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Der Clubfonds-Ticker
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Bargeldlose Welt – Welche Aktien profitieren

Bargeldlose Welt – welche Aktien profitieren

Haben Sie Ihr Bargeld unterm Kopfkissen, oder wo auch immer Sie es versteckt halten, wieder einmal nachgezählt? – Kleiner Scherz, sorry! Aber wenn man den einschlägigen Foren und Newslettern glauben will, dann gibt es bereits einen Termin, ab dem es kein Bargeld mehr geben soll.

Es ist nicht jedermanns Sache, mit Karte oder Smartphone seine Einkäufe zu bezahlen. Aber die Statistik besagt, dass die Deutschen 2018 erstmals mehr mit Giro- oder Kreditkarte (48,6 Prozent) als bar (48,3 Prozent) bezahlt haben. Die restlichen 3,1 Prozent verteilten sich auf Rechnungen, Finanzkäufe und Gutscheine etc.

Wenn wir aber den Euroraum betrachten, stieg hier die nachgefragte Bargeldmenge im Zeitraum von 2003 bis 2016 um 300 Prozent, und das, obwohl Girocard- und Kreditkartenzahlung sowie Onlinebezahldienste (PayPal u. a.) längst etabliert sind.

Pioniere des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

Zwei Länder leisten Pionierarbeit auf dem Gebiet des bargeldlosen Zahlungsverkehrs: China und Schweden.

In China wird zumeist nur noch mittels Smartphone und Plattformapplikationen, z. B. WeChat Pay, bezahlt. Selbst Kleinstbeträge in Garküchen, an mobilen Ständen etc. werden ohne Münzen oder Scheine beglichen.

Auch Schweden treibt den bargeldlosen Zahlungsverkehr sehr intensiv voran. Dort erfolgt der Umsatz im Einzelhandel bereits zu 95 Prozent bargeldlos. Viele Geschäfte und Servicestellen akzeptieren sogar kein Cash mehr. Auch öffentliche Verkehrsmittel können in größeren schwedischen Städten nur noch bargeldlos genutzt werden. Bis 2030 soll das Bargeld laut einer Studie verschwunden sein.

Der Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten und Münzen beträgt in Schweden nicht einmal mehr 1 Prozent des BIP. In der Eurozone liegt dieser Wert bei 10 Prozent, im technikbegeisterten Industrieland Japan sogar bei 20 Prozent.

Während in Deutschland das mobile Bezahlen immer noch in den Kinderschuhen steckt, sind Skandinavien und andere technikaffine Länder wie die USA, Großbritannien, aber auch Japan auf dem besten Weg in eine bargeldlose Gesellschaft.

Als Märkte der Zukunft haben sich Afrika und Asien herauskristallisiert, denn in den Schwellenländern ist außerhalb der großen Städte die Bankinfrastruktur schwach oder gar nicht entwickelt, sodass die bargeldlosen Zahlungswege eine dominante Rolle eingenommen haben.

Warum soll es kein Bargeld mehr geben?

Lassen wir jetzt einmal die allgegenwärtige politische Keule von der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und des organisierten Verbrechens, von Schwarzarbeit und Geldwäsche etc. beiseite. Die Herstellung von Bargeld kostet sehr viel Geld. Denn Bargeld ist nicht nur ein Stück bedrucktes Papier, das einen bestimmten, von der Zentralbank garantierten Tauschwert besitzt. Das dafür benötigte Spezialpapier und die verwendete Druckerfarbe sollen ja das Vertrauen in die Geldscheine sichern. Hinzu kommen die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale, die technisch immer ausgefeilter werden und im Kampf gegen Geldfälscher ständig verändert werden müssen. Ebenso kostet es sehr viel Geld, Münzen herzustellen.

Insgesamt werden jährlich 140 Milliarden Euro allein in der Eurozone für die Herstellung von Bargeld ausgegeben. Dazu kommen die Kosten für die Geldautomaten für die Bargeldversorgung. Die Banken sagen zumindest, dass sei ein teurer Service. Wenn sie allerdings die Kosten beziffern sollen, dann hüllen sie sich in Schweigen. Die Summe für die Neuanschaffung von ca. 20 000 Euro pro Automat plus die Kosten für die Wartung und die Beschaffung von Ersatzautomaten bei Defekt oder aufgrund von mutwilliger Zerstörung zeigen uns, warum die Bankautomaten in Zeiten der Nullzinspolitik immer weniger werden.

Was wäre, wenn …?

Wenn wir jetzt alles bargeldlos bezahlen müssten, dann liefern wir uns der Technik aus. Und wie oft diese auch versagen kann, wissen unsere Leser auch aus eigener Erfahrung. Das haben ausgerechnet die Schweden erkannt. So hat die schwedische Reichszentralbank bereits mehrfach vor den negativen Folgen einer Komplett-Umstellung auf den digitalen Zahlungsverkehr gewarnt und Notfallpläne vom Handel gefordert, wenn Kreditkarten und andere elektronische Zahlungsmittel ausfallen sollten. Auch der Staat müsse zusammen mit Technologieanbietern eine „ausgeklügelte Krisenbereitschaft“ entwickeln, um gegen Stromausfälle, Computer-Crashs und Hackerangriffe gerüstet zu sein.

Und schon ist der Staat in der Mitverantwortung. Sehr viele Gesetze müssten in Deutschland verändert und Haftungsfragen geklärt werden. Die Gerichte bekämen wieder zu tun …

Und was machen wir in Deutschland auf dem Land, wo es zum Teil nicht einmal eine schnelle Internetverbindung gibt?

Also ganz so schnell ist mit einem Ende unseres Bargeldes nicht zu rechnen.

Die Gewinner

Trotzdem wird das Bargeld immer weiter zurückgedrängt, denn ein Grundrecht auf Bezahlung mit Bargeld gibt es nicht. Das jedenfalls gab Yves Mersch, Direktionsmitglied der Europäischen Zentralbank, schon 2016 bekannt. Ob diese Äußerung juristisch haltbar ist, lassen wir hier einmal offen.

Uns interessiert vielmehr die Frage, wer die Gewinner einer Zurückdrängung des Bargeldes sind. Es sind die alten an den Börsenplätzen notierten Bekannten: Mastercard, Visacard, PayPal etc. Das DAX-Unternehmen Wirecard ist mit seiner technischen Infrastruktur weltweit führend an den digitalen Bezahlsystemen beteiligt.

Und in China entfallen 80 Prozent des Marktvolumens auf Alipay und WeChat Pay. Die beiden Fintech-Unternehmen haben über ihre börsennotierten Muttergesellschaften Alibaba und WeChat Zugriff auf einen gigantischen Kundenstamm.

Fazit

Bargeld ist ein Stück gelebte Freiheit. Aber in Zeiten der Digitalisierung werden auch neue Freiheiten erschlossen. Ob sie uns nutzen, werden wir sehen. Die Freiheit, wirtschaftlich davon zu profitieren, sollten wir uns jedoch nehmen. Die Aktien von E-Payment-Unternehmen werden in unseren Depots die Renditechancen erhöhen.

Die Wahlen in den USA – Gut für die Märkte

Die Wahlen in den USA – Gut für die Märkte

Es kam, wie es vorausgesagt wurde. Die Demoskopen haben sich dieses Mal also nicht so sehr getäuscht wie bei der US-Präsidentenwahl 2016. Im Repräsentantenhaus haben die oppositionellen Demokraten die Mehrheit, und im Senat verteidigten die Trump’schen Republikaner ihre Mehrheit.

Was wird sich ändern?

