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Im Westen nichts neues

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Es kam, wie es allgemein erwartet wurde, die Fed folgt der EZB nicht und lässt sich damit auch nicht unter Druck setzen. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belässt den Leitzins wie erwartet zum siebten Mal in Folge unverändert auf dem höchsten Niveau seit 23 Jahren. Er liegt damit weiterhin in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent, wie der Zentralbankrat um Fed-Chef Jerome Powell in Washington mitteilte. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken Zentralbankgeld leihen.

Die Notenbank der größten Volkswirtschaft der Welt hat seit März 2022 ihren Leitzins im Kampf gegen die Inflation im rekordverdächtigen Tempo um mehr als fünf Prozentpunkte angehoben. Zuletzt drehte sie allerdings nicht mehr an der Zinsschraube und ließ den Leitzins stabil.

Trotz einer zuletzt überraschenden Entspannung an der Preisfront dürften die Währungshüter laut Experten noch einige Monate warten, bis sie einen ersten Schritt nach unten wagen. Nachdem die Inflationsrate im Mai überraschend auf 3,3 Prozent gefallen ist, machen die Währungshüter nun in jüngsten Monaten einen “moderaten weiteren Fortschritt” auf dem Weg zu ihrem Ziel einer Teuerungsrate von zwei Prozent aus.

Ihr Autor hätte diese Konsequenz gern auch von der EZB gesehen. Aber gehen wir einmal davon aus, dass die EZB wirklich nur eine Zinssenkung vornimmt.

Viel mehr Sorgen machen sich dagegen die Autobauer, ob der angedrohten Strafzölle auf chinesische E-Autos. Wohlgemerkt nur die deutschen. China ist der größte Absatzmarkt für die deutsche Automobilindustrie. Dass die Chinesen die deutschen E-Fahrzeuge, nun sagen wir mal meiden, geschenkt. Trotzdem hat Deutschland mit Rücksicht auf die heimische Automobilindustrie versucht, die ja dort auch produziert, die Strafzölle zu verhindern. Die Europäische Kommission verhängt nichtdestotrotz Strafzölle auf bestimmte Elektroautos aus China. Betroffen seien Modelle der Hersteller BYD, Geely und SAIC, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Für BYD soll demnach ein Importzoll von 17,4 Prozent, für Geely von 20 Prozent und für den staatlichen chinesischen Volkswagen-Partnerkonzern SAIC von 38,1 Prozent gelten. Die Kommission begründete den Schritt damit, dass E-Autoimporte aus China der europäischen Autobranche schadeten. Vorher lag der Zoll bei 10 Prozent.

Damit folgt die EU den Vorgaben aus den USA, also zumindest etwas. Die USA hatten bereits im Mai Sonderzölle von 100 Prozent gegen Elektroauto-Importe und andere Produkte aus China verhängt.

Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hätten mögliche EU-Zölle auf chinesische Autos spürbar steigende Kaufpreise für Elektroautos zur Folge.

Die chinesische Regierung hatte die EU wiederholt davor gewarnt, die Einfuhrzölle auf Elektroautos aus China zu erhöhen. „Letztendlich würde dies den eigenen Interessen der Europäischen Union schaden“, sagte ein Sprecher des Außenamtes. Die Anti-Subventionsuntersuchung der EU-Kommission sei »Protektionismus« und solle offenbar eine „Ausrede“ für die Einführung von Schutzzöllen liefern. (so kann man es natürlich auch sehen). Das Vorgehen Brüssels verstoße „gegen die Grundsätze der Marktwirtschaft und die internationalen Handelsregeln und untergräbt die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zwischen China und der EU sowie die Stabilität der globalen Automobilproduktion und der Lieferketten.“

Gab es für solche Konflikte nicht einmal die WTO? Alle Staaten, die von den Sanktionen betroffen sind, sind Mitglied der WTO. Es wäre vielleicht sinnvoller gewesen, wenn sich die Staaten in diesem Gremium zusammengesetzt und eine Lösung gefunden hätten, mit der alle Seiten leben können. Jetzt dagegen droht ein Handelskrieg, in dem sich Europa nur noch entscheiden muss, zwischen USA und China. Wir wissen alle, wofür sich Europa entscheiden wird.

Lange nichts mehr von Neuerungen der Indexzusammensetzungen in der DAX-Familie gelesen. Ab Montag dem 24. Juni wird sich auch nicht viel ändern, denn der DAX40 bleibt unverändert. Gleiches gilt für den TecDAX. Nur im MDAX und SDAX gibt es Veränderungen. Die erste im MDAX ist der Touristikkonzern TUI, der im Frühjahr an die deutsche Börse zurückgekehrt war. Die zweite ist Rational. Der Großküchenausstatter war aus dem MDAX verbannt worden, weil der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans Maerz nach mehr als zwölf Jahren im Amt nicht mehr als unabhängiges Mitglied galt. Dieser hat bei der Hauptversammlung im Mai aber nicht mehr kandidiert. Damit war der Weg frei für eine Rückkehr in den MDAX. Der dritte MDAX-Neuling und einziger echter Aufsteiger ist Traton. Der Lkw-Hersteller (MAN, Scania) steigt vom SDAX in den Midcap-Index auf. Die VW-Tochter ist immerhin seit 2019 an der Börse gelistet. Seit dem vergangenen Jahr hat sich der Aktienkurs stark entwickelt und im April ein neues Allzeithoch erreicht. Den umgekehrten Weg tritt wie erwartet Morphosys an. Nach dem Übernahmeangebot des Pharmariesen Novartis reicht der Streubesitz des Biotech-Unternehmens nur noch für einen Platz im SDAX. In den Nebenwerte-Index absteigen müssen außerdem der Autovermieter Sixt und der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar. Ebenfalls neu im SDAX ist die im März an die Börse zurückgekehrte Parfümerie-Kette Douglas. Ihren Platz räumen müssen Heidelberger Druck, der Versicherer W&W sowie der Wasserstoff-Spezialist ThyssenKrupp Nucera. Diese sind künftig in keinem Index mehr gelistet.

Auweia, die Aktie unseres Depotwertes Nvidia gab am 11. Juni um rund 90 Prozent nach. Doch keine Sorge, verantwortlich für den „Kurssturz“ war nicht etwa ein Insolvenzantrag des KI-Profiteurs Nvidia, sondern ein Aktiensplit im Verhältnis 1:10.

Nur zur Erinnerung, bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, mit der Aktien optisch attraktiver gemacht werden. Kostet eine Aktie 500, 1.000 oder gar 10.000 Dollar oder Euro, dann erscheint sie optisch sehr teuer. Das schreckt mögliche Investoren ab. Dieses Problem löst wie üblich ein Aktiensplit: Die Zahl der Aktien wird vervielfacht, das Grundkapital bleibt gleich. Dadurch reduziert sich der Preis pro Aktie. Die Aktien erscheinen den Anlegern günstiger und somit attraktiver. Durch diesen „Trick“ fließt dem Unternehmen jedoch kein frisches Geld zu, alles bleibt wie gehabt. Nur die Proportionen haben sich bei der Aktie verschoben und sie wird wieder mehr nachgefragt, der Kurs wird also wieder steigen. Kann uns nur recht sein.

Die EZB hat entschieden und das Leben an den Märkten geht weiter

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Die Europäische Zentralbank senkt erstmals seit 2019 die Zinsen. Der Leitzins wird um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent nach unten gesetzt. Dieser Schritt war erwartet worden und ist bereits in den Märkten eingepreist. Von einer Zinswende zu sprechen, ist nach Ansicht ihres Autors zu früh. Eher ist es ein Experiment, um zu sehen, wie die Inflation darauf reagiert. Trotzdem ist der erste Jubel an den Börsen über die Zinssenkung verständlich.

