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Kreuzfahrtschiffe, Antizyklischer Kauf für unseren Clubfonds (Teil 2)

Die Sehnsucht bleibt… (Teil 1)

Covid19 wird vergehen, aber die Sehnsucht der Menschen, in ferne Länder zu reisen, fremde Kulturen zu entdecken und unbeschwerte Urlaubstage zu erleben, wird wohl nie vergehen. Und am besten können die Urlauber entspannen, wenn sie unbeschwert über die Weltmeere schippern bzw. die großen Ströme auf unserem Planeten durchqueren. Und da in den letzten Jahren die Kreuzfahrten ihren elitären Nimbus verloren haben und erschwinglich für die Mehrheit der Bevölkerung weltweit wurden, stiegen die Fahrgastzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Allein im letzten Jahrzehnt stieg die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere von 17,8 Millionen im Jahre 2009 auf 30 Millionen Passagiere im Vorjahr an. Und es gibt keinen Grund warum nach Ende des weltweiten Lockdowns dieser Trend nicht wieder aufgenommen werden sollte. Übrigens, waren in der Vergangenheit die US-Amerikanern mit weitem Abstand am meisten auf den schwimmenden Städten unterwegs, gefolgt von Chinesen und den Deutschen.

Wir erwarten nach einem Einbruch bei den Zahlen für 2020 eine Wiederauferstehung dieses erholsamen Teils der christlichen Seefahrt und haben uns entsprechend positioniert.

Carnival

Die britisch-US-amerikanische Carnival Corporation & plc ist das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt und hat seinen Sitz in Miami/Florida. Über 100 Schiffe kreuzen unter den unterschiedlichsten Marken über die Weltmeere (AIDA Cruises, Carnival Cruises Line, Costa Crocere, Cunard Line, Holland-America Line, P&O Cruises, P&O Cruises Australia, Princess Cruises und Seabourn Cruise Line). 

Das Unternehmen ist an der Börse in New York unter Carnival Corporation gelistet, wir finden aber auch unter Carnival plc eine Notierung der Aktie an der Börse in London, also eine dual-listed Company.

Präsident und CEO Arnold Donald und Chairman Micky Arison konnten für 2019 hervorragende Zahlen vorlegen. Carnival Corporation erzielte im Vorjahr einen Umsatz von 20,83 Milliarden US-Dollar, dabei wurde ein Jahresüberschuss von 2,99 Milliarden US Dollar ausgewiesen. Die Bilanzsumme betrug 45,06 Milliarden US Dollar, wobei die Eigenkapitalquote bei 56,29 Prozent lag.

Da das Unternehmen auch in Großbritannien eine Dependance besitzt, wurde die Dividende in Höhe von 1,57 GBP für 2019 ausgewiesen, eine Steigerung von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auf die Talfahrt bedingt durch Covid19, die Aktie liegt an der Wall Street seit Jahresanfang 2020 mit 74,82 Prozent im Minus und weist auf der aktuellen Kursbasis eine Marktkapitalisierung in Höhe von 8,8 Mrd. US-Dollar (Stand: 30. März 2020) auf, hat das Unternehmen reagiert und stoppte die Dividendenzahlung und das Aktienrückkaufprogramm.

Die Maßnahmen zeigen Wirkung, denn in Euro gerechnet hat sich die Aktie immerhin vom 52-Wochen-Tief bei 7,00 Euro auf zuletzt 12,75 Euro erholt. Das ist immerhin noch weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch mit 48,44 Euro, aber noch ist das Corona-Virus nicht besiegt. Wir legen unseren Fokus auf 2021.

Royal Caribbean

Royal Caribbean Cruises Ltd. ist ein Kreuzfahrtunternehmen mit Sitz in Monrovia/ Liberia und operativer Hauptzentrale in Miami. Es wurde 1997 gegründet. Das Unternehmen ist das weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen. Es verfügt über die fünf Tochtergesellschaften Celebrity Cruises, Royal Caribbean International, Pullmantur (zu der auch die Fluggesellschaft Wamos Air gehört), Azamara Club Cruises und Silversea Cruises. Interessant ist auch eine weitere Beteiligung, das Unternehmen hält 50 Prozent der Anteile am deutschen Touristikunternehmen TUI Cruises.

Die Aktie wird an der Börse in New York und an der Börse in Oslo gehandelt und gehörte dort zeitweise zum OBX, dem wichtigsten Aktienindex Norwegens (vergleichbar unserem DAX 30).

Die Gruppe bietet mit einer Flotte von 50 Schiffen Kreuzfahrten zu 540 Reisezielen auf allen sieben Kontinenten an. Dabei wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die weltweit 85.400 Mitarbeiter Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 11,0 Milliarden Dollar umgesetzt. Der Konzern machte dabei unter dem Strich einen Gewinn von 1,88 Milliarden Dollar. Für das vergangene Jahr wird voraussichtlich, noch gibt es keine andere Information, eine Dividende von 2,92 Dollar ausgeschüttet.

Kein Wunder, das das Papier an den Börsen am 17. Januar 2020 mit einem Kurs von 135,22 Dollar die höchste Schlussnotierung der vergangenen zwölf Monate erreichte und damit am Allzeithoch mit 135,65 Dollar aus dem Jahre 2018 kratzte. Von solchen Ständen ist die Aktie aktuell auch in Euro weit entfernt. Der Kurs beträgt derzeit rund 35,00 Euro. Das zeigt aber auch die wieder gewachsene Zuversicht der Märkte in die Kreuzfahrtaktien, denn vom 52- Wochen-Tiefpunkt hat die Aktie sich damit schon wieder gut erholt, der lag bei 18,30 Euro im März 2020.

Auch hier liegen wir den Fokus auf 2021!

Unser Depotwert SAP SE

Unser Depotwert SAP SE

Wir haben im Kommentar zur DAX40 Neugestaltung davon gesprochen, dass der im baden- württembergischen Walldorf beheimatete Software-Konzern unser einziger Kämpfer gegen die schier unglaubliche Übermacht der US-Giganten bleibt. Ein Grund mehr, uns die größte deutsche Software-Schmiede aus Aktionärssicht genauer anzuschauen, zumal es sich dabei nach Umsatz um das größte europäische, außeramerikanische sowie das weltweit drittgrößte börsennotierte Softwareunternehmen handelt.
 
Tätigkeitsschwerpunkt ist die Entwicklung von Software zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens wie Buchführung, Controlling, Vertrieb, Einkauf, Produktion, Lagerhaltung, Transport und Personalwesen. Der Name SAP (=Systemanalyse Programmentwicklung) stand zeitweise synonym für das ehemals zentrale Softwareprodukt des Unternehmens: ein integriertes betriebswirtschaftliches Standardsoftwarepaket, SAP ERP genannt. Seit 2005 engagiert sich SAP im Finanzbereich (SAP BankAnalyzer – SAP BA, SAP AFI u. a.), im Datawarehousing (SAP NetWeaver Business Intelligence) und bietet eigene Datenbanklösungen an (MaxDB, SAP ASE, SAP IQ, SAP HANA).
 
Gegründet wurde SAP 1972 von fünf ehemaligen Mitarbeitern der IBM (Claus Welllenreuther, Hans- Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner) als SAP Systemanalyse und Programmentwicklung GbR in Weinheim.
 
Und Hasso Plattner führt seit langer Zeit den Aufsichtsrat, er war von 1997 bis 2003 Vorstandssprecher von SAP und ist seither Vorsitzender des Aufsichtsgremiums. Übrigens, Hasso Plattner zählt wie sein SAP-Kollege Dietmar Hopp zu den 20 reichsten Einzelpersonen in Deutschland. Sein Vermögen wird auf rund 12 Milliarden Euro geschätzt (Stand November 2020).
 