Dass Präsident Donald Trump seine politische Agenda ändert, dürfte wohl mit Recht in das Reich der Fake News verwiesen werden. Die Demokraten werden also weiter versuchen, ihn daran zu hindern, die USA noch mehr in die Isolation zu treiben. Bald werden die Abgeordneten auch wieder vor der Frage stehen, wie lange die Mittel im Haushalt noch ausreichen werden. Die Neuverschuldung muss bald wieder angehoben werden, und das geht nur mit der Zustimmung der Demokraten. Und dann haben wir es erneut mit dem üblichen Mikado-Spiel zu tun. Die Redenschreiber des Präsidenten lassen ihn zumindest sagen, dass er auf eine Zusammenarbeit mit der erstarkten Opposition setzt. Ob die Demokraten aber darauf eingehen werden, ist nicht die Frage, sondern was sie für ihre Zustimmung an eigenen Vorstellungen aushandeln können. Damit steht US-Präsident Donald Trump nun der Situation gegenüber, die so ziemlich jeder US-Präsident nach zwei Jahren Amtszeit durchmacht: Gridlock gleich Stillstand, da jegliche Gesetzesinitiativen von der Opposition im Repräsentantenhaus blockiert werden können.

Das betrifft dann auch solche Projekte wie die Migrationsfrage, weitere Steuerreformen etc. Die Mauer zwischen den USA und Mexiko dürfte sich dann auch in Schall und Rauch auflösen.

Dass sie Präsident Trump mithilfe eines Impeachment-Verfahrens aus dem Amt kegeln, dürfte wohl auch nach der Wahl schwierig werden. So werden wir uns also weiter mit den präsidialen Dekreten aus dem Weißen Haus beschäftigen (müssen).

Beide Parteien konnten ihre Anhänger mobilisieren, und wenn wir dachten, die Demokraten wären aktiver gewesen, so täuschte das wieder einmal nur darüber hinweg, wie gespalten das Land ist. Auch die Republikaner haben ihre Anhängerschaft massenweise erfolgreich an die Wahlurnen gerufen. So ist es nicht verwunderlich, dass der amtierende Präsident eine nächste Amtszeit anstrebt. Die Welt sollte sich folglich weiter auf den selbst ernannten „Gröpaz“ Donald Trump einstellen.

Was bedeutet der Wahlausgang für die Börse?

Gridlock, also Stillstand im politischen Leben, ist gut für die Börsen, denn nichts hassen Anleger mehr als einen unberechenbaren Politikstil in Washington. Trump hat mit seinen brachialen Initiativen zwei Jahre lang für Chaos in Washington gesorgt. Von nun an wird das Chaos jedoch verwaltet, und neue Baustellen dürften seltener werden, sind aber auch nicht auszuschließen.

Allerdings löst sich damit auch das versprochene und für die Wirtschaft wichtige Infrastrukturprojekt im Umfang von 1 Billion Dollar in Wohlgefallen auf – es sei denn, der Dealmaker im Weißen Haus kann die Abgeordneten und Senatoren später davon überzeugen, dass damit in einer Krise am Arbeitsmarkt die erforderlichen Arbeitsplätze geschaffen werden. Von einer Beschäftigungskrise sind die USA derzeit jedoch weit entfernt.

Völlig unbeeinflusst vom Wahlausgang sind die anderen Krisenherde, die sich auf die Märkte auswirken: vier weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank, der drohende ungeregelte Brexit und Italiens Finanzmarktstabilität.

Die Konjunkturentwicklung wird durch den Wahlausgang ebenfalls nicht beeinflusst. Der Wachstumsimpuls durch die US-Unternehmenssteuerreform von Ende 2017 feiert ihren ersten Jahrestag und verliert damit an Bedeutung, denn die Vergleichsbasis der künftigen Konjunkturdaten wird diesen Effekt bereits widerspiegeln. Eine neue Reform dürften sich die Demokraten nur mit erheblichen Zugeständnissen im sozialen Bereich (zum Beispiel eine Form von Obama-Care) abhandeln lassen.

Das zyklische Wirtschaftswachstum hat den Zenit überschritten: Sowohl in den USA als auch in Europa werden die Prognosen derzeit gesenkt. Anleger werden sich also demzufolge den nicht zyklischen Aktien zuwenden.

Die nun festgeschriebene Wachstumsverlangsamung wird Anleger verstärkt dazu veranlassen, nach bekannten Unternehmen zu schauen, die unabhängig von der Konjunktur wachsen. Und da landen wir wieder bei den Technologieaktien, die wir schon teilweise für unseren NDAC-Fonds erworben haben.

Facebook, Amazon, Netflix und Google (FANG) sind die Profiteure, aber auch Cloud-Aktien wie Adobe, Salesforce, ServiceNow, Workday und Splunk gehören dazu sowie Cybersecurity aus dem Bereich der Internetsicherheit, FireEye und Palo Alto Networks oder Hardwarespezialisten wie Nvidia, Skyworks und Broadcom (5G-Standard). Biotech- und Pharmaaktien werden übrigens von Republikanern und Demokraten gleichermaßen geliebt und gefördert. Hier sind wir mit unserem Wert BB Biotech sehr gut und politisch unabhängig aufgestellt.

Einzelhandelskonzerne wie zum Beispiel Amazon dürften speziell zum Jahresendgeschäft vom praktisch leergefegten amerikanischen und deutschen Arbeitsmarkt profitieren.

Fazit

Wir müssen wohl den amerikanischen Präsidenten und seine Politik für die nächsten Jahre weiter akzeptieren. Aber für die Märkte und die Anleger ist er trotz seiner Art und Weise Politik zu machen, nicht unbedingt der schlechteste Präsident, wie an den Börsen abzulesen ist.

Iran-Sanktionen in Kraft

Iran-Sanktionen in Kraft

Die Preise in Deutschland ziehen momentan so stark an wie seit gut 10 Jahren nicht mehr. Im August stiegen die Verbraucherpreise um 2 Prozent, im September um 2,3 Prozent – und nun, im Oktober, sind es schon 2,5 Prozent. Wir merken es fast täglich in unseren Geldbörsen – und immer noch keine Reaktion der Währungshüter in Frankfurt …

Aber es könnte mit der Teuerung durchaus noch schlimmer werden. Denn einer der Haupttreiber der Inflation ist der Preis für den Schmierstoff der Welt, das Erdöl. Wir müssen also nicht in die Glaskugel schauen, wenn ab November die neuen Sanktionen der USA gegen den Iran in Folge der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch die Trump-Regierung in Kraft treten.

Eine Flotte verschwand

Nein, wir hatten es nicht mit den Geisterschiffen aus der Gruselliteratur der Vergangenheit zu tun, sondern mit einer verständlichen Reaktion des Irans auf das Ölembargo. Der Iran kündigte Widerstand an.

Um die Verfolgung möglicher Verstöße gegen die US-Sanktionen zu erschweren, sind seit Ende Oktober sämtliche iranische Öltanker vom Radar verschwunden. Die Schiffe haben ihre Transponder einfach ausgeschaltet, mit denen ihre Bewegungen normalerweise verfolgt werden können. Wer ihren Kurs überwachen will, muss sich jetzt manuell über Satellitenbilder einen Überblick über ihre Wege verschaffen. Das ist allerdings etwas komplizierter.

Wie bereits während der letzten Sanktionsperiode von 2010 bis 2015 lagert Teheran auch diesmal wieder riesige Mengen Öl auf Tankern vor der Küste. „Wenn ein Kunde schnell kaufen will, steht die Ladung bereit. Wenn ein kleineres Schiff kommt, kann das Öl rasch von Schiff zu Schiff transferiert werden“, sagt der TankerTracker-Experte Breki Tomasson. 11 Millionen Barrel lagern so auf 6 Schiffen im Persischen Golf.

