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Wir haben aufgestockt: Infineon

Die Lieferkettenproblematik wird sich wohl noch eine Weile hinziehen, aber die Schwierigkeiten nehmen langsam ab. So sieht es wohl auch Deutschlands größter Halbleiterkonzern Infineon.

Das neue Werk in Dresden wird trotzdem weitere Kapazitäten in der Halbleiterfertigung in Deutschland aufbauen und damit die Abhängigkeit von globalen Lieferanten abbauen.

Aber auch die Zahlen, die Infineon veröffentlicht, sind nicht zu unterschätzen. Sie sorgen dafür, dass die Münchener teilweise die Spitze im DAX40 erklommen haben.

Im aktuellen Geschäftsjahr 2022/23 per Ende September schnellte der Umsatz um 29 Prozent nach oben auf 14,2 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis verbesserte sich um 63 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Der Halbleiter-Konzern selbst begründete die neuen Ziele mit dem “Rekordgeschäftsjahr 2022”.

Das vierte Quartal schloss Infineon noch einmal besser ab als erwartet. Die Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro zu.

Seit Anfang November beschleunigt die Infineon-Aktie ihre Aufwärtsbewegung. Nun hat der DAX40-Konzern fast das Niveau von Ende März erreicht, als die Aktie kurzzeitig auf 33 Euro zulegte. Wird auch diese Chart-Hürde überwunden, ist der Weg Richtung 40 Euro offen. Die Wahrscheinlichkeit dafür wächst charttechnisch tatsächlich, denn die 50-Tage-Linie wird den 200er-Durchschnitt wohl in den kommenden Wochen von unten nach oben schneiden. 

Aber wenn der Chipmangel in der nächsten Zeit wegen der nachlassenden Konjunktur nachlässt, wird Infineon dann ein Problem bekommen? Diese Fragen stellen sich nicht nur Kleinanleger, zumal die Konkurrenz nicht schläft. Eventuell wäre das neue Werk in der sächsischen Landeshauptstadt nicht notwendig?

Der Chipmangel hat in letzter Zeit wirklich nachgelassen. Doch bei Infineon sorgt man sich nicht um die Auslastung der gerade angekündigten neuen Fabrik in Dresden.

Im für Infineon wichtigen Bereich der Leistungshalbleiter könne es sogar noch zu einer verstärkten Knappheit in den nächsten Jahren kommen, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck bei der Vorlage der Jahreszahlen des Chipherstellers. Hier macht sich der steigende Bedarf für erneuerbare Energien bemerkbar. In anderen Bereichen sehe man inzwischen aber eine schwächere Nachfrage und teilweise bereits wieder ein Überangebot.

Infineon hatte den geplanten Bau einer neuen Fabrik in Dresden für den Rekordwert von 5 Milliarden Euro angekündigt, die im Herbst 2026 in Betrieb gehen soll. Sollte die Nachfrage bis dahin zurückgehen, könne man die Fabrik auch langsamer mit Maschinen ausrüsten, sagte Hanebeck.

Allerdings ist man bei unserem Depotwert optimistisch. Es gilt einen Auftragsbestand von 43 Milliarden Euro abzuarbeiten, das entspricht fast dem Dreifachen des Jahresumsatzes. Zwar hat das Unternehmen immer wieder darauf hingewiesen, dass die Zahl sicher auch Mehrfachbestellungen enthalte, bisher sehe man aber keine größere Stornierungswelle. “Selbst wenn dieser Auftragsbestand sich halbiert, schlafen wir noch sehr gut”, sagte Konzernchef Hanebeck.

Halbleiter auf Basis von Siliziumkarbid werden für Infineon immer wichtiger. Siliziumkarbid kommt zum Einsatz, wenn besonders leistungsfähige und schnell schaltende Systemlösungen mit geringerem Stromverbrauch gefragt sind – also etwa bei der Automobilindustrie durch Elektroautos, Ladestationen und Solaranlagen. Infineon sieht enormes Potenzial bei diesen Anwendungen und will bis 2030 rund 30 Prozent des gesamten Marktes kontrollieren. Dazu kommt es darauf an, die Fertigungskapazitäten schnell zu steigern.

Der Chipkonzern rechnet für das laufende Geschäftsjahr hier mit einem Wachstum von 50 Prozent. Rund 450 Millionen Euro Umsatz für Lösungen mit Siliziumkarbid seien eine gute Zahl, sagte Finanzchef Sven Schneider in der Analystenkonferenz. Für das abgelaufene Jahr bezifferte er die Einnahmen auf fast 300 Millionen Euro.

Derzeit geschieht das am Infineon Standort im österreichischen Villach. Vorstandschef Jochen Hanebeck äußerte sich auf der Bilanzpressekonferenz zuversichtlich, durch das Hochfahren der Fertigung dort bis 2025 die erste Milliarde Euro Umsatz mit Siliziumkarbid zu schaffen.

Anschließend soll ein neues Fertigungsmodul in Kulim in Malaysia den Ausbau weiter beschleunigen, für das der Grundstein im Sommer gelegt wurde und das voraussichtlich im Herbst 2024 in Betrieb gehen soll. Mit diesem Werk will Infineon seine Umsatzkapazität mit Siliziumkarbid bis 2027 auf drei Milliarden Euro jährlich steigern – das wäre dann schon das Zehnfache des aktuellen Volumens.

 

Angesichts dieser Aussichten ist es kein Wunder, dass die Aktie ihr Jahrestief vom Juli 2022 mit 20,68 Euro überwunden hat und jetzt wieder das Jahreshoch von 43,84 Euro ins Visier genommen hat. Ok, das wird noch eine gewisse Zeit dauern, das Papier steht aktuell bei rund 31 Euro. Wir sind auf dem Marsch nach Norden neben dem Grundbestand auch mit dem Nachkauf in unserem NDAC-Clubfonds dabei. 

Wir haben aufgestockt: Paypal

Die Rezession muss man einfach nutzen, um Einzelwerte genauer zu betrachten und gegebenenfalls die Position nachzukaufen. Und wie immer, wenn wir in einer Rezessionsphase sind, sind die Zahlen naturgemäß nicht so gut, aber betrachten wir den vorsichtigen, sprich konservativen Ausblick, dann fällt die Entscheidung schon leichter. Aber der Reihe nach.

PayPal (englisch, wörtlich Bezahlfreund) ist ein börsennotierter Betreiber eines Online Bezahldienstes, der zur Begleichung von Mittel- und Kleinbeträgen zum Beispiel beim Ein- und Verkauf im Online-Handel genutzt werden kann. Nach eigenen Angaben hat PayPal mehr als 277 Millionen aktive Nutzer in über 200 Märkten mit der Möglichkeit von Zahlungen in über 100 Währungen. Der Sitz des Unternehmens ist das kalifornische San Jose, das europäische Tochterunternehmen ist PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A. mit Sitz in Luxemburg.

Paypal war sehr eng verbunden mit dem Mutterkonzern eBay. Seit 2015 werden die Aktien an der NASDAQ gehandelt. Das Unternehmen ist Bestandteil des S&P 500 und ersetzte den ehemaligen Mutterkonzern eBay im anderen Index S&P 100.

Schlecht sehen die jüngst veröffentlichten Zahlen wirklich nicht aus. Und Umsatz und Gewinn für das dritte Quartal konnten schließlich die Erwartungen übertreffen: Der Umsatz stieg etwas stärker als erwartet und legte in den drei Monaten von Juli bis September um elf Prozent auf 6,85 Milliarden Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie ist nur leicht gesunken, von 1,11 auf 1,08 Dollar. Analysten hatten hier nur einen Gewinn von 96 Cent pro Aktie erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr soll der bereinigte Gewinn je Aktie jetzt zwischen 4,07 und 4,09 Dollar liegen, man profitiere von anhaltenden Produktivitätsinitiativen, heißt es vom Unternehmen. Vorher war man von 3,87 bis 3,97 Dollar je Aktie ausgegangen. Und selbst die gesenkte Umsatzprognose für das Gesamtjahr würde immer noch ein Wachstum von etwa 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeuten.

