Mehr Interesse an Börsengängen, die Früchte einer guten Tat und die Globalisierung stößt an die Grenzen

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Der Börsengang ist und bleibt das beste Finanzierungsinstrument für Unternehmen und Anleger. Wir hatten schon mehrfach darüber geschrieben. Die neusten Zahlen einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young untermauern diese These noch einmal deutlich.
Die Zahl der Börsengänge wächst. Und dass trotz Pandemie. Insgesamt wagten im ersten Quartal dieses Jahres weltweit 391 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 68 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen kletterte sogar um 223 Prozent auf 91,8 Milliarden Dollar.
Das stärkste Wachstum wurde dabei einmal nicht in China, sondern in Europa registriert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Zahl der Börsengänge von 20 auf 68, das Emissionsvolumen hat sich von 1,2 auf 20,1 Milliarden Dollar sprunghaft erhöht. Auch der Börsenplatz Deutschland ist gut ins Jahr gestartet. Man erwarte zwölf bis 16 Börsengänge für das laufende Jahr.
Auch in den USA entwickelte sich das IPO-Geschehen dynamisch: Während sich die Zahl der IPO´s an den US-Börsen von 24 auf 82 mehr als verdreifachte, kletterte das dabei erzielte Emissionsvolumen von 7,2 auf 37 Milliarden Dollar.
Was bedeutet das für uns als Kleinanleger? Wir haben wieder eine größere Auswahl an Anlagemöglichkeiten. Wir warnen aber davor, ungeprüft einzusteigen.
Und ein deutsches Vorzeigeunternehmen in der Corona-Pandemie meldete Zahlen, die selbst Analysten überraschten. Im Geschäftsjahr 2020, das Ende Dezember zu Ende ging, hat BioNTech je Aktie 0,06 Euro verdient. Der Konsens der Experten hatte zuvor einen Verlust je Anteilsschein in Höhe von -1,588 Euro in Aussicht gestellt. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum war dies eine deutliche Steigerung, im Jahr 2019 hatte BioNTech einen Verlust von 0,850 Euro je Aktie vermeldet. Die Erlöse schossen nach 108,6 Millionen Euro auf 482,33 Millionen Euro nach oben. Analysten hatten dem Mainzer Unternehmen zuvor Erlöse von 367,8 Millionen Euro zugetraut.
Nun fehlt noch immer eine Impfstrategie in Deutschland. Das starre Festhalten an der bisherigen Priorisierungvorschrift ist ganz einfach unverständlich. Wir wollen doch gar nicht an der Tankstelle oder auf offener Straße geimpft werden, wie es Bilder aus den USA zeigen. Aber hoffen wir, dass es wenigstens nach Ostern beim Hausarzt klappt. Obwohl nach den Vorgaben vom Robert Koch-Institut eine schriftliche Aufklärung gar nicht erforderlich ist, erwarten zahlreiche Impfzentren, dass diese sogar zweimal durchgeführt werden sollen – je vor der Erst- und erneut vor der Zweitimpfung drei bzw. vier Wochen später. Das ergibt jeweils zehn DIN-A4-Seiten eng bedrucktes Papier!!! Geht’s noch??? Und der Impfstoff von AstraZeneca dürfte nach den neuesten Beschränkungen verbrannt sein, da hilft keine Marketingstrategie mehr.
Eine gute Nachricht ging noch über den Ticker, der Suezkanal ist nach einer knappen Woche Blockade wieder frei. Und es war kein politisches Ereignis, dass den Kanal blockierte, es war ein Naturereignis und die Folge der verschleppten Modernisierung. Waren und Güter im Wert von rund zehn Milliarden Dollar sitzen immer noch fest, Container werden nicht rechtzeitig entladen und sind für die Rückreise nicht verfügbar, den Seehäfen droht nach Leerlauf schon in wenigen Tagen die Überlastung – Und das Schlimmste ist, die Sperrung des Suezkanals kann jederzeit  wieder passieren, durch Naturkatastrophen und politische Ereignisse.
Wir sehen aber durch die Havarie, die Globalisierung stößt an ihre Grenzen. Die internationale Arbeitsteilung gerät noch mehr und dauerhaft unter Druck, sehr zum Schaden für Hersteller und Konsumenten in aller Welt. Seit der Finanzkrise 2008 macht die Globalisierung keine Fortschritte mehr. Zuerst lag es an der Finanzierung von Lieferungen und Investitionen. Weil die Banken sich bekanntlich untereinander nicht mehr trauten, sich gegenseitig keine Kredite und Zahlungsziele mehr einräumten, litt der Welthandel. Das Erdbeben im März 2011 in Fukushima und der darauffolgende Tsunami brachten die globalen Lieferketten zum ersten Mal in diesem Jahrtausend an den Rand des Zusammenbruchs. Es folgte der Handelskrieg von Donald Trump mit fast der ganzen Welt. Und aktuell ist der Impfnationalismus in der Corona-Pandemie ein weiterer Schlag gegen den freien Handel.
Wir werden uns als Anleger darauf einstellen und unsere Investments noch genauer hinterfragen müssen.
Am Dienstag hat der DAX30 erstmals die Marke von 15.000 Punkten geknackt – es war bereits der 15. Rekordstand seit Ende 2020. Inmitten steigender Inzidenzzahlen und Forderungen der Bundeskanzlerin nach einem härteren Lockdown scheint der deutsche Leitindex nur eine Richtung zu kennen: nach Norden. Und wenn jetzt vor Ostern die Anleger vorsichtig werden und Gewinne mitnehmen, scheint es nach Ostern bzw. nach den Osterferien weiter zu gehen. Als nächstes steht die Zielmarke 16.000 Punkte auf dem Programm, aber bleiben wir dennoch vorsichtig.
Ach ja und irgendwann nach Ostern werden wir erfahren, welche Personen um die Macht im Kanzleramt kämpfen werden. Es bleibt also spannend.

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes und erholsames Osterfest!

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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