Und wieder hat es eine Region in Süden Deutschlands getroffen, in der leider Land unter war. Für die Menschen eine Katastrophe biblischen Ausmaßes. Die jüngste Flutkatastrophe wird teuer für die Versicherungsbranche – auch wieder einmal. Experten warnen angesichts der immer höheren Schadensummen durch Naturkatastrophen vor einer systemischen Gefahr für die Versicherer. Nach Meinung der Kritiker sind viele Risikomodelle, mit denen die Wahrscheinlichkeit von Unwettern berechnet wird, veraltet. Eine Aktualisierung der Wettermodelle tut nach Einschätzung der Experten dringend not. Die Ratingagentur Moody’s hatte bereits zur Weltklimakonferenz im Herbst 2023 gewarnt, dass immer größere Teile der Wirtschaft von Umweltrisiken betroffen sind. Die Gesamtsumme der von Moody’s bewerteten Firmen mit hohem oder sehr hohem Umweltrisiko übersteigt vier Billionen US-Dollar, mehr als das Doppelte der zwei Billionen US-Dollar im Jahr 2015, als das Klimaabkommen von Paris unterzeichnet wurde. Im vergangenen Jahr, dem heißesten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, waren Unwetter wie das jetzige in Süddeutschland für 86 Prozent der weltweiten Versicherungsschäden verantwortlich, so der Versicherungsmakler Aon. Wenn nicht bald eine Pflichtversicherung gesetzlich eingeführt wird, werden wohl sehr viele ihren Versicherungsschutz verlieren.

Irgendwo sind gefühlt überall und immer Wahlen. Das Problem ist, die Wahlen haben Einfluss auf die Politik bis zum Ende der Wahlperiode. Aber bspw. die Europawahlen werden nicht so ernst genommen, da sich politisch in den einzelnen Mitgliedsländern nicht viel ändern wird.

Anders sieht das schon in Indien aus. Auf dem indischen Subkontinent blieb der erwartete erdrutschartige Sieg der Partei BJP des amtierenden Premierministers Narendra Modi aus. Nachwahlbefragungen hatten nahegelegt, dass die Partei zwischen 350 und 380 von insgesamt 543 Sitzen im Parlament ergattern könnte. Bei den Auszählungen der Wahlzettel stellte sich jedoch heraus, dass es eher um die 240 werden dürften und damit nicht einmal die Hälfte der Sitze. Modi dürfte zwar weiterhin eine dritte Amtszeit bevorstehen, jedoch nur mit der Hilfe von Koalitionspartnern. Durch die kleinere Mehrheit wird es für die künftige Regierung schwerer, wirtschaftliche Reformen durchzusetzen. Nachdem die erwartete politische Stabilität dem Leitindex Nifty 50 am Montag noch zu einem Plus von 3,4 Prozent verholfen hatte, brachen die Kurse angesichts der widrigen Lage um fast sechs Prozent ein. Indische Aktien bleiben angesichts des enormen Wirtschaftswachstums des Landes jedoch weiterhin attraktiv. Rücksetzer können Anleger entsprechend zum Aufbau von Positionen nutzen, viel ändern wird sich in dem Riesenland in der Wirtschafts- und Finanzpolitik auch nach dem amtlichen Endergebnis nicht.

Wenn der Aktienkurs unseres Depotwerts Johnson & Johnson in den nächsten Wochen und Monaten schwankt, dann ist das kein Wunder. J&J hat in der Klagewelle um mutmaßlich asbestverseuchtes Talkumpuder einen weiteren Rückschlag erlitten. Ein Geschworenengericht in Portland sprach der Klägerin und ihrem Ehemann 60 Millionen Dollar Schadenersatz und eine Strafzahlung von 200 Millionen Dollar zu. Das Unternehmen sieht sich in den USA mit Klagen von mehr als 61.000 Klägerinnen und Klägern wegen seines Talkum-Puders konfrontiert. Die überwiegende Mehrheit der Kläger sind Frauen mit Eierstockkrebs, nur eine kleine Minderheit sind Mesotheliom-Patienten. Irgendwie erinnert das alles an den Bayerkonzern.

Der deutsche Staat hat binnen weniger Stunden 2,43 Milliarden Euro mit dem Verkauf von Telekom-Aktien erlöst und will das Geld in die Sanierung der Bahn stecken. “Der Bund wird den ihm durch die Transaktion zufließenden Nettoerlös einsetzen, um das Eigenkapital der Deutschen Bahn AG zu stärken und die Bahninfrastruktur in Deutschland zukunftsweisend auszubauen”, teilte das Finanzministerium mit. Eine Summe wurde darin nicht genannt. 110 Millionen Aktien unseres Depotwertes fanden neue Besitzer.

Und ein neuer großer Börsengang bahnt sich an. Shein, der ursprünglich aus China stammende Online-Händler für Billig-Klamotten, plant Medienberichten zufolge einen Börsengang in Großbritannien. Das Unternehmen wolle der Londoner Börsenaufsicht in den kommenden Tagen ein entsprechendes Angebot unterbreiten, berichtete unter anderem die “Financial Times.“ Mit einer möglichen Bewertung von rund 50 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro) könnte es einer der größten Börsengänge in London in jüngerer Zeit werden.

Trotz Hype um Abnehmspritzen wie Wegovy: Die Menschen schlemmen weiter Hamburger und anderes Fast Food. Nun lanciert unser Schweizer Depotwert  Nestlé eine neue Produktlinie, extra für die Wegovy-Konsumenten. Diese kämpfen nämlich oft mit einem Verlust an Muskelmasse und einer Unterversorgung mit Spurenelementen und Nährstoffen. Die neuen Nestlé-Produkte adressieren diese Probleme. Mit riesigem Potenzial, Millionen Menschen, vor allem in den USA, könnten bald auf spezielle Diäten angewiesen sein. Und auch das Schweizer Pharmaunternehmen Galderma möchte von dem Abnehmboom profitieren. Mit Botox- und Hyaluronspritzen verhilft die ehemalige Nestlé-Dermatologietochter den Reichen und Schönen der Welt zu einem vermeintlich jüngeren Aussehen. Dass solche Eingriffe gerade boomen, liegt auch am Siegeszug von Abnehmspritzen. Denn der schnelle Gewichtsverlust führt nicht nur bei Hollywoodstars zu einem sogenannten Ozempic Face, einem eingefallenen und skelettartigen Gesicht. Und dagegen hilft eben nur ein kleiner Eingriff der Marke Galderma. Da klingelt erst die Kasse bei unseren Werten Novo Nordisk und Ely Lilli und danach die bei Nestle, und jetzt auch noch bei Galderma, wobei letzteres nicht ganz sicher ist, wie der Aktienkurs zeigt. Das ist zwar insgesamt gut für unseren Clubfonds und auch der ganz normale Wahnsinn in der Branche.

Prognose und Realität

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Nein, ihr Autor wird jetzt nicht auf die vor wenigen Tagen mit großer medialer Spannung erwarteten Ergebnisse der Kommunalwahlen in dem kleinen Freistaat Thüringen eingehen. Dazu waren sie zu unbedeutend.

Wichtiger ist der Ifo-Geschäftsklimaindex. Der Index stagnierte bei 89,3 (April revidiert: 89,3) Punkten, wie das Münchener ifo-Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten zumindest einen Anstieg auf 90,5 Punkte prognostiziert. Für April waren ursprünglich 89,4 Punkte gemeldet worden.

Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der befragten Unternehmen sank auf 88,3 (Vormonat: 88,9) Punkte. Erwartet worden war auch hier ein Anstieg auf 89,6 Punkte. Der Index für die Geschäftserwartungen erhöhte sich auf 90,4 (revidiert: 89,7) Zähler. Die befragten Volkswirte hatten einen Anstieg auf 90,9 Punkte erwartet. Basis war ein vorläufiger April-Wert von 89,9 gewesen.

Die rund 9000 befragten Unternehmen bewerteten die Aussichten auf ihre künftigen Geschäfte im Mai besser, ihre aktuelle Lage schätzten sie hingegen schlechter ein. In der Industrie, im Handel und im Baugewerbe hellte sich das Geschäftsklima auf, im Dienstleistungssektor trübte es sich jedoch ein.

In den Monaten zuvor war das Stimmungsbarometer dreimal in Folge angestiegen, was in der Regel als konjunktureller Wendepunkt interpretiert wird. Allerdings notiert Deutschlands wichtigster wirtschaftlicher Frühindikator immer noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Volkswirte sind eben auch nur Menschen, könnte man daraus schlussfolgern. Aber so einfach dürfen wir die Sache nicht abtun. OK, ein Zehntel mehr oder weniger ist jetzt so schlimm, da es sich nur um prognostizierte Angaben handelt.

