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Der Clubfonds-Ticker
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Der POTUS spürt die Grenzen seiner militärischen und wirtschaftlichen Macht

Wie der alte Mann im Weißen Haus in den Krieg gegen den Iran gezogen ist, zeigt, dass Handlungen – selbst wenn man der POTUS ist – ab und an auch Konsequenzen haben. Allerdings steht er ja nicht selbst an der Front und kämpft. Wir sehen dabei: Es macht am Ende scheinbar doch einen Unterschied, ob man die Kleinen und Wehrlosen in Lateinamerika und in Europa überfällt bzw. dies zu tun droht, oder ob man sich mit einem Regime anlegt, das im Grunde nicht viel zu verlieren hat und deshalb an lauwarmen Deals nicht interessiert ist.

Die Blockade der Straße von Hormus sowie beschädigte und abgeschaltete Produktionsanlagen in der Golfregion belasten zunehmend die globalen Lieferketten. Täglich passieren dort normalerweise neben rund 15 Millionen Barrel Rohöl auch über drei Millionen Barrel raffinierte Produkte, darunter Diesel, Kerosin und Naphtha. Naphtha, ein flüchtiges Rohölprodukt, dient als zentrale Grundchemikalie für Kunststoffe, Lösungsmittel und viele industrielle Vorprodukte. Auch die Landwirtschaft ist betroffen: Die Golfregion steht für etwa ein Drittel der weltweiten Harnstoff- und knapp ein Viertel der Ammoniakproduktion – essenzielle Bestandteile von Düngemitteln. Mögliche Angebotsverknappungen und deutliche Preissteigerungen über Energie hinaus erhöhen Wachstumsrisiken und könnten zugleich Inflationserwartungen treiben. Das würde den geldpolitischen Balanceakt vieler Notenbanken erneut erschweren, denn sie sind nach wie vor einer Inflationsbekämpfung verpflichtet.

Zu beurteilen ist auch die Haltung Europas in diesem Krieg. In diesem Zusammenhang müssen wir wirklich eine Lanze für Europa brechen, das – ob aus systemimmanenter Unmöglichkeit, kurzfristige Entscheidungen zu treffen, oder aus aktiver Überzeugung, ist schwer zu sagen – sich bis dato nicht in den Golfkrieg III hineinziehen hat lassen. Hoffentlich halten wir diese Position durch! Wie sehr in der Konsequenz die US-Hilfe für die Ukraine zurückgefahren werden wird bzw. noch werden kann und wie sehr sich das auf zukünftige europäische Entscheidungen auswirken wird, wird sicher sehr bald zu sehen sein.

Dass der POTUS das Verteidigungsbündnis NATO nicht braucht, könnte sich bald als Tr Trugschluss erweisen. Der Bündnisfall gemäß Artikel 5 könnte sehr schnell ausgerufen werden, wenn die Türkei als NATO-Land in den Krieg einbezogen werden sollte. Dazu reicht ein massiver Raketenangriff auf türkisches Territorium. Eine andere Variante wäre, dass DJT in den nächsten Tagen (wobei sich die Zeitspanne wohl ein bisserl dehnen könnte) den größten Sieg aller Zeiten proklamiert, den Krieg für beendet erklärt und es ab dann nur mehr eine „Special Military Operation“ gibt. Den Begriff „militärische Spezialoperation“ hat er von seinem speziellen Freund im Moskauer Kreml gelernt, der allerdings schon im fünften Jahr in einer solchen Operation ohne großen territorialen Erfolg kämpft.

Faktisch würde das insofern etwas ändern, als die MAGA-Basis das wohl akzeptieren könnte, die Märkte beruhigt wären und es wahrscheinlich unter dem Deckmantel einer wiederum zeitlich begrenzten Spezialoperation auch zumindest den Briten und den Franzosen möglich wäre, Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu entsenden. Deutschland wäre damit eigentlich raus, was unserer Regierung entgegenkäme.

Und damit sind wir bei den Märkten. Dort ist eigentlich noch kaum etwas passiert. Eine leichte Korrektur an den Aktienmärkten, ein wenig höhere Renditen und einen Schnaps weitere Spreads. Die Vola (i.e. der VIX) treibt sich konsequent, aber teils unaufgeregt, teils aufgeregt zwischen 20 und 30 herum, was wiederum gute Chancen in der Zukunft für risikobereite Anleger eröffnet.

Die wirtschafts-, gesellschafts-, lenkungspolitische und ideologische Einordnung des geplanten staatlichen Eingriffs in die Spritpreise hierzulande lässt einen Teil der Bevölkerung unseres Landes an Planwirtschaft erinnern (und das ausgerechnet unter einer CDU-Kanzlerschaft und mit einer CDU-Wirtschaftsministerin).

Auweia, das ist wieder ein gefundenes Fressen für die Opposition. Gestopfte Haushaltslöcher statt Investitionen in Klima und Infrastruktur: Ein Jahr nach der Verabschiedung des sogenannten Sondervermögens haben zwei führende Wirtschaftsinstitute die Verwendung der Gelder bemängelt. Das ifo-Institut und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) legten jeweils in Berechnungen dar, dass der überwiegende Großteil der Mittel zweckentfremdet worden sei. Laut ifo-Institut wurden 95 Prozent der Mittel nicht für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt; das IW kommt auf 86 Prozent der Mittel.

Das Finanzministerium wies die Kritik verständlicherweise umgehend zurück. „Der in den Studien erhobene Vorwurf ist falsch“, erklärte eine Sprecherin in Berlin. Tatsächlich seien mit dem Geld wie vorgeschrieben zusätzliche Investitionen in die Modernisierung des Landes getätigt worden, die die Investitionen aus dem Kernhaushalt ergänzten. Dennoch hat es den Anschein, dass es nicht ganz koscher ist, denn zwei renommierte Wirtschaftsinstitute sind zu diesem Schluss gekommen. Als Bürger fragt man sich schon, wie die Investitionen hätten finanziert werden sollen, wenn nicht ein 500-Milliarden-Euro-schweres Sondervermögen zur Ergänzung bestanden hätte. Da hat die Opposition von links nach rechts endlich wieder ein Thema.

Die Zinsfront bleibt dagegen stabil – zumindest in den USA, wie soeben über den Ticker informiert wurde. Im Euroraum bleibt der Leitzins wahrscheinlich ebenfalls stabil; die EZB wird wohl kaum weiteres (finanzpolitisches) Öl ins Feuer gießen. Die Flammen schlagen schon jetzt sehr hoch.

Die Zentralbanken müssen eh alles wieder löschen.

Neues von unseren NDAC‑Clubfondswerten – heute BioNTech

Es ist lange her, dass wir etwas über unseren NDAC‑Clubfondswert BioNTech geschrieben haben – der Wert lief einfach unter dem Radar. Die deutsche Biotech‑Branche ist schon länger nicht mehr entscheidend durch neue Impulse aufgefallen.

Umso mehr kam es wie ein Paukenschlag, dass die Gründer des Mainzer Unternehmens, Uğur Şahin und Özlem Türeci, das Unternehmen verlassen werden. Das Ehepaar scheide spätestens Ende 2026 aus, wolle aber Anteilseigner bleiben, teilte BioNTech in Mainz mit. Schön ist, dass sich beide Forscher nicht in den Ruhestand verabschieden, sondern ein neues Unternehmen gründen möchten. Dieses soll sich auf die Entwicklung von mRNA‑Technologien der nächsten Generation fokussieren. BioNTech plant nach eigenen Angaben, bestimmte Rechte und Technologien in die neue Firma einzubringen und sich im Gegenzug mit einer Minderheitsbeteiligung zu beteiligen. Zudem seien laut Unternehmen mögliche Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren vorgesehen.

Der Ausstieg der Unternehmer und ein Milliardenverlust im vergangenen Jahr haben der Aktie des Mainzer Unternehmens schwer zugesetzt. Im vorbörslichen Handel brach das Papier um mehr als 22 Prozent ein; die Aktie rutschte in einer ersten Reaktion massiv ab. Die eigentlichen Zahlen rückten dadurch in den Hintergrund – logisch, denn Şahin und Türeci gelten als Pioniere der mRNA‑Technologie. Weltweit bekannt wurden sie während der Corona‑Pandemie, als BioNTech gemeinsam mit Pfizer den ersten in der EU zugelassenen mRNA‑Impfstoff gegen Covid‑19 entwickelte und damit eine wahre Goldgrube erschloss.

