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Neues vom Clubfonds: Meta Platforms

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Mark Zuckerburg und Meta sind miteinander verbunden wie „Siamesische Zwillinge“. Und das bekanntlich seit Facebooks Gründung vor 20 Jahren. Selbst riesen Fehlschläge wie die Einführung einer eigenen digitalen Währung verkraftete das Unternehmen sehr gut.

Darum wird getan, was Zuckerburg anordnet und das wiederum erfolgreich. Dabei gibt es so manche positiven Überraschungen für die Anleger.

CEO Mark Zuckerberg rief das Jahr 2023 zum „Year of Efficiency“ aus und tatsächlich konnte das Unternehmen liefern. So lag im letzten Quartal des Jahres 2023 die operative Marge des Unternehmens bei 41 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor, als der Wert noch bei 20 Prozent lag. Grundsätzlich war das Geschäftsjahr 2023 ein sehr erfolgreiches Jahr für Meta Platforms. So konnte das Unternehmen mit Sitz Menlo Park im US-Bundesstaat Kalifornien seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf insgesamt knapp 135 Milliarden Dollar steigern. Aufgrund der starken Entwicklung der operativen Marge konnte auch das operative Ergebnis sogar um fast 62 Prozent auf 47 Milliarden Dollar gesteigert werden.

Aber wo Licht ist, gibt es natürlich auch immer Schatten, so auch bei unserem langjährigen Depotwert.

Die Sparte Reality Labs ist nach wie vor ein Riesenverlustbringer für das Unternehmen und dies wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. So fuhr die Metaverse-Sparte im abgelaufenen Jahr einen operativen Verlust von über 16 Milliarden Dollar ein. CFO Susan Li sagte hierbei im letzten Earnings Call, dass das Unternehmen für das kommende Jahr dabei mit signifikant höheren Verlusten der Sparte rechne. Der momentan fehlende Erfolg der Sparte sorgt dafür, dass Meta noch immer extrem abhängig vom Werbegeschäft ist. So erzielte das Unternehmen im abgelaufenen Jahr 98 Prozent seines Umsatzes mit Werbung.

Die Aktie des Unternehmens hatte im November 2022 ein Tief von 88 Dollar/Anteilsschein erreicht und hat seitdem ein sagenhaftes Comeback gefeiert. So liegt der Aktienkurs momentan bei rund 474 Dollar (Stand 22.02.2024), allerdings stand der Wert schon etwas höher. Und da fragen sich Anleger auf der ganzen Welt, ob sie wohl noch einsteigen können. Es ist zwar die Entscheidung eines jeden Anlegers selbst, ob er noch auf den fahrenden Zug gen Norden aufspringen will. Aber trotz des enormen Kursanstiegs wirkt die Aktie nicht sonderlich überteuert. So notiert das Wertpapier bei einem für das Geschäftsjahr 2024 erwartetem Gewinn von knapp 20 Dollar pro Aktie bei einem KGV von rund 24.

Und es könnte weiter nach oben gehen. Denn sehr zur Freude seiner Investoren kündigte der Social Media-Gigant an, Anlegern erstmals eine vierteljährliche Dividende zahlen zu wollen. Die erste Quartalsdividende soll 50 Cent betragen. Beide Aktiengruppen, also Class A und Class B, qualifizieren sich für die angekündigten Dividendenzahlungen. Die Nachricht sorgte für Euphorie unter den Aktieninhabern, denn die Meta-Aktie verließ den NASDAQ- Handel in Reaktion auf die Quartalsvorlage letztlich 20,32 Prozent stärker bei 474,99 Dollar.

Und wer profitiert auch noch von den Dividendenzahlungen?  Natürlich der Chef selbst, Mark Zuckerberg ist laut Market Watch im Besitz von rund 350 Millionen Meta-Aktien. Bei einer Cash-Dividende von 50 Cent kann der Tech-Visionär jährlich demnach Bruttozahlungen von 700 Millionen Dollar einstreichen, sollten die Zahlungen auf diesem Ausschüttungslevel bleiben.

Gönnen wir ihm doch von Herzen, da er ja als Grundgehalt nur einen Dollar verdient, und das seit Jahren. Aber jetzt muss niemand mit der Sammelbüchse starten, denn da kommen doch noch einige andere Gehaltsteile wie beispielsweise Optionen dazu. Seine Gesamtentlohnung für das Jahr 2022 belief sich auf 27,1 Millionen Dollar. Für das Jahr 2023 wurden bislang keine Informationen veröffentlicht. Aufgrund seiner Anteile an dem billionenschweren Unternehmen Meta gehört Zuckerberg zu den reichsten Menschen der Welt.

Nur so nebenbei bemerkt, auch der amerikanische Fiskus will seinen Anteil von der Dividendenzahlung an unseren erfolgreichen CEO haben. So hat das Nachrichtenportal Market Watch mit Verweis auf zwei Steuerexperten ausgerechnet, dass auf diese Weise rund 167 Millionen Dollar an Steuern anfallen würden. Zusätzlich würde noch die Einkommenssteuer des Bundesstaats Kalifornien in Höhe von 13,3 Prozent anfallen, was noch einmal 93,1 Millionen Dollar an zusätzlichen Abgaben bedeutet, wie der Universitätsprofessor Andrew Belnap gegenüber dem Portal erklärt. Insgesamt kommen auf Zuckerberg also 259,7 Millionen Dollar jährlich zu – nur aufgrund der Meta-Dividenden. Aber er beschäftigt sicher einen guten Steuerberater.