Das Problem besteht ganz einfach darin, dass jedes Unternehmen, egal ob börsennotiert oder nicht, bisher weiter vergebens auf eine massive Reaktion der Politik wartet. Sozusagen einen Wumms, meinetwegen auch dreifach oder noch höher, denn der Doppelwumms versandete irgendwo im Nirgendwo.

Wir haben nun schon fast ein halbes Jahr nichts mehr gehört als das ständige Klein-Klein der Politik, die sich den Realitäten der Ökonomie immer wieder verweigert. Da ist bspw. von der Kanzlerforderung eines Mindestlohnes von 15 Euro die Rede. Das ist erstens ein Affront gegen die Mindestlohnkommission, die allein über die Höhe desselben entscheidet und zweitens geht es an den konkreten Erfordernissen der Wirtschaft vorüber. Den Fachkräftemangel bekämpft man so nicht, der wird in höheren Regionen der Tariftabellen bzw. außertariflich entschieden.

Aber wenigstens die Rentenreform ist durch das Kabinett gegangen, auch wenn der Bundeshaushalt es nicht gerade hergibt. Die neue Aktienrente ist Bestandteil dieses Paketes. Ab 2024 zahlt der Bund jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag als Darlehen in ein Stiftungsvermögen, das Generationenkapital genannt wird. In diesem Jahr sind es zwölf Milliarden Euro. Der Betrag wird in den Folgejahren jährlich um drei Prozent erhöht. Im Jahr 2025 wären es laut Gesetzentwurf 12,4 Milliarden Euro, im Jahr 2045 schon 22,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen 15 Milliarden Euro, die der Bund bis 2028 aus eigenen Mitteln – etwa durch Übertragung von Vermögenswerten wie Unternehmensbeteiligungen – beisteuern will: „Bis zum Jahr 2036 soll das Generationenkapital ein Volumen von 200 Milliarden Euro erreicht haben.“ Dazu zwei Bemerkungen: Wenn es denn so bleibt, ist es nur ein erster Schritt in eine richtige Richtung. Andererseits haben wir es im Bundestag mit dem Struck’schen Gesetz zu tun, denn die Rentenpaket II genannte Vorlage umfasst weitaus mehr als die Aktienrente. Und schlussendlich kann dieser mutige Schritt der Umsteuerung in der Rentenpolitik in der Kompromissfindung durchaus noch kippen.

Da die Aktienrente auf Pump aufgebaut ist, müssen auch die Zinsen beachtet werden. Die EZB will die Zinsen ja eigentlich senken. Aber ihr Autor glaubt nicht an eine dauerhafte Zinssenkung, denn die EZB handelt nicht unabgestimmt mit der Fed. Und von dort kommen andere Signale. Es ist noch nicht mal fünf Monate her, als die Finanzmärkte bis zu sieben Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte bis Jahresende eingepreist hatten, wobei der erste Schritt schon für März erwartet wurde. Seither werden die Kürzungen der Leitzinsen nach und nach „ausgepreist“. Aktuell rechnet der Markt nur noch mit einer einzigen Zinssenkung im Jahr 2024. Aus dem jüngsten Sitzungs-Protokoll geht hervor, dass einige Fed-Mitglieder sogar zu weiteren Straffungen bereit sind. Denn das zentrale Problem der US-Wirtschaft ist der anhaltende Inflationsdruck, wie sich jüngst bei den dortigen Einkaufsmanagerindizes zeigte.

Und in der Tat, die Zeichen sprechen langsam gegen eine Zinswende auch bei der EZB. Die für Juni erwartete Zinswende in der Euro-Zone ist keinesfalls sicher. Stark gestiegene Löhne bauen neuerlichen Inflationsdruck auf und die Löhne haben sich, gemessen an einem von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhobenen Indikator, im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent erhöht. Das spricht gegen Zinssenkungen in diesem Jahr, wie sie an den Finanzmärkten bis in den Winter hinein prognostiziert worden waren, zumal die Inflation in Deutschland im Mai zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen ist. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im März und April lag die Teuerungsrate mit jeweils 2,2 Prozent noch auf dem niedrigsten Wert seit rund drei Jahren.
Aber von alldem lässt sich der europäische Aktienmarkt nicht beeindrucken. Europäische Aktien haben in den vergangenen Wochen erstmals seit Beginn des Russland-Ukraine-Krieges wieder Nettokapitalzuflüsse erfahren. Zuvor wurden Aktien aus Europa vielfach zugunsten anderer Regionen verkauft. Bemerkenswerterweise haben besonders europäische Investoren ihre Portfolios derart umgestellt, während US-Anleger ihre Positionen größtenteils beibehielten. Zuletzt fanden die Europäer jedoch wieder Gefallen an heimischen Aktien. Weitere Zuflüsse dürften im Jahresverlauf die Kurse stützen, ebenso die Käufe der Unternehmen selbst. In diesem Jahr könnten die Aktienrückkäufe des STOXX 600 von gut 150 Milliarden Euro auf über 160 Milliarden Euro steigen und für 2025 werden sogar 175 Milliarden Euro für realistisch gehalten. Aber auch hier müssen wir abwarten, ob und in welchem Umfang die Prognosen Realität werden.

Mehr Licht als Schatten an den Märkten

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Na also, geht doch, möchte man als Marktbeobachter fast meinen, denn die Berichtssaison der DAX40-Unternehmen konnte sich sehen lassen und dass trotz kumulierter Gewinne, die um zwölf Prozent niedriger lagen als im Vorjahresquartal. Aber schlussendlich lagen sie acht Prozent über den Erwartungen der Finanzexperten. Im Vergleich zum vierten Quartal 2023 sind die Gewinne um drei Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die DAX40-Umsätze im Vorjahres- bzw. Quartalsvergleich um jeweils fünf Prozent zurückgegangen.  Und wenn die Unternehmensgewinne trotz sinkender Umsätze steigen, dann haben wir es mit einer steigenden Gewinnspanne (Marge) zu tun. Und in der Tat, die Marge stieg folglich auf 7,5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2023. Vorausschauend überwog der Optimismus unter den Unternehmen. Acht Konzerne hoben ihre Geschäftsziele an, während nur ein Konzern den Ausblick nach unten anpasste. Nicht zuletzt infolge auslaufender Basiseffekte dürfte das Gewinnwachstum des DAX ab dem zweiten Quartal wieder positiv ausfallen. Der Index könnte daher weiter zulegen. Gut, wenn Anleger dann investiert sind. Zumal ja die Entwicklung noch durch eine erwartete Zinssenkung der EZB forciert werde könnte.

Übrigens, nur nebenbei bemerkt, auch die in den letzten Jahren viel gescholtenen Bankaktien aus Europa sind wieder im Kommen. Europäische Bankaktien stiegen im laufenden Quartal um 7,6 Prozent und schütteten knapp 2,9 Prozent Dividende aus. Damit hat der Sektor den breiten Markt um etwa sieben Prozentpunkte abgehängt. Woran liegt es? Rückenwind erhielten die Werte von den robusten Ergebnissen im ersten Quartal. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht. Gerechnet hatten Analysten mit einem Rückgang um acht Prozent. Der Zinsertrag nahm um sechs, die vereinnahmten Gebühren aus dem Investment- Banking und der Vermögensverwaltung um zwei Prozent zu. Gleichzeitig verharrten die Kosten entgegen der Erwartung eines leichten Anstiegs auf dem Vorjahresniveau. Ebenso mussten weitaus weniger Rückstellungen gebildet und Kredite abgeschrieben werden als befürchtet. Die harte Kernkapitalquote blieb bei robusten 14 Prozent. Aufgrund von positiven Gewinnrevisionen ist der Sektor trotz der Rally mit einem erwarteten KGV von 7,4 und einer Ausschüttungsrendite von elf Prozent interessant bewertet, so dass sich ein Einstieg nach wie vor lohnen könnte, auch wenn der Abstand zu den führenden US-Bankwerten doch noch erheblich ist. Und dazu passen auch zum Beispiel die guten Ergebnisse der griechischen Banken. Griechische Banken. da war doch mal was? So werden sich jetzt viele an die Eurofinanzkrise vor wenigen Jahren erinnern. Aber die Zeit ist vorbei. Seit Januar legte der griechische Bankenindex um 26 Prozent zu, denn im ersten Quartal erwirtschafteten die vier systemrelevanten Institute des Landes zusammen Reingewinne von mehr als einer Milliarde Euro. Für das Geschäftsjahr 2023 meldeten sie Gewinne von insgesamt 3,8 Milliarden Euro. Jetzt erwartet die Aktionäre ein Bonus: Die vier großen Geschäftsbanken – National Bank of Greece (NBG), Eurobank, Piraeus Bank und Alpha Bank – wollen ihren Anteilsinhabern für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende zahlen. Rund 840 Millionen Euro aus den Gewinnen des Geschäftsjahrs 2023 als Dividenden auszuschütten und für Aktienrückkäufe zu verwenden. Dafür brauchen sie allerdings noch das Einverständnis der Euro-Bankenaufsicht, denn Griechenland steht wegen der Finanzkrise 2008 noch immer unter Aufsicht der EBA in Paris.

