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Der Clubfonds-Ticker
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Basispunkt

Basispunkt – der Teil eines Prozentpunkts des Wertes

Der Basispunkt nimmt in der Welt der Zinsen und Anlagen eine wichtige Bedeutung ein. Basispunkte geben die Zins- und Renditeunterschiede zwischen verschiedenen Zinssätzen und Zinsprodukten wieder. Verändert die Zentralbank etwa ihre Leitzinsen, gibt sie dieses in Basispunkten an. In den Finanznachrichten finden sich anschließend Schlagzeilen wie, „die Zentralbank erhöht ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte“.Die Angabe von Basispunkten anstelle von Prozentzahlen, hilft Missverständnissen vorzubeugen. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob sich der Leitzins um ein Prozent oder um 100 Basispunkte verändert. Folgendes Beispiel verdeutlicht dies: Betrug der bisherige Leitzins zwei Prozent, ergibt sich durch eine Erhöhung um ein Prozent eine Veränderung von 0,02 Prozentpunkten (2*1/100 = 0,02). Der neue Leitzins beträgt 2,02 Prozent. Eine Erhöhung um 100 Basispunkte führt zu einem Leitzins von drei Prozent. Die 100 Basispunkte stellen einen Prozentpunkt des eigentlichen Wertes dar und werden zum bisherigen Leitzins addiert. Der Unterschied liegt in den Bezeichnungen ein Prozent sowie ein Prozentpunkt. Marktteilnehmer nutzen oft den englischen Begriff Basis Point.

In folgenden Bereichen der Finanzwelt kommt der Begriff Basispunkt oder Basis Point häufig vor.

Angabe von Spreads in Basispunkten

Ein festverzinsliches Wertpapier, welches sich mit 20 Basispunkten von einem anderen Wertpapier unterscheidet, weist eine 0,20 Prozent höhere oder niedrigere Verzinsung auf. Diese Differenz ist unter dem Begriff Spread bekannt. Werden Anleihen verglichen, geschieht dies immer über den Spread der Anleihen, in Basispunkten ausgedrückt.

Unternehmensanleihen, die eine höhere Verzinsung zu Bundesanleihen zahlen, lassen sich über Credit Spreads vergleichen. Es handelt sich hierbei um einen Aufschlag zu einem risikolosen Zins, der durch Investitionen in Bundesanleihen erzielt wird. Ein Credit Spread von 20 Basispunkten stellt somit den individuellen Risikoaufschlag der Unternehmensanleihe dar. Es ist der Aufschlag, den Gläubiger für das höhere Kreditausfallrisiko des Unternehmens verlangen. Dieser Vergleich bezieht sich auf das Ausfallrisiko des Bundes.

Das Zinsänderungsrisiko

Basispunkte nehmen eine zentrale Rolle bei der Berechnung der Zinsänderungsrisiken ein. Festverzinsliche Wertpapiere unterliegen dem Risiko, dass sich das aktuelle Zinsniveau verändert. Verändert sich der Marktzins, wirkt sich das auf den Kurs Anleihe aus. Ist der aktuelle Marktzins höher als der Zins der Anleihe im Besitz, wird diese zu niedrig verzinst. Der Kurs der Anleihe fällt dementsprechend. Inhaber einer festverzinslichen Anleihe erhalten wichtige Informationen zu diesem Risiko über den Basis Point Value und dem Present Value of a Basis Point. Diese Begriffe werden oft synonym verwendet.

Der Basis Point Value (BPV) gibt die absolute Veränderung des Kurses einer Anleihe an, wenn sich die Rendite um einen Basispunkt verschiebt. Hierfür wird die Veränderung der Rendite um einen Basispunkt nach oben und um einen Basispunkt nach unten simuliert. Der Durchschnitt der jeweils ermittelten Kursänderungen ergibt den Basis Point Value.

Um den Price Value of a Basis Point zu ermitteln, wird die Veränderung der Zinsstrukturkurve um einen Basispunkt nach oben und einen Basispunkt nach unten simuliert. Analog zum Basis Point Value ergibt der Durchschnitt der jeweiligen Kursänderungen den Prive Value of a Basis Point. In der Finanzmathematik steht auch die Sensitivität für diesen Wert.

Insbesondere Banken und Sparkassen überwachen regelmäßig ihren Basis Point Value. Zusätzlich verlangt das Bundesamt für Finanzdienstleistungen von Finanzinstituten, ihre Zinsänderungsrisiken mit einem Schockszenario von 200 Basispunkten zu messen. Hierfür simulieren Kreditinstitute eine Veränderung des Marktzinses in Höhe von 200 Basispunkten, nach oben und nach unten. Sie erhalten hierdurch die Veränderung des Barwerts ihrer festverzinslichen Anleihen.

Weitere Anwendungsgebiete

Fondsgesellschaften, Banken und Broker geben ihre Gebühren oftmals in Form von Basispunkten an. Hierunter fallen Managementgebühren, Verwaltungspauschalen und Kosten für Börsentrades. Oft stehen die Kostenangaben mit der Abkürzung BP für Basispunkte in den Verkaufsinformationen.

Die Eurex – eine der größten Terminbörsen nutzt für gehandelte Futures den Begriff Basispunkt synonym für den Begriff Tick. Als Tick wird die kleinstmögliche Schwankung in einem Kontrakt bezeichnet. Eine Veränderung von Futures um einen Tick entspricht an der Eurex einer Veränderung von einem Basispunkt.