Wir sehen also, dass es sich lohnt Visionen zu haben und diese konsequent umzusetzen trotz mancher Rückschläge. Und für uns lohnt es sich auf jeden Fall, die Aktie weiter in unserem NDAC-Depot zu halten und an den Visionen teilzuhaben.

ETFs verzerren den Aktienmarkt – Gastkommentar Stefan Riße, Finanzanalyst und Börsenkorrespondent für “N-TV”

 

Gastkommentar von Stefan Riße, Finanzanalyst und Börsenkorrespondent für “N-TV”

Weltweit betrachtet werden seit Jahren große Volumen aus aktiv gemanagten Fonds abgezogen, während die passiven Ansätze, womit im Wesentlichen die großen Index ETFs gemeint sind, in etwa gleicher Größenordnung Volumenzuwächse haben.

ETFs sind beliebt. Die Mehrheit der aktiven Manager schlägt ihre Benchmark nicht und damit auch nicht die ETFs, die diese nachbilden. Die wichtigsten ETFs auf den MSCI World Index und den S&P 500 Index vereinen mittlerweile ein Billionenvermögen. Und jeden Monat fließt neues Geld hinein. Wenn man allein nur an die Sparpläne denkt.

Das schafft automatisch permanente Nachfrage für die Aktien, die in den großen Indizes sind, während die anderen links liegen gelassen werden.

Kleine und mittlere Aktien werden vernachlässigt
Die Konsequenz aus dem Boom der ETFs und der zuvor beschriebenen Folgen, dass Gelder nur noch, oder vor allem mittels ETFs in die großen Aktien fließen, hat dafür gesorgt, dass kleine und mittelgroße Aktien, auch Small and Mid Caps genannt, seit Jahren den großen hinterherhinken.

Der Bewertungsabschlag liegt mit 50 Prozent annähernd auf Rekordniveau. Während die großen Titel mittlerweile anspruchsvolle Bewertungen haben, und hier gibt es ebenfalls noch große Unterschiede zwischen den ganz großen und den kleineren im S&P 500 oder dem MSCI World, sind die kleinen und mittelgroßen wirklich günstig.

Aus Bewertungsgesichtspunkten müsste es also heißen, raus aus den großen und rein in die kleinen und mittelgroßen Aktien. Das einzige Problem: Auch wenn der Bewertungsabschlag noch weiter gestiegen ist. Er existiert schon länger.

Wer in den vergangenen Jahren diesen Schritt gegangen ist, leidet unter einer großen Underperformance gegenüber den großen Aktien. Und es gibt keine Garantie, dass die Bewertungsabschläge der kleinen in absehbarer Zeit zumindest zum Teil wieder aufgeholt werden.

Es gibt auch fundamentale Gründe für die Stärke der Großen
Die gnadenlose Underperformance der Small- und Mid Caps hat auch Gründe, die in der Geschäftsentwicklung der Unternehmen zu finden sind und nicht nur mit der vermeintlich größeren Nachfrage der ETFs für große Aktien.

Vergleicht man zum Beispiel die Gewinnentwicklung der im Nasdaq 100 enthaltenen Unternehmen mit der der kleineren im Russell 2000, muss man festhalten, dass die Gewinne der Technologieunternehmen aus dem Nasdaq 100 auch zuletzt noch stark stiegen, während sie bei den kleineren im Durchschnitt seit zwei Jahren stagnieren.

Die unterschiedliche Performance ist also durchaus begründet, nur nicht in diesem Ausmaß. Dennoch gilt für einen Value-Investor, dass ein Unternehmen einen inneren Wert besitzt, der sich aus der Substanz und vor allem den abgezinsten Cashflows der Zukunft errechnet. Und mag der Markt auch über lange Zeiträume manchen Aktien zu viel und anderen zu wenig Beachtung schenken, irgendwann treffen die Kurse immer wieder den inneren Wert.

Die ETFs haben allerdings dazu geführt, dass diese Verzerrungen stärker sind als in der Vergangenheit und auch länger dauern. Ich gebe hier mal folgende Prognose ab. Da mittlerweile mehr Mittel in passiven Fonds verwaltet werden als in aktiven, dürfte sich der Performancevorteil der ETFs auf die großen Indizes für die nächsten Jahre erledigt haben, denn diese starken Zuflüsse haben dazu geführt, dass bereits viel Zukunft in den Kursen enthalten ist.

Aktive Fonds dürften insofern bald wieder besser abschneiden. Ich weiß, die eingefleischten ETF-Käufer halten das für Unsinn. Ich sage: Top, die Wette gilt!