„In den vergangenen 18 Jahren haben wir BioNTech von einem Start‑up zu einem globalen biopharmazeutischen Unternehmen mit einer starken und diversifizierten Pipeline aufgebaut. Während der Covid‑19‑Pandemie haben wir unser Engagement über die Onkologie hinaus erweitert und den ersten zugelassenen mRNA‑Impfstoff entwickelt, der zum Schutz von Menschen weltweit beigetragen hat. Heute ist das Unternehmen sehr gut aufgestellt, seine Mission weiter voranzutreiben und sich zu einem kommerziellen Biopharma‑Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu etablieren“, so Şahin.

BioNTech will seine strategische Ausrichtung künftig stärker auf die Entwicklung und Vermarktung neuer Medikamente konzentrieren, vor allem im Bereich der Krebsforschung. Das Unternehmen arbeitet derzeit an mehreren Wirkstoffkandidaten, darunter mRNA‑basierte Therapien und sogenannte Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate.

Im Zusammenhang mit dem Rückzug der beiden Unternehmenspersönlichkeiten schauten Anleger erst in zweiter Linie auf die Zahlen, die kurz darauf veröffentlicht wurden – und diese sehen leider nicht sehr rosig aus. Der Umsatz lag im vierten Quartal mit 907,4 Millionen Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 1,2 Milliarden Euro, aber über den von Analysten erwarteten 754,8 Millionen Euro. Allerdings musste BioNTech einen deutlichen Verlust hinnehmen: 1,25 Euro je Aktie betrug das Minus im vierten Quartal. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,08 Euro je Aktie erzielt. Auch für das vierte Quartal war vom Markt ein kleines Plus erwartet worden. Mit liquiden Mitteln von 17,2 Milliarden Euro verfügt BioNTech jedoch weiterhin über ein starkes finanzielles Fundament.

Der Aufsichtsrat hat laut Unternehmen bereits mit der Suche nach Nachfolgern für die Führungspositionen begonnen. Der Übergang soll geordnet erfolgen. Şahin wird den Posten des Vorstandschefs Ende des Jahres abgeben, Türeci zeitgleich die Position der Chief Medical Officer. Danach wechseln beide in das neue Unternehmen.

Geplant ist laut BioNTech, Rechte und mRNA‑Technologien in das neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug erhält BioNTech eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Firma sowie Lizenzgebühren. Auch Meilensteinzahlungen seien vereinbart worden – BioNTech wird also bei Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte Geld vom neuen Unternehmen erhalten. Eine bindende Vereinbarung hierzu soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen werden, erklärte BioNTech.

BioNTech verdiente in der Vergangenheit Milliarden und expandierte kräftig. Şahin und Türeci erhielten zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter 2021 das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2022 gemeinsam mit ihrer einstigen Weggefährtin und späteren Nobelpreisträgerin Katalin Karikó den Paul‑Ehrlich‑ und Ludwig‑Darmstaedter‑Preis – einen der wichtigsten Medizinpreise Deutschlands.

Die Ankündigung dieses Ausstiegs erfolgt einige Monate nach einem großen Deal in der deutschen Biotechnologie‑Branche: BioNTech hatte den einstigen Konkurrenten im Rennen um einen Corona‑Impfstoff, das Tübinger Unternehmen CureVac, übernommen. Zuvor hatten BioNTech und CureVac ihren Streit um Corona‑Vakzin‑Patente beigelegt.

Wie das neue Unternehmen heißen wird, wo es sitzt und welche Rechtsform es erhält, ist noch nicht bekannt. Es soll aber definitiv keine Tochtergesellschaft von BioNTech werden. Für Şahin und Türeci ist es nach BioNTech (2008) und Ganymed Pharmaceuticals (2001) die dritte Unternehmensgründung.

Auch wenn das Papier stark gefallen ist, rät der Autor nicht unbedingt zum Verkauf der Aktie. Anleger sollten zunächst prüfen, wie die Details des Deals aussehen und wer künftig das neue Gesicht von BioNTech wird. Unser NDAC‑Clubfondswert bestand nicht nur aus den Gründern. Das Unternehmen ist sehr gut aufgestellt, um sich als kommerzielles Biopharma‑Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu etablieren. Das werden Şahin und Türeci, die trotz ihres wirtschaftlichen Erfolgs im Herzen stets Wissenschaftler geblieben sind, nun ein Stück weit von der Seitenlinie aus begleiten.

Der US‑Präsident stürzt die Welt ins Chaos

Wir müssen uns heute mit dem Schmierstoff der Welt, dem Erdöl, beschäftigen. Auch wenn einige mit dem Fahrrad, einem E‑Auto oder zu Fuß unterwegs sind, fahren die meisten an den Tankstellen nicht einfach vorbei. Die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen sofort an, wenn der Ölpreis die Herstellung und den späteren Transport verteuert. Gestern schlug die Internationale Energieagentur deshalb vor, 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven ihrer Mitgliedsländer freizugeben. Ziel war es, einen Markt zu entlasten, der seit der faktischen Schließung der Straße von Hormus unter erheblichem Druck steht, und damit die Preise wieder zu senken. Doch die Ankündigung löste keine nennenswerte Marktreaktion aus – ebenso wenig wie die Ankündigung der Bundesregierung, die nationale Ölreserve teilweise freizugeben.

Warum ist das so? Das fragen sich nun viele. Der Rückgriff auf strategische Bestände signalisiert Investoren zugleich, dass die Störungen auf dem Ölmarkt noch eine gewisse Zeit anhalten könnten. Außerdem wird das Gleichgewicht am Ölmarkt durch Ströme bestimmt, nicht durch Lagerbestände. Entscheidend ist daher, wie viele zusätzliche Barrel pro Tag tatsächlich auf den Markt gebracht werden können. Die Citigroup schätzt, dass derzeit zwischen elf und sechzehn Millionen Barrel pro Tag aus dem Persischen Golf fehlen. Die Freigabe strategischer Reserven kann diese Lücke nur teilweise schließen.

Fakt ist: Die Inflation wird wieder einmal zum Schreckgespenst für die Verbraucher und die Märkte. Die erwartete Zinssenkung der Fed dürfte nun in den nächsten Monaten ausfallen – unabhängig davon, wie sehr sich der US‑Präsident eine Zinssenkung vom neuen, von ihm ausgewählten Fed‑Chef wünscht.

Ein Blick auf die vergangenen zehn Tage zeigt jedoch, dass sich die US‑Indizes vergleichsweise robust gehalten haben. Der S&P 500 liegt seit Freitag, dem 27. Februar – dem Tag vor Beginn der US‑israelischen Operation – lediglich rund zwei Prozent im Minus. In Europa fiel der Rückgang deutlicher aus, da der Kontinent stärker vom Energieschock betroffen ist. Der STOXX 600 verlor im gleichen Zeitraum fünf Prozent. Dennoch bleibt dies ein begrenzter Rücksetzer für Indizes, die zuvor nahe ihren Rekordständen notierten.

Alle vertrauen auf den großen Zampano im Weißen Haus. Die Aktienmärkte scheinen also weiterhin auf die These eines kurzen Konflikts zu setzen. Diese Einschätzung wurde durch mehrere Äußerungen von Trump zu Beginn der Woche gestützt. Nachdem er erklärt hatte, der Krieg könne „sehr bald“ enden, sagte er zudem gegenüber einigen Gesprächspartnern, dass es im Iran ohnehin nichts mehr zu zerstören gebe.

Wie sieht es nun mit der Realität aus? Es handelt sich hier nicht um einen „Liberation Day“. Es geht nicht einfach darum, Zölle zu verhängen und sie später wieder aufzuheben. Der US‑Präsident hat einen regionalen Konflikt mit globalen Auswirkungen ausgelöst. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, dass sie entscheiden würden, wann der Konflikt endet. Sie konnten kaum etwas anderes sagen, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Doch selbst ein stark geschwächtes iranisches Regime könnte weiterhin über beträchtliche Störpotenziale verfügen und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus noch monatelang beeinträchtigen.

