Der Start ins neue Börsenjahr 2021

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Der Start in das neue Jahr wurde vollzogen und das Impfchaos, das nun dem Bundesgesundheitsminister angelastet werden soll, wird bald aufgelöst sein. Ob der Minister Schuld ist, wird sicher wieder ein Untersuchungsausschuss klären müssen. Kein guter Start für Spahn, der sich irgendwie so etwas wie einen Karriereschub ausgerechnet hat. Da ist es doch gut, dass er in einem Tandem um die Kandidatur für den CDU-Vorsitz und damit verbunden eine mögliche Kanzlerschaft, nur die Nummer 2 ist. Dass bei der ganzen Diskussion um den Impfstoff schon der Wahlkampf für das Superwahljahr 2021 begonnen hat, darf man wohl als gegeben annehmen.

Apropos Wahl, eigentlich war der bald Ex-Präsident Trump schon teilweise in Vergessenheit geraten, da wurde es am Mittwochabend (MEZ) noch einmal recht gefährlich rund ums Capitol. Aber nachdem der Umsturzversuch nicht gelang, ist Joe Biden jetzt auch der offizielle Präsident der USA. Und das Beste für ihn ist, er kann quasi durchregieren. Denn er hat, und das ging etwas unter im Kampf ums Capitol, die beiden Senatssitze in Georgia dazu bekommen und kann jetzt mit der Stimme seiner Vizepräsidentin Kamela Harris die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, zumindest für die ersten zwei Jahre bis zu den Zwischenwahlen, durchregieren. Das ist wichtig um sein Billionen schweres Konjunkturprogramm umzusetzen. Die Märkte unterstützen diesen Weg bislang.

Eine Gefahr sieht ihr Autor allerdings in den heiß gelaufenen Technologiewerten. Hier könnte bald eine Zerschlagung drohen, wie die US-Kartellbehörde bereits andeutete. Aber wir bleiben ruhig, denn die Summe der Einzelunternehmen wie es bspw. bei unserem Depotwert Facebook der Fall ist, dürfte größer sein als der Wert des Gesamtunternehmens. Das trifft auf all unsere US-Techwerte zu. Und das muss genügen. Ebenso sollte der künftige Präsident die Sozialismus-Fantasien von Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez, Elisabeth Warren und anderen in seiner eigenen Partei eindämmen.

Konjunkturprogramme kosten Geld und da die USA ihr Verschuldungslimit nach oben treiben, das wird auch in Zukunft so bleiben, wird der US-Dollar weiter abwerten. Aber wir dürfen sicher sein, auch die EZB und China werden diesen Weg gehen, so dass sich an den Märkten nicht viel ändern wird, zumindest mittel- und langfristig.

Es scheint so, dass sich eine neue Fluchtwährung herausgebildet hat. Nicht mehr wie bisher Gold bietet den Anlegern die Sicherheit im Depot, sondern der Bitcoin ist jetzt die Sicherheitskomponente in vielen Depots der Profis und auch der Kleinanleger. Der Bitcoinkurs zeigt an, dass das Digit-Gold am 06. Januar 2021 erstmals die Marke von 36.000 Dollar geknackt hat. Allerdings, dass es nicht wirklich eine Alternative für eine erfolgreiche Depotabsicherung sein kann, zeigt die Tatsache, dass der Kurs am 04. Januar 2021 um bis zu 17 Prozent eingebrochen und zwischenzeitlich der Bitcoin weniger als 28.000 Dollar wert war. Da muss man sich als Anleger mehr Sorgen machen um die Absicherung als um das abzusichernde Depot.

Wir haben einen neuen Autokonzern namens Stellantis mit mehr als 400.000 Mitarbeitern, über ein Dutzend Marken wie Fiat, Peugeot, Citroën, Opel oder Alfa Romeo, hervorgegangen aus der Fusion von Peugeot PSA und Fiat Chrysler. Der neue Mega-Konzern Stellantis (der Name ist noch gewöhnungsbedürftig) wird zu den größten der Autobranche gehören und auf die deutschen Autobauer gemeinsam mit Tesla vor der Haustür noch mehr Druck erzeugen. 

Und auch In der Versicherungsbranche bahnen sich nach monatelanger Flaute mehrere große Übernahmen an: 

Zurich Insurance übernimmt einige Sparten des US-Konkurrenten Met Life, unser Depotwert Allianz kauft das Versicherungsgeschäft der australischen Westpac Group und die Vienna Insurance Group übernimmt das Zentral- und Osteuropageschäft des niederländischen Versicherers Aegon. Auch die italienische Generali Group schaut sich schon nach Übernahmemöglichkeiten um. Da wird unser anderer Versicherungsdepotwert Munich Re nicht mehr lange untätig bleiben. Sicher ist jedenfalls, dass die Fusionitis in der Branche nicht abebben wird, denn durch die Pandemie und andere strukturelle Probleme bedingt suchen viele kleinere in Schwierigkeiten geratene Versicherungen einen starken Partner an ihrer Seite.

Und auch der Noch-Dax-Wert Delivery Hero nutzt ganz schnell die nach den Feiertagen wieder geöffnete Börse, um mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld einzusammeln. 9,5 Millionen Aktien zum Stückpreis von 132 Euro ergeben einen Bruttozufluss von 1,2 Milliarden Euro. Es scheint nicht so, als wollen sich die Lieferhelden von ihren desaströsen roten Zahlen verabschieden. 

Schauen wir abschließend noch auf den DAX 30 und stellen fest, dass auch er kein Halten mehr kennt. Er knackte ein neues Allzeithoch. Bei über 14.000 Punkten steht der deutsche Leitindex jetzt als Bestmarke an den Kurstafeln. 

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