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Viele Anleger werden jetzt denken, ist die zweitgrößte Volkswirtschaft nicht schon längst im MSCI World enthalten?! Die Antwort lautet: „bisher nicht“, aber im Juni 2018 wird das Schwellenland China ganz offiziell in den Aktienindex der 1.600 Aktien von bisher 23 Industrieländern weltweit aufgenommen. Es mag tatsächlich etwas spät wirken, doch Intransparenz und Abschottung des chinesischen Kapitalmarktes führten zu dieser langen Aufnahmeverweigerung der Verantwortlichen bei MSCI.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Aufnahme in den Index

Mit den Aufnahmen in den wohl wichtigsten Aktienindex der Welt wird das Gewicht chinesischer Festlandaktien sowohl im MSCI World All Country als auch im MSCI Emerging Markets steigen. Nicht sofort, es bleibt am Anfang bei überschaubaren Quoten aber die Bedeutung chinesischer Aktien in den Indizes wird in den kommenden Jahren und wie wir es von China gewohnt sind, Schritt für Schritt, ansteigen

Aber schon jetzt ist absehbar, dass wieder einmal Milliarden an den Märkten bewegt werden. Die Mehrheit des weltweiten in Fonds angelegten Aktienkapital, wir sprechen hier von 85 Prozent aller Aktienfonds, nehmen den MSCI World als Benchmark und richten sich danach in ihrer Anlagestrategie. Dabei geht es um die gigantische Summe von 12.400 Milliarden Dollar die Anleger in die Fonds investiert haben. Dazu kommen noch einmal zusätzlich 230 Milliarden Dollar, die in ETF Schwellenländer angelegt sind und die dem Index laut ihrer passiven Anlagestrategie folgen müssen. Aber auch andere Fonds, die sich an einem globalen oder Schwellenländerindex orientieren, werden nachziehen. Es wird in der nahen Zukunft zu gigantischen Investitionen im Land der Mitte kommen. Wir werden den chinesischen Markt weitaus mehr Beachtung schenken müssen, wenn wir renditestark als Kleinanleger investieren wollen.

Die meisten von Ihnen werden jetzt das schlechte Image der China-Aktien anführen. Schließlich galten die Börsen in Shanghai und Shenzen lange Zeit als Zockerbuden und chinesische Konzerne und teilweise hochverschuldete Konglomerate, wie z.B. Versicherungskonzern Anbang oder der Investor HNA, in Deutschland bekannt als Investor bei der Deutschen Bank. Auch die teilweise aggressive Übernahmestrategie chinesischer Konzern wird in Deutschland mehr als Bedrohung wahrgenommen, denn als seriöses Geschäftsgebaren.

Aber Chinas Aktienmärkte unterliegen einer starken Veränderung. Speziell in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, der auf Grund ihres Sonderstatus in der Vergangenheit das Tor Chinas zur Welt bildete, werden die ausländischen Marken durch einheimische Waren verdrängt. Durch den Handelskrieg mit den USA und der EU wird die Volksrepublik weiterhin verstärkt auf die eigene Wirtschaft setzen und kann dabei auf einen riesigen Binnenmarkt mit einer stark wachsenden Mittelschicht setzen.

Chinas Börsen haben zunehmend Substanzwerte in ihren Listings. So gehört der weltweit agierende Ölkonzern Petrochina und der international agierende Technologiekonzern China Mobile zu konstanten Größen im dortigen Index. Auch vielleicht nicht so gut angesehene Werte wie China Construction Bank, China Life Insurance oder der Energiekonzern CNOC haben großen Substanzwert und werden durch ihre Restrukturierungsmaßnahmen weiter an Wert gewinnen, denn die durch erzielten Kostensenkungen und die Zahlung von Sonderdividenden machen sie zu attraktiven Anlageobjekten.

Erfahrungen und Zukunftsaussichten

In der Vergangenheit konnten durchaus gute Erfahrungen mit Aktien aus China gesammelt werden. Es waren allerdings international bekannte Aktien, die auch in Deutschland gelistet waren. So gehörten Petrochina, China mobile und die Bank of East Asia aus Hongkong jahrelang zu gut sortieren Depots. Stetiges Wachstum und die jährliche problemlose Dividendenzahlung sorgten für eine gute Wertentwicklung während dieser Zeit.

Jetzt werden die Karten neu gemischt, andere Player kommen auf die Bühne des chinesischen Markts. Tencent, Alibaba, Baidu aus dem Technologiebereich haben ihr hohes Potential schon bewiesen. Aber auch andere Gesellschaften, wie der Konsumgüterkonzern Yum China Holdings oder Immobilien wie der Baukonzern China Overseas & Land, scheinen angesichts der ständig wachsenden Bevölkerung eine gute Investition für die Zukunft zu sein. Die zahlungskräftige Mittelschicht verfügt über die finanziellen Mittel für einen starken Binnenmarkt.
Natürlich brauchen Kleinanleger mehr Informationen über den chinesischen Markt, um dort einzusteigen.
Unser Aktienclub wird sicher weiter an dem Thema dranbleiben. Wer aber durchaus jetzt schon die Chancen nutzen will, dem empfehlen wir als Neueinsteiger eine Fondslösung. Chinaaktien sind seit 2015 unterbewertet und werden durch die Aufnahme in den MSCI World einen stetigen Wachstumsschub erhalten. Auch deutsche Anleger und Publikumsfonds müssen umdenken, aktuell sind nicht einmal ein Prozent des deutschen Fondsvermögens direkt und indirekt in chinesischen Titeln investiert. Der Markt ist zu groß, um ihn weiter zu ignorieren. China wird auch in Zukunft für mehr Transparenz sorgen müssen, um nervenaufreibende Crashs und Spekulationsblasen aus der Vergangenheit zu verhindern.

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