Seit den US‑israelischen Angriffen auf das iranische Mullah‑Regime ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen. Die schmale Passage am Persischen Golf zählt zu den wichtigsten Energierouten der Welt. Normalerweise passieren hier täglich Tanker mit rund einem Fünftel des global gehandelten Öls – etwa 20 Millionen Barrel pro Tag. Doch jetzt bleiben Schiffe stehen, Reedereien ziehen ihre Tanker ab, Versicherungen verweigern die Deckung für Fahrten durch die Kriegszone. Schließlich wenden sich die Versicherer an die Rückversicherer – etwa unseren Clubfonds‑Wert Munich Re –, die dieses unüberschaubare Risiko bestimmt nicht eingehen werden. Übrigens: Auch die zwei anderen Big Player am Markt, Swiss Re und Hannover Rück, tun dies nicht.

Kriegsschiffe, Drohnenangriffe und Raketenbeschuss reichen aus, um den Schiffsverkehr fast vollständig zum Erliegen zu bringen. Zuletzt haben Berichte über angeblich vom Iran in der Straße von Hormus verlegte Seeminen die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung befeuert. Die Straße von Hormus ist allerdings nur das jüngste Beispiel dafür, wie verletzlich die Infrastruktur der globalisierten Weltwirtschaft geworden ist. Etwas weiter westlich liegt bereits das nächste Nadelöhr: das „Tor der Tränen“, die Meerenge Bab al‑Mandab zwischen dem Jemen und Ostafrika. Wer vom Indischen Ozean Richtung Mittelmeer will, muss hier hindurch – und damit auch durch das Rote Meer. Normalerweise laufen hier etwa 10 bis 12 Prozent des weltweiten Seehandels und rund 30 Prozent des globalen Containerverkehrs. Genau dort greifen seit Monaten die vom Iran unterstützten Huthi‑Terroristen Handelsschiffe an.

Der Suezkanal ist zwar (noch) nicht von einer kriegerischen Auseinandersetzung betroffen, aber wir erinnern uns an 2021, als ein einziges havariertes Containerschiff im Suezkanal die Weltwirtschaft blockierte.

Noch gefährlicher wird es, wenn die Taiwanstraße durch eine sich bereits jetzt abzeichnende Auseinandersetzung zwischen China, Taiwan und den USA zur Konfliktzone würde. Über sie laufen wichtige Handelsrouten zwischen Ostasien, Europa und Nordamerika. Gleichzeitig sitzt in Taiwan mit TSMC einer der wichtigsten Hersteller moderner Halbleiter – jener Chips, ohne die heute kein Auto, kein Smartphone und kaum eine Industrieanlage funktioniert. Wir hatten darauf schon mehrfach hingewiesen. Taiwan produziert heute mehr als 60 Prozent der weltweiten Chips und mehr als 90 Prozent der modernsten Halbleiter. Eine kriegerische Auseinandersetzung in dieser Straße würde dann nicht nur den Welthandel betreffen, sondern ganze Industrien.

Das Schlimme ist: Der US‑Präsident hat keine Exit‑Strategie – und sein Partner Israel auch nicht. Leider!

Neues von unseren NDAC-Clubfondswerten: McDonald‘s

Jetzt ist Stabilität in den Depots der Anleger gefragt.

Und wer könnte diese besser liefern als unser NDAC-Clubfondswert McDonald’s, einer der Top-Favoriten im Consumer-Staples-Segment – oder auf gut Deutsch: im Konsumgüterbereich. Gegessen wird schließlich immer. (Okay: Zu Hause schmeckt das Essen besser, aber dort geht es nicht so schnell, und Lebensmittel müssen vorher auch erst einmal beschafft werden.)

Dank neuer Menü-Optionen und dem weiter forcierten Rollout günstiger Menü-Variationen kann das Unternehmen im aktuell herausfordernden Marktumfeld weitere Marktanteile gewinnen. Da man seine Kostenbasis dank Digitalisierung und dem Einsatz von KI-Robotern kontinuierlich verbessert, dürften die ohnehin auskömmlichen Margen bei McDonald’s weiter anziehen. Der Konzern verspricht dadurch mittelfristig neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis.

Wenn nur die Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit nicht wären! Unser Fast-Food-Branchenprimus hatte zuletzt – wie viele andere Schnellrestaurantketten – mit der trüben Konsumnachfrage zu kämpfen. Angesichts des weiterhin inflationären Umfelds und konjunktureller Unsicherheiten musste man vor allem bei Stammkunden mit eher durchschnittlichen Einkommen spürbare Einbußen hinnehmen, was sich letztendlich auch negativ im Konzernergebnis niederschlug.

Im Schlussquartal 2025 jedoch gelang McDonald’s eine überraschende Trendwende. So konnte man mit einem deutlichen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 2,83 auf 3,12 Dollar die Konsenserwartungen von 3,04 Dollar klar übertreffen. Auch bei den Umsatzerlösen auf Konzernebene schnitt man mit einem Plus von 9,72 Prozent auf 7,01 Milliarden Dollar deutlich besser ab als erwartet (Konsens: 6,84 Milliarden Dollar).

Zu verdanken hatte der Konzern diese starke Performance vor allem dem konsequent umgesetzten Rollout günstiger Menü-Variationen wie dem 5-Dollar-Menü oder dem weiter ausgebauten Angebot sogenannter McValue-Menüs. Dies kam besonders auf dem Heimatmarkt gut an. Dort überraschte McDonald’s bei den sogenannten Same-Store-Sales mit einem beeindruckenden Anstieg von +6,8 Prozent. Im Vorquartal hatte man im hart umkämpften US-Markt lediglich ein Plus von 2,4 Prozent bei den vergleichbaren Filialumsätzen erzielt. Auch im internationalen Geschäft überzeugte McDonald’s mit einem deutlichen Anstieg der vergleichbaren Umsätze um 5,7 Prozent, was neben preisgünstigeren Menüvarianten auch dem Comeback von Kult-Klassikern wie dem „Grinch-Menü“ zu verdanken war.

McDonald’s führt sein starkes Abschneiden im Schlussquartal vor allem auf die von CEO Chris Kempczinski konsequent vorangetriebene Offensive im Bereich günstiger Discount-Menü-Alternativen zurück (5-Dollar-Menü, McSmart-Menüs u. v. m.). Zuletzt wurde das Angebot um die sogenannten „Extra Value Meal“-Menüs erweitert, die seit Ende 2025 sehr erfolgreich in den USA laufen. Bundle-Angebote wie 5-Dollar-Frühstücks-Deals oder 8-Dollar-Big-Mac-Meals bieten im Vergleich zu Einzelbestellungen Preisnachlässe von rund 15 Prozent – ein klarer Anreiz für Verbraucher mit durchschnittlichen Einkommen.

Diese Strategie zahlt sich aus: Kombi-Menüs stehen in vielen Kernmärkten wie Nordamerika für knapp 30 Prozent der Gesamterlöse. Einen weiteren starken Wachstumstreiber bildet das Loyalty-Programm „MyMcDonald’s Rewards“. Dank attraktiver Bonus- und Coupon-Angebote steigt die Zahl der Mitglieder kontinuierlich und erreichte zum Ende des vierten Quartals beeindruckende 210 Millionen. Da Mitglieder aufgrund der größeren Auswahl an Beilagen und Zusatzangeboten signifikant mehr bestellen als herkömmliche Filialkunden, wirkt sich das Wachstum des Loyalty-Programms positiv auf das Konzernergebnis aus. 2025 stiegen die Umsatzerlöse im Loyalty-Programm in den 70 wichtigsten Märkten überproportional um 20 Prozent auf insgesamt 37 Milliarden Dollar.

Als weiterer Katalysator dürfte sich die intensivierte Digitalisierungs- und KI-Offensive erweisen. McDonald’s gehört zu den Vorreitern im Fast-Food-Sektor. Neben der MyMcDonald’s-App, über die man bestellen, bezahlen und liefern lassen kann, setzt der Konzern seit Jahren auf digitale Bestellterminals. Dynamic-Yield-Menuboards passen die Menüanzeigen an Drive-Thru-Schaltern in Echtzeit an Wetter und Tageszeit an und schlagen geeignete Menüs vor.