Unser Depotwert Berkshire Hathaway hat wieder zugeschlagen. Still und heimlich hat sich die Investmentfirma von Warren Buffet über zwei Quartale hinweg beim Versicherer Chubb aus der Schweiz eingekauft. Das berichtet die “Financial Times” und beruft sich dabei auf von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichte Unterlagen. Demnach hat Berkshire Hathaway seit dem letzten Jahr Aktien im Volumen von 6,7 Milliarden Dollar erworben und profierte dabei von einer Sondergenehmigung der SEC. In der Regel erfolgt bekanntlich eine Bekanntgabe von Investoren Beteiligungen, die die 100-Millionen-Dollar-Grenze überschreiten. Der Grund für die Ausnahmegenehmigung ist nicht bekannt. Chubb ist einer der weltweit größten Versicherer und wird an der Börse derzeit mit 103 Milliarden Dollar bewertet.

Und eben gerade nach Börsenschluss am Mittwoch laufen auch noch die Zahlen von unserem NDAC-Clubfondswert NVIDIA über den Ticker. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Zahlenwerk wieder sehr gut ausgefallen. Der Umsatz des Unternehmens, dessen Komponenten beim Einsatz von KI-Modellen eine tragende Rolle spielen, betrug im Berichtszeitraum 26,04 Milliarden Dollar, nach 7,19 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz von 24,59 Milliarden Dollar erwartet, damit liegt NVIDIA über den Prognosen der Experten. Beim Gewinn legte der Tech-Riese einen Wert in Höhe von 6,12 Dollar je Aktie vor. Im ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres präsentierte NVIDIA noch einen Gewinn von 0,83 Dollar pro Anteilsschein. Auf Expertenseite wurde vorab ein Gewinn je Aktie von 5,60 US-Dollar veranschlagt, so dass das Unternehmen auch hier über der Expertenprognose liegt. Der Nettogewinn stieg um rund 600 Prozent auf knapp 14,9 Milliarden Dollar. Im laufenden Quartal erwartet NVIDIA nun einen Umsatz von 28 Milliarden Dollar (plus/minus zwei Prozent), knapp 1,4 Milliarden Dollar mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Der Konzern teilte mit, einen Aktiensplitt im Verhältnis 1:10 zu planen. Die Aktien legten im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent zu – übertrafen so erstmals die Marke von 1000 Dollar. In diesem Jahr sind sie damit bereits um mehr als 90 Prozent gestiegen, Anfang 2023 waren die Papiere noch für rund 140 Dollar zu haben. Inzwischen liegt der Börsenwert des Konzerns bei rund 2,2 Billionen Dollar.

Sie haben wieder in die Glaskugel geschaut

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Wir hätten es höchstwahrscheinlich auch ohne die Ratschläge der Wirtschaftsweisen bemerkt, die Erholung der deutschen Wirtschaft lässt weiter auf sich warten. Die fünf Wirtschaftsweisen, die die jeweilige Bundesregierung in ökonomischen Fragen beraten, erwarten in ihrem Frühjahrsgutachten für das laufende Jahr nur ein Miniwachstum von 0,2 Prozent. Damit korrigieren sie ihre Prognose vom Herbst um einen halben Prozentpunkt nach unten, damals gingen sie für 2024 beim Bruttoinlandsprodukt noch von einem Plus in Höhe von 0,7 Prozent aus. Wie oft muss eigentlich das gesamte Zahlenwerk noch der Regierung vorgelegt werden, bevor diese gegensteuert?

“Die privaten Haushalte konsumieren aktuell noch zurückhaltend, die Industrie und die Baubranche verzeichnen nur geringfügig neue Aufträge. Wir erwarten allerdings, dass die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres 2024 etwas an Fahrt gewinnt“. Im kommenden Jahr 2025 dürfte die Wirtschaft in Deutschland dann um immerhin 0,9 Prozent wachsen.

Helfen dürften dabei auch ein langsames Anziehen des Welthandels, der die Exporte steigert. Aber, so die Wirtschaftsweise Veronika Grimm: “Die exportorientierten Unternehmen sehen sich mit einem scharfen Wettbewerb, steigenden Arbeitskosten und weiterhin erhöhten Energiepreisen konfrontiert.”

Von einer deutlich positiveren Entwicklung gehen die Ökonomen bei der Inflation aus. Dieses Jahr rechnen die Experten mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 2,4 Prozent, 2025 dürfte sich der Preisauftrieb weiter abschwächen auf dann 2,1 Prozent im Jahresmittel. Das entspricht in etwa dem Ziel von zwei Prozent Jahresinflation, das sich die EZB für die gesamte Eurozone gesetzt hat. Trotz alledem, Optimismus sieht anders aus. Zumal wir ja nicht wissen, welchen Dilettantismus die Ampelregierung bei der nächsten Auseinandersetzung an den Tag legen wird.

Aber ganz im Gegensatz zu den Prognosen der Wirtschaftweisen stehen die Erwartungen des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) in Mannheim. Die Zahlenbasis ist umfangreicher, denn dabei werden rund 400 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland stiegen im Mai von 42,9 Punkten im Vormonat auf 47,1 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Februar 2022. Dies ist der zehnte Monat in Folge, in dem das Vertrauen der Finanzexperten zunimmt, was auf die Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland zurückzuführen ist.

Ihr Autor verzichtet auf weitere Expertenmeinungen, denn es gibt wirklich wichtigere Dinge, als in die berühmte Glaskugel zu schauen.

 

Die US-Regierung verkündete am Dienstag Anpassungen der Importzölle auf chinesische Produkte. Beispielsweise sollen auf Elektrofahrzeuge nun 100 Prozent erhoben werden und damit viermal so viel wie bisher. Die Zahlen erscheinen auf den ersten Blick hoch, und das ist im aktuellen Wahlkampf wohl auch so gewollt. Die Anpassungen betreffen jedoch gerade einmal Einfuhren im Umfang von 18 Milliarden US-Dollar, also vier Prozent der US-Importe aus China im Jahr 2023. Lithium-Ionen-Batterien sind die einzige Produktgruppe, die durch die Anhebung der Zölle stärker getroffen wird, da sie einen Großteil der Einfuhren ausmachen. Für sie sollen die Zölle von 7,5 auf 25 Prozent steigen. Von den aus China exportierten Elektrofahrzeugen gingen im letzten Jahr hingegen nur ein Prozent in die USA. Auch der Effekt auf chinesische Aktien dürfte sich in Grenzen halten. Von den Umsätzen der Unternehmen des MSCI China kommen gerade einmal 13 Prozent aus Übersee, aus den USA sogar nur drei Prozent. Und China wird sich kurz schütteln und dann noch mehr Waren in die EU exportieren. Aber vergessen werden sie die USA bei künftigen ökonomischen Auseinandersetzungen, sprich Sanktionen, nicht. Im Augenblick verbuchen sie es als unfreiwillige Wahlkampfhilfe für die US-Demokraten.