Neu im Clubfonds: Uber Technologies

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Uber (das Unternehmen wurde benannt nach dem englischen Germanismus uber für „über“) ist ein US-amerikanisches Dienstleistungsunternehmen mit Sitz im kalifornischen San Francisco. Es bietet in vielen Städten der Welt Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung an. In Deutschland vermittelt Uber ausschließlich Fahrten an lizenzierte Mietwagenunternehmen. Verfügbar sind die Optionen UberX, Green, Premium, UberXL und Taxi. Früher vermittelte Uber über UberPop Fahrten an private Fahrer mit eigenem Auto. Diese Option wurde in Deutschland gerichtlich verboten. Die Vermittlung erfolgt über eine mobile App oder eine Website. Das Unternehmen erhebt dabei eine Provision von mehr als 25 Prozent des Fahrpreises. Die App zählt zu den Taxi-Apps. Schrittweise kamen und kommen weitere Fahrdienstleistungen hinzu, beispielsweise die Essensauslieferung wie UberEats.

Der iranisch-amerikanische Manager Dara Khosrowshahi führt seit 2017 als CEO den Fahrdienstleister. Einer der Unternehmensgründer, der US-kanadische Manager und Mitgründer von Uber Garrett Kamp, fungiert in der Position des Chairman. Travis Kalanick, der andere Mitgründer, schied 2017 nach seiner Zeit als CEO aus dem Unternehmen aus.

Uber wurde ursprünglich als Limousinen-Service im Jahr 2009 gegründet. Um erfolgreich zu sein, braucht man natürlich Kapitalgeber. Hinter dem Unternehmen stecken nach eigenem Bekunden die Investoren Benchmark Kapital, Goldman Sachs und Google Ventures, First Round Capital, Menlo Ventures und Lowercase Capital. Im Mai 2016 gab auch der Automobilhersteller Toyota bekannt, sich an Uber zu beteiligen. Auch PayPal beteiligte sich mit 500 Millionen Dollar.

Der Börsengang erfolgte am 10. Mai 2019, musste aber dem größten Konkurrenten in Nordamerika Lyft weichen, der am 28. März 2019 an die Wallstreet ging. 

Mitte Juni 2016 war der Dienst bereits in 471 Städten vertreten (September 2014: 200 Städte), davon im deutschsprachigen Raum in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Wien und Zürich.

Unter dem Namen Uber Eats bietet das Unternehmen den Lieferservice bereits in Australien, Belgien, Frankreich, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Polen, Spanien, Südafrika, Taiwan, den USA, Großbritannien und vielen weiteren Ländern an. Auch in einer Vielzahl deutscher Städte ist Uber Eats präsent. Seit 2017 setzt unser Depotwert McDonalds bei seinem Lieferservice McDelivery auf die Dienste von Uber Eats. 

Im Januar 2017 verkündete Uber eine Kooperation mit Daimler im Bereich Entwicklung selbstfahrender PKW.

Der Blick in die Bücher

Die Umsatzerlöse stiegen im Jahr 2022 um 86,62 Prozent auf 31,877 Milliarden Dollar. Das Bruttoergebnis wurde mit 9,144 Milliarden Dollar ausgewiesen, das sind 64,14 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber so richtig Geld verdient hatte Uber noch nicht, wie das operative Ergebnis aussagt. Das lag noch mit -1,05 Milliarden Dollar in den Miesen. Aber immerhin hat Uber die Verluste um 72,32 Prozent gesenkt. Logischerweise zahlt Uber keine Dividende. Denn die Gesamtverbindlichkeiten lagen 2022 mit 23,605 Milliarden Dollar um 7,36 Prozent höher als 2021. Und trotzdem ist Zahl der Mitarbeiter gegenüber 2021 um 11,95 Prozent auf 32.800 Personen gestiegen.

Allerdings die letzten Quartalszahlen, die am 07. Februar 2024 veröffentlicht wurden, sprechen für den Fahrdienstleister. Unser neuer Depotwert Uber hat die Erwartungen der Wall Street im vierten Quartal übertroffen, und damit Analysten und Investoren gleichermaßen beeindruckt hat. Das Unternehmen meldete einen Gewinn pro Aktie von 66 Cent, weit über den vom Datendienstleister LSEG prognostizierten 17 Cent. Die Einnahmen erreichten 9,94 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Erwartungen von 9,76 Milliarden Dollar. Das Nettoergebnis stieg auf 1,4 Milliarden Dollar oder 66 Cent pro Aktie, verglichen mit 595 Millionen Dollar oder 29 Cent pro Aktie im Vorjahresquartal. Ein bedeutender Teil dieses Ergebnisses geht auf einen “nicht realisierten Gewinn” von einer Milliarde Dollar aus der Neubewertung seiner Eigenkapitalinvestitionen zurück.

Die Quartalseinnahmen verzeichneten einen Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Brutto-Buchungen um 22 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar anwuchsen. CEO Khosrowshahi kommentierte, das Jahr 2023 habe ein “nachhaltiges, profitables Wachstum für Uber” markiert, angetrieben durch eine Verschiebung der Verbraucherausgaben von Einzelhandelswaren zu Dienstleistungen.

