Aus DAX30 könnte bald DAX40 werden

Teil III  

PUMA

Neben Adidas und Nike spielt der in Herzogenaurach beheimatete und von Rudi Dassler (Bruder von Adidas-Gründer Adi Dassler) gegründete Konzern eine bedeutende Rolle in der Sportartikelbranche. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 11,91 Milliarden Euro macht er dem im DAX30 bereits seit Jahren vertretenen „Bruderkonzern“ bald in der gleichen Liga Konkurrenz. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019 währungsbereinigt um 16,7 Prozent. Das entspricht einem Anstieg der Umsätze um 18,4 Prozent auf 5,502 Milliarden Euro. Der Dividendenvorschlag von 0,50 Euro/Aktie nach einem im Vorjahr ausgewiesenen Gewinn von 262 Millionen Euro wurde Covid19 bedingt gestrichen.

Evonik

Die Evonik Industries AG aus Essen ist ein deutsches Unternehmen, das ursprünglich als Mischkonzern konzipiert war. Es fokussiert sich jedoch auf Spezialchemie und Hochleistungsmaterialien, Bereiche, die im Wesentlichen auf die Degussa, einer der Vorgängergesellschaften, zurückgehen. Mit einem Umsatz von 13,1 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2019 und mehr als 32.000 Mitarbeitern ist Evonik das zweitgrößte deutsche Chemieunternehmen (hinter BASF) und gehört damit auch zu den weltweit führenden Spezialchemieunternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Gewinn von 2,11 Milliarden Euro erzielt, die Dividende beträgt wie im Vorjahr insgesamt 1,15 Euro. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt 10,83 Milliarden Euro. 

Qiagen 

Die Qiagen N.V. ist Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien für die molekulare Diagnostik, akademische Forschung, pharmazeutische Industrie und angewandte Testverfahren. Unter der niederländischen Dachgesellschaft unterhält Qiagen über 35 Tochterunternehmen in mehr als 25 Ländern. Die Zentrale der Dachgesellschaft ist im niederländischen Venlo, der operative Hauptsitz befindet sich im nordrheinwestfälischen Hilden. Die Aktie besitzt eine Doppelnotierung im MDAX und TecDAX. Außerdem ist sie auch an der amerikanischen NYSE notiert. Das 1984 gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit 5.100 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 1,526 Milliarden Dollar (2019). Dabei wurde wie bei vielen anderen Wachstumsunternehmen kein Gewinn, sondern ein Verlust von 42 Millionen Dollar ausgewiesen. Eine Dividende wurde wie in den letzten 20 Jahren nicht gezahlt und ist wohl auch für die nächsten Jahre nicht realistisch. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Qiagen beträgt 10,68 Milliarden Euro. 

Carl Zeiss Meditec 

Die Carl Zeiss Meditec AG aus Jena, gegründet 2002, ist ein weltweit im Bereich Medizintechnik agierendes Unternehmen. Es stellt Instrumente für die Augenuntersuchung, Operationsmikroskope, medizinische Laser und Intraokularlinsen her. Die Produktpalette umfasst komplette Systemlösungen für die häufigsten und bedeutendsten Krankheitsbilder der Ophthalmologie (Augenheilkunde). Das Unternehmen hat ein abweichendes Geschäftsjahr. Die Umsatz-Prognose für 2019/20 beträgt coronabedingt rund 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr 1,459 Milliarden Euro). Im vergangenen Jahr wurde ein Gewinn von 160 Millionen Euro ausgewiesen, was zu einer Dividende von 0,64 Euro führte. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Carl Zeiss Meditec beträgt 10,75 Milliarden Euro.

KION

Die Kion Group AG ist ein deutscher Anbieter von Gabelstaplern, Lagertechnik und verbundenen Dienstleistungen sowie Lieferketten-Lösungen. Der Firmensitz des 2006 gegründeten und seit Juni 2013 an der Börse notierten Unternehmens ist Wiesbaden. Im Jahr 2019 erwirtschaftete KION mit 34.600 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von rund 8,8 Milliarden Euro. Der Gewinn wurde mit 850 Millionen Euro ausgewiesen. Coronabedingt wurde die Dividende auf 0,04 Euro gekürzt, ursprünglich betrug die Ankündigung 1,30 Euro. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt 9,4 Milliarden Euro.

Fazit 

Das sind die Favoriten auf den neuen DAX40. Wir werden sehen, ob es so kommt. Zumindest stellen wir fest, dass die Deutsche Börse mit der Erweiterung des neuen Bluechip-Index und den neuen Regeln etwas mehr den internationalen Standards gerecht wird.

Nur sehen wir auch hier schon wieder, dass es vielleicht besser ist, dass nicht nur SAP als einziger international führender IT-Konzern die Fahne der Zukunft im DAX40 hochhält. Wir haben kein Apple, Microsoft, Nvidia oder Facebook in unserem Land. Aber wir sollten auch bei der Neugestaltung den DAX Unternehmen eine Chance geben, die in Deutschland eine Rolle in der Zukunft auf dem Gebiet Informationstechnologie spielen werden, weil sie das schon in der Vergangenheit taten und in der Gegenwart tun. Wir denken hier an Atoss Software, Nemetchek, Secunet Security Networks, IVU Traffic, Bechtle oder unsere Aktie des Monats Stratec etc., denn die haben nicht die erforderliche Marktkapitalisierung für den DAX40 und werden sie auch nicht so schnell erreichen.

Der Vorschlag Ihres Autors zielt darauf ab, eine entsprechende Regelung zu finden, auch solchen Unternehmen eine Chance zu geben. Die Zahl der Bluechip-Unternehmen bildet auch jetzt noch nicht deutsche Börsenlandschaft ab, wir sollten als führende Wirtschaftsnation Europas größer denken. Ein DAX50 oder DAX60, davon 5 Unternehmen mit Zukunftstechnologie (IT, Künstliche Intelligenz, Wasserstoff etc.), unabhängig von der Marktkapitalisierung aber unter besonderer Beobachtung der Aufsichtsgremien der Deutschen Börse AG, wäre eine Möglichkeit, den deutschen Leitindex zukunftsfähig zu machen. Zu viele kleinere „hidden champions“ entgehen sonst der Aufmerksamkeit der Anleger.

 

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