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Neues von unseren Depotwerten: American Tower

Die American Tower Corporation entwickelt und betreibt Sende- und Funktürme sowie Antennensysteme. Das US-amerikanische Unternehmen besitzt einige Zehntausend Sendeanlagen sowie Funkmasten und bietet seine Dienste vorrangig für Kunden in den USA, Mexiko, Brasilien und Indien an. Im Portfolio enthalten ist das Leasing der Kommunikationstürme. ATC stellt Platz für Sendeeinrichtungen jeglicher Art bereit – von Fernsehinstallationen über Radioübertragungsanlagen bis zu Radareinheiten. Das Infrastrukturangebot für Sendeanstalten, Telekommunikationsunternehmen und Service Provider umfasst auch Antennensysteme, die entweder in Gebäuden installiert oder im Freien verteilt werden. Schließlich betreiben die Bostoner Spezialisten Dachlösungen dort, wo Türme ggf. keine Option darstellen, etwa in Städten.

Das Unternehmen weist eine Besonderheit auf, es ist als ein REIT strukturiert. Unter einem REIT (Real-Estate-Investment-Trade) wird eine Kapitalsammelstelle für die Kapitalanlage im Immobiliensektor, ein Unternehmen, das Eigentum an in- und ausländischen Immobilien erwirbt, verwaltet und veräußert, verstanden. Ein REIT ist eine Kapitalgesellschaft und nach deutschem Recht immer eine Aktiengesellschaft. In Deutschland gilt darüber hinaus noch, dass diese Form der Kapitalgesellschaft keine Bestandsmietwohnimmobilien in seinem Depot haben darf.

American Tower besitzt auf der ganzen Welt Grundstücke, von denen sich ca. 75 Prozent im Eigentum der Gesellschaft befinden. Der Rest ist angemietet.

Das Unternehmen ist in folgenden Segmenten tätig: US Property, Asia Property, Africa Property, European Property, Latin America Property und Services. Das Segment US Property ist ausschließlich in den USA tätig und erwirtschaftet dort etwas mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes von American Tower. Das Segment Asia Property bezieht auf die Aktivitäten in Indien, den umsatzstärksten Auslandsmarkt.

Das Segment Services bietet Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wartung in den Vereinigten Staaten an. In diesem Segment spielen aber auch die Standortakquisition sowie Planungs- und Genehmigungsdienstleistungen sowie Dienstleistungen im Bereich der Strukturanalyse eine Rolle.

American Tower erwirbt seine Funktürme meist in großen Paketen. Verkäufer sind oftmals die Telekommunikationsunternehmen selbst, die mit dem Verkauf ihre Bilanz verschlanken und Gelder für neue Projekte freimachen möchten und sich dann gegebenenfalls bei Bedarf wieder einmieten. American Tower baut aber auch selbst Türme und betreibt diese. Letzteres stellt aber nur drei Prozent des Umsatzes dar und stammt aus Dienstleistungen, die den Mieter unterstützen, zum Beispiel bei der Ein- und Ausrichtung der Antennen.

Insgesamt besitzt American Tower über 220.000 Funktürme. Davon befinden sich über 43.000 in den USA und Kanada, aber immerhin auch knapp 15.000 Stück hier bei uns in Deutschland. Die Geschäfte von American Tower in Deutschland sind beim deutschen Tochterunternehmen ATC Germany angesiedelt.

Der American Tower-REIT ist der nach Marktkapitalisierung von aktuell 120,51 Milliarden Dollar größte REIT der Welt.
Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 9,36 Milliarden Dollar, dabei wurde ein Jahresüberschuss von 2,57 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Bilanzsumme betrug 69,89 Milliarden Dollar, wobei die Eigenkapitalquote bei nur 7,27 Prozent lag.

Im ersten Quartal (31. März) des Fiskaljahres 2022 erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,66 Milliarden Dollar (Vorjahr: 2,16 Milliarden Dollar). Der dabei erzielte Gewinn lag bei 711,7 Millionen Dollar (Vorjahr: 645 Millionen Dollar). Das Unternehmen wies einen Gewinn je Aktie von 1,56 Dollar aus. Markt-Experten rechneten nur mit einem Gewinn von 1,11 Dollar je Aktie.

Damit wird der amerikanische Infrastrukturkonzern American Tower Corporation eine Quartalsdividende in Höhe von 1,43 Dollar an die Anteilsinhaber ausbezahlen. Die Zahlung erfolgt am 08. Juli 2022. Gegenüber dem Vorquartal, das eine Dividende von 1,40 Dollar für die Aktionäre brachte, ist dies eine Anhebung um knapp 2,1 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet werden immerhin 5,72 Dollar ausgeschüttet.

Zu Beginn des Jahres beschäftigte das Unternehmen mit Firmensitz in Boston weltweit 6.378 Mitarbeiter.

Im Gegensatz zu vielen amerikanischen REIT´s, die sich nur auf ihr Heimatland beschränken, verfolgte American Tower von Anfang an eine internationale Ausrichtung und legte sogar seinen Schwerpunkt auf den internationalen Markt. So ist das Unternehmen heute in 25 Ländern vertreten. Unter anderem wie erwähnt hier in Europa, aber vor allem in Ländern mit schnell wachsenden Mobilfunkmärkten wie Mexiko und vielen anderen südamerikanischen oder afrikanischen Ländern. Da dort die Infrastruktur deutlich schlechter ausgebaut ist, kann American Tower als finanziell gut ausgestattetes Unternehmen schnell Marktanteile gewinnen und so attraktive Standorte besetzen.

Prognosen zufolge werden die Entwicklungs- und Schwellenländer in rund fünf bis zehn Jahren einen ähnlich hohen Datenverbrauch haben wie die Industrieländer heute. Trends wie eine steigende Handynutzung und 5G treiben den Bedarf nach Mobilfunkmasten weiter nach oben. Auf diese Entwicklung hat sich American Tower mit seinem Geschäftsmodell und seiner internationalen Ausrichtung bestens vorbereitet und könnte entsprechend stark von dieser Entwicklung profitieren.

Mit einem Kaufkurs von 183,59 Euro und einem aktuellen Kurs von ca. 248 Euro hat die Aktie in unserem Depot eine gute Entwicklung genommen, zusätzlich abgesichert wird das Papier durch die Dividende.

Neues von unseren Depotwerten: Tesla

 

Sprichwörtlich ziemlich früh ist Elon Musk mit seinen Tesla-Entwicklungen und auf den Automarkt im Gegensatz zu deutschen und europäischen Autobauern gestürmt und fährt die Früchte seines Risikos gegenwärtig ein.

Gerade Musk´s Risikobereitschaft ist ein Punkt, welcher von vielen bewundert wird und dafür gesorgt hat, dass Tesla´s so erfolgreich fahren, wie sie es heute machen. Elon Musk war sich bei vielen Entscheidungen nicht sicher und sich dem Risiko bewusst. Doch er hat es einfach gemacht und letztendlich wurde er belohnt. Im Gegensatz zu deutschen und europäischen Autobauern, wo E-Mobilität lange Zeit nur eine Nischenproduktion war, hat Musk sofort das Potenzial der neuen Antriebsart erkannt.

Die Probleme der deutschen Autobauer wie Lieferkettenprobleme, Chipmangel etc. sind für Tesla Sorgen wie von einem anderen Planeten.

