Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Börsenwissen für Neueinsteiger (I)

Egal, ob es junge Trader sind, die über die Trade Republic oder andere Broker-Plattformen im Internet ihre ersten Schritte auf dem Aktienmarkt versuchen oder Anleger, die neu auf das mitunter glatte Börsenparkett gehen, ganz einfach, weil sie von den Null- und Minuszinsen die Schn…, voll haben, es gibt aktuell viele Neueinsteiger an den Märkten. Und die meisten möchten die Hintergründe von Aktienanlagen verstehen, um Pleiten, Pech und Pannen zu minimieren. Wir möchten dabei helfen und unseren Neueinsteigern Wissen vermitteln, das sie befähigt, etwas beruhigter auf dem Aktienmarkt zu agieren.
 
Was ist eine Aktie?
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das den Inhaber als Mitbesitzer eines Unternehmens ausweist. Vielen Aktionäre ist das nicht so richtig bewusst, dass wenn sie Aktien erwerben, Teile eines Unternehmens in ihrem Besitz haben. Aus diesem Besitz leiten sich einige Rechte ab. Die Aktiengesellschaft (AG) lädt in der Regel jährlich einmal zu einer Hauptversammlung ein, an der der Aktionär persönlich teilnehmen kann. Dabei ist es egal, ob sich nur eine Aktie oder mehrere Aktien im Depot befinden. Sollte das Unternehmen einen Gewinn ausweisen und daraus abgeleitet eine Dividende zahlen, dann hat ein Aktionär Anspruch darauf. Natürlich nur im Verhältnis seiner Anteile.
 
Voraussetzung für den Erwerb einer Aktie ist, dass das Unternehmen überhaupt Aktien, also Anteile ausgibt. Das machen nicht alle Aktiengesellschaften, aber die meisten.
 
Fakt ist auch, dass die Aktionäre bestimmen, was im Unternehmen geschieht. Keine Angst, die Entscheidungen werden von Großaktionären getroffen, deren Stimmen Gewicht haben. Also wird ein Kleinaktionär niemals eine Entscheidung treffen müssen, die die Prozesse im Unternehmen beeinflussen können.
 
Der Preis einer Aktie
Eine AG gibt Aktien aus. Diese werden an einem Markt gehandelt, der Börse. Da ein Unternehmen nicht ständig neue Wertpapiere ausgibt, wird der Preis einer Aktie unter den ausgegebenen Aktien nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage ermittelt. Wenn also eine Aktie stark nachgefragt wird, steigt der Kurs an den Börsen und wenn das Angebot höher ist als die Nachfrage, dann sinkt der Kurs entsprechend. Wenn sich Angebot und Nachfrage in der Waage halten, bleibt der Kurs gleich oder läuft seitwärts, wie die Börsianer sagen. Heutzutage bekommt der Anleger in der Online-Berichterstattung den Kurs einer Aktie in Realtime angezeigt. Wenn der Kurs einer Aktie steigt, dann könnte man diese verkaufen und die Differenz, also den Kursgewinn, einstreichen. Aber viele Anleger ärgern sich dann später, wenn der Kurs weiter steigt, dann ist ihnen ein höherer Wert also ein höherer Gewinn entgangen. Sinkt der Kurs dagegen, dann verkaufen Anleger das Wertpapier. Aber auch hier gilt es erst einmal die Gründe für den Rückgang zu ermitteln, sonst ärgern wir uns wieder, bei einem nur zeitweiligen Kursrücksetzer, das heißt wenn der Kurs nach dem Absacken wieder steigt.
 
Wichtig, Kurse schwanken mitunter sehr heftig, das bringt der Markt mit sich! Also bitte nicht nervös werden, wenn es nicht sofort in die richtige Richtung, nämlich nach oben, geht.
 
Wir benötigen noch einen Broker und ein Depot  
Wir können nicht einfach in ein börsennotiertes Unternehmen gehen und dort Aktien kaufen. Das bedeutet, wir brauchen einen Händler, der Aktien handelt. Diese Händler nennt man Broker, sie regeln den Kauf und Verkauf von Aktien an den Börsen. Heute gibt es viele Online-Broker, aber auch stationäre Banken bieten noch Brokerdienste an.
 
So, jetzt haben wir unseren Broker beauftragt eine bestimmte Anzahl von Aktien zu einem bestimmten Preis für uns zu kaufen. Nur wohin damit? Dazu benötigen wir ein Wertpapierdepot, das wir auch wieder online oder bei einer stationären Bank eröffnen können. Hier werden sämtliche Wertpapiere gelagert, wir haben Zugriff darauf, im Internet rund um die Uhr.
Welche Zusatzkosten entstehen für den Aktienkauf /- verkauf?
 
So pauschal eine genaue Summe anzugeben, ist nahezu unmöglich. Die neuen Fintechs haben den Markt bei den Brokern und bei den Depotkosten noch einmal ziemlich durcheinander gewirbelt. Aber eine Bank wird auch heute noch ihre Kosten weitergeben, die sie von dem Broker in Rechnung gestellt bekommt. Und die Verwahrung der Papiere kostet auch Geld, die sogenannten Depotkosten.
 
Durch immer neue Player am Markt, Fintech genannt, geraten sehr viele Gebührenmodelle in eine erfreuliche Bewegung nach unten. Vergleichen der Kosten für Depot und Broker lohnt sich auf jeden Fall. Bei der eingangs erwähnten Trade Republic bezahlen Anleger bspw. keine Provisionen. Pro Handelsgeschäft fallen hier nur 1 Euro Fremdkosten an.
Die herkömmlichen Banken sind immer noch die teuersten, aber sie bieten auch Beratung vor Ort an. Mitunter recht kostspielig und auch nicht immer neutral. Denn die meisten erhalten von ihren Handelspartner Rückvergütungen, die gern verschweigen werden. Fragen und Vergleichen lohnt sich in jedem Fall. Und Anleger können letztendlich auch Depot und Broker jederzeit wechseln.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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