Erinnerungen werden wach …

Erinnerungen werden wach … so war es auch bei der letzten Krise

Sich an die Vergangenheit zu erinnern, bedeutet manchmal, in die Zukunft zu schauen.

Die amerikanische Wirtschaft boomt, und der Fachkräftearbeitsmarkt in den USA ist aktuell leergefegt. Bei Wirtschaftsexperten, und nicht nur bei ihnen, kommen Erinnerungen an eine vermeintlich glorreiche Zeit wieder auf. Angesichts der Wirtschafts- und Finanzpolitik von Präsident Donald Trump sprechen sie gern von den längst vergessenen Zeiten der Reagan-Ära und seiner Reaganomics.

Präsident Reagan und die Reaganomics

Unsere jüngeren Leser waren zu den Zeiten seiner Präsidentschaft noch nicht einmal auf der Welt. Ronald Reagan, geboren am 6.2.1911 in Tampico, Illinois, gestorben am 5.6.2004 in Bel Air, Los Angeles, Kalifornien, amtierte von 1981 bis 1989 als 40. Präsident der Vereinigten Staaten. Über seine politischen Ansichten zu schreiben, würde Bücher füllen. Aber erwähnt werden sollte zumindest, dass seine Rüstungspolitik den Kommunismus an dessen Grenzen brachte und letztlich größtenteils von der Landkarte verschwinden ließ.

Wirtschaftspolitisch blieben seine Reaganomics in Erinnerung – ein Kofferwort, zusammengesetzt aus „Reagan“ und dem englischen Wort „economics“ für Wirtschaft, das die Wirtschaftspolitik der USA unter Präsident Ronald Reagan bezeichnet. Sie basierte auf wirtschaftswissenschaftlichen Thesen und Theorien der Chicagoer Schule (auch Angebotspolitik genannt) und auf der Theorie des Ökonomen Arthur B. Laffer, der zufolge nach Steuersenkungen die Steuereinnahmen nicht sinken, sondern sogar steigen würden. Dazu entwickelte Laffer eine nach ihm benannte Kurve.

In der praktischen Anwendung verringerte die Reagan-Regierung mit dem Economic Recovery Tax Act von 1981 den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer von 70 Prozent auf 33 Prozent. Auch die Steuern auf Veräußerungsgewinne und Unternehmenssteuern wurden reduziert. Dadurch sanken die Steuereinnahmen deutlich.

Die Staatseinnahmen gingen 1983 also zunächst zurück, stiegen dann allerdings wieder, wenn auch langsamer als zuvor. Die Auswirkungen von Reagans Steuerpolitik ergaben, dass die Konjunktur bei weniger Steuereinnahmen zwar mittelfristig gesteigert werden konnte, es jedoch zu massiven Haushaltsdefiziten kam. Erst unter Präsident Bill Clinton (reg. 1993–2001) wurden die Steuersätze wieder erhöht und der Haushalt ausgeglichen.

Ronald Reagan wollte die damals stagnierende US-Wirtschaft mit begleitender Deregulierung und drastischen Steuersenkungen für Unternehmen und Besserverdiener zurück auf den Wachstumspfad bringen. Weniger staatliche Gängelung und mehr Kapital in den Händen von Unternehmen und Wohlhabenden sollten zu mehr Investitionen, mehr Arbeitsplätzen und am Ende des Tages zu mehr Wohlstand und Konsum für alle führen.

Das durchschnittliche Wachstum der acht Jahre unter Präsident Reagan betrug 3,5 Prozent pro Jahr und war damit deutlich höher als die 2,6 Prozent der vorangegangenen acht Jahre. Als illusorisch erwiesen sich aber die Annahmen zur Finanzierung durch die Steuersenkungen. So stieg die US-Staatsverschuldung in den Jahren 1980 bis 1990 von 25 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf 41 Prozent.

Präsident Trump wiederholt den Fehler der Vergangenheit

Durch den fiskalischen Anreiz der Steuersenkungen im Februar dieses Jahres und die Anhebung der Schuldengrenze wurde eine boomende US-Wirtschaft weiter stimuliert. Das Wachstum des BIP im zweiten Quartal mit annualisierten 4,1 Prozent ist fast doppelt so hoch wie das durchschnittliche Wachstum des aktuellen Expansionszyklus, und für das Kalenderjahr 2018 prognostiziert der US-Kongress ein Wachstum von 3,1 Prozent.

Die Gewinne der US-Unternehmen explodierten geradezu. Nur fragen sich die Wirtschaftsexperten, warum so gut wie nichts von den Gewinnen in neue Investitionen fließt. Stattdessen werden teure Rückkaufprogramme eigener Aktien durch die Gesellschaften aufgelegt und kostspielige Übernahmen in Milliardenhöhe durchgeführt. Der fiskalische Anreiz dafür wurde durch die Steuerreform von Präsident Trump geschaffen. Auch die hohen Ausschüttungen an die Aktionäre gehen auf diese Politik zurück. Warum sollte man investieren, wenn die Politik den Export und Import von Waren und Dienstleistungen ständig bedroht, so das Credo der Unternehmen.

Eine weitere Parallele zu den Reaganomics ist die ausufernde Staatsverschuldung der USA. Das Budget-Office des Kongresses erwartet einen Anstieg der Staatsverschuldung von 77 Prozent des BIP auf 96 Prozent in den kommenden zehn Jahren. Wie lange der Kongress noch die Verschuldungsgrenze ohne eine Herabstufung der Bonität durch die Ratingagenturen anheben kann, fragt sich nicht nur der NDAC.

Es bleibt dann die Aufgabe der kommenden Präsidenten, die Folgen der „Trumponomics“ zu bekämpfen, zumal diese Politik völlig ohne Grund losgetreten wurde. Denn die Konjunktur lief nach der Finanzkrise über Jahre gut, und die Arbeitslosigkeit war dadurch auf einem Rekordtief.

Fazit

Wie lange es noch dauert, bis die Blase platzt, vermag niemand vorauszusagen. Die Notierungen an den US-Börsen zeigen aber, dass die Bäume dort nicht mehr in den Himmel wachsen. Als Kleinanleger sollten wir, ebenso wie unser Fonds, erst mal bei der Party bleiben, aber auch das rechtzeitige Verlassen planen.weitere Flüstereien

Einzelaktien oder Aktienfonds

Einzelaktien oder Aktienfonds – Was ist besser für den Vermögensaufbau?

Einige Fakten vorab: 10,5 Prozent vom Einkommen werden aktuell gespart. Das ist so viel wie zuletzt im Jahr 2008. Seither ist es immer weniger geworden. Also sparen die Bundesbürger wieder mehr – und das ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Denn die private Altersvorsorge wird immer wichtiger, wie wir alle wissen. Die Regierung ist jetzt schon kaum noch in der Lage, trotz des vorgestellten Rentenkonzepts vom zuständigen Bundessozialminister Hubertus Heil das derzeitige Niveau der Rente bis zum Jahr 2025 zu halten.Aber die Deutschen sparen falsch und verschenken somit im großen Maßstab Geld. Nach einer Analyse der DZ-Bank werden es in diesem Jahr wohl 40 Milliarden Euro sein. Der Grund: Die Sparquote vom verfügbaren Einkommen ist wieder gestiegen und wird über 40 Prozent erreichen. Gleichzeitig sind die Zinsen extrem niedrig (Nullzinspolitik), und es wird falsch angelegt (inflationsgefährdet). 40 Milliarden Euro bei knapp 40 Millionen Haushalten – das sind mehr als 1000 Euro pro Haushalt für den Wind.

Investieren statt sparen?