Wenn wir etwas mit der Suchmaschine von Google suchen, dann bekommen wir diverse Weblinks angezeigt, die je nach Platzierung natürlich gut bezahlt werden von den werbetreibenden Unternehmen und Institutionen. Und genau dieses Geschäftsmodell ist jetzt bedroht durch die Künstliche Intelligenz. Warum? Nun die KI kann einfach mehr, als nur die Links aufzulisten.

So bessert unser Depotwert seine Suchmaschine und andere Dienste mit Künstlicher Intelligenz auf. So werden von KI erzeugte Übersichten zu Suchergebnissen bald für alle Nutzer in den USA verfügbar sein und weitere Länder sollen folgen, kündigte Konzernchef Sundar Pichai zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O an. Funktionen von Googles KI-Modell Gemini seien inzwischen für zwei Milliarden Nutzer verfügbar. Mehrere KI-Startups versuchen, Google stärker Konkurrenz bei der Internet-Suche zu machen. Sie setzen dabei darauf, den Nutzern schneller konkrete Antworten statt Weblinks zu liefern. Wenn sich ein solches Suchverhalten einbürgert, könnte das Googles bisheriges Geschäftsmodell gefährden, denn der Konzern macht nach wie vor den Großteil seiner Einnahmen mit Links von Werbekunden, die neben den Suchergebnissen platziert werden. Und das soll auch so bleiben.

Vielleicht hat die KI auch bald etwas Besseres im Angebot, als die vielen Prognosen aus der Glaskugel. Etwas, wodurch Politiker gezwungen wären es umzusetzen, zum Wohle aller. Aber dann würde die KI ja auch schlussendlich die Kaste der Politiker ersetzen. Und das geht natürlich überhaupt nicht, sagt die Politik. Ok, es war nur eine Vision aber ihr Autor geht deshalb nicht zum Arzt.

Das übliche Auf und Ab an den Märkten

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Dank der Corona-Impfung schrieben Pfizer, Biontech und Moderna während der Pandemie gewaltige Gewinne. Unser Depotwert Roche in Basel wiederum profitierte von Corona-Tests, die sich in großer Zahl und in hoher Frequenz durchführen ließen. Doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Die Aktienkurse der Covid-19 Gewinner sind im Keller. Während Roche den Umsatz zumindest einigermaßen stabil halten konnte, sind die Verkäufe der Impfstoff- Produzenten regelrecht eingebrochen. Ein Beispiel: Biontech setzte auf dem Höhepunkt der Pandemie in einem Jahr 19 Milliarden Euro um, im ersten Quartal 2024 waren es gerade noch 200 Millionen Euro. Das reicht wahrscheinlich noch nicht einmal für einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro, wenn nicht wieder eine neue Pandemie die Welt erschüttert.

Aber trotz der jüngsten Verluste notieren die Aktienmärkte noch immer in Schlagdistanz zu ihren Rekorden. Wie so oft in solchen Situationen fragen sich viele Anleger, ob sie so nah am Hoch noch einsteigen oder besser auf eine Korrektur warten sollen. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern dazu wertvolle Hinweise. So haben etwa die Kapitalmarktexperten von HQ Trust, dem Family Office von BMW-Patriarch Harald Quandt, für eine neue Analyse die Kurse des MSCI seit 1973 betrachtet, also aus mehr als 50 Jahren. Demnach lohnt sich das Warten auf das nächste Jahrestief in aller Regel nicht, da Anleger bis dahin viel mehr Rendite liegenlassen, als sie nach dem günstigeren Einstieg gewinnen können.

Der Halbleiteraktienindex SOX hat einen herausragenden Jahresstart hingelegt: Im ersten Quartal stieg er um 17,5 Prozent – gut sieben Prozentpunkte mehr als der S&P 500. Das zweite Quartal begann jedoch mit einem Rücksetzer um zwölf Prozent in den ersten drei Aprilwochen. Verantwortlich waren unerwartet niedrige Auftragseingänge eines europäischen Unternehmens, der vergleichsweise verhaltene Ausblick eines taiwanischen Konzerns sowie steigende Kapitalmarktzinsen. Jüngst stabilisierte sich der SOX jedoch wieder, da besonders Aktien von Halbleiterkonzernen zulegten, die Chips für Industrie- und Automobilkonzerne produzieren. Dass nun auch diese Segmente zur Indexentwicklung beitragen, ist als ein positives Zeichen zu werten – schließlich wurde der SOX bisher vor allem durch die Hausse von Chipdesignern und Grafikkartenherstellern getrieben. Ob die gegenwärtige Erholung anhalten kann, wird sich am 22. Mai entscheiden, denn dann legt der Branchengigant Nvidia seine Quartalsergebnisse vor. Alles andere als neue Spitzenwerte wäre eine große Überraschung für die Märkte.

Der EURO STOXX 50 hat im April gut drei Prozent verloren. In dieser Schwächephase konnten sich defensive Sektoren mit der Ausnahme von Energieunternehmen (plus sieben Prozent), die von steigenden Energiepreisen profitieren konnten, am besten halten. Versorger legten 0,5 Prozent zu und die Sektoren Basiskonsum und Gesundheit kamen mit vergleichsweise kleinen Rücksetzern von jeweils minus 0,7 Prozent davon. Schlimmer traf es indes konjunktursensitive Sektoren. Zyklischer Konsum (minus 5,7 Prozent), Grundstoffe (minus 5,4 Prozent) und Technologie (minus 5,4 Prozent) bildeten die Schlusslichter im Index. Anleger sollten dies jedoch nicht als nachhaltige Entwicklung werten. Die gute Entwicklung der Vormonate haben wohl eher zu Gewinnmitnahmen geführt, sollten Anleger ja immer wieder mal machen.

 

Wir erinnern uns noch an die Wärmepumpen(hysterie) aus den Anfängen der Ampelzeit, die von den grünen Regierungspartnern geradezu befeuert wurde. Aber so wie die grünen Umfragewerte immer weiter zurückgehen, geht auch der Absatz der Wärmepumpen zurück. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie meldete vergangene Woche einen Absatzeinbruch bei Wärmepumpen. Im ersten Quartal wurden nur 46.000 Anlagen verkauft, im Vorjahreszeitraum waren es noch 96.500. Aber auch andere westeuropäische Länder wie bspw. Schweden und die Niederlande haben starke Absatzrückgänge zu verzeichnen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind einerseits die schwache Neubautätigkeit infolge hoher Zinsen und gestiegener Baukosten sowie andererseits der Rückgang der Gaspreise.

Der US-Arbeitsmarkt präsentierte sich im April schwächer als von Analysten im Vorfeld erwartet. Hatten diese mit 240.000 neuen Stellen gerechnet, kamen stattdessen mit 175.000 Stellen so wenig hinzu wie seit sechs Monaten nicht mehr. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen stieg auf 6,5 Millionen, die Arbeitslosenquote auf 3,9 Prozent. Darüber hinaus hat sich auch das Lohnwachstum im April unerwartet abgeschwächt. Damit werden Erwartungen an eine baldige Zinssenkung der Fed wieder genährt, ein erster Zinsschritt wird im September erwartet. Und ein weiterer für Dezember, also nach den Wahlen in den USA. Damit hat die Fed mit ihrer eventuellen Zinssenkung sich aus dem Wahlkampf weitgehend herausgehalten.

Und zum Schluss noch eine Bemerkung zu der Reise des chinesische Präsidenten Xi Jinping in Europa, die ihn nach Paris, Belgrad und Budapest führte. Eine etwas außergewöhnliche Reiseroute, findet ihr Autor. Aber ok, es gab ja doch einiges zu bereden in Paris. Chinas Unterstützung für Wladimir Putin und dessen Krieg zum Beispiel. Hart zur Sache wird es hinter den Kulissen auch in Wirtschaftsfragen gegangen sein. Die EU bereitet Strafzölle in Bereichen vor, auf die man von Deutschland aus mit besonderem Interesse schaut. Billige Elektroautos aus China graben der deutschen Industrie das Wasser ab. Peking kickt mit Subventionsmilliarden die Konkurrenz geradezu aus dem Geschäft. Herr Xi sieht das natürlich anders und wird mit Vergeltungsmaßnahmen drohen, wenn die EU ihm mit Strafen kommt. Allerdings stottert die Wirtschaft bei ihm zuhause eher, als dass sie surrt. China braucht die europäischen Märkte – die EU das Geschäft in China aber auch. Wer zuerst blinzelt, verliert. Und ob Frau von der Leyen geblinzelt hat, die alle EU-Länder, die abseits der Reiseroute des chinesischen Präsidenten lagen, vertreten durfte, werden wir sehr bald sehen.