Paypal ist ein Zahlungsabwickler, der stark konjunkturabhängig ist. Das Weihnachtsgeschäft wird schwach, hatte Amazon bereits gewarnt. Eine Rezession droht sowohl in Deutschland als auch in den USA. Die hohe Inflationsrate verunsichert die Menschen. Konsumenten werden in den kommenden Monaten wohl eher zurückhaltend agieren. Entsprechend konservativ fiel der Ausblick von Paypal aus.

Doch die Phase der Trennung von eBay, die dem Umsatz und Gewinn von Paypal in den vergangenen Quartalen stark zugesetzt hat, ist vorüber. Nun laufen neue Partnerschaften an: Sowohl Amazon als auch Apple werden Paypal als Zahlungsoption stärker einbinden bzw. in ihre kontaktlosen Zahlungswege einfügen.

Für die kommenden fünf Jahre gehen Analysten von einem jährlichen Gewinnwachstum von 13 Prozent aus. Für das kommende Jahr 2023 steht der Enterprise Value / EBITDA Gewinn bei gerade einmal 12. Sollte Paypal die konservativen Prognosen übertreffen, dann dürfte die Aktie weiter nach oben laufen. Als Zahlungsabwickler pendelt Paypal zwischen zwei Welten: Moderne FinTechs sind bei Anlegern nicht mehr beliebt. Aber Unternehmen mit kontinuierlichen Einnahmen und hohem Cashflow sind in Zeiten der Inflation wiederum begehrt. Paypal entwickelt sich so zu einer Art Versorger, ohne gleich von einem Witwen- und- Waisen-Papier zu sprechen, wie es beispielsweise bei den Energieversorgungsunternehmen die übliche Meinung unter Börsianer war bzw. ist.

Digitale Zahlungsdienstleistungen bleiben ein Wachstumsmarkt. Der relative Anteil digitaler Zahlungen im globalen Zahlungsverkehr bietet noch die Option, dass weitere Zuwächse möglich sind. Für das Gesamtjahr 2022 sieht das Management Zuwächse von ca. 10 Prozent und das währungsbereinigt. Das zeigt, dass sowohl Markt als auch Gesamtkonzern weiterhin wachsen.

Hinter der PayPal-Aktie steckt außerdem ein solides System. Wenn wir in die jüngsten Quartalszahlen schauen, so liegt die Nutzerbasis bei 432 Millionen. Zudem wickelt dieser Nutzerkreis innerhalb eines einzigen viertel Jahres inzwischen 337 Millionen Dollar an Zahlungsvolumen ab. Pro Geschäftsjahr beläuft sich der Wert auf einen einstelligen Billionen-Dollar-Betrag.

Die Marktkapitalisierung von PayPal beträgt aktuell 102,04 Milliarden Dollar.

PayPal ist kein unbekanntes Unternehmen mehr. Aber auch das ist ein Vorteil, den wir anführen können. Millionen Verbraucher rund um den Globus vertrauen auf diesen Namen, wenn sie digitale Zahlungsvarianten auswählen wollen. Das heißt, dass die Marke für Vertrauen, Käuferschutz und einen sicheren Prozess steht. Viele, auch deutsche Kunden, wissen dies zu schätzen.

Das Jahrestief dürfte mit 64,90 Euro der Vergangenheit angehören. Bis zum ursprünglichen Jahreshoch von 192,10 Euro liegt zwar noch eine gewaltige Spanne, aktuell ist das Papier erst bei 88,17 Euro angekommen, aber wir denken, dass wir die Strecke gemeinsam zurücklegen werden.

Auch wenn die Aktie im letzten Jahr um 52 Prozent gen Süden gelaufen ist, haben wir die Chance genutzt, das Papier in unserem NDAC-Portfolio billig aufzustocken. Wir rechnen trotz des konservativen Ausblicks durch das Management mit weiteren Kurssteigerungen.

Neu in unserem Depot: Biontech SE

Die Pandemie, verursacht durch das Covid-19-Virus, war aus den Köpfen der Menschen in den letzten Monaten etwas verbannt, aber jetzt stehen wir vor einem neuen Corona Winter. Es wird höchstwahrscheinlich keine Lockdowns wie in den letzten beiden Jahren mehr geben, eine Verschärfung der Lage an der Corona-Front ist nicht gänzlich vom Tisch. Das wir in diese Winter wesentlich entspannter durch die Saison kommen, haben wir auch unserem neuen Depotwert Biontech zu verdanken.

Die Biontech SE (Eigenschreibweise BioNTech) ist ein seit Ende 2019 börsennotiertes deutsches Biotechnologieunternehmen mit Sitz in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Gegründet wurde es 2008. BioNTech ist die Abkürzung der englischen Firmenbezeichnung Biopharmaceutical New Technologies.

Es hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von aktiven Immuntherapien für einen patientenspezifischen Ansatz zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen sowie Coronavorsorge fokussiert.

Die Schwerpunkte von Biontech liegen in der Erforschung von Medikamenten auf mRNA-Basis. Eine mRNA oder messenger-RNA (englisch: messenger ribonucleic acid) oder auf deutsch Boten-Ribonukleinsäure (auch Boten-RNS oder Boten-RNA), ist eine einzelsträngige Ribonukleinsäure (RNA), die genetische Information für den Aufbau eines bestimmten Proteins in einer Zelle überträgt. Diese kommen für den Einsatz als individualisierte Krebsimmuntherapien, als Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten und als Proteinersatztherapien bei seltenen Erkrankungen in Frage.

Darüber hinaus ist das Unternehmen aktiv in der Erforschung von programmierbaren Zelltherapien („Engineered Cell Therapy“), neuartigen Antikörpern und niedermolekularen Immunmodulatoren („Small Molecules“) als Behandlungsoptionen bei Krebserkrankungen.

Biontech ist das erste Unternehmen, das ein mRNA-basiertes Humantherapeutikum zur intramuskulären Verabreichung entwickelte, die individualisierte mRNA-basierte Krebsimmuntherapien in klinische Studien brachte und einen eigenen Herstellungsprozess für einen solchen Produktkandidaten etablierte. Ab Anfang 2020 entwickelte Biontech den mittlerweile international eingesetzten Impfstoff BNT 162b2 gegen das humane Coronavirus SARS-COV2, der in den Werken von unserem anderem Depotwert Pfizer für den weltweiten Bedarf produziert wird. Es ist das erste zugelassene Produkt des Unternehmens; rund 20 potenzielle Medikamente sind laut Unternehmensangaben in der Entwicklungsphase.

Auch der ursprüngliche Impfstoff gegen Covid-19 wird aufgrund der Mutationen des Virus ständig angepasst und durch Pfizer produziert und weltweit vertrieben.

Die Aktien von Biontech werden seit dem 10. Oktober 2019 öffentlich als American Depositary Receipts an der US-Börse NASDAQ im Segment „Global Select Market“ gehandelt. Im Vorfeld der Börseneinführung und mit Wirkung zum 8. März 2019 wurde das Unternehmen von einer AG in eine SE gewandelt.

Die größten Aktionäre von Biontech sind mit 47,371 Prozent die AT Impf GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft der Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmannn, und Gründer und CEO Uğur Şahin mit 17,25 Prozent über die Medine GmbH.

Der Blick in die Bücher
Im abgelaufenen Jahr 2021 wurde durch Biontech Umsatzerlöse von 22,430 Milliarden Dollar ausgewiesen. Das ist eine sagenhafte Steigerung von 3979,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 549,84 Millionen Dollar. Das Ergebnis nach Steuern stieg um 70.118 Prozent auf 12,166 Milliarden Dollar (Vorjahr: 17,33 Millionen Dollar).