Wir haben in Deutschland ca. 10 Millionen Aktionäre. 3 Millionen Aktionäre davon sind direkt an Unternehmen beteiligt, das heißt sie haben direkte Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien erworben. Ungefähr 5 Millionen Aktionäre haben ihr Geld in Fonds wie z. B. den Aktienfonds des NDAC investiert. Und wiederum 2 Millionen Aktionäre besitzen beides, direkte Einzelbeteiligungen an Unternehmen und indirekte Beteiligungen über Aktienfonds. Und die meisten können sich statistisch gesehen über die letzten Jahre durchschnittlich über 5 bis 10 Prozent und mehr Zuwachs ihres Kapitals freuen – ein eindeutiges Zeichen für die Richtigkeit der These „Investieren statt sparen“.

Aktien oder Aktienfonds, das ist hier die Frage!

Vorausgeschickt sei Folgendes: Es geht hier nicht um die Hamlet?sche Frage vom Sein oder Nichtsein. Denn ein Aktienpaket, egal in welcher Höhe und egal ob als Einmaleinlage oder Sparplan, sollte so oder so nur vom verfügbaren freien Einkommen erworben und nicht auf Kredit finanziert werden. Im Gegensatz zu Versicherungen ist ein Aussetzen der regelmäßigen Einzahlungen mit keinerlei Problemen verbunden.

5 Millionen Inhaber eines oder mehrerer Aktienfonds sind der beste Beweis dafür, dass die Fondslösung der geeignetste Weg für eine Altersvorsorge ist. Der legendäre Investor Warren Buffett meinte einmal, dass z. B. der geduldige Käufer eines breit streuenden ETF wohl 90 Prozent der Mitbewerber übertrumpfe, wenn diese versuchen, mit Einzelaktien den Markt zu schlagen.

Dabei ist die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten auf dem Gebiet noch das geringste Problem. Schwerwiegender sind z. B., die Gewinne zu früh mitzunehmen oder Verluste nicht rechtzeitig zu realisieren und damit immer weiter in die roten Zahlen abzurutschen. Wir haben darüber schon berichtet, ebenso über eine breite Streuung und das nicht nur regional und national, sondern auch international. Gerade das Setzen auf vermeintlich sicherere Aktien aus der Vergangenheit, die sogenannten Witwen- und Waisen-Papiere, wie z. B. EON, RWE, Deutsche Bank etc. es einmal waren, haben den Kleinaktionären eine Menge Verluste beschert, die sie wahrscheinlich nicht mehr so schnell in Gewinne umwandeln werden können.

Auch Fondsmanager machen Fehler, sie sind auch nur Menschen. Bei dem einem sind es die Goldminen, bei dem anderen war es der Neue Markt und bei einem weiteren wieder etwas anderes. Aber Fondsmanager lernen schneller aus ihren Fehlern, weil sie erstens hauptberuflich damit beschäftigt sind und zweitens weil sie über umfangreiche Möglichkeiten im Research verfügen. Das kann ein Kleinanleger mit Aktien nur ganz selten erreichen. Auch hierzu ein Beispiel: Rund 70 Prozent ihres Geldes haben einheimische Aktionäre in deutschen Aktien angelegt. Es kam, wie es kommen musste: Von allen deutschen Aktien, die vor 15 Jahren an den Märkten gehandelt wurden, haben rund ein Drittel aller Papiere überhaupt keinen Ertrag gebracht. Im Hinblick auf die Altersvorsorge ein Desaster durch die Depotkosten, die Spesen für den Ankauf der Papiere, die ausbleibenden Dividende und fehlenden Kursgewinne.

Wer ein solides finanzielles Fundament besitzt, starke Nerven und Börsenwissen kombiniert und noch Geld übrig hat, der kann natürlich trotzdem den Kauf von Einzelaktien wie viele andere Kleinanleger in Erwägung ziehen. Es macht auch sehr viel Spaß, dem Geld beim Arbeiten zuzusehen und am Ende damit erfolgreich zu sein.Wir haben schon mehrfach über Beteiligungsgesellschaften geschrieben wie z. B. Berkshire Hathaway und BB Biotech. Die beiden erfolgreichen fondsähnlichen Aktien sind auch in unserem Portfolio vertreten und bieten mit ihrer breiten Aufstellung auch einen Einstieg für Anleger, die es mit Einzelinvestments probieren möchten.

Fazit

Wir denken, dass die Schlussfolgerung jetzt etwas leichter fällt, wie Anleger ihr Kapital investieren sollten. Ein Fonds ist die bessere Lösung, z. B. mit einem Investment in unseren Aktienfonds.weitere Flüstereien

Biotechnologie – der Treibstoff für die Pharmaindustrie

Biotechnologie – der Treibstoff für die Pharmaindustrie

Viele Menschen leiden an Krankheiten, für die es noch keine Mittel zur Heilung oder zur weiteren Linderung gibt. So setzen sie ihre Hoffnung auf neue Forschungsergebnisse der Pharmaindustrie, die diese dann in Form von Pillen, Injektionen, Tropfen usw. auf den Markt bringt.

Die Pharmaindustrie stößt aber mittlerweile an ihre Grenzen. Ohne die neuen Erkenntnisse der Biotechnologie wäre sie kaum noch in der Lage, diese Hoffnungen ganz oder wenigstens teilweise zu erfüllen.

Was ist Biotechnologie?

Biotechnologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Nutzung von Enzymen, Zellen und ganzen Organismen in technischen Anwendungen beschäftigt. Ziele dabei sind unter anderem die Entwicklung neuer oder effizienterer Verfahren zur Herstellung chemischer Verbindungen und von Diagnosemethoden. Dazu werden fachübergreifend Erkenntnisse aus vielen Bereichen, vor allem der Mikrobiologie, der Biochemie, der Molekularbiologie, der Genetik, der Bioinformatik und den Ingenieurwissenschaften, mit speziellen Verfahrenstechniken (Bioverfahrenstechnik) genutzt. Dadurch ist es möglich, Herstellungsverfahren für chemische Verbindungen, zum Beispiel als Wirkstoff für die Pharmazeutik oder als Grundchemikalie für die chemische Industrie, Diagnosemethoden, Biosensoren, neue Pflanzensorten und anderes zu entwickeln.

Viele Übernahmen in der Branche

Immer wieder kommt es zu spektakulären Übernahmen in der Branche. Manchmal sind es kleine hocheffiziente Biotechunternehmen, die von Pharmariesen aufgekauft werden. Aber auch Fusionen auf freiwilliger Basis werden geschlossen.

Das hängt in erster Linie mit dem Auslaufen des Patentschutzes auf Medikamente zusammen. In der Regel läuft der Patentschutz auf Medikamente nach zwanzig Jahren aus. In dieser Zeit dürfen keine anderen Firmen unter speziellem Schutz stehende Medikamente produzieren. Damit hat der Originalproduzent die Möglichkeit, seine Kosten für Forschung und Entwicklung wieder zu erwirtschaften. Danach dürfen die Originalpräparate dann aber nachgeahmt oder kopiert werden. Das sind dann die beliebten Generika-Medikamente, die die Hauptwirkstoffe des Originalpräparates enthalten. Auch die nachgeahmten Medikamente müssen die verschiedenen Testphasen durchlaufen und von den Zulassungsbehörden genehmigt werden. Die Kosten dafür sind jedoch sehr viel geringer, da die Wirkungs- und Funktionsweise der in den Präparaten enthaltenen Wirkstoffe bekannt sind und deshalb nicht mehr nachgewiesen werden müssen.

Generikapräparate bedeuten für die Krankenkassen und anderen Versicherungsträger eine Ersparnis von bis zu 60 Prozent und werden deshalb auch in der Anwendung gepusht.

Das Problem für die Platzhirsche der Pharmaunternehmen besteht nun darin, auf das Auslaufen des Patentschutzes mit neuartigen Präparaten zu reagieren –, wobei allerdings gesagt werden muss, dass nicht jedes neue Medikament, das auf den Markt kommt, in den kritischen Augen der Krankenkassen seine neuartige Wirkung in der Therapie auch nachweisen kann und demzufolge von den Krankenversicherungen auch nicht bezahlt wird.