Uber vermeldete ein bereinigtes EBITDA von 1,28 Milliarden Dollar, ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über den Schätzungen von 1,23 Milliarden Dollar. Für das erste Quartal 2024 erwartet Uber Bruttobuchungen zwischen 37 und 38,5 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,26 und 1,34 Milliarden Dollar.

Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell rund 140 Milliarden Dollar

Was sagen die Analysten?

Aktuell sind 50 Einschätzungen zu unserem neuen Depotwert Uber auf Marktscreener zu finden. 31 Analysen enden mit einer klaren Kaufempfehlung. 15 sind der Auffassung „aufstocken“, vier enden mit einem „halten“.

Das mittlere Kursziel wurde mit 68,63 Dollar ermittelt, wobei sich die Einschätzungen in einem Korridor zwischen 90 Dollar am oberen Ende und 52 Dollar am unteren Ende befinden. 

Der Jahreschart in Euro sieht ebenfalls sehr gut aus, nämlich mit steigender Tendenz in den letzten 52 Wochen. Der letzte Tiefpunkt wurde am 28.April 2023 mit 26,76 Euro markiert und das Jahreshoch erreichte Uber aktuell mit 70,68 Euro beim Bekanntwerden der neuesten Zahlen.

Fazit

Der Knoten scheint bei unserem neuen Depotwert geplatzt zu sein. Wir fahren jetzt mit.

Magnificent 7 – Da waren es nur noch 6 – Gastkommentar Stefan Riße, Finanzanalyst und Börsenkorrespondent für “N-TV”

 

Gastkommentar von Stefan Riße, Finanzanalyst und Börsenkorrespondent für “N-TV”

Die großen Technologiewerte in den USA steigen und steigen und steigen. Jüngst fragte mich jemand, ob die überhaupt fallen könnten, schließlich wäre ja durch die andauernden ETF-Käufe permanente Nachfrage zu diesen Aktien vorhanden. Das mag sicher stimmen, aber das allein würde die Kurse nicht gänzlich immun gegen Verluste machen. Schon 2022 waren ETFs beliebt, dennoch mussten diese Werte erhebliche Verluste einstecken. Hinter dem schier unaufhaltsamen Anstieg dieser Tech-Riesen steckt auch viel fundamentale Logik.

Das haben die jüngsten Quartalszahlen wieder einmal unter Beweis gestellt. Es waren gute Zahlen, die überwiegend die Analystenerwartungen geschlagen haben. Bei Nvidia allerdings weiß man es noch nicht, sie veröffentlichen erst am 21. Februar, wie das vierte Quartal 2023 gelaufen ist. Da der Chipdesigner wegen der hohen Nachfrage nach KI-Anwendungen aber kaum mit der Produktion hinterherkommt, sollten positive Überraschungen auch hier nicht verwundern. Allerdings schert mit Tesla mittlerweile einer aus der Reihe und die Aktie muss seit Jahresanfang erhebliche Verluste hinnehmen, während die anderen wieder einmal die Aktienindizes nach oben ziehen.

Im Film überlebten nur Vier
Der Begriff „Magnificent 7“ ist angelehnt an den legendären Western, den man in Deutschland unter dem Namen „Die glorreichen Sieben“ kennt. Was wahrscheinlich viele gar nicht wissen, die diesen alten Film nicht kennen. Im Film überleben nur vier der Helden. In Bezug auf unsere „Magnificent 7“ bin ich da zwar optimistischer, überleben sollten wohl tatsächlich alle, aber der Höhenflug wird sicherlich nicht für alle und auch nicht für immer anhalten. Für den Elektroauto-Pionier Tesla ist er zunächst einmal zu Ende. Und das ist auch kein Zufall, denn Tesla unterscheidet sich von Unternehmen wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta doch gewaltig.

Keine Frage, Tesla wächst schneller als alle etablierten Autohersteller und hat in der Produktionstechnik neue Maßstäbe gesetzt, während die Ingenieure der großen deutschen Autohersteller über deren Spaltmaße lachten. Inzwischen lacht niemand mehr. Dennoch sieht sich Tesla-Chef Elon Musk seit Monaten gezwungen, einen Preiskampf zu führen, um Marktanteile gegen die chinesische Konkurrenz zu verteidigen. Weltweit tobt eine Rabattschlacht um die Gunst der Käufer von Elektroautos. Das Wort “Rabatt” wird bei Microsoft hingegen wohl kaum in den Geschäftsgesprächen auftauchen. Warum sollte Microsoft einen Preiskampf anzetteln, und gegen wen eigentlich? Es gibt ja keinen Gegner. Gut, zu Windows habe ich mit einem Computer oder Laptop von Apple gerade noch eine Alternative, aber bei den Büroanwendungen von Outlook inklusive Teams ist Microsoft nahezu alternativlos.

