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Spielen uns die Börsen einen Streich?

Spielen uns die Börsen einen Streich?

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

So könnte man denken, wenn man die Kursverläufe an den Märkten verfolgt. Nur steigende Kurse an der NASDAQ, Dow Jones und Co an der Wallstreet, aber auch in der Dax-Familie gibt es nichts groß zu meckern. Und das trotz Corona.

Auf der anderen Seite jagt eine Konjunkturprognose die nächste von verschiedenen, natürlich immer führenden Wirtschaftsinstituten, in denen die damit befassten Wirtschaftforscher das „worst case“  Szenario weiter vertiefen. Mal sind es die Banken, denen Kreditausfälle in Milliardenhöhe drohen, dann die Autoindustrie, die den Trend der Zeit verschlafen hat, dann sind es falsche Konjunkturmaßnahmen der Regierung, die nicht die richtigen Schwerpunkte setzen usw. usw.

Eigentlich müssten die Börsen im tiefsten Keller stecken. Aber was machen die Märkte? Sie steigen und das schon fast wieder bis zu den Höchstständen, wie jeder an den Charts sehen kann. Auch unser Clubfonds nähert sich dem Höchststand an.

Wie ist das zu erklären?

Schauen wir zunächst in die USA, das durch die falsche Corona-Politik des Weißen Hauses schwer geprüfte Land. Millionen Menschen wurden arbeitslos und, wie wir es den Medien sehen konnten, massenweise zum Gang in die Suppenküchen gezwungen.

In den USA gibt es kein Kurzarbeitergeld, hier herrscht „hire and fire!“ am Arbeitsmarkt. Dem Corona-Hotspot im Mutterland des Kapitalismus zum Trotz, die US-Wirtschaft befindet sich derzeit auf Erholungskurs. Und das deutlich stärker, als der Markt es erwartet. Ein Beleg dafür sind die veröffentlichten monatlichen US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Im Vormonat ist die Zahl der Beschäftigten um 4,8 Millionen gestiegen während Analysten lediglich mit einer Erholung um 2,9 Millionen Stellen (also fast halb so viel!) gerechnet hatten. Damit sank die US-Arbeitslosenquote auf nunmehr 11,1 Prozent, während die Erwartung bei 12,4 Prozent lag. Ok, das ist immer noch deutlich höher als im Februar, wo die Zeiten noch rosig waren. Aber es ist ein erneuter, deutlicher Schritt in die richtige Richtung.

Und darauf reagieren die Märkte tendenziell, denn solange es in die richtige Richtung geht und die Arbeitslosenzahlen weiter sinken, wird die steigende Kurstendenz an der Wallstreet weiter beibehalten werden. Den DAX wird es ebenfalls weiter mit nach oben drücken.

Ein weiterer Punkt sind die Technologie-Papiere im NASDAQ, wie unser Depotwert Amazon. Es ist schon schier unglaublich, dass die Aktie von Amazon im Preis so schnell steigen kann. Über 3.070 US-Dollar kostet eine Aktie inzwischen. Erinnern wir uns, zum Jahreswechsel lag der Preis immerhin schon bei sehr stolzen 1.800 US-Dollar. Aber im Schlepptau des Onlinegiganten sind auch andere Werte mit gestiegen. Tesla, Apple und andere markieren neue Höchststände, ebenso wie der NASDAQ 100 insgesamt.

Am US-Markt waren unter Investoren in den vergangenen Jahren vor allem Unternehmen mit hohem Gewinnwachstum („Growth-Titel“), starken Bilanzen („Quality-Titel“) und relativ konjunkturunabhängigen Geschäftsmodellen („defensive Titel“) gefragt und werden in Zukunft auch weiter gefragt sein. Entsprechend positiv entwickelten sich deren Aktienkurse. Einige ausgewählte Titel halten wir in unserem NDAC-Clubfonds.

China, Europa und Deutschland

Aber die gute Entwicklung der Märkte hängt nicht von der US-Wirtschaft ab. China, das wesentlich früher aus dem Lock down zurückkehrte, gibt den Konjunkturtakt vor. Die etablierten Industrieländer versuchen nur so gut wie möglich Anschluss zu halten. Auf den ersten Blick scheint das Reich der Mitte seinen Vorsprung derzeit sogar noch ausbauen zu können. Einige Analysten erwarten dort nach einem historisch schlechten ersten Quartal 2020 bereits für das zweite Quartal wieder ein positives Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Industrieproduktion, die Anlageinvestitionen und die Dienstleistungsaktivitäten lagen im Mai allesamt bereits über den jeweiligen Vorjahreswerten. Für Ihren Autor ein weiteres Zeichen, verstärkt etablierte chinesische Werte in den Fokus zu rücken.

In Deutschland und dem restlichen Europa stemmt man sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Abschwung. Minuszinsen, Steuersenkungen, Milliardenkonjunkturprogramme  etc. sollen eine schnelle Phase der Erholung und einen sich anschließenden Aufschwung erreichen. Und es scheint zu helfen, die Stimmung im Juni hellte sich auf. So sind die Frachtraten, Autoabsätze, Navigationsabfragen und Restaurantbuchungen zuletzt auch hier wieder gestiegen. In der Eurozone legte der Einkaufsmanagerindex von 31,9 auf 47,5 Punkte zu. Und in Deutschland verzeichnete der ifo-Geschäftsklimaindex Juni (86,2) sogar den stärksten jemals gemessenen Anstieg zum Vormonat (79,7). Eine weitere Stimmungsaufhellung erwarten die Experten für den laufenden Monat.

Die EZB wird wohl jetzt eine Pause machen und die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Lage beobachten. Die Maßnahmen, die nach der Pandemie eingeleitet wurden, hätten ihre Effizienz und Wirksamkeit unter Beweis gestellt, sagte Präsidentin C. Lagarde. „Wir haben so viel getan, dass wir ziemlich viel Zeit haben, um die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten.“

Fazit:

Trotz aller Erfolge kann es wieder zu Rückschlägen kommen, zumal wenn eine zweite Welle der Pandemie zu einem erneuten Lock down führt, wovon aber derzeit niemand an den Märkten ausgeht. Wir nehmen in unserem NDAC-Clubfonds die Party bei unseren Werten weiter mit und freuen uns über die erzielten Kursgewinne.  

Monatsrückblick Juni 2020

Monatsrückblick Juni 2020 – Pandemie hält an

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Auch im Juni hielt die Pandemie noch an und beeinflusste die Märkte, auch wenn wir sagen müssen, die anderen Themen wie Green Deal, Brexit, Handelskriege zwischen China und USA bzw. der EU etc. rücken langsam wieder in den Vordergrund.

So soll der angedachte Wiederaufbauplan der EU sehr stark auf den Green Deal, den die EU- Kommission vorgestellt hat, fokussiert werden. Deutschland möchte Wasserstoffenergie-Land Nr. 1 in den nächsten Jahren werden und hat dafür ordentlich Geld in die Hand genommen, daß nun auf die entsprechenden Projekte in der Forschung und der Industrie wartet. Es gibt ja zahlreiche vielversprechende Ansätze, international und national. Wir haben darüber berichtet und auch einige Aktien aus diesem Bereich vorgestellt. Für unser Depot haben wir den Weltmarktführer auf dem Gebiet der Industriegase, die Linde.plc, erworben.