Im abgelaufenen Jahr 2021 gab es wie bisher keine Dividende, für 2022 ist die Ausschüttung einer Sonderdividende von 2,00 Euro/ Stammaktie geplant. Kritiker sind der Auffassung, die ausgeschütteten 484,2 Millionen Euro wären in der Forschung besser investiert.

Leider geht es mit den berauschenden Zahlen im III/2022 nicht so weiter.

Der Umsatz liegt im dritten Quartal 2022 bei rund 3,46 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein deutlicher Rückgang. Im Quartal 3 2021 hatte Biontech noch einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro erzielt. Die Erlöse der vergangenen neun Monate belaufen sich auf 13,03 Milliarden Euro.

Der Betriebsgewinn für die drei Monate bis zum 30. September beträgt 2,4 Milliarden Euro. Daraus resultiert eine Umsatzrendite von rund 69 Prozent. Biontechs Nettoergebnis beträgt dabei 1,78 Milliarden Euro gegenüber einem Gewinn von 3,21 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Biontech setzt auf die Auslieferung seines Covid-Impfstoffs Comirnaty, der an die Omikron-Varianten angepasst ist. Das Unternehmen erwartet somit für 2022 Erlöse in Höhe von 13 bis 17 Milliarden Euro: „Das nächste Kapitel der Entwicklung von Biontech wird greifbar. Wir bauen unser Portfolio an COVID-19-Impfstoffen und Infektionskrankheiten weiter aus und erweitern unsere Onkologie-Pipeline, “ so CEO Ugur Sahin.

Was sagen die Analysten?
Die 16 aktuellen Einschätzungen kommen auf einen durchschnittlichen Wert von 212,41 Euro, der durch 318,12 Euro als Spitzenwert und 133,57 Euro als unterste Einschätzung begrenzt wird. Vier Analysen empfehlen kaufen, 3 aufstocken und 9 sagen halten. Keine spricht sich für einen Verkauf aus.

Von ihrem Spitzenwert von 308,30 Euro ist Biontech-Aktie im November 2021 zurückgekommen und ist in einer langen Seitwärtsbewegung gefangen. Aktuell liegt die Aktie bei 148,75 Euro.

Fazit
Es ist gut, dass Biontech jetzt billiger am Markt erworben werden kann. Aktuell wird wieder für eine Auffrischung des Schutzes geworben. Wir können davon ausgehen, dass ein Großteil der Injektionen weltweit von unserem Depotwert kommt. Und es gibt immer noch Märkte, die erschlossen werden von Biontech. Die chinesische Führung hat wohl eingesehen, dass die Impfstoffe von der chinesischen Firma Sinovac und anderen nicht die gewünschte Schutzwirkung erzielen. Deshalb machte sie den Weg frei für die Impfung mit Biontech, erst mal nur für Ausländer in China. Aber man kann sich denken, dass bald auch die vielen Hundert Millionen chinesischen Bürger geimpft werden. Schließlich möchte China auch aus den ständigen Lockdown Modus in die Normalität zurückkehren. Und dann werden wir mit unserem neuen Depotwert davon profitieren.

Neues von unseren Depotwerten: Fortescue Metal Group Limited

Das Jahr von unserem australischen Depotwert Fortescue Metal Group (FMG) ist bereits abgeschlossen. Wie viele angloamerikanische Unternehmen hat auch unser Wert aus „Down Under“ ein vom Kalenderjahr abweichendes Bilanzjahr gewählt. Fortescue Metals Group ist eine australische Mining-Company. Das Bergbauunternehmen fördert schwerpunktmäßig Eisenherz in Australien und gehört zu den weltweit vier größten Playern im Markt. Den Markt haben sich aktuell die drei großen Rohstoffkonzerne Vale, Rio Tinto sowie BHP Biliton unter sich aufgeteilt. Sie kontrollieren übrigens fast zwei Drittel des Überseehandels mit Eisenerz und gut ein Drittel der weltweiten Förderung.

Die Eisenerzproduktion steht für über 90 Prozent der Umsätze von Fortescue Metals. Obwohl es sich um ein Produkt für den Weltmarkt handelt, wird die Produktion aufgrund der Nähe zu Asien fast ausschließlich in der Volksrepublik China vermarktet.

China selbst gehört zu den größten Eisenerzförderern der Welt. Seine eigene Produktion reicht jedoch nicht aus, um den Rohstoffhunger des Landes zu stillen. Daher ist es gut, dass das nahe gelegene Australien mit seinen großen Rohstoffvorkommen langfristige Lieferverträge mit China abgeschlossen hat. Die australische Förderung zeichnet sich zudem durch eine günstige Kostenstruktur aus, was der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt dienlich ist.

Fortescue Metals besitzt eine dominierende Förderung in Nord-West Australien. Allein im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Rekordwert von 182 Millionen Tonnen verschifft – ein Anstieg von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Mengen wurden zu deutlich höheren Verkaufspreisen von 135 US-Dollar je getrockneter Tonne (dmt) vermarktet.

Damals lagen die Verkaufspreise noch auf einem relativ hohen Niveau. Es gab aber auch schon einmal Jahre, in denen der Eisenerzpreis deutlich unterhalb der 100 US-Dollar Marke lag. Seit Mitte der 2000er-Jahre kann man ein deutlich gestiegenes Weltmarktniveau erkennen. Dieses unterliegt jedoch starken Schwankungen. Aktuell liegt der Verkaufspreis lt. dem Portal finanzen.net bei 92,43 US-Dollar.

Besonders aufgrund der niedrigen Produktionskosten in Australien hat sich Fortescue Metals einen Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt erarbeitet. Das Unternehmen besitzt für die Industrie niedrige Förderkosten von 13,93 US-Dollar je nasser Tonne (wmt).

Natürlich dürfen wir nicht unerwähnt lassen, dass es für ein Unternehmen durchaus Probleme bringen kann, sich nur von einem Produkt abhängig zu machen. Das hat auch FMG erkannt.

Neben der Förderung von Eisenerz entwickelt sich die Fortescue Metals Group zu einem großen Player im Wachstumsmarkt der Elektrolyse. Aus heutiger Sicht ist dieses Geschäft noch unbedeutend und spielt in den Geschäftszahlen keine Rolle.

Dennoch werden immer mehr Partnerschaften mit großen Industriekonzernen aus Europa geschlossen. So sollen die Australier im großen Stil klimaneutral hergestellten Wasserstoff nach Europa liefern. Der Energieversorger E.ON oder der Chemiekonzern Covestro haben bereits Absichtserklärungen zur Produktion und Lieferung von Millionen Tonnen grünen Wasserstoffs mit einer Tochtergesellschaft der FMG abgeschlossen. Auch der Wasserstoff-Player Plug Power aus den USA gründete ein Joint-Venture mit den Australiern zum Zwecke des Baus zweier Gigafabriken in Australien.

Viel spannender für die Fortescue Metals Group ist daher die Entwicklung der Tochtergesellschaft FFI. Die Abkürzung steht für Fortescue Future Industries und erfasst die Aktivitäten rund um den klimaneutralen grünen Wasserstoff. FFI könnte dabei eine globale Rolle bei dem Thema Klimaneutralität einnehmen. Besonders deshalb, weil Australien ein Land der westlichen Hemisphäre ist und somit einem geringeren politischen Risiko unterliegt als der Nahe Osten.