Nun zündet McDonald’s die nächste Stufe: Neue KI-Assistenten mit deutlich geringerer Fehlerquote bei Drive-Thru-Bestellungen entlasten die Mitarbeiter. Sie prüfen das Gewicht der jeweiligen Bestellung, minimieren Fehler bei der Ausgabe und erkennen dank Sensorik Fehlfunktionen bei Grills, Fritteusen oder Eis- und Kaffeemaschinen – was Wartungs- und Ausfallzeiten reduziert. Gleichzeitig sorgen KI-Algorithmen mit personalisierten Menüvorschlägen für zusätzlichen Umsatz im Loyalty-Programm.

Damit hat McDonald’s gute Chancen, seinen profitablen Wachstumskurs auch mittelfristig fortzusetzen. So rechnet der Analystenkonsens für das laufende Fiskaljahr mit einem EPS von 13,25 Dollar; für 2027 werden bereits 14,40 Dollar erwartet. Damit sinkt das KGV auf 23,3 – ein Wert, der nicht zu teuer erscheint.

Wir bleiben dabei!

Der Nahe Osten brennt wieder einmal

Wir hatten im letzten Kommentar geschrieben, dass der amerikanische Präsident sich entscheiden müsse, ob er die Flugzeugträger einschließlich der Begleitflotte aus dem Nahen Osten zurückzieht oder losschlägt. Natürlich hatten wir dabei die Hoffnung, dass er zur Vernunft kommt und die Drohkulisse gegenüber dem Iran abbauen würde. Er hat es nicht getan – er hat gemeinsam mit seinem Verbündeten Israel losgeschlagen.

Wir befinden uns in einer post-völkerrechtlichen Geschichtsphase, in der alle im Nachklang der beiden letzten Weltkriege entwickelten internationalen Rechts- und Konventionsordnungen nicht mehr gelten bzw. von wesentlichen Akteuren nicht mehr beachtet werden. Es gilt ausschließlich das Recht des Stärkeren, der bzw. die sich dann auch herausnimmt, zu tun und zu lassen, was er oder sie will. Erschwerend kommt hinzu, dass auch auf persönlicher und rechtlicher Ebene die Herrschenden von Gerichten und Volksvertretungen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden (können) und mithin verurteilte oder zu verurteilende Straftäter an den Hebeln sitzen.

Der Angriff der USA und Israels auf den Iran sowie die teilweise Sperrung der Straße von Hormus haben zuletzt zu steigenden Ölpreisen, Kursrücksetzern und erhöhter Volatilität an den Märkten geführt. Doch wie ernst ist die Lage für Anleger einzuschätzen? Die kurze Antwort lautet: Ja, die Ereignisse sind bedeutsam, und auch Deutschland wird die Kosten tragen müssen. Denn Fakt ist: Die Öl- und Gaspreise sind gestiegen, Lieferketten sind teilweise unterbrochen – mit allen negativen Folgen für Industrie und Verbraucher. Und was noch alles kommt, wissen wir auch noch nicht so richtig.

Historisch betrachtet gibt es jedoch gute Gründe für eine ruhigere Einordnung des Geschehens. Wir wissen, dass politische Börsen kurze Beine haben. Das heißt: Geopolitische Schocks führen regelmäßig zu abrupten Marktbewegungen – doch sie wirken selten langfristig. Beispiele reichen vom Irak-Kuwait-Konflikt 1990 über den 11. September 2001 bis zum Arabischen Frühling. In frischer Erinnerung ist auch noch das Kidnapping des Präsidenten des erdölreichsten Landes, Nicolás Maduro, vor Kurzem. In all diesen Fällen stiegen zwar kurzfristig die Energiepreise, während Aktienmärkte nachgaben. Doch innerhalb weniger Wochen und Monate setzten Normalisierungstendenzen ein und die Märkte fanden zu ihrem vorherigen Trend zurück – so wie jetzt auch.

Ölmarktmechanismen wirken stabilisierend. Erdöl ist fungibel, global handelbar und die Produktion kann flexibel ausgeweitet werden. Politisch motivierte Ausfälle werden häufig durch andere Förderländer oder strategische Reserven ausgeglichen. Auch alternative Transportwege mindern dauerhafte Engpässe. Nur rund 20 Prozent der Öl- und Gastransporte gehen über die Straße von Hormus. Deshalb ist der Anstieg der Preise an den Tankstellen reine Abzocke der Mineralölkonzerne – so schnell ändern sich langfristige Preisabsprachen nicht. Die Preise sind zudem über Terminkontrakte an den Rohstoffmärkten abgesichert.

Die Geschäftsmodelle der meisten unserer NDAC-Clubfondswerte bleiben robust. Die großen strukturellen Wachstumstreiber wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Infrastrukturinvestitionen und demografische Entwicklungen werden durch regionale geopolitische Ereignisse kaum beeinträchtigt. Ein Softwareanbieter, ein Medizintechnologieunternehmen oder ein Infrastrukturentwickler ändert seine Ertragskraft nicht dadurch, dass der Ölpreis kurzfristig schwankt.

Erhöhte Schwankungen fühlen sich zwar unangenehm an, sind aber ein normaler Teil des Marktgeschehens. Historisch wurden in Phasen großer Unsicherheit oftmals die attraktivsten langfristigen Renditen erzielt – gerade weil viele Anleger in solchen Momenten zu emotionalen Entscheidungen neigen. Wer besonnen bleibt, profitiert häufig davon, dass Märkte nach Überreaktionen wieder zu den wichtigen Fundamentaldaten zurückfinden.

Sollten also die USA und Israel den Iran für die nächsten 1.000 Jahre in Schutt und Asche bomben, ist das zwar fürchterlich für die ohnehin leidgeprüften Perser, wird aber von den Märkten recht bald verdaut werden. Sorry, es klingt hart, aber so ist es nun einmal. Auch die Tatsache, dass Putin durch die gestiegenen Preise für Öl und Gas seine Kriegskasse kurzfristig wieder auffüllen kann, ist traurige Realität.

Kleinanleger werden das Desaster an den Börsen nicht verursacht haben. Was den Autor immer wieder überrascht, ist die Reaktion der Großanleger, die mit künstlicher Intelligenz und anderen vernetzten Sicherungsinstrumenten arbeiten. Der große Fehler in den Absicherungsmechanismen der großen Vermögensverwalter liegt darin, dass sie global über alle Assets reagieren. Mit den Instrumenten der KI sollte es doch möglich sein, blitzschnell herauszufiltern, welche Werte von einer Krise betroffen sind – und diejenigen herauszulassen, die nicht betroffen sind.

Die Aktienmärkte bieten derzeit ein interessantes Umfeld für aktive Anleger, die gezielt Einzeltitel auswählen, da sich einzelne Aktien aktuell sehr unterschiedlich entwickeln. Geopolitische Spannungen verschieben die Attraktivität ganzer Branchen, während der wachsende Einfluss künstlicher Intelligenz die Zukunftsfähigkeit vieler Geschäftsmodelle in den Mittelpunkt rückt. Die Daten bestätigen diese Dynamik: In den USA ist der Performance-Abstand zwischen den stärksten und schwächsten Aktien zu Jahresbeginn so groß wie seit 2021 nicht mehr. Die Differenz zwischen den 50 besten und 50 schwächsten Titeln im S&P 500 liegt im laufenden Jahr bei rund 37 Prozentpunkten. Auch in Europa zeigt sich über die vergangenen zwölf Monate eine außergewöhnliche Divergenz. Die Kursentwicklungen der im STOXX 600 gelisteten Unternehmen klaffen so stark auseinander wie zuletzt während der Weltfinanzkrise. Dieses Umfeld eröffnet vielfältige Chancen, verlangt aber zugleich ein strikteres Risikomanagement. Für vorsichtige Anleger bleibt daher eine breite geografische Diversifikation entscheidend.