Während Tesla weltweit gerade einmal 3,5 Prozent aller Autos verkauft, hat Microsoft quasi ein Monopol erschaffen und die Hoheit in unseren Büros. Microsoft könnte die Preise beliebig erhöhen, wir Büroarbeiter hätten keine Möglichkeit zu kündigen, wenn wir nicht aufhören wollten zu arbeiten. Der nächste im Bunde, Amazon, hat sich von einem Internetversender zu einem zentralen Marktplatz für Käufer und Verkäufer entwickelt. Was das Unternehmen antreibt, ist die Logik, dass sowohl Verkäufer als auch Käufer davon profitieren, wenn sich alle auf einer Plattform treffen – das größte Angebot trifft auf die größte Nachfrage. Parallel zum immer größeren Versandgeschäft entstanden riesige Serverkapazitäten und wurden Daten gesammelt, die heute den Kern der Cloud-Sparte darstellen, der Goldesel des Unternehmens.

Wenn Social Media nicht irgendwann out ist, dann wird der Facebook-Konzern Meta in den nächsten Jahrzehnten wohl das Zentrum der Aktivitäten von Milliarden von Menschen bleiben. TikTok ist zwar bei Jugendlichen und jungen Menschen sehr beliebt und wird dem Meta-Chef Mark Zuckerberg auch einiges Kopfzerbrechen bereiten, aber die Marktstellung von Meta mit Instagram ist doch so dominant, dass man sich kaum vorstellen kann, dass ihnen jemand in den nächsten Jahrzehnten das Wasser reichen kann. Ähnlich sieht es mit der Suchmaschine von Alphabet, Google und mit der Videoplattform YouTube aus. Auch sie sind zwar keine absoluten Monopole, aber in ihrem Bereich extrem dominant. Man denke nur an Google Maps, das mehr oder weniger jeder nutzt, auch wieder zum Nutzen aller, weil sich dadurch bei Google so viele Daten ansammeln, dass auch der kleinste Stau vorhergesagt und umfahren werden kann.

Apple hat kein Monopol. Das Unternehmen ist ein Hersteller von Smartphones und Tablets, wie es mit Samsung und Huawei weitere große gibt. Aber auch hier sind die Netzwerkeffekte enorm. Wer einmal in der iCloud alle seine Apple Geräte vernetzt und alle seine Fotos dort hat, kann den lange Zeit wertvollsten Konzern der Welt nur schwer wieder verlassen. Und die Marke ist die wertvollste der Welt, was erheblich höhere Preise erlaubt und zu deutlich größeren Gewinnmargen führt als bei anderen Smartphone-Herstellern.

Der letzte in der Runde, und noch nicht so lange unter den Superstars, ist der Chip-Designer Nvidia. Über Jahre dürfte hier die Nachfrage hoch bleiben, wie es aussieht. Die Vergangenheit dieser Branche hat aber auch gezeigt, dass dominante Player wie Intel plötzlich ins Hintertreffen geraten können. Hier tobt ein Hochtechnologiekampf, in dem Konkurrenten wie Arm oder AMD, Nvidia plötzlich ein Schnippchen schlagen könnten. Derzeit sieht es aber zunächst danach aus, dass das Unternehmen im Bereich von KI-Anwendungen unangefochten an der Spitze steht.

Gutes ist mittlerweile teuer
Weil die beschriebenen Unternehmen abgesehen von Tesla so unangreifbar scheinen und man sich kaum vorstellen kann, dass sie in den nächsten Jahren selbst in Rezessionen keine Milliardengewinne abliefern, sind die Kurse auch schon stark gestiegen. Das muss man bei aller Qualität dieser Unternehmen im Hinterkopf haben. Kleinste Enttäuschungen können dann schon zu deutlichen Verlusten führen, wenn die Bewertung anspruchsvoll ist. Das aktuell größte Risiko dürfte wohl eine Invasion oder eine Blockade Taiwans durch China sein. Die großen Chiphersteller fertigen ja nicht selbst, sondern lassen im Wesentlichen von Taiwan Semiconductor (TSMC) produzieren.

Würden die Lieferungen plötzlich ausbleiben, hätte Nvidia tolle Chips designt, die dann aber erst mal niemanden mehr bauen würde. Das käme einer Katastrophe gleich und auch die anderen Technologieunternehmen würden extrem hart getroffen, sollten Sie plötzlich keine Chips mehr geliefert bekommen. Denn ohne die gäbe es kein Wachstum, und bis die Chipfabriken in den USA und in Europa in großen Stückzahlen produzieren, die gerade gebaut werden oder in Planung sind, werden noch Jahre vergehen. Hoffen wir also, dass China seiner Tradition treu bleibt und zumindest außenpolitisch mit friedlichen Mitteln seine Ziele zu erreichen versucht.

Neu im Clubfonds: Snowflake

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Snowflake Inc. ist ein Cloud-basiertes Software-as-a-Server-Unternehmen. Es wurde 2012 gegründet.

Bevor das Unternehmen im Mai 2021 die Entscheidung traf auf ein „headquarterloses“ Modell umzusteigen, da die Belegschaft „global verteilt“ sei, befand sich sein Unternehmenssitz in San Mateo im US Bundesstaat Kalifornien. Als Unternehmensadresse ist nun die Stadt Bozeman im US-Staat Montana angegeben, da es seitens der SEC vorgeschrieben ist, einen Unternehmenssitz zu haben, und dies der Ort ist, an dem der CEO Frank Slootman seinen Wohnsitz hat.  2020 verfügte das Unternehmen über Standorte in zwölf verschiedenen Ländern. In Deutschland betreibt Snowflake Büros in München und Berlin. In der Schweiz betreibt Snowflake ein Büro in Zürich.