Ein Grund: Der E-Autobauer aus den USA nutzt konsequent die sogenannte “vertikale Integration.” Vereinfacht gesagt bedeutet das: Alles aus einer Hand. Tesla hat bei der Produktion seiner Fahrzeuge die Kontrolle über fast alle Teile der Wertschöpfungskette. Im Gegensatz zur “horizontalen Integration” hierzulande. Viele traditionelle Autohersteller machen es Tesla deshalb bereits nach und holen die Produktion von immer mehr Teilen zurück von internationalen Zulieferern in ihre eigenen Fabriken. Das geht natürlich nicht so schnell. Das setzt die Zulieferbetriebe unter Druck – auch hierzulande. So hat Ford bereits ein Werk speziell für Elektromotoren gebaut und VW sowie andere Hersteller stocken massiv ihre internen Software-Teams auf.

Und es könnten bald weniger Konkurrenten für Tesla auf dem Markt sein. Bei den amerikanischen E-Mobilhersteller Lucid und Rivian ist das Cash-Burn aktuell so hoch, dass in zwei bzw. drei Jahren das Cash auf Grund der hohen Kosten knapp werden könnte. Musk ist mit Tesla selbst vor Jahren haarscharf an einer Pleite vorbeigeschrammt, wie er zugegeben hat, doch hat den E-Auto-Pionier mittlerweile in die Gewinnzone gerettet.

Schauen wir uns die Zahlen an.

2020 erzielte Tesla erstmals seit der Unternehmensgründung Gewinn. Rund 721 Millionen US-Dollar Nettogewinn konnte der von Elon Musk geführte Autohersteller verbuchen. Seit nunmehr zehn Quartalen schreibt der Konzern schwarze Zahlen.

 

Der Umsatz von Tesla betrug im ersten Quartal 2022 rund 18,8 Milliarden Dollar. Erreicht wurden die Erlöse durch ein Wachstum im Bereich der Fahrzeugauslieferung. Nach eigenen Angaben hat Tesla im ersten Quartal 2022 rund 305.000 Fahrzeuge produziert und über 310.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Zum Vergleich: Im Quartal 1 2021 lagen sowohl die Fahrzeugproduktion als auch -auslieferung bei rund 180.000 Fahrzeugen.

Dem Quartalsbericht vom 20. April 2022 zufolge belief sich der Betriebsgewinn von Tesla auf 3,6 Milliarden Dollar. Daraus resultiert eine Umsatzrendite von rund 19 Prozent. Der Nettogewinn belief sich im Quartal 1 2022 auf 3,3 Milliarden Dollar – ein Rekordwert in der Geschichte des Unternehmens und eine Steigerung um satte 657 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Dass sich die Tesla Aktie aktuell in einem guten Zustand befindet, ist kein Geheimnis. So ging es zwischen Mai 2021 und November 2021 von 570 Dollar auf über 1.200 Dollar. Das es danach wieder nach unten ging wie bei allen Techwerten, hält das Unternehmen nicht davon ab, der Hauptversammlung am 04. August 2022 einen Aktiensplit im Verhältnis 3:1 vorzuschlagen. Mit dem Aktiensplit würde der Preis einer einzigen Tesla-Aktie sinken, ohne dass sich der Börsenwert des Unternehmens verändert. Der Vorteil: Damit sinkt gleichzeitig die Einstiegshürde für Anleger. Mit einem Kurs von aktuell 674 Euro ist die Aktie optisch teuer. Für viele Privatanleger ist der Kauf einer einzelnen Tesla-Aktie damit schwierig. Schon ein einziger Anteilsschein könnte für viele ein Klumpenrisiko im Depot darstellen (über Aktiensplits haben wir in der Vergangenheit in unserem Börsenlexikon geschrieben).

Natürlich gibt es auch Probleme bei Tesla, denn es ist nach wie vor eine relativ neue Technologie, die hier in Massenproduktion hergestellt wird. So hat Tesla per Funk-Update schon mehrmals Softwareprobleme behoben. Aber auch in die Werkstatt mussten Anfang des Jahres z. B. ca. 700.000 Fahrzeuge, weil der Kofferraumdeckel die Kabel der Rückfahrkamera beschädigen konnte.

Das Elon Musk gern twittert, ist bekannt (zuletzt drohte er seinen Mitarbeitern, die nicht aus dem Homeoffice zurückkommen wollten, die Entlassung an). Warum sollte er da nicht gleich Twitter kaufen, wie er es selbst angekündigt hat. Er betreibt ja auch noch das Raumfahrtunternehmen SpaceX neben Tesla. Und damit nicht genug, zwei weitere kleine Startups, Neuralink und The Boring Company gehören zu seinen Unternehmensimperien.

Er braucht schon verdammt gute Manager, um alle Unternehmen zu führen. Aber Hauptsache, Elon Musk kümmert sich weiter intensiv um unseren Depotwert Tesla.

Neues von unseren Depotwerten: Kreuzfahrtreedereien

Eigentlich müsste es jetzt mit den Urlaubsreisen losgehen. Von der Pandemie, die wie ein schwerer Bleianker an unseren drei Kreuzfahrtgesellschaften hing, redet man nicht mehr, zumindest offiziell ist Covid-19 aus den Medien etwas weiter nach hinten verbannt. Der wichtige US-Reisemarkt soll laut Welttourismusverband WTTC im laufenden Jahr mit fast zwei Billionen Dollar Umsatz das Niveau von vor der Pandemie erreichen. Die Kreuzfahrtbranche schippert jedoch hinterher, die Erholung verlief wegen des besonderen Risikos mit Rückschlägen. Schließlich sitzen bei Corona-Fällen meist alle Passagiere buchstäblich in einem Boot.

Carnival

Die britisch-amerikanische Carnival ist das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt. Bekannte Marken wie Aida, Princess Cruises oder Costa Crociere gehören dazu.

Der Gigant kämpfte in den vergangenen zwei Jahren ums Überleben. Das Geschäft war während der Pandemie zum Stillstand gekommen, der Vorstand reduzierte die ursprünglich über 100 Einheiten zählende Flotte um 26 Schiffe und baute Stellen ab. Von den US-Behörden gab es keine Zuschüsse oder Hilfen wie etwa für US-Airlines – auch, weil Carnivals Struktur verschachtelt ist mit einem Doppelsitz in Miami und dem britischen Southampton. Kritiker werfen dem Konzern Steueroptimierung vor. Aber auch andere große Reedereien erhielten keine Hilfen aus US-Bundesmitteln. Aber Carnival wusste sich anders zu helfen. Stattdessen holte die Gründerfamilie Arison im Frühjahr 2020 den saudischen Staatsfonds per Kapitalerhöhung ins Boot. Die Saudis sind heute mit 5,1 Prozent einer der größten Aktionäre neben Micky Arison. Der 72-jährige Boss hält 8,7 Prozent der Anteile. Unter seiner Führung expandierte die Firma, die er von seinem Vater übernommen hatte, binnen dreier Dekaden von 2 auf über 100 Schiffe.

Die jüngsten Buchungszahlen des Branchenprimus belegen, dass Carnival wieder Fahrt aufnimmt. Im Jahr 2020 hatte der Konzern eine Handvoll Schiffe in Betrieb, Ende 2021 waren es bereits wieder 57 Schiffe. Anfang April 2022 verzeichnete die schon vor 50 Jahren gegründete Carnival die stärkste Buchungswoche ihrer Firmengeschichte. Im November werden die Amerikaner ihr neuestes Schiff, die 344 Meter lange Carnival Celebration, in Port Miami in Betrieb nehmen. Bis Ende Juni dürfte Carnival laut eigenen Angaben über 94 Schiffe verfügen. 