Seit dem 11.10.2019 wird das Unternehmen geführt von Christian Klein als Vorstandssprecher erst mit Jennifer Morgan als Doppelspitze. Am 21. April 2020 wurde bekannt, dass Jennifer Morgan SAP bereits Ende April 2020 verlässt, so das Klein daraufhin allein das Unternehmen führt, übrigens als jüngster DAX-Chef mit 39 Jahren.
Als ein Marktführer für Geschäftssoftware unterstützen wir Unternehmen jeder Größe und Branche dabei, ihre Ziele bestmöglich zu erreichen: Bei 77 % der weltweiten Transaktionserlöse sind SAP-Systeme im Einsatz. Unsere Technologien für maschinelles lernen, das Internet der Dinge und fortschrittliche Analyseverfahren helfen unseren Kunden auf dem Weg zum intelligenten Unternehmen, heißt es im Geschäftsbericht von SAP.

Der Blick in die Bücher
Vorausschicken müssen wir, dass SAP ein abweichendes Geschäftsjahr gewählt hat.
SAP erwirtschaftete im Jahr 2020 einen Umsatz von 27,3 Milliarden Euro. Gegenüber 2019 ein Minus von 1,1 Prozent. Das Unternehmen beschäftigte weltweit 102.430 Mitarbeiter (Vorjahr: 102.330 Mitarbeiter). Dabei wurde ein Gewinn nach Steuern von 5,28 Milliarden Euro erzielt. Eine Steigerung von 56,7 Prozent, 2019 standen nur 3,37 Milliarden Euro in den Büchern. Die Aktionäre von SAP haben für das Geschäftsjahr 2019/2020 (1. Oktober 2019 bis 30. September 2020) eine Dividende in Höhe von 1,85 Euro je Stammaktie und Vorzugsaktie beschlossen. Die Dividende im Vorjahr betrug 1,58 Euro je Aktie.

Die neusten Quartalszahlen sehen nicht schlecht aus. SAP generierte im zweiten Quartal 2021 einen Umsatz in Höhe von 6,7 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn des Unternehmens belief sich auf 984 Millionen Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von rund 14 Prozent. Zudem wurde ein Gewinn je Aktie von über 1,15 Euro erzielt. Dabei stieg der Cloud-Umsatz im zweiten Quartal um elf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Was sagen die Analysten?
Aktuell gibt es 17 Analysteneinschätzungen, davon wird 11 mal „kaufen“ und 6 mal „halten“ empfohlen. Das durchschnittliche SAP-Kursziel liegt bei 132,56 Euro. Der Korridor wurde zwischen 93 Euro (RBC Capital Markets) und 145 Euro (Goldman Sachs) gezogen.
Der Chart von SAP verläuft seitwärts, wobei das Jahrestief 89,93 Euro überwunden scheint und das Jahreshoch 138,12 Euro erst einmal wie festgemauert steht, der aktuelle Kurs beträgt 122,80 Euro.

Fazit
In unserem NDAC-Clubfonds steht SAP zu einem Einstandspreis von 107,07 Euro, das entspricht einem Zuwachs zum aktuellen Wert der Aktie von 14,7 Prozent.

Die SAP SE zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Geschäftssoftwarelösungen, die die verschiedenen Prozesse innerhalb der Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg organisieren. Das Portfolio umfasst Geschäftsanwendungen nicht nur für große und mittelständische Betriebe, sondern auch Standardlösungen für kleine und mittelgroße Firmen. Darüber hinaus unterstützt SAP mit branchenspezifischen Lösungen Kernprozesse in den Industriezweigen Handel, Finanzen, High-Tech, im Gesundheitswesen und öffentlichen Verwaltungen. Das Flaggschiff des Konzerns stellt dabei die SAP Business-Suite dar, die auf die jeweiligen Anforderungen und Geschäftsziele exakt zugeschnitten werden kann. Basis dieser Anwendung ist die von SAP entwickelte Datenbanktechnik Hana, bei der Daten nicht mehr auf der Festplatte, sondern im Arbeitsspeicher abgelegt werden und so schneller zur Verfügung stehen. Das der Aktienkurs nicht besser reagiert, liegt aktuell am amerikanischen Konkurrenten Oracle. Oracle hat im ersten Geschäftsquartal deutliche Geschäftszuwächse verbucht, laut Händlern aber beim Umsatz die Erwartungen verfehlt. Dies komme nun in der Branche insgesamt nicht gut an. Deshalb wurde SAP an den Märkten vorerst in Mithaftung genommen.

Wir bleiben dabei, selbst wenn der Kurs einmal schwächelt, schließlich gibt es ja immer noch die Dividende.

Was ist los mit unserem Depotwert Tesla?

Wir hatten versprochen, dass wir uns im Nachgang der nicht gerade herausragenden Zahlen noch einmal mit Tesla beschäftigen wollen. Schließlich gehört der Wert zu der neu geschaffenen Kategorie „Magnificent Seven“.

Autos von Tesla sind auf deutschen Straßen längst keine Exoten mehr. Doch der Durchbruch ist teuer erkauft. Viele Milliarden hat die E-Auto-Hoffnung auf dem Weg nach oben verbrannt. Zugleich hat Tesla ein eigenes Lade-Netz und eine Marke mit Strahlkraft.

Aber die neuesten Zahlen, vor allem die daneben publizierten Nachrichten, wurden von den Aktionären nicht so gut aufgenommen.

Tesla hat in den ersten neun Monaten den Umsatz um 25 Prozent auf 71,6 Milliarden Dollar erhöht. Automobilverkäufe legten um fünf Prozent im Quartalsvergleich zu. Dieses Jahr wurden 1,32 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Ein Zuwachs von 40 Prozent konnte beim Verkauf selbst erzeugter Energien erzielt werden. Hierbei wurden 4,5 Milliarden  Dollar eingenommen. Das war nicht genug, der Gewinn je Aktie gab um 20 Prozent auf 2,04 Dollar nach. Im Quartalsvergleich ist dieser um 44 Prozent rückläufig. Die Produktion des Modells S/X gab um 31 Prozent nach. Allerdings um 20 Prozent erhöhte sich diese beim Model 3/Y. Die Anzahl der Supercharger legte um 31 Prozent zu.
Mit dem Zwischenergebnis hat CEO Musk eingeräumt, was viele Marktexperten bereits vermuteten: Seine Wachstumspläne muss Tesla bis auf Weiteres aufgeben. Er wolle nicht mit Vollgas in die Krise fahren. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse wurden die Verkaufspreise im Heimatmarkt USA gesenkt. Das Model 3 wird für 1.250 Dollar weniger angeboten. Die Mindererlöse sollen perspektivisch durch Services, wie Software-Updates, eingespielt werden. Dass bedeutet, wer einmal ein Tesla fährt, dürfte dann mit höheren Nebenkosten auf diesem Gebiet rechnen. Als große Wachstumsbremse gelten die gestiegenen Zinsen, die die Investitionen deutlich verteuern. So wird die Fabrik in Mexiko aus Kostengründen verlangsamt gebaut. Auch der Cybertruck wird anstelle der geplanten Einführung in diesem Jahr auf 2025 verschoben.

Ab 2027 soll in der Gigafactory in Brandenburg ein neuer Tesla vom Band laufen. Als Zielverkaufspreis sind 25.000 Dollar = 23.000 Euro geplant. In diesem Jahr sollen insgesamt 1,8 Millionen Fahrzeuge verkauft werden. Zum Gewinnausblick hält sich der Konzern aus verständlichen Gründen bedeckt.

Perspektivisch sollen Kosteneinsparungen und die KI für höhere Gewinne sorgen. Diese Pläne zeigen eindeutig, Tesla muss sich weiter strecken, um seine Position behalten zu können. Auch die Preiskämpfe belasten. Auf eine Dividende können Anleger bei Tesla noch lange warten.

Aber auch die Zukunftsaussichten haben sich eingetrübt, nicht zuletzt sorgte Musk selbst dafür. Auf seiner eigenen X-Plattform diskutiert er engagiert über die künstliche Intelligenz und prahlt mit seinem Autopiloten, der ohne Laser (LIDAR) auskommt und nur über die Auswertung von Videobildern mit Hilfe künstlicher Intelligenz zum Ziel kommen möchte. Gleichzeitig betont er jedoch immer wieder die Gefahren der KI und bedauerte, dass er keine Sperrminorität mehr bei Tesla habe. Die hatte er verloren, weil er Twitter kaufen wollte/musste und deshalb große Anteilspakete an Tesla verkaufte.