Und da die Pharmakonzerne nur noch in seltenen Fällen neue Blockbuster aus der eigenen Forschungspipeline (zum Beispiel Aspirin oder Viagra) auf den Markt bringen können, bedienen sie sich erfolgreich bei den neusten Forschungen der Biotech-Unternehmen. Durch die Entschlüsselung der einzelnen genetischen Defekte in den Sequenzen des menschlichen Erbgutes kann die Biotechnik sehr viel dazu beitragen, mit neuen Präparaten einerseits viele Krankheiten zu lindern oder gar zu heilen und andererseits die Kassen der pharmazeutischen Industrie zu füllen. Aber auch hier haben die Krankenversicherungen ein wachsames Auge auf die Kosten, denn sie müssen es schließlich bezahlen.

Wachstumsmarkt Biosimilars

Die Biotechnologie hat mit den Biosimilars eine neue Entwicklung auf dem Markt der Generika hervorgebracht. Biosimilars sind die Nachahmerprodukte eines Biopharmazeutikums, beispielsweise eines biotechnologisch erzeugten Proteins, das nach Ablauf der Patentzeit des Originalwirkstoffs zugelassen wird. Die Wirkstoffe dieser Biotechnologieerzeugnisse sind anders als die klassischen molekülstruktur-definierten Arzneistoffe nicht völlig identisch mit dem Originalwirkstoff und erfordern deshalb aufwendigere Zulassungsverfahren und Überwachungsmaßnahmen als herkömmliche Generika. Sie gibt es erst seit Anfang der 80er-Jahre. Wie schwierig sie herzustellen sind, bewies der Pharmariese Pfizer 2017, der an der Zulassung für ein Biosimilar auf Epogen, ein Originalpräparat von Amgen, scheiterte. Trotzdem sind Biosimilars der neue Wachstumsmarkt innerhalb der Generika. So wird geschätzt, dass der weltweite Umsatz mit ihnen von gegenwärtig 6 Milliarden Dollar bis 2022 auf 36 Milliarden Dollar steigen wird.

Wie können Kleinanleger davon profitieren?

Der erste Hinweis betrifft den Aktienfonds des Niedersächsischen Aktienclubs. Hier finden wir mit BB Biotech aus der Schweiz einen absoluten Favoriten auf dem Gebiet der Biotechnologie. Das wie ein Fonds aufgebaute Unternehmen besticht mit einem herausragenden Beteiligungsmanagement an führenden Biotechnologieunternehmen weltweit.Wer es aber mit Einzelinvestments probieren möchte, sollte sich das schweizerische Unternehmen Sandoz genauer anschauen. Das Unternehmen setzt voll auf den neuen Trend und ist sowohl vom Know-how als auch von der Finanzkraft in der Lage, die Biosimilars erfolgreich auf dem Markt zu etablieren.

Andere börsennotierte Gesellschaften, die sich mit Generika/Biosimilars beschäftigen, sind zum Beispiel die beiden US-Unternehmen Endo und Mylan, Dr. Reddy?s und Lupin aus Indien sowie aus Europa Perrigo (Irland). Auch Teva aus Israel, das den bekannten deutschen Generikahersteller Ratiopharm schluckte, ist eine Überlegung wert.weitere Flüstereien

Urteile zu Lebensversicherungen – Es gibt bessere Möglichkeiten

Urteile zu Lebensversicherungen – Es gibt bessere Möglichkeiten

Es mag Zufall sein, dass die beiden Urteile in der Urlaubszeit fallen. Schließlich betreffen beide der Deutschen liebste Kinder – die Kapitallebens- und -rentenversicherungen sowie die klassische Sparform bei Riester-Verträgen.

Lebensversicherungen

Am 27.6.2018 urteilte das höchste deutsche Gericht, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, zur Anrechnung der Bewertungsreserven von Unternehmen bei kapitalgebundenen Versicherungen.

Für langjährige Kunden von Lebensversicherungen fällt die Ausschüttung am Laufzeitende oft magerer aus, als einmal vor Abschluss vom netten Versicherungsvertreter oder -makler prognostiziert wurde.

Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen  Garantiezins für die Sparleistung, der damals für langjährige Versicherte im Verhältnis zu heute sehr hoch war, wurde noch die Überschussbeteiligung in die dann optisch stattliche Rendite eingerechnet. Diese Überschussbeteiligung ergibt sich u. a. aus Bewertungsreserven. Dabei handelt es sich um Gewinne, die die Gesellschaften erwirtschaften, indem sie die Versichertengelder am Kapitalmarkt anlegen, größtenteils in festverzinslichen Papieren wie Staatsanleihen. Kommt die Lebensversicherung zur fälligen Endauszahlung, steht dem Versicherten grundsätzlich sein Anteil an diesen Gewinnen zu. Diese Beteiligung an den Bewertungsreserven ist eine Komponente der Gesamtverzinsung – Garantiezins, laufender Zinsüberschuss und Schlussüberschuss.

Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung durch alle Instanzen ist die anhaltende Zinsflaute. Sie macht es Versicherern schwerer, die hohen Garantiezusagen der Vergangenheit einzuhalten. Ältere, höher verzinste Staatsanleihen in den Büchern sind in dieser Situation ein Stabilitätsanker, doch irgendwann werden auch die fällig und durch neue, niedriger verzinste Papiere ersetzt. Aber auch um ausscheidenden Kunden ihren Anteil an den Bewertungsreserven auszahlen zu können, müssen die Unternehmen diese Anleihen am Markt zu Geld machen, sehr zum Nachteil aller Versicherten mit neueren Verträgen, die noch länger auf eine solide finanzielle Aufstellung angewiesen sind.

Im Zuge einer Versicherungsreform aus dem Jahr 2014 hat der Gesetzgeber diese Ausschüttungen deshalb gedeckelt. Seither dürfen die Kursgewinne nur noch in einem Maß ausgezahlt werden, das die Garantiezusagen für alle übrigen Versicherten nicht gefährdet. So verringerte sich die Auszahlung eines Kunden, die dem Bund der Versicherten (BdV) als Präzedenzfall für eine Klage wegen verfassungswidriger Enteignung diente, vom ursprünglich in Aussicht gestellten Betrag allein aus den Bewertungsreserven von 2821,35 Euro auf nur noch 148,95 Euro in der Schlussrechnung.

Alles ist verfassungsgemäß gelaufen, urteilten die Richter in Karlsruhe, obwohl es laut BdV um zweistellige Milliardenbeträge geht, die den Versicherten dann am Ende in ihrer Vorsorge fehlen.

Nächste Etappe im Streit um Minuszinsen bei Riester-Verträgen

Millionen Riester-Verträge in Deutschland setzen auf die klassische Sparvariante. Wer bei der Bank Kapital anspart, erwartet Zinsen – erst recht, wenn es fürs Alter vorgesehen ist. Doch die Zinspolitik der EZB hat einiges durcheinandergebracht. Darf dann eine Bank Negativzinsen auf Riester-Kunden abwälzen, wie es die Kreissparkasse in Tübingen im Falle des Riester-Banksparplans „VorsorgePlus“ getan hat? Im August 2017 mahnte die Verbraucherzentrale (VZ) Baden-Württemberg das Geldinstitut ab, weil es damals für das Produkt einen Grundzins von minus 0,5 Prozent auswies und den zugesagten positiven Staffelzins mit dem aktuell negativen variablen Zins verrechnete. Die Sparkasse blieb jedoch bei ihrer Entscheidung, sodass die VZ auch wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Ausweises von Negativzinsen für alle Sparer vor Gericht zog, in der ersten Runde aber unterlag. Das Landgericht Tübingen hält die Zinsgestaltung der Sparkasse für transparent und konnte keine „unangemessene Benachteiligung von Verbrauchern“ erkennen. Denn obwohl der Grundzins bei dem strittigen Produkt inzwischen negativ geworden sei, habe der von der Sparkasse zusätzlich gewährte Bonuszins verhindert, dass Kunden für ihre Sparverträge zahlen mussten. So solche Entscheidung ruft natürlich bald auch einen Dominoeffekt auf alle Zinssparformen hervor. Daher ist damit zu rechnen, dass eine Entscheidung auch hier das höchste deutsche Gericht zeitnah fällen muss.