Marktführer Carnival hat allen Grund, optimistisch zu sein. Im Geschäftsquartal von Dezember bis Februar steigerte der Primus die Zahl der beförderten Gäste um fast 20 Prozent. Zugleich stieg der Umsatz je Kreuzfahrttag und Passagier. Carnival konnten die Quartalserwartungen der Märkte im I/2022 dennoch nicht erfüllen. Der Verlust/Aktie lag bei 1,247 GBP, Analysten hatten mit 0,919 GBP gerechnet. Insgesamt wurden 1,22 Milliarden GBP umgesetzt. Erwartet wurden 1,71 Milliarden GBP.

 “Wir haben hart daran gearbeitet, den Betrieb als stärkeres und nachhaltigeres Unternehmen wieder aufzunehmen. Wir wollen im Laufe der Zeit zweistellige Renditen auf das investierte Kapital erzielen”, gibt Carnival- Chef Arnold Donald den Kurs vor.

Royal Caribbean

Das Imperium aus Miami vermarktet drei globale Marken: Royal Caribbean, Celebrity Cruises und Silversea Cruises. Analysten sind äußerst zuversichtlich. Zehn Experten raten zum “starken Kauf”, sieben zum “Kauf” und bloß fünf empfehlen die Aktie als Halteposition. Die Nummer 2 der Branche dürfte im laufenden Jahr ihre Verluste deutlich reduzieren und 2023 mit Volldampf in die Gewinnzone steuern. Im Schnitt erwartet die Wall Street dann ein Ergebnis je Aktie von plus 5,73 Dollar nach minus 3,97 Dollar im laufenden Jahr.

Royal Caribbean Cruises verfehlt im ersten Quartal mit einem Ergebnis je Aktie von -4,57 Dollar die Analystenschätzungen von -4,47 Dollar knapp. Der Umsatz lag mit 1,06 Milliarden Dollar unter den Erwartungen von 1,15 Milliarden Dollar. 

Norwegian Cruise Line

Eine ähnliche Aufbruchsstimmung erlebt der weitaus kleinere Rivale Norwegian Cruise Line. Mit rund neun Milliarden Dollar Börsenwert ist der amerikanische Konzern mit Sitz in Miami recht klein im Vergleich zur Branchenspitze. Die Aktie gilt als vergleichsweise günstig. Konzernchef Frank Del Rio bestellte jüngst neun weitere Schiffe, die bis 2027 ausgeliefert werden und die aus aktuell 28 Einheiten bestehende Flotte verstärken sollen. Del Rio vertraut auf die Marketingfähigkeiten seiner Crew. Und die haben es in sich: Die Tochterfirma Oceania Cruises verkaufte eine 180-Tage-Weltreise für das Jahr 2024 nach dem Verkaufsstart am 2. März innerhalb von 30 Minuten komplett. Dieses sowie weitere Angebote bescherten dem Unternehmen zuletzt einen Buchungsrekord, der die bisherige Bestmarke vom September 2021 um fast zwölf Prozent übertraf.

Aber auch unser kleinster Player im Kreuzfahrtbereich verfehlte im I/22 mit einem Umsatz von 522 Millionen Dollar die Erwartungen der Experten, die von 760 Millionen Dollar ausgegangen waren. Das Nettoergebnis betrug -963 Millionen Euro (Erwartet: -732 Millionen Euro).

Wir sehen also insgesamt noch sehr großen Nachholbedarf bei unseren Werten. Aber wir bleiben optimistisch.


Neues von unseren Depotwerten: Symrise

Heute wollen wir uns den vermeintlich kleinen, weil nicht im allgemeinen Fokus der Finanzmedien stehenden Nebenwerten zuwenden. Aber unser Depotwert Symrise ist ein wahrer „hidden champion“. Obwohl nicht viel über Symrise berichtet wird, gehört er zum deutschen Leitindex DAX40.

Die Symrise AG mit Sitz in Holzminden ist ein börsennotierter Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen, kosmetischen Grund- und Wirkstoffen sowie funktionalen Inhaltsstoffen. Symrise entstand 2003 durch die Fusion von Dragoco und Haarmann & Reimer. Das Unternehmen ist mit mehr als 100 Standorten weltweit vertreten.

Schauen wir uns das abgelaufene Jahr 2021 an. Die Symrise AG hat die konjunkturelle Erholung 2021 hervorragend genutzt, um den profitablen Wachstumskurs erfolgreich fortzusetzen und Umsatz und Ertrag erneut kräftig zu steigern. Das Unternehmen erhöhte den Konzernumsatz um 8,7 Prozent auf 3.826 Millionen Euro (2020: 3.520 Millionen Euro). Das organische Wachstum, ohne Berücksichtigung von Portfolio- und Währungseffekten, belief sich auf 9,6 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 814 Millionen Euro weit über dem Vorjahreswert von 742 Millionen Euro. Die Profitabilität hielt der Konzern mit einer EBITDA-Marge von 21,3 Prozent (2020: 21,1 Prozent) auf hohem Niveau. Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung erhalten die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von 1,02 Euro (Vorjahr 0,97 Euro). Das ist die 12. Erhöhung der Dividende in der Firmenhistorie.

Die Nettoverschuldung einschließlich der Pensions- und Leasingverbindlichkeiten verringerte sich zum 31. Dezember 2021 auf 1.964 Millionen Euro (2020: 2,029 Millionen Euro). 

Die Eigenkapitalquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 39,8 Prozent auf 49,0 Prozent. Damit verfügt Symrise über eine sehr solide Grundlage, um die zukünftige Geschäftsentwicklung auch weiterhin nachhaltig voranzutreiben.

Im ersten Quartal 2022 konnte die positive Entwicklung fortgesetzt werden.

Auf der Umsatzseite kam es zu einem Plus von 14,9 Prozent im Vergleich zum Umsatz im Vorjahr. Jüngst wurde der Umsatz mit 1,09 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Vorjahreszeitraum wurden 950 Millionen Euro erreicht. Damit wurden die Einschätzungen der Analysten, die 1,08 Milliarden Euro auf dem Schirm hatten, knapp übertroffen. Symrise profitierte von der weiterhin hohen Nachfrage sowie positiven Portfolio- und Währungseffekten. Organisch verzeichnete der Konzern ein kräftiges Umsatzwachstum von 8,3 Prozent (Vorjahr: 10,5 Prozent). Zu dieser Entwicklung trug eine gute Geschäftsdynamik bei.

 

Symrise sieht sich trotz des aktuell volatilen Marktumfeldes infolge des Russland/Ukraine-Krieges, der anhaltenden globalen Lieferengpässe und den weiterhin spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie gut aufgestellt, um seinen profitablen Wachstumskurs fortzusetzen. Das Unternehmen setzt auf sein robustes Geschäftsmodell, das diversifizierte Anwendungsportfolio sowie die breite regionale Präsenz und Kundenbasis.

Symrise bekräftigt daher seine langfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele und geht weiterhin davon aus, schneller zu wachsen als der relevante Markt. Das Unternehmen strebt ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent an. Die Profitabilität soll 2022 mit einer EBITDA-Marge von um die 21 Prozent auf hohem Niveau gehalten werden. Dieser Anspruch gilt auch, obwohl Symrise auf der Kostenseite Gegenwind durch steigende Rohstoffpreise erwartet. Mittelfristig strebt das Unternehmen bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2025 eine EBITDA-Marge im Korridor von 20 bis 23 Prozent an.

Aber es könnten schwarze Wolken am Horizont aufziehen, denn in der europäischen Spezialchemiebranche kommt es zu einem neuen milliardenschweren Zusammenschluss. Der niederländische DSM-Konzern und die Schweizer Firmenich-Gruppe haben sich auf eine Fusion geeinigt. Der neue Konzern mit dem Namen DSM-Firmenich kommt immerhin auf einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro. Das Familienunternehmen Firmenich ist einer der großen Anbieter für Aromen und Duftstoffe, wie sie etwa in Parfüms verwendet werden. DSM wiederum hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Hersteller von Inhaltsstoffen für Nahrungsmittel und Gesundheitsprodukte entwickelt. Die Geschäftsbereiche sollen nun unter einem Dach weiterentwickelt werden.