Die Verknappung des Erdöls dürfte somit vorerst ausfallen, nur der Preis wird steigen. Auch das ist von den USA so gewollt. Schließlich ist das Weiße Haus und das damit verbundene Erdölbusiness daran interessiert, dass die US-Konzerne lukrative Geschäfte mit den einheimischen Öl- und Gasindustrie abschließen können.

Wie sollen diese „illegalen“ Geschäfte abgerechnet werden?

In den Augen der anderen Vertragsstaaten (China, Russland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien) hat der Iran vertragskonform gehandelt. Die Staaten wollen sich weiter an den 2015 geschlossenen Deal halten.

Um diese Staaten, besonders die 3 westlichen, auf die Linie der USA zu bringen, hat sich die Trump-Administration jedoch etwas einfallen lassen. Die Unternehmen, die sich den einseitig verhängten Sanktionen nicht beugen, werden hart bestraft. Besonders abschreckend wirkt dabei, dass solche Unternehmen keinen Zugang mehr zum US-Finanzsystem haben sollen und damit auch keine internationalen Geschäfte in US-Dollar mehr abwickeln können. Bedroht sind davon auch deutsche Unternehmen mit Interessen im Iran. Und wie wir wissen, haben sich schon sehr viele Unternehmen aus Persien verabschiedet, um weiterhin die weitaus größeren Geschäfte mit den USA zu tätigen.

Auch wenn die Bundesregierung mit Hermes-Bürgschaften die Handelsbeziehungen mit dem Iran retten möchte, scheint es fraglich, ob das allein mit Hermes gelingen wird.

Nun, die Chinesen sind darüber sehr erfreut, drängt sich doch die Abrechnung mithilfe des dollarunabhängigen Petro-Yuan geradezu auf.

Die EU arbeitet derweil an einer Zweckgesellschaft, die die Bezahlung von Iran-Geschäften ermöglichen soll, wenn sich private Banken wegen drohender US-Strafen verweigern. Diese Gesellschaft könnte zum Beispiel Tauschgeschäfte anbieten, bei denen kein Geld fließt. Als Vorbild mag hier der Handel des Westens mit den Ostblockstaaten über Kompensationsgeschäfte in Zeiten des Kalten Krieges dienen. Es wäre nur gut gewesen, die Eurokraten in Brüssel hätten früher geschaltet, denn es gibt dabei eine Menge technische, rechtliche und auch politische Fragen zu klären. Und wieder einmal gilt der Spruch: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Ein anderer Handelskonflikt strebt wahrscheinlich einer Lösung entgegen

Auch um den Rücken für die Sanktionen gegen den Iran frei zu haben, lässt Trump verlauten, dass sich die Gespräche mit China auf der Zielgeraden befänden und Ende November ein Abkommen zwischen beiden Staaten unterzeichnet werden solle. Nach den USA sendete auch China ein deutliches Signal der Entspannung.

Schon die Ankündigung dazu ließ die Börsen wieder steigen, schließlich ist der Handelskrieg zwischen den USA und China von weltweiter und damit auch weitaus übergeordneter Bedeutung als der Iran-Konflikt.

Fazit

Dass der Ölpreis nach Inkrafttreten der Sanktionen vorerst noch nicht in ungeahnte Höhen schoss, zeigt, dass die Maßnahmen bereits in die Preisspekulation eingeflossen sind. Zumindest von der Erdölfront drohen noch keine Hindernisse für eine Jahresendrallye an den Börsen. Aber das kann sich auch sehr schnell ändern. Wir sind mit unserem Fonds jedenfalls für alle Fälle gut gerüstet.

Brasilien – nicht nur Samba, Fußball und Karneval

Brasilien – nicht nur Samba, Fußball und Karneval in Rio

Wer Brasilien nur mit der Urlaubszeit und Fußball in Verbindung bringt, hat das riesige Potenzial des Landes noch nicht erkannt. Das Land am Amazonas ist mehr als das. Nach Fläche und Einwohnerzahl ist es  der fünftgrößte Staat der Erde und auch das größte Land Südamerikas.

Flächenmäßig nimmt es 47,3 Prozent des südamerikanischen Kontinentes ein. Bis auf Chile und Ecuador hat Brasilien mit jedem anderen südamerikanischen Staat eine gemeinsame Grenze. Als frühere Kolonie Portugals ist die Amtssprache dort Portugiesisch.

Der Name Brasilien geht auf den portugiesischen Namen des Brasilholz-Baumes pau-brasil zurück, der ein wichtiges Ausfuhrprodukt zur Zeit der frühen Kolonisation aus den Wäldern der Atlantikküste war.

Brasilien hat gewählt

Bei der kürzlich abgehaltenen Präsidentenwahl hat ein bis dahin noch völlig unbekannter Kandidat gewonnen: Jair Bolsonaro. Er gab sich im Wahlkampf als harter Hund, homophob und sexistisch – kennen wir aber alles schon vom nördlichen Teil des amerikanischen Kontinents. Ein Achtungszeichen setzte er aber doch im Wahlkampf: das rigorose Vorgehen gegen die schon Jahrzehnte andauernde und immer weiter ausufernde Korruption im Land. Auch wenn immer mal wieder ein Ex-Politiker rechtskräftig wegen Korruption verurteilt in Haft ist, wie Ex-Präsident Lula da Silva, hat sich an der grassierenden Korruption im Land nichts geändert. Das hat die Investitionen ausländischer Konzerne stark beeinträchtigt und damit zu einer hohen Arbeitslosigkeit, verbunden mit höchsten Kriminalitätsraten in den Favelas, geführt.

Ändert sich mit Bolsonaro etwas?

Fakt ist, der neue Präsident hat einen marktfreundlichen Ansatz in seinem Wahlprogramm formuliert. Schon deshalb setzten die Aktienmärkte sogleich zu einer Rallye an, als die erste Runde der Wahlen ausgezählt war und die entscheidende Stichwahl mit Bolsonaro als haushohem Favoriten feststand. Nachdem er nun als Gewinner gegen seinen sozialistischen Gegner Fernando Haddad aus den Wahlen hervorgegangen ist, muss sich Bolsonaro jetzt der Aufgabe stellen, die brasilianische Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen und das verloren gegangene Vertrauen der Investoren wiederherzustellen. Die bisherige Politik der sozialistischen Regierungen unter Präsident Lula und seiner von ihm protegierten Nachfolgerin im Amt Dilma Rouseff war geprägt von Missmanagement sowie staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft und einem hohen Haushaltsdefizit. Das brasilianische Volk hat mit der Wahl Bolsonaros, dessen sozialliberale Partei bisher weitgehend unbekannt war, den Wunsch nach Veränderungen und Reformen zum Ausdruck gebracht.

Und Bolsonaro errang den Sieg, auch weil er mit dem renommierten liberalen Ökonomen Paulo Guedes, einem Absolventen der University of Chicago, als designiertem Finanzminister zusammenarbeitet. Die Äußerungen von Guedes lassen auf einen wirtschafts- und marktfreundlichen Ansatz schließen. Bei seinen Reden hat er die Notwendigkeit einer Privatisierung, einer aggressiven Reduzierung des Haushaltsdefizits und einer Verbesserung der Wirtschaftseffizienz angesprochen.