 

Neues von unseren NDAC‑Clubfondswerten: heute Apple

Mit einem spektakulären Gewinnsprung und Rekordumsätzen straft der iPhone‑Konzern alle Kritiker Lügen und beweist eindrucksvoll, dass die Ära der „Apple Intelligence“ gerade erst beginnt. Die Symbiose aus neuer Hardware und Künstlicher Intelligenz macht das Papier jetzt wieder zum absoluten Liebling der Anleger. Allerdings legt dennoch ein Schatten über unseren NDAC‑Clubfondswert – dazu später mehr.
Der Technologiegigant aus Cupertino hat mit seinem jüngsten Quartalsbericht vom 29. Januar 2026 die Märkte beeindruckt und die konservativen Schätzungen der Wall Street deutlich hinter sich gelassen. Apple meldete einen Gesamtumsatz von 143,8 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Noch erfreulicher für Anleger ist der Gewinn: Der Gewinn pro Aktie kletterte auf 2,84 Dollar und übertraf damit die Prognosen der Experten, die im Schnitt nur mit etwa 2,67 Dollar gerechnet hatten. Diese positive Überraschung sorgte an den Märkten für Aufatmen, da im Vorfeld Bedenken über eine mögliche Sättigung des Smartphone‑Marktes bestanden hatten. Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass der Konzern trotz seiner enormen Größe immer noch zu zweistelligen Wachstumsraten fähig ist, was das Vertrauen der Investoren in die langfristige Stabilität der Aktie massiv stärkt.

Frei nach dem Motto von Galileo Galilei, der 1633 gesagt haben soll: „Und sie bewegt sich doch“, können wir auch zu den Apple‑Kunden sagen: „Und sie kaufen doch.“

Ein tieferer Blick in die Bilanz zeigt, dass die Hardware‑Sparte – und hier speziell das iPhone – nach wie vor das Herzstück des Apple‑Ökosystems bildet. Die Umsätze mit dem iPhone schossen um 23 Prozent auf 85,3 Milliarden Dollar in die Höhe, was auf eine außerordentlich starke Nachfrage nach der neuesten Modellgeneration, dem iPhone 17, hindeutet. Für Anleger ist dies ein entscheidendes Signal: Die Sorge, dass Konsumenten ihre Geräte immer länger behalten und seltener neu kaufen, hat sich in diesem Zyklus nicht bewahrheitet. Begleitet wird dieser Hardware‑Erfolg von der Services‑Sparte (App Store, iCloud, Apple Music), die mit 30 Milliarden Dollar Umsatz ebenfalls einen neuen Rekord markierte. Diese Kombination aus starkem Produktverkauf und stetig wachsenden Dienstleistungseinnahmen festigt Apples Position als eines der profitabelsten Unternehmen der Welt und sichert den künftigen Cashflow, aus dem auch Dividenden und Aktienrückkäufe finanziert werden.

Der vielleicht wichtigste Aspekt für die Zukunft der Apple‑Aktie ist die erfolgreiche Integration des Megatrends Künstliche Intelligenz. Die starken Verkaufszahlen der neuen Geräte lassen sich direkt auf die Einführung von „Apple Intelligence“ zurückführen. Anders als bei reinen Software‑Unternehmen monetarisiert Apple den KI‑Trend primär über die Hardware: Konsumenten rüsten massenhaft auf die neuesten Geräte um, da nur diese über die nötige Rechenleistung für die neuen KI‑Funktionen verfügen. Damit ist dem Konzern gelungen, worauf viele Investoren gewartet haben – der Start eines neuen „Superzyklus“ bei den Geräte‑Upgrades, getrieben durch den Wunsch der Nutzer nach intelligenter Assistenz im Alltag. Apple beweist damit, dass es KI nicht nur als technisches Gimmick versteht, sondern als konkreten Verkaufsbeschleuniger nutzen kann, was die Aktie auch für trendorientierte Anleger wieder attraktiv macht.

Eigentlich alles eitel Sonnenschein beim iPhone‑Konzern – oder doch nicht?

Nun ja, mit Warren Buffett und einer seiner letzten Transaktionen als CEO seiner Berkshire‑Hathaway‑Holding hängt es sicher nicht zusammen. Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal 2025 erneut Apple‑Aktien im großen Stil abgestoßen. Das Investmentunternehmen des weltberühmten Finanzmannes Warren Buffett trennte sich von 4 Prozent seiner Anteilsscheine an dem iPhone‑Konzern. Berkshire bleibt allerdings weiterhin Großinvestor – zum damaligen Stand betrug der Wert des Anteils, den die Firma an Apple danach noch hielt, weiterhin 62 Milliarden Dollar. Es ist zudem weiterhin das größte Einzelinvestment.

Verantwortlich für die jüngste Unsicherheit ist eine Klage des Generalstaatsanwalts von West Virginia, John McCuskey. Der Vorwurf wiegt schwer: Apple soll wissentlich zugelassen haben, dass die iCloud‑Plattform zur Speicherung und Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM) genutzt wird. Laut der Klageschrift habe das Unternehmen Datenschutz und Marketing‑Narrative über den Kinderschutz gestellt. Besonders die Diskrepanz bei den Meldungen sorgt für Aufsehen: Während Wettbewerber wie Google oder Meta im Jahr 2023 Millionen verdächtiger Fälle an die Behörden meldeten, verzeichnete Apple lediglich 267 Berichte. Kritisiert wird zudem der Rückzug des 2021 geplanten Scanning‑Tools „NeuralHash“. Der Bundesstaat fordert nun Schadenersatz (das könnte teuer werden, von der möglichen Rufschädigung ganz zu schweigen) und die Implementierung effektiver Erkennungsmaßnahmen.

Apple steht Anfang 2026 unter spürbarem Druck. Obwohl das Unternehmen weiterhin solide Umsätze erwirtschaftet und seine Marktstellung im Premium‑Segment verteidigt, sorgt vor allem ein weiteres Thema für Unsicherheit: Künstliche Intelligenz. Verzögerungen bei wichtigen KI‑Funktionen – insbesondere rund um Siri und Apples „Apple‑Intelligence“-Strategie – haben Investoren zuletzt verunsichert.

Besonders die Verzögerungen bei einer umfassend modernisierten Siri‑Version sorgten für Kritik. Investoren erwarten im aktuellen KI‑Wettbewerb nicht nur Ankündigungen, sondern marktreife Lösungen mit klarer Monetarisierungsperspektive. In einem Umfeld, in dem Tech‑Aktien stark von KI‑Fantasien getrieben werden, reagiert der Markt empfindlich auf Verzögerungen.

Warten wir also ab, was CEO Tim Cook dazu sagen wird. Trotzdem bleibt Apple ein lohnenswertes Papier, denn der Konzern verfügt weiterhin über eine enorme finanzielle Stärke, eine loyale Kundenbasis und eines der profitabelsten Ökosysteme weltweit. Das Unternehmen steht also nicht strukturell unter Druck – vielmehr geht es um strategische Geschwindigkeit.

 

Chaostage in den USA

Nein, die meisten von uns werden sich die längste Rede zur Lage der US‑Nation eines US‑Präsidenten nicht angetan haben. Als ihr Autor am nächsten Morgen die Berichte über die „State of the Union“-Rede las, kam ihm ein Lied aus den „Pippi‑Langstrumpf“-Filmen wieder in den Sinn: „Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt.“ (Übrigens auch von Andrea Nahles im Bundestag vor langer Zeit schon als Lied vorgetragen – da war sie noch SPD‑Oppositionsführerin mit anderen Mehrheiten im Deutschen Bundestag.)

Das Wall Street Journal – ein stramm konservatives Blatt im besten Sinne des Wortes – sieht es ähnlich und titelte treffend: „Trump lobt einen wirtschaftlichen Aufschwung, den viele Wähler nicht sehen.“ Die Inflation, die hartnäckig oberhalb des Zielwertes der US‑Notenbank verharrt, ignoriert er. Ebenso den Fakt, dass das Wachstum im vierten Quartal förmlich eingebrochen ist. Doch statt sich um die Wirtschaft zu kümmern, scheint der POTUS sich lieber in neue Auslandsabenteuer stürzen zu wollen. Denn entweder er zieht die zwei Flugzeugträgerverbände, die er rund um den Iran zusammengezogen hat, bald wieder ab, weil deren Präsenz unendlich viel Geld verschlingt. Oder aber er lässt den Iran angreifen – und riskiert damit einen Flächenbrand mit unabsehbaren Folgen, auch für die Wirtschaft. Zusammengefasst können wir feststellen: Trump liefert nicht – weder in Sachen Wirtschaft noch bei seinem Versprechen, die sinnlosen, teuren US‑Kriege zu beenden.