Die Entwicklung wird man wohl bei Symrise sehr genau im Blick behalten. Und wir müssen Symrise auch aus einem weiteren Grund im Blick behalten. Nachdem die USA einen Importstopp von russischem Erdöl verkündeten und damit den Ölpreis gen Norden schickten, scheinen sich viele Anleger an die Worte der Geschäftsführung bei der Vorstellung der Quartalszahlen zu erinnern. Wenn derartige Faktoren schon zuvor die Geschäfte belasten, dürfte die Problematik sich in nächster Zeit nur noch weiter verschärfen.

Charttechnisch kämpft die Aktie mit der psychologisch wichtigen Marke von 100 Euro und sollte es dort nicht zu einer Stabilisierung kommen, dann sind weiter Kursverluste vorprogrammiert. Die Marktbeobachter sprechen von einem Rückschlag bis 80 Euro.

Durch die Dividende sind die Anleger aber abgesichert und sollten bei einem Kursrückgang weitere Aktien ins Depot nehmen.

Neu in unserem Depot: LVMH

Hinter der Abkürzung LVMH verbirgt sich der weltweite Branchenführer der Luxusgüterindustrie. Der Konzern entstand im September 1987 durch die Fusion der Unternehmen Louis Vuitton und Moët Hennessy. Ganz so freiwillig war die Fusion auch wieder nicht, denn die damaligen Vorstände beider Unternehmen fürchteten eine feindliche Übernahme.

Der Name des Konzerns setzt sich aus den Traditionsmarken Louis Vuitton (Koffer- und Taschenhersteller seit 1854), Moët et Chandon (Champagnerhersteller seit 1743) und Hennesy  (Cognacproduzent seit 1765) zusammen. Moët und Hennessy hatten sich bereits 1971 zu Moët Hennessy zusammengeschlossen. Dabei blieb es nicht, weitere Marken wurden mehr oder minder freiwillig übernommen und in den Luxusgüterkonzern eingegliedert. Heute sind es weltweit 75 internationale Marken, die zu LVMH gehören und in ca. 5.000 Geschäften in rund 80 Ländern vertrieben werden. Dazu gehören u. a. Weine und Spirituosen wie z. B. Wein- und Champagnermarken, bekannte Rum und edle Wodka- und Whiskymarken. Mode und Lederwaren, Parfüme und Kosmetika, Uhren und Schmuck runden das Markenportfolio ab. Auch im Medienbereich ist LVMH tätig, ebenso im Luxusbereich von Bahn, Hotel und Kreuzfahrten.

Der Konzern steht unter der Führung von Bernard Arnould, der CEO und Chairmen in einer Person ist. Er ist übrigens lt. Forbes-Liste reichster Europäer 2022 mit geschätzten 158 Milliarden Dollar Vermögen.

Der Sitz der Konzernzentrale befindet sich in Paris.

Der Blick in die Bücher

Luxus lässt sich in Corona-Zeiten, wo alle Geschäfte geschlossen sind, die nicht lebensnotwendig sind, nur schwer verkaufen. Aber jetzt scheinen die Nachhol-Effekte in diesem Segment zu wirken.

LVMH erwirtschaftete 2021 einen Umsatz in Höhe von 64,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Auf organischer Basis, also bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen in der Konzernstruktur, lag die Wachstumsrate bei 36 Prozent.

Sein Ergebnis 2021 konnte der Konzern sogar noch deutlich stärker steigern als den Umsatz. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn fiel mit 17,2 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr (+107 Prozent). Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn wurde gegenüber 2020 um 156 Prozent verbessert und erreichte eine Höhe von rund 12,0 Milliarden Euro. Damit übertraf er das Niveau von 2019 (also vor der Pandemie) um 68 Prozent.

Angesichts des Gewinnsprungs hat das Management auf der Jahreshauptversammlung eine Jahresdividende in Höhe von insgesamt zehn Euro pro Aktie vorschlagen. Nachdem im Dezember 2021 bereits eine Zwischendividende von drei Euro je Aktie ausgeschüttet worden war, haben die Anteilseigner die noch ausstehenden sieben Euro pro Aktie Ende April erhalten. 

Das Unternehmen beschäftigt weltweit ca. 150.000 Mitarbeiter.

Der Luxusgüterkonzern steigerte im Auftaktquartal 2022 seine Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent (organisch: 23 Prozent) auf 18 Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr, als im Konsens der Analysten prognostiziert wurde. Die Experten waren lediglich von 16,4 Milliarden Euro ausgegangen.

Gewinnkennziffern veröffentlicht LVMH üblicherweise nur für das Halbjahr und das Geschäftsjahr.

Was sagen die Analysten?

Die Finanzexperten befinden sich bei solchen Zahlen in Champagnerlaune. Das durchschnittliche Kursziel aus 11 Analysen beträgt 793,36 Euro. Die Deutsche Bank liegt mit 700 Euro am unteren Ende der Einschätzungen und sagt „hold“. Alle anderen 10 Einschätzungen kommen zum Ergebnis „buy“, wobei die Berenberg-Bank mit ihrer Einschätzung das obere Kursziel von 840 Euro ermittelte.

Aktuell liegt das Papier mit ca. 610 Euro noch unter dem Ziel der Deutschen Bank. Allerdings lag das Jahreshoch schon bei 758,70 im Januar.  Das Jahrestief hat die LVMH-Aktie vor noch nicht allzu langer Zeit im Mai 2022 bei 540 Euro markiert.

Der Jahreschart zeigt die Aktie noch in tiefrot, aber immerhin mit aufsteigender Tendenz.

Fazit 

Wir haben uns den Luxus gegönnt, die LVMH-Aktie zum Preis von 554 Euro (also nahe bei Jahrestief) für unseren NDAC-Clubfonds zu erwerben.

Es handelt sich bei LVMH um eine Langfristanlage, denn kurzfristig kann es durchaus noch einmal mit dem Papier tiefer gehen. Die Gründe sind bekannt. Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen die besten Kunden und dazu gehören nun mal die russischen Oligarchen und ihre Familien, werden die erwarteten Umsätze wahrscheinlich etwas reduzieren. Dazu kommen die Lieferkettenprobleme. Wer Luxus kauft, zahlt dafür hohe Preise und möchte nicht auf die Lieferung seiner Luxusware warten. Die eventuell wiederkehrende Pandemie, egal welchen Typs, könnte auch wieder zu Problemen führen.

Auf der anderen Seite ist der Nachholbedarf bei Luxusgütern enorm, so dass wir trotzdem optimistisch bleiben.

Neues von unseren Depotwerten: Telekom AG

Deutschlands größter Telekommunikations-Konzern mit Sitz in Bonn ist Netzbetreiber, Internet- und Telefon-Anbieter im Festnetz- und Mobilfunkbereich sowie Online-Dienstleister zugleich. Die Produktpalette der Telekom ist riesig und umfasst ein großes Privat- und Geschäftskundengeschäft im In- und Ausland. 

Der Magenta-Riese war früher ein Beamtenapparat und gehörte bis zum 31.12.1994 zum Bundespostministerium, danach erfolgte die Privatisierung. Heute ist sie Dachgesellschaft von Europas größten Telekommunikationsunternehmen. In der Liste Forbes Global 2000 der weltgrößten börsennotierten Unternehmen belegt die Deutsche Telekom Platz 44 (Stand: Mai 2021). Das Unternehmen kommt aktuell auf einen Börsenwert von ca. 90,24 Milliarden Euro.

