Amazon gelingt die Übernahme des größten arabischen Online-Marktplatz

Amazon ist die Übernahme seines größten Konkurrenten im Nahen Osten gelungen. Für 650 Millionen Dollar soll der arabische Onlinehändler Souq.com an den US-Konzern verkauft worden sein. Die mit 1 Milliarde Dollar bewertete Online-Plattform des Nahen Ostens wird mit der Übernahme ihr Produktangebot ausbauen und plant, ihren Kundenstamm zu vergrößern. Mit dem Kauf gelingt Amazon der Einstieg in einen Wachstumsmarkt, denn Souq.com war bei den arabischen Kunden stets beliebter. Der Kaufpreis ist noch unbestätigt, doch haben sowohl Amazon als auch der Souq-CEO zur Übernahme bereits Stellung genommen. Amazon hat sich auf seinem globalen Einkaufsbummel mit Souq.com den größten Konkurrenten der Region gesichert. Souq-CEO Ronaldo Mouchawar gründete die Plattform in 2015, zusammen mit Samih Toukan und Hussam Khoury. Die Shopping-Plattform Souq.com mit Sitz in Dubai entstand nach dem Verkauf von Mouchawars arabisch-sprachigem Online-Portal “Maktoob” an Yahoo. Dieses wurde jedoch in 2014 im Rahmen des internationalen Rückzugs von Yahoo wieder aufgegeben. Souq.com liefert derzeit in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien, Ägypten, Kuwait, Jordanien, Libanon, Qatar, Bahrein und in den Oman. Kunden können Ware kostenlos zurücksenden. Souq.com kann 2 Millionen Produkte in 30 Kategorien von 75.000 Verkäufern vorweisen und ist damit der größte Onlinehändler der Region.

Amazon kauft Logistik ein

Interessant dürfte für Amazon auch der Fulfillment-Bereich des Unternehmens sein. Souq hat ein eigenes Logistik- und Transportmanagement aufgebaut. Auch das Souq-eigene Zahlungsportal “Payfort” ist im Kaufpreis enthalten. Damit erweitert Amazon eigene technische Möglichkeiten, aber auch sein Business-Knowhow im arabischen Raum. Laut McKinsey liegen die Ausgaben der arabischen Welt im Onlinehandel allerdings nur bei 2%.

Käufer und Verkäufer geben Feedback

Russ Grandinetti, Amazon Senior Vice President für internationale Kunden, sagte: „Souq.com schuf im Nahen Osten einen Online-Handel mit einem ausgezeichneten Einkaufserlebnis für seine Kunden. Wir freuen uns auf beides: Darauf, von ihnen zu lernen und sie mit unserer Amazon-Technologie und den globalen Ressourcen zu unterstützen“. Sheikh Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Kronprinz von Dubai, freut sich, dass der Abschluss “Dubais Position als regionaler und globaler Hub für die größten und wichtigsten Unternehmen der Welt bestätigt”. Die auch als „Amazon des Nahen Ostens“ bezeichnete Plattform hat Ihren Unternehmenssitz in Dubai. Ronaldo Mouchawar, Souq-CEO bezeichnet auf seiner Plattform den Deal als eine besondere Leistung für sein Unternehmen. Seit der Gründung habe man habe immer Technologie und Handel verbinden wollen, um auch der arabischen Welt den Online-Handel zu ermöglichen. Der Verkauf sei ein Meilenstein für das Unternehmen, so Mouchawar, der sich Vorteile in technologischer Sicht, eine breitere Produktpalette durch den globalen Einkauf, und einen Ausbau des Kundensupports erhofft. Auch regionale und globale Verkäufer sollen davon profitieren.

Konkurrenz drängt auf den Markt

Doch der nächste Konkurrent steht bereits am Start: Noon.com, eine mit 1 Milliarde Kapital ausgerüstete Online-Plattform für den arabischen Raum. Geldgeber des Projekts sind der saudi-arabische Public Investment Fund und der Immobilienmagnat Mohamed Alabbar, dem Eigentümer von „The Dubai Mall“ und dem „Burj Khalifa“. In 2016 kaufte Alabbar den Logistiker Aramex, an dem auch Amazon Interesse gezeigt hatte. Mit diesem Deal sanken Amazons Chancen, doch noch im Nahen Osten Fuß zu fassen. Und für auch Souq.com könnte sich die neue Handelsplattform zum ernsthaften Konkurrenten entwickeln. Spekulationen zufolge war der bevorstehende Auftritt von Noon.com der Grund für den Verkauf des gesamten Unternehmens. Denn ursprünglich hatte Mouchawar lediglich 30% der Unternehmensanteile abgeben wollen. Weitere Onlinehändler des Marktes sind Wadi und Namshi, ein Unternehmen von Rocket Internet.

Angst vor der Amazon-Übernahme

Der ursprüngliche Preis von 1 Milliarde Dollar sank im November 2016. Denn Souqs Investoren, der amerikanische Hedge Fond Tiger Global Management und der südafrikanische Medienkonzern Naspers wollten die Plattform verkaufen. Die Unternehmen beteiligten sich im Rahmen einer Finanzierungsrunde im Februar 2016. Einer der stärksten Bieter der Investoren-Finanzierungsrunde Mohammed Alabbar, der das Projekt Noon.com finanziert. Sein Angebot wurde jedoch als zu niedrig abgelehnt, so die Financial Times, und damit erhielten die 275 Millionen US-Dollar von Tiger und Naspers und anderen Investoren den Zuschlag. In der Region sorgt man sich nun, dass Amazon künftig den gesamten Internethandel dominieren wird.

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