Die Bilanzzahlen für 2022 sehen nicht so berauschend aus, aber das ist bei einem vom Konjunkturzyklus abhängigen Unternehmen nicht anders zu erwarten. So sanken die Umsatzerlöse von 29,873 Milliarden AUD im Vorjahr aus 23,979 Milliarden AUD 2022 (1 AUD= 0,64535 Euro). Das entspricht einem Rückgang von 19,73 Prozent. Das Bruttoergebnis betrug im abgelaufenen Jahr 13,320 Milliarden AUD, das sind 35,51 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach Steuer ist das Ergebnis mit ausgewiesenen 8,545 Milliarden AUD wieder einstellig (Vorjahr: 13,801 Milliarden AUD). Die Langfristverbindlichkeiten stiegen dagegen von 15,128 Milliarden AUD auf 17,089 Milliarden AUD. Aber bei einem Eigenkapitalanstieg um 6,77 Prozent auf 25,244 Milliarden AUD ist das zu verkraften. Das nach den Zahlen auch die Eigentümer mit einer Dividendenkürzung rechnen müssen, ist wohl jedem klar. Um 42,18 Prozent oder in absoluten Zahlen fiel die Dividende von 3,58 AUD im Vorjahr auf jetzt nur noch 2,07 AUD. Die Dividendenrendite wird nur noch mit 11,9 Prozent errechnet. Das klingt zwar auch nicht schlecht, aber im Vorjahr betrug sie noch 14,9 Prozent.

Zwei Hoffnungen begleiten unseren Depotwert. Zum einen, dass die Konjunktur in China schnell wieder anspringt und zum anderen, dass die Geschäfte mit dem grünen Wasserstoff von Absichtserklärungen in konkrete Liefervereinbarungen umgewandelt werden können.

Neues von unseren Depotwerten: UnitedHealth Group (UHG)

UnitedHealth Group ist ein führendes Dienstleistungsunternehmen der Gesundheitsvorsorge. Das Kerngeschäft setzt sich aus Versicherungen und Gesundheitsfürsorge zusammen, die jeweils über die beiden Bereiche UnitedHealthcare und Optum erbracht werden. UnitedHealthcare bietet Vorsorgepläne für ein breites Spektrum von Kunden wie Unternehmen aller Größenordnungen und Privatkunden sowie für staatlich Versicherte und Rentner an. Optum unterstützt hingegen das Gesundheitswesen an sich und will mit seinen Leistungen zur Verbesserung der Versorgung sowohl für Patienten und das Pflegepersonal als auch für diejenigen, die für die Versorgung bezahlen, wie Arbeitgeber und Versicherungen sowie Forschungsorganisationen beitragen. Zu den Tätigkeitsbereichen gehören umfassende Pflegeleistungen und -programme, Pflegemanagement, Informationstechnologie und Software sowie Pharmazieprogramme.   

Dass das Unternehmen zu den größten Unternehmen im Bereich Gesundheit und Pflege zählt, beweisen auch die über 200.000 Mitarbeiter, die die UHG beschäftigt.

Na, und die Zahlen klingen doch schon einmal sehr gut in diesen trüben Börsenzeiten. Mit dem Anstieg auf 550,60 Euro hat unser Depotwert, die UnitedHealth Group-Aktie, am 24.10.2022 ein neues All-Time-High erreicht und damit den Rekordkurs vom 22.08.2022 eingestellt. Das Papier hat einen Lauf, wie die Börsianer sagen. Die UnitedHealth Group-Aktie befindet sich seit dem 26.02.2021 im langfristigen Aufwärtstrend und hat in diesem Zeitraum +102,07 Prozent an Wert gewonnen.

In den vergangenen zehn Jahren hat UnitedHealth Group 27,45 Prozent p. a. gewonnen und das Anlagerisiko ist mit einer Verlust-Ratio von 1,39 als deutlich unterdurchschnittlich einzustufen. Kein Wunder die Zahlen geben es her.

Im dritten Quartal steigerte UnitedHealth den Umsatz auch dank gestiegener Kundenzahlen um rund zwölf Prozent auf 80,9 Milliarden Dollar. Der Überschuss sprang sogar um 29 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Dollar in die Höhe. In beiden Fällen übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Noch stärker als das Geschäft mit Krankenversicherungen wuchs die Service-Sparte Optum. Sie bietet etwa Datenanalysen im Gesundheitswesen und verschiedene Dienstleistungen für Rentner und Pflegebedürftige an. Außerdem unterstützt UnitedHealth Unternehmen mit Gesundheitsprogrammen für Mitarbeiter. Anfang Oktober übernahm Optum zudem in einem Milliardendeal die Firma Change Healthcare, einen Zahlungsabwickler für die Gesundheitsbranche.

Auf der Umsatzseite wurde eine Steigerung um 11,83 Prozent gegenüber dem im Vorjahresviertel erwirtschafteten Umsatz in Höhe von 72,34 Milliarden Dollar generiert. Dementsprechend wurde der jüngste Umsatz mit 80,89 Milliarden Dollar ausgewiesen. Analysten hatten für das Quartal einen Gewinn je Aktie von 5,43 Dollar sowie einem Umsatz von 80,52 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Es wurde ein Gewinn je Aktie von 5,79 USD präsentiert. Im Vorjahresquartal hatte UnitedHealth einen Gewinn von 4,52 USD je Aktie vermeldet.

Der Gewinn je Aktie soll auf das ganze Jahr bezogen statt 20,45 bis 20,95 Dollar nun 20,85 bis 21,05 Dollar erreichen, teilte das Unternehmen bei der Vorstellung der Zahlen in Minnetonka (US-Bundesstaat Minnesota) mit. Schon im April und Juli hatte UHG-Chef Andrew Witty seine Gewinnprognose für 2022 angehoben.

Laut aktuellem Stand vom April 2022 zahlte Unitedhealth Group innerhalb der letzten 12 Monate Dividende in Höhe von insgesamt 5,36 Euro pro Aktie. Beim aktuellen Kurs entspricht dies einer Dividendenrendite von 0,97 Prozent. Nicht gerade üppig, aber aufgrund der Kurssteigerungen durchaus zu akzeptieren.

Wie bei allen großen börsennotierten Unternehmen, die gute Zahlen als Basis abliefern, schaut man auch bei der UHG gern einmal in die Zukunft. Für Ende des Jahres erwartet die UHG einen Umsatz von 323,120 Milliarden Dollar. Für das nächste Jahr sind 352, 326 Milliarden Dollar avisiert. Und die jährliche Dividendenausschüttung soll steigen von 6,14 Dollar für das laufende Jahr auf 6,89 Dollar im kommenden Jahr.

Kein Wunder, das von den vorliegenden 24 Analystenmeinungen 19 mit buy und eine mit overwight und nur drei mit hold und nur eine underwight enden. Keine Einschätzung endet auf sell. Den mittleren Wert sahen die Finanzexperten bei 596,667 Dollar, den höchsten Wert gaben sie mit 637,00 Dollar und den niedrigsten Wert 525 Dollar an.

Die UnitedHealth Group gilt in den USA bezüglich Krankenversicherung und Gesundheitsdienstleistungen als die „Benchmark“ schlechthin. Aufgrund von Skaleneffekten und Innovationen kann der Konzern seinen Wettbewerbsvorsprung konsequent weiter ausbauen und Marktanteile hinzugewinnen. Das operative Geschäft entwickelt sich zudem auch in Zeiten der noch nicht überwundenen Coronapandemie solide. Angesichts dessen sehen wir weiterhin ein sehr positives Chancen-Risiken-Verhältnis für die Aktie.

Wir haben die Aktie der UHG für 496,25 Euro erworben. Aktuell steht das Papier bei 538,90 Euro, das entspricht einer Steigerung von 8,6 Prozent. Eine doch recht ordentliche Performance im Vergleich zu anderen Werten unseres Depots. Die UHG ist ein auf stabiles Geschäft mit moderaten Steigerungen angelegtes Unternehmen.