In Richtung Green deal geht auch ein weiterer Neukauf für unseren Clubfonds, der Batteriehersteller Varta. Batterien gehören zum Massenkonsum eines Verbrauchers und wir merken es sofort, wenn eine fehlt. Aber auch die Frage der Speicherung der gewonnenen Energien aus Sonne, Wind und Wasser, wird immer mehr zum Problem. Hier gehört Varta zu den Unternehmen, die die Nase in Zukunft mit vorn haben werden und auf einige Fördergelder aus EU-Programmen und deutschen Subventionen rechnen kann.

Mit Wasser hat auch die schönste Zeit im Jahr zu tun, der Urlaub. Auch wenn dieses Jahr die in Aussicht genommene Kreuzfahrt nicht stattfinden kann oder soll, ist sie doch bei vielen nur verschoben. In der Zwischenzeit sind unsere drei Kreuzfahrt-Aktien auf den sinnbildlichen Kurs nach Norden. Wir erwarten, dass im Laufe des Jahres wieder verstärkt Reisende sich ihren Wunsch nach einer Fahrt über die Weltmeere erfüllen.

Aber nicht nur auf dem Meer geht es wieder los, auch an den Flughäfen sind nach der teilweisen Aufhebung der Reisebeschränkungen für über 30 Länder wieder mehr Starts und Landungen zu erwarten. Das bedeutet für uns, dass unser neuer Wert im Depot, Airbus, wieder neue Orders erwarten kann, egal ob Neubau, Reparatur oder Wartung, es wird sich auf unseren neuen Depotwert positiv auswirken.

Der zu den weltmarktführenden Unternehmen im Turbinenbau zählende Konzern MTU ist ebenfalls neu in unserem NDAC-Depot, denn Schiff und Flugzeuge starten nicht ohne Turbinen. Und auch die internationalen Beteiligungen unseres anderen neuen Depotwertes Fraport werden wieder wertvoll, wenn die Touristen und Geschäftsreisenden neben den vielen Frachtflügen auf den Airports, unter anderen auf Deutschlands größten Airport Frankfurt/Main, wieder starten und landen

Auf dem Technologiesektor haben wir uns mit einem Nachkauf von Aktien aus Deutschlands wohl jetzt einziger zur Weltelite zählenden IT-Technologieschmiede SAP verstärkt. OK, die Personalquerelen an der Konzernspitze sind abgehakt und die SAP–Produkte sowie die Zahlen und Renditen der Walldorfer rücken wieder stärker in den Fokus der Anleger.

Leider nicht genau hat unser großer Flop, der Ascheimer Zahlungsdienstleister WireCard die Zahlen und Bilanzen genommen. Wir können vor einem Einstieg nur warnen, solange der Verbleib der 1,9 Milliarden Euro Fehlbetrag nicht geklärt ist, wird es mehr ein Zocker-Papier denn eine Aktie mit Substanz bleiben. Auch sprechen die vielen Tausende von Klagen der geprellten Anleger eine deutliche Sprache, dass WireCard bald nicht nur aus dem DAX30, sondern ganz in der Versenkung verschwunden sein wird. 

Auch wenn sie nicht mehr so sehr im engeren Fokus der deutschen Bevölkerung und wohl auch der Menschen in der EU steht, Covid19 ist noch nicht überwunden und solange es keine wirksame und praxiserprobte Impfstoffe gibt, werden wir damit leben müssen. Und uns auch mit den kostspieligen Folgen von Beatmungsgeräten und anderen Behandlungs- und  Schutzmaßnahmen auseinandersetzen müssen. Eine dieser Corona-Aktien haben wir für unseren NDAC-Fonds neu erworben. Das Lübecker Unternehmen Drägerwerk ist dabei nicht nur auf medizinische Beatmungsgeräte spezialisiert, sondern ist breit aufgestellt in der Atemschutztechnik, so dass auch nach der Überwindung der Pandemie mit soliden Ergebnissen zu rechnen ist.

Und noch etwas müssen wir wohl feststellen, das Szenario nach der Pandemie wird wohl kein V-Aufschwung mehr werden, sondern wir können froh sein, wenn wir ein U–Aufschwung erreichen. Dazu sollen die beschlossenen „Wums“ Milliarden von Finanzminister Olaf Scholz, die Ende Juni die letzten Hürden im parlamentarischen Verfahren genommen haben, einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Wasserstoff – Eine Jahrhundertchance? Teil 2

Wasserstoff – Eine Jahrhundertchance?

Teil 2

Wasserstoff – Die große Hoffnung der Energiewende 

Wir müssen bei der Betrachtung der Wasserstoff/Brennstoffzellen-Aktien etwas vorausschicken. Wie so oft an der Börse gibt es solide Investitionsmöglichkeiten, die bei überschaubaren Risiken sehr solide Renditen und Kursgewinne abwerfen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, zu zocken und damit, wenn die Spekulation aufgeht, sehr hohe Renditen einzufahren.

Da es auch um milliardenschwere Subventionen geht, wird ähnlich wie damals am Neuen Markt gezockt und alles, was irgendwie nach Wasserstoff und Brennstoffzellen aussieht, gekauft.

Nur um ein Beispiel zu zeigen, schauen wir uns das Unternehmen Powercell aus Schweden an: Mit 47 Mitarbeitern (2019) und einem geschätzten Jahresumsatz in 2020 von ca. 11 Millionen Euro ist dieses Unternehmen an der Börse zeitweise mehr als 1,4 Milliarden Euro wert. Wow, da werden wirklich Erinnerungen wach… Dazu kommt noch, dass das Papier auch noch Bestandteil verschiedener Indizes und ETF`s ist.

Bitte nicht falsch verstehen, es ist durchaus möglich, dass den Schweden ein entscheidender technologischer Durchbruch gelingt, aber im Augenblick halten wir die Aktie für stark überbewertet.

Wir möchten uns bei unserer Betrachtung auf Bekanntes konzentrieren und fangen einmal im heimatlichen Terrain an.

Linde

Wir haben die Aktie des Weltmarktführers für Industriegase Linde schon einige Male vorgestellt und es ist kein Wunder, dass Linde auch im Wasserstoffbereich eine führende Position einnimmt. Der Konzern besitzt das notwendige Know-how und noch wichtiger ist die Lizenz, um Wasserstoff in Tanks flüssig zu halten. Am Münchner Flughafen betreibt Linde eine Wasserstofftankstelle.

Nun darf der Konzern vier H2-Tankstellen in Chungnam (Südkorea) errichten und betreiben – das Land, dass sich bisher am eindeutigsten zu Wasserstoff bekannt hat – und bis 2040 1.200 H2-Tankstellen bauen und 6,2 Millionen Brennstoffzellenautos auf die Straße bringen möchte. Linde hat dafür mit Korea Expressway einen Vertrag für 15 Jahre geschlossen. Ende 2020 sollen die neuen H2-Tankstellen den Betrieb aufnehmen.

 ElringKlinger 

 „Für die Brennstoffzelle braucht es nur Wasserstoff. Die Energie aus Sonne und Wind zur Herstellung steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Außerdem dauert die Betankung nur ein paar Minuten“, so der Vorstandschef des deutschen Automobilzulieferers ElringKlinger Stefan Wolf. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Ladeinfrastruktur in das bestehende Tankstellennetz integriert werden kann. Mit steigender Produktion würden zudem die Kosten der heute noch teuren Technologie deutlich sinken.