Die verschwundene geglaubte Inflation und die Perspektiven der KI

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Der 1. Maifeiertag ist vorüber. Der ironischerweise so genannte „Tag der Arbeit“ verlief wie jedes Jahr. Mit Forderungen nach höheren Löhnen, sicheren Arbeitsplätzen, einem höheren Mindestlohn und einem weiter so wie bisher in der Sozialpolitik, speziell des Renteneintrittsalters etc. sind es ungefähr die gleichen Themen, wie schon in den vergangenen Jahren. Nur das auch dieses Jahr die Gewerkschaften und einige politische Parteien eben immer noch nicht den Ernst der Lage begriffen haben. Die ersten Arbeitsplätze sind bereits weg und werden auch nicht wieder kommen. Und weitere werden folgen, denn die gerade sich wieder entwickelnde Solarindustrie wird nicht der einzige Industriezweig sein, der Deutschland verlassen wird. Die Chemiebranche z. B. wackelt und die Stahlindustrie wird auch nicht mehr lange zögern, die Produktion dorthin zu verlagern, wo die Energie noch günstig zu haben ist.

Ein anderes Thema, dass schon wieder aus den Köpfen der Leute verschwunden zu sein scheint, ist das Gespenst der Inflation. Kein Wunder, die Verbraucherpreise in Deutschland waren im April – wie bereits im März – 2,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Kernrate – ohne Lebensmittel und Energie – sank hingegen von 3,3 auf 3 Prozent. Nach einer neuen Berechnungsmethode stieg die Gesamtinflationsrate in Deutschland entgegen den Markterwartungen auf 2,4 Prozent. Auch aus Spanien und Belgien wurden steigende Inflationsraten für den April gemeldet.

Nur damit die Verbraucher hierzulande jetzt nicht gar so übermütig werden, in den kommenden Monaten wollen wieder mehr Unternehmen ihre Kunden stärker zur Kasse bitten – vor allem in konsumnahen Branchen wie der Gastronomie. Das Barometer für die Preiserwartungen stieg im April auf 15,1 Punkte von 14,3 im März, wie das IFO-Institut bei seiner Firmenumfrage herausfand. “In den kommenden Monaten dürfte die Inflation erst einmal nicht weiter zurückgehen und bei knapp über zwei Prozent verharren”, schlussfolgerte IFO-Konjunkturexperte Sascha Möhrle daraus. Vor allem in der Gastronomie sowie im Einzelhandel mit Spielwaren und mit Drogerieartikeln wird wieder verstärkt mit steigenden Preisen geplant. 

Dennoch scheinen die Währungshüter der Europäische Zentralbank am 6. Juni wild entschlossen zu sein ihre Zinsen senken, sofern (immerhin das gestehen sie zu) bis dahin nichts Unerwartetes passiert. Ungewisser dürfte der Zinspfad danach werden. Plausibel erscheint weiterhin, dass jeweils eine weitere Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte pro Quartal erfolgen könnte – das ist auch an den Zinsterminmärkten so eingepreist. Stärkeren Einfluss auf den Kurs des Euro und auf die Renditen der Staatsanleihen dürfte die Frage haben, ob und wann auch die US-Notenbank Fed die Zinsen senken wird. Nur haben wir aktuell folgende Situation: Boomende Wirtschaft in den USA und Rezessionsgefahr in der Eurozone. Geschenkt, das Deutschland mit einem Wachstum für das erste Quartal ein Wachstum für das Bruttoinlandsprodukt von 0,2 Prozent ausweisen konnte und damit an einer Rezession vorbeigeschrammt ist. 

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins bei 5,25 bis 5,50 Prozent belassen. Es wurde allgemein erwartet, dass die amerikanischen Währungshüter diesmal den Leitzins noch unangetastet auf weiterhin hohem Niveau lassen werden. Übrigens, von den sieben Zinssenkungen, von denen Marktexperten noch vor nicht so langer Zeit orakelten, sind nur zwei übriggeblieben.

 

Wenige Wochen nach der Ankündigung von Massenentlassungen bei unserem Depotwert Tesla will der kriselnde US-Elektroautohersteller laut einem Bericht mindestens 500 weitere Stellen streichen. Einem Artikel der US-Nachrichtenseite The Information zufolge hat Tesla-Chef Elon Musk gleich einmal zwei Topmanager mit sofortiger Wirkung entlassen. Mindestens 500 weitere Angestellte sollen folgen, schrieb das auf die Technologiebranche spezialisierte Medium. Nach der bescheidenen Meinung ihres Autors dürfte das allerdings im Elektromobilsektor nur der Anfang sein. 

Die Künstliche Intelligenz wird teurer, das zeigten die Quartalszahlen unserer Depotwerte Meta, Alphabet und Microsoft. Meta will in diesem Jahr bis zu 40 Milliarden Dollar in KI investieren, um zur Konkurrenz aufzuschließen. Gleichzeitig sagte Mark Zuckerberg, dass es noch mehrere Jahre dauern könne, bis sich die neuen KI-Dienste auszahlten. Nach dem Milliardengrab Metaverse befürchten die Anleger wohl, dass sich Zuckerberg erneut übernimmt.

Auch Microsoft und Alphabet investieren kräftig: Allein im ersten Quartal zwischen Januar und März investierte Microsoft 14 Milliarden Dollar und Alphabet 12 Milliarden Dollar. Die Finanzchefin von Alphabet geht davon aus, dass die Investitionen in den nächsten Quartalen mindestens so weitergehen – dann wären wir summa summarum in diesem Jahr bei 48 Milliarden US-Dollar. Allein die Investitionen von Meta, Alphabet und Microsoft könnten sich in diesem Jahr auf über 140 Milliarden Dollar summieren. Und es ist ja nicht so, dass nur Big-Tech-Unternehmen in KI investieren müssen. Letztlich muss jedes Unternehmen seine Investitionen in KI erhöhen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Das bedeutet: Mit Investitionen in Aktien aus dem Bereich KI-Infrastruktur sind Anleger auf Jahre hinaus gut aufgestellt. Das sind zum Beispiel die Hersteller von KI-Chips, aber auch Anbieter von Netzwerktechnik, Kühltechnik oder Hersteller von KI-Servern.

Nachhaltige Geldanlage und Gewinne erzielen

Der Trend der Nachhaltigkeit hat die Aktienmärkte und die Fondsindustrie längst erreicht. Und es sind bei Weitem nicht nur speziell ökologisch denkende und handelnde Anleger, die in dieses Segment investieren wollen.

Was bedeutet nachhaltig wirtschaften?

Wie immer gibt es dafür einen Anglizismus, und der heißt in diesem Fall Corporate Sustainability (CS) oder wörtlich übersetzt Unternehmensnachhaltigkeit. Für die Praxis wurden dazu einige Thesen formuliert, an die sich die CS-Unternehmen halten müssen, auch wenn das nicht immer so leicht erkennbar ist.

CS-Unternehmen sind demnach dazu angehalten, ihr Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. Produkte und Dienstleistungen sollen dabei zu einer nachhaltigen Entwicklung auf der Erde beitragen, die die Lebensgrundlage künftiger Generationen sichert und mehr soziale Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd bewirkt.

CS-Unternehmen sorgen weiterhin für gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne sowohl für die eigenen Mitarbeiter als auch für die Zulieferer auf der ganzen Welt. Zudem nutzen sie natürliche Ressourcen sehr effizient und vermeiden umwelt- oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe. Ihre Produkte und Dienstleistungen fördern damit lebenswerte Bedingungen und dienen der Umsteuerung der globalisierten Wirtschaft hin zu nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweisen.

Das ist der Idealfall, der nur aktuell noch bei zu wenigen Unternehmen vorzufinden ist. In der Regel begegnen wir CS bei Unternehmen, die sich mit ihrem Kerngeschäft für Klimaschutz, Ressourcenschonung, biologische Vielfalt, Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Fakt ist aber auch, dass Unternehmen sich eben nur Schritt für Schritt und vor allem langfristig diesem Idealfall annähern können, ohne ihn in der Praxis vielleicht jemals ganz zu erreichen.