Snowflake hatte sich im Anfangsstadium darauf konzentriert, ein Data Warehouse für die Cloud zu entwickeln und im Sommer 2020 den Fokus auf die Data Cloud gelenkt. Kunden von Snowflake können mit der Data Cloud Datensilos vereinen, Daten entdecken und freigeben sowie verschiedene analytische Workloads ausführen. Unabhängig davon, wo sich die Daten oder User befinden, bietet die Data Cloud hierfür eine einheitliche Datenlösung. Die Plattform bietet zudem Lösungen für Data Warehousing, Data Lakes, Data Engineering, Data Science, Entwicklung von Datenanwendungen und Data Sharing. 

Snowflake ist auf Amazon Web Services (AWS), seit 2014 auch auf Microsoft Azure und ist seit 2019 auch in der Google Cloud Plattform verfügbar. Mehr als tausend Unternehmen nutzen bereits die Data Cloud von Snowflake, darunter Adobe Inc und Capital One.

Die drei Gründer Benoit Dageville und Thierry Cruanes arbeiteten zuvor bei Oracle und Marcin Zukowski war Mitbegründer des niederländischen Start-ups Vectorwise. Der erste CEO des Unternehmens war Mike Speiser, ein Risikokapitalgeber bei Sutter Hill Ventures. 

Das Cloud Data Warehouse wurde im Juni 2015 allgemein verfügbar und zu diesem Zeitpunkt von 80 Organisationen verwendet. Es erhielt von Investoren 45 Millionen Dollar an Kapital. Im Januar 2018 kündigte Snowflake eine Investitionsrunde in Höhe von 263 Millionen Dollar an, mit der das Unternehmen eine sogenannte Einhornbewertung von 1,5 Milliarden Dollar erhielt. Im Oktober 2018 sammelte Snowflake weitere 450 Millionen Dollar ein und erhöhte seine Bewertung auf 3,5 Milliarden US-Dollar. 

Im Mai 2019 wechselte Frank Slootman als neuer CEO zu Snowflake. Am 7. Februar 2020 wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen weitere 479 Millionen Dollar von Investoren erhalten und seine Bewertung bei 12,4 Milliarden Dollar lag. Im September 2020 erfolgte der Börsengang von Snowflake. Dabei sammelte das Unternehmen 3,36 Milliarden Dollar ein und wurde mit 33 Milliarden Dollar bewertet. 

Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich auf 5.884 Beschäftigte (Vorjahr = 3.922 Beschäftigte).

Bleibt nur die Frage, was hat das Unternehmen mit Schnee oder Schneeflocken zu tun? Nichts, der Name des Unternehmens „Snowflake“ („Schneeflocke“) wurde als Hommage an den Wintersport gewählt.

Der Blick in die Bücher

Der Gewinn- und Verlustrechnung von 2023 entnehmen Umsatzerlöse von 2,066 Milliarden Dollar, eine Steigerung von 69,41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Bruttoergebnis vom Umsatz beträgt dabei 1,1314 Milliarden Dollar = 73,97 Steigerung zu 2022. Wenn wir uns das operative Ergebnis anschauen, dann wird es tiefrot, -836,97 Millionen Dollar werden hier ausgewiesen. Das sind noch einmal -17,05 Prozent mehr als 2022. Und auch das Ergebnis nach Steuer ist mit -796,71 Millionen im Minusbereich gelandet, das sind -17,17 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Fairerweise muss man sagen, dass die Zahlen in den letzten Jahren noch schlimmer aussahen, die Verlustdynamik verlangsamt sich und das ist gut, wenn man Gesamtverbindlichkeiten von 2,254 Milliarden Euro in der Bilanz stehen hat. 

Die Marktkapitalisierung beträgt 71,71 Milliarden Dollar.

Was sagen die Analysten?

Laut dem Portal Marktsceener liegen 45 Einschätzungen zu unserem neuen Depotwert vor. 19 Einschätzungen enden mit „kaufen“ zehn mit „aufstocken“ 14 mit halten und nur zwei empfehlen „verkaufen“. Der obere Wert wird mit 600 Dollar und der untere Wert mit 120 Dollar errechnet. Das ergibt ein durchschnittliches Kursziel von 220,70 Dollar. Aktuell notiert der Wert 218,80 Dollar.

Der Chart in Euro weist eine stark steigende Tendenz auf. Das 52-Wochen-Hoch beträgt 204 Euro, das Tief von 120 Euro gehört der Vergangenheit an. 

Fazit

Bei unserem neuen Depotwert Snowflake sind noch Sprünge nach oben zu erwarten, wenn vielleicht nicht gleich auf 600 Dollar. Da wohl logischerweise in den nächsten Jahren keine Dividende ausgeschüttet wird, bleibt nur die Kursentwicklung als Wachstumstreiber für die Anleger übrig. Bis jetzt ist der milliardenschwere Wachstumswert auf einem guten Weg. 