Aktienfonds sind die bessere Alternative für die Altersvorsorge

Die beiden Urteile zeigen: Keine Zusage hält ewig. Das Risiko, enteignet zu werden, darf auch bei bisher klassischen Sparformen nicht ausgeblendet werden. Speziell in der Altersvorsorge ist der langfristige Aufbau von Kapital mit Aktien und Aktienfonds die bessere Alternative. Sie ist flexibel und renditeträchtiger, und das Problem des höheren Risikos können wir bei einem langfristigen Horizont minimieren. Jeden Monat einen bestimmten Betrag in einen Aktienfonds eingezahlt, ergibt am Ende eine höhere Auszahlungssumme als bei einer Kapitallebensversicherung. Und die Familie kann günstig mit einer Risikolebensversicherung abgesichert werden, die nur einen Bruchteil einer Kapitallebensversicherung kostet.

Fazit

Wer noch länger Zeit hat, bis seine Lebensversicherung ausgezahlt wird, sollte überlegen, seine Police bis zum Ablauf ruhen zu lassen Auf keinen Fall aber kündigen, da dies mit hohen Verlusten verbunden ist!!! Ein Aktienfondssparplan ist schnell abgeschlossen. Aber bitte schauen Sie sich vorher unsere Tipps an, die wir dazu auf unserer Seite immer wieder veröffentlichen.weitere Flüstereien

Happy Birthday, DAX! – der DAX wird 30

Happy Birthday, DAX!

Viele Börsianer, ganz egal, ob Groß- oder Kleinanleger, schauen mal mehr und mal weniger auf den DAX, den Deutschen Aktienindex. Am 1.7. wurde der DAX 30 Jahre alt. Dazu auch von uns herzlichen Glückwunsch!

Was ist der DAX?

Der DAX ist der bedeutendste deutsche Aktienindex. Er beinhaltet die Wertentwicklung der 30 größten und (bezogen auf die Streubesitz-Marktkapitalisierung) liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes. Damit werden rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland repräsentiert. Der Index ist ein Produkt sowie eingetragene und damit geschützte Wort- und Bildmarke der Deutschen Börse AG, deren Aktien selbst im DAX enthalten sind. Der DAX ist das wichtigste Mitglied der gleichnamigen Indexfamilie. Als Performance-Index werden die Kurse und Dividenden in die Berechnung einbezogen, während beim reinen Kursindex nur die Kursveränderungen angezeigt werden. Daraus ergeben sich zwei verschiedene Symbole für den Index, DAX und DAXK, die beide an der Börse ausgewiesen werden, wobei der DAX allerdings die weitaus größere Bedeutung besitzt.

Der Index basiert seit dem 21.6.1999 auf den Kursen des elektronischen Handelssystems Xetra. Seine Berechnung beginnt seit Januar 2016 börsentäglich ab 9:06 Uhr MEZ/MESZ, also kurz nach der Öffnung der Börse in Frankfurt/Main. Wenn zu diesem Zeitpunkt für einzelne Aktien noch keine Eröffnungskurse vorliegen, werden die jeweiligen Schlusskurse des vorangegangenen Handelstags herangezogen. Die Berechnung endet mit den Kursen der Xetra-Schlussauktion, die um 17:30 Uhr beginnt und 5 bis 15 Minuten dauern kann. Wurde das Kursbarometer bis zum 31.12.2005 noch im 15-Sekunden-Takt aktualisiert, so erfolgt die Aktualisierung seit 1.1.2006 jede Sekunde.

Zur Geschichte des DAX

Der DAX wurde am 1.7.1988 eingeführt und setzt den Index der Börsen-Zeitung fort. Dieser begann im Jahr 1959, die Kursbewegungen an der Frankfurter Börse zu messen. Für den 31.12.1987 wurde er auf 1000 Indexpunkte als Startpunkt normiert.

Als Väter des DAX gelten die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, die Frankfurter Wertpapierbörse und die Börsen-Zeitung.

Zunächst nicht als Konkurrenz, sondern nur als Ergänzung zu bereits etablierten deutschen Aktienindizes gedacht, hat der DAX sich inzwischen als Leitindex der deutschen Börse etabliert und ist national und international als deutsches Börsenbarometer anerkannt.

Die Berechnung des DAX geht auf die Indexformel des deutschen Nationalökonomen und Statistikers Ernst Louis Étienne Laspeyres (1834–1913) zurück, der 1871 den nach ihm benannten Laspeyres-Preisindex entwickelte.

Bei seiner Einführung am 1.7.1988 umfasste der DAX folgende Werte:

Allianz, BASF, Bayer, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, Bayerische Vereinsbank, BMW, Commerzbank, Continental, Daimler-Benz, Degussa, Deutsche Bank, Deutsche Babcock, Deutsche

Lufthansa, Dresdner Bank, Feldmühle Nobel, Henkel, Hoechst, Karstadt, Kaufhof, Linde, MAN, Mannesmann, Nixdorf, RWE, Schering, Siemens, Thyssen, Veba, Viag und Volkswagen.

Einige dieser Unternehmen sind der heutigen Börsengeneration zum Teil gar nicht mehr bekannt. Von der Startbesetzung sind heute nur noch 15 Unternehmen mit dabei, wobei über die Hälfte der DAX-Veränderungen durch Zusammenschlüsse und Übernahmen mit teilweise neuen Namen herrührt. Mit der Mehrheitsübernahme von DAX-Konzernen durch ausländische Gesellschaften ist das Ausscheiden der ehemals deutschen Gesellschaft aus dem DAX verbunden (Mannesmann/Vodafone, Hypovereinsbank/Unicredit etc.).

Auch die Entwicklung der beiden DAX-Geschwister ist logischerweise unterschiedlich verlaufen. Seit dem Start der DAX-Kursberechnung legte der Performance-Index mit rund 1190 Prozent zu. Der Kursindex, bei dem Ausschüttungen nicht angerechnet werden, erreichte aber auch ein sattes Plus von 495 Prozent. So konnten Anleger mit den Blue Chips einschließlich der ausgeschütteten Dividenden 8,92 Prozent p. a. verdienen. Mit dem Kursindex wären es aber auch 6,14 Prozent p. a. gewesen. Damit können Sparbuch, Tages- und Festgeld nicht mithalten.

Der DAX als Grundlage für weitere Anlagen

Die DAX-Familie ist natürlich viel größer – wir berichteten bereits darüber. Der DAX und andere Indizes aus dem DAX-Imperium bilden die Basis für Fonds, Zertifikate, Derivate etc.

Mit dem Entstehen der ETFs können Anleger jetzt direkt auf den DAX setzen und an der Kursentwicklung teilhaben. Aber auch Anleger, die sich eine weitere Streuung der Anlagen wünschen als die 30 Blue Chips des DAX, werden in der Hauptsache auf Werte aus der DAX-Gemeinschaft in ihren Fonds stoßen, wie zum Beispiel M-DAX, Tech-DAX, S-DAX etc.Der DAX wird für das Management deutscher Fonds außerhalb des ETF-Bereichs immer eine Benchmark bleiben, die es zu schlagen gilt. Für Fondsanleger ist es aus Kosten- und Renditegründen wichtig, beim Kauf eines in Deutschland anlegenden gemanagten Fonds den DAX als Entscheidungskriterium mit heranzuziehen.