Die neue Zusammensetzung des brasilianischen Kongresses, in dem die konservativen Abgeordneten nun ihre Präsenz verstärkt haben, sollte dem neuen Präsidenten eine angemessene Ausgangsbasis bieten, um sich die Zustimmung für die von ihm versprochenen Maßnahmen (u. a. Privatisierungen und Reformen) zu sichern.

Bolsonaro hat erklärt, bei seinen ersten beiden Auslandsreisen Israel und die USA besuchen zu wollen. Er will den Handel beleben, Importzölle verringern und die Wirtschaft öffnen. Er möchte auch den Handel mit den USA und Europa intensivieren.

Der brasilianische Aktienindex Ibovespa wies zuletzt deutliche Erholungstendenzen auf und lässt damit auf ein gesundes Vertrauen der wieder zurückgekehrten Anleger schließen. Der Erfolg des neuen Kurses muss sich allerdings erst noch zeigen.

Die deutsche Wirtschaft in Brasilien

Deutschland ist schon lange ein geschätzter Handelspartner der brasilianischen Wirtschaft. So exportieren wir Maschinen, Elektronik, Petrochemie, KFZ und KFZ-Teile, Industriechemikalien etc. nach Brasilien.

Im Gegenzug erhalten wir Rohstoffe, Nahrungsmittel, Erdöl u. a.

Auch Direktinvestitionen in dem lateinamerikanischen Land sind seit Langem integraler Bestandteil der deutschen Wirtschaftspolitik. Der BMW-Konzern schuf in Brasilien ebenso Tausende Arbeitsplätze wie andere deutsche Konzerne auch.

Sollten Kleinanleger in brasilianische Aktien investieren?

Wir setzen aktuell nicht auf brasilianische Aktien, obwohl dort international bekannte börsennotierte Papiere um ausländisches Kapital werben. Dazu gehören zum Beispiel der erfolgreiche viertgrößte Flugzeugbauer der Welt Empresa Brasileira de Aeronáutica S. A. (Embraer) oder aber auch das halbstaatliche Unternehmen Petróleo Brasileiro S. A. (Petrobras), das leider jedoch als Inbegriff der Selbstbedienung der bisherigen politischen Eliten des Landes galt.

Wir sollten als Kleinanleger die ersten Schritte Brasiliens auf einen neuen, weniger korruptionsanfälligen Wirtschaftskurs deshalb zunächst kritisch begleiten und die daraus resultierenden Erfolge abwarten, ehe wir einsteigen.

US-Präsident Trump treibt Ölpreise in die Höhe und die Welt in eine Krisensituation

US-Präsident Trump treibt Ölpreise in die Höhe und die Welt in eine Krisensituation

Internationale Abkommen zwischen zwei Staaten können ohne Probleme geschlossen, aber auch gekündigt werden – das ist Usus in der Welt.

Das Atomabkommen mit dem Iran allerdings wurde nicht zwischen zwei Staaten geschlossen, sondern ist bekanntermaßen ein multilaterales Abkommen zwischen dem Iran auf der einen Seite und den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat – Russland, China, USA, Frankreich und Großbritannien – sowie Deutschland auf der anderen Seite.Der Deal sah vor, die nukleare Aufrüstung des Mullah-Regimes zu verhindern. Dafür wurden die lange Zeit bestehenden internationalen Wirtschaftssanktionen gegen Teheran schrittweise zurückgefahren. Als Kontrolleur fungiert die autonom und wissenschaftlich agierende Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), die keinerlei größere Verstöße trotz gegenteiliger Behauptungen aus Israel und den USA gegen das Abkommen feststellen konnte. Ok, dass der Iran als Schutzmacht des Regimes in Damaskus agiert, ist eine andere Sache. Aber das ist ja nicht Gegenstand des Abkommens. Und die USA sind ja auch die Schutzmacht von Israel und Saudi-Arabien.

Konzentrieren wir uns auf die wirtschaftlichen Folgen.

Der Ölpreis

Der Preis steigt und wird die Weltkonjunktur maßgeblich negativ beeinflussen. Eine besondere Gemengelage trifft die internationale Wirtschaft und letztlich die Verbraucher. Einerseits sind die Lager mit Ölreserven in den importierenden Ländern ziemlich leer. Das bedeutet in der Folge, dass eine verstärkte Nachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft. Der Ölpreis, der eh schon gestiegen ist, wird also weiter steigen. Andererseits ist der Nahe Osten ein politisches Pulverfass; jede weitere Eskalation zwischen den Staaten wird zu einem höheren Preis des Weltschmierstoffs führen. Das wird auch die konjunkturellen Aussichten in der ganzen Welt beeinflussen.

Rohstoffexperten zufolge hatte sich der Markt zwar schon auf den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen eingestellt. Dennoch ist die entstandene neue Lage mit vielen Unwägbarkeiten behaftet. Besonders fraglich dabei ist, wie sich Irans Ölexport entwickelt. Eine weitere Verunsicherung im Nahen Osten wird befürchtet, einer Region, in der ein Drittel des Erdölweltbedarfs produziert wird.

Produktion und Nachfrage befinden sich aktuell noch ungefähr im Gleichgewicht, aber in der Folge könnte eine ernste Minderversorgung entstehen. Dies könne im Worst-Case-Szenario zu Preissteigerungen von mindestens 10 Dollar pro Barrel und damit zu Preisen für die Sorte Brent von nahezu 90 Dollar oder darüber führen, ist sich die Mehrheit der Analysten sicher – und das trotz der Ankündigung Saudi-Arabiens, den Ölpreis zu stützen.

Dazu kommen die Spekulationen der milliardenschweren Hedgefonds, die sich schon in der Vergangenheit preiserhöhend ausgewirkt haben.
Die USA werden sich zum weltweit größten Erdölproduzenten in den nächsten Jahren entwickeln. Da hilft natürlich ein hoher Preis für den Rohstoff, um die Investitionskosten für die Ausweitung der Produktion wieder hereinzuspielen.

Welche Auswirkung hat der Ausstieg noch?

Kurzfristig wahrscheinlich vorerst keine, da die anderen Staaten am Abkommen festhalten wollen.
Allerdings hat der neue US-Botschafter in Berlin die Marschroute bereits vorgegeben. So forderte Richard Grenell die deutschen Unternehmen auf, unverzüglich ihre Geschäfte mit dem Iran herunterzufahren.

„Die Unternehmen treibt die Sorge um, durch ihren Handel mit Iran das US-Geschäft zu verlieren“, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer ersten Stellungnahme mit. „Schließlich drohen jetzt auch europäischen Unternehmen der Realwirtschaft Strafen in den USA, sollte sich zum Beispiel der iranische Geschäftspartner auf US-Sanktionslisten wiederfinden.“

Auch europäische Banken, die mit der Abwicklung finanzieller Transaktionen im Zusammenhang mit dem iranischen Ex- und Import betraut sind, könnten in der Folge ihren Zugang zum äußerst wichtigen US-Finanzmarkt verlieren.

Auch weiß im Augenblick keiner, wie die beiden Mitunterzeichner des Deals, Russland und China, reagieren werden, wenn sie plötzlich mit weiteren Sanktionen wegen ihrer Irangeschäfte seitens der USA belegt werden. Hier ist China aufgrund seiner Finanzmacht natürlich aber in einer komfortablen Position gegenüber den USA.

Wie sollten Kleinanleger jetzt reagieren?