Neues von unseren Depotwerten: Orstedt

Die Windkraft erfährt bereits seit Jahrzehnten stetigen Aufwind. Auf dem globalen Markt mischen gleich mehrere gigantische Windkrafthersteller vor allem aus China mit, die jährlich Leistungen im Gigawattbereich installieren.

Im Vergleich zum Jahr 2010 hat sich die weltweit installierte Leistung von knapp 200 auf über 740 Gigawatt beinahe vervierfacht. Das demonstriert unmissverständlich, dass  Windkraft nicht nur im vergangenen Jahrzehnt maßgeblich an Bedeutung gewonnen hat, sondern auch in Zukunft ein wichtiger Baustein der grünen Energieerzeugung sein wird. Allerdings gibt es bezüglich der Speicherung überschüssiger Energie noch ein paar Hürden zu nehmen, sodass das Potenzial der Windkraft noch effizienter genutzt werden kann.

Und wir dürfen speziell in Deutschland die überbordende Bürokratie nicht übersehen.

Das Orsted-Unternehmen ist in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt:

Offshore-Wind Power
Hier werden „Offshore-Wind Power“ errichtet und Offshore-Windparks betrieben. Die größten Märkte sind Großbritannien und Deutschland. Zudem ist Orsted in Dänemark, den Niederlanden sowie Taiwan und den USA aktiv.

Onshore-Wind Power
Der Geschäftsbereich Onshore-Wind Power verwaltet das Onshore-Wind-Geschäft in den USA.

Markets & Bioenergy
Dieser Bereich versteht sich als Bindeglied zwischen der Energieerzeugung durch Windkraftanlagen sowie Biomasse-Kraftwerken und dem Vertrieb von Strom an Großhandelskunden in Nordwesteuropa.

Wenn wir uns den Aktienkurs anschauen, dann sehen wir eine deutliche Abwärtsbewegung, die nicht so sehr dem Wind geschuldet sein dürfte.
Aber so schlecht sehen die Zahlen nun auch wieder nicht aus. Orsted hat die Ergebnisse für das zweite Quartal und die sechs Monate bis zum 30. Juni 2022 veröffentlicht. Für das zweite Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 26.295 Millionen DKK gegenüber 13.553 Millionen DKK vor einem Jahr. Der Nettogewinn betrug 280 Millionen DKK gegenüber 5.570 Millionen DKK vor einem Jahr. Der unverwässerte Gewinn je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 0,3 DKK gegenüber 12,9 DKK im Vorjahr (Umrechnungskurs 1: DKK = 0,13441 Euro).

In den ersten sechs Monaten betrug der Umsatz 60.057 Millionen DKK gegenüber 32.497 Millionen DKK vor einem Jahr. Der Nettogewinn betrug 5.981 Millionen DKK gegenüber 7.159 Millionen DKK vor einem Jahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 13,5 DKK gegenüber 15,7 DKK vor einem Jahr.

Für das Jahr 2021 wurde eine Dividende von 12,50 DKK an die Aktionäre ausgeschüttet.

Orsted hat eine 50-prozentige Beteiligung an einem Portfolio von drei Onshore-Windparks und einem Solarpark in den USA für rund 410 Millionen Dollar verkauft. Der Verkauf des Portfolios mit einer Kapazität von 862 Megawatt, das sich über vier US-Bundesstaaten erstreckt, markiert die erste Veräußerung von Onshore-Vermögenswerten durch das dänische Energieunternehmen, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag.

Obwohl das Bewusstsein in der Politik weltweit immer stärker zu mehr Nachhaltigkeit tendiert, tun sich Wind-Aktien aktuell schwer. Auch beim dänischen Offshore-Windpark-Riesen.

Für Orsted ist die Stimmung an der Börse derzeit verhalten. Die Aktie, wie schon festgestellt,  vollzog einen wilden Ritt gen Süden seit Jahresbeginn und notiert aktuell rund 30 Prozent tiefer.

Anfang Oktober fiel der Titel sogar unter die starke Unterstützung am Jahrestief bei 630 Dänische Kronen. Der Kurs sackte in der Folge auf ein neues Mehrjahrestief bei 567 DKK ab und stabilisierte sich leicht. Wichtig für eine nachhaltige Erholung ist jetzt, dass die Bullen Anlauf nehmen und die Aktie über den nächsten Widerstand bei 612 DKK befördern. 

Wir können auch hier wieder feststellen, dass Lieferketten-Probleme und steigende Kosten bei der Orsted-Aktie für Gegenwind sorgen.

Aber zurzeit erholt sich das Papier an der Börse. Das Jahreshoch betrug immerhin 189,90 Euro. Das Jahrestief von 44,50 Euro hat Orsted nachhaltig überwunden. Aktuell steht der Wert bei 80,99 Euro.

Wenn wir uns die Meinungen der vier vorhandenen Analysen anschauen, dann enden drei mit einer Kaufempfehlung und eine mit einer Halteempfehlung. Die Finanzexperten platzieren die Aktie in einen Korridor von 100,85 Euro (Jeffries) bis 138,49 Euro (Bernstein Research). Wir sehen also, dass unser Depotwert einen ordentlichen Rückenwind benötigt, um die angestrebten Kursziele zu erreichen.

Unser Kaufkurs betrug 108,07 Euro, das sind aktuell 25 Prozent Minus. Aber wir bleiben optimistisch, denn an den erneuerbaren Energien führt kein Weg vorbei. Im Augenblick mag die Orsted-Aktie nicht so sehr im Fokus der Anleger stehen. Es liegt vor allen Dingen an den Problemen in dieser Welt mit Krieg, Lieferkettenproblemen, Inflation, Zinssteigerungen und viele andere Dinge mehr, die Anleger sehr vorsichtig agieren lassen. Wenn sich der Horizont wieder aufhellt und die Energiewende ihre abstreifen wird, dann wird unser Depotwert wieder durchstarten. Bis dahin über wir uns in Geduld.

Neues von unseren Depotwerten: Regeneron

Die Corona-Pandemie wurde im diesjährigen Sommer wieder einmal erfolgreich verdrängt. Wenn Covid-19 auch aus den Medien verschwunden war, es gibt es noch und im Herbst und Winter werden wir uns wieder damit beschäftigen müssen. Die gestiegenen Zahlen werden uns stets daran erinnern, dass wir weiterhin etwas dagegen tun müssen. Impfen ist zwar wichtig, hilft aber den bereits erkrankten Menschen nicht weiter.

Was den Krankenkassen schon einige Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte, freut unseren Depotwert Regeneron Pharmaceuticals, denn es hat ein wirksames Mittel gegen Covid-19-Erkrankungen entwickelt.

Das Biotechnologie-Unternehmen Regeneron Pharmaceuticals wurde 1988 gegründet. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Tarrytown im US-Bundesstaat New York.

Eine besondere Aufmerksamkeit erreichte Regeneron mit REGN-COV2. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus zwei monoklonalen Antikörpern (REGN1093 und REGN10987) zur passiven Immunisierung nach einer SARS-Covid-2-Infektion (Corona). Es ist für leichte bis mittelschwere Verläufe von Covid-19 zugelassen. Aber wir erinnern uns, dass das milliardenschwere Unternehmen noch mehr im Angebot hat, z. B. zur Behandlung von Krebs, rheumatoider Arthritis und Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel), Mittel zur Behandlung der seltenen Erbkrankheit CAPS. Das wichtigste Produkt ist das unter dem Handelsnamen Eylea eingesetzte Präparat zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). 

Schon wenn wir uns den Chart der Aktie anschauen, sehen wir, dass sich das Papier von Regeneron Pharmaceuticals erfolgreich gegen den Abverkauf in diesem Jahr an den Märkten wehrt. Die Aktie markierte am 08. April ein Hoch bei 747,42 Dollar. Am 09. September kletterte sie zwar auf ein neues Allzeithoch bei 754,67 Dollar, scheiterte aber am Hoch aus dem April. Eigentlich dürfte es nicht mehr so lange dauern, bis die Aktie neue Hochs erklimmt.