Der US‑Supreme Court hat den allmächtigen Wahnvorstellungen des Präsidenten bereits seine Grenzen in Sachen Zölle aufgezeigt. Höchste Zeit, dass dies die Wähler bei den Kongresswahlen im November auch tun. Seine wirre Rede im US‑Kongress zeigt vor allem eines: Er selbst ist längst schon wieder im Wahlkampfmodus, obwohl es gar nicht mehr um ihn als lame duck geht.

Aber da wir einmal bei den Zöllen sind: Da hat der Mann im Weißen Haus sich bestimmt gedacht, wir machen jetzt eine Mandatsbeschaffungsmaßnahme für notleidende, renommierte Anwaltskanzleien daraus. Es stehen schließlich 175 Milliarden Dollar im Feuer – Zölle, die zu Unrecht erhoben wurden. Vermutlich wird das Weiße Haus keinen einzigen Cent freiwillig wieder herausrücken. Mit Zinsen und Anwaltskosten könnten dann schnell 200 Milliarden Dollar und mehr daraus werden. Eine Gruppe von 22 Senatoren der US‑Demokraten will die Trump‑Regierung per Gesetz zur vollständigen Rückzahlung kassierter Zolleinnahmen verpflichten. Die Gesetzesvorlage sieht vor, dass die Gelder innerhalb von 180 Tagen samt Zinsen erstattet werden. Aus dem Gesetzentwurf wird zwar nichts werden – die Demokraten sind (noch) in der Minderheit –, aber das nächste Zoll‑Chaos ist schon vorprogrammiert.

Unser Bundeskanzler hat andere Sorgen. Bei seiner ersten Reise nach China seit Amtsantritt versucht Kanzler Merz den Spagat: Einerseits setzt er sich für mehr Investitionen in Deutschland ein, andererseits muss er auch die problematischen Seiten von Chinas Wirtschaftspolitik ansprechen. Bundeskanzler Friedrich Merz will die Beziehungen zu China deutlich ausbauen und wirbt dabei ausdrücklich auch für ein Engagement chinesischer Firmen in Deutschland. „Wir wollen chinesische Investitionen in Deutschland. Wir wollen Arbeitsplätze in Deutschland mit chinesischen Investitionen“, sagte Merz in Peking nach einem deutsch‑chinesischen Wirtschaftsforum zusammen mit Ministerpräsident Li Qiang. Genau das klingt wie das Betteln um Investitionen des weit enteilten Konkurrenten aus Fernost. Dazu kommen noch die geerbten Probleme aus der Vergangenheit: Handelsbeschränkungen, das stark wachsende Handelsdefizit, Währungsfragen, Seltene Erden, die richtige Positionierung im Handelskrieg zwischen den USA und China und der Ukraine‑Krieg. Tja, Fritze, deine Reiseroute in Asien hätte wahrscheinlich doch besser in China beginnen sollen, aber jetzt müssen wir mit den Gegebenheiten zurechtkommen, wie sie eben sind. Aber wenigstens ein Abkommen über die Lieferung von 120 Airbus‑Jets sprang für Europas Flugzeugbauer Nr. 1 heraus. Weitere Abkommen sind dem Vernehmen nach noch in Vorbereitung.

Wir dürfen uns wieder hoffnungsvoller den KI‑Werten zuwenden, oder? Unser Clubfondswert NVIDIA hat es wieder einmal geschafft, die Erwartungen zu übertreffen. Konkret meldete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 68,1 Milliarden Dollar im vierten Quartal. Die Prognose lag bei 65,91 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Rechenzentren erwirtschaftet inzwischen gut 90 Prozent der NVIDIA‑Erlöse. Beachtlich ist zudem der bereinigte Gewinn je Aktie, der mit 1,62 Dollar die Erwartungen von 1,53 Dollar deutlich übertreffen konnte. Unterm Strich sprang der Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 94 Prozent auf knapp 43 Milliarden Dollar. Auch für die Zukunft bleibt der Chip‑Konzern sehr optimistisch. Im bereits laufenden ersten Quartal peilt das Management einen Umsatz in Höhe von 76,44 bis 79,56 Milliarden Dollar an. Experten hatten lediglich mit 72,78 Milliarden Dollar gerechnet. Anleger zeigten sich allerdings unbeeindruckt. Der Kurs der NVIDIA‑Aktie drehte im nachbörslichen Handel während der Analystenkonferenz ins Minus. Danach erholte sie sich und notierte kaum verändert.

Nach wie vor offen ist, wie es für NVIDIA in China weitergeht. Die US‑Regierung erlaubt zwar wieder den Verkauf abgespeckter Chipsysteme mit der Bezeichnung H200 in das Land – für eine saftige Gebühr von 25 Prozent. Allerdings ist weiterhin unklar, ob die Regierung in Peking die dortigen Unternehmen diese Chips kaufen lässt. In den Prognosen von NVIDIA wird deshalb immer noch kein potenzielles Geschäft in China berücksichtigt. Es gibt auch noch ein Problem: Der rapide Ausbau der Rechenzentren sorgt gerade für eine akute Knappheit bei Speicherchips – und das bremst wiederum das Geschäft von NVIDIA mit Grafikkarten für Gamer, mit denen der Konzern einst groß wurde. Im vergangenen Quartal verpasste die Sparte mit Erlösen von 3,73 Milliarden Dollar die Erwartungen von Analysten, die eher mit rund vier Milliarden Dollar gerechnet hatten. Ein „back to the roots“ wird es wohl nicht so schnell geben, solange KI die Fantasien beflügelt.

Welche globalen Einflüsse bestimmen den DAX40 in diesem Jahr?

Das letzte Jahr, in dem der deutsche Leitindex DAX40 im Minus geendet hat, war 2022. Damals hatte die russische Armee das Nachbarland Ukraine überfallen. Die Welt und damit die Märkte mussten mit dieser neuen Situation erst einmal klarkommen, und das Jahr endete mit 12,35 Prozent im Minus. Obwohl der militärische Einmarsch von russischer Seite als Blitzkrieg geplant war – wir erinnern uns an die berühmten 72 Stunden – geht der Krieg nun in das fünfte Jahr.

Die Märkte tangiert der Konflikt nicht mehr so stark wie zu Beginn. So schloss der DAX40 die folgenden drei Jahre im Plus (2023: 20,31 Prozent; 2024: 18,85 Prozent; 2025: 23,01 Prozent). Und wenn wir uns die ersten Wochen des neuen Jahres anschauen, dann scheint es hoffentlich ähnlich weiterzugehen. Mitte Januar erzielte der DAX40 ein neues Allzeithoch von 25.507 Punkten.

Obwohl die deutsche Wirtschaft nach wie vor schwächelt. Laut dem Münchner ifo-Institut steckt Deutschland mittlerweile seit mehr als zwei Jahren in einer Krise, wobei konjunkturelle und strukturelle Faktoren belastend wirken. Bereits 2023 gab es mit einem BIP-Rückgang von –0,3 Prozent eine Rezession bzw. genauer gesagt eine Stagflation (wirtschaftlicher Rückgang bei steigenden Preisen). 2024 folgte ein weiterer Rückgang um –0,2 Prozent, sodass das BIP nur noch knapp über dem Niveau des Jahres 2019 lag.