Die Ruhe bewahren – das ist erste Anlegerpflicht. Kurzfristig werden die Kurse nicht ins Bodenlose fallen. Im Augenblick weiß niemand, welche Folgen ein Fortbestehen des Abkommens ohne die USA hat. Und die USA werden sich sehr genau überlegen, welche Wechselwirkungen und Folgen sich aus den Sanktionen und Gegensanktionen für die einheimische Wirtschaft ergeben werden. Einen Mehrfrontenkrieg im Handelsstreit will das Weiße Haus höchstwahrscheinlich auch nicht riskieren. Schließlich läuft Ende Mai die Frist für die Aussetzung der Strafzölle gegen die EU aus.
Wer Öl-Wertpapiere im Depot hat, kann sich über die Gewinne freuen. Wie lange die Rallye im Öl-Sektor weiterlaufen wird, ist angesichts der internationalen Lage ungewiss. Der Aktienfonds NDACinvest hat OMV und Statoil im Portfolio. Deshalb raten wir in diesen unruhigen Zeiten zu einer Fondslösung mit breiter internationaler Streuung.

Was Klimawandel, Technik und nachhaltiges Wachstum verbindet

Was Klimawandel, Technik und nachhaltiges Wachstum verbindet

Der Klimawandel soll in die Idee des nachhaltigen Wirtschaftswachstums einbezogen werden. Dabei soll Technik helfen, wofür es Lösungen in und aus der Marktwirtschaft bedarf. Mit diesen einfachen Sätzen nähert man sich den Schlagwörtern an, die bei der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises 2018 an die US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer gefallen sind.

Hohe Kosten für die Wirtschaft durch den Klimawandel

Jedes Mal, wenn Ernten ausfallen, Hochwasser das Land überschwemmt oder Häuser und Infrastrukturen durch extremes Wetter zerstört werden, treten neben den persönlichen Nöten der betroffenen Menschen auch immense wirtschaftliche Schäden auf. Regierungen müssen dann finanzielle Hilfen leisten, damit Landwirte, Unternehmen sowie Privatpersonen wieder auf die Beine kommen. Die Kosten können dabei bis in Milliardenhöhe steigen. Hinzu kommt, dass während der Wiederaufbauphase der zerstörten Infrastruktur den betroffenen Läden und Restaurants die zum Überleben notwendigen Umsätze verloren gehen. Für eine Begrenzung zukünftiger Schäden, sei es durch eine Erhöhung der Deiche oder klimawandelbeständige Infrastruktur, bedarf es finanzieller Vorleistungen. Man spricht hier von Anpassungskosten. Die Abgaben und technischen Mittel, die eine weltweit umweltschonende Energieversorgung voranbringen, erfordern ebenso Investitionen – Abmilderungskosten genannt. Den Forschungen der kalifornischen Stanford-Universität zufolge hat die Durchschnittstemperatur eines Landes Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt. Demnach hätte eine gemäßigte Erwärmung eines ursprünglich kühleren Landes bis zur Grenze von etwa 13 Grad jährlicher Durchschnittstemperatur sogar einen positiven Einfluss. Für warme Länder jedoch wäre ein Temperaturanstieg fatal.

Forschungen über Auswirkungen der Erderwärmung auch in Deutschland und Europa

Das 1992 gegründete Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) beispielsweise beschäftigt sich interdisziplinär mit den ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen des Klimawandels. So wurden hier unter anderem die wirtschaftlichen Auswirkungen simuliert, die entstehen, wenn durch Taifune, Überschwemmungen sowie Hitzestress in einem Teil der Welt auch weit entfernte Regionen beeinträchtigt werden. Fehlt es plötzlich an einem Rohstoff, werden Liefer- und Produktionsketten unterbrochen. Hitzestress betrifft besonders die Land- und Forstwirtschaft sowie die Bauindustrie. Doch auch in der Textilproduktion sinkt mit jedem Grad mehr Wärme die Produktivität.

Die von der Europäischen Kommission betriebene Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) befasst sich ebenso mit den Auswirkungen des Klimawandels in Europa. Ihre PESETA-Studien erarbeiten methodisch Daten, um gezielt zwischen den nord- und südeuropäischen Ländern Vergleiche anstellen zu können. Dabei geht es um Landwirtschaft, Tourismus, Gesundheit, Energie, Verkehrsinfrastruktur, Hochwasser, Dürren, Küsten sowie Waldbrände. Eines der Ergebnisse: Bei durch Hitzestress verursachten Kosten im Gesundheitssystem werden nordeuropäische Länder mit Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt von 5 Prozent weniger betroffen sein als südeuropäische mit 70 Prozent. Der Voraussage nach müsste Deutschland im Jahr 2080 Einbußen von etwa 25 Prozent im BIP hinnehmen.

Worum es den Wirtschaftsnobelpreisträgern im Jahr 2018 ging

Paul Romer forschte in seiner endogenen Wachstumstheorie, welche wirtschaftlichen Bedingungen zu einem technologischen Fortschritt führen. Sein Ergebnis war, dass es die Verbreitung von Ideen und Wissen ist, wobei Ideen nichts oder nicht viel kosten. Eine gewisse Marktmacht schafft Unternehmen einerseits Anreize für Innovationen, wobei andererseits Regulierungen dafür sorgen, dass die neuen Erkenntnisse anschließend auch verbreitet werden. Der Staat sollte hier Mittel für eine notwendige, aber nicht rentable Grundlagenforschung bereitstellen, weil Unternehmen dies aus wirtschaftlicher Sicht nicht leisten können. William Nordhaus, ein Befürworter der regulierten Märkte sowie der CO2-Steuer, erforschte die Messung und Steuerung des Klimawandels. Dabei stellte er Wechselwirkungen zwischen dem nachhaltigen Wirtschaftswachstum, der Kohlenstoffkonzentration in der Luft, der globalen Durchschnittstemperatur, der wirtschaftlichen Aktivität/Produktivität sowie dem Wohlbefinden der Menschen fest. Beide Forscher bauen auf die Wachstumstheorie des Wirtschaftsnobelpreisträgers von 1987 Robert Solow auf, der technologischen Fortschritt in jüngerer Zeit für einen größeren Einflussfaktor auf positives Wirtschaftswachstum hält als Arbeits- und Kapitaleinsatz. In der Kombination beider Forschungsergebnisse geht Romer auf positive marktexterne Effekte (Ideen) und Nordhaus auf negative marktexterne Effekte (Umweltbelastung) ein.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Und täglich grüßt das Murmeltier …

Nun, ganz so oft ist der amerikanische Präsident ja nicht in den Schlagzeilen, aber fast im Wochentakt legt er sich durch irgendwelche Drohungen auf Twitter mit Freund und Feind an. Und das Schlimme für die Welt daran ist, er setzt sie auch um. Und da die USA nun mal die weltgrößte Wirtschaftsmacht sind, müssen wir uns wieder damit beschäftigen. Denn der Einfluss auf die Märkte ist sehr groß.

Jetzt also wieder einmal gewaltige Sanktionen, sprich Strafzölle gegen China. Der Wirtschaftskrieg kann kommen.

Welche Höhe haben die Strafzölle erreicht?

Den bisher gegenseitig verhängten Sonderzöllen auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar folgten am 24.9.2018 Zölle der USA von weiteren 200 Milliarden Dollar (etwa 171 Milliarden Euro). Damit sind etwa die Hälfte aller Importe aus China mit Abgaben durch US-Zölle überzogen. Die neuen Zölle betragen zunächst 10 Prozent, ab Beginn des Jahres 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden, hieß es in der Erklärung aus dem Weißen Haus. Es wurden aber auch einige Produkte von der ursprünglichen Sanktionsliste gestrichen, darunter Smart Watches von Apple (Folge eines Treffens des Präsidenten mit Apple-CEO Cook), Bluetooth-Artikel sowie Hochstühle und Autositze für Kinder.