Schuld daran sind die guten Zahlen. Regeneron Pharmaceuticals erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 16,07 Milliarden Dollar, dabei wurde ein Jahresüberschuss von 8,08 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Bilanzsumme schoss geradezu von 15,93 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf 49,19 Milliarden Dollar im Berichtsjahr, wobei die Eigenkapitalquote bei 73,79 Prozent ermittelt wurde. Das Unternehmen beschäftigte Ende 2021 10.368 Mitarbeiter. Der Umsatz je Mitarbeiter betrug demnach 1.550.125 Dollar.

Die aktuellen Quartalszahlen zum 30.06.2022 weisen beim Umsatz 2,86 Milliarden Dollar aus, das Betriebsergebnis betrug 0,852 Milliarden Dollar.

Wie bereits gesagt, die beiden REGN-Medikamente sind nicht die einzigen Gewinnbringer im Portfolio unseres Depotwertes.

Eylea oder Aflibercept wird häufig zur Behandlung von zwei Arten von Augenkrankheiten eingesetzt, die mit einer alters- oder diabetesbedingten Fehlfunktion der Blutgefäße zusammenhängen. Die derzeitige Standardbehandlung besteht darin, den Patienten über mehrere Monate hinweg zwei Milligramm des Medikaments zu injizieren. Regeneron und sein Partner, unser Depotwert Bayer, halten derzeit das Patent für das Medikament, das bald ausläuft und durch die wachsende Konkurrenz von Neueinsteigern in diesem Bereich unter Druck steht. Doch neue Ergebnisse, die im September veröffentlicht wurden, könnten den Therapieansatz ins Wanken bringen und Regeneron den Vorsprung zurückgeben. Die Studien zeigen, dass Eylea bei der Bekämpfung von Augenkrankheiten in einer höheren Konzentration von acht Milligramm gut funktioniert. Die Studien zeigten, dass fast 90 Prozent der Patienten mit diabetischem Makulaödem und fast 80 Prozent der Patienten mit feuchter altersbedingter Makuladegeneration in der Lage waren, ein 16-wöchiges Verabreichungsprogramm einzuhalten, so das Unternehmen. Die Ergebnisse seien ein “wichtiges Unterscheidungsmerkmal” für Regeneron und Bayer, das es vom Konkurrenten Vabysmo abhebe, schrieb Evercore ISI-Analyst Josh Schimmer. “Wir glauben, dass die Daten die Zulassung und ein gewisses Maß an Marktumstellung auf hoch dosiertes Eylea wahrscheinlich unterstützen”, stimmte RBC Capital Markets-Analyst Brian Abrahams zu. Zumindest machte die Aktie einen Sprung trotz der ernüchternden Zahlen. Aber da Regeneron keine Dividende zahlt, sind es solche Nachrichten, die den Kurs pushen.

Wir müssen aber auch festhalten, dass Biotechnologie und Pharmaunternehmen nicht immer ein neues Produkt in der Pipeline haben. Solche Medikamente sind nicht auf Bestellung zu haben. Denn es steckt harte Forschungsarbeit und Erprobungsphasen dahinter, einmal ganz abgesehen von den langwierigen Zulassungsverfahren, dass in jedem Land ein wenig anders ist.

So können wir uns über einen satten Kursgewinn freuen, wir haben das Papier zum Kurs von 420,20 Euro für unseren NDAC- Clubfonds erworben. Aktuell steht die Aktie bei 735 Euro, das entspricht einem Zuwachs von 314,80 Euro absolut oder 74,91 Prozent Rendite.

CEO Leonard Schleifer, übrigens führt er bereits seit 1988 das Unternehmen Regeneron Pharmaceuticals, hat also gute Arbeit mit seinen Mitarbeitern für uns geleistet. Wir bleiben dabei und hoffen auf eine weitere Kurssteigerung.

Neues von unseren Depotwerten: Sea Ltd.

Singapur ist weit weg von Deutschland, sodass die dortigen Unternehmen nicht immer im Blickfeld deutscher Anleger auftauchen. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit unserem Depotwert SEA Ltd., der aktuell nicht gerade eine gute Entwicklung nimmt.

Sea Limited ist ein Internetunternehmen für Verbraucher. Das Unternehmen ist in drei Segmenten tätig, nämlich digitale Unterhaltung, E-Commerce sowie digitale Zahlungen und Finanzdienstleistungen. Zu seinen Geschäftsbereichen gehören Garena, Shopee und SeaMoney. Die Plattform von Garena bietet Online-Spiele für Handys und PCs an und entwickelt mobile Spiele für den globalen Markt. Sie bietet E-Sports an und ermöglicht den Zugang zu anderen Unterhaltungsinhalten und sozialen Funktionen wie Live-Streaming von Spielen, Benutzer-Chat und Online-Foren. Die Plattform von Shopee ist ein mobiler und sozial ausgerichteter Marktplatz. Sie bietet den Nutzern eine Einkaufsumgebung mit integrierter Zahlungs- und Logistikinfrastruktur sowie Verkäufer-Service. SeaMoney bietet verschiedene Zahlungsdienste und Kredite für Privatpersonen und Unternehmen an und arbeitet auch mit Drittanbietern zusammen und deckt eine Reihe von Anwendungsfällen ab. Das Unternehmen ist unter anderem in Indonesien, Taiwan, Vietnam, Thailand, Singapur, Malaysia und den Philippinen tätig.

Das Unternehmen wurde von Forrest Li 2009, also kurz nach dem Ausbruch der Weltfinanzkrise, gegründet und steht seit der Gründung bis heute unter seiner Führung. 

Mit einer Marktkapitalisierung von 30,94 Milliarden Euro gehört es nicht gerade zu den kleinen Unternehmenswerten.

Leider gibt es derzeit nichts Positives von unserem Clubfondswert zu berichten.

Der Abwärtstrend beim Kurs der Sea-Aktie ist leider intakt. Als hätte das südostasiatische E-Commerce- und Gaming-Unternehmen noch nicht genug Probleme, hat es sich nun auch noch Ärger mit Kunden auf den Philippinen eingehandelt. Die Angelegenheit wurde beim Kurznachrichtendienst Twitter prompt zum Top-Thema. Auslöser: Shopee, Sea´s Plattform für Onlinehandel, hat mit in der Region bekannten Schauspielerin und Sängerin Toni Gonzaga eine Unterstützerin von Präsident und Diktatorensohn Ferdinand Marcos Jr. als Markenbotschafterin engagiert. Die Hashtags #ByeShopee und #BoycottShopee trendeten. Rund 340.000 Tweets gab es laut Bloomberg schon bis Freitagmorgen. Darunter seien auch einige Pro-Shopee-Meinungen gewesen.

Zusätzlich zur politischen Komponente kommt der soziale Kontrast: Sea entlässt gerade Mitarbeiter, leistet sich in dieser Phase aber eine polarisierende Berühmtheit als Werbeaushängeschild.

Das Management beziehungsweise das PR-Team von Sea Limited hat mit dieser Wahl keinen glücklichen Auftritt hingelegt. Allerdings ist das nicht das Einzige, was wir bedenken sollten: Im Endeffekt ist die Wachstums-Story primär darauf angewiesen, dass die Verbraucher der Plattform weiterhin treu bleiben. Hunderttausende Kunden, die dem E-Commerce-Akteur den Rücken kehren, könnten dazu führen, dass Wettbewerber erstarken. Viele Konsumenten liebäugeln nun anscheinend mit einem Wechsel zu Lazada. Die Plattform gehört zu unserem chinesischen Depotwert Alibaba.