Und dazu kommen noch die negativen Schlagzeilen aus dem Umfeld des CEO. Der von Musk geführte Tesla-Konzern hatte ihm die Aktienoptionen 2018 in Aussicht gestellt, wenn ambitionierte Zielmarken bei Börsenwert und Geschäftszahlen erreicht werden. Eine Richterin im US-Bundesstaat Delaware befand nun aber, dass Musk bei Vereinbarung des Plans zu viel Einfluss im Hintergrund gehabt habe, als dass man von einem fairen Verfahren sprechen könne. Wir sprechen immerhin hier von einem Aktienpaket von 56 Milliarden Dollar, für das nun lt. Gericht eine Lösung gefunden werden muss. Nach dem Plan von 2018 konnte Musk in zwölf Schritten Aktienoptionen mit einem maximalen Wert von damals bis zu 55,8 Milliarden Dollar (51,46 Milliarden Euro) bekommen, wenn Börsenwert und Geschäftszahlen von Tesla mit bestimmten Mindestwerten wachsen. Die Richterin entschied, dass Tesla seine Aktionäre nicht korrekt über das Verfahren informiert worden sind, in dem das Riesen-Paket ausgehandelt wurde. So habe Musk enge Verbindungen mit einigen Personen gehabt, die auf Tesla-Seite an den Verhandlungen beteiligt waren.

Außerdem ist der Wettbewerb härter geworden, die chinesischen Autobauer geben den Takt mit Fahrzeugen an, die es preislich mit Tesla aufnehmen können. Mehrfach musste Tesla in den vergangenen Monaten seine Preise senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Resultat sehen wir in der halbierten Gewinnmarge.

Wir können Musks Worten entnehmen, dass er mit Tesla die KI nur mit angezogener Handbremse entwickelt, weil er bei deren Verwendung nicht das letzte Wort hat. Gerade das Genie Musk ist einer der Gründe, warum Tesla so hoch bewertet ist. Anleger gingen fest davon aus, dass Musk in verschiedenen Bereichen, unter anderem bei der KI, die Nase vorn haben wird. Wenn er nun selbst sagt, dass er das gar nicht möchte, dann wundert der Kurseinbruch nicht.

Den Kauf von Twitter hat Musk auch durch Kredite finanziert, die durch seine verbliebenen Tesla-Aktien gesichert sind. Wenn nun die Aktie von Tesla weiterhin auf Talfahrt geht, dann könnten seine Sicherheiten irgendwann nicht mehr ausreichen und weitere Tesla-Aktien müssten verkauft werden. Das sind nicht gerade rosige Aussichten für den Kurs der Aktie.

Tesla ist im Jahr 2023 zu einem “normalen” Wettbewerber im Markt der E-Autos geworden, nachdem das Unternehmen 10 Jahre lang alleine die Nase vorn hatte. Jetzt ist die Genialität eines Elon Musk wieder gefragt, um den Konzern im Wettbewerb zu behaupten. Doch Musk ist mit X beschäftigt, dort ist der Umsatz weiterhin rückläufig. Wenn wir dann noch berücksichtigen, dass Musk ja nebenbei noch andere Unternehmen führt, kommen doch arge Zweifel auf, ob es gelingt, Tesla wieder auf Spur zu bringen.

Neues vom Clubfonds: NVIDIA

Wir wissen, die Aktie ist für viele Anleger überteuert. Aber viele Anleger, die sie in ihrem Depot haben, sind glücklich, denn trotz niedriger Dividende ist die Aktie doch sehr lukrativ. Und es gibt immer neue Wachstumsimpulse trotz der relativ  hohen Zinsen, die für Wachstumsunternehmen als schädlich gelten.

Der in Deutschland noch nicht zugelassenen ETF auf den Bitcoin dürfte trotz des verhaltenen Starts im Laufe der Zeit eine wachsende Anzahl von Anhängern finden. Indirekt ist natürlich NVIDIA auf Grund seiner Computerchips auch am Run auf die Kryptowährungen beteiligt.

Viele Monate lang, als sie von einem Rekordhoch zum nächsten eilte, wurde die Aktie als völlig überteuert bezeichnet, doch das Unternehmen konnte in den letzten Quartalen mit hohen Wachstumsraten in diese Bewertung hineinwachsen. Die KI-Karawane rollt hier und es scheint kein Ende in Sicht. NVIDIA zeigte im abgelaufenen Quartal eine sehr starke Leistung im Rechenzentrumsgeschäft. Dieses Wachstum wurde von zwei Schlüsselbereichen getragen: beschleunigtes Computing und generative KI. Die Ausweitung der Kundenbasis von NVIDIA trug wesentlich zu diesem Erfolg bei: Wichtige Cloud-Service-Provider (CSPs) hatten die HGX H100 Architektur von NVIDIA eingeführt.

Das Unternehmen konzentriert sich außerdem auf neue Arten von Workloads, darunter große Sprachmodelle und generative KI-Anwendungen sowie Empfehlungssysteme, die einen wichtigen Teil von NVIDIAs Geschäft mit beschleunigtem Computing ausmachen. CFO Colette Kress äußerte Ende November jedoch Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit des schnellen Wachstums von NVIDIA und ob es bis 2025 aufrechterhalten werden kann. Kunden könnten in Erwartung der nächsten Produktgeneration den Kauf hinauszögern. Die Nachfrage übersteige allerdings das Angebot.

Vor kurzem wurde bekannt, dass NVIDIA plant, die Massenproduktion eines Chips für KI zu beginnen, den das Unternehmen speziell für China entwickelt hat. Ziel ist es, die US-Exportvorschriften einzuhalten. Die US-Regierung hatte im Oktober die Ausfuhr von US-Chiptechnologie nach China weiter beschränkt. Diese hindern das Unternehmen daran, Produkte wie die fortschrittlichen KI-Chips A800 und H800 zu verkaufen. Mit dem H20-Beschleuniger sowie den Grafikkarten L20 und L2 will NVIDIA den hohen Marktanteil sichern. Laut Berichten will NVIDIA zunächst die Aufträge für Großkunden erfüllen. NVIDIA will zudem die Partnerschaft mit Vietnam ausbauen und die KI-Entwicklung unterstützen. Allerdings sieht ihr Autor hier doch die Gefahr, dass über Drittländer der legale und auch der illegale Handel mit dem Reich der Mitte durchaus gelingen wird. Das dürfte der Chinapolitik des jetzigen und auch der künftigen US-Präsidenten zuwiderlaufen.

NVIDIA ist bekannt dafür, zahlreiche Branchen zu bedienen. Auch das Gesundheitswesen profitiert von unserem Depotwert. Das Unternehmen nutzt generative KI und beschleunigtes Computing auch dazu, um die Gesundheitsbranche durch die Entwicklung und Bereitstellung von Plattformen und Tools zur Unterstützung der Arzneimittelforschung und medizinischer Verfahren zu verändern. Das Unternehmen ist bereits Partnerschaften mit führenden Organisationen wie Amgen, Medtronic und Genentech eingegangen, um KI-gesteuerte Lösungen für das Gesundheitswesen zu entwickeln. So nutzt Amgen beispielsweise NVIDIAs BioNeMo und DGX-Cloud für generatives KI-Design und hat einen neuen Supercomputer für die Arbeit mit großen menschlichen Datensätzen gebaut. Medtronic baut mit NVIDIA Holloscan KI-Plattformen auf, darunter das von der FDA zugelassene KI-gestützte Koloskopie-Tool GI Genius. BioNeMo ermöglicht ein groß angelegtes, optimiertes und benutzerfreundliches Training auf eigenen Daten und bietet eine Sammlung von vortrainierten Modellen, die den gesamten Prozess der Arzneimittelforschung abdecken. NVIDIA schätzt das Marktvolumen der computergestützten Arzneimittelforschung auf nahezu gigantische  250 Milliarden Dollar, die jedes Jahr für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. Am 7. Januar 2024 kündigte NVIDIA auf der Gesundheitskonferenz von JPMorgan in San Francisco erweiterte Partnerschaften mit Amgen und Recursion Pharmaceuticals an und stellte seine eigene Plattform für generative künstliche Intelligenz in der Arzneimittelforschung vor. Deep Cells REMI ist eine neue Plattform für die Zellbildgebung. Sie ermöglicht Zellsortierung, Bildgebung und hochdimensionale Analyse in einem einzigen Gerät. Zudem sollen mit der CosMx-Plattform mehr Zelltypen, mehr Zellzustände und biologische Pfade analysiert werden können als mit jedem anderen System auf dem Markt. Kimberly Powell, Vice President of Healthcare, sprach von einem großen Moment für die Arzneimittelforschung. Das Unternehmen spricht vom vielleicht dramatischsten Wandel in der Gesundheitsbranche seit der Einführung der Computertechnik.