Die Telekom betreibt im Wesentlichen Festnetze (VDSL, DSL und FTTH) sowie Mobilfunknetze (5G, 4G, 3G). Das 2G Netz wurde im Juli 2021 abgeschaltet. Die darauf laufenden Dienste (u. a. Internetzugang, Telefonie, das hauseigene Fernsehangebot Magenta TV, Smart Home und weitere Datendienste), damit zusammenhängende Dienstleistungen und weitere IT-Dienstleistungen verkauft die Telekom an Privat- und Geschäftskunden sowie Wiederverkäufer.

Die Bilanzzahlen für 2021 können sich sehen lassen. Der Umsatz steigt 2021 um 7,7 Prozent auf 108,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss betrug 5,9 Milliarden Euro, ein Plus von 2,6 Prozent. Daraus ergibt sich ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,22 Euro (unbereinigt gab es allerdings nur ein Plus von 0,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro).

Die Deutsche Telekom investierte – ohne die Ausgaben im Mobilfunkspektrum – 2021 weltweit 18,0 Milliarden Euro. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr.  

Auch in Deutschland ging es 2021 bergauf. Die Telekom blickt auf ihrem Heimatmarkt auf ein Jahr mit deutlich wachsenden Kundenzahlen und starken Ergebnissen zurück. Im Breitbandgeschäft gewann das Unternehmen 360.000 neue Kunden und steigerte seinen Marktanteil damit deutlich. 17,2 Millionen Kunden (Retail und Wholesale) nutzten zum Jahresende einen glasfaserbasierten Anschluss. Das waren 1,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Im Mobilfunk verzeichnete die Telekom einen Zuwachs bei den Vertragskunden unter eigenen Marken um 666.000 im Gesamtjahr. Die klare Marktführerschaft bei den mobilen Service-Umsätzen wurde bestätigt. Im vierten Quartal wuchs dieser Wert um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber war wieder einmal die US-amerikanische Tochter. T-Mobile-US beendete das Jahr mit 108,7 Millionen Kunden. Das war ein Zuwachs um 6,7 Millionen innerhalb von 12 Monaten. Mehr als 2,9 Millionen davon entfielen auf das besonders profitable Segment der Telefonie-Vertragskunden. Der Gesamtumsatz stieg um 15,2 Prozent auf 80,8 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legte das bereinigte EBITDA AL um 11,8 Prozent auf 26,9 Milliarden Dollar zu. Der Zusammenschluss mit Sprint macht sich also bezahlt. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Synergien aus Querschnittsfunktionen, Vertrieb und Netz auf 3,8 Milliarden Dollar. Dieser Wert soll 2022 auf 5,0 bis 5,3 Milliarden Dollar steigen. Er soll damit erstmals nach dem Zusammenschluss mit Sprint zum 1. April 2020 auf Jahressicht die Integrationskosten der Fusion übersteigen.

Die Telekom beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit 216.528 Mitarbeiter, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Kritisch anzumerken bleibt die nach wie vor ansteigende Verschuldung des Bonner Unternehmens. Sie stieg im abgelaufenen Jahr um 9,9 Prozent auf 132,142 Milliarden Euro (Vorjahr: 120,227 Milliarden Euro).

Trotz der hohen Verbindlichkeiten stieg die Dividende für 2021 um 4 Cent auf 0,64 Euro.

Die Ergebnisse für das I. Quartal 2022 können sich auch sehen lassen. Der Konzernumsatz stieg um 6,6 Prozent auf 28,023 Milliarden Euro (I/2021: 26,390 Milliarden Euro). Das EBIT-Ergebnis betrug 9,873 Milliarden Euro oder 6,8 Prozent mehr (I/2021: 9,245 Milliarden Euro). 

Der Kurs der Aktie kann allerdings nicht befriedigen. Alt-Aktionäre, die in Zeiten des Telekomhypes das Papier gekauft haben und in der Hoffnung auf weitere Steigerungen gehalten haben, sind vielleicht mit der Dividende zufriedenzustellen, aber von der Kursentwicklung können wir nur sagen, dass war`s für eine längere Zeit.

Die Telekom-Aktie notierte im März 2000 über 103 EUR, ihrem Allzeithoch. Die drei Börsengänge, mit großem Werbeaufwand betrieben, führen mit großem Abstand bis heute (Februar 2021) die Liste der größten Börsengänge Deutschlands an. Die riskanten Firmenzukäufe des damaligen Konzernchefs Ron Sommer vor allem in den USA setzten der Aktie stark zu.

Der Kurs der Aktie dümpelt schon seit Jahren um die 18 Euro, also nicht allzu weit von ihrem Erstausgabepreis von 28,50 DM.                      Für Deutsche Telekom-Aktionäre errechnet sich derzeit eine Dividendenrendite von 3,74 Prozent. Das große Problem wird jetzt kommen, wenn die Zinswende einsetzt, denn die Schulden sind auch im Plan nicht gesunken, sondern werden weiter steigen (2024: 146,561 Milliarden Euro). Sicher wäre es gut, wenn die Dividende für einige Jahre ausgesetzt wird. Aber das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die meisten Aktionäre keinen Grund mehr hätten, das Papier weiter zu halten. Und vergessen wir nicht, die Bundesrepublik Deutschland hält direkt rund 14,5 Prozent und indirekt über die staatseigene KfW weitere 17,5 Prozent der Aktien. Die Dividende ist fest im Bundeshaushalt eingeplant.

Ob sich das jahrelange Halten einer Aktie nur wegen einer Dividendenzahlung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber vielleicht hat die Telekom ja noch etwas Kurssteigerndes für 2022 und die Folgejahre in petto.

Neues von unseren Depotwerten: Siemens Energy AG

Die Siemens Energy AG ist ein börsennotierter Elektro- und Energietechnikhersteller mit Sitz in München. Sein Portfolio umfasst die Energieerzeugung, die Energieübertragung und Industrielösungen sowohl im Bereich der konventionellen als auch der erneuerbaren Energie.

Das relativ junge Unternehmen wurde als Abspaltung des Siemenskonzerns 2020 gegründet, aber 35 Prozent der Anteile hält immer noch der Mutterkonzern.

Zum Kernbereich zählen konventionelle und erneuerbare Energietechnik, zum Beispiel Gas- und Dampfturbinen, mit Wasserstoff betriebene Hybridkraftwerke, Generatoren und Transformatoren. Mehr als 50 Prozent des Portfolios sind bereits dekarbonisiert, das bedeutet, für die Herstellung werden keine fossilen Energieträger mehr eingesetzt.

Siemens Energy erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 28,48 Milliarden Euro (2020: 27,46 Milliarden Euro). Dabei wurde ein Jahresfehlbetrag von -453 Millionen Euro (Vorjahr -1,606 Milliarden Euro) ausgewiesen. Das bedeutet, dass die Dividendenzahlung von 0,10 Euro nicht aus einem erwirtschafteten Gewinn gezahlt wurde. Die Bilanzsumme betrug 44,14 Milliarden Euro, wobei die Eigenkapitalquote bei 33,89 Prozent lag.

Kritisch ist dabei anzumerken, dass ein Unternehmen, welches ein negatives Ergebnis verzeichnet, eine Dividende ausschüttet. Wenn auch der Fehlbetrag verringert wurde, wäre es sicher besser gewesen, erst einmal in die Gewinnzone zu kommen und dann eine Dividende aus dem erwirtschafteten Gewinn zu beschließen.
Das Unternehmen beschäftigte Ende 2021 92.000 Mitarbeiter, genauso viele wie im Vorjahr. Das ergab Personal-Aufwände in Höhe von 8 Milliarden Euro an. Der Umsatz je Mitarbeiter betrug demnach 309.587 Euro. (Vorjahr: 298.446 Euro).

