Fed ist auf dem richtigen Weg, Energieprobleme und Fachkräftemangel und Änderungen im Depot

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Es wird langsam ungemütlich mit der Inflation. Deshalb hatte Jay Powell, Chef der Fed, bei der letzten Sitzung eine Zinserhöhung für 2022 signalisiert. Nun verdichten sich die Zeichen, dass die Fed bereits ab Mitte November oder Mitte Dezember ihre monatlichen Anleihekäufe reduzieren könnte. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Protokoll der Sitzung der US-Notenbank vom 21. bis 22. September hervor. Sollte die konjunkturelle Erholung weiter voranschreiten, könnten die Anleihekäufe etwa Mitte 2022 auslaufen, hieß es weiter. Ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Bei der EZB ist sich Ihr Autor noch nicht so sicher, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt hat. Die Zentralbank setzt immer noch auf inflationserhöhende Geldflutung der Märkte. Das sollte unbedingt zurückgefahren werden. Immer mehr Ökonomen befürchten, dass eine Stagflation Ergebnis dieser exorbitanten Geldflutung sein wird. Stagflation ist ein Zusammentreffen von Inflation und stagnierender Wirtschaft. Wir werden uns in einer der nächsten Ausgaben mit dem Thema ausführlicher beschäftigen und aufzeigen, warum Aktien und Aktienfonds auch dann die beste Antwort darauf sind.

Europa hat ein Energieproblem und das ist zum großen Teil politisch entstanden. Frankreich ist schon sauer auf Deutschland, denn wir verlassen uns auf die Spitzenlast der Kernkraftwerke unseres Nachbarn. Doch die Stromkosten schnellen in die Höhe, es gibt ja nicht umsonst Befürchtungen, dass Millionen Haushalte ihre hohen Energierechnungen nicht mehr bezahlen können. Diese Woche ging mit der Otima Energie AG ein erster Anbieter von Strom und Gas in die Insolvenz. Als Gründe wurden genannt, dass sich „die Großhandelspreise vervierfacht“ hätten und dass es massive Steigerungen bei Vorauskasse und Sicherheitsleistungen gegeben habe.

Nun werden wir in oder nach diesem Winter sehen, wie stark der Wille zum vielbeschworene Ausstieg unter der deutschen Bevölkerung aus Kernkraft und fossilen Brennstoffen noch sein wird. Denn es wird teuer, richtig teuer… Aber nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die Industrieunternehmen. So sehen wir mittlerweile eine Kapitalflucht aus Europa, der Euro ist zum Dollar auf 1,156 gesunken. Das ist das tiefste Niveau seit einem Jahr, das „Kapital ist wie ein scheues Reh…“. Wir erleben den Spruch jetzt in der Realität.

 

Und das gerade jetzt, wo die Konjunktur angezogen hatte, kommt sie wieder ins Straucheln. Denn ein weiteres Problem kommt hinzu, die Lieferengpässe, die leider immer noch nicht behoben sind. Deshalb sind die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute vorsichtig geworden und haben ihre Konjunkturprognose fürs laufende Jahr deutlich gesenkt. Die Ökonomen erwarten nur noch ein Wachstum von 2,4 Prozent. Im Frühjahr hatten sie noch damit gerechnet, dass nach dem Corona-bedingten Einbruch der Wirtschaft 2020 das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 3,7 Prozent zulegt.

Für 2022 sind die Institute dann wieder optimistisch, laut Prognose der Institute steigt das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 4,8 Prozent. Wir werden sehen, ob und wie die Realität im nächsten Jahr die Glaskugel bestätigt. Dazu müssten durch die neue Bundesregierung aber auch einige strukturelle Änderungen und Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen werden. 

Wir haben ja nicht von ungefähr einen Fachkräftemangel in Deutschland zu verzeichnen. Und wenn wir kürzlich den 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei gefeiert haben, dann sollte dieser Jahrestag den künftigen Koalitionären Anlass sein, ein modernes und solides Fachkräftezuwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen. Denn nicht nur wir suchen händeringend Arbeitskräfte.

In den USA hinkt die Industrieproduktion den Aufträgen seit Jahresbeginn um etwa fünf Prozentpunkte hinterher. Fehlende Halbleiter sind dabei nicht der einzige Grund für die gedämpfte Entwicklung des Outputs. Knapp 30 Prozent der Unternehmen berichten über fehlende Arbeitskräfte. Fast eine Million Stellen im verarbeitenden Gewerbe sind aktuell unbesetzt. Auch im Transportsektor gibt es zu wenige Arbeitskräfte, was zu einer Unterbrechung von Lieferketten in vielen Industriebranchen führt. Die Industrieproduktion könnte 2022 um gut 100 Milliarden Dollar steigen, wenn gleichzeitig auch die Engpässe bei Halbleitern erkennbar abnehmen. Experten erwarten für den Sektor im kommenden Jahr daher noch einmal kräftige Ertragszuwächse. Anleger sollten aber die schon relativ hohe Bewertung von Industrieunternehmen in den USA im Auge behalten.

Das Biotech-Unternehmen CureVac stoppt seinen ersten Corona-Impfstoffkandidaten. Wie das Unternehmen in Tübingen mitteilte, wird das Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurückgezogen. Wir haben lange an unserem Depotwert festgehalten, aber jetzt haben wir den Wert verkauft, denn es wird auf der Impfstofffront Ruhe einziehen, da die Impffortschritte ja doch in die richtige Richtung laufen. Jetzt ist die Konzentration auf Biotech- und Pharmaunternehmen, die Mittel zur Behandlung der Langzeitfolgen von Covid 19 erforschen, angesagt. Da sind wir mit unseren Werten BB Biotech, HBM Healthcare und Regeneron auch gut aufgestellt.

Wir haben Tesla für unseren NDAC-Clubfonds erworben und stellen in der nächsten Ausgabe unseres Newsletters den neuen Wert vor.

 

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