In der Winterprognose rechnet das ifo-Institut für 2025 mit einem mageren Wachstum von +0,1 Prozent und für 2026 mit +0,8 Prozent. Also noch nicht das große Wachstum, das die Politik angekündigt hatte. Eigentlich stellen die positiven Prognosen für die deutsche Wirtschaft nur eine Reaktion auf die massive Neuverschuldung der Bundesregierung dar. Gleichzeitig hat das ifo-Institut die Prognose für 2026 im Vergleich zum Herbstgutachten um 0,5 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

Nach einer Talsohle im Winterhalbjahr 2024/25 sollen in diesem Jahr vor allem fiskalische Impulse der neuen Bundesregierung zu etwas mehr Wachstum führen. Belastend wirken jedoch der schleppende Strukturwandel sowie die Zollpolitik der USA, die aktuell vor dem Supreme Court geprüft wird. Sollten die Zölle zurückgenommen werden – etwa weil sie als rechtswidrige Einzelentscheidungen des Präsidenten gewertet werden oder durch die Midterm-Wahlen im November durch einen neu zusammengesetzten Kongress aufgehoben werden –, stellt sich für uns die Frage, was dann eigentlich die Ursachen für die schwachen Wirtschaftsdaten in Deutschland sind.

Wenn wir keine Schuldigen im Ausland mehr finden können, müssen wir uns dann nicht endlich fragen, was in Deutschland schiefläuft? Haben wir die richtigen politischen Entscheidungen und die richtige Struktur in der Regierung? Es geht längst nicht mehr nur um Besitzstandswahrung durch einen stark gewachsenen Sozialstaat und eine große Regierungs- und Behördenbürokratie, die alle ihre Daseinsberechtigung nachweisen wollen, sondern um die Existenz Deutschlands als Industrie- und Exportnation.

Aktuell wird die Börse weiterhin durch die Wirtschaftspolitik des erratisch agierenden US-Präsidenten, die Zins- und Inflationsdynamik sowie durch geopolitische Konflikte und Unsicherheiten geprägt. Da sich die Preissteigerungsraten zuletzt einigermaßen stabilisiert haben, setzte die US-Notenbank Fed zur Stützung des schwachen Arbeitsmarkts den Ende 2024 begonnenen Zinssenkungszyklus mit weiteren Schritten fort. Marktexperten erwarten jedoch für dieses Jahr nur noch zwei kleine Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte – auch unter dem designierten neuen Fed-Chef Kevin Warsh.

Neben der umstrittenen Zoll- und Handelspolitik der USA könnten zahlreiche geopolitische Konflikte für unerwartete Entwicklungen sorgen. Während beim Ukraine-Krieg weiterhin kein Frieden oder zumindest ein Waffenstillstand in Sicht ist und möglicherweise eine weitere Eskalation droht, könnte es zwischen dem Iran und den USA nach der Niederschlagung der landesweiten Proteste zu einer Verhandlungslösung kommen. Als Drohkulisse wurde ein großes militärisches Aufgebot in Richtung Golfstaaten verlagert. Eine Eskalation bleibt also möglich. Auch die Spannungen zwischen China und Taiwan bzw. zwischen China und den USA sind zuletzt wieder gestiegen.

Während in Deutschland die Zahl der Menschen ohne Arbeit sowie die Zahl der Kurzarbeiter und Teilnehmer in Fördermaßnahmen steigt, zeigt sich der US-Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn deutlich robuster als erwartet. Trotz eines massiven Stellenabbaus im öffentlichen Sektor wurden im Januar insgesamt 130.000 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 4,4 auf 4,3 Prozent, und das jährliche Lohnwachstum stieg von 3,6 auf 3,7 Prozent. Die Kombination aus Beschäftigungszuwachs, niedrigerer Arbeitslosenquote und realen Lohnsteigerungen macht kurzfristig weitere Leitzinssenkungen immer unwahrscheinlicher.

Die Performance des US-Marktes wird derzeit durch eine verbesserte Aktienentwicklung in der Breite geprägt. Nachdem in den vergangenen Jahren die Indexschwergewichte – allen voran die Technologiekonzerne – die positive Entwicklung getragen haben, lässt sich derzeit eine breitere Marktteilnahme beobachten: Seit November schlägt die durchschnittliche Aktie des S&P 500 den nach Marktkapitalisierung gewichteten Index. Gestützt wird dies durch eine Verbesserung der Fundamentaldaten in vielen Sektoren. Für 2026 rechnen Analysten mit Gewinnanstiegen in sämtlichen Branchen, und die Kluft beim Gewinnwachstum zwischen Tech-Schwergewichten und dem übrigen Markt dürfte sich weiter verringern. Also ruhig einmal auf andere Aktien als nur die bekannten US-Tech-Werte schauen.

Neu im NDAC-Clubfonds Micron Technology Inc.

Micron Technology Inc. ist ein US-amerikanischer Hersteller von Speicherelementen für Computer mit Hauptsitz in Boise im Bundesstaat Idaho. Unser neuer NDAC-Clubfondswert ist an der Nasdaq gelistet und verfügt über elf Produktionsstandorte weltweit.

Micron vermarktete Produkte für Endverbraucher bis 2025 unter der Marke Crucial. Zwischen 2006 und 2017 war Micron Eigentümer von Lexar (Hersteller von Flash-Speicherprodukten mit Sitz in San José, Kalifornien; heute eine Tochter des chinesischen Unternehmens Longsys).

Unser neuer Wert wurde 1978 in Boise, Idaho, durch Ward Parkinson, Joe Parkinson, Dennis Wilson und Doug Pitman gegründet. Die Start-up-Finanzierung erfolgte durch die lokalen Investoren Tom Nicholson, Allen Noble und Ron Yanke. Die weitere Expansion wurde durch John Simplot finanziert.

Im Jahr 1981 stellte Micron erstmals DRAM‑Chips mit einer Speicherkapazität von 64 KBit her. Durch konsequente Kostenkontrolle überlebte Micron mehrere Einbrüche des DRAM-Marktes, die wichtige Wettbewerber zum Marktaustritt zwangen. Selbst Intel, der Erfinder des DRAMs, war 1985 gezwungen, sich aus diesem Geschäftsfeld zurückzuziehen.

Anfang der 1990er-Jahre wurde die Tochtergesellschaft Micron Computers (heute: Micron Electronics) als Hersteller von PCs gegründet. 1999 kam mit Micron Internet Services eine weitere Tochtergesellschaft zur Bündelung der Internetaktivitäten hinzu. Beide Sparten wurden 2001 an web.com bzw. MPC verkauft.

Der unersättliche Hunger nach Künstlicher Intelligenz führt derzeit zu einem massiven Engpass bei Speicherchips weltweit. Micron Technology profitiert als einer der wenigen Anbieter von dieser Entwicklung und sieht sich mit einer Nachfrage konfrontiert, die das aktuelle Angebot bei weitem übersteigt. Während die Auftragsbücher prall gefüllt sind, reagiert der Konzern nun mit einer Milliardenoffensive auf die Produktionsengpässe.

Treibende Kraft hinter der jüngsten Kursrallye ist ein anhaltendes Ungleichgewicht am Markt. Insbesondere High-Bandwidth Memory (HBM), das für leistungsstarke KI-Anwendungen unverzichtbar ist, ist Mangelware. Sowohl Micron als auch die Wettbewerber haben signalisiert, dass ihre HBM-Produktion für das gesamte Jahr 2026 bereits ausverkauft ist. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass diese Knappheit – die auch die Preise für klassische DRAM-Speicher auf den höchsten Stand seit 2019 treibt – bis weit ins Jahr 2027 anhalten könnte.

Um die Abhängigkeit von begrenzten Kapazitäten zu lösen, kündigte das Unternehmen Ende Januar 2026 eine massive Investition an. Rund 24 Milliarden Dollar fließen in den Ausbau der Fertigung in Singapur. Geplant ist eine Erweiterung der Reinraumflächen um gut 65.000 Quadratmeter für die NAND-Produktion. Ergänzend dazu baut Micron für sieben Milliarden Dollar eine separate Anlage für fortschrittliches Packaging, die speziell auf die dringend benötigten HBM‑Chips ausgerichtet ist. Allerdings erfordern diese Maßnahmen Geduld: Während die Packaging-Anlage bereits 2027 zur Versorgung beitragen soll, wird der Produktionsstart der großen Erweiterung erst für die zweite Jahreshälfte 2028 erwartet.

Im Jahr 2026 beschäftigt Micron Technology – wie im Vorjahr – 40.000 Mitarbeiter weltweit. Geführt wird unser neuer NDAC-Clubfondswert seit April 2017 von dem indisch-amerikanischen Geschäftsmann Sanjay Mehrotra als CEO.