In diesem Sinne, auf die nächsten erfolgreichen 30 Jahre!!!weitere Flüstereien

Gold als Anlage – Möglichkeiten für den Kleinanleger

Gold als Anlagemöglichkeit

Gold ist ebenso eine Ware wie jede andere auf diesem Planeten, auch wenn die Anhänger des Edelmetalls das anders sehen. Auch wird es gehandelt wie jede andere Ware. Und bei jeder Handelsware gibt es einen Markt, auf dem der Preis nach marktüblichen Regeln über Angebot und Nachfrage zustande kommt. Und wie bei allen natürlichen Rohstoffen gilt auch für die physische Goldnachfrage, dass das Angebot nicht beliebig ausdehnbar ist.Eine Goldmine zu erschließen, dauert sehr lange. Zieht die Nachfrage also an, können Goldproduzenten nur versuchen, das Angebot durch Recycling von Gold kurzfristig zu erhöhen. Wenn das nicht ausreicht, um die gestiegene Nachfrage zu befriedigen, dann steigt nach den Gesetzen des Marktes der Goldpreis. Der Goldpreis wird je Feinunze ausgewiesen. Eine Feinunze Gold entspricht dem Gewicht von 31,1 Gramm. Damit ist der reine Goldwert gemeint, also ohne irgendwelche Zusätze von Silber oder Ähnlichem.

Der Goldpreis schwankt sehr häufig und heftig

Der Blick in die jüngste Vergangenheit zeigt, dass der Goldpreis heftigen Schwankungen unterworfen war und ist:

In den 1970er-Jahren fürchteten Anleger die damals bedrohliche hohe Inflation in vielen Industrieländern. So stieg der Goldpreis im Januar 1980 bis auf 850 Dollar je Feinunze. Erst als der später legendäre Paul Volcker neuer Chef der US-Notenbank Fed wurde, die Edelmetallbörsen stärker regulierte und versprach, die Geldmenge zu beschränken, verflüchtigten sich diese Ängste … um dann 2008 und in den Folgejahren verstärkt zurückzukehren. Wir erinnern uns, dass in diesen Jahren die weltweite Finanzkrise ihren verhängnisvollen Lauf nahm. Der Goldpreis stieg in der Folge auf mehr als 1800 Dollar je Feinunze. Die Unsicherheit legte sich erst, als der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi im Sommer 2012 versprach, er werde alles tun, was nötig sei, um den Euro zu retten.

Der Goldpreis kann auch extrem unter Druck geraten, wenn große Mengen auf den Markt geworfen werden. Erst im März verkauften die USA rund 49 Tonnen Gold, seit Jahresbeginn sind es nun schon 82 Tonnen. Davon sind etwa zwei Drittel sogenanntes raffiniertes Gold, also Gold in Form von Barren oder Münzen. Ziel der Aktion war, massiv direkt oder indirekt den Dollar zu stärken. Eine wahrscheinlichere Theorie ist aber die Verhinderung des Goldes als Ersatzwährung. Durch die Verunsicherung der Märkte versuchen die USA, das zu verhindern. Wir haben in diesem Zusammenhang schon über den Aufstieg des Petro-Yuan und die Folgen für die amerikanische Schuldenwirtschaft berichtet.

Aktuell liegt der Goldpreis um die 1300 Dollar, allerdings müssen wir den international in Dollar angegebenen Goldpreis in Euro umrechnen (ungefähr 1100 Euro). Hier besteht die Gefahr, dass es zu Währungsverlusten kommt, die dann den erzielten Verkaufsgewinn schmälern. Andererseits ist auch ein Währungsgewinn möglich. Dazu kommt, dass wir mit Gold keine Zinsen und Dividenden erwirtschaften können, die einen Ausgleich für Preisstürze bieten würden.

Niemand aber kann am Goldmarkt den beteiligten Staaten und Großinvestoren in die Karten schauen. Das ist aussichtslos – und daher warnen wir auch vor Goldspekulationen.

Goldinvestitionen auf anderem Weg

Natürlich können wir jeden Kleinanleger, der Gold als Absicherung in Betracht zieht, verstehen. Doch egal ob Goldmünzen (Krügerrand, Wiener Philharmoniker etc.), Barren oder Goldschmuck, die Anleger müssen für eine sichere Unterbringung (Safe, Alarmanlagen etc.) sorgen. Die Versicherung verlangt das und wird auch den entsprechend höheren Tarif für das Goldrisiko kalkulieren.

Wesentlich günstiger erscheint da der Kauf eines Fonds, entweder eines mit Gold besicherten ETFs (Exchange Traded Fonds) oder eines Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities), wobei aber vor dem Kauf darauf geachtet werden muss, dass es sich auch tatsächlich um eine physische Goldabsicherung handelt und nicht nur der Goldpreis nachgebildet wird. Bei physisch besicherten Gold-ETFs kauft der Emittent des ETFs mit dem Geld der Anleger Gold in Form von Barren und Münzen und lagert diese selbst in seinem Tresor ein. Im Gegenzug erhalten die Investoren ihren Anteil am hinterlegten Gold als Inhaberschuldverschreibung verbrieft. Bei vielen physisch besicherten Gold-ETFs haben die Anleger auch ein Recht darauf, sich das Gold, das ihrem Anteil am ETF entspricht, gebührenpflichtig nach Hause liefern zu lassen.

Auch Goldminenaktien sind im Angebot, die aber ebenso stark schwanken wie der Goldpreis und dem Angebot des physischen Goldes folgen. Sind die Goldpreise niedrig, lohnt sich der enorme Aufwand für die Erschließung und Förderung nicht.

Noch ein Wort zu den Steuern: Alle Gold-ETFs sind Wertpapiere, und die Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer. Beim Verkauf von physischem Gold sind Anleger von dieser Steuer nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr jedoch befreit

Das Element Nr. 79 – Gold als Anlage

Das Element Nr. 79 – Gold als Anlage

Bei einer Straßenumfrage würden wohl nur die wenigsten auf die Frage, was sich hinter der Nummer 79 im Periodensystem der Elemente verbirgt, sofort eine Antwort wissen. Dabei haben die meisten das Element schon gesehen oder besitzen es in irgendeiner Form. Bei Schmuck, Uhren, Zahnkronen, ja selbst in der Hightech-Industrie und Medizin ist dieses Element nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist vom uralten Element Gold, Lateinisch Aurum, chemisches Zeichen Au.Ein altes Sprichwort sagt, dass Gold auch noch im Dreck glänzt. Es rostet nicht wie Eisen, es überzieht sich nicht mit Grünspan wie Kupfer, und es dunkelt nicht nach wie Silber. Gegenstände aus Gold, die viele Jahrhunderte in der Erde des alten Ägyptens, Thrakiens (Byzanz), Skythiens (Indien), des Azteken- und Inkareiches gelegen haben oder aus den Tiefen der Ozeane und Meere geborgen werden, sehen aus, als hätten sie die Werkstatt des Juweliers gerade erst verlassen. Gold ist ein wahres Edelmetall, Industriemetall und Wertaufbewahrungsmittel.

Warum steigt der Verbrauch des gelben Metalls?

In wenigen Monaten geht sie wieder los, die jährliche Goldsaison in Indien. In keinem anderen Land der Erde kaufen die Menschen so viel Schmuck aus Gold wie in Indien. Jedes Jahr beflügelt diese alte Tradition die Spekulationen am Goldmarkt, den das Milliardenvolk aus dem südasiatischen Land stets bewegt. In den Monaten September bis November wird auf dem Subkontinent nämlich geheiratet. Dann ist die Zeit der üppigen Goldgeschenke an die Brautleute. Speziell die ständig wachsende wohlhabende Mittelschicht ist in der Lage, den Markt mit dem Edelmetall nach Norden zu treiben.