Der schwäbische Automobilzulieferer ElringKlinger aus Dettingen ist seit rund 20 Jahren in der Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen tätig und tritt am Markt sowohl als System- als auch als Komponentenlieferant auf. 

Der neueste große Erfolg für ElringKlinger ist die Entwicklung von neuen Brennstoffzellenstacks für den Antrieb von Bussen. Die Stacks haben im Rahmen des europäischen Förderprojekts “GiantLeap” hervorragende Resultate erzielt.

Linde und ElringKlinger dürfen wohl sehr viele Subventionsgelder aus dem Topf von Forschungsministerin Anja Karliczek erhalten. Sie haben ein grundsolides Geschäftsmodell und sind beide auf Zukunftsterrain innovativ tätig.

Air Liquide

Das französische Pendant zu Linde ist Air Liquide. Dabei handelt es um einen international präsenten Hersteller von Industriegasen und flüssigen Gasen für Anwendungen in der Medizin. Die Gase, wie z.B. Oxygen, Nitrogen, Argon und Hydrogen werden in der Öl- und Stahlverarbeitung, in der Papier- und Glasherstellung, im Gesundheitswesen sowie der Halbleiter- und der Photovoltaik-Industrie verwendet. 

Die neueste Meldung, die über den Ticker lief besagt, Air Liquide gründet gemeinsam mit dem Autobauer Daimler, dem französischen Mineralunternehmen Total, dem weltweit größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen Shell und den österreichischen Öl- und Gasunternehmen OMV (auch ein NDAC- Wert!) sowie Linde, das Unternehmen H2 Mobility Deutschland für den Ausbau eines Wassertankstellennetzes.

Wir sehen an dieser etwas seltsam anmutenden Kooperation von teilweise harten Konkurrenten, dass die Zukunft in Richtung Brennstoffzelle und Wasserstoff steigt. Der Green Deal der EU zwingt zu neuer Zusammenarbeit.

Ballard Power Systems

Abschließen möchten wir mit dem Weltmarktführer Ballard Power Systems Inc. Dieser ist ein kanadischer Hersteller von Brennstoffzellen mit Sitz in Burnaby bei Vancouver. Es produziert Brennstoffzellen vor allem für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und Schiffe. Auch im Automobilsektor ist das bereits vor fast 40 Jahren gegründete kanadische Unternehmen aktiv. So arbeitet z.B. die Volkswagen-Tochter Audi beim h-tron mit Ballard Power zusammen, einem Konzeptauto, das rein elektrisch mit Wasserstoff als Energiequelle fährt und in vier Minuten vollgetankt ist.

Ballard verfügt über zahlreiche wichtige Patente ,beispielsweise zur Substitution von Platin, das die Produktion von Brennstoffzellen bisher noch recht teuer macht.

Und ein wichtiger Aspekt ist auch, dass der Konzern bereits die Gewinnschwelle im Bereich Wasserstoff / Brennstoffzelle tangiert.

Fazit:

Wasserstoff wird als Energieträger immer wichtiger und deshalb hat die Bundesregierung die Subventionen für den Kampf um die Weltmarktführerschaft beschlossen. Ob sich der Traum erfüllt, wird die Zukunft zeigen.

Wasserstoff – Eine Jahrhundertchance?

Wasserstoff – Eine Jahrhundertchance?

Teil 1

Der größte Teil unseres Planeten ist mit Wasser bedeckt, genauer gesagt, es sind ca. 71 Prozent. Die chemische Formel für Wasser H2O ist wohl eine der bekanntesten Formeln, die wir aus dem schulischen Chemieunterricht noch kennen. Wasser besteht aus Molekülen, gebildet aus je zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoff­atom. Und wir wissen auch, dass ohne Wasser das Leben auf der Erde nicht funktionieren würde.

Uns interessiert jetzt mehr denn je, im Zusammenhang mit der künftigen Energiegewinnung, der Wasserstoff als Gas. Die Bundesregierung hat jetzt hoffentlich erkannt, dass sie mit der Energiegewinnung allein aus Windkraft, Sonne oder Biomasse die Energiewende nicht stemmen wird. Wind weht nicht immer, Sonne scheint nicht immer und ob immer genügend Biomasse angesichts des Hungers auf der Welt übrig ist, um Energie daraus zu erzeugen, ist auch sehr stark zu bezweifeln.

Das Element Wasserstoff

Es steht mit der Ordnungszahl 1 und dem Kürzel „H“ für die lateinische Übersetzung Hydrogenium = Wassererzeuger im Periodensystem der Elemente.

Die bekannteste Verbindung, in der Wasserstoff zu finden ist, ist das Wasser. Neben diesem sind auch Erdgase wie z.B. Methan sowie Erdöl wichtige wasserstoffhaltige Verbindungen auf der Erde. Auch in mehr als der Hälfte aller bisher bekannten Minerale ist Wasserstoff enthalten, aber das Wasser ist der Hauptträger des Gases.

Das wichtigste großtechnische Verfahren zur industriellen Gewinnung von molekularem Wasserstoff ist die Dampfreformierung. Dabei werden unter hoher Temperatur und hohem Druck Kohlenwasserstoffe mit Wasser umgesetzt. Es entsteht Synthesegas, ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Das Mengenverhältnis der Reaktionsprodukte kann anschließend durch die sogenannte Wassergas-Shift-Reaktion eingestellt werden.

Aktuell gewinnt im Rahmen der Debatte um Power-to-Gas die Elektrolyse von Wasser immer mehr an Bedeutung. Bei der Wasserelektrolyse wird Wasser durch Zuführung von elektrischer Energie in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

Die technischen Probleme bei der Speicherung von Wasserstoff gelten heute als gelöst. Verfahren wie Druck- und Flüssigwasserstoffspeicherung und die Speicherung in Metallhybriden werden kommerziell genutzt. Daneben existieren weitere aussichtsreiche Verfahren, die sich noch im Stadium der Entwicklung oder in der Grundlagenforschung befinden.

Die verschiedenen Speichermethoden  werden nach ihren Eigenschaften und den spezifischen Anforderungen der Fahrzeuge (z.B. PKW, Bus, Bahn, Schiff, Flugzeug) eingesetzt.

Neue Hochdruck-Tanks für FCHV (so wird ein Wasserstoffantrieb bezeichnet) aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff für bis zu 800 bar fassen in 125 Liter Volumen bei 700 bar Nenndruck gerade 5 kg Wasserstoff (Brennwert entsprechend 22 Liter Benzin) und wiegen ungefähr 125 kg, um allen Sicherheitsanforderungen der Fahrzeughersteller zu entsprechen und Abnahmen durch den TÜV zu bestehen.

Wir sind keine Techniker, aber allein an diesen Angaben sehen wir schon, dass die Wasserstofftechnologie als Energie der Zukunft noch viele Hürden überwinden muss.

Der Kostenfaktor

Als Verbraucher interessieren uns die Kosten des Wasserstoffs. Die Kosten beim Tanken von Wasserstoff liegen im Bereich der Benzinkosten. Ein Kilogramm kostet an der Tankstelle ca. 9,50 Euro und bringt die meisten Fahrzeuge rund 100 Kilometer weit. Der Tank der meisten Wasserstoffautos fasst etwa vier bis fünf Kilogramm.

In Deutschland werden derzeit rund 20 Milliarden m³ Wasserstoff gewonnen, weltweit sind es ca. 500 Milliarden m³ bzw. ca. 50 Millionen Tonnen. Das entspricht etwa zwei Prozent des Weltprimärenergiebedarfs.