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy wird für das laufende Geschäftsjahr vorsichtiger. Wegen der anhaltend schwachen Entwicklung bei der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa sowie dem schwierigen Umfeld geht das Management nun für 2021/22 von Umsatz und Ergebnis am unteren Ende der bisher angegebenen Prognosewerte aus. Zudem schließt Siemens Energy weitere negative Auswirkungen nicht aus. So stelle der Vorstand eine steigende Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortdauer des Ukraine-Krieges sowie des Teillockdowns in China nach dem Wiederaufflammen der Corona-Pandemie fest.

Siemens Energy hat bislang eine vergleichbare Umsatzentwicklung von minus zwei bis plus drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr in Aussicht gestellt, dazu eine bereinigte operative Marge (Ebita) von zwei bis vier Prozent. Unter dem Strich haben sich die Aussichten zudem klar verschlechtert: Vor drei Monaten hatte Energy noch auf eine deutliche Verbesserung gehofft, nun erwartet das Unternehmen einen Verlust auf dem Vorjahresniveau von 560 Millionen Euro, also eine Ausweitung des Verlustes.

Die bereits im April vorgelegten vorläufigen Zahlen bestätigte Siemens Energy. So sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, um 1,7 Prozent und belief sich auf knapp 6,6 Milliarden Euro. Nominal erreichte der Konzern ein leichtes Plus. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) rutschte mit einem Fehlbetrag von 77 Millionen Euro in den roten Bereich, nachdem im Vorjahresquartal noch ein operativer Gewinn von 197 Millionen Euro zu Buche stand. Unter dem Strich stand ein Verlust von 252 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch 31 Millionen Euro betragen. Dabei habe es “erste geringfügige” negative Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg gegeben, hieß es.

Zum vierten Mal in Folge verdirbt die Windkrafttochter Gamesa dem Energietechnik-Konzern das Quartals-Ergebnis. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres machte das Münchner Unternehmen insgesamt 252 Millionen Euro Verlust, wie es am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr hatte noch ein Plus von 31 Millionen zu Buche gestanden. Entscheidender Treiber sind die tiefroten Zahlen bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa (SGRE), an der Energy zwei Drittel hält.

Es ist das zweite Mal allein in diesem Geschäftsjahr, dass Siemens Energy bei der Prognose zurückrudern muss. Die Gamesa-Probleme sind schon länger bekannt, die Papiere der Tochter kamen am Mittwoch auch verständlicherweise mit einem Abschlag von 1,6 Prozent weniger stark unter Druck. Kein Wunder, sie bewegen sich mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit März 2020. Die andere große Sparte Gas and Power habe im zweiten Quartal die zuvor bereits angedeutete Stärke gezeigt, urteilte Andreas Willi von JPMorgan.

Siemens Energy muss die Probleme mit seiner spanischen Tochter Gamesa in den Griff bekommen, aber ganz offensichtlich weiß man in München noch nicht genau, wo die Ursachen liegen. „Die Situation bei SGRE hat sich seit der letzten Gewinnwarnung weiter verschärft“, sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. Man werde als Mehrheitsaktionär die eigene Expertise zur Verfügung stellen, „um den Ursachen auf den Grund zu gehen und die Probleme zu bewältigen“. Das hat Energy auch personell bereits getan: Seit Anfang März steht mit Jochen Eickholt ein ehemaliger Vorstand aus München an der Spitze von Gamesa. Seit vergangener Woche hat er mit dem neuen Chief Operating Officer Tim Dawidowsky einen weiteren Manager von Energy an seiner Seite. Ob die Personalwechsel hilfreich sind, werden wir sehen. Eine Trennung von Gamesa ist dagegen auch nicht ganz auszuschließen.

Neues von unseren Depotwerten: Deutsche Post AG/DHL

Der als gelber Riese bekannte Logistiker legte vor ein paar Tagen seine Quartalszahlen vor. Die können sich durchaus sehen lassen, aber wir bemerken eine Verschiebung der Wachstumstreiber.

Zwei Jahre lang hatten zahlreiche Lockdowns während der Corona-Pandemie dem Paketgeschäft der Deutschen Post einen steilen Aufstieg beschert. Doch der Boom scheint jetzt vorbei zu sein. Nur noch 355 Millionen Euro Betriebsgewinn (Ebit) warf der Bereich Division Post & Paket im abgelaufenen Quartal ab – nach 556 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Es ist durchaus zu spüren, dass die Menschen wieder zum stationären Handel zurückkehren, denn das Paketvolumen hierzulande schrumpfte immerhin um 19 Prozent, der Umsatz mit E-Commerce im Ausland um ein Prozent.

Überraschenderweise übertraf der Bonner Logistikriese im Gesamtgeschäft die Erwartungen. Mit 22,6 Milliarden Euro setzte er fast elf Prozent mehr um, als Analysten erwartet hatten. Und auch dass die Post ihr Ergebnis je Aktie von 0,96 auf 1,10 Euro steigerte, ist eine durchaus positive Überraschung. Marktbeobachter hatten im Schnitt mit gerade einmal 0,89 Euro gerechnet.

Das starke Ergebnis verdankt das DAX-Schwergewicht vornehmlich seinem Geschäft mit gewerblichen Kunden, auch B2B (Business-to-Business bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen zwei oder mehr Unternehmen). So verbesserte das Fracht- und Speditionsgeschäft, das von den hohen Frachtraten im Weltmarkt profitierte, seinen Betriebsgewinn auf 601 Millionen Euro. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte es gerade einmal für 216 Millionen Euro gereicht. Die Lieferkettenprobleme, die u. a. auch eine verbesserte Preisgestaltung ermöglichten, trugen zu dem guten Ergebnis bei. Erstmals übertraf der Umsatz der Luft- und Seefrachtdivision mit 7,4 Milliarden Euro die Erlöse im Express- sowie im Brief- und Paketgeschäft. 

Da nicht alle Industriebetriebe beispielsweise mehr „just in time“ produzieren bzw. logistische Probleme beim Versenden ihrer Ware haben, bietet die Deutsche Post DHL auch Lager-Dienstleistungen an, ein Outsourcing-Geschäft für Unternehmen. Damit verdiente der Konzern mit 205 Millionen Euro fast 23 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, da ein reibungsloser Ablauf in den internationalen Lieferketten auch in nächster Zeit nicht in Sicht ist bzw. ein komplett reibungsloser Ablauf erfahrungsgemäß immer wieder gestört werden kann.

Der sanktionsbedingte Rückzug aus Russland und Weißrussland sowie der kriegsbedingte Rückzug aus der Ukraine, wo der Konzern bislang zusammen weniger als ein Prozent seiner Erlöse generierte, führte im ersten Quartal zu Wertberichtigungen in Höhe von 30 Millionen Euro. 24 Millionen Euro davon stammten aus dem Expressgeschäft, der Rest aus der Fracht- und Speditionsdivision.

Das große Problem der gestiegenen Energiekosten betrifft den Logistiker zusätzlich, diese werden aber verzögert an die Kunden weitergeben.

Obwohl der Konzern im ersten Quartal seinen Umsatz um 19,8 Prozent und das Betriebsergebnis (Ebit) um 13 Prozent steigerte, erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr kaum mehr als eine Stagnation. So soll der Betriebsgewinn (Ebit) wie bereits 2021 acht Milliarden Euro erreichen – mit einer Abweichung von fünf Prozent nach oben oder unten. Für das Geschäftsjahr 2024 prognostiziert das Unternehmen weiterhin einen Ebit-Anstieg auf rund 8,5 Milliarden Euro.