Auf der vom 09. – 12. Januar 2024 in Las Vegas stattgefundenen CES, eine der weltweit größten Fachmessen für Unterhaltungselektronik, hat NVIDIA neue GeForce RTX-40-SUPER-Series-Grafikkarten, neue generative KI-Innovationen und vieles mehr vorgestellt. Die GeForce RTX 4080 SUPER generiert KI-Videos über 1,5-mal schneller und Bilder über 1,7-mal schneller als die GeForce RTX 3080 Ti. Die GeForce RTX-40-SUPER-Series-Grafikkarten kommen noch in diesem Monat auf den Markt. Der Zug rollt also und die Aktie generiert mit dem Ausbruch auf das Allzeithoch von 505,50 Euro ein neues Kaufsignal.

Wir sehen, unser NDAC-Depotwert NVIDIA setzt 2024 den positiven Trend aus dem Vorjahr fort.

Neu in unserem Depot: Dropbox

Dropbox ist eigentlich (englisch to drop = fallen lassen; box = Schachtel) ein eingeführter Filehosting-Dienst (auch Cloud Storage genannt) des Unternehmens Dropbox Inc. mit Sitz im kalifornischen San Francisco. Legt man Dateien in einen speziellen Ordner (die Dropbox), so wird dieser Ordner im Hintergrund mit einem auf dem Server eingerichteten Ordner repliziert. Sobald man sich mit einem weiteren Computer mit demselben Dropbox-Konto anmeldet, wird ebenso automatisch im Hintergrund der Server-Ordner mit dem entsprechenden Ordner auf dem anderen PC abgeglichen.

Das Unternehmen wurde von 2007 von den beiden Studenten Andrew Houston, der auch seitdem als CEO fungiert, und Arash Ferdowski gegründet. Ihr Ziel war es, einen Dienst zu entwickeln, der den Austausch großer Dateien per E-Mail oder USB-Sticks unnötig machen und die damit verbundenen Probleme lösen sollte.

Das so ein Projekt nicht allein auf die Beine gestellt werden kann, ist wohl jedem klar. Der Dienst wurde in der Startphase durch das kalifornische Gründerzentrum Y Combinator gefördert und erhielt noch im Gründungsjahr eine Finanzierung von der Risikokapitalgesellschaft Sequoia Capital, die später mehrfach aufgestockt wurde. Hinzu kamen im Januar 2014 mehr als 250 Millionen Dollar, ein Großteil davon vom Finanzinvestor BlackRock.

Der angestrebte Börsengang des Unternehmens erfolgte im Jahr 2018 und Dropbox wurde eine Aktiengesellschaft. Dropbox repräsentierte im Juni 2023 einen Marktwert von 9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.100 Mitarbeiter.

Der Blick in die Bücher
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 wurden Erlöse in Höhe von 2,325 Milliarden Dollar ausgewiesen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 7,74 Prozent entspricht. Dabei wurde ein Bruttoergebnis von 1,88 Milliarden Dollar erzielt, eine Steigerung von 9,74 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern betrug im Vorjahr 553,2 Millionen Dollar, was immerhin einer Steigerung von 64,74 Prozent entspricht. Der Gewinn je Aktie 1,53 Dollar und ist somit 76,96 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Mitarbeiter wuchs von 2.667 auf immerhin 3.118 Beschäftigte oder um 16,91 Prozent.

Trotz all der guten Zahlen zeigt die Bilanz auch Schwächen. Die rasant wachsenden Gesamtverbindlichkeiten von 3,494 Milliarden Dollar und ein negatives Eigenkapital von immerhin -309 Millionen zeigen auch hier wieder, warum es sich trotz aller Erfolge immer noch um ein Wachstumsunternehmen handelt. Trotzdem sollte auch ein Wachstumsunternehmen die steigenden Zinsen im Blick behalten.

Eine Dividende wird verständlicherweise nicht gezahlt.

Dropbox präsentierte in der am 03.11.2023 stattfindenden Finanzkonferenz das Zahlenwerk zum jüngsten Quartal, welches am 30.09.2023 endete. Der Umsatz für das abgelaufene Quartal wurde bei 633 Millionen Dollar vermeldet – das entspricht einem Plus von 7,11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem 591 Millionen Dollar in den Büchern standen. Das EPS belief sich auf 0,56 Dollar gegenüber 0,43 Dollar je Aktie im Vorjahresquartal.

Was sagen die Analysten?
Zu Dropbox haben sich 13 Finanzexperten geäußert. Davon empfehlen fünf „buy“, sieben „hold“ und einer ist für „underwight“. Das mittlere Kursziel von immerhin neun Analysten wurde mit 30,078 Dollar ermittelt. Das höchste Kursziel liegt bei 34 Dollar und das niedrigste Kursziel 25 Dollar. Aktuell liegt die Dropbox-Aktie bei 28,08 Dollar oder 25,53 Euro.

Der Chart zeigt zuletzt wieder eine aufsteigende Tendenz. Mit dem Jahrestief von 18 Euro aus dem Mai 2023 hat der Wert nichts mehr zu tun, dagegen ist das Jahreshoch von 26,89 Euro wieder in Sichtweite.

Fazit
Die Wachstumsfantasie beim Cloudcomputing-Unternehmen Dropbox bleibt weiterhin bestehen. Derzeit werden die Aktien der möglichen Profiteure der KI-Ära verstärkt gesucht. Dropbox hat die Chance, mit KI-Tool die Arbeitswelt zu verändern und seine große Kundenbasis von mehr als 700 Millionen registrierten Nutzern endlich besser zu monetarisieren. Bisher hat das Unternehmen nämlich „nur“ knapp 18 Millionen zahlende Kunden. Dafür kündigte das Unternehmen jetzt einen weiteren wichtigen Schritt mit unseren Depotwert Nvidia an: Dropbox will NVIDIAs AI Foundry nutzen, um individuelle Modelle zu erstellen und die KI-gestützte Wissensarbeit mit Dropbox Dash Universal Search Tool und Dropbox AI zu verbessern. Dropbox Dash ist eine universelle Suche, die Apps, Tools und Inhalte in einer einzigen Suchleiste verbinden, um Kunden zu helfen, das zu finden, was sie brauchen. Hinter Dropbox AI verbirgt sich ein Tool, das es Kunden ermöglicht, Fragen zu stellen und Zusammenfassungen zu großen Dateien in ihrer gesamten Dropbox zu erhalten. Das Unternehmen hatte am 10. Oktober auf seiner „Work in Progress“-Benutzerkonferenz Dropbox Dash in der offenen Betaphase angekündigt. Dropbox AI wurde im Juni zunächst mit einer Dateivorschau eingeführt.

Wir sehen in Dropbox hauptsächlich einen Wachstumswert für unseren Clubfonds und vielleicht auch als einen Übernahmekandidaten, denn das Unternehmen wurde in der Vergangenheit öfter einmal als Übernahmekandidat gehandelt (Microsoft, Alphabet, Adobe etc.).