Ob Königskronen, Grammys, Oscars, Medaillen oder Pokale, all diese Statussymbole werden aus Gold gefertigt oder zumindest mit einem Goldüberzug versehen – dem Metall der höchsten Wertschätzung für den neuen Besitzer.

In der Industrie ist Gold noch wertvoller. So finden wir es zum Beispiel in der Fertigung elektronischer Bauteile. Viele elektronische Geräte nutzen sehr niedrige Spannungen und Ströme, die leicht durch Korrosion unterbrochen werden können und störungsanfällig sind. Gold jedoch ist ein hocheffizienter Leiter, der diese kleinen Ströme unbeeinträchtigt durchleitet und korrosionsfrei bleibt. Elektronische Bauteile mit Gold gelten als sehr zuverlässig. Gold wird in Steckverbindern, Schaltern und Schaltkontakten, Lötstellen oder Verbindungsdrähten verwendet. Auch in Computern sind wahre Schätze enthalten. Neben den wertvollen Seltenen Erden sind in PCs, aber auch in Handys, iPhones, Tablets etc. sehr viele Goldkontakte verbaut. Das macht sie zu begehrten Recyclingobjekten.

Und auch unser Astronaut „Astro Alex“, Alexander Gerst, wird in seiner ISS einiges aus Gold vorfinden. Denn im Weltall sind die Möglichkeiten einer Wartung oder Reparatur stark begrenzt bzw. unmöglich, sodass NASA & Co. hier ausschließlich auf zuverlässigste und sicherste Materialien, unter anderem Gold, setzen. Das Visier am Helm eines Astronauten-Raumanzuges wird zum Beispiel mit einem dünnen Goldfilm beschichtet. Sinn und Zweck der Beschichtung ist, dass Augen und Haut vor der sehr intensiven Sonneneinstrahlung im Weltraum geschützt werden.

Schon seit 700 v. Chr. haben Zahnärzte (oder wie die Zahnmediziner damals auch immer hießen) mit Gold gearbeitet. Goldlegierungen werden für Füllungen, Kronen, Brücken und kieferorthopädische Apparaturen in der Zahnmedizin verwendet, da sie nicht allergen und leicht zu verarbeiten sind. Allerdings lassen die gestiegenen Preise des Edelmetalls die Zahnärzte immer mehr zu Ersatzmaterialien greifen, was natürlich der Patient sehr begrüßt. Aber auch andere Anwendungen von Gold in der Medizin sind bekannt und hilfreich für die Patienten. Injektionen von schwachen Lösungen von Natriumaurothiomalat oder Aurothioglucose werden beispielsweise verwendet, um rheumatoide Arthritis zu behandeln.

Und schauen Sie auch auf die Deklaration mancher Lebensmittel: Hier finden wir unter der Bezeichnung E 175 Gold als Lebensmittelzusatzstoff.

Die Absicherungsfunktion des Goldes

Gold ist in seiner Verfügbarkeit begrenzt, leicht teilbar und hat einen hohen Wert. Darum wird es seit ca. 6000 Jahren neben Silber von den Menschen als Zwischentauschmittel (Geld) genutzt. Erst seit wenigen Jahrzehnten verwenden die Staaten mit bunten Bildern und Zahlen bedrucktes, aber eigentlich wertloses Papier anstelle von Edelmetallmünzen.

Die Deutsche Bundesbank hat erst kürzlich die Rückführung der Goldreserven aus dem berühmten Fort Knox in den USA und aus anderen internationalen Aufbewahrungsorten nach Deutschland abgeschlossen. Das geschah nicht aus mangelndem Vertrauen nach dem Motto „man kann ja mal nachzählen“, sondern weil Gold angesichts der weltweit drohenden Finanzkrisen sehr schnell verfügbar sein muss.

Das ergibt sich aus der Absicherungsfunktion des Goldes für Staaten, aber auch für Kleinanleger, die sich mit Gold auf der sicheren Seite bei Kriegen, Krisen, Naturkatastrophen etc. wähnen.

Die ökonomischen Seiten des Elements 79 werden wir in einem weiteren Beitrag beleuchten.

Bausparverträge unter der Lupe

Bausparverträge unter der Lupe

Die Wette auf den Zins …

… hat Bausparkassen in Bedrängnis gebracht. Die Kalkulation ist für Bausparer sowie Bausparkassen ungünstig aufgegangen. Das Niedrigzinsumfeld hat negative Auswirkungen auf das Gesamtgeschäftsmodell: Altvertragskunden mit attraktiver Guthabenverzinsung werden von Bausparkassen in verschiedenster Weise drangsaliert. Die Bausparkassen ihrerseits leiden unter der Abwendung von ihren teuren Bausparkrediten seitens der Bausparer.

Keine Rendite beim Bausparvertrag

„Das Thema ist komplex“, gibt Michael Schild, ein Experte für Immobilienfinanzierung für Privatleute bei der Dr. Klein Privatkunden AG, zu. In Deutschland gibt es 30 Millionen Bausparverträge. Für viele Verbraucher ist die staatliche Förderung ein Grund, sich für diese Form der Immobilienfinanzierung zu entscheiden. Es sind gehäuft Auszubildende, junge Familien und Wohneigentümer mit Modernisierungsbedarf, die durch Bausparen auf günstige Darlehen hoffen und deswegen jahrelang auf Kapitalerträge verzichten. Mit einem Bausparvertrag werden 40 Prozent der Bausparsumme sieben Jahre angespart. Für die restlichen 60 Prozent gibt es ein Bauspardarlehen, das in etwas zehn Jahren abgezahlt wird. Guthaben- sowie Darlehenszinsen werden im Vorfeld verbindlich festgelegt.

Die Rendite in der Ansparphase liegt praktisch bei null und bei Vertragsbeginn wird eine teure Abschlussgebühr fällig. Zusätzlich werden Extra-Gebühren für die Kontoführung sowie das Bauspardarlehen berechnet. Hypothekendarlehen für Immobilien sind in einem Niedrigzinsumfeld an vielen Stellen günstig zu bekommen. Zudem ist in der Regel die Bausparsumme für die komplette Finanzierung zu niedrig, sodass ohnehin ein zusätzliches Annuitätendarlehen bei einem anderen Kreditinstitut beantragt werden muss. Da ist es häufig sinnvoll, die gesamte Spar- und Finanzierungsphase ohne einen Bausparvertrag zu organisieren.

Auszubildende und junge Familien als Zielgruppe der Bausparkassen

Über eine halbe Million Menschen unter 25 Jahren schließen jährlich einen Bausparvertrag ab. Sie verpflichten sich, für sieben Jahre in einen Sparvertrag einzuzahlen, der keine Rendite einbringt, gelockt von der Arbeitnehmersparzulage, der Wohnungsbauprämie sowie den vermögenswirksamen Leistungen. Die staatlichen Zuschüsse unterliegen Einkommensgrenzen: Bei Ledigen gilt eine Obergrenze von 25.600 Euro, um eine Wohnungsbauprämie in Höhe von 45,06 Euro für eine Sparleistung von 512 Euro im Jahr zu erhalten. Die maximale Sparzulage von 43 Euro gibt es bei 470 Euro Einzahlung, allerdings nur bis zu 17.900 Euro zu versteuerndem Bruttoeinkommen.

