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Neues von unseren Depotwerten: Telekom AG

Deutschlands größter Telekommunikations-Konzern mit Sitz in Bonn ist Netzbetreiber, Internet- und Telefon-Anbieter im Festnetz- und Mobilfunkbereich sowie Online-Dienstleister zugleich. Die Produktpalette der Telekom ist riesig und umfasst ein großes Privat- und Geschäftskundengeschäft im In- und Ausland. 

Der Magenta-Riese war früher ein Beamtenapparat und gehörte bis zum 31.12.1994 zum Bundespostministerium, danach erfolgte die Privatisierung. Heute ist sie Dachgesellschaft von Europas größten Telekommunikationsunternehmen. In der Liste Forbes Global 2000 der weltgrößten börsennotierten Unternehmen belegt die Deutsche Telekom Platz 44 (Stand: Mai 2021). Das Unternehmen kommt aktuell auf einen Börsenwert von ca. 90,24 Milliarden Euro.

Die Telekom betreibt im Wesentlichen Festnetze (VDSL, DSL und FTTH) sowie Mobilfunknetze (5G, 4G, 3G). Das 2G Netz wurde im Juli 2021 abgeschaltet. Die darauf laufenden Dienste (u. a. Internetzugang, Telefonie, das hauseigene Fernsehangebot Magenta TV, Smart Home und weitere Datendienste), damit zusammenhängende Dienstleistungen und weitere IT-Dienstleistungen verkauft die Telekom an Privat- und Geschäftskunden sowie Wiederverkäufer.

Die Bilanzzahlen für 2021 können sich sehen lassen. Der Umsatz steigt 2021 um 7,7 Prozent auf 108,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss betrug 5,9 Milliarden Euro, ein Plus von 2,6 Prozent. Daraus ergibt sich ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,22 Euro (unbereinigt gab es allerdings nur ein Plus von 0,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro).

Die Deutsche Telekom investierte – ohne die Ausgaben im Mobilfunkspektrum – 2021 weltweit 18,0 Milliarden Euro. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr.  

Auch in Deutschland ging es 2021 bergauf. Die Telekom blickt auf ihrem Heimatmarkt auf ein Jahr mit deutlich wachsenden Kundenzahlen und starken Ergebnissen zurück. Im Breitbandgeschäft gewann das Unternehmen 360.000 neue Kunden und steigerte seinen Marktanteil damit deutlich. 17,2 Millionen Kunden (Retail und Wholesale) nutzten zum Jahresende einen glasfaserbasierten Anschluss. Das waren 1,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Im Mobilfunk verzeichnete die Telekom einen Zuwachs bei den Vertragskunden unter eigenen Marken um 666.000 im Gesamtjahr. Die klare Marktführerschaft bei den mobilen Service-Umsätzen wurde bestätigt. Im vierten Quartal wuchs dieser Wert um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber war wieder einmal die US-amerikanische Tochter. T-Mobile-US beendete das Jahr mit 108,7 Millionen Kunden. Das war ein Zuwachs um 6,7 Millionen innerhalb von 12 Monaten. Mehr als 2,9 Millionen davon entfielen auf das besonders profitable Segment der Telefonie-Vertragskunden. Der Gesamtumsatz stieg um 15,2 Prozent auf 80,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legte das bereinigte EBITDA AL um 11,8 Prozent auf 26,9 Milliarden Dollar zu. Der Zusammenschluss mit Sprint macht sich also bezahlt. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Synergien aus Querschnittsfunktionen, Vertrieb und Netz auf 3,8 Milliarden Dollar. Dieser Wert soll 2022 auf 5,0 bis 5,3 Milliarden Dollar steigen. Er soll damit erstmals nach dem Zusammenschluss mit Sprint zum 1. April 2020 auf Jahressicht die Integrationskosten der Fusion übersteigen.

Die Telekom beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit 216.528 Mitarbeiter, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Kritisch anzumerken bleibt die nach wie vor ansteigende Verschuldung des Bonner Unternehmens. Sie stieg im abgelaufenen Jahr um 9,9 Prozent auf 132,142 Milliarden Euro (Vorjahr: 120,227 Milliarden Euro).

Trotz der hohen Verbindlichkeiten stieg die Dividende für 2021 um 4 Cent auf 0,64 Euro.

Die Ergebnisse für das I. Quartal 2022 können sich auch sehen lassen. Der Konzernumsatz stieg um 6,6 Prozent auf 28,023 Milliarden Euro (I/2021: 26,390 Milliarden Euro). Das EBIT-Ergebnis betrug 9,873 Milliarden Euro oder 6,8 Prozent mehr (I/2021: 9,245 Milliarden Euro). 

Der Kurs der Aktie kann allerdings nicht befriedigen. Alt-Aktionäre, die in Zeiten des Telekomhypes das Papier gekauft haben und in der Hoffnung auf weitere Steigerungen gehalten haben, sind vielleicht mit der Dividende zufriedenzustellen, aber von der Kursentwicklung können wir nur sagen, dass war`s für eine längere Zeit.

Die Telekom-Aktie notierte im März 2000 über 103 EUR, ihrem Allzeithoch. Die drei Börsengänge, mit großem Werbeaufwand betrieben, führen mit großem Abstand bis heute (Februar 2021) die Liste der größten Börsengänge Deutschlands an. Die riskanten Firmenzukäufe des damaligen Konzernchefs Ron Sommer vor allem in den USA setzten der Aktie stark zu.

Der Kurs der Aktie dümpelt schon seit Jahren um die 18 Euro, also nicht allzu weit von ihrem Erstausgabepreis von 28,50 DM.                      Für Deutsche Telekom-Aktionäre errechnet sich derzeit eine Dividendenrendite von 3,74 Prozent. Das große Problem wird jetzt kommen, wenn die Zinswende einsetzt, denn die Schulden sind auch im Plan nicht gesunken, sondern werden weiter steigen (2024: 146,561 Milliarden Euro). Sicher wäre es gut, wenn die Dividende für einige Jahre ausgesetzt wird. Aber das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die meisten Aktionäre keinen Grund mehr hätten, das Papier weiter zu halten. Und vergessen wir nicht, die Bundesrepublik Deutschland hält direkt rund 14,5 Prozent und indirekt über die staatseigene KfW weitere 17,5 Prozent der Aktien. Die Dividende ist fest im Bundeshaushalt eingeplant.

Ob sich das jahrelange Halten einer Aktie nur wegen einer Dividendenzahlung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber vielleicht hat die Telekom ja noch etwas Kurssteigerndes für 2022 und die Folgejahre in petto.