Die Übernahme des Mainzer Seefracht-Spezialisten J.F. Hillebrand, den die Post Ende März abschloss, verursachte Kosten von 1,4 Milliarden Euro. Weitere Zukäufe schließt Finanzchefin Melanie Kreis angesichts eines FreeCashflows von 3,6 Milliarden Euro nicht mehr aus.

Trotz der Unsicherheiten durch den Ukrainekrieg geht die Expansion weiter. 2022 wolle man 4,2 Milliarden Euro investieren (Capex), erklärte der Vorstand, im Zeitraum bis 2024 sogar zwölf Milliarden Euro.

Der wichtige Großkunde Amazon setzt mittlerweile stärker auf die eigene Zustellung, und so hat sich das Volumen der von DHL beförderten Amazon-Pakete reduziert. Außerdem belasteten deutlich gestiegene Kosten im deutschen Brief- und Paket-Geschäft aufgrund von Ausfällen durch Corona-Erkrankungen und den erforderlichen Tests den Zusteller.

Das Briefgeschäft, das im Digitalzeitalter lange geschrumpft war, zeigte sich erstaunlich robust und legte sogar zu. Hier stieg das Volumen um sieben Prozent. Das lag daran, dass Firmenkunden wieder mehr Werbung verschickten als noch im ersten Quartal 2021, als viele Shops geschlossen waren oder die Konsumenten die Innenstädte aus Angst vor Corona generell mieden.

Von März 2020 bis September 2021 hatte sich der Kurs der Post-Aktie mehr als verdreifacht und von coronabedingten Einschränkungen und dem Boom des Online-Handels profitiert. Nach dem Rekordhoch vor acht Monaten bei 61,38 Euro war die Luft dann raus. Seit Jahresbeginn beträgt der Kursverlust des Papiers fast 30 Prozent, womit die Aktie zu den größten Verlierern im Dax zählt.

Es wird sich wohl zeigen, dass die Deutsche Post/DHL auf Jahresende zu wieder ihre Stärken ausspielen wird und die Kursverluste ausgeglichen werden. Vielleicht sollte die Anleger die zurückgekommene Aktie jetzt einsammeln. Die nächste Pandemie-Welle kommt bestimmt, wenn wir auf die Aussagen der Virologen vertrauen. Aber auch so steht das Papier vor einer stabilen Zukunft.

Neu in unserem Depot: McDonald´s

Wenn es schnell gehen muss, dann gehen die Leute wahrscheinlich überwiegend zu McDonald´s. Die McDonald´s Corporation ist ein US-amerikanischer Betreiber und Franchisegeber von weltweit vertretenen Schnellrestaurants und der umsatzstärkste Fast-Food-Konzern der Welt. Das offizielle Maskottchen von McDonald’s ist ein Clown namens Ronald McDonald (die Werbefigur steht übrigens in der Bekanntheit gleich hinter Santa Claus bei amerikanischen Kindern).

Das erste McDonald’s-Restaurant (intern „store(s)“ genannt) wurde am 15. Mai 1940 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald („Dick & Mac McDonald – McDonald’s Bar-B-Q“) in San Bernardino, im US-Bundesstaat Kalifornien eröffnet. Das Restaurant wurde nach 1948 bekannt, als die Brüder eine innovative und rationelle Art der Hamburgerzubereitung – das Speedee System – einführten und auf Selbstbedienung umstellten. Neil Fox wurde 1953 erster Franchisenehmer der Brüder. Erstmals zierten die heute weltbekannten „Golden Arches“ (deutsch „goldene Bögen“) sein Restaurant in Phoenix in Arizona. 1954 trat der Milchshake-Mixer-Verkäufer Ray Kroc an die Brüder McDonald mit dem Vorschlag heran, weitere McDonald’s-Restaurants zu eröffnen, da er von der Effizienz des Restaurants beeindruckt war.

Der Erfolg Krocs beruht auf mehreren Faktoren. Zum einen auf einem ausgeklügelten System der Mitbestimmungsrechte der Franchisenehmer bei strategisch bedeutenden Entscheidungen, vor allem bei geplanten Aktionen auf Restaurantebene, zum anderen auf der Entwicklung eines lukrativen Immobilienvermarktungskonzeptes. Ein ursprünglich für die Immobilienerschließung zuständiger Mitarbeiter Krocs, Harry Sonneborn, hatte das Konzept entwickelt, Hamburger- und Immobiliengeschäft untrennbar miteinander zu koppeln, indem McDonald’s zunächst versuchte, den Grund und Boden zu erwerben, auf dem seine Filialen entstehen sollen, und die Franchisenehmer anschließend außer der eigentlichen Franchisegebühr auch umsatzabhängige Pachten zahlen mussten (wodurch McDonald’s – wenig beachtet – zugleich eines der weltweit größten Immobilienunternehmen wurde).

Seit 1967 eröffnete McDonald’s seine ersten Restaurants außerhalb der USA, in Kanada und Puerto Rico. Die erste McDonald’s-Filiale in Europa wurde 1971 in Amsterdam eröffnet. Im Gegensatz zu den USA und Europa, wo McDonald’s von vielen als Inbegriff für billig hergestelltes und ungesundes Essen angesehen wird, gilt McDonald’s-Essen in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in China, als Statussymbol. In den USA leben 50 Prozent der Bewohner keine drei Autominuten von der nächsten McDonald’s-Filiale entfernt. In Deutschland findet sich im Schnitt alle 16 km ein Standort. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben gegen Ende der 90er Jahre in rund 120 Ländern aktiv. Seitdem hat sich der Konzern aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen aus einigen Regionen wieder zurückgezogen. Nicht allen Kunden schmeckte eben das verabreichte Fastfood. 

Mit neuen Speisekarten mit Salaten und neuen Frühstücksvarianten sorgte McDonald´s aber wieder für bessere Umsatz- und Gewinnzahlen. Und dann kam Corona. Im März 2020 mussten aufgrund der Pandemie viele Filialen geschlossen werden, da zahlreiche Regierungen es untersagt haben, Restaurants zu öffnen.

 

Der Blick in die Bücher

Im vergangenen Jahr erzielte  McDonalds 23,223 Milliarden Dollar, das waren 20,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg um 36,46 Prozent auf 9,773 Milliarden Dollar. Der Konzern beteiligte seine Anteilseigner mit einer Dividende 5,25 Dollar (Vorjahr: 5,04 Dollar).

Für McDonald´s arbeiten weltweit 200.000 Mitarbeiter, die Zahl hat sich seit dem Vorjahr nicht verändert, aber seit 2015 sank die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich (2015: 420.000 Mitarbeiter).

Der Fast-Food-Gigant hat mit seinen letzten Quartalszahlen die Erwartungen der Börse verfehlt. Beim bereinigten Gewinn je Aktie verbuchte das Unternehmen  2,23 Dollar, die Analysten hatten mit 2,34 Dollar gerechnet. Der Umsatz belief sich auf 6,01 Milliarden statt auf 6,03 Milliarden Dollar. Grund für die Entwicklung waren offenbar maue Geschäfte in China und Australien aufgrund von pandemiebedingten Einschränkungen. In Australien blieben die Erlöse lediglich stabil, während sie in China sogar zurückgingen, da dort das Essen in den Restaurants teilweise verboten war.