Ziel der Strafzölle sei es, eine Änderung der chinesischen Handelspraktiken zu erreichen, erklärte Trump. Diese stellten, so Trump, „eine schwere Bedrohung für die langfristige Gesundheit und das Gedeihen der Wirtschaft der Vereinigten Staaten“ dar. Und prinzipiell hat er Recht, der Trump …

Zuletzt betrug das US-Handelsdefizit mit China 375 Milliarden Dollar. Trump findet das berechtigterweise unfair und hat seinen Wählern versprochen, das zu ändern. Seit Anfang Juli haben sich beide Länder gegenseitig mit Straf- und Vergeltungszöllen überzogen.

Aber China reagierte auch und versah die Warenimporte aus den USA mit Gegenzöllen in Höhe von 60 Milliarden Dollar. Wow, 200 Milliarden Dollar mit nur 60 Milliarden zu vergelten, ist fast schon eine Kapitulation der offiziell kommunistischen Führung Chinas vor dem kapitalistischen Erzfeind aus Amerika. Doch China kann nicht mehr Strafzölle verhängen. Schließlich sind die Importe aus den USA nicht so hoch. Das ist aber auch ein Beweis dafür, dass Trump mit seiner Meinung über das Ungleichgewicht in den Handelsbeziehungen zwischen beiden Nationen in der Praxis Recht hat. Und die nächste Drohung vom äußerst kommunikativen US-Präsidenten ist schon wieder in der Welt: Er werde im Falle einer chinesischen Vergeltung „die dritte Phase“ einleiten und weitere Waren aus der Volksrepublik im Wert von 267 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen überziehen. Das wäre dann praktisch das gesamte Einfuhrvolumen der USA aus China.

Punktsieg für Donald Trump – ein Pyrrhussieg?

Nachdem Chinas Führung bereits die vereinbarten Verhandlungen mit den USA ausgesetzt bzw. abgesagt hat, ist der Glaube an schnelle Lösungen dort nicht mehr sonderlich hoch. Frustriert stellt sie in einem Weißbuch fest: „Die chinesische Seite hat enorme Anstrengungen unternommen, viele Diskussionsrunden mit der US-Seite geführt und praktische Lösungen vorgeschlagen.“ Doch sie sei „immer nur herausgefordert worden“. Chinas Führung wirft den USA Protektionismus vor, bezeichnet das Land als Rüpel im Welthandel und als Gefahr für die Weltwirtschaft, aber stellt wiederum auch fest, dass der Handel für beide Seiten sehr vorteilhaft gewesen sei.

US-Präsident Trump kritisierte in der Vergangenheit schon oft das hohe Handelsdefizit mit China und wirft der Volksrepublik Diebstahl geistigen Eigentums, Marktabschottung und unfaire Beihilfen für die eigene Wirtschaft vor. Daran hat sich bis heute nichts geändert. China weist dies immer wieder zurück.

Der Punktsieg für das Weiße Haus könnte sich aber auch sehr schnell in eine Niederlage verwandeln. Denn die Chinesen haben ihre Exportüberschüsse jahrelang in US-Anleihen gesteckt, immerhin im Wert von mehr als einer Billion Dollar. Damit ist China weltweit größter Gläubiger der USA. Mit dem Kauf der Staatsanleihen sorgten die Chinesen dafür, dass der US-Dollar als Weltleitwährung Nr. 1 etabliert blieb, trotz der hohen Inlandsverschuldung der Vereinigten Staaten.

Ok, die Chinesen sind in einer verzwickten Lage: Einerseits schaden sie sich selbst, wenn sie von heute auf morgen beschließen würden, keine neuen US-Anleihen mehr zu kaufen oder größere Bestände zu verkaufen. Der Wert der US-Schuldpapiere würde sinken – und China damit heftige Verluste bescheren. Andererseits aber besitzt China eine kaum zu unterschätzende Machtposition gegenüber den USA. Die größte Volkswirtschaft der Welt lebte und lebt auf Pump und davon, dass andere Nationen ihren Wohlstand finanzieren. Die Amerikaner sind davon abhängig, dass sie weiterhin Kredite von China bekommen, denn so viele Staatsanleihen kann selbst die US-Notenbank als vermeintlicher Retter in der Not nicht aufkaufen. Abgesehen davon würde der Dollar als dann beschädigte Weltleitwährung seine Reputation verlieren.

Fazit

Die Chinesen könnten langfristig als Sieger aus dem Handelskrieg hervorgehen. Die USA existieren seit 1776 und sind erst seit dem vergangenen Jahrhundert eine wirtschaftliche Führungsmacht, aber bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche sehr ungeduldig. Die Chinesen hingegen gehen mit großer Geduld und der Erfahrung von mehr als 5000 Jahren ihren Weg an die Weltspitze. Sie werden sich also kaum von irgendwelchen Handelskriegen aufhalten lassen.weitere Themen

Die Bedeutung der Seidenstraße

Die Bedeutung der Seidenstraße

Zugegeben, es klingt schon etwas geheimnisvoll, das chinesische Projekt 2025, und ebenso der damit verbundene Infrastrukturplan Seidenstraße 2.0 mutet etwas mysteriös an. Dabei geht es um nichts Gewaltigeres als den Aufstieg Chinas zur ökonomischen und daraus resultierend auch politischen Supermacht bis 2025.

Was war die Seidenstraße?

Als Seidenstraße wird ein altes Netz von Karawanenstraßen bezeichnet, dessen Hauptroute den Mittelmeerraum auf dem Landweg über Zentralasien mit Ostasien verband.

Auf der antiken Seidenstraße wurden in westliche Richtung hauptsächlich Seide, gen Osten vor allem Wolle, Gold und Silber gehandelt. Die 6400 Kilometer lange Route begann im chinesischen Xi’an und folgte dem Verlauf der Chinesischen Mauer in Richtung Nordwesten, passierte die Taklamakan-Wüste, überwand das Pamir-Gebirge und führte über Afghanistan schließlich in die Levante (Mittelmeerländer östlich von Italien). Von hier aus wurden die Handelsgüter dann über das Mittelmeer verschifft. Seine größte Bedeutung erreichte das Handels- und Wegenetz zwischen 115 v. Chr. und dem 13. Jh. n. Chr.

Im 13. und 14. Jh. wurde die Strecke von den Mongolen wiederbelebt. Wir kennen sie aus den abenteuerlichen Berichten des Venezianers Marco Polo, der in dieser Zeit auf dieser Route nach China reiste. Auf der Seidenstraße wurden jedoch nicht nur Seide, sondern auch Waren wie Gewürze, Glas und Porzellan sowie Gold und Edelsteine, aber auch Pelze, Keramik, Jade, Bronze, Lacke und Eisen transportiert.

Das Projekt Neue Seidenstraße

Ziel des Riesenreiches ist ein möglichst freier, sicherer und schneller Handelsweg nach Europa. Zudem möchte China nicht länger Werkbank der Welt sein, das günstige und teilweise auch minderwertige Produkte produziert, sondern strebt mit dem Projekt 2025 an die Spitze der Wertschöpfungskette. Dem von Ministerpräsident Li Keqiang 2015 auf den Weg gebrachten ehrgeizigen Plan zufolge sollen zukünftig hochwertige Güter hergestellt werden, die mit der Konkurrenz im Ausland mithalten können bzw. diese sogar übertrumpfen. Der Ausbau der Seidenstraße ist dabei nur ein Mittel zum Zweck, um die Güter schnell zum Kunden zu transportieren.