Neu in unserem Depot: Palantir Technologies

Palantir Technologies Inc. ist ein US-amerikanischer Anbieter von Software und Dienstleistungen. Er ist dabei auf die Analyse großer Datenmengen spezialisiert.

Zu den ersten Kunden des 2004 gegründeten Unternehmens gehörten Bundesbehörden der Nachrichtendienstgemeinschaft der Vereinigten Staaten (USIC), einem Zusammenschluss von 18 Nachrichtendiensten der dortigen Bundesbehörden. Seit dem hat Palantir seinen Kundenstamm unter staatlichen und lokalen Behörden, auch in Europa, vergrößert und ist außerdem für Wirtschaftsunternehmen in der Finanz- und Pharmabranche tätig. 

Sitz ist in Denver der Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado.

Das Unternehmen ist besonders für zwei Softwareprojekte bekannt: Palantir Gotham wird von Anti-Terror-Analysten in Behörden der USIC und dem Pentagon, von Betrugsermittlern des Recovery Accountability and Transparency Board (deutsch: Ausschuss für die Wiederherstellung der Rechenschaftspflicht und Transparenz) und von Cyber-Analysten des Information Warface Monitor (verantwortlich für die Ermittlungen von Ghostnet (vermutlich aus China stammender Spionagevirus)  und dem Shadow Network verwendet. Palantir Foundry findet Verwendung bei Hedgefonds, Banken und Finanzdienstleistern. Klingt alles sehr spannend und geheimnisvoll und muss wohl auch so sein.

Geführt wird das Unternehmen von CEO Alex Karp, dem Mitbegründer von Palantir.

Alle Produkte sind auch verständlicherweise nicht öffentlich, aber über einige liegen Informationen vor.

Palantir Gotham (früher bekannt als Palantir Government) integriert strukturierte und unstrukturierte Daten und stellt sowohl Such- und Ermittlungsfunktionen als auch Wissensmanagement und sichere Zusammenarbeit unter verschiedenen Parteien zur Verfügung. Die Palantir-Plattform beinhaltet Datenschutzvorkehrungen, wie sie in rechtlichen Vorgaben wie denen im „9/11 Commission implementation Act“ von 2004 vorgeschrieben sind.

Palantir Foundry (davor: Metropolis und noch früher Palantir Finance) ist eine Software für Datenintegration, Informationsmanagement und quantitative Analysen Die Software lässt sich auf kommerzielle, geschützte und öffentliche Datensätze anwenden und zeigt Trends, Beziehungen und Anomalien auf, wobei sie auf Predicative Analytics zurückgreift.

Palantir Apollo ist ein Continous Delivery System, welches sich um das Ausliefern und Steuern der beiden Systeme Palantir Gotham und Foundry kümmert. Apollo wurde aufgrund der Vielzahl an privaten und öffentlichen Cloud-Plattformen ins Leben gerufen, um diese nahtlos zusammenführen zu können.

Die Software Meta Constelaltion wertet Satellitenbilder und andere Daten aus. Sie wird unter anderem von den ukrainischen Streitkräften gegen den Kriegsgegner Russland eingesetzt als Situational Awareness System und zur Zielplanung verwendet.

Das Unternehmen war teilweise oder allein auch für den Entwurf einer Reihe von Business- und Verbraucherprodukten verantwortlich. 2014 zum Beispiel stellte Palantir Insightics vor, das „Kunden-Kaufverhalten und demographische Informationen aus Kreditkarten-Abrechnungen von Händlern extrahiert“. Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen First Data entwickelt, das über Kreditdaten verfügt. Aber es gibt noch sehr viel mehr Software-Produkte, die von Palantir für die speziellen Bedürfnisse zivilen und nichtzivilen Bereich der nationalen und internationalen Kunden entwickelt wurden.

Der Blick in die Bücher

Für 2022 wurde ein Umsatz von 1,91 Milliarden Dollar (VJ: 1,54 Milliarden Dollar) erzielt. Das Ergebnis (EBITDA) ist immer noch negativ und wurde mit -325,35 Millionen Dollar (VJ: -432,47 Millionen Dollar) ausgewiesen. Wir sehen an den noch immer hohen Verlusten die Palantir trotz des Milliardenumsatzes ausweist, haben wir in nächster Zeit wohl keine Dividenden zu erwarten. Auch die jüngsten Quartalsahlen geben es nicht her. Das Unternehmen stellte am 02.11.2023 die jüngste Quartalsbilanz zum am 30.09.2023 abgelaufenen Quartal vor. Palantir hat im jüngsten Jahresviertel einen Gewinn von 0,070 Dollar je Aktie erwirtschaftet. Im Vorjahresviertel waren es 0,010 Dollar je Aktie. Beim Umsatz kam es zu einer Steigerung von 16,80 Prozent auf 558,2 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor war ein Umsatz von 477,9 Millionen Dollar erwirtschaftet worden. 

Was sagen die Analysten?

Derzeit liegen ganze 18 Analysen vor. Die durchschnittliche Empfehlung lautet „ Hold “. Wie viele Analysten sprechen sich eigentlich dafür aus, die Palantir-Aktie jetzt zu kaufen? Buy ( 1 ) und Strong Buy ( 4 ). Die Verkaufsempfehlungen schlagen wie folgt zu Buche: Sell ( 3 ) sowie Strong Sell ( 4 ). 

Das durchschnittliche Kursziel sehen die Experten bei rund 14,25 Dollar = 13,02 Euro. Der aktuelle Preis beträgt 19,84 Dollar. 

Wenn wir uns den Jahreschart anschauen, dann sehen wir einen Trend nach oben, der aber aktuell eine Verschnaufpause eingelegt hat. Trotzdem hat unser neuer Depotwert eine tolle Entwicklung in diesem Jahr hingelegt, vom Jahrestief bei 5,60 Euro bis zum aktuellen Hoch 19,96 Euro im November.

In der Welt der Finanzen bewegen sich die Dinge oft in unerwarteter Geschwindigkeit und Richtung. Dies ist besonders offensichtlich, wenn man die Aktientransaktionen des hoch bewerteten Unternehmens Palantir betrachtet. Die Börsen haben lange Zeit ignoriert, dass die Bewertung von Palantir recht hoch war. Jetzt scheint es jedoch, dass die Abrechnung stattfindet.

Zuletzt ging es für Palantir um weitere -2,9 Prozent abwärts. Damit verliert das Unternehmen langsam den Anschluss an eine bedeutende Markierung, die 20 Euro-Marke. Diese Marke war das Ziel vieler Analysten gewesen, sofern diese charttechnische Analysen durchgeführt haben.

Fazit:

Wir glauben trotzdem an ein Erreichen und in der Folge ein Überschreiten der 20 Euro-Marke bei unserem neuen NDAC-Depotwert.

Neues von unseren Depotwerten: Nvidia

Wieder einmal müssen wir uns mit unserem wohl erfolgreichsten Depotwert Nvidia beschäftigen. Denn der tanzt im 7. Himmel. Der Chiphersteller hat seine Quartalszahlen veröffentlicht und der Aktienkurs sprang förmlich wieder gen Norden.

Schauen wir uns die Zahlen an.

Es sind die wohl mit am meisten erwarteten Quartalszahlen des Jahres: die des KI-Giganten Nvidia. Kaum eine andere Aktie fand im Jahr 2023 wohl so viel Beachtung wie die des Chip-Produzenten. Kein Wunder: Nvidia ist ein entscheidender Spieler, wenn es um künstliche Intelligenz geht und die Aktie liegt seit Jahresanfang bereits über 230 Prozent im Plus.

Im abgelaufenen dritten Quartal lag der Umsatz von Nvidia bei 18,12 Milliarden Dollar, erwartet wurden 16,18 Milliarden Dollar. 