Nachhaltig investieren ist aber kein absolut neuer Trend. Schauen wir uns beispielsweise die Forstwirtschaft an. Hier gilt das Prinzip, dass nur so viele Bäume abgeholzt werden sollen, wie auch nachwachsen, seit gut 300 Jahren und wurde zuvor regional bereits seit dem späten Mittelalter praktiziert. Oder denken wir an die Fruchtfolgeplanungen in der Landwirtschaft, die sich bis heute erhalten hat.

Was ist ein nachhaltiges Investment heute?

Der Aspekt der Nachhaltigkeit bei einer Investition wird über mehrere Stufen unterschieden. Und innerhalb jeder dieser Varianten können die Maßstäbe recht unterschiedlich angelegt werden. So können Ausschlusskriterien, wenn sie streng formuliert sind, wirkungsvoller sein als nur vage geäußerte Standards.

In Stufe 1 werden Unternehmen und Branchen, die durch besonders umweltschädliche oder unmenschliche Produkte, Produktionsweisen oder Geschäftspraktiken auffallen, aussortiert. Das können zum Beispiel die Produktion von Rüstungsgütern oder zumindest geächteten Waffentypen, Alkohol und Tabakwaren, Kernenergie, Glücksspiel, Pornografie, das Eintreten für die Privatisierung von Wasser, der Einsatz von Kinderarbeit etc. sein.

In Stufe 2 werden ethische, soziale und ökologisch nachhaltige Mindeststandards festgelegt. Diese Standards können absolut formuliert sein oder aber auch relativ zu Mitbewerbern wie beim Best-in-Class-Ansatz, nach dem Unternehmen ausgewählt werden, die innerhalb ihrer Branche die besten Nachhaltigkeitswerte erzielen.          

Diese Standards werden aber nur wirksam, wenn sie nicht als vage, sprich unkonkrete Absichtserklärung formuliert sind, sondern als hartes Ausschlusskriterium einer Investition fungieren. International etabliert ist hier der ESG-Ansatz (Environment, Social, Governance – deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), der Bestandteil der Investoreninitiative-Prinzipien für verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen (UN-PRI) ist.

Können wir mit Nachhaltigkeit wirklich Rendite erwirtschaften?

Auf keinen Fall ersetzen die moralischen Aspekte wie etwa der ESG-Ansatz jedoch die klassische Value-Bewertung eines Wertpapiers, sondern ergänzen diese lediglich sinnvoll. Rendite können wir mit solchen Investments allerdings ebenso erzielen.

Dabei gilt: Je langfristiger der Anlagehorizont, desto stärker sollte der Anleger nachhaltige Aspekte berücksichtigen, und das nicht nur aus moralischen Gründen, sondern auch aus purem Eigennutz. Studien renommierter Institute haben gezeigt, dass nachhaltige Investments oft sogar besser abschnitten.

So ermittelte eine Langzeitstudie der Harvard Business School, dass die Rendite von nachhaltigen Investments gut 4 Prozentpunkte über der des Gesamtmarkts lag. Und auch eine Studie der Universität Oxford (From the Stockholder to the Stakeholder) bescheinigte nachhaltigen Anlagen eine höhere Rendite bei geringerem Risiko.

Dieser Trend wird sich noch verstärken, denn immer mehr Investoren, auch private, fordern Nachhaltigkeit ein. Die Umstellung der Wirtschaft und vor allem der Energieerzeugung im Sinne einer deutlichen Reduzierung des Kohlenstoff-Verbrauchs wird für die kommenden Jahrzehnte so entscheidend sein, dass es dafür bereits einen eigenen neuen Begriff gibt: Dekarbonisierung.

Die Möglichkeiten für ein nachhaltiges Investment sind vielfältig. Rund 650 nachhaltige Fonds mit einer Investitionssumme von 160 Milliarden Euro sind in Deutschland im Angebot, so die Ratingagentur Scope. Und das Volumen steigt seit Jahren stetig.

Und nicht nur Aktienfonds oder Einzelwerte können erworben werden. Auch Anleihen sind „grün“, und Versicherungen investieren ihre Gelder verstärkt in nachhaltige Investments.

Fazit

Das Thema Nachhaltigkeit ist der neue Trend bei Anlegern, die so neben einem guten Gewissen außerdem eine gute Rendite erzielen können. Auch unser NDAC-Fonds beinhaltet überwiegend Werte, die den Standards der Nachhaltigkeit entsprechen.

Sinkende Inflationsdaten – könnte die Zinssenkungsrunde schon früher beginnen?

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Anleger schauen gebannt auf die Entscheidungen der amerikanischen Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank vor dem Hintergrund sinkender Inflationsdaten.

Und auch andere Indikatoren zeigen in eine positive Richtung. Der am Ostermontag veröffentlichte ISM-Index der Industrie – ein Frühindikator für die kurzfristige Stimmung der befragten Unternehmen – kletterte erstmals seit September 2022 auf über 50 Punkte. Das deutet auf eine expandierende Industrie hin; die Unterindizes für Auftragseingänge und Preise überstiegen die Erwartungen.

Was wird die Fed also unternehmen?

Fed-Chef Jerome Powell betonte in der letzten Märzwoche erneut, dass die Währungshüter keine Eile bei Zinssenkungen an den Tag legen müssten. Was diese Äußerung des obersten Währungshüters der USA bedeutet, sehen wir an der Reaktion der Märkte.

An den Zinsterminmärkten werden nun nur noch zwei bis drei Zinssenkungen in diesem Jahr erwartet, möglicherweise später als Juni, wie es bis dato angenommen war. Die Renditen der US-Staatsanleihen stiegen infolgedessen am Ostermontag und am nachfolgenden Dienstag spürbar an. Zehnjährige Papiere rentierten mit knapp 4,40 Prozent. So hoch, wie zuletzt im November 2023.

Hierzulande hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im März 2024 auf 2,2 Prozent abgeschwächt. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis einer Schnellschätzung mit. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, steigen die Verbraucherpreise gegenüber Februar 2024 voraussichtlich um 0,4 Prozent. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, beträgt voraussichtlich +3,3 Prozent.  

Die Kernrate der Teuerung für die EU lag im März ersten Schätzungen zufolge bei 2,9 Prozent und damit niedriger als die Erwartungen (3,0 Prozent) sowie unter dem Vormonatswert (3,1 Prozent), wie Daten der Statistikbehörde Eurostat zeigen. Alle europäischen Zahlen laufen unter Vorbehalt, sind nur Schätzungen. Obwohl, so sehr dürften die Schätzungen in der heutigen Zeit nicht von den tatsächlichen Zahlen abweichen.

Die EZB kommt am 11. April zusammen, um über die geldpolitische Zukunft zu entscheiden. Ein Zinsschritt gilt an diesem Tag als weniger wahrscheinlich. Die politischen Entscheidungsträger hatten zuletzt wiederholt darauf hingewiesen, dass der Juni-Termin die entscheidende Sitzung für die zukünftige Geldpolitik darstelle. Die EZB wird bei einem Zinsschritt der großen Schwester in den USA den Vortritt lassen.

Ob ich die Zahlen bis Juni weiter so gut entwickeln, werden wir sehen. Allerdings möchte ihr Autor darauf hinweisen, dass die Kerninflationsrate immer noch zu hoch ist. Und außerdem steigen die Preise für Gas und Fernwärme, da die Umsatzsteuer wieder auf 19 Prozent seit April lt. Gesetz ansteigt.

Der E-Auto-Boom scheint in einem Desaster zu enden, zumindest an den Börsen. E-Auto-Hersteller haben seit der Boomphase im Jahr 2021 an der Börse knapp eine Billion Dollar verbrannt. Das zeigen Berechnungen des Handelsblatts. Allein bei den zehn größten US-Herstellern, zu denen Tesla, Rivian und Lucid gehören, sackte die Marktkapitalisierung von 1,5 Billionen Dollar auf aktuell unter 600 Milliarden. Nimmt man die chinesischen Hersteller BYD, Xpeng und Nio hinzu, beträgt der Verlust fast eine Billion Dollar. Erinnern wir uns noch an die Zeit des Hype, als ein Startup namens Rivian an der Börse wertvoller war als der deutsche Autobauer Volkswagen? Die Zeiten dürften vorbei sein, es ist Geschichte. Wieder eine Blase geplatzt.

