich schrittweise aus der Space Economy zurückzuziehen und diese weitgehend zu privatisieren. In Europa ist diese Entwicklung noch nicht ganz so ausgeprägt, doch auch hier mehren sich die Stimmen, staatliche Subventionen abzubauen und privaten Akteuren das Spielfeld zu überlassen. Ähnlich wie in der irdischen freien Marktwirtschaft, in der sich der Staat auf die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen konzentriert, sollen staatliche Akteure auch im Weltraum bestenfalls als Schiedsrichter bei Streitfällen fungieren.

Das könnte durchaus ein Erfolgsrezept für das Weltraumgeschäft sein und neues privates Investorenkapital auch in Europa freisetzen. Die fortschreitende Kommerzialisierung des Weltraums hat im englischen Sprachraum bereits einen neuen Begriff hervorgebracht. In Anlehnung an die New Economy um die Jahrtausendwende werden die Aktivitäten heute unter dem Begriff NewSpace oder New Space zusammengefasst.

New Space arbeitet eng mit den Akteuren einer gewandelten NASA zusammen – und Europa wird diesem Weg wohl sehr bald folgen.

Die Büchse der Pandora schnell wieder schließen

Während der Mann im Weißen Haus sich aktuell im königlichen Glanz von Seiner Majestät König Charles III. nebst Gattin sonnte und es genoss, nach den Schüssen im Weißen Haus schon wieder im Mittelpunkt zu stehen, kämpfen sehr viele Volkswirtschaften gegen die wirtschaftlichen Folgen der Schließung der Straße von Hormus durch den Iran und die US‑Navy.

Tatsächlich scheinen viele Zeitgenossen noch nicht verstanden zu haben, wie gravierend sich die vom US‑Präsidenten verursachte Energiekrise entwickeln könnte. Während hierzulande die meisten angesichts des sich abzeichnenden Kerosinmangels um den Urlaub bangen, wird beispielsweise in der Landwirtschaft die Düngemittelknappheit bereits thematisiert und auf steigende Preise für Nahrungsmittel in den kommenden Monaten hingewiesen. Nur wenige Tanker lässt die iranische Mafia gegen die Zahlung eines hohen Schutzgeldes die ihnen gehörende Wasserstraße passieren.

Und es geht noch weiter. Okay, es war nur ein Gedankenspiel. Aber ein sehr gefährliches, das der indonesische Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa da publik werden ließ. Seine Regierung erwäge nach dem Vorbild der Iraner, für die wichtige Passage der Meerenge von Malakka eine Maut zu erheben. Das würfe ordentlich etwas ab – immerhin werden durch diese Wasserstraße 40 Prozent des Welthandels verschifft. Für ungezählte Unternehmen weltweit und ihre bestehenden Lieferketten käme dieser Würgegriff hingegen einem Albtraum gleich.

Das sind sie also, die Folgen des Trumpismus. Mit seinem rücksichtslosen Gebaren – von den Zöllen über das Kidnappen eines gewählten Präsidenten bis hin zum Angriff auf den Iran – hat der Mann ein Gespenst heraufbeschworen, das die globalisierte Welt in die tiefste Krise seit Jahrzehnten stürzen kann. Protektionismus klingt an sich harmlos, wirkt jedoch umso brutaler, wenn er das Vertrauen zwischen Handelspartnern erst einmal zerstört hat und jedes Land nur noch für sich selbst sorgt. Für Exportnationen wie Deutschland ist es pures Gift, das die Bundesregierung nicht einmal mit weiteren Sondervermögen lindern kann.

Da waren es nur noch elf. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihren Austritt aus der Ölallianz OPEC und dem erweiterten Verbund OPEC+ zum 1. Mai 2026 erklärt. Im Zuge des Krieges gegen den Iran hatten die Emirate schwere Vorwürfe gegen andere arabische Staaten erhoben. Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die Exportländer und deren De‑facto‑Anführer Saudi‑Arabien, zumal der Krieg im Iran bereits einen historischen Energieschock ausgelöst hat und die Weltwirtschaft weiter verunsichern wird.

Für den US‑Präsidenten ist der Austritt der VAE dagegen ein großer Erfolg. Er hatte der Organisation vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise „auszunehmen“ (da mag er ja auch einmal recht haben …). Mit dem Austritt der VAE sind noch elf Staaten Teil der OPEC. Dazu zählen Algerien, Äquatorialguinea, Gabun, Irak, Iran, die Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi‑Arabien und Venezuela. Indonesien hatte die OPEC 2016 verlassen, Katar trat 2019 aus, Ecuador 2020. Zuletzt verließ Angola 2023 die Gemeinschaft. Wie lange Venezuela noch Mitglied bleiben darf, weiß man nicht so genau.

Ach ja, und da war auch noch die Anhörung des designierten Fed‑Chefs Kevin Warsh, dem Favoriten des Weißen Hauses. Warsh betonte mehrfach und unter Eid, dass Trump ihn zu keinem Zeitpunkt auf einen bestimmten Zinskurs oder Zinssenkungen festgelegt habe – „und ich hätte dem auch niemals zugestimmt“. Er bezeichnete sich als „unabhängigen Akteur“ und stellte klar, nicht als „Marionette“ agieren zu wollen. Zugleich verwies er darauf, dass sich die Unabhängigkeit der Fed letztlich durch Ergebnisse legitimieren müsse – insbesondere durch Fortschritte bei der Preisstabilität.

Inhaltlich setzte Warsh einen klaren Schwerpunkt: „Inflation ist eine Entscheidung, und die Fed muss dafür die Verantwortung übernehmen – ohne Ausreden oder Ausflüchte.“ Die aktuelle Teuerung in den USA liegt mit rund 3,3 Prozent Gesamtinflation und etwa drei Prozent Kerninflation (PCE, Wert der privaten Konsumausgaben) weiterhin über dem Zielwert. Aus Warshs Sicht hat die Inflation noch „einen Weg vor sich“, bis sie nachhaltig auf zwei Prozent zurückgeführt werden kann. Das wird dem Don nicht gefallen. Die von Warsh geplanten Reformen werden wir vorstellen, wenn Warsh das Amt von Powell übernommen hat. Er muss allerdings noch gewählt werden.

Konsumenten im Euroraum erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine spürbar höhere Inflation – das ergab die März‑Umfrage der Europäischen Zentralbank. Die erwartete Teuerung sprang auf 4,0 Prozent nach 2,5 Prozent im Februar. Auch die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren stiegen von 2,5 auf 3,0 Prozent, während der Ausblick auf fünf Jahre nur leicht von 2,3 auf 2,4 Prozent zulegte und damit weiter über dem mittelfristigen Zielwert der EZB von 2,0 Prozent liegt. Das unterstreicht, wie stark Inflationserwartungen auf Energiepreise reagieren. Der Binnenkonsum wird dadurch erheblich gebremst.

Trotzdem wird es bei den aktuellen Sitzungen von Fed und EZB wohl keine Leitzinserhöhungen geben. Die Zentralbanken werden weiter abwarten. In den USA wegen der Wahl des neuen Fed‑Chefs, und im Euroraum hoffen die Entscheider darauf, dass es vielleicht doch noch ein schnelles Ende des Iran‑Konflikts geben könnte. Im Juni wird es dann wohl eine Zinserhöhung geben; zumindest wird die EZB dann auf die Inflationsgefahr reagieren müssen. Die Währungshüter in Frankfurt haben schon einmal versucht, die Inflation auszusitzen – und das ging bekanntlich gewaltig schief.