Um Deutschland in die angestrebte führende Position zu hieven, hat die Bundesregierung Fördermittel in Milliardenhöhe beschlossen. Damit soll die Energiewende hin zum Grünen Strom gelingen.

Bisher erfolgt die Herstellung des Wasserstoffs mit rund 48 Prozent überwiegend aus der Reformierung von Erdgas, da sie mit Herstellungskosten von einem Euro je Kilogramm konkurrenzlos günstig ist. Es folgt die Herstellung aus flüssigen Kohlenwasserstoffen mit 30 Prozent und aus Kohle mit 18 Prozent. Auf die Wasserelektrolyse entfallen nur rund vier Prozent, was sich durch die höheren Kosten erklärt. Wasserstoff aus erneuerbaren Energien hat beispielsweise derzeit eine Preisspanne von sechs bis zehn Euro je Kilogramm. Und genau hier möchte die Bundesregierung ansetzen, um den Anteil aus erneuerbaren Energien zu erhöhen. Dazu hat das Kabinett am 10. Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen.

Das Konzept sieht zusätzliche Mittel von neun Milliarden Euro vor. Bis spätestens 2040 sollen Elektrolyse-Kapazitäten von zehn Gigawatt aufgebaut werden, was der Leistung von zehn Atommeilern entspricht. Gefördert werden soll die Produktion durch Abgabe-Befreiungen für Strom aus Wind oder Sonne, mit dem Wasserstoff aus Wasser erzeugt werden soll. Zwei Milliarden Euro werden für Konzepte mit internationalen Partnern besonders in Europa bereitgestellt. 

Bei solchen Summen werden Kleinanleger hellhörig und auch wir wollen mit unserem Clubfonds an den Wachstumschancen der Wasserstofftechnologie teilhaben. Welche Aktien es dazu gibt, werden wir im zweiten Teil im nächsten Newsletter in der kommenden Woche herausarbeiten.

Index-Änderungen, Anklagen und viel Geld

Index-Änderungen, Anklagen und viel Geld!

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Es gibt wieder eine Änderung im Deutschen Aktienindex DAX. Das DAX-Gründungsmitglied Lufthansa muss erwartungsgemäß seinen angestammten Platz nach 32 Jahren im deutschen Leitindex räumen. Ab 22. Juni 2020 wird die deutsche Kranich-Airline im M-DAX gelistet. Der DAX wird sich dadurch nicht groß ändern, denn schließlich war die Lufthansa mit 0,62 Prozent ein Leichtgewicht der Indexgewichtung.

Den Platz der Airline nimmt das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen SE aus Berlin ein. Erstmals seit 14 Jahren ist damit wieder ein Unternehmen aus der Bundeshauptstadt im DAX vertreten. Damals war der Pharmakonzern Schering durch Bayer übernommen worden und verschwand vom Kurszettel. Dass Immobilienkonzerne stabile Mitglieder im DAX sind, beweist das größere Pendant, der Vonovia-Konzern aus Bochum, der dem DAX schon 5 Jahre angehört. Wir werden sicher die Gelegenheit finden, die beiden Unternehmen vorzustellen, denn trotz umstrittener und gerichtlich zu überprüfender Mietpreisbremse und anderer politischer Einflussnahmen wie bspw. Mietstundungen auf Grund der aktuellen Situation, haben beide Gesellschaften stabile Geschäftsmodelle.

Nur der Vollständigkeit halber erwähnen wir, dass unser Depotwert  Ströer neu in den MDAX aufgenommen  wurde. Diese ersetzt die Deutsche Pfandbriefbank AG, die nach der Fast-Exit-Regel aus dem Index genommen wird und in den SDAX wechselt. Neu aufgenommen im SDAX-Index werden außerdem Dr. Hönle AG und ATOSS Software AG. Sie ersetzen die Unternehmen Elmos Semiconductor AG und MLP SE, die ebenfalls nach der Fast-Exit-Regel aus dem Index genommen werden. Im TechDax gibt es aktuell keine Änderungen.

Ein anderes Unternehmen aus unserem Depot, der Zahlungsdienstleister Wirecard war am 05.06.2020 Ziel einer Razzia in seiner Aschheimer Firmenzentrale, ausgelöst durch eine Anzeige der Finanzaufsichtsbehörde Bafin wegen Marktmanipulation, was nichts anderes bedeutet als Täuschung der Anleger. Die Wirecard-Anteilsscheine waren am vergangenen Freitag im nachbörslichen Handel um mehr als zehn Prozent auf unter 87 Euro eingebrochen, in der Zwischenzeit liegen die Papiere wieder bei rund 94 Euro. Jetzt warten Anleger auf das Bilanztestat von Ernst & Young das nach dreimaliger Terminverschiebung am 18. Juni 2020 veröffentlicht werden soll.

Investoren sehen die Verantwortung für die Turbulenzen vor allem bei Vorstandschef Markus Braun, der den Konzern seit zwei Dekaden dominiert und als größter Einzelaktionär mehr als sieben Prozent der Anteile hält. Bei den Marktmanipulationsermittlungen will Aufsichtsratschef Thomas Engelmann abwarten, ob ein Gerichtsverfahren eröffnet wird. Kommt es dazu, könnte Braun für die Dauer des Verfahrens suspendiert werden.

Bei einem anderen Top-Manager hat das zuständige Münchner Landgereicht die Anklage bereits zugelassen. Rupert Stadler, Ex-Vorstandschef bei Audi und Ex-Vorstandsmitglied im VW-Konzern sowie drei weitere Mitangeklagte müssen sich wegen Betrugs in der Dieselaffäre ab dem 30. September 2020 vor Gericht verantworten. Damit rückt dieses dunkle Kapitel des deutschen Automobilbaus wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Wir können froh sein, dass wir keine großen Autowerte mehr in unserem Fonds haben, denn nicht nur die Dieselaffäre belastet bekannter weise die Branche.

Fein raus und nicht verantworten muss sich die Ex–Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für die überteuerten und millionenschweren Beraterverträge ihres ehemaligen Ministeriums. Sie wurde nach Brüssel weggelobt und möchte in Brüssel jetzt weiter Geld ausgeben, nur eben jetzt etwas mehr. 750 Milliarden Euro stehen zur Debatte, um die in Folge der Pandemie angeschlagenen Volkswirtschaften Europas zu retten. Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuschüsse fließen und 250 Milliarden als langfristige Kredite. Den Plänen zufolge sollen im Namen der Europäischen Union über Anleihen Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über Jahrzehnte gemeinsam getilgt werden. Und wenn Uschi schon einmal über Geld redet, was sie nicht hat, schlägt sie gleich noch  einen regulären mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 im Umfang von rund einer Billion Euro vor. Das Europäische Parlament geht gleich auf zwei Billionen Euro. Dabei sollen nach dem Willen der EU-Kommission neue eigene Einnahmen für die EU aus Steuern und Abgaben helfen. Im Gespräch sind eine Ausweitung des Europäischen Emissionshandels sowie eine Digitalsteuer und/oder eine Plastikabgabe.

