Diversifikation – in Branche Länder Klassen

Unter Diversifikation versteht der Duden Abwechslung oder Mannigfaltigkeit. Aber auch hier wird schon in der Erläuterung mit der Ausweitung des Waren oder Produktionssortimentes eines Unternehmens auf die besondere Bedeutung in der Wirtschaft verwiesen.Im Bereich der Börse wird darunter speziell die Streuung der Werte in einem Wertpapierdepot verstanden. Ebenso wie im strategischen Management der Unternehmen die Erschließung neuer Geschäftsfelder mit dem Ziel das unternehmerische Wachstum zu sichern und einen Ausgleich der Risiken zu schaffen, muss ein Anleger versuchen, in seinem Portfolio eine Streuung seiner vorhandenen Wertpapiere auf verschiedene Anlageklassen zu erreichen.

Dieses Bestreben ist nicht eine Reaktion auf die Finanzkrisen der Gegenwart. Schon bei den alten Babyloniern war es üblich, sein Vermögen zu gleichen Teilen in Land, Geschäften und Liquidität vorrätig zu halten. Diese Theorie ist also nicht wirklich nicht neu und wurde seit 2000 Jahren immer weiter entwickelt.

Die neue Art der Diversifikation

Einen bedeutenden Schritt ging Harry M. Markowitz mit seiner 1952 veröffentlichten Portfolio Selection Theorie. Dafür erhielt der amerikanische Wissenschaftler 1990 den Nobelpreis für Wirtschaft. In dieser Theorie geht Markowitz über die bisher im Grunde seit 2000 Jahren in verschiedenen Formen vorherrschende naive Streuung des Vermögens hinaus. Neben der Diversifikation wird hier die Korrelation, also der lineare Zusammenhang, zwischen zwei Wertpapieren betrachtet und die Entscheidung für die Strukturierung des Depots getroffen. Vereinfacht gesagt geht es dabei darum, nach Möglichkeiten zu suchen, aus zwei oder mehreren nicht perfekt positiv miteinander korrelierenden Wertpapieren rendite- und gleichzeitig risikooptimale Depots aufzubauen.

Tipps zur Diversifikation

Ein Depot sollte Wertpapiere aus mehreren voneinander unabhängigen Branchen, Länder und Währungsräume enthalten. So zum Beispiel sollte der Anleger hinterfragen, ob Aktien aus der Automobilindustrie und der dazugehörigen Zulieferindustrie, möglicherweise noch aus demselben Land, die richtige Mischung im Krisenfall in seinem Portfolio darstellt.

Auch die Anzahl der Wertpapiere spielt eine große Rolle. Wer nur auf eine oder wenige Aktien setzt, wird bei einem Konjunktureinbruch wahrscheinlich höhere Verluste verkraften müssen, als ein Anleger, der ein breit gestreutes Depot hat. Der Übersichtlichkeit wegen sind zehn Wertpapiere durchaus zu empfehlen.

Ein Depot kann auch durch die Beimischung von anderen Anlageinstrumenten wie zum Beispiel ETFs, ETCs, Anleihen, Indexzertifikate, offenen Immobilienfonds etc. breit diversifiziert werden.

Natürlich kommt es bei dem richtigen Mix auf die Erfahrungen des Anlegers an. So wird ein Anfänger in der Regel konservativen Wertpapieren den Vorzug geben. Hierzu zählen die Schwergewichte aus dem DAX oder MDAX bzw. ETFs auf diese Indizes. Diese Papiere sorgen schon auf Grund ihres Handelsumfangs für eine gewisse Stabilität in jedem Depot.

Erfahrene Anleger werden sicher auch auf eine konservative Basis in ihren Anlagen Wert legen. Sie mischen dann aber schon einmal spekulative Werte, wie Small Caps, Hebelzertifikate oder in Fremdwährungen notierende Papiere bei.

Ein Portfolio ist nichts statisches, sondern es muss immer wieder einmal ein Rebalancing vorgenommen werden. Das bedeutet, eine Diversifikation muss von Zeit zu Zeit überprüft werden und ggf. den neuen Bedingungen angepasst werden. Sehr gut kann jeder Anleger das an der Börse und ihren Segmenten selbst sehen. Wenn die Termine für die Anpassung in den Indizes anstehen, verfolgen nicht nur die Fondsmanager die Änderungen in der Zusammensetzung. Auch erfahrene Kleinanleger versuchen ihre Diversifizierung im Depot stets anzupassen.

Zusammenfassung zur Diserfikation

Eine ausgewogene Diversifizierung eines Wertpapierdepots wirkt wie eine Versicherung für jeden Anleger gegen das Risiko zu starker Schwankungen an den Börsen. Aus dem bisher gesagten lässt sich aber auch ableiten, dass der Anleger mit Einzelwerten auch über eine gewisse Größe des Depots verfügen muss, um seine Werte zu streuen. Wer nicht über das notwendige Kapital verfügt, dem empfehlen wir entweder einen breit streuenden Fonds, so zum Beispiel unseren Aktienfonds.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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