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Die Leitzinsen – Gefahr für die Aktienmärkte?

Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed, hat während seiner kurzen Amtszeit die Leitzinsen schon drei Mal erhöht. Sie stehen aktuell in einem Korridor von 2 bis 2,25 Prozent und werden, so die überwiegende Meinung der Finanzmarktexperten, im Dezember weiter steigen. Auch für 2019 sind Zinsschritte angekündigt. Doch egal, wie viele es am Ende werden, ob 2, 3 oder 4, die Zinssteigerungen bringen die Finanzmärkte in Schwierigkeiten.

Der US-Präsident tobt und jammert, die Fed sei verrückt geworden und beschädige alles, was er geschaffen habe.

Ein Geheimtreffen am 12.10.2018 auf der indonesischen Ferieninsel Bali, die Early Warning Exercise, eine Art Frühwarnsystem des Internationalen Währungsfonds, stand dazu an – ein informelles Treffen der wichtigsten Notenbankchefs und Politiker, bei dem alle ihre Sorgen über bestehende und sich abzeichnende Krisen und deren Folgen auf den Tisch legen.

Welche Folgen haben steigende Zinsen in den USA?

Die erste Folge ist, die Kredite werden teurer, und das betrifft nicht nur die Privatkredite, sondern auch die Firmenkredite und ebenso die Staatsverschuldung der USA. In den USA ist das Plastikgeld viel stärker verbreitet als zum Beispiel in Deutschland. Dort gehört es zum guten Ton, alles mit der Karte zu zahlen, und wenn das Limit der Karte erreicht ist, dann zieht der Schulden gewohnte US-Bürger eben die nächste Karte aus der Tasche.

Die private Verschuldung ist nach Angaben der Federal Reserve Bank im letzten Quartal des Jahres 2017 auf 13,2 Billionen Dollar geklettert, fast 200 Milliarden mehr als im Quartal zuvor. Das ist eine Rekordsumme. Hypotheken stehen mit fast 9 Billionen an erster Stelle, gefolgt von Kreditkartenschulden von mehr als 800 Milliarden US-Dollar. Auch die Auto- und Studienkredite nehmen weiter zu. Die stetig steigenden Privatschulden sind jetzt schon das fünfte Jahr in Folge zu beobachten.

Doch wenn der private Verbraucher auf die Regierung in Washington schaut, dann sieht er nichts anderes. So betrug die Staatsverschuldung der USA Ende 2017 20,9 Billionen Dollar, und auch in diesem Jahr wird wieder eine Schippe draufgelegt, geschätzte 22,05 Billionen Dollar sollen es am Ende sein.

Zinsen werden gezahlt, von einer Tilgung des Schuldenberges ist keine Rede. Im Gegenteil, er wird durch die Steuerreform der Trump-Regierung immer höher. Die Folgen wird der nächste Präsident dann auszubaden haben (siehe dazu auch unseren Beitrag: Erinnerungen werden wach).

Wenn die Zinsen jetzt weiter steigen, bekommen die US-Bürger ein Problem, denn schließlich müssen sie neben der Tilgung die erhöhten Zinsen zahlen. Und das bedeutet weniger Konsum, weniger Produktion, weniger Arbeitskräftebedarf, weniger Steuereinnahmen – kurzum: Die Konjunktur wird in einen Abwärtsstrudel geraten.

Doch nicht nur der Verbraucher ist von den steigenden Zinsen betroffen, sondern auch die Wirtschaft, die sich in der Niedrigzinsphase verschuldete. Der kleine Mittelständler, der einen Kredit für eine Investition abzustottern hat, dürfte bei nachlassender Konjunktur in arge Bedrängnis geraten. Aber auch viele große Konzerne haben die Zinsflaute genutzt und sich bis unter das Dach für Übernahmen und Aktienrückkäufe verschuldet. Sie sind an steigenden Zinsen nicht interessiert und finden dabei ein offenes Ohr in Washington, das die Zinsen allerdings nicht beeinflussen kann.

Zumindest scheint der Fed-Chef nicht mehr wie ein Autist die geplanten Zinsschritte im nächsten Jahr auf dem Radar zu haben. Er werde sich jetzt die wirtschaftliche Gesamtsituation anschauen und bei den Entscheidungen berücksichtigen, ließ er verlauten. Und diese Situation ist wahrlich nicht dazu geeignet, die Zinsen über Gebühr anzuheben. Die USA befinden sich wie viele andere Länder auch gerade in einer Phase nachlassender Konjunktur.

Und die internationalen Auswirkungen?

Speziell die Länder der Dritten Welt haben Dollar-Kredite für verschiedene Projekte aufgenommen, aber auch für die notwendige Umschuldung. Zwei Drittel des globalen Wachstums werden durch diese Staatengruppe getragen. Seit 2017 hat sich die Gesamtverschuldung der Länder von 21 000 Milliarden Dollar auf rund 63 000 Milliarden Dollar erhöht. Sie stieg damit von 145 auf 210 Prozent der jeweiligen Bruttoinlandsproduktion. Doch auch wenn die meisten Kredite in lokalen Währungen notieren, laufen bis 2025 2700 Milliarden Dollar auf. Ob sich die Rückzahlung problemlos gestaltet, werden wir im kommenden Jahr sehen, wenn die Rückzahlung von 500 Milliarden US-Dollar ansteht. Aber schon jetzt haben die bisherigen Zinsänderungen für schwerwiegende Turbulenzen in Argentinien und der Türkei gesorgt.

Fazit

Die Märkte haben die künftigen Zinserhöhungen der Fed in die Aktienkurse längst eingepreist.

Natürlich zieht der Zinsunterschied von circa 2,5 Prozent sehr viel Kapital aus Europa in die USA ab. Fakt ist, dass vorsichtige Anleger bei über 3 Prozent Rendite auf eine 10-jährige US-Anleihe oder bei 7-jährigen US-Industrieanleihen mit erstklassiger Bonität sogar bei 4 Prozent pro Jahr schon ins Grübeln kommen, ob die Risiken des Aktienmarktes noch gerechtfertigt sind. Allerdings müssen wir hier darauf hinweisen, dass sie sich einem Währungsrisiko bei Turbulenzen des Dollars aussetzen. Und auch die Gefahr der Inflation ist in den USA nicht zu unterschätzen. Da bleiben doch Aktien der bessere Weg.