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Kutzers Zwischenruf: Jetzt Aktien kaufen – aber mit viel Geduld!

Kommentar von Hermann Kutzer, ehem. Börsenkorrespondent für das Handelsblatt und “N-TV”

Es gibt gute Nachrichten für Anleger: Die deutsche Aktie wird aufgewertet! In der breiten Öffentlichkeit nur wenig beachtet (kein Wunder angesichts der Inflations- und Krisenstimmung) hat die Bundesregierung Eckpunkte eines geplanten „Zukunftsfinanzierungsgesetzes“ vorgestellt. Damit soll die Aktie als Anlage- und Finanzierungsinstrument in Deutschland für einen deutlich größeren Kreis von Menschen attraktiver und den Finanzplatz Deutschland für Unternehmen wettbewerbsfähiger gemachen werden. Lob. Nur: So etwas hätten wir schon viel früher gebrauchen können. Das Deutsche Aktieninstitut kann endlich laut in die Hände klatschen. Anlass zum Jubeln bietet insbesondere die Absicht, Kursgewinne von Privatanlegern bis zu einem Freibetrag wieder steuerfrei zu stellen. Dies trägt wesentlich dazu bei, den Aktienbesitz attraktiver zu machen.

Das ist also jetzt in der Planung. Die Anleger selbst brauchen darauf aber nicht zu warten, sondern können schon heute ihre finanzielle Zukunft (Altersvorsorge!) sichern oder verbessern, indem sie langfristig (wirklich gaaanz langfristig!) in Aktien investieren. Es gilt also, mit einer entsprechenden Einmalanlage oder – besser noch – einem Aktien- bzw. Aktienfondssparplan die Gunst der schwachen Börsenstunde zu nutzen. Wer über Jahrzehnte hinweg schaut, braucht sich aktuell keine grauen Haare wachsen zu lassen. Gewiss, die hinter und liegenden Monate waren für die Börse hundsmiserabel. Fachwelt und Medien beschäftigen sich schweißtreibend mit der Frage, ob man sich jetzt noch schnell von seinem Depot trennen oder es antizyklisch aufstocken sollte. Denn dass sich ein langer Atem an den Börsen auszahlt, ist kein Geheimnis. Aber es dominiert leider das Kurzfristig-Denken, aktuell haben die meisten Anleger einen kurz- bis mittelfristigen Horizont.

Dabei sollte gerade in diesen Tagen von möglichst vielen Experten das Erfolgsrezept Nummer 1 der Börse propagiert werden: die Geduld. Vorbildlich zum Beispiel die Strategen von M.M. Warburg & Co., die Einmalanlage und Sparpläne analysiert haben. Letztendlich sind bei der Wahl zwischen den Strategien das eigene Wohlbefinden und Risikoprofil sowie die persönliche Vermögensausstattung entscheidend. Aber wie man sich auch entscheidet: Historisch betrachtet haben sich beide Anlagestrategien ausgezahlt. Auch temporäre Rücksetzer (einschließlich tiefer Kurseinbrüche) an den Aktienmärkten, so wie aktuell zu beobachten, ändern diese Grundaussage nicht. Ich teile die dringende Empfehlung der Hamburger Banker: Anleger sollten für die private Vorsorge besonders geduldig sein und einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren – besser 15 Jahren – mitbringen. Denn es lohnt ich nach wie vor (besser: gerade jetzt), in Aktien zu investieren, selbst wenn der Gegenwind kurzfristig spürbar zugenommen hat.