Aber nun gibt es Schwierigkeiten mit den „sparsamen Vier“, die gegen die Zuschüsse sind. Österreich, Niederlande, Schweden und Dänemark haben gemeinsam Einspruch erhoben und lehnen die Mittelvergabe als nicht rückzahlbare Zuschüsse ab. Komisch, irgendwie fehlt das ansonsten doch immer so sparsame Deutschland in dieser Runde und wir dürfen als größter Nettozahler den größten Teil der Zeche bezahlen. Ach so, Deutschland übernimmt die Ratspräsidentschaft ab Juli und möchte seiner Kanzlerin einen schönen und glamourösen Abgang von der europäischen Bühne verschaffen. Da kommt es auf ein paar Milliarden mehr für den deutschen Steuerzahler nicht an, trotz der deutlichen Warnsignale (Exporteinbruch um 31,1 Prozent im April, Rezession etc.)  Da kann man wirklich nur noch auf die hoffentlich andauernde harte Haltung der „sparsamen Vier“ setzen nach dem Totalausfall der deutschen Bundesregierung!

Darf es ein bisschen mehr sein? Mit einem Konjunkturpaket von 130 Milliarden soll die Wirtschaft wieder durchstarten!

Darf es ein bisschen mehr sein? Mit einem Konjunkturpaket von 130 Milliarden soll die Wirtschaft wieder durchstarten!

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Darf es ein bisschen mehr sein? So die allgemeine Frage beim Fleischer um die Ecke und genau so muss sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder im Kanzleramt vorgekommen sein, als das Konjunkturpaket von 130 Milliarden Euro beschlossen wurde. Er hatte eine Grenze von 100 Milliarden Euro im Sinn, mit Blick auf die Schulden für die künftigen Steuerzahler.

Schauen wir uns das Konjunkturpaket im Hinblick auf die Märkte an. Kernstück des Paktes ist die wirklich unerwartete Senkung der Mehrwertsteuer ab Juli 2020 für ein halbes Jahr. Ziel dabei ist es, den Konsum anzukurbeln. Der volle Mehrwertsteuersatz soll dazu vorübergehend von 19 auf 16 Prozent sinken, der ermäßigte Satz von 7 auf 5 Prozent. Insgesamt sollen die Verbraucher damit um 20 Milliarden Euro entlastet werden.

Kluge Köpfe haben bereits nachgerechnet: Das wären durchschnittlich 243,90 Euro pro Bundesbürger im 2. Halbjahr. Nur bleibt die Frage, ob die Unternehmen die gut gemeinte Steuersenkung überhaupt an die Kunden weitergeben und wenn, in welcher Höhe. Andernfalls fließt die Steuerentlastung nicht in den Konsum, sondern in die Taschen der Aktionäre. Was für uns Anleger keine schlechte Sache ist, den Konsum aber nun wirklich nicht befeuert.

Eine andere Maßnahme ist ein einmaliger Kinderbonus von 300 Euro pro Kind, das mit dem Kindergeld ausgezahlt werden soll. Ein soziales Element, das die SPD im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl durchgesetzt hat (wenn die Wirkung bis zum September 2021 nicht schon wieder verpufft ist!). Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Denn wie viel von dem Geld tatsächlich in den Konsum fließt und wie viel davon gespart wird (also keine stimulierende Wirkung entfaltet), ist völlig offen. Schließlich wird nicht nach einkommensschwachen und einkommensstarken Empfängern unterschieden. Das Gießkannenprinzip halt (Ein Tipp zum Sparen: für 300 Euro erhalten Anleger ungefähr 2,5 Anteile unseres NDAC-Clubfonds).

Bürger und Unternehmen sollen bei den Stromkosten entlastet werden, indem die sogenannte EEG-Umlage ab 2021 über Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt abgesenkt wird.

Im Prinzip ist das eine richtige Maßnahme. Aber wir fragen uns, warum erst 2021? Die Wirtschaft braucht jetzt Entlastung, zumindest der Teil, der hier noch produziert und nicht abgewandert ist bzw. von der Umlage sowieso befreit ist. Für den Bürger ist diese Entlastung über die Stromrechnung so versteckt, dass eine stimulierende Wirkung zweifelhaft ist. Eine sofortige Senkung der Mineralölsteuer hätte einen deutlich sichtbaren Effekt gehabt. Aber das wäre wahrscheinlich am Widerstand der Grünen im Bundesrat gescheitert.

Besonders stark von Corona betroffene Branchen sollen mit Überbrückungshilfen im Umfang von bis zu 25 Milliarden Euro gestützt werden. Die Deutsche Bahn soll 5 Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital vom Bund erhalten, der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) 2,5 Milliarden Euro.

Das dürfte dem Massensterben bei Veranstaltern, Kultur, Gastronomen, Hotels etc. etwas entgegenwirken und die Arbeitslosenzahlen weiter auf einem erträglichen Niveau halten. Bahn und ÖPNV werden bereits hoch aus Steuergeldern subventioniert.

Es gibt keine generelle Kaufprämie für Autos. Lediglich die Prämien für Elektroautos sollen deutlich steigen.

Schade, eine neue Abwrackprämie hätte unmittelbare Konjunkturwirkung entfaltet, weil sie eben nur dann in Anspruch genommen werden kann, wenn bald ein neues Auto gekauft wird.

Ob der Anreiz einer höheren Kaufprämie beim Ladenhüter Elektroauto zieht, bleibt sehr fraglich wegen der überzogenen Preise bei geringer Reichweite, einer schwachen Ladeinfrastruktur sowie einer letztlich äußerst zweifelhaften Ökobilanz. Aber Tesla und andere bekannte E- Mobilhersteller werden sich freuen, denn wenigstens etwas fällt für sie ab. Die Kommunen bekommen ihre Ausfälle bei den Gewerbesteuereinnahmen von Bund und Ländern ersetzt. Das ist eine gute Maßnahme, so bleiben die Kommunen wenigstens handlungsfähig. Aber wir packen die kommunalen Schulden in die Taschen von Bund und Ländern. Zurückgezahlt werden müssen sie trotzdem. Für Forschung und Entwicklung und für den Klimaschutz sollen außerdem weitere Gelder bereitstehen. Hier gilt der alte Politikergrundsatz, immer schön vage bleiben und keine konkreten Projekte oder Beträge nennen. In ein paar Wochen ist eh alles vergessen oder frei nach Altkanzler Konrad Adenauer: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!

Fazit: Das Paket ist besser als kein Paket.

Aber es ist leider nicht gut gemacht. Hier ein paar Milliarden, dort ein paar Milliarden. Das verwässert die Wirkung der Maßnahmen stark. Es wäre viel klüger gewesen, die 130 Milliarden Euro zu bündeln und direkt an die Adressaten zu verteilen. Sagen wir: 30 Milliarden für Kommunen und klamme Branchen, den Rest (100 Milliarden) direkt für die Verbraucher. Am besten in Form von Konsumschecks mit 3 Monaten Verfallsdatum. Das wären dann rund 1220 Euro für jeden Bundesbürger. Eine Menge Kohle, die auch sofort in den Binnenkonsum fließen würde, denn die Kanzlerin muss den Scheck im Gegensatz zum US- Präsidenten nicht auch noch unterschreiben. Realpolitik funktioniert leider anders. Die Börsen haben das Paket bereits eingeordnet und verharren auf dem Vortagsniveau.

Der deutsche Staat will die Lufthansa mit neun Milliarden Euro retten

Der deutsche Staat will die Lufthansa mit neun Milliarden Euro retten!