Der operative Gewinn vervielfachte sich von 601 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf nun 10,42 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg von 680 Millionen Dollar auf 9,24 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie auf GAAP-Basis konnte sich von 0,27 Dollar auf 3,71 Dollar mehr als verzwölffachen. Auf Non-GAAP-Basis erhöhte sich der Gewinn fast um den Faktor sieben von 0,58 Dollar auf 4,02 Dollar. Er fiel deutlich besser aus als die prognostizierten 3,37 Dollar. Der stark beäugte Umsatz in Rechenzentren (der überwiegend mit KI-Anwendungen in Zusammenhang steht) erhöhte sich um 279 Prozent auf 14,51 Milliarden Dollar. Erwartet wurden hingegen 12,82 Milliarden Dollar. Doch auch im Gaming-Segment läuft es, der Umsatz betrug 2,86 Milliarden Dollar, das sind 81 Prozent mehr als vor einem Jahr und ebenfalls mehr als gedacht.

Der Umsatz soll im vierten Quartal bei 20 Milliarden Dollar liegen, plus oder minus zwei Prozent. Wieder ist deutlich mehr als die am Markt erwarteten 17,9 Milliarden Dollar. Die bereinigte Bruttomarge sieht Nvidia bei 75 bis 76 Prozent – im dritten Quartal standen hier 75 Prozent zu Buche.

Weniger gut kam am Markt an, dass Nvidia im kommenden Quartal wegen der Exportbeschränkungen nach China und in andere Länder mit einem negativen Einfluss rechnet. Die Verkäufe in diese Länder würden im vierten Quartal deutlich zurückgehen, heißt es. Allerdings rechnet Nvidia damit, dass dieser Rückgang durch starkes Wachstum in anderen Regionen mehr als kompensiert wird.

Das war wahrscheinlich das Haar in der Suppe, dass die international agierenden Anleger fanden, um Nividia nicht gleich in die Höhe springen zu lassen, sondern ein wenig enttäuscht darauf reagierten und etwas Zeit brauchten, um die Kursrakete zu zünden.

Doch andere wurden dadurch nicht abgeschreckt, viel mehr stockten sie ihre Beteiligungen an unserem Depotwert im Vorfeld der Zahlen weiter auf. Oder auch im Nachgang zum Vorquartal, das liegt im Auge des Betrachters. So zum Beispiel Chase Coleman, einer der bestverdienenden Hedgefonds-Manager. Die jüngste Offenlegung seines Portfolios, die den Stand zum 30. September zeigt, offenbart: Coleman hat bei Nvidia ordentlich zugeschlagen. Er stockte seine Beteiligung beim KI-Giganten nochmal um fast 80 Prozent auf und kaufte über 482.000 neue Aktien. Insgesamt hält er über eine Million Nvidia-Aktien, die nun über 3,5 Prozent seines Portfolios einnehmen. Im Quartal zuvor waren es noch 2,22 Prozent. Und er war nicht der einzige, der auf Nvidia setzt. Auch der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, die Vanguard Group, scheint optimistisch. Denn auch sie stockten die Position zum Stand Ende September ordentlich auf und kauften über zwei Millionen neue Nvidia-Aktien hinzu. Dass sie jetzt wegen der Exportbeschränkungen in das Reich Mitte ihre Akten wieder abstoßen, wird nicht passieren. Denn die Chips von Nvidia erfreuen sich mittlerweile einer riesigen, kaum zu befriedigenden, weltweiten Nachfrage.

Vielleicht nur eine Anmerkung zur Dividendenrendite. Für einen solch hohen Gewinn ist diese für 2023 bis 2025 mit geplanten 0,03 Prozent zu niedrig, das sind gerade einmal 16 bis 17 Cent für die nächsten Jahre. Über die Höhe der Gewinnbeteiligung sollten die Manager um Gründer und CEO Jensen Huang unbedingt noch einmal nachdenken.   

Auch die Finanzexperten sind euphorisch gestimmt. 60 von 63 Analysten empfehlen derzeit den Kauf. Nur drei empfehlen das Halten, keiner den Verkauf. Eine durchschnittliche Kurschance von 648,50 Dollar = 592,74 Euro verspricht bei einem aktuellen Kurs des Nvidia-Papiers von 460,05 Euro derzeit eine Kurschance von 28,8 Prozent. Warten wir also ab, was die Analysten nach den Zahlen für Einschätzungen abgeben, denn Nvidia wird weiter wachsen.

Lassen wir den Jensen Huang zum Abschluss noch einmal zu Wort kommen:

„Unser starkes Wachstum spiegelt den breiten Übergang der Industrie vom Allzweck-Computing zum beschleunigten Computing und zur generativen KI wider“, sagte der Gründer und CEO von NVIDIA. „Start-ups mit Large Language Models, Verbraucher-Internetunternehmen und globale Cloud-Service-Anbieter waren die Vorreiter, und die nächsten Wellen beginnen sich zu formieren. Länder und regionale CSPs investieren in KI-Clouds, um die lokale Nachfrage zu bedienen, Unternehmenssoftwareunternehmen fügen ihren Plattformen KI- Copiloten und -Assistenten hinzu und Unternehmen erstellen maßgeschneiderte KI, um die größten Industrien der Welt zu automatisieren. NVIDIA-GPUs, CPUs, Netzwerke, KI-Foundry-Services und NVIDIA AI Enterprise-Software sind Wachstumsmotoren, die auf Hochtouren laufen. Die Ära der generativen KI nimmt Fahrt auf“, sagte er.

Wir bleiben weiter dabei!

Neues von unseren Depotwerten: Danaher

Die Corona-Pandemie ist für die nächste Zeit vorbei, das merkt auch unser US-Gesundheitskonzern Danaher. Der krisenerprobte Dauerläufer ist etwas ins Stocken geraten. Die Danaher-Aktie steht auf dem Stand von Mitte 2021. Durch die rückläufige Nachfrage nach Corona bezogenen Produkten saß der US-Gesundheitskonzern lange auf übervollen Lagern. Doch Danaher ist flexibel.

Die erfolgreiche Abspaltung von Veralto zeigt das. Anfang Oktober hat der US-Beteiligungs-Champion Danaher seine Umweltsparte unter dem Namen Veralto als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Bei diesem Spin-off erhielten Aktionäre, die am 13. September 2023 investiert waren, für jeweils drei Danaher-Aktien eine Veralto-Aktie.

Die Danaher Corp. wurde bereits 1969 unter dem Namen Diversified Mortgage Investors gegründet. Ihr starkes Wachstum erreichte sie auch durch inzwischen mehr als 400 Übernahmen, die erfolgreich integriert und auf Erfolg getrimmt wurden. Die Grundlage dieses jahrzehntelangen Erfolgs ist das sogenannte Danaher-Business-System, hinter dem sich ein permanentes Effizienzprogramm verbirgt, bei dem alle Konzepte, Arbeitsabläufe und Handgriffe überprüft und gegebenenfalls verbessert werden. Diesem Checkup müssen sich alle übernommenen Firmen unterziehen, aber in regelmäßigen Abständen auch immer wieder die Bestandsfirmen.

Das Konglomerat verdiversifizierte sich allerdings, weil es in zu viele unterschiedliche Branchen expandierte und so fasste Danaher den Entschluss, sich in mehrere schlagkräftigen Teile aufzuspalten, die in ihrer jeweiligen Branche zu den führenden Unternehmen zählen. Die größte Abspaltung war vor gut 5 Jahren die Fortive Corp., in der sich das klassische Industriegeschäft, also Tankstellenausrüstung, Telematik und Automation konzentriert. Danaher selbst blieb für die Bereiche Forschung und Technologie zuständig und vor allem in der Umwelt- und Messtechnik, der Zahnarztausrüstung und der Diagnostik aktiv.

Mit Zahnärzten hatte Danaher dann auch nicht mehr viel am Hut, die Zahnarztausrüstung ist ebenfalls nicht mehr Teil des Konzerns. Die Töchter Nobel Biocare, Ormco und KaVo Kerr, die damals für rund 14 Prozent der Danaher-Umsätze standen, wurden in dem neuen Unternehmen Envista Holding zusammengeführt und an die Börse gebracht. Später trennte sich Danaher auch von den restlichen Envista-Anteilen. Beinahe im Gegenzug erfolgte die bisher größte Übernahme der Firmengeschichte, als für 21,4 Milliarden Dollar die Biopharmasparte von General Electric übernommen wurde, die nun unter dem Namen Cytiva den Danaher-Konzern bereichert.

