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Der Clubfonds-Ticker
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Neues vom Clubfonds: Tesla

Der Chef von Tesla, Elon Musk, hat es geschafft, mit seinen Äußerungen sehr viele Leute und damit auch potentielle Kunden zu verärgern. Einige deutsche Kunden wollen keine Fahrzeuge von Tesla erwerben, weil  Musk sich in den deutschen Wahlkampf einmischt. Das ist nicht in Ordnung, zumal Musk als südafrikanischer US-Bürger, der nur in Deutschland produziert, jetzt auch noch als Mitglied des erweiterten Regierungsteam im Weißen Haus wahrgenommen wird. 

Aber er liefert, und zwar Zahlen und Visionen.

Unser NDAC-Clubfondswert Tesla hat im vierten Quartal 2024 erneut Rekorde aufgestellt: Die Auslieferungen liefen auf Hochtouren, das Model Y wurde zum meistverkauften Auto der Welt – nicht nur unter Elektroautos, sondern insgesamt. Dennoch fiel der Gewinn schwächer aus als erhofft. Die Bruttomarge litt unter aggressiven Rabatten, und auch der erwartete Schub durch den Verkauf der Full-Self-Driving (FSD)-Software blieb aus. Doch Tesla-Chef Elon Musk ließ sich davon nicht beirren und bezeichnete das Potenzial autonom fahrender Teslas als nichts Geringeres als den „größten Wertzuwachs eines Vermögensgegenstands in der Menschheitsgeschichte.“

Musk sieht 2025 als das Jahr, in dem Tesla Robotaxis erstmals als kommerziellen Service in Austin, Texas, starten will. Er behauptet, dass das autonome System mittlerweile besser fahre als ein durchschnittlicher Mensch. Bereits jetzt seien tausende Fahrzeuge in Tesla-Fabriken ohne Fahrer unterwegs. Die richtige Explosion erwarte er aber erst 2026 und darüber hinaus, wenn Tesla durch Autonomie und humanoide Roboter „mehr wert sein konnte als die fünf größten Unternehmen der Welt zusammen.“ Der Roboter, genannt Optimus, soll schon 2025 in Tesla-Fabriken eingesetzt werden und später weltweit in den Verkauf gehen. Tesla plant eine radikale Skalierung, möglicherweise auf 100 Millionen Einheiten pro Jahr.

Gestatten Sie ihrem Autor da durchaus skeptisch zu sein, was die autonomen Fahrzeuge betrifft, schließlich werden nicht alle Autofahrer auf das FSD-System umsteigen. Und dann treffen autonome nach Algorithmen gesteuerte Fahrzeuge auf durch Menschen gesteuerte Fahrzeuge. Und Menschen denken nun mal anders als Roboter, machen eigene Fehler und reagieren nicht nach einem Algorithmus. Wir können nur hoffen, dass das Aufeinandertreffen von „menschlichen Fahrzeuge“ auf „Roboterfahrzeuge“ keine vermehrten Verkehrsunfälle verursachen.  

Doch auch die Analysten bleiben skeptisch: Die Technologie sei noch nicht marktreif, der Markt für humanoide Roboter sei unbewiesen, und Produktionskapazitäten müssten erst geschaffen werden. Musk selbst gab zu, dass Tesla bei Optimus Zug und Gleise gleichzeitig baut, während das Ziel noch definiert wird. Das klingt eher nach einer Vision, aber nicht nach einem belastbaren Geschäftsmodell. Doch genau dafür wird Elon Musk von seinen Fans geliebt.