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Der deutsche Staat will die Lufthansa mit neun Milliarden Euro in Form von Krediten und einer Kapitalerhöhung unterstützen. Zudem solle der Bund ein oder zwei Posten im Aufsichtsrat besetzen, so dass er dann Aktionär mit Stimmrechten wäre. Die EU muss noch zustimmen, allerdings ist die Zustimmung der Wettbewerbshüter noch nicht sicher. Brüssel befürchtet Wettbewerbsverzerrungen und wird die Zustimmung an bestimmte Auflagen in Form von Beschneidung bei den Landerechten binden. Die ersten Klageankündigungen von Wettbewerbern, wie der irischen RyanAir, stehen bereits im Raum.

Wir erinnern uns, daß in der Finanzkrise der deutsche Staat die Commerzbank als Teilhaber gerettet hat. Steht die Bank jetzt besser da? Nein! Der Bau des Flughafens BER ist zwar fertig, aber wir wissen, er wurde zur Lachnummer der Nation. Von den ausufernden Kosten einmal abgesehen. Die Deutsche Bahn AG, ebenfalls ein Staatskonzern, wäre ein weiteres Beispiel für die unrühmliche Rolle des Staates als Teilhaber oder Manager. Warum sollte es bei der Kranich-Airline anders laufen? Eine Insolvenz in Eigenverwaltung, verbunden mit einem Schutzschirmverfahren, erscheint vielen, auch bei der Lufthansa, als eine gangbare und wahrscheinlich bessere Lösung.

Günstig werden sich das Ende der Einreisebeschränkungen und die geplante Aufhebung der Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt auf die Reiseunternehmen in unserem Fonds auswirken, auch wenn die Verluste im laufenden Jahr nicht mehr auszugleichen sind. Aber der Fokus der Reisebranche liegt auf 2021.

Richtig in die nicht vorhandene Schatztruhe greift die EU und legte einen Plan vor, wonach 750 Milliarden Euro als Wiederaufbauhilfe fließen sollen, 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden als Kredite. Das Geld soll im Namen der EU als Anleihen am Kapitalmarkt aufgenommen werden und über einen langen Zeitraum getilgt werden. Der Finanzrahmen der EU soll auf 1 Billion für die Jahre 2021 bis 2027 ausgedehnt werden.  Die Schulden sollen dann über Jahrzehnte aus dem EU-Budget abgestottert werden. Dabei sollen nach dem Willen der EU-Kommission neue eigene Einnahmen aus Steuern und Abgaben helfen. Wir ahnen es bereits, im Gespräch ist auch eine Ausweitung des Europäischen Emissionshandels sowie eine Digitalsteuer oder eine Plastikabgabe. Jetzt raten Sie einmal, wer die in der Endkonsequenz zahlen wird? Noch ist nur ein Plan. Wir werden sehen, was daraus wird, wenn die Politiker es ihren Wählern in den Mitgliedsstaaten erklären müssen.

Diesel-Desaster-Volkswagen

Das saß, was am 25.05.2020 im höchsten deutschen Gericht als Urteil, für wohlgemerkt nur für einen Betrugsfall, gesprochen wurde. Der Volkswagenkonzern muss einem Käufer eines gebrauchten VW mit sogenannter „Schummelsoftware“ Schadensersatz in Höhe von 26.500 Euro zuzüglich Zinsen zahlen. Bei der Berechnung wurden Kaufpreis, bisherige Laufleistung und zu erwartende Gesamtlaufleistung berücksichtigt. Der BGH ging von einer „strategischen Unternehmensentscheidung“ aus. Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, in weltweit 11 Millionen Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. 

In einer Musterfeststellungsklage klagte der Verbraucherzentrale Bundesverband im Namen von 235.000 Volkswagen-Kunden auf Entschädigung. Die Klage ging mit einem aus heutiger Sicht zweifelhaften Vergleich zu Ende, der den Betrugsopfern zwischen 1.350 und 6.257 Euro an Schadenersatz brachte. Im Gegensatz zum Urteil wirken diese Summen nur wie Peanuts. Aber die Kunden durften ihr Auto behalten.

Doch die höchstrichterliche  Entscheidung ist für rund 60.000 weitere Fälle allein bei Volkswagen relevant. Und sollte der Europäische Gerichtshof in den kommenden Wochen in einem weiteren Urteil feststellen, dass Abschalteinrichtungen an Diesel-Wagen generell rechtswidrig sind, dürfte das ebenfalls tiefgreifende Konsequenzen haben, beispielsweise auch für unseren Depotwert Daimler.

Bei Mercedes müssen erst recht versäumte Jahre aufgeholt werden, denn das Unternehmen hat den Trend zu Elektrifizierung und zur Digitalisierung der Gefährte verschlafen. Der Rückstand auf einen Wettbewerber wie Tesla beträgt in diesen Bereichen heute fünf bis sieben Jahre.

Eine Branche, die in der gegenwärtigen Zeit um Staatshilfen geradezu fleht, wird sich wohl nicht auf weitere Gerichtscharmützel einlassen. Dazu haben sie weder die Zeit noch das Geld. Viel Geld kostet auch eine Einigung mit den betroffenen Kunden, von weiteren Milliarden ist die Rede.

Die deutsche Automobilbranche tut gut daran, die Folgen von Dieselgate geräuschlos vom Tisch zu räumen, um sich endlich auf das zu konzentrieren, was sie seit Jahren gut kann. Zukunftsträchtige und marktfähige Autos bauen.

Zwei positive Dinge noch zum Abschluss:

Der Nürnberger Datenbank-Anbieter Exasol AG hat am 25.05.2020 als erstes deutsches Unternehmen ein IPO in diesem Jahr erfolgreich absolviert: Der Ausgabepreis der Exasol-Aktie war auf 9,50 Euro festgelegt worden. Die Aktie wurde in das Wachstumssegment Scale, dem Börsensegment der Deutschen Börse für kleine und mittlere Unternehmen, aufgenommen. In den Handel starteten die Papiere mit einem Kurs von 14,00 Euro. Ein stolzes Plus von 47,37 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.  Auch wenn es erwartungsgemäß nicht gehalten werden konnte, liegt das Papier mit aktuell über 13,00 Euro immer noch im satten Plus

Und zweitens Ihr Autor ist stolz darauf, endlich einen Text ohne das berühmt-berüchtigte C-Wort zu schreiben. Ein wenig Normalität kehrt endlich wieder ein.

Corona-Lockerungen werden erweitert

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Corona-Lockerungen werden erweitert

Die Corona-Pandemie scheint bei uns inzwischen als abgehakt zu gelten, wenn man sich die Börsenkurse so ansieht. Kein Wunder, bei der einsetzenden Lockeritis in Deutschland und Europa.

Ausgerechnet jene Bundesländer, die es zuerst nicht erwarten konnten, die Wirtschaft mit teilweise völlig übertriebenen Lock down-Maßnahmen (wie Ausgangssperren, Hotel- oder Baumarktschließungen) in ein menschliches aber auch ein schweres wirtschaftliches Chaos zu stürzen, wollen jetzt die ersten sein, die alles wieder öffnen. Und immer existiert noch der große Flickenteppich, wer darf wann, wo, was und wie.

Die erste und zweite Bundesliga laufen wieder und die dritte Liga wird auch bald wieder anlaufen, wenn auch alle Kicker ohne die üblichen Fangesänge auskommen müssen. Fragt sich nur wie lange die Vereine auf diese Einnahmen durch volle Stadien noch verzichten werden. Aber die Politik wird es schon richten…

Und die Politik arbeitet schon fleißig an den Urlaubsplänen der Deutschen, in dem sie die weltweiten Reisewarnungen durch Reisehinweise ersetzen wird. Allerdings darf bezweifelt  werden, dass im Falle eines Falles das Auswärtige Amt wieder eine Rückholaktion von Touristen starten wird. 