Die Musik wird in Zukunft also nicht nur in China spielen, sondern auch in den Ländern, die bisher nicht so sehr im Fokus der Anleger standen. Dass China bereits den afrikanischen Kontinent so gut wie unter seine Kontrolle gebracht hat, ist nichts Neues. Die Infrastruktur wird im Auftrag der afrikanischen Regierungen von chinesischen Konzernen projektiert und gebaut. Das kostet Geld, und das benötigte Kapital kommt als Kredit – wen wunderts – auch wiederum von chinesischen Banken. Im Gegenzug hat sich China die natürlichen Ressourcen Afrikas (landwirtschaftliche Nutzfläche, Hölzer, Bodenschätze etc.) gesichert. Und die Länder Afrikas sowie Asiens haben dafür ein Wirtschaftswachstum neben der verbesserten Infrastruktur und Arbeitsplätzen zu verzeichnen. So wuchs die Wirtschaft Äthiopiens im vergangenen Jahr um 10 Prozent, für dieses Jahr sind immerhin noch 8 Prozent prognostiziert. Ähnlich ist die Entwicklung in der Elfenbeinküste mit durchschnittlich 7 Prozent. Auch das indische Wachstum wird mit 7 Prozent und steigender Tendenz teilweise auf die chinesischen Investitionen zurückgeführt. Ebenso weisen Ruanda, Bhutan, Senegal etc. in den Jahren 2017 bis 2020 ein durchschnittliches Wachstum von 6 bis 8 Prozent auf. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die USA und Deutschland.

Da fragen wir uns wirklich, wozu wir eigentlich ein Entwicklungshilfeministerium haben. Der afrikanische Kontinent wurde über Jahre hinweg von der Politik vergessen. Das wird sich sehr bald auf unsere Wirtschaft auswirken, wenn es um seltene Erden und andere Metalle geht, ohne die unsere Industrie nicht produzieren kann. Und auch Asien besteht nicht nur aus China, Indien und Japan …

Was ist für unsere Anleger wichtig?

Wird China sein Projekt 2025 realisieren, und daran sollte niemand zweifeln, werden entlang der maritimen Handelsroute völlig neue Wirtschaftszentren entstehen. Aber auch auf dem Landweg der Seidenstraße werden in der Türkei, in Kasachstan und im Iran die Zeichen für ein exorbitantes Wirtschaftswachstum gesetzt werden. Und noch ein Land wird zu den Gewinnern gehören, das bisher die wenigsten Anleger auf dem Schirm haben. Von der Türkei aus müssen die Waren ja nach Europa gelangen, und da geht der nächste Weg über Griechenland als Endpunkt der maritimen Seidenstraße, genauer gesagt der Hafen von Athen, Piräus. Hier hat China bei der Privatisierung ebenso zugegriffen und investiert. Vielleicht helfen uns aber auch die milliardenschweren Hilfsprogramme der EU, etwas vom Kuchen abzubekommen.

Emerging Markets werden in Zukunft eine wichtigere Rolle für uns Anleger spielen. Die Auswahl für Aktienfonds dazu ist groß.Aber auch in unserem Fonds haben wir z. B. mit Hapag Lloyd einen Wert, der trotz der aktuellen Probleme in der Zukunft direkt von der maritimen Seidenstraße profitieren wird.

Sicher wird unser Research die Lage gründlich analysieren und weitere Werte aufnehmen, die entlang der Routen der Seidenstraße eine ordentliche Rendite erzielen werden.weitere Themen

Sanktionen, Sanktionen, Sanktionen …

Sanktionen, Sanktionen, Sanktionen …

Er tut, was er am besten kann, und er hat es wieder getan: Der Donald hat wieder zugeschlagen – erst Sanktionen gegen den Iran, danach die Verschärfung der bereits bestehenden Sanktionen gegen China, dann die Sanktionen gegen die Türkei, und weil er gerade so schön dabei war, hat er gleich auch noch Russland mit neuen Sanktionen belegt. Nun ist das ja alles nichts Neues für die Welt, aber die Börsen hat es doch heftig bewegt.

Bestrafung unter Freunden – Sanktionen gegen die Türkei

Wir können hier nicht beurteilen, ob die Inhaftierung des amerikanischen Priesters in der Türkei nach unseren Maßstäben gerechtfertigt ist und ob der türkische Prediger und Erzfeind von Präsident Erdogan, Gülen, für die Taten, die ihm vorgeworfen werden, wirklich verantwortlich ist. Fakt ist jedoch eins: Wir haben es mit Trump und Erdogan mit zwei Egomanen zu tun, die wie zwei ICEs aufeinander zurasen, deren Beziehungsstatus sich aber auch ganz schnell wieder ändern kann.

Uns interessieren hier speziell die Auswirkungen auf die Märkte: Wir haben es in der letzten Woche gesehen, wie die Börsen und speziell die türkische Lira auf die Sanktionen der USA reagiert haben. Die Börsen verloren ihre Gewinne, und die Währung der Türkei stürzte ab, und zwar so stark, dass Präsident Erdogan seine Landsleute aufrief, alle Fremdwährungen (speziell Euro und Dollar) und das Gold, das die Türken unter dem Kopfkissen versteckt haben, in die heimische Währung umzutauschen. Wir bezweifeln allerdings, dass dabei sehr viele Lira zusammenkamen.

Die europäischen Börsen und auch der Dax gerieten unter Druck. Erdogan hat sein Wirtschaftswachstum auf Pump geschaffen. Und drei Mal dürfen Sie raten, wo ein Großteil der Kredite herkommt. – Aus dem guten alten Europa und hier aus dem Süden des Kontinents. Insgesamt schuldet die Türkei ausländischen Gläubigern circa. 450 Milliarden Dollar, von denen circa 276 Milliarden in Dollar und Euro ausgewiesen und circa 174 Milliarden in Türkischer Lira gehalten werden. Wenn die Währung so dramatisch abstürzt, ist mit einem erhöhten Kreditausfallrisiko für die europäischen Banken zu rechnen. Denn auch wenn die türkische Führung wegen des Wirtschaftskrieges mit den USA sich neue Freunde suchen will, die alten Schulden bleiben in den Büchern stehen. Wenn die nicht bedient werden, ist die Kreditwürdigkeit der Türkei erheblich gefährdet. Und damit ist ein neuer gefährlicher Brandherd für eine neue weltweite Finanzkrise entstanden.

USA vs. China

Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist in die nächste Runde gegangen. Dazu kommt der starke Dollar, der dem amerikanischen Präsidenten nicht so gut gefällt. Ein starker US-Dollar bedeutet nämlich, dass US-Produkte im Ausland deutlich teurer und damit unattraktiver werden. Chinas Yuan hingegen hat gegenüber dem Dollar in den letzten Tagen eine steile Talfahrt hingelegt, wodurch chinesische Produkte gerade in Amerika günstiger werden. Darüber vergessen die Amerikaner dann auch schon mal ihren Patriotismus.

Präsident Trumps Handelskrieg verläuft bislang nicht ganz so einfach und erfolgreich, wie er sich das vielleicht vorgestellt hat. So sucht er einen Schuldigen dafür. Seinen Worten ist zu entnehmen, dass er der Meinung ist, China und die EU hätten einen Währungskrieg gegen die USA eröffnet, was natürlich ganz und gar nicht fair gegenüber den USA ist. Wie kann man sich auch nur im Handelskrieg gegen die USA wehren …

USA vs. Iran

Die von Trump gegen den Iran wegen der angeblichen Verletzungen im Atomabkommen angekündigten Sanktionen sind jetzt in Kraft getreten. Und die deutsche Wirtschaft, die bisher gute Chancen im Geschäft mit den Persern sah, folgt den Sanktionen der USA. Schließlich ist der amerikanische Markt doch der größere und lukrativere. Es wirkt so, als wenn die Europäer und speziell der Mitunterzeichner des Atomabkommens Deutschland zu schwach sind, um die eigenen Firmen auf dem iranischen Markt zu halten.