Der Blick in die Bücher

Im ersten Geschäftsquartal 2026 sprang der Umsatz auf 13,64 Milliarden Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 8,71 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch die Profitabilität überzeugte: Der GAAP-Nettogewinn belief sich auf 5,24 Milliarden Dollar, da Micron seine Position als Schlüssellieferant für die neuen Grafikprozessoren von Nvidia und AMD festigen konnte und somit über Preissetzungsmacht verfügt.

Anleger blicken nun auf Mitte März 2026, wenn Micron voraussichtlich die Bücher für das nächste Quartal öffnet. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf wird sein, ob das Unternehmen den Spagat zwischen ausverkauften Lagern und dem aggressiven Ausbau der Kapazitäten meistert, ohne Marktanteile an die südkoreanische Konkurrenz zu verlieren.

Mit 444,23 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung ist unser neuer Wert ein Schwergewicht unter den Chipherstellern.

Innerhalb der letzten zwölf Monate zahlte Micron Technology eine Dividende für das Jahr 2025 in Höhe von 0,46 Dollar. Dies entspricht einer Dividendenrendite von rund 0,12 Prozent. Für die kommenden zwölf Monate werden voraussichtlich 2,25 Dollar Dividende gezahlt.

Was sagen die Analysten?

Auf dem Portal Marketscreener finden wir 43 Einschätzungen von Finanzexperten zu unserem neuen Wert:
28 empfehlen einen Kauf, zehn raten zum Aufstocken und drei zum Halten. Nur zwei Analysten sprechen eine Verkaufsempfehlung aus.

Das mittlere Kursziel wurde mit 375,54 Dollar ermittelt. Der Korridor reicht von 196,00 bis 500,00 Dollar. Aktuell notiert Micron Technology bei 410 Dollar. Das bedeutet, dass die Analysten ihre Berechnungen wahrscheinlich anpassen müssen. Der Chart sieht gut aus; er zeigt trotz einer leichten Korrektur weiterhin steil nach oben. Beim Schreiben dieser Vorstellung wird ein Tageskursgewinn von 6,95 Prozent gemeldet.

Fazit

Mit unserem neuen NDAC-Clubfondswert Micron Technology haben wir einen weiteren Tech-Wert in unser Depot aufgenommen, der pralle Auftragseingänge verzeichnet. Die Kursrally dürfte weitergehen – und wir sind jetzt dabei.

Neu im NDAC-Clubfonds: Scottish Mortgage Investment Trust PLC

Der Scottish Mortgage Investment Trust PLC (PLC = Public Limited Company) ist eine britische Investmentgesellschaft mit Sitz in der schottischen Hauptstadt Edinburgh. Sie hat sich auf den Erwerb von Anteilen an börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmen spezialisiert. Dabei fokussiert sich Scottish Mortgage (SMT) vor allem auf nicht börsennotierte Unternehmen, die gute Chancen auf einen späteren Börsengang haben.

Gegründet wurde der Trust bereits im Jahr 1909 – wir haben es also mit einem äußerst traditionsreichen Unternehmen zu tun.

Bis 1909 schuf die wachsende Popularität des Automobils eine erhebliche Nachfrage nach Reifen, die von Gummipflanzern in Südostasien bedient werden sollte. Diese konnten ihre Expansion mangels Kreditgeber jedoch nicht finanzieren. In Edinburgh gründeten daraufhin Colonel Augustus Baillie und Carlyle Gifford die Straits Mortgage and Trust Company Limited. Diese Gesellschaft verlieh den Pflanzern Geld, das durch Kautschukgüter besichert war.

Nachdem die Kreditkrise überwunden war, wurde im Jahr 1913 der Investitionsauftrag des Trusts auf weltweite Anleihen- und Aktienmärkte ausgeweitet, und der Name wurde in The Scottish Mortgage and Trust Company Limited geändert. Schon früh gehörten nordamerikanische Anlagen zum Portfolio, die jedoch Mitte der 1930er-Jahre durch Erlöse aus dem Verkauf europäischer Investitionen erheblich aufgestockt wurden – als Reaktion auf die sich verschlechternde politische Lage in Europa.

In den 1960er-Jahren gehörte der Trust zu den ersten, die von der Aufhebung der Beschränkungen für ausländische Investoren auf dem aufstrebenden japanischen Markt profitierten. Diese Entscheidung war aufgrund der damals noch frischen Kriegserinnerungen umstritten. (Das Kaiserreich Japan kämpfte bekanntlich im Zweiten Weltkrieg an der Seite Deutschlands und Italiens.)

Unser neuer Depotwert wird seit 2017 von der unter Druck geratenen Vorsitzenden des SMT, Fiona McBain, geleitet. Sie tritt nach einem heftigen Streit im Aufsichtsrat über Governance-Regeln zurück. McBain, die den im FTSE 100 gelisteten Trust führt, wird ihr Amt nach der Hauptversammlung im Juni niederlegen und durch den unabhängigen Direktor Justin Dowley ersetzt.

Ende März 2025 belief sich der Marktwert des Portfolios auf 13,7 Milliarden GBP. Die Aufteilung nach Wirtschaftssektoren sah wie folgt aus:
Konsumgüter (33,5 %), Technologie (30 %), Industrie (16,9 %), Gesundheitswesen (7,9 %), Finanzen (5,9 %), Energie (2,4 %), Basiskonsumgüter (1,9 %), Grundstoffe (1,2 %), Sonstige (0,3 %).

Geografisch verteilte sich das Portfolio wie folgt:
Vereinigtes Königreich (3 %), Europa (14,3 %), Nordamerika (54,5 %), Asien (21 %), Südamerika (6,5 %), Afrika und Naher Osten (0,7 %).

Der Scottish Mortgage Investment Trust PLC bezeichnet sich selbst als Low-Cost-Investment-Trust, dessen Ziel es ist, die Gesamtrendite eines aktiv verwalteten Portfolios langfristig zu maximieren. Der Trust investiert weltweit in solide Unternehmen mit überdurchschnittlichen Renditechancen. Investment Manager ist die Baillie Gifford & Co Limited.

Der Blick in die Bücher

Der Nettogewinn unserer neuen Beteiligungsgesellschaft sank im Jahr 2025 auf 1,22 Milliarden GBP (2024: 1,37 Milliarden GBP). Logischerweise ging damit auch der Gewinn je Aktie von 0,97 auf 0,95 GBP zurück. Seit 2022 wird eine gleichbleibende Dividende in Höhe von 0,04 GBP gezahlt. Das entspricht einer Dividendenrendite von 0,45 Prozent (Vorjahr: 0,46 Prozent). Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) hat sich leicht erhöht und stieg von neun auf zehn.

Was sagen die Analysten?

Unser neuer Depotwert steht leider nicht sehr im Fokus internationaler Finanzexperten. Auf dem Portal Marketscreener liegen lediglich zwei Einschätzungen vor: eine Kaufempfehlung und eine Halteempfehlung. Beide kommen ohne konkrete Kursziele aus, was vermutlich daran liegt, dass sich viele nicht börsennotierte Unternehmen im Portfolio befinden. Der Kurs lag zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Vorstellung bei 14,43 Euro und zeigt weiter eine steigende Tendenz. Das mildert etwas die niedrige Dividendenrendite.

Fazit

Das Jahr 2026 soll das Jahr der Börsengänge werden: SpaceX, Anthropic, Revolut und Databricks gelten als heiße Kandidaten für das Parkett. Wer schon pre-IPO investiert sein möchte, hat über den mehr als 100 Jahre alten Scottish Mortgage Investment Trust eine indirekte Möglichkeit dazu. Während außerbörsliche Private-Market-Angebote mit relativ hohen Kosten verbunden sind, liegen die Gebühren des SMT auf ETF-Niveau.

Mit seinem Fokus auf wachstumsstarke Unternehmen, denen die Schotten zutrauen, ihren Wert zu vervielfachen, investiert der SMT in rund 50 börsennotierte Werte – und bis zu 30 Prozent seines Vermögens von derzeit ca. 18 Milliarden Euro in nicht gelistete Unternehmen. Jetzt sind wir also dabei, wenn sich die neuen Emissionen zu Kursraketen entwickeln.