Die Börsenstimmung lässt für den Februar nichts Gutes erahnen – Gastkommentar Stefan Riße, Finanzanalyst und Börsenkorrespondent für “N-TV”

 

Gastkommentar von Stefan Riße, Finanzanalyst und Börsenkorrespondent für “N-TV”

Das neue Jahr beginnt wie das alte. „Buy the Dip“, übersetzt: “kaufe jeden Rückschlag”, erweist sich nach wie vor als richtig. Allerdings ist der aktuelle Aufschwung in den USA wieder dadurch geprägt, dass die wenigen immer gleichen Titel, die wir unter dem Namen „Magnificent 7“ kennen, den Markt quasi allein nach oben ziehen.

Die Marktbreite, die mit Ausnahme der Jahresendrally auch 2023 fehlte, fehlt weiterhin. Das ist technisch gesehen in der Regel kein gutes Zeichen. Damit hat das Jahr 2024 im Grunde begonnen wie das Jahr 2023 – abgesehen vom kurzen Rückschlag am diesjährigen Jahresanfang. Die Stimmung unter den Anlegern ist aktuell allerdings diametral umgekehrt zum Jahresanfang 2023.

Euphorie statt Hysterie
Kein Indikator drückt dies plakativer aus als der Fear&Greed-Index, den CNN wöchentlich ermittelt. Stand dieser vor einem Jahr mit 38 Punkten noch im Bereich der Angst, so zeigt er aktuell mit einem Wert von 65 Gier an, vor der jüngsten Korrektur notierte er auch schon im Bereich extremer Gier.

Noch deutlicher ist der Unterschied bei den amerikanischen Privatanlegern. Am Jahresanfang 2023 befanden sich unter ihnen gerade noch 21 Prozent Bullen und 42 Prozent Bären. Aktuell sind es gerade noch 25 Prozent Bären und 49 Prozent Bullen.

Die von der Bank of America befragten internationalen Fondsmanager, die immerhin rund 700 Milliarden verwaltetes Vermögen repräsentieren, haben in ihren Aktienfonds im gleichen Zeitraum ihre Barreserven von sechs Prozent auf 4,5 Prozent des Fondsvermögens gesenkt. Dennoch lässt sich festhalten, dass klassische Anleger zwar längst nicht pessimistisch, aber in den vergangenen drei Wochen doch etwas vorsichtiger geworden sind. 

Die System-Trader sind voll long
Die systematischen Ansätze hingegen sind so stark auf steigende Kurse positioniert wie selten zuvor. Die sogenannte Long-Position am amerikanischen Terminmarkt für Aktienindizes – gemeint ist der S&P-500-Future – ist im Volumen auf Rekordniveau gestiegen.

Auch die Systemtrader am Terminmarkt mit dem schönen Namen „Commodity Trading Adviser“ (CTAs), die im Oktober noch in Rekordvolumen auf fallende Kurse gesetzt haben, setzen jetzt annähernd ebenso stark auf steigende Notierungen.

Das lässt für die nächsten Wochen eigentlich nichts Gutes erwarten. Vor allem die zweite Hälfte des Februars ist historisch betrachtet die schlechteste aller Monatshälften mit einem durchschnittlichen Minus von rund einem Prozent seit 1928 und knapp 2,5 Prozent seit 1985.

Allerdings muss schon festgehalten werden, dass der Markt bereits im vergangenen Jahr alle Lügen gestraft hat. Daher gilt bei Prognosen, die sich aus Sentiments ableiten, wie im Grunde bei allen Börsenprognosen immer: Mit allem rechnen und auch dem Gegenteil von allem.

 

 

Neu im Clubfonds: AMD

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Advanced Micro Devices Inc. oder kurz AMD ist ein US-Unternehmen der Halbleiterindustrie. Gegründet am 01. Mai 1969 unter dem Namen „Sanders Association“ von Jerry Sanders III und Ed Turney, befindet sich der Sitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien. AMD entwickelt und vertreibt Computerchips, Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikprozessoren (GPU) und System-on-a-Chip-Lösungen (SoC). Damit richtet sich das Unternehmen einerseits im B2B-Bereich speziell an die Computer- und Kommunikationsbranche aber andererseits auch direkt an Verbraucher.

Wie wir es zum großen Teil aus der Chipindustrie kennen, besitzt auch AMD seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries keine eigene Fabrikationsstätte mehr – das Unternehmen wird daher als „fabless“ bezeichnet.

AMD wird seit Oktober 2014 durch CEO und Präsidentin Lisa Tzwu-Fang Su, einer US-Managerin und Elektroingenieurin mit taiwanesischer Herkunft geführt. 

Die Gesellschaft ist seit dem 20. März 2017 im Standard-&- Poors-500 Aktienindex gelistet, zuvor wurden die Aktien des Unternehmens von 1979 bis 2014 an der NYSE gehandelt, seit dem 2. Januar 2015 sind die Papiere an der Technologiebörse NASDAQ notiert.

