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Des einen Freud, des anderen Leid…

Wer kennt sie nicht, Amazon, Otto, Zalando und viele andere kleinere und größere Plattformen, auf denen die internetaffinen Kunden jeden Tag 24 Stunden einkaufen, können. Ein Klick und dann hat es sich für die Kunden erledigt. Das andererseits die Innenstädte immer mehr durch den Leerstand veröden, weil immer mehr Einzelhandelsgeschäfte und auch Handelsketten keine ausreichenden Umsätze mehr generieren, ist den Veränderungen der Zeit geschuldet.

Der große Gewinner – der Versand

Aber irgendwie muss die georderte Ware zu den Kunden kommen. Solange Amazons und andere Lieferdrohnen noch nicht im flächendeckenden Einsatz sind, wird wohl die DHL überwiegend die Pakete ausliefern. Gut, es gibt mit Hermes (Otto Group) FedEx, UPS, German Parcel noch einige andere Konkurrenten. Aber der Hauptanteil liegt dennoch beim Gelben Riesen.

Die Deutsche Post AG

Die Deutsche Post AG mit Sitz in Bonn ist ein deutsches Logistik- und Postunternehmen. Das Unternehmen entstand am 01.01.1995 durch die Privatisierung der früheren Behörde Deutsche Bundespost. Es ist seit 2000 Bestandteil des deutschen Leitindexes DAX.

Mit Wirkung vom 23. September 2013 zog die Deutsche Post in den EURO STOXX 50 ein. In den Forbes Global 2000 der weltweit größten Unternehmen gehört der Deutsche Post AG immerhin Platz 205 (Stand: Geschäftsjahr 2017). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von ca. 50 Mrd. US-Dollar.

Bis 2009 war das Unternehmen als Deutsche Post World Net bekannt, bis 2015 dann als Deutsche Post DHL und seitdem als weltweit erfolgreicher Global Player Deutsche Post DHL Group.

Überwiegend ist die Deutsche Post AG in Streubesitz. Großaktionär ist die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 21,0 Prozent der Aktien. Ein weiterer Großaktionär ist der US-amerikanische Vermögensverwalter Black Rock (6,19 Prozent).

Der Marktführer in der Logistik mit kleinen Problemen

Die Logistikkette von der Produktion bis zur Haustür des Kunden, teilweise mit Rücksendung (manchmal auch mehrmals) ist lang und komplex. Denn jeder Einzelhändler hat sein eigenes, auf Kosteneffizienz und Geschwindigkeit gerichtetes, Versandsystem dazu entwickelt. Dieses riesige Feld ist der Markt der Zukunft für die Deutsche Post.

Zur Logistik muss aber auch (noch) die Briefsparte gezählt werden. Auch wenn die frühere sichere Bank für sicheren Profit nicht mehr die Bedeutung hat, werden immer noch Briefe, Postkarten, Wertsendungen und vor allen Dingen Werbung  mit der Post zum Endkunden versandt. Und hier hat die Post Probleme. Zum einen wegen der Konkurrenten, die sie nebenbei gnadenlos bekämpft, um ihre Monopolstellung nicht weiter zu verlieren. Andererseits fehlt es wie fast überall an bezahlbarem Personal für die Zustellung der Briefe und Pakete. Trotzdem wurde eine Vorruhestandsreglung im Bereich für Mitarbeiter der PEP- Sparte (engl.: Post, E-commerce, Parcel) im II. Quartal durchgezogen. Die kostete den Konzern 400 Mio. Euro, aber so will er die Kosten senken, die sich aus den alten Verträgen ergeben. 100 Mio. Euro wurden in die weitere Digitalisierung einfacher Tätigkeiten investiert.

Aber immerhin, es werden noch 3,2 Mrd. Euro Gewinn erwartet, die aber schon etwas gedämpfter klingen als vor der Gewinnwarnung (4,15 Mrd. Euro). Bei international agierenden Konzernen spielen auch negative Währungseffekte eine große Rolle bei Umsatz und Gewinn. Nicht jede Wechselkursdifferenz gegen den Dollar lässt sich preiswert mit Derivaten absichern.

Wirtschaftliche Aussichten

Zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf die weiterhin schrumpfende Briefsparte PEP. Wegen dem rückläufigen Briefgeschäft wurde kürzlich das Porto angehoben und es wird nicht die letzte Anhebung sein. Die Post findet bei der Bundesnetzagentur meistens Verständnis, wenn die Porti für ihre Dienstleistungen erhöht werden sollen. Hat doch der Staat, wie bereits gesagt, auch noch Interesse, sprich Anteile, an den Gewinnen der Post AG.

Die internationale DHL – Sparte auf der anderen Seite wächst jährlich um ca. 11%. Und es ist abzusehen, dass mit zunehmendem Anteil von DHL am gesamten Konzernumsatz die Wachstumsrate steigen wird. Aktuell beträgt das Umsatzwachstum des Konzerns rund 4% pro Jahr.

In der Bilanz schlummern aber aktuell Verbindlichkeiten in Höhe von 12 Mrd. Euro. Die Schulden wurden erst im laufenden Jahr neu bilanziert, da die Dt. Post ihre Bilanzierungsregeln änderte. So wurden z.B. Verpflichtungen aus laufenden Leasingverträgen in Höhe von 9 Mrd. als Schulden in die Bilanz zusätzlich aufgenommen.

Bis zum Jahr 2020 möchte die Dt. Post den Gewinn auf 5 Mrd. Euro steigern. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 8,7 Prozent.

Fazit

Trotz der aktuellen und noch zu erwartenden erwarteten Kursrückschläge bleibt die Deutsche Post AG ein attraktiver Wert und solider Dividendenbringer für die Zukunft. In unserem Fonds finden wir die Position ebenso wie den größten Auftraggeber Amazon.