Im bedeutenden US-Markt kletterten die Umsätze um 7,5 Prozent statt vorausgesagter 6,9 Prozent. Auf Zwei-Jahres-Basis stiegen die Umsätze in den USA um 13,4 Prozent. Auch in anderen wichtigen Märkten wie Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien legten die Erlöse zu. Jedoch drückten höhere Löhne auf die Margen. McDonald’s hatte 2021 zwar die Preise angehoben, konnte so die gestiegenen Personalkosten aber nicht komplett kompensieren.

Was sagen die Analysten?

Ihnen schmeckt, was ihnen da vorgesetzt wird. Sechs Einschätzungen liegen vor und alle sechs enden mit einer Kaufempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel beträgt dabei 287,33 Dollar, der Korridor wird von 260 Dollar (JP Morgan) und 305 Dollar (Barclays) begrenzt.

Betrachtet man den Chart, dann stellt sich ein kontinuierlicher Anstieg dar, unterbrochen von den Coronabeschränkungen. Das Jahrestief hat die Aktie mit 184,55 Euro nachhaltig überwunden und das Jahreshoch liegt bei 240 Euro.

Aktuell liegt unsere Neuerwerbung bei ca. 235 Euro.

Fazit

Fastfood ist zunehmend out, aber McDonald´s scheint mit seiner Kernkompetenz auch auf anderen Segmenten neue Käuferschichten zu erschließen.

Neu in unserem Depot: UnitedHealth

Den deutschen Gesundheitskonzern Fresenius haben wir gegen den amerikanischen Gesundheitskonzern UnitedHealth ausgetauscht.

Wir hatten ja schon darauf hingewiesen, dass es nicht mehr in die heutige Zeit passt, wenn ein Konzern in Form einer KG-Struktur arbeitet wie Fresenius. Der Konzern firmiert als Fresenius SE & Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien).

Ein ganz anderes Kaliber ist dagegen unser neuer NDAC-Wert UnitedHealth. Es handelt sich dabei um ein US-amerikanisches Unternehmen mit Firmensitz in Minnetonka, im Staat Minnesota.

UnitedHealth Group ist ein führendes Dienstleistungsunternehmen der Gesundheitsvorsorge. Das Kerngeschäft setzt sich aus Versicherungen und Gesundheitsfürsorge zusammen, die jeweils über die beiden Bereiche UnitedHealthcare und Optum erbracht werden. UnitedHealthcare bietet Vorsorgepläne für ein breites Spektrum von Kunden wie Unternehmen aller Größenordnungen und Privatkunden sowie für staatlich Versicherte und Rentner. Optum unterstützt hingegen das Gesundheitswesen an sich und will mit seinen Leistungen zur Verbesserung der Versorgung sowohl für Patienten und das Pflegepersonal als auch für diejenigen, die für die Versorgung bezahlen, wie Arbeitgeber und Versicherungen sowie Forschungsorganisationen beitragen. Zu den Tätigkeitsbereichen gehören umfassende Pflegeleistungen und -programme, Pflegemanagement, Informationstechnologie und Software sowie Pharmazieprogramme.   

Im Unternehmen sind über 200.000 Mitarbeiter beschäftigt.

UnitedHealth wurde 1977 von Richard T. Burke unter dem Firmennamen UnitedHealthCare Corporation gegründet. Seit 03. Februar 2021 wird UnitedHealth durch den britischen CEO Sir Andrew Philip Witty geführt.

1995 erwarb UnitedHealth das US-amerikanische Unternehmen The MetraHealth Companies.

Ganz skandalfrei und klinisch sauber ist die Firmenhistorie auch nicht. 2006 war das Unternehmen in einen Finanzskandal verwickelt, der zum Rücktritt des damaligen CEO William W. McGuire führte.

Größte Einzelaktionäre sind die Vanguard Group 8,34 Prozent, BlackRock 7,5 Prozent und FMR LLR 5,61 Prozent. 78,55 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Die UnitedHealth Aktien Gesellschaft wird seit 2012 im Dow Jones Index geführt. Innerhalb des Index beträgt die Gewichtung des Wertpapiers 3,18 Prozent. Neben dem Dow Jones ist das Wertpapier an der New Yorker Börse im US 100 und im S&P 500 notiert.

Der Blick in die Bücher
Die UnitedHealth Group erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 285,27 Milliarden Dollar, dabei wurde ein Jahresüberschuss von 17,29 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Bilanzsumme betrug 212,21 Milliarden Dollar, wobei die Eigenkapitalquote bei 33,82 Prozent lag.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um gut 14 Prozent auf 80,1 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen von Branchenexperten. Besonders stark fiel das Wachstum mit 19 Prozent in der Service-Sparte Optum aus, die etwa Datenanalysen im Gesundheitswesen und verschiedene Dienstleistungen für Rentner und Pflegebedürftige anbietet.

Der US-Krankenversicherer UnitedHealth ist mit überraschend viel Gewinn ins Jahr gestartet. Im ersten Quartal lag der Überschuss mit gut 5 Milliarden US-Dollar (4,6 Milliarden Euro) rund drei Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie der Konzern mitteilte. Dabei schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten im Schnitt erwartet. UnitedHealth-Chef Andrew Witty wird nun für das laufende Jahr optimistischer: So soll der Gewinn je Aktie auf 20,30 bis 20,80 Dollar steigen. Das sind jeweils 10 Cent mehr als bisher angepeilt.

Laut aktuellem Stand vom April 2022 zahlte UnitedHealth Group innerhalb der letzten 12 Monate Dividende in Höhe von insgesamt 5,33 EUR pro Aktie.

Die aktuelle Marktkapitalisierung errechnet sich mit 503,21 Milliarden Dollar.

Was sagen die Analysten?
Von den vorliegenden Expertenschätzungen kommen 14 zum Urteil kaufen, sechs sagen aufstocken, drei halten, eine reduzieren und vier haben keine Prognose. Das mittlere Kursziel beträgt 554,59 Dollar/ 512 Euro. Die höchste Kurseinschätzung beträgt dabei 632 Dollar/584 Euro und die unterste 402 Dollar/ 372 Euro.

Das Jahrestief mit 321,90 Euro spielt keine Rolle mehr. Das Jahreshoch von 509,90 wurde erst Mitte April erreicht. Der Chart sieht sehr gut aus, denn er steigt seit Ende Februar steil nach oben.

Fazit
In Abwandlung eines deutschen Werbespruchs würde dieser in den USA zumindest in Bezug zur Krankenversicherung „HOFFENTLICH UNITEDHEALTH VERSICHERT“ heißen.

Die UnitedHealth Group gilt in den USA bezüglich Krankenversicherung und Gesundheitsdienstleistungen als die „Benchmark“ schlechthin. Aufgrund von Skaleneffekten und Innovationen kann der Konzern seinen Wettbewerbsvorsprung konsequent weiter ausbauen und Marktanteile hinzugewinnen. Das operative Geschäft entwickelt sich zudem auch in Zeiten der Coronapandemie solide. Angesichts dessen sehen wir ein sehr positives Chancen-Risiken-Verhältnis für die Aktie.

Darüber hinaus deckt der Konzern weite Teile der »Prozesskette« im Gesundheitssystem selbst ab und bietet damit einen Mehrwert für alle Beteiligten an. Das Qualitätssicherungssystem ist hoch angesehen und Vorbild für die ganze Branche. Das medizinische Netzwerk gilt als mit führend bei Diagnosegenauigkeit, Behandlungserfolg, Reduzierung von Komplikationen usw. Zudem versucht UnitedHealth auch für die anderen Vertragspartner eine win-win-Situation zu schaffen. Der Gesundheitsdienstleister hat damit einen tiefen und breiten Burggraben um sich herum gezogen.