Familien werden ab 2018 erneut gefördert. Je Kind will der Staat 1.200 Euro pro Jahr maximal zehn Jahre in Form von Baukindergeld zahlen. Das Familieneinkommen darf allerdings nicht über 75.000 Euro plus 15.000 Euro Freibetrag pro Kind liegen. Eltern, die zwischen 2005 und 2017 eine eigene Immobilie gekauft und diese nur aus eigenen Kräften finanzieren, dürften sich ungerecht behandelt fühlen. Die gute Neuigkeit für zukünftige Eigenheimbesitzer ist, dass das Baukindergeld nicht an einen Bausparvertrag gebunden ist. Eine unabhängige Ansparung ohne Fördermittelverlust ist möglich: Hier bietet sich ein renditestarker Aktienfondssparplan an.

Ein Beispiel für die Komplexität eines Bauspardarlehens

Für einen Immobilienkauf muss viel Eigenkapital angespart werden. Leider gelingt dies selbst bei hoch angesetzten Sparbeiträgen kaum mit einem Bausparvertrag. Sie kommen bei einer monatlichen Einzahlung von 400 Euro und einer Verzinsung von 0,5 % nach sieben Jahren auf 34.200 Euro. 33.600 Euro stammen einzig aus Ihrer Sparleistung: Sie erhalten in sieben Jahren 600 Euro Zinsen. Hiervon müssen Sie allerdings 855 Euro abziehen, denn bei der entsprechenden Bausparsumme (85.500 Euro) verschlingt die Abschlussgebühr die ersten zwei Sparraten komplett. Sie machen ein Minusgeschäft in Höhe von 255 Euro, weil die Abschlussgebühr den Gesamtzinsertrag übersteigt. Bei einer Sparrate von 400 Euro erhalten Sie auch nicht die staatliche Höchstförderung, sondern etwa 500 Euro aus VL-Leistungen, Sparzulagen und Wohnungsbauprämien. Insgesamt erhalten Sie für 33.600 Euro einen Wertzuwachs von 250 Euro in sieben Jahren. Zum Vergleich: Sie erwirtschaften mit unserem Aktienfonds-Sparplan mit 400 Euro monatlich nach sieben Jahren etwa 11.000 Euro Zinsen und erreichen ein Endkapital von 44.600 Euro.

Nach der Sparphase bekommen Sie das Bauspardarlehen in Höhe von 51.650 Euro zugeteilt. Dieses muss innerhalb eines Jahres nach Bereitstellung in Anspruch genommen werden, ansonsten werden Bereitstellungsgebühren berechnet. Sie könnten eine Immobilie für etwa 77.500 Euro erwerben, denn Sie müssen ca. 10 % Kaufnebenkosten einkalkulieren. Das wird Ihnen vermutlich nicht gelingen: Sie brauchen eine Zusatzfinanzierung. Hier kommt Ihnen die niedrige Verzinsung des Bausparvertrags in die Quere: Für eine Immobilienfinanzierung müssen etwa 20 % finanzielle Eigenleistungen vorliegen. Sie greifen in diesem Fall auf 33.850 Euro zurück. Insgesamt könnten Sie ungefähr eine Finanzierung von 170.000 Euro erreichen. Mit einer Ansparung beim NDAC haben Sie eine deutlich bessere Ausgangsposition: Für Ihr Eigenkapital von 44.600 Euro (20 %) könnten Sie eine Immobilie für etwa 223.000 Euro finanzieren.

Wie schon der Experte von der Finanzierungsberatung zugab: Das Thema Bausparen ist komplex. Einfacher und übersichtlicher funktioniert Sparen beim NDAC!

Was im Jahr 2017 aus 10.000 Euro werden konnte

Renditevergleich 2017

Wie viel Rendite war im Jahr 2017 möglich?

Im Blickfeld steht die Frage, welche Geldanlage die beste Rendite im Jahr 2017 erwirtschaftete. Der Rückblick soll dazu dienen, eine Basis für die finanzielle Planung im Jahr 2018 zu bekommen. So können eventuelle Fehleinschätzungen erkannt und korrigiert werden, eine Voraussetzung für gewinnbringende Geldanlageentscheidungen im Jahr 2018. Im glücklichsten Fall bestätigt sich die persönliche Vermögensaufbaustrategie.

Welcher Vermögenszuwachs war 2017 mit 10.000 Euro Kapitaleinsatz realisierbar?

Für den Renditevergleich setzen wir für jedes Anlageprodukt 10.000 Euro ein. Der Investitionszeitraum läuft vom 01.01.2017 bis 31.12.2017. Die Renditeanalyse erfolgt unter Berücksichtigung des Geldwertverlustes. Die Inflationsrate des Gesamtjahres 2017 betrug 1,8 %. Bei 10.000 Euro ergab sich ein anteiliger Kaufkraftverlust von 180 Euro. Aus 10.000 Euro Kaufkraft Anfang 2017 blieben Ende des Jahres 9.820 Euro Kaufstärke.

10.000 Euro, vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 investiert …

… in Tagesgeld …

Bei einem Tagesgeldkonto handelt es sich um eine täglich verfügbare Einlage.

Im Schnitt lag der Zinssatz bei 0,2025 % im Jahr. 10.000 Euro ergaben eine Zinsgutschrift von 20,25 Euro. Am Ende des Jahres war der Kontostand 10.020,25 Euro. Nun wird die Inflation berücksichtigt, sodass sich eine Konsumstärke von 9.840,25 Euro ergibt. Der Geldwertverlust beträgt 159,75 Euro.

… in den DAX …

Der Leitindex listet die dreißig bedeutendsten deutschen Unternehmen mit unterschiedlicher Gewichtung.

Das Jahresplus des DAX lag bei rund 12,5 Prozent. 10.000 Euro erwirtschafteten einen Vermögenszuwachs von 1.250 Euro. Aus 10.000 Euro wurden 11.250 Euro. Nach Abzug der Inflation beträgt der Gewinn 1.070 Euro.

… in US-Dollar …

Währungskonten spekulieren auf Kursgewinne, die durch Schwankungen der Devisenkurse entstehen können.

Der Wechselkurs am 01.01.2017 betrug 1,0521 USD. 10.000 Euro ergaben 10.521 US-Dollar. Zum Jahresende gab es für einen US-Dollar 0,8338 EUR. Aus 10.000 Euro wurden nach einem Jahr rund 8.772 Euro. Der Verlust beträgt 1.228 Euro.

… in Gold …

Gold wird in der Einheit Feinunze gehandelt und in US-Dollar notiert. Bei Goldmünzen ist der Feingoldgehalt für den Wert entscheidend. Beim Goldhandel mit Euro als Startkapital ist der Wechselkurs ein Teil der Spekulation.

Am Jahresanfang kostete eine Feinunze 1.152,15 US-Dollar, zum Jahresende 1.295,01 US-Dollar. Mit Einberechnung des Wechselkurses konnten für 10.000 Euro 284 Gramm Gold gekauft werden. Ein Verkauf zum Jahresende ergab eine Endsumme in Höhe von etwa 9.860 Euro. Unter Einbeziehung der Inflation gab es einen Wertzuwachs von 40 Euro.

… in den Dow Jones …

Der US-Aktienindex Dow Jones listet dreißig US-amerikanische Unternehmen der New Yorker Börse.

Das Kursplus lag bei etwa 25 Prozent. Bei einer Investition von 10.000 Euro kam unter Berücksichtigung der Währungskurse eine Endsumme von 10.966 Euro zustande. Die Inflation mindert den Gewinn auf 786 Euro.

… in den MSCI World …

Der MSCI World listet große und mittelständische Unternehmen aus 23 Industrieländern.

Die Wertentwicklung lag bei rund 19,8 Prozent. Aus 10.000 Euro wurden mit Währungsumrechnung 10.509 Euro. Der Gewinn nach Inflation beträgt 329 Euro.

… in Bitcoin …

Bitcoin ist eine unabhängige digitale Währung. Sie wird im Internet auf Bitcoin Börsen gehandelt.

Der Kursanstieg lag zwischen 1.300 und 1.400 Prozent. Bei 10.000 Euro Einsatz ergaben sich zwischen 130.000 Euro und 140.000 Euro Depotwert. Der Gewinn lag bei etwa 120.000 Euro.

