Inflation – wenn Preise steigen und die Kaufkraft sinkt

Der Begriff Inflation stammt vom lateinischen Wort Inflatio ab und bedeutet so viel wie die Schwellung oder das Anschwellen. Der Duden bezeichnet die Inflation als eine übermäßige Ausgabe von Zahlungsmitteln, Geldentwertung.

Ökonomen sagen, dass eine Inflation immer dann vorliegt, wenn das allgemeine Preisniveau für die Produkte, Güter und Dienstleistungen ansteigt, was mit einer Teuerung gleichzusetzen ist. Es findet gleichzeitig eine Verminderung der realen Kaufkraft des Geldes statt.

Wie wird die Inflation gemessen?

In den Medien wird in der Regel am Monatsanfang die Inflationsrate des vergangenen Monats bekannt gegeben. Dabei ändert sich die Teuerungsrate im Vergleichszeitraum um ein paar Prozentpunkte, oft steigen sie auch nur ein paar zehntel Prozent nach oben unten. Es werden auch meistens noch die Gründe angegeben, was für die Veränderung verantwortlich ist. ( z.B. Preise für Energie, Mieten, Lebensmittel etc.)

Für die Berechnung der Inflation werden bestimmte Warenkörbe von Gütern und Dienstleistungen gebildet. Die Preisänderungen in diesen Warenkörben bildet dann die Inflationsrate Sinkt die Inflation, dann ist der Warenkorb voller, bei steigender dagegen leerer.

Auch eine Berechnung über den sogenannten BIP Deflator (BIP= Bruttoinlandsprodukt) ist möglich, das bedeutet die Preisänderungen aller Güter in einer Volkswirtschaft wird für die Berechnung der Inflationsrate herangezogen.

In den Medien wird die Inflationsrate auf der Grundlage des Verbraucherpreisindex veröffentlicht. Das ist die gängigste Methode zur Bestimmung. Dazu wird der Index mit Hilfe eines Warenkorbs berechnet, der in einem bestimmten Basisjahr repräsentativ für einen durchschnittlichen Haushalt in der BRD festgelegt wird. Ein durchschnittlicher Haushalt wurde dabei mit statistisch 2,3 Personen ermittelt.

Die Deutschen und die Inflationsängste

Zwei Weltkriege bedeuteten zweimal eine immense Geldentwertung durch die Inflation.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 begann eine Hyperinflation, eine der größten und radikalsten Geldentwertungen des vergangenen Jahrhunderts. Mit der Kapitulation des deutschen Kaiserreiches war die Kaufkraft der Reichsmark bereits um 50% gesunken, auf dem Schwarzmarkt noch mehr. Die sich anschließende Weimarer Republik begann 1919 mit einer gigantischen Ausweitung der Geldmenge. Ziel war es die Schulden des deutschen Staates zu tilgen, ohne Rücksicht auf Verluste, die nur zu Lasten des deutschen Volkes gingen. Damit wurden die Reparationen, die sich aus dem Versailler Vertrag ergaben bezahlt. Im Juli 1923 kostete 1 Dollar an der New Yorker Börse immerhin schlappe 1 Million Reichsmark. Im täglichen Gebrauch waren damals Geldscheine in Millionen,- Milliarden- und Billionenbereich. Mit der Ablösung der Papiermark durch die Rentenmark zum 15. November 1923 wurde die Inflation beendet und das Leben begann sich langsam wieder zu normalisieren.

Auch der Zweite Weltkrieg wurde mit einer Inflation von 1939 ähnlich finanziert. Diese Inflationsphase wurde erst durch die Währungsreform und der Einführung der Deutschen Mark 1948 beendet.

Diese zwei Inflationen in Deutschland, bei denen der überwiegende Teil der Bevölkerung einen Großteil seiner Ersparnisse verlor, verinnerlichte im kollektiven Bewusstsein die Angst vor inflationären Tendenzen. Die Stabilitätspolitik der nun unabhängigen Bundesbank sorgte dafür, dass die Inflation in Deutschland nicht mehr auftrat und die Deutsche Mark eine sichere, stabile Währung wurde.

Führt der Euro uns in die nächste Inflation?

Mit der Aufgabe der deutschen Währung und der Einführung des Euro ist die Gefahr groß, dass die Politik wieder Einfluss auf die Währung gewinnt. Mit der gegenwärtigen Nullzinspolitik, dem Drucken von Geld in astronomischer Höhe und dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank besteht nach Meinung führender Ökonomen zumindest die Gefahr einer Inflation. Denn auch jetzt sollen die enormen Staatsschulden durch Inflationierung abgebaut werden. Die Millionen Sparer sind die ersten, die dafür enteignet werden.

Fazit

Wenn wir die Geschichte und Gegenwart (z.B. Simbabwe, Argentinien und Venezuela) der Inflation betrachten, dann sind Sachwerte eine Sicherheit gegen die Inflation. Nicht jeder kann eine Immobilie erwerben. Aber auch Anteile an krisensicheren Unternehmen haben bisher jede Geldentwertung überstanden. Anlagen in Aktien sind ein sicherer Weg, um die Ersparnisse für die Zukunft zu sichern. Wer skeptisch gegenüber Aktien ist, sollte alles den Profis überlassen und sich den Kauf von Fonds überlegen.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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