Das Kerngeschäft bleibt ebenfalls spannend: Die Produktion des neuen Model Y startet bald in allen Tesla-Fabriken gleichzeitig – ein massiver Kraftakt, der kurzfristig zu Produktionsausfällen und Margenbelastungen führen werde, so Musk. Außerdem kündigte Tesla ein neues, günstigeres Modell für 2025 an, das die Elektroauto-Massenmärkte endgültig erobern soll. Batterien bleiben jedoch der Engpass, denn Tesla könne mehr Autos verkaufen, als es Batterien gibt. Auch hier gestatten wir uns, etwas skeptisch zu sein. Schließlich muss Tesla einem starken Konkurrenten preislich, aber auch qualitätsmäßig Paroli bieten. Und dass bei neuen Zöllen der US-Regierung gegen China. Denn genau das führt dazu, dass China seine Fahrzeuge (stark subventioniert) auf den europäischen Markt drücken wird. Und in Deutschland dürfte die Euphorie ebenfalls weiter nachlassen, wenn die Subventionen wegen der angespannten Haushaltlage durch die neu gewählte Bundesregierung nicht mehr zum Tragen kommen und die Ladeinfrastruktur nicht massiv erweitert wird. Dazu kommen die hohen Strompreise.  

Musk selbst bleibt optimistisch und sieht keinen ernstzunehmenden Wettbewerber bei „realer KI.” Er versprach, dass bis Ende 2025 autonome Teslas weltweit unterwegs sein werden, zumindest dort, wo die Regulierungsbehörden mitspielen (man stelle sich das einmal in Deutschland vor!).

Doch genau das ist der Knackpunkt für die Aktie: Der Börsenkurs enthält bereits sehr viel Zukunftsmusik. Ob 2025 tatsächlich das Jahr wird, in dem Robotaxis und humanoide Roboter Fahrt aufnehmen, bleibt abzuwarten. Bisher sind das vor allem Visionen – aber Visionen, die Musk mit einer Überzeugung verkauft, die Investoren schwer ignorieren können.

Das Umsatzwachstum hat im Jahr 2024 eine Pause eingelegt. Nach hohen zweistelligen Wachstumsraten in den Vorjahren blieb der Umsatz 2024 nahezu unverändert, der Gewinn ging sogar um 21 Prozent zurück. Doch es soll sich um ein Anpassungsjahr gehandelt haben, schon im laufenden Jahr soll der Umsatz um 17 Prozent, im Jahr 2026 dann um 28 Prozent anwachsen. 

Der Gewinn von Tesla soll Analystenerwartungen zufolge überproportional um 48 Prozent und dann noch 30 Prozent anwachsen. Für 2026e ergibt sich ein EV/EBITDA von 52. Das sind hohe Bewertungskennziffern, aber nicht zu hoch, wenn die Prognosen eintreffen sollten. Wir sollten den Wert weiter in unserem Depot halten, aber verschärft beobachten. Denn die Börse liebt zwar Visionen, aber der richtige Schub erfolgt erst, wenn die Visionen in der Breite Realität werden.

Neu im Clubfonds: Oracle Corporation

Oracle Corporation ist ein US-amerikanischer Soft- und Hardwarehersteller mit Hauptsitz in Austin, Texas. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung von Computer-Hard und Software-Unternehmenskunden – insbesondere des Datenbanksystems Oracle Database. Im Markt für Unternehmenslösungen (Package Applications) ist Oracle mit Oracle Applications, E-Business Suite, Hyperion Performance Management, PeopleSoft Enterprise, JD Edwards EnterpriseOne, JD Edwards World und Siebel Systems vertreten.

Gegründet wurde das Unternehmen vom schon legendären Lawrence J. Ellison (Larry Ellison) zusammen mit Bob Miner und Ed Gates am 16. Juni 1977. Seit dieser Zeit mischt Larry Ellison in der Führung des Konzerns mit, zuerst als CEO bis September 2014 und danach bis heute Ececutive Chairman und CTO (Chief Technology Officer).

Zu den Hauptbereichen der Oracle Corporation zählen Cloud and License, Hardware und Services. Im Segment Cloud and License bietet Oracle eine Vielzahl von Cloud-Diensten, Plattform-Serviceleistungen sowie Software-Lizenzen an. Diese Sparte umfasst sowohl Software as a Service (SaaS) als auch Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS).

Im Bereich Hardware