Selbst die verschärften Emissionsvorschriften und üppige Subventionen können den Kursverfall der E-Auto-Hersteller nicht verhindern. Den Schaden haben Anlegerinnen und Anleger, die im Hype investierten und jetzt enttäuscht verkaufen, weil das ganz große Wachstum plötzlich in eine eventuell normale Kursentwicklung abgleitet. Sie können dann noch von Glück sagen, wenn es kein großes Minus auf der Rechnung gibt.  

Aber Geschichte wird sich immer wiederholen. Sobald die nächste Antriebstechnologie, vielleicht grüner Wasserstoff als Serien- und Massenproduktion, in den Startlöchern steht, dürfte sich der nächste Hype an den Märkten entfachen. Und alle, alle Anleger machen wieder mit. Wetten, dass…?!

Übrigens, eine äußerst positive Zahl wollen wir auch noch erwähnen: 10,4 Prozent. So viel betrug das Plus im Dax40 für das erste Quartal, das ist gleichzeitig der sechstgrößte Zugewinn in seiner Historie. Dass auch das zweite Quartal so gut ausfällt, dürfte hingegen wenig wahrscheinlich sein.

Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich deshalb, ob es nun nicht an der Zeit ist, doch ein paar Gewinne mitzunehmen. Deutschlands Vorstände und Aufsichtsräte haben das im März gemacht und sich in größerem Stil von Aktien der eigenen Unternehmen getrennt. „Es gab fünf Verkäufe im Millionenbereich, das ist sehr ungewöhnlich“, sagt Olaf Stotz. Er ist Professor an der Privatuniversität Frankfurt School of Finance & Management und kann das schon beurteilen, denn er beobachtet die Aktienkäufe und -verkäufe von Insidern nunmehr schon seit 21 Jahren.

Wie schon öfter einmal an dieser Stelle ausgeführt, es ist nie verboten, Gewinne auch einmal zu realisieren um später dann zu niedrigeren Preisen wieder einzusteigen. Aber das muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden.

Einige Betrachtungen zum DAX40

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Der DAX40 verbuchte kürzlich mit 18.288 Punkten sein Tageshoch und mit 18.176 Punkten, also gut 100 Punkte niedriger, sein Tagestief. An solche Schwankungen müssen wir uns gewöhnen. Und ja, sie können sogar noch höher ausfallen. Aber nicht nur der DAX40 schwankt in diesem Korridor, auch einzelne Werte aus dem Index können heutzutage sehr starke Schwankungen aufweisen.

Das gilt übrigens nicht nur für das deutsche Börsenbarometer, sondern für sehr viele Leitindices auf dieser Welt.

Es verändert sich alles. Wie sollte es an der Börse deshalb anders sein?

Blicken wir einmal ein paar Wochen zurück. Da hatten wir bekanntlich Winter. Aber (je nach Region) haben wir den sicheren Schnee zu Weihnachten schon lange nicht mehr. Wir haben es im TV gesehen oder auch persönlich erlebt, ganze Gebiete, die vom Schnee leben, mussten sich anpassen. Und die Sonne im Sommer ist auch nicht  garantiert. In manchem Sommer muss zeitweise geheizt werden, trotz der hohen Heizkosten. Das Ganze verbucht man dann unter dem Kampfbegriff Klimawandel.

Und genauso, wie der Klimawandel das Leben der Menschen bestimmt, bestimmen auch neue Marktinstrumente den Handel an den Märkten.

Die Älteren unter uns erinnern sich bestimmt noch an die 70iger und 80iger Jahre zurück. Damals gab es kein Internet und man war froh, wenn man seine Order per FAX oder Telefon an seinen Broker weiterleiten konnte. Gerüchte sprechen sogar heute noch von zuverlässigen Faxgeräten als Alternative zum schnellen Internet. Wie man hört, ist Deutschland da führend. Ironie aus. Vorher war für Kleinanleger nur die Briefpost möglich oder eben der Gang zur depotführenden Bank, um seine Order aufzugeben.

Heute zwingt uns das Internet zur Arbeit in Sekundenschnelle. Die (Büro-)Welt oder besser gesagt die Börsenwelt hat sich geändert.

Auch wenn es in unserer heute stark vernetzten und digitalisierten Welt kaum vorstellbar ist, wurden die Aktienkurse bis gegen Ende der 1980er-Jahre noch auf dem Parkett gemacht. Und Redakteure der F.A.Z sowie der Börsenzeitung berechneten daraus quasi per Hand einmal bzw. viermal täglich ihre eigenen Indizes. Erst als die Frankfurter Börse 1987 ihr elektronisches Kurs-Informations- Service- System (KISS) startete, wurden Indexberechnungen im Minutentakt möglich.

In der Vergangenheit haben alte und neue Medien versucht, die Kursbewegungen mit verschiedenen Argumenten dafür oder dagegen zu erklären.

Versuche, diese Kursbewegungen, wie vor 20 Jahren, durch politische, wirtschaftliche oder fundamentale Ereignisse zu begründen oder auch nur ansatzweise zu erklären, versagen. So wie sich die Welt verändert hat, so hat sich die Börse verändert. Sie ist nun mal schneller geworden. Das was früher Stunden brauchte, wird heute in Bruchteilen von Sekunden erledigt.

Die täglichen und teilweise durchaus irrationalen Kursbewegungen können Anleger überwiegend auf „Maschinen“ zurückführen. Der per Computer durchgeführte Mikrosekunden-Handel sorgt für diese Bewegungen. Die gab es nun einmal vor 30 Jahren noch nicht.

Die Bandbreite der eingangs erwähnten gut 100 Punkte, die der DAX40 in der Vorosterwoche aufzeigte, hatte nun wirklich nichts mit Konjunkturdaten (die sind eigentlich schon länger negativ), Russland-Ukraine-Krieg (der geht nun schon in das dritte Jahr) oder Ampelstreitereien der Politik (wann streiten die eigentlich nicht?) zu tun. Da hat sich die Nachrichtenlage nicht stündlich so verändert, dass wir morgens eine Aktie aus dem DAX40 erwerben und nachmittags verkaufen oder umgekehrt.

Leider werden diese oder vergleichbare Geschehnisse (bspw. auch der Gaza Konflikt, die kommende US-Wahl etc.) aber rückwirkend als Begründungen nachgeschoben. Bei der Vielzahl von Informationen, die stündlich auf uns einprasseln, ist es für Journalisten oder sogenannte Börsenexperten in den Medien heutzutage einfach, immer eine passende Story für einen Kursanstieg aber auch für einen Kursrutsch zu präsentieren. Klingt gut, soll Kompetenz zeigen – ist aber falsch, denn die stündlich oder in noch kürzeren Abständen sich verändernden Kommentare geben Anlegern keine klare Richtung vor.

Zumal die Rekorde des Performance-Index nur mit Hilfe der Dividenden auf über 18.000 Punkte steigen konnten, dieser ist jetzt auf dem Weg zu 20.000 Punkten, wenn wir den kühnste Börsenberichterstattern folgen wollen.

Wenn wir dagegen wissen wollen, wie der DAX40 sich wirklich entwickelt, dann müssen wir uns am reinen Kursindex orientieren, der beträgt aber ohne Dividendenanrechnung „nur“ rund 7.250 Punkte. Damit kann man neue Anleger wahrscheinlich nicht an die Börse locken. Deshalb wurde wohl dann doch der Performance-Index DAX40 als Marketinginstrument kreiert.

Was sollen Kleinanleger nun machen? Ihr Autor empfiehlt: Die stündlichen oder noch kürzeren in Zeiträumen aufploppenden Informationen abschalten. Höchstens einmal am Tag die Börsennews ohne die Kommentare der Experten anschauen, diese sind ausreichend für die notwendigen Informationen. Außerdem haben unsere NDAC-Clubmitglieder ein Team, das verlässlich die Märkte beobachtet und ggf. handeln wird.