Es scheint alles langsam wieder ok zu sein im Staate Deutschland, auch wenn man die gestiegenen Kurse der Aktien so betrachtet.

Doch das könnte sich noch als schwerer Irrtum erweisen!

Virologen und WHO warnen seit Wochen. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei, zumal es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.  Eine massive zweite Welle (und kleinere dritte und vierte Wellen) gab es auch während der “Spanischen Grippe” 1918.   

Aber selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die Pandemie in den entwickelten Ländern zumindest einigermaßen unter Kontrolle bleibt (etwa weil die trockene und UV-reiche Luft im Sommer dem Virus zu schaffen macht), wird es Jahre dauern, bis die Wirtschaft wieder annähernd normal läuft.

Wenn wir die Entwicklung im Ausbruchsland China betrachten, wo es zu massenhaften Neuausbrüchen von Covid19 kam, dann ist auch bei uns Vorsicht geboten. Denn noch einen Lock down der Wirtschaft, der sich dann in der Folge  zu einem stopp- und- go- lock down entwickelt, dürfte die europäische und speziell die deutsche Wirtschaft nicht so leicht verkraften.

Dann müssten weit mehr als die vom deutsch–französischem Tandem Merkel/ Macron vorgeschlagenen 500 Milliarden Euro seitens der EU locker gemacht werden, um die europäische Wirtschaft  wieder anzukurbeln. Obwohl… wie immer bei solchen Plänen, die eine Einstimmigkeit der EU voraussetzen, ist damit nicht so schnell zu rechnen. 

Die deutsche Wirtschaft wartet nun schon seit Wochen, auf den angekündigten Vorschlag des Bundeswirtschaftsministers für ein allumfassendes Konjunkturprogramm, dass massiv die Binnennachfrage  ankurbelt und damit der Rezession die Stirn bietet.

Das wäre ein Turboantrieb für die Aktienmärkte!   

Der DAX tritt seit vier Wochen auf der Stelle. Das deutsche Aktienbarometer pendelt um ganz passable 11.000 Punkte, was angesichts der Risiken bereits sehr ambitionierte Kurse sind und die Anleger können die zurückgekommenen Perlen für ihre Depots aufsammeln.

Wir haben die DAX-Aktie Wirecard für unser Fondsdepot erworben. Sicher für manchen etwas diskussionsbedürftig und wir stellen uns den Fragen in unserer Vorstellung der Wirecard-Aktie.

Am 21. Mai ist in diesem Jahr Himmelfahrt oder auch Männertag. Trotz Corona, machen Sie etwas daraus und nicht nur die Männer 😉

Das Virus Covid 19 ist noch lange nicht besiegt

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Das Virus Covid 19 ist noch lange nicht besiegt

Das Virus Covid 19 ist noch lange nicht besiegt, auch wenn die Infektionszahlen zurückgehen, die Lockerungsübungen der einzelnen Bundesländer die Menschen dort in unterschiedlicher Weise erfreuen.

Dieses Jahr ist wirtschaftlich wahrscheinlich nicht mehr zu retten, das dürfte wohl auch den meisten Bürgern klar geworden sein. Zu schwer liegen die Belastungen der Pandemie auf der globalisierten Welt. Ökonomen sprechen von noch schwereren Belastungen als die weltweite Finanzkrise 2008 uns aufbürdete. Demzufolge wird die wirtschaftliche Erholung keine „V“ sondern im günstigsten Fall ein „U“ –Entwicklung nehmen. (Wir haben die Szenarien vorgestellt.)

Und so verwundert es nicht, das die Lobbyverbände sich jetzt extrem positionieren, um von den einzelnen Rettungsschirmmilliarden, das meiste für ihre Klientel heraus holen zu wollen.

So wurde zum Beispiel wieder die völlig sinnlose Abwrackprämie von der Autoindustrie ins Gespräch gebracht, nur ein wenig dem ökologischen Zeitgeist angepasst.

Während Tesla mit den Hufen scharrt, um endlich in Brandenburg zu starten, hat VW diese Woche verkündet, dass es teilweise wieder in Kurzarbeit geht. Die Nachfrage ist zu gering, um die volle Produktion hochzufahren. Für die Verbraucher stellen sich jetzt wichtigere Fragen, als der Kauf eines Neuwagens (auch nicht mit Kaufprämie) …

Kurzarbeit, auch wenn der Satz in dieser Woche erhöht wurde, reißt Löcher ins Budget, da sind Kredit-, Miet- und andere Schulden wichtiger, auch wenn es einige Stundungsmöglichkeiten per Gesetz gibt. Bezahlt werden müssen sie immer.

Es ist schon spannend, was derzeit so passiert:

Das Bundesverfassungsgericht stellt sich gegen den Europäischen Gerichtshof, der bekanntlich die unbegrenzten Anleihekäufe der EZB sanktioniert hat. Die EZB wiederum ist nur einem Urteil eines EuGH unterworfen und die wohlgemerkt nicht vom europäischen Wähler gewählte Kommissionspräsidentin aus Deutschland prüft jetzt die Einleitung eines sogenannten Vertragsverletzungsverfahrens gegenüber Deutschland vor dem EuGH.

Dabei hat das BVG eigentlich nur eine bessere Erläuterung des Sinn und Zwecks des milliardenschweren Anleihekaufprogramms gefordert. Schließlich ist es das Geld des deutschen Steuerzahlers, was hier im Feuer steht.  Der Anteil der deutschen Bundesbank am gezeichneten Kapital der EZB beträgt lt. Statistik 2020 beachtliche 21,44 Prozent und stellt damit den größten Anteil dar. Das ist das Geld des deutschen Steuerzahlers und da möchten wir schon etwas genauer wissen, was damit geschieht.   

Die Landesfürsten stellen sich gegen die Kanzlerin, das heißt jeder macht sein eigenes Ding betreffs Lockerung der Regeln. 16 Länder = 16 Regelungen. Die Bundeskanzlerin gibt das Krisenmanagement und damit wohlgemerkt die Verantwortung an die Länder ab, Föderalismus pur. So weiß man als Bürger nicht wirklich, welche Regelungen denn nun gelten, wenn man einmal schnell die Landesgrenzen überschreitet.

Auch die Europäische Union, hat die nicht die Macht bzw. nicht einmal den Anspruch eine einheitliche Linie für die Grenzöffnung in Europa zu fahren, die Kommissionspräsidentin gefällt sich nur noch in ihrer Rolle als Frühstücksdirektorin.

Die Bundesliga wirft ihren Vorbildanspruch über Bord und drückt einen Sonderweg durch. Es geht um Milliardengewinne- oder eben Verluste. Während die Clubs Geisterspiele mit harten Körpereinsatz Mann gegen Mann veranstalten (müssen), dürfen Kinder nur unter den bekannten Auflagen in die Schulen und die Kitas dürfen erst viel später öffnen.

Apropos Kanzlerin, sie hat eine Erhöhung der Steuern in einer Fragestunde des Bundestages wegen Corona diese Woche ausgeschlossen. Logisch, 2021 wird der Bundestag neu gewählt, ein Schelm wer sich Schlechtes dabei denkt.