Aktuell präsentiert sich Danaher als reinrassiger Medtech- und Lifesience- Konzern. Damit ist der milliardenschwere Mischkonzern in aussichtreichen Branchen positioniert.

Die Zahlen im dritten Quartal waren zwar schwach, aber besser als erwartet.

Der Umsatz fiel im Vorjahresvergleich um 10,5 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar und der Bruttogewinn fiel um knapp 13 Prozent auf 4 Milliarden Dollar, so dass sich der bereinigte Gewinn je Aktie auf 2,02 Dollar nach 2,56 Dollar im 3. Quartal 2022 errechnete. Dabei machen Danaher die rückläufigen Umsätze aus Corona-Equipment zu schaffen und auch die hohen Zinsen, die bei den Kunden aus dem Forschungssektor für Zurückhaltung sorgen.

Der Aktienkurs notiert inzwischen rund ein Drittel unter seinen Allzeithoch aus dem Herbst 2021. Damals wurden über 290 Dollar aufgerufen. Im nächsten Jahr fallen dann auch noch die durch Corona gepushten Vergleichswerte als Basis weg. Der Fokus wird sich also wieder auf die wahren operativen Entwicklungen richten.

Außerdem sind weitere Übernahmen geplant. So gibt es aktuell Bestrebungen für die Übernahme des britischen Abcam plc. für rund 5,7 Milliarden Dollar. Hier haben die Aktionäre für die Annahme des Danaher-Angebots von 24 Dollar/ Aktie gestimmt.

Der amerikanische Mischkonzern Danaher Corporation plant eine vierteljährliche Dividende von 0,27 Dollar je Aktie an seine Aktionäre ausbezahlen, somit wird auf das Jahr hochgerechnet 1,08 Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet. Das klingt leider nicht nach sehr viel, ist es auch nicht. Auf den aktuellen Kurs von 203 Dollar gerechnet, ergibt es eine Dividendenrendite von 0,53 Prozent.

Aber wenigstens beim Dividendenwachstum kann Danaher punkten. Auf Sicht von 10 Jahren stieg die Dividende durchschnittlich um 30,6 Prozent, auf Sicht von fünf Jahren sind es immerhin noch 12 Prozent. Der Kurs hat sich trotz der letzten beiden nicht ganz so erfolgreichen Jahren, in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht.

Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 150,39 Milliarden Dollar gehört unser Depotwert zu den Branchenriesen und wird weiteres Wachstum aus Übernahmen erzielen. Und sicher wird bei zurückkehrenden Erfolgen auch die Dividende etwas höher angesiedelt werden. 

Wir haben Danaher für unseren NDAC-Clubfonds aufgestockt. Denn das Unternehmen erfindet sich immer wieder neu und ist aktuell auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur.

Neues von unseren Depotwerten: FlatexDeGiro

Anfang dieses Jahres war unser Depotwert FlatexDeGiro ein gefallener Börsenstar (wir haben darüber berichtet) und stand wohl bei einigen gemanagten Fonds auf der Watch-Liste für den nächsten Verkauf.

Aber mittlerweile ist er wieder auf dem Weg nach oben an den Börsen, auch wenn der FinTech-Wert nicht zu den ganz Großen der Branche zählt.

Mitte Oktober hatte das im SDAX-Wert notierte FlatexDeGiro Quartalszahlen veröffentlicht, die einen doch exorbitanten Kurssprung von plus 15 Prozent nach sich zogen. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 101 Millionen Euro und lag um 6 Prozent über den Erwartungen der Analysten. Der Gewinn (EBITDA) sprang um 70 Prozent auf 41,2 Millionen Euro, blieb damit jedoch um 4 Prozent hinter den Erwartungen der Analysten.

Sowohl die Kommissionseinnahmen aus dem Wertpapierhandel, als auch die Zinseinnahmen lagen über den Erwartungen. Die Transaktionsgebühren waren aber im Mai erhöht worden. Die Zinseinnahmen sind eng an die Zinspolitik der EZB gekoppelt, da FlatexDeGiro den Großteil der verfügbaren Liquidität täglich verfügbar direkt bei der Bundesbank anlegt.

Die Handelsaktivität der Kunden war weiterhin schwach, daran werde sich auch im laufenden vierten Quartal wenig ändern, so das Unternehmen. Höhere Transaktionsgebühren bei schwacher Handelsaktivität führten somit dennoch zu einer Enttäuschung beim EBITDA-Gewinn. Zudem lastete ein Sondereffekt eines alten Immobilienfondsinvestments mit sieben Millionen Euro negativ auf dem Ergebnis.

Alles in allem zeigen die Zahlen, dass das Unternehmen trotz des regulatorischen Sonderaufwands, der für die BaFin unternommen werden musste (wir haben darüber berichtet), weiterhin wächst und solide, sprich positive Zahlen, liefern kann. Das war im Sommer bereits angekündigt worden, daher überrascht es heute niemanden mehr. Doch offensichtlich haben Anleger auf die Gewissheit der Zahlen gewartet, die nun geliefert wurde, bevor sie den Aussagen Glauben schenkten.

Und das Schöne in der Bilanz ist, mit Abschluss der regulatorischen Anpassungen für die BaFin können nun die 100 Millionen Euro, die als Rücklagen für Sicherheiten in der Bilanz gebildet wurden, aufgelöst werden. Sie stehen eventuell für die Ausschüttung einer Sonderdividende zur Verfügung.

Aber auch eine Stärkung der Liquidität, zum Beispiel für Übernahmen, ist durchaus denkbar. Wobei klar ist, dass wohl kurzfristig aktuell keine Übernahme ansteht, die das Unternehmen nachhaltig effektiver machen würde.

Ein Aktienrückkaufprogramm würde die Anleger begeistern. Grundsätzlich werden solche Informationen von Anlegern positiv aufgenommen und schieben den Kurs noch einmal in Richtung Norden.

FlatexDeGiro wird mit einem KGV von 8,6 deutlich günstiger bewertet als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, da waren es 12,8. Die BaFin-Auflagen haben Anleger verunsichert. Zudem ist das Kundenwachstum weiterhin nicht zufriedenstellend. Die Kosten für die Gewinnung von Neukunden waren übrigens auch im abgelaufenen dritten Quartal günstig oder anders ausgedrückt: FlatexDeGiro holt sich also qualitativ hochwertige Kunden zum günstigen Preis. Dafür verzichtet das FinTech jedoch auf überproportionales Kundenwachstum. Immerhin, selbst mit dieser konservativen Vorgehensweise ist das Kundenwachstum mit 10 Prozent doppelt so hoch wie bei der Konkurrenz.

Aber von einem Wachstumsunternehmen erwarten wir eigentlich mehr. Drei verschiedene Katalysatoren sind damit in das Blickfeld der Anleger und natürlich auch der begleitenden Finanzpresse gerückt. In einem überschaubaren Zeitraum, sprich Wochen oder Monate, werden Informationen über die Verwendung der aufgelösten Rücklage erwartet. Weiterhin wäre eine mögliche Beschleunigung des Kundenwachstums, ggf. auch durch höhere Kundengewinnungskosten, möglich. Was auch nicht ganz ausgeschlossen ist, aber von unserem Depotwert nicht beeinflusst werden kann, ist das weitere Anziehen der Handelsaktivitäten an den Börsen dieser Welt, denn wie wir wissen, der Broker verdient stets mit, egal ob Kauf oder Verkauf von Werten anstehen.

Wenn wir uns den Kurs unseres Depotwertes anschauen, dann stellen wir fest, dass es seit dem Dezember 2022, als das Jahrestief mit immerhin bescheidenen 5,59 Euro markiert wurde, es zu einer Trendumkehr kam. Der Kurs steht beim Schreiben dieser Zeilen bei 9,89 Euro und damit 51,16 Prozent höher als zum Jahresanfang. Und das kürzlich erreichte Jahreshoch von 11,64 Euro ist wieder sichtbar geworden. War das nicht schon einmal viel höher, werden sich jetzt unsere Leser fragen? Richtig, wir hatten schon Werte von über 28 Euro im Juli 2021. Aber so ein Wert ist erst einmal nicht mehr im Fokus.

