Bankrating beim Tagesgeldvergleich nicht vergessen

Die meisten Sparer richten den Blick bei der Wahl eines Tagesgeldkontos zuerst auf den Zinssatz und vergessen oft andere, relevante Merkmale.. Schließlich soll das Geld nicht nur täglich auf dem Konto zur Verfügung stehen, sondern auch Zinsen und Zinseszinsen einbringen. Tagesgeldanleger werden mittlerweile aufmerksam, weil die besseren Tagesgeldzinsen häufig von europäischen Geldinstituten angeboten werden. Nach anfänglicher Begeisterung stellen sich bei diesen Offerten Bedenken und Unsicherheit ein. Der Investor fragt sich, ob die Tagesgeldeinlagen sicher sind und wie es um die Kreditwürdigkeit der Banken und Länder steht. Ein Rating kann wichtige Hinweise geben.

Was ist ein Rating?

Ein Bankrating soll dem Anleger durch einen Buchstabencode auf den ersten Blick zu erkennen geben, wie sicher die Geldanlage ist. So lässt sich ein Tagesgeldvergleich leichter durchführen. Beim Rating wird die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit, beurteilt. Generell gibt es Länderratings und Bankratings. Die größten und bekanntesten Ratingagenturen sind Moody’s, Standard & Poor’s (S & P) und Fitch. Diese drei Marktteilnehmer beherrschen den Weltmarkt mit 95 % Marktanteil. Moody’s und S & P haben je 40 % Anteil, Fitch hat 15 %. Die restlichen 5 % des Marktes gehören anderen kleinen Ratingagenturen. Die kanadische DBRS vergibt Ratings, die nicht nur durch die EZB Beachtung finden. Schon im 19. Jahrhundert gab es erste Bonitätsbewertungen für Eisenbahngesellschaften von dem Finanzanalysten Henry Poor, einem der Gründer von Standard & Poor’s. Der Gründer von Moody’s John Moody startete 1909 systematische Ratings. Knapp zehn Jahre später gab es schon Ratings für Staatsanleihen. Heutzutage sind Bonitätsbewertungen nicht mehr aus der Finanzwelt wegzudenken, auch wenn diese nicht unumstritten sind.

Wie funktioniert ein Bankenrating?

Die Ratings funktionieren mit Buchstaben und Skalen. AAA beziehungsweise Aaa drücken die beste Bonität ohne kurz- oder langfristiges Ausfallrisiko aus. Bereits mit B beginnen die Risiken. C ist hochspekulativ. D bedeutet Zahlungsausfall. Innerhalb jeder Buchstabenbewertung gibt es Abstufungen. Der Ratingagenturen nutzen teilweise einen unterschiedlichen Ratingcode.

Beispiele für Ratings

  • Bestes Rating ohne Ausfallrisiko: Aaa (Moody’s), AAA (S & P, Fitch, DBRS)
  • Sichere Anlage mit begrenztem Risiko: Aa1, Aa2, Aa3 (Moody’s), AA+, AA, AA- (S & P, Fitch), AAhigh, AA, AAlow (DBRS)
  • Sichere Anlage mit Risiko bei unvorhersehbaren wirtschaftlichen Ereignissen: A1, A2, A3 (Moody’s), A+, A, A- (S & P, Fitch), Ahigh, A, Alow (DBRS)

Durchschnittlich gute Anlage: Baa1, Baa2, Baa3 (Moody’s), BBB+, BBB, BBB- (S & P, Fitch), BBBhigh, BBB, BBBlow (DBRS)

Erfahren, wenn die Bank insolvent ist

In Deutschland ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig. Zuerst muss bemerkt werden, dass eine Bank finanziell gefährdet ist. Dann wird ein sechswöchiges Moratorium verhängt. Zwischenzeitlich darf das Bankhaus keine ausgehenden Geldtransaktionen veranlassen. Die Bankenaufsicht untersucht, ob eine Rettung möglich wäre. Fällt diese Untersuchung negativ aus, beantragt die BaFin die Insolvenz. Nach diesen Vorgängen tritt die Entschädigungsleistung unter Berücksichtigung der Bearbeitungszeiten in Kraft. Deutschland hat bei der Einlagensicherheit in der EU eine Vorbildfunktion. In europäischen Ländern kann die Bearbeitung einer Insolvenz mehr Zeit in Anspruch nehmen. Europaweit liegt die Entscheidung über eine Insolvenz bei der europäischen Bankenabwicklungsbehörde SRB (Single Resolution Board).

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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