Im Grunde genommen ist das PR-Desaster eigentlich nur ein weiterer Anlass für den abstürzenden Kurs. Im Endeffekt sind es die Quartalszahlen gewesen, die zu einer schwachen Kursperformance führten (sie sahen per se gar nicht so schlecht aus!). Wobei zwei Gründe dafür ausgemacht werden können: Ein schwächeres Gaming-Segment und gleichzeitig ein hoher Nettoverlust, der belastend wirkte.

Das Management von Sea Limited mag zugegebenermaßen kein perfektes Quartalszahlenwerk präsentiert haben. Auch ein Umsatzwachstum von lediglich 29 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar ist nicht das, was die Anleger erwartet haben. Gaming mag operativ wichtig für Sea Limited sein. Schließlich ist das bislang der profitable und starke Arm im Konzern gewesen. Allerdings wirkte bremsend, dass der Umsatz innerhalb dieses Bereichs auf 900 Millionen Dollar zurückfiel. Eine Milliarde Dollar wurden im Vorjahr verzeichnet. Das ist ein entscheidender Rückschritt, der eben auch zum ausgeweiteten Nettoverlust von 931 Millionen Dollar im zweiten Jahresviertel beigetragen hat. Im E-Commerce kam der Gesamtkonzern weiterhin auf ein starkes Umsatzwachstum von 51,4 Prozent im Jahresvergleich auf 1,7 Milliarden Dollar. Zudem haben die digitalen Zahlungsdienstleistungen ein Wachstum von 214 Prozent im Jahresvergleich hingelegt, wobei Erlöse in Höhe von 279 Millionen Dollar in den Büchern stehen. 

Seit Jahresanfang liegt der Verlust in Euro bei über 70 Prozent. In US-Dollar ist die Performance noch einmal schlechter. Wachstum ist einfach nicht gefragt in Rezessionszeiten, aber es bilden sich durch die sich verändernde Konsumstimmung noch andere Baustellen. Zum Beispiel in der eigentlich profitablen Gaming-Branche.

Sea Limited ist mittel- bis langfristig nicht der Gaming-Konzern, sondern ein führendes E-Commerce-Anbieter mit Shopee, einer starken Plattform in Südostasien. Gleichzeitig geht das Management in Richtung eines Ökosystems, bei dem viele Lösungen aus einer Hand erfolgen. Wie eben auch das Abwickeln der Bezahlungen, was im Onlinehandel durchaus relevant sein kann. Das ist sicher der wachstumsstarke Kern und sollte weiter ausgebaut werden.

Wenn Sea Ltd. seine PR-Probleme kurzfristig in den Griff bekommt, dann haben wir wieder einen Wachstumswert, der sich durch einen steigenden Kurs mittelfristig auszeichnen wird.

Neues von unseren Depotwerten: Linde plc

Das 1879 gegründete Unternehmen Linde noch als deutsche Gesellschaft zu bezeichnen, ist wohl nicht mehr richtig. OK, die Wurzeln des Unternehmens liegen noch in Deutschland und auch ein Sitz in München zeugt noch von der deutschen Herkunft des heute international agierenden Gas-Konzerns. Heute ist der Unternehmenssitz im irischen Dublin und die operative Zentrale befindet sich im britischen Guildfort.

Aber Carl von Linde hatte 1907 ein zweites Unternehmen gegründet, Praxair. Das wurde von den Amerikanern nach dem Ersten Weltkrieg konfisziert. Nach der Fusion 2018 firmierte der Konzern unter dem Namen Linde plc. (public limited company). Linde ist aufgrund der Sitzzusammenlegung nach Irland seit 2018 einer der wenigen Konzerne, der in zwei national bedeutenden Aktienindizes unterschiedlicher Märkte, dem US-amerikanischen S&P 500 sowie dem DAX 40 vertreten ist, ohne in einem der beiden Länder einen Hauptsitz zu haben. Ist zwar merkwürdig, aber durch die internationalen Börsenregeln gedeckt.

Industriegasehersteller wie Linde profitierten massiv von der konjunkturellen Belebung in vielen Schlüsselmärkten im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs nach der Corona-Pandemie. Mittelfristig bieten sich für Linde neue attraktive Chancen. Vor allem der von der EU forcierte Ausbau der Erzeugerkapazitäten für grünen Wasserstoff bietet Linde exzellente Wachstumschancen, zumal man sich in diesem Segment als einer der technologisch führenden Anbieter bei Großanlagen zur Produktion des CO2-neutralen Energieträgers gute Chancen auf neue Großaufträge ausrechnen kann und dazu noch Subventionen erhalten wird.

Der Russland-Ukraine-Konflikt sorgt für eine Zeitenwende in der europäischen Energiepolitik. Der Energiebedarf in der EU soll mittelfristig vor allem durch den Ausbau der Ökostromkapazitäten rund um Wind-, Solar und Wasserkraft und den Einsatz von LNG oder Methan gedeckt werden. Die Blaupause liefert das erst vor wenigen Monaten von der EU vorgelegte RePowerEU-Programm, in dem die Europäische Union ihre Strategie zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Vorhabens skizziert. Eine Schlüsselrolle soll hierbei auch der verstärkte Einsatz von grünem Wasserstoff spielen. Damit eröffnen sich für Linde mittelfristig vielversprechende Perspektiven. Denn bis 2030 will die EU mehr als die Hälfte der russischen Erdgasimporte durch grünen Wasserstoff ersetzen, bis dahin sollen rund 20 Millionen Tonnen des CO2-neutralen Energieträgers zur Verfügung stehen.

Die Konzerntochter Linde Engineering deckt mit ihrem Portfolio die gesamte Wertschöpfungskette, von der Produktion über die Lagerung bis hin zur Distribution von grünem Wasserstoff ab. Damit ist das Unternehmen gut aufgestellt, um von den milliardenschweren Investitionen der EU in den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft profitieren zu können. Auch beim Ausbau der Wasserstofftankstelleninfrastruktur spielt Linde eine Schlüsselrolle. Knapp die Hälfte aller weltweit installierten Wasserstofftankstellen basieren auf dem Know-how von Linde. Als einer der Schlüsselakteure des Konsortiums H2 MOBILITY Deutschland treibt Linde gemeinsam mit weiteren hochkarätigen Industriepartnern wie OMV, Total Energies und Air Liquide den Wasserstofftankstellen-Netzwerkausbau in Deutschland und Europa weiter voran.

Eine führende Marktposition nimmt Linde bei sogenannten PEM-Elektrolyseuren ein, die im Vergleich zu herkömmlichen Elektrolyseverfahren über einen besonders hohen Wirkungsgrad bei der Wasserstoffproduktion aufweisen. PEM steht dabei für “Protonen-Austausch-Membran” (Proton Exchange Membrane) oder auch “Polymerelektrolyt-Membran”. Wie der Name schon sagt, ist die Membran das wichtigste Kennzeichen dieses Brennstoffzellentyps.