Das sehen auch die Analysten so. Von den sechs vorliegenden Einschätzungen enden drei mit „buy“ und drei mit „hold“. Der Korridor wird gezogen von 7,10 Euro (Morgan Stanley) am unteren Ende und 14,00 Euro (Berenberg) am oberen Ende.

Wir bleiben also optimistisch und hoffen, dass der Kurs jetzt stabil nach oben gedreht hat.

Neues von unseren Depotwerten: Siemens Energy

SOS bei Siemens Energy! So könnte man die Lage bei unserem Depotwert Siemens Energy beschreiben.

Siemens Energy entstand im Zuge der Umstrukturierung der Siemens AG im Jahr 2020. Zuvor war Siemens Energy die Energiesparte von Siemens, die zu einem eigenständigen Unternehmen geworden ist. Der Sitz des Konzerns ist München. Die Siemens Energy-Aktie ist seit dem 28. September 2020 an der Börse notiert.

Wie immer, wenn wir über Siemens Energy berichtet haben, gab es große Probleme bei der spanischen Windkraft-Tochter Gamesa, die leider ständig die Bilanzen verhagelt. Jetzt ist die Lage besonders akut, denn der Staat soll helfen.

Um das Windkraftgeschäft am Laufen zu halten, braucht Siemens Energy dringend Geld. Das veränderte Zinsumfeld und die stark gestiegenen Rohstoffpreise bereiten jetzt nicht nur dem deutschen Branchenprimus Kopfzerbrechen, sondern auch Wirtschaftsminister Robert Habeck.

Während das Geschäft mit den Gasturbinen brummt, sorgen technische Pannen ausgerechnet bei der Firmentochter Siemens Gamesa für Millionenverluste. Eigentlich war es ja anders geplant. Die Komplettübernahme von Gamesa durch Siemens Energy ist noch nicht mal ein Jahr her und sollte den Konzern in der Energiewende eigentlich an die Spitze katapultieren.

Einer Ad-hoc-Mitteilung von Siemens Energy von unserem Depotwert entnehmen wir: „Das Windgeschäft Siemens Gamesa arbeitet an den Qualitätsproblemen“, der Gas-Turbinen-Zweig würde seine „hervorragende Leistung“ im kommenden Jahr jedoch fortsetzen. Wirklich eine verkehrte Welt: Die alten Gasturbinen erweisen sich als Umsatzbringer und die vermeintlich zukunftsweisenden Windturbinen sorgen für Finanzprobleme.

Die schlechten Zahlen der Windkraft-Tochter haben Auswirkungen auf den gesamten Konzern, schließlich benötigt Siemens Energy für den laufenden Geschäftsbetrieb hohe finanzielle Mittel. Die Energiebranche gilt als kapitalintensiv. Zuletzt soll durch das veränderte Zinsumfeld die Fremdfinanzierung, sprich Kreditaufnahme, für Siemens Energy immer schwieriger geworden sein.

Und jetzt soll der Staat also Steuerzahler mit Milliardenhilfen einspringen, so ernst ist die Lage momentan. Von 15 Milliarden Euro ist die Rede in den Verhandlungen, die der Konzern mit dem Bundeswirtschaftsminister derzeit führt. Und wir dürfen vielleicht davon ausgehen, dass Habeck nicht abgeneigt ist zu helfen auf Kosten der Steuerzahler, denn die Banken sehen ein hohes Risiko in der Windkraftsparte. Die Windenergie ein Herzstück der Habeck`schen grünen Energiewende.

Siemens Energy halten Finanzexperten wie beispielsweise Christan W. Röhl, für „ein Fass ohne Boden“, das Unternehmen habe sich mit der Übernahme des spanischen Windturbinenherstellers Gamesa „übernommen“, sagt er. Die Banken würden das Risiko, dass „die malade Wind-Sparte den kompletten Konzern infiziert“, nicht mehr alleine tragen wollen.

Sollte es wirklich so kommen, dann ist das das Ende des grünen Wirtschaftswunders oder zumindest ein schwerer Schlag.

Ihr Autor ist der Meinung, die Qualitätsprobleme sind schon seit der Übernahme von Gamesa bekannt, sie werden sich mit den Milliardensummen, egal in welcher Höhe, nicht abstellen lassen. In diesem Segment hat das Qualitätsmanagement total versagt.

Schwerer Tobak kommt auch von IFO-Präsident Clemens Fuest, er kritisiert die möglichen Staatshilfen für Siemens Energy. “Es gibt keine überzeugende Rechtfertigung für den Staat, Siemens Energy finanziell oder mit Bürgschaften zu unterstützen”, sagte der Top-Ökonom der Nachrichtenagentur Reuters. “Die Unterstützung bedeutet einen Transfer von Steuergeldern an die Gläubiger und Aktionäre von Siemens Energy, die eigentlich haften müssten. Es ist die Aufgabe der Gläubiger und Aktionäre, die Firma zu sanieren und auf Ansprüche zu verzichten.”

Wir müssen in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass hier die Siemens AG als Hauptaktionär in der Verantwortung steht. Der Mutterkonzern wird in der Aktionärsstruktur mit einer Beteiligung von 34,61 Prozent geführt. Und auch die Siemens family wird noch mit immerhin drei Prozent Beteiligung ausgewiesen. Und 0,89 Prozent gehören Siemens Energy selbst. Der Rest sind international agierende Fonds und den größten Teil stellen die Aktien im free float (61,5 Prozent), die sich aber ganz bestimmt nicht beteiligen werden, sondern verständlicherweise eher auf Grund der Kursverluste das noch retten, was für sie zu retten ist.

Nun könnte der Staat ja in Gestalt von R. Habeck mit dem Argument einsteigen, wir haben beispielsweise der Lufthansa und zuletzt Uniper geholfen. Nur, dass das dann ein verdammt schlechter Vergleich wäre. Der Steuerzahler sprang damals ein, weil die Lufthansa am Boden bleiben musste wegen Corona. Und Uniper wurde bekanntlich gerettet, weil es zu Problemen kam, die mit dem Ukraine-Feldzug der russischen Invasoren im Zusammenhang standen. Beide haben ihre Staatshilfen zurückgezahlt.

Bei Siemens Energy sind es interne Probleme, die mit Geld von außen nicht gelöst werden können oder eben in einem Fass ohne Boden landen. Das Management muss erst einmal seine Hausaufgaben machen und grundlegend klären, ob sich die Qualitätsprobleme abstellen lassen bzw. ob sich die Windkraftsparte überhaupt noch rechnet. Denn an der Dividende kann nichts eingespart werden, denn es gab keine (Ausnahme für 2022: 10 Cent) und es ist realistischerweise auch keine geplant. Eine eventuell mögliche Kapitalerhöhung wird aktuell nicht genügend frisches Kapital einbringen. Ein Verkauf der Gamesa-Tochter erscheint wegen der derzeitigen Probleme ebenfalls unmöglich.

Und ob der Staat überhaupt genügend Kapital aufbringen wird, steht bei unserer Ampel-Regierung mit ihren Sparplänen auch noch in den Sternen. Wir werden sehen.

Übrigens, einen konkreten Auslöser für die jüngste Kursrally konnten Börsianer nicht nennen. Vor einer Woche waren Siemens Energy um rund 35 Prozent eingebrochen. Vielleicht spekulierten die Investoren nun einfach darauf, dass die Einigung mit dem Bund schnell komme, sagt ein Händler. Seit dem Kursrutsch am vorvergangenen Donnerstag haben die Aktien gut 26 Prozent zugelegt. Allerdings sollten Anleger vor einem Neueinstieg auch bedenken, dass es genügend Spekulanten an den Märkten gibt, die eine Aktie hochjubeln und dann fallen lassen.