Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

L, U, V, W – was wird eintreten?

Nein, wir machen hier diese Woche keinen Intelligenztest.

Unsere erfahrenen Börsenprofis haben es längst erkannt: Es sind die Szenarien, in welche Richtung sich die Wirtschaftslage und in der Folge die Finanzmärkte in den nächsten Monaten entwickeln könnte. Und jeder Buchstabe steht für ein mögliches Szenario.

Welches Szenario dann wirklich eintreten wird, wissen auch die Wissenschaftler nicht. Die letzten Lockerungen der Bundesregierung gehen aus Sicht der Wirtschaft nicht weit genug. Dazu kommt, dass die Maßnahmen zum Schutz vor weiterer Ausbreitung von Covid19 nur als Empfehlung oder dringende Empfehlung von Seiten der Bundesregierung ausgesprochen werden können, die dann von den Landesregierungen je nach Gusto lasch bis streng umgesetzt werden. Die Virologen warnen also nicht umsonst vor einer zweiten Welle der Pandemie

Schauen wir uns im Folgenden die zu erwartenden Marktszenarien genauer an.

Worst Case steht für das L

Das L – Szenario symbolisiert einen scharfen Einbruch der Wirtschaft und in der Folge jahrelange Stagnation oder im schlimmsten Fall Stagflation (sinkendes Wirtschaftswachstum mit zunehmende Arbeitslosigkeit und Inflation).

Je länger Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie der damit verbundene wirtschaftliche Shutdown anhalten, desto wahrscheinlicher wird ein solches L- Szenario. Dass es so ein Szenario geben kann, hat das Platzen der Vermögenspreisblase in Japan 1992 bewiesen und die japanische Wirtschaft krankt bekanntlich heute noch an den wirtschaftlichen Folgen.

Unsere Wohlstandsgesellschaft  wäre dann wohl global zu Ende. Beruhigend zu wissen, Volkswirtschaftler schätzen ein „worst case“ als sehr gering ein.

Aber selbstverständlich bleibt es den Anlegern überlassen, sich für diese Situation vorzubereiten. Neben Gold sind schwach rentierende und breit streuende extrem sichere Staatsanleihefonds eine Anlagealternative.

Langsame und sichere Erholung bedeutet das U

Die Erwartungen der nächsten 12 Monate an den Aktienmärkten gehen von einer langsamen aber sicheren Erholung der Volkswirtschaften aus, ähnlich wie beim Platzen der Dotcom-Blase nach den maßlosen Übertreibungen 2000/2001. Wir erinnern uns, dass die Märkte erst 2006 den Vorkrisenstand erreichten. Hier setzte die Trendwende 2003 ein. Das ist eine relative lange Zeit für ungeduldige und kurzfristig denkende Aktionäre. Mittel- und  langfristige Anleger sehen dagegen eine günstige Gelegenheit für die erforderlichen Nachkäufe der teilweise extrem zurückgelaufenen Papiere.

Sie vertrauen darauf, dass die Notenbanken weiter Kapital, in den Wirtschaftskreislauf pumpen und Staaten mit Konjunkturprogrammen die Nachfrage wieder ankurbeln werden. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass die Zuwächse bei den Kursen zunächst von der Zunahme der Geldmenge am Markt statt von Gewinn- und daraus resultierenden Dividendenerwartungen getrieben werden.

Anleger bereiten sich nach den Crash der letzten Wochen mit einem international breit streuenden und schwankungsarmen Aktienfonds wie z. B unseren NDAC- Aktienfonds auf die Zeit danach bzw. auf den Aufschwung vor. 

Double Dip bedeutet das W

Wenn die Krise vorüber ist, geht es zunächst wieder aufwärts. Durch eine sich anschließende Krise kann alles wieder in ein neues Tal der Tränen stürzen und eine weitere Runde in der Krisenbewältigung muss gedreht werden.  Wirtschaftdaten und Kurse stürzen wieder ab, obwohl die Pandemie erfolgreich besiegt wurde. 

Finanzexperten verweisen dabei zu recht auf den Bankensektor, bei dem sich der Ausfall der vielen Kredite, die er an notleidende Unternehmen ausreichte, zu einer neuen Finanzkrise entwickeln kann. Denn trotz der staatlichen Garantien, haben die Banken noch sehr viele Altkredite in den Büchern stehen, die nicht von der staatlichen KfW- Bank gedeckt sind. Und international, speziell wenn wir die hohe Verschuldung den USA betrachten,  kann sich das insgesamt zu einem Kollaps, wie wir ihn 2008/2009 erlebten, kulminieren. 

Auch hier ist ein solider international breit streuender (NDAC!) Aktienfonds eine gute Lösung, denn die Erholung wird dann auf Grund der Maßnahmen der krisenerprobten Notenbanken und Staaten (Konjunkturprogramme, Steuersenkungen etc.) sehr schnell wieder einsetzen.

Wir überwinden die Krise noch 2020 bedeutet das V

Nach dem exogenen Schock (also nicht gesunkene Gewinn- oder Renditeerwartungen haben Schuld an der Rezession!) kommt es zu einem schnell eintretenden Aufholeffekt im III. und IV/2020. Voraussetzung dafür ist keine gravierende Verschlechterung der Arbeitsmarktdaten und weiterhin hohe Einkommen, die den Konsum antreiben und nicht auf ein nicht verzinstes Sparkonto fließen. Und die Unternehmen halten sich dank der staatlichen  Programme über Wasser.

Auch für dieses Szenario ist ein aktiver gemanagter (NDAC)-Aktienfonds die beste Alternative.

Fazit

Wir haben unseren Lesern diese Woche die möglichen Szenarien des weiteren Verlaufes an den Märkten in der Corona-Krise vorgestellt. Wichtig bleibt bei allen Alternativen, dass wir gut und gesund durch diese Zeit kommen und schnell ein wirksamer Impfstoff gegen dieses Virus gefunden wird. Erst wenn das Serum gefunden ist, werden wir  sehen, welches Szenarium eintreten wird und wie wir Kleinanleger richtig reagieren können. Bis dahin bleibt es ein Markt für starke Nerven.  

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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