… in Wohnimmobilien …

Eine Investition in Immobilien als Geldanlage geht vom Erwerb einer Wohnimmobilie mit dem Ziel der Vermietung aus.

Der deutschlandweite Wertanstieg lag im Schnitt bei etwa sechs Prozent. In Frankfurt/Main beispielsweise stieg der Wert bei Bestands- sowie Neubaueigentumswohnungen um etwa 18,5 %. Pauschal ziehen wir 10 % ab für die Erwerbsnebenkosten. Bei einem anteiligen Kapitaleinsatz von 10.000 Euro ergibt sich ein Wertzuwachs auf 10.850 Euro. Die Inflation mindert den Gewinnzuwachs auf 670 Euro.

… das sind die Gewinner: …

Bitcoin und DAX

… das sind die Verlierer: …

US-Dollar und Tagesgeld

… welche Schlüsse können gezogen werden …

Die Inflation ist ebenso ein Renditevernichter wie unkalkulierbare Währungsrisiken. Eine angemessene Bargeldreserve auf einem Tagesgeldkonto ist Teil einer durchdachten Finanzplanung. Spekulationsgeld in Bitcoin, das nicht für die Existenz benötigt wird, kann wie ein Lottoschein für Spannung und Gewinn sorgen. Sowohl ein Immobilienerwerb als auch eine Absicherung in Gold können Aktien für einen erfolgreichen Vermögensaufbau nicht ersetzen.

Wenn sich ETFs erstmals dem Bärenmarkt stellen müssen

Wenn sich ETFs erstmals dem Bärenmarkt stellen müssen

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind bereits in einer Phase der Blasenbildung …

… warnen einige Stimmen aus der Finanzbranche. Dennoch gelten ETFs bei Verbraucherschützern und Medien weiterhin als eine kostengünstige Geldanlage, mit der auch börsenunkundige Sparer ohne Risiko Vermögensaufbau betreiben können. So investieren viele marktunerfahrene Anleger in die nach der letzten Finanzkrise so populär gewordenen ETF-Sparpläne. Eine Problematik steht im Raum: Die Börsengeschichte hat gelehrt, dass sich stets dann eine Überhitzung des Marktes entwickelt, wenn eine große Anzahl Kapitalanleger das gleiche Finanzprodukt kauft. Allein im Januar und Februar 2018 steckten Investoren in Europa 21 Milliarden Euro in ETFs – ein neuer Rekord.

ETFs müssen sich erst noch in einem Bärenmarkt beweisen

Im Bullenmarkt können Anleger kaum Fehler mit einem Indexfonds machen. Steigen die Indizes, performen auch die ETFs gut. Anders wird sich die Situation stellen, wenn es wieder einmal zu allgemeinen Marktkorrekturen kommt. Von Gewinnen verwöhnte ETF-Sparer könnten bei Kursabwertungen so unruhig werden, dass sie ihre ETFs schnell loswerden wollen. Dies würde einen bereits in Gang gesetzten Abwärtstrend weiter beschleunigen. Kleinanleger in Deutschland könnten eine Enttäuschung erleben, wenn die Kostenersparnis der letzten Jahre verloren geht. Es gab bereits Anzeichen: Im August 2015, an einem sogenannten Schwarzen Montag, verloren einige Indexfonds an der New Yorker Börse bis zu 30 Prozent an Wert – der Handel wurde kurzfristig eingestellt.

Zahlreiche Kleinanleger kaufen Jahre nach der letzten Krise wieder ein Finanzprodukt, das sie kaum verstehen

Beim Kauf eines ETFs holen sich Sparer – entsprechend dem Anteil und der Gewichtung – das komplette Aktienpaket des Index ins Depot. Beim Kauf eines Dax-ETFs zum Beispiel erhält der Sparer Unternehmensanteile aller 30 Dax-Mitglieder. Darunter ist dann auch die bei Kleininvestoren in Verruf geratene Telekom-Aktie. Für die Abbildung der Indizes sind rechnerische und handelstechnische Vorgänge notwendig. Um ETFs besser zu verstehen, sollten Anleger den Unterschied zwischen einem Index-Anbieter und einem ETF-Anbieter kennen. Zu den Indexanbietern gehören beispielsweise die Deutsche Börse oder Standard & Poor?s. Diese kalkulieren in einem fortlaufenden Prozess ihre Indizes, beispielsweise den Dax, den S & P oder den MSCI. Die Indexhäuser verdienen Extra-Geld durch die große Nachfrage nach ETF-Sparplänen. ETF-Anbieter wie Blackrock, Comstage oder Lyxor müssen nämlich den Index-Herausgebern Lizenzgebühren zahlen, damit sie die Börsenindizes für den Verkauf von ETF-Fonds nutzen dürfen.

Anders als bei klassischen, aktiv gemanagten Fonds wie dem NDAC-Aktienfonds kauft kein Fondsverwalter neue Aktien, sobald mehr Geldmittel in das Fondsvermögen fließen. Stattdessen sorgen ETF-Anbieter zusammen mit Market Makern für Liquidität auf dem Markt. Die Geldhäuser und Händler berechnen die An- und Verkaufskurse der ETFs. Market Maker müssen Sorge tragen, stets genügend ETF-Anteile zu besitzen. Ist dies nicht mehr der Fall, kaufen sie beim ETF-Anbieter Anteile nach. Der Wert eines ETFs hinkt dem Index stets hinterher. Zum Teil liegt dies an den eingerechneten Verwaltungsgebühren, die direkt vom Fondsvermögen abgezogen werden. Außerdem werden bei Indizes, die Dividendenzahlungen einrechnen (wie beim Dax), die Steuern zeitgleich vom ETF subtrahiert – der Index selbst ist vom Steuerabzug nicht betroffen. Zum anderen gibt es eine technische Abweichung, den „Tracking Error“.

Aktienfonds sind stärker reguliert als ETFs

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA macht Managern von aktiv verwalteten Aktienfonds weitaus strengere Auflagen als den Herausgebern von passiv gemanagten Indexfonds. Beispielsweise dürfen Aktienfondsverwalter maximal 10 Prozent des Gesamtportfolios in eine einzelne Aktie investieren. Hingegen haben ETF-Anbieter die Erlaubnis der Finanzaufsicht, Einzelpapiere in Höhe von 20 Prozent, unter Umständen sogar bis zu 35 Prozent, zu halten. Die EU-Wertpapierrichtlinie UCITS schreibt Aktienfonds vor, dass Titel mit einem Depotanteil zwischen 5 und 10 Prozent insgesamt maximal 40 Prozent des Gesamtportfolios ausmachen dürfen. Bei Indexfonds reicht der Aufsichtsbehörde die erwähnte 20-35-Regel – ein lockerer Umgang mit dem relativ neuen Finanzprodukt.

Der NDACinvest „outperformte“ im Jahr 2017 viele ETFs

Insgesamt können Anleger in Deutschland auf 1300 unterschiedliche ETFs zugreifen. Die meisten davon sind für Kleinanleger zu riskant – zum Beispiel jene, die aus wenigen Titeln bestehen oder Einzelunternehmen mit starker Gewichtung führen. ETF-Sparer müssen ein gutes Gespür für die Diversifizierung der Indexfonds aufbringen. Wem die Auswahl schwerfällt oder wer glaubt, dass der beste Zeitpunkt für eine Geldanlage in Indexfonds vorbei ist, findet beim NDAC die beste Alternative. Unsere Aktienfonds-Sparpläne brauchen sich hinter ETF-Sparplänen keineswegs zu verstecken – ganz im Gegenteil: Die Wertentwicklung des NDACinvest von über 12 Prozent im Jahr 2017 spricht für sich!