Die ersten Kommunen haben dafür aber schon die Erhöhung von Steuern und Abgaben angekündigt, wenn wegen der wegbrechenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer nicht noch ein weiterer Rettungsschirm über sie aufgespannt wird. Im Jahr 2019 betrugen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Deutschland immerhin brutto rund 55,42 Milliarden Euro. Das dieses Problem bereits im schon zur letzten Steuerschätzung im Oktober 2019 bereits ein Thema war, geschenkt…

Und die Grundrente soll auch wirklich kommen, nur wird sie nicht aus der neuen, noch nicht beschlossenen und hoffentlich bald ad acta gelegten Finanztransaktionsteuer finanziert, sondern aus dem normalen Steueraufkommen. Das freut erst einmal die betroffenen Rentner. Aber auch für uns als Aktionäre gibt es neue Hoffnung, dass  diese unselige Steuer in der untersten Schublade verschwindet.

Wir beenden hier die Aufzählung der Absurditäten, es gibt aber noch mehr wie wir alle wissen.

Derweil schießen die Aktien von Corona-Gewinnern in die Höhe, während die Verlierer, trotz hoffnungsvollen Impfstoffdaten, auf der Stelle im Keller der Börsen treten.

Wir haben für unseren Fonds die Papiere von hoffnungsvollen Kandidaten erworben und wollen diese vorstellen. Heute beginnen wir mit Airbus, dem weltgrößten Raum- und Luftfahrtkonzern.

NDAC-Clubfonds + 12,58% im April!

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

NDAC-Clubfonds + 12,58% im April!

Es gibt ein Leben nach Corona, egal ob im privaten oder im gesellschaftlichen Leben. Die ersten minimalen Lockerungen sind schon beschlossen. Und so bereiten sich die Menschen nach und nach auf die Post- Corona – Zeit vor.

Wir haben mit unseren Fonds die Zukunft fest im Blick und die Zeit genutzt, um weitere interessante und erfolgversprechende Werte für unser Depot zu erwerben, die wir Ihnen in den nächsten Wochen ausführlicher vorstellen werden.

Kauf Airbus

Wir haben den zurückgekommenen Kurs des Papiers für einen Kauf von 1.000 Aktien des deutsch- französischen Flugzeugbauers genutzt. Airbus hat noch einen Auftragsüberhang in den Büchern stehen, ist also nicht so stark von der Krise getroffen. Der amerikanische Konkurrent Boeing hat immer noch mit dem Desaster und dem Imageschaden  um seine Maschinen vom Typ 737max zu kämpfen. Sollte es wieder einigermaßen normales Flugaufkommen geben, sehen wir für die Airbus- Aktie ein hohes Entwicklungspotential und die ca. 50 Prozent Kurseinbruch werden sehr schnell wieder aufgeholt und sogar noch übertroffen.

Kauf Fraport

Auch der Kauf von 1.300 Aktien des Flughafenbetreibers  geht in die gleiche Richtung wie Airbus. Der Kurs ist halbiert. Dabei können wir das Jahr 2020 wohl vergessen, aber 2021 ist mit einer Umsatzerwartung von 3,52 Milliarden Euro wieder ein erfolgversprechendes Jahr zu erwarten. Das Flugaufkommen (Fracht und Passagiere) wird sich weiter erhöhen. Der Ruf nach Globalisierung ist zwar wegen Covid 19 wieder etwas  leiser geworden, aber er lässt sich nicht aufhalten. Und auch die Millionen Touristen und Geschäftsreisenden (trotz Videokonferenzen!) werden sich kaum ein weiteres Jahr zurückhalten lassen. Da ist das Papier mit einem KGV von 12,4 geradezu ein Schnäppchen.

Kauf Carnival

Viele Touristen werden mit Sicherheit ihre Kreuzfahrt nachholen, die sie in Zeiten von Corona entweder abbrechen oder stornieren mussten. Die Kreuzfahrtindustrie wird sich in sehr schnellen Schritten von dem Einbruch 2020 erholen. Das sieht auch der saudische Staatsfonds PIFFF so, der seinen Anteil kürzlich auf 8 Prozent gesteigert hat. Und wir folgen den Saudis und erhöhen unseren Anteil um 4.500 Aktien.

Kauf Royal Caribbean

Da bestimmt nicht alle Kreuzfahrtouristen bei nur einem Anbieter buchen, haben wir auch 1.500 Papiere des weltweit zweitgrößten Kreuzfahrtunternehmens in unser Depot genommen. Der Wert ist coronabedingt um 80 Prozent zurückgekommen und dürfte den Boden gefunden  haben. Wir setzen auch hier auf einen Turnaround.

Kauf Norwegian Cruise Line

Die gleichen Argumente wie bei Royal Caribbean haben uns bewogen, 5.000 Papiere der Norwegian Cruise Line zu erwerben.

Zukauf Fresenius

Keiner weiß es besser, wie wichtig die Gesundheit ist in diesen Zeiten, wie die vielen Patienten, die in Kliniken von Fresenius stationär und mit Hilfe der gleichnamigen Medizintechnik dort behandelt werden. Auch wir sehen ein sehr starkes Wachstumspotential in dieser Aktie auch nach der Krise und haben weitere 2.500 Aktien von Deutschlands größtem privatem Klinikbetreiber erworben.

Kauf MTU

Die Aktie, die wir schon einmal im Rahmen des Aufstiegs in den DAX ausführlich vorgestellt haben, hat trotz halbierten Kurses ein in die Zukunft gerichtetes Geschäftsmodell und eine Schlüsselstellung im weltweiten Service und bei der (Teil-)Entwicklung von Flugzeugturbinen. Der diesjährige Kurseinbruch wird im kommenden Jahr oder schon früher schon wieder vergessen sein. Die Umsatzerwartung für 2021 betragen geschätzte 4,36 Milliarden Euro

Zukauf Qualcomm

Den US- Halbleiterhersteller und Mobilfunkkommunikationsanbieter hatten wir bereits im Februar 2020 in unser Fondsdepot aufgenommen, aber jetzt ist der Kurs zurückgekommen und wir haben noch einmal unseren Bestand um 1.000 Aktien an diesem zukunftsträchtigen Unternehmen erhöht und dadurch auch den durchschnittlichen Einstandskurs in unseren Depot gesenkt. 

Zukauf Teva Pharma

Unseren Bestand von Teva haben wir um weitere 10.000 Papiere aufgestockt. Wir rechnen damit, dass der israelische  Weltmarktführer im Generikabereich wieder für positive Überraschungen sorgen wird. Der internationale Pharmabereich wurde nicht so hart von Corona getroffen.

Zukauf Varta

Unseren Bestand an Varta haben wir um weitere 1.300 Aktien erhöht. Wir haben das Unternehmen im April bereits  näher vorgestellt und sind von den Zukunftsaussichten des Batterieherstellers überzeugt.

 

Verkauf GBK Beteiligungen 

Getrennt haben wir uns von dem Papier der GBK Beteiligungen, das leider nicht so erfolgreich lief. Den Restbestand von 1.750 Aktien haben wir im April verkauft.

Verkauf Shareholdervalue 

Den Restbestand von 809 Aktien der Shareholder Value Beteiligungen haben wir im Zuge einer Depotbereinigung ebenfalls verkauft.

Antizykliker

Wenn Sie sich unser Depot anschauen, dann finden Sie eine „Corona- Abteilung“. Das sind antizyklische Aktien von denen wir überzeugt sind, dass diese Papiere nach Corona starke Kurssteigerungen erreichen werden.