USA vs. Russland

Erst schienen sie noch dicke Kumpel zu sein, die Präsidenten Putin und Trump. Aber wir wissen, der Verfallstermin bei politischen Freundschaften ist in der Regel sehr nah. Und so verhängte Trump auch gleich noch ein paar Sanktionen gegen Russland. Aufhorchen lässt dabei die Begründung: Wieder einmal muss der Fall Skripal und das Nervengift Nowitschok herhalten, der nach wie vor nicht aufgeklärt ist. Moskau spricht deshalb auch von einem Wirtschaftskrieg vonseiten der USA gegen die russische Wirtschaft. Gegenmaßnahmen wurden angekündigt.

Fazit

Der Mehrfrontenkrieg der USA gegen den Rest der Welt ist mit gesundem Verstand nicht zu begreifen. Er führt allerdings zu völlig neuen internationalen Allianzen wie das JEFTA-Abkommen, die Neue Seidenstraße etc. beweisen. Auch wird das dem Yuan (siehe unseren Beitrag über den Petro Yuan) langfristig einen Aufschwung auf dem Weg zur neuen Weltleitwährung geben. Und dann wird es wahrscheinlich nicht mehr America first, sondern America last heißen.

Es stehen uns turbulente Zeiten bevor. Kleinanleger sind deshalb am besten beraten, ein wenig die Füße stillzuhalten und lieber dem erfahrenen Management von Aktienfonds zu vertrauen.

JEFTA – die Antwort aus Europa und Japan

JEFTA – eine knallharte Antwort aus Europa und Japan

Na also, funktioniert doch noch etwas in der Weltwirtschaft! Die Europäische Union hat ein Freihandelsabkommen mit Japan geschlossen. Lang genug hat es gedauert, denn seit 2013 sind die beiden Delegationen schon am Verhandeln. Zuletzt aber ging alles sehr schnell.

Die EU scheint sich mit der Situation des Strafzollirrsinns von Donald Trump langsam abzufinden und zeigt überraschende Agilität! Es wird einfach nach alternativen Lösungen gesucht, um die Lücke im internationalen Handel zu schließen. Eine davon ist das historisch bisher einmalige Freihandelsabkommen mit Japan. Das sendet ein deutliches Signal in Richtung der USA und Donald Trump: „Wir können auch woanders Geschäfte machen …“.

Wir dürfen gespannt sein, wie die USA jetzt darauf reagieren, denn so langsam wird es eng. Masche für Masche spannt sich ein Freihandelsnetz um die USA. Und Präsident Trump hat dann endlich seine Mauer, allerdings anders, als er sich das vorgestellt hat: eine Freihandelsmauer! Im Norden Kanada, im Süden Mexiko und die südamerikanischen Staaten, im Osten die EU und Japan und im Westen Russland. Auch mit China verhandelt die EU wie wir wissen mittlerweile verstärkt.

Am Ende heißt es dann in Anlehnung an einen bekannten Filmtitel: America alone at home …

Die Bedeutung des JEFTA

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, kurz JEFTA genannt (engl.: Japan-EU Free Trade Agreement), ist ein Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan. Es wurde von 2013 bis 2017 verhandelt. Vorbehaltlich der Zustimmung des EU-Parlaments in Straßburg ist es das bisher umfangreichste bilaterale Handelsabkommen der EU. Außerdem hat es die Form eines völkerrechtlichen Vertrags.

Dass es sich durchaus um ein bedeutendes Abkommen handelt, sehen wir an den folgenden Fakten: Das Freihandelsabkommen JEFTA umfasst 30 Prozent des Weltbruttoinlandsprodukts und 40 Prozent des globalen Handels. Japan ist nach China der zweitgrößte Handelspartner der EU in Asien und der sechstgrößte weltweit. Das Kaiserreich zählt trotz seiner demografischen und ökonomischen Probleme zu den führenden Industrienationen in der Welt. Wichtig ist aber auch, dass JEFTA in Richtung China signalisiert, wer in Asien die besten Investitionsbeziehungen besitzt, und umgekehrt ist es für Europa ein Türöffner zu einem Weg in den asiatischen Markt, der nicht direkt durch China führt.

Zollschranken abbauen statt Strafzölle

Exporteure aus der EU bezahlen etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr an Zöllen für die Einfuhr von Produkten nach Japan. Landwirtschaftliche Erzeugnisse zum Beispiel sind im Schnitt mit Zöllen von 21 Prozent belegt. Umgekehrt betrug 2016 das durchschnittliche Zollniveau für Importe aus Japan in die EU 4 Prozent, davon für Agrargüter ca. 12,9 Prozent und für industrielle Waren ca. 2,5 Prozent. Mit JEFTA sollen 99 Prozent der bestehenden Zölle zwischen der EU und Japan nun wegfallen. Auch andere bilaterale Regulierungen werden durch das Abkommen hinfällig – europäische Unternehmen können so ihre Produkte ohne zusätzliche Prüfungen, Zertifizierungen oder Kennzeichnungen in Japan verkaufen.

Die Gewinnerbranchen von JEFTA

Wenn die hohen Zölle wegfallen, können EU-Firmen verstärkt nach Japan exportieren. Besonders profitieren von dem Abkommen werden aller Voraussicht nach die Pharma- und Medizinbranche, Erzeuger landwirtschaftlicher Lebensmittel, Fahrzeuge sowie Transportausrüster. Allein der Export von verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Schweinefleisch nach Japan wird in den nächsten Jahren durch den weitgehenden Wegfall der Zölle um bis zu 180 Prozent steigen, so rechnen die Branchenvertreter.

Umgekehrt hofft die japanische Autoindustrie durch die Senkung der Zölle auf mehr Exportchancen japanischer Autos nach Europa, frei nach dem Motto: Nichts ist unmöglich … Aktuell belasten die Zölle für japanische PKWs mit 10 Prozent und für Nutzfahrzeuge zwischen 10 und 22 Prozent den Export nach Europa.

Wird Sushi jetzt billiger? – Was bedeutet JEFTA für den Verbraucher?

Für die etwa 600 Millionen Konsumenten auf beiden Seiten sollen importierte Produkte durch das Abkommen günstiger werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Gewinne von den Konzernen eingesteckt werden. Aber es bestehen durchaus berechtigte Hoffnungen, dass durch den Wettbewerbsdruck auch Verbraucher davon profitieren werden. Und für Sushi-Liebhaber gibt es leider keine so guten Nachrichten, da der Fisch nun mal aus den Ozeanen kommt, dort auch verarbeitet und dann dem Verbraucher angeboten wird.

Die Chancen für Kleinanleger

Japanische Kleinwagen und Motorräder sind in Deutschland sehr beliebt und deren Hersteller auch für Kleinaktionäre, welche Geld anlegen wollen, interessant. Ebenso sind die japanischen Elektronikfirmen eine Möglichkeit, an den Gewinnen durch das Freihandelsabkommen zu partizipieren. Umgekehrt werden die Umsätze und Gewinne der europäischen Firmen durch JEFTA wachsen.Für unseren NDAC-Aktienfonds ergibt sich nun die Aufgabe, den neuen JEFTA-Markt zu beobachten und gegebenenfalls auf neue Chancen zu reagieren. Der japanische Markt wird sicher in der Zukunft eine größere Rolle auch bei unserem Research spielen.Weitere Informationen