Aktuell entstehen die Chiplets für AMDs modernste CPUs und GPUs ausschließlich bei TSMC in Taiwan. Die Chips werden bei TSMC im 4-Nanometer-Maßstab gefertigt und haben jeweils vier, sechs oder acht Rechenkerne an Bord. Bekanntlich ist Intel der große Konkurrent von unserem neuen Depotwert. Kurz vor dem Launch-Termin für Intels neue Chips prescht AMD mit den neuen Ryzen 8040-APUs vor, wobei das Topmodell in Form des Ryzen 9 8945HS acht Rechenkerne und einen maximalen Boost-Takt von bis zu 5,2 Gigahertz bietet. Der Chip soll dank einer leistungsfähigeren Neural Processing Unit (NPU) eine rund 40 Prozent höhere KI-Leistung bieten als der direkte Vorgänger. Intel dürfte sich allmählich Gedanken machen, dass man bezüglich KI-Performance immer weiter zurückfallen könnte. Schon Anfang 2023 hatte AMD im Hinblick auf KI in PCs gegenüber Intel die Nase vorn. Mit Blick auf KI-Features kündigte AMD auch an, dass man mit den im Verlauf des Jahres 2024 erwarteten “Strix Point”-Chips eine um mehr als das Dreifache gesteigerte Performance bei Aufgaben aus dem Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz bieten werden.

In der kommenden Generation der Windows-PCs sollen die NPUs in den Chips von AMD vor allem einfache Aufgaben, wie die Studio Effects in Teams Video-Chats ermöglichen, also unscharfe Hintergründe und künstlich gehaltenen Augenkontakt. AMD will aber dennoch mit einem neuen Entwicklerpaket dafür sorgen, dass mehr KI-Funktionen in Apps landen. AMD stellt dafür unter anderem vorgefertigte Sprachmodelle zur Verfügung, mit denen Apps für die Verwendung auf den KI-fähigen neuen Ryzen-Chips optimiert werden können.

Der Blick in die Bücher
Das dritte Quartal 2023 konnte bei AMD die Einbrüche im Laufe des Jahres wieder etwas ausgleichen. Der Umsatz wurde mit 5,8 Milliarden Dollar beziffert und dabei ein Gewinn von 299 Millionen Dollar ausgewiesen. Die Bruttomarge stieg auf 47 Prozent. Der operative non-GAAP-Gewinn wird mit 1,276 Milliarden Dollar ausgewiesen. Nicht verschweigen wollen wir in diesem Zusammenhang die ersten beiden Quartale von 2023, die mit einem Verlust I/2023 von 139 Millionen Dollar bzw. im II/2023 mit einem doch ungewöhnlich niedrigen Gewinn von nur 27 Millionen Dollar endeten, trotz stabiler Umsätze. Was war geschehen?

Nach wie vor (und noch für einige Quartale) wird der reguläre Unternehmensgewinn durch die Abzahlung der Xilinx-Übernahme stark belastet, was sich gut an dem regelmäßig im vierstelligen Bereich liegenden operativen Gewinn (I/2023=1,098 Milliarden Dollar und II/2023=1,068 Milliarden Dollar) ablesen lässt. AMD stand in dieser wohl eher kurzweiligen PC-Krise also immer vergleichsweise gut da.

Im vierten Quartal ging es in vernünftigem Rahmen aufwärts: Der Umsatz stieg zum Vorquartal um +6,3 Prozent, zum Vorjahreszeitraum um +10,2 Prozent. Die dabei erzielten 6,17 Milliarden Dollar Quartalsumsatz stellen immerhin den zweitbesten Quartalsumsatz bei AMD jemals dar. Der nominelle Gewinn ist hingegen kaum vergleichbar, da die kompletten Vorquartale über jeweils Sondereffekte am Wirken waren. Beim operativen non-GAAP-Gewinn ging es hingegen +10,7 Prozent zum Vorquartal sowie +11,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum genauso vernünftig nach oben, auf zudem durchgehend über das Jahr vernünftigen absoluten Gewinnzahlen. AMD hat damit ohne zu glänzen einen soliden Jahresabschluss geschafft.

Die letzte Dividendenzahlung war im Jahr 1995, die können wir also in der Dividendenhistorie getrost vernachlässigen.

Was sagen die Analysten?
Die 48 vorliegenden Analysen sind zu folgenden Einschätzungen gekommen: 27 sagen „kaufen“ und sechs sind der Auffassung „aufstocken“, 15 empfehlen „halten“. Niemand kommt zu dem Schluss „reduzieren“ bzw. „verkaufen“.

Das mittlere Kursziel wurde mit 160,10 Dollar ermittelt, wobei der Korridor mit 105 Dollar am unteren Ende und 220 Dollar gezogen wurde. Der aktuelle Kurs beträgt aktuell 170 Dollar. Der Chart weißt sehr stark nach Norden, trotz des Rücksetzers infolge der jüngsten Zahlen und Prognosen.

Fazit
Wir haben einen weiteren Wachstumswert in unser Depot geholt und sind überzeugt, dass AMD mit der Konkurrenz mithalten kann bzw. wie schon geschehen, diese überflügeln wird. Das führt dann auch zu einer weiteren Steigerung des Aktienkurses.