Linde ist dadurch zu einem gefragten Partner bei der Realisierung von industriellen Großprojekten zur Herstellung von grünem Wasserstoff aufgestiegen. So erhielt Linde Engineering vom norwegischen Düngemittelhersteller Yara einen Großauftrag zur Lieferung einer PEM-Elektrolyseanlage mit einer Gesamtleistung von 24 MW. Mit einer Produktionskapazität von 10 Tonnen liefert die Anlage genügend Wasserstoff, um ab Mitte 2023 am Yara-Standort in Porsgrunn jährlich 20.500 Tonnen Ammoniak herzustellen. Dadurch werden die CO2-Emissionen bei der Ammoniakproduktion jährlich um knapp 41.000 Tonnen verringert. Auch unser ehemaliger Depotwert BASF setzt bei der Umsetzung seiner Dekarbonisierungsstrategie auf die Expertise von Linde. So wurde ein langfristiger Liefervertrag für grünen Wasserstoff vereinbart. Produziert wird der CO2-neutrale Energieträger mithilfe einer neuen Wasserstoffproduktionsanlage am französischen Linde-Standort Chalampé, die Mitte 2024 in Betrieb gehen soll. Ein weiterer bedeutender Referenzauftrag für Linde Engineering stammt von unserem Depotwert Infineon. So errichtet Linde im österreichischen Villach eine PEM-Elektrolyseuranlage mit einer Gesamtkapazität von zwei Megawatt, mit der das Ende 2021 in Betrieb genommene neue Infineon-Werk in Österreich mit grünem Wasserstoff versorgt werden soll. Aufgrund seiner Expertise bei der Errichtung schlüsselfertiger Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff hat die Linde plc gute Chancen, in diesem attraktiven Wachstumsmarkt ganz vorne mitzumischen. Grüner Wasserstoff wird als CO2-neutraler Energieträger beispielsweise für die klimaneutrale Produktion von Stahl oder als Treibstoffalternative für Nutzfahrzeuge mittelfristig stark an Bedeutung gewinnen, weshalb Marktforscher von Vantage Market Research in diesem Segment bis 2028 von Zuwachsraten von durchschnittlich 48,19 Prozent erwarten.

Laut aktuellem Stand von September 2022 zahlte Linde innerhalb der letzten 12 Monate Dividende in Höhe von insgesamt 4,25 EUR. Beim aktuellen Kurs von 279,55 EUR entspricht dies einer Dividendenrendite von 1,52 Prozent. Der Kurs der Aktie hat sich seit dem Zusammenschluss mit Praxair nahezu verdoppelt. Auch wenn die Dividende nicht gerade berauschend ist, bleiben wir dabei.

Neues von unseren Depotwerten: Block

Aus unserem alten Depotwert Square wurde bekanntlich Block. Ob sich die Änderung des Namens gelohnt hat, kann ihr Autor natürlich nicht sagen, aber der Kurs spricht Bände.

Die in San Francisco beheimatete Gesellschaft ist ein Finanzdienstleistungs- und Mobile-Payment-Unternehmen. Das Unternehmen vertreibt mehrere Software- und Hardware-Produkte und hat sich zu einem Dienstleister für kleine Unternehmen und Privatpersonen entwickelt. Millionen Unternehmen nutzen seine Technologie, um Kreditkartenzahlungen zu vereinfachen und Verkäufe zu verfolgen. Seine Cash App hatte im Jahr 2020 über 30 Millionen Nutzer.

Die Cash App (ehemals Square Cash), welche 2013 eingeführt wurde, ermöglicht den persönlichen Geldtransfer über die App oder die Website. Im März 2015 führte das Unternehmen Square Cash für Unternehmen ein, die es Einzelpersonen, Organisationen und Geschäftsinhabern ermöglicht, mit einem eindeutigen Benutzernamen Geld zu senden und zu empfangen. Im November 2017 kündigte die Square Cash App ein Testprogramm an, das bestimmten Benutzern den Handel mit Bitcoin ermöglichte.

Am 19. November 2015 hatte Square sein Debüt an der New Yorker Börse mit einem anfänglichen Marktwert von 2,9 Milliarden Dollar. Aus heutiger Sicht mag die aktuelle Marktkapitalisierung von 32,15 Milliarden ok sein. Aber wenn wir genauer hinschauen, z. B. auf den Kurs, dann ist dieser vom Jahreshoch immerhin 232,90 Euro auf mittlerweile 62,93 Euro zurückgekommen. Wieder mal ein Blutbad an einem Technologiewert. Aber das Jahrestief von 53,78 Euro scheint überwunden zu sein. Aber der Trend des Charts ist negativ, durchaus möglich, dass der Tiefstkurs noch einmal unterschritten wird.

Es kommt viel zusammen, die Zinssorgen, die nicht sinken wollende Inflation, die Probleme der Tech-Aktien insgesamt etc. Aber einige Probleme sind auch hausgemacht, denn die Zahlen, die Block zum zweiten Quartal veröffentlichte, sind, nun ja, sehr durchwachsen.

Für das abgelaufene zweite Quartal hat Block am Donnerstagabend einen Verlust von 208 Millionen Dollar beziehungsweise 36 Cent pro Aktie ausgewiesen – nach einem Gewinn von 204 Millionen Dollar oder 40 Cent pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Ein Großteil davon geht nach Unternehmensangaben auf Abschreibungen auf den Bitcoin-Bestand und „übernommene immaterielle Vermögenswerte“ zurück. Ausgaben im Zusammenhang mit Übernahme und Integration von Afterpay schlugen demnach mit 17 Millionen Dollar zu Buche. Afterpay Limited ist ein australisches Finanztechnologieunternehmen, das in Australien, Großbritannien, Kanada, den Vereinigten Staaten und Neuseeland tätig ist.

Aber ok, ganz so schlecht sieht es dabei gar nicht aus. Bereinigt um Einmaleffekte ist das Ergebnis pro Aktie zwar von 41 auf 18 Cent gefallen, Analysten hatten im Vorfeld allerdings nur mit 16 Cent gerechnet. Auch beim Umsatz hat Block die Erwartungen von 4,34 Milliarden Dollar übertroffen – trotz eines sechsprozentigen Rückgangs auf 4,40 Milliarden Dollar. Der Rückgang sei insbesondere auf die um 34 Prozent gesunkenen Umsätze beim Bitcoin-Handel zurückzuführen, so die Unternehmensführung von Block. Der aussagekräftigere Bruttogewinn ist um 29 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar gestiegen und lag damit nur ganz knapp unter den Analystenschätzungen von 1,48 Milliarden Dollar. Klammert man die Übernahme von Afterpay aus, bleibt ein Plus von 16 Prozent auf 1,32 Milliarden Dollar.

Während die Finanzdaten von Einmaleffekten und Sonderfaktoren – unter anderem im Zusammenhang mit der Afterpay-Übernahme – geprägt waren und daher erwartungsgemäß nur schwer vergleichbar sind, deutet das Zahlenwerk auf eine Abkühlung im Tagesgeschäft hin.

Das Transaktionsvolumen auf der Plattform von Block ist im zweiten Quartal zwar um 25 Prozent auf 52,5 Milliarden Dollar gestiegen, die Wall Street hatte im Schnitt mit einer Milliarde Dollar mehr gerechnet. Die Juli-Trends, die das Unternehmen statt eines Ausblicks veröffentlicht hat, deuten zum Start des dritten Quartals sogar auf eine weitere Abschwächung des GVP-Wachstums auf 18 Prozent hin. In Krisenzeiten halten die Nutzer eben zusammen.

Bei der „Cash“-App stünden die Zeichen laut Finanzchefin Amrita Ahuja aber weiterhin auf Wachstum. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf steigende Tendenzen bei den monatlichen Transaktionen und dem wachsenden Engagement der Nutzer im Ökosystem der Firma.

Auch mit Blick auf die Sorge vor einer nachlassenden Kauflaune der Kunden versuchte sie die Wogen zu glätten. So habe etwa die „Cash App Card“ eine Vielzahl von Anwendungsfällen und werde von den Nutzern unter anderem auch beim Tanken und auf Reisen (33 Prozent), bei Lebensmitteleinkäufen (30 Prozent) sowie bei Discountern (22 Prozent) genutzt.

Hoffen wir also, dass der Optimismus von Amrita Ahuja sich bald bewahrheitet und eine Trendwende im Chart einleitet. Da Block keine Dividende zahlt, ist Kurswachstum das einzige, was für Anleger zählt. Das Papier gehört auf jeden Fall auf die Watch-Liste, denn unser Kaufkurs betrug immerhin 154,73 Euro, der aktuelle Kurs liegt bei 59,14 Euro.