Eine umstrittene Personalie?! Weihnachten in Gefahr? Letzte Prognose eines Ministers und einige reale Zahlen

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Der britische Wirtschaftswissenschaftler Adam Tooze und sein amerikanischer Kollege Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz haben sich in die deutsche Regierungsbildung eingemischt und vor einem möglichen Finanzminister Christian Lindner gewarnt. Die FDP gilt als Verfechterin ausgeglichener Haushalte. Hintergrund ist ein Streit über die Ausrichtung von Wirtschafts- und Finanzpolitik, der bereits während der Euro-Krise 2011 aufflammte. Viele internationale Experten halten die von deutschen Regierungen in den vergangenen Jahren vertretene Haushaltsdisziplin, die auch von anderen Ländern gefordert wurde und dort – zum Beispiel in Griechenland – mit drastischen Sparmaßnahmen einherging, für falsch und überholt.

Sparen will die neue Koalition auch nicht unbedingt, nur ist sie an die nach wie vor geltende Schuldenbremse im Grundgesetz gebunden. Die ist zwar im Moment wegen der Pandemie ausgesetzt, aber sie hat sich bewährt, deshalb wird sie ab 2023 wieder gelten. Schließlich haben wir durch die Haushaltsdisziplin erreicht, dass Deutschland relativ unbeschadet durch die Finanzkrise und Pandemie bisher gekommen ist. 

Auch ein Robert Habeck als Finanzminister wird jeden Euro Kredit zurückzahlen müssen, auch wenn ein Teil der Schulden weg inflationiert werden sollte. Und er wird ebenso die Schuldenbremse einhalten müssen wie jeder andere deutsche Finanzminister. Die Folgen des zügellosen Gelddruckens erleben wir jetzt mit einer gestiegenen Inflationsrate auf 4,5 Prozent.

Weihnachtsgeschenke schon jetzt kaufen? Vor dieser Frage stehen  die Verbraucher. Lieferengpässe lassen den Handel vermuten, dass sehr viele Waren nicht pünktlich zum Fest ausgeliefert werden. Und nicht nur die Verbraucher stehen ratlos vor den Lücken in den Regalen der verschiedenen Geschäfte und Supermärkte.

Auch die Industrie hat große  Probleme mit der Lieferung von Rohstoffen und Vorprodukten. Kein Wunder, dass der scheidende  Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Wirtschaftswachstumsprognose der Bundesregierung von 3,5 Prozent auf 2,6 Prozent senken musste. Grund dafür sind nach seiner Meinung Lieferengpässe und hohe Energiekosten. Aber im nächsten Jahr da geht’s aufwärts. Über 4 Prozent sind prognostiziert. Stellt sich für Ihren Autor glatt die Frage, sind dann die Energiekosten niedriger und die Lieferketten stabiler? Und was ist mit der Pandemie? Aber das sind dann Fragen und Probleme für den neuen Wirtschaftsminister…

 

Goldman Sachs, eine der weltgrößten Investmentbanken, schlägt wegen der anhaltenden Rally bei Rohstoffen Alarm: Die stark gestiegenen Energiepreise seien gerade für ein Land mit starker Industrieproduktion wie Deutschland kritisch, sagt Richard Gnodde, der bei dem US-Geldhaus das Auslandsgeschäft leitet, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Energieintensive Unternehmen müssen sich ihm zufolge Gedanken über ihre Versorgungssicherheit machen. „Ich glaube, die Märkte haben bei der Bewertung dieser Risiken im Moment einen gewissen Vorsprung vor der breiten Wirtschaft. Auf jeden Fall ist das Interesse unserer Kunden, sich gegen plötzlich steigende Energiepreise abzusichern, deutlich gestiegen.“

Vonovia hat die Deutsche Wohnen übernommen. Das war zu erwarten. Die Marktkapitalisierung nach Streubesitz der Deutsche Wohnen AG wird durch den Anteilsausbau von Vonovia zu gering, um sich im Index der 40 wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland zu halten. Gewinner ist ein alter Bekannter, denn Beiersdorf (Nivea, Tesa) steigt jetzt in den DAX 40 auf.

Unser Depotwert BASF hat Quartalszahlen veröffentlicht und wir können festhalten, das Zahlenwerk ist von einem deutlichen Turnaround im Jahresvergleich geprägt. Schon allein der Konzernumsatz kletterte im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 19,67 Milliarden Euro. Im bisherigen Geschäftsjahr 2021 liegt das Plus bei 36 Prozent und einem Konzernumsatz von 58,82 Milliarden Euro für die ersten neun Monate. Unterm Strich blieb bei der BASF-Aktie ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 1,25 Milliarden Euro im dritten Quartal übrig. Für die neun Monate dieses Geschäftsjahres liegt der Wert hingegen bei 4,62 Milliarden Euro. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,36 Euro für das dritte Quartal, bzw. von 5,03 Euro für den Neunmonatszeitraum. Definitiv ein solides Zahlenwerk für unseren Depotwert.

Die EZB schlägt erwartungsgemäß die Warnungen ihres scheidenden deutschen Ratsmitglieds Jens Weidmann in den Wind und hält an ihrer geldpolitischen Ausrichtung fest (Fortsetzung von PEPP, Beibehaltung der Negativzinsen).  Dazu passt dann auch, dass die Inflationsrate im Oktober von 4,1 auf 4,5 Prozent gestiegen ist. Zum Jahresende liegt also eine Inflationsrate von 5 Prozent durchaus im Bereich des Möglichen.

Übrigens, zum Weltspartag am 29.10.2021 muss man leider wieder konstatieren, dass es immer noch zu viele Sparbücher gibt. Aber die  Absichten der Deutschen, vermehrt auf Aktien und Fonds umzusteigen, stimmen irgendwie doch optimistisch. Schließlich sind die Deutschen richtige Sparprofis, mit aktuell einem Vermögen von 566 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Nur noch ein wenig mehr nachdenken über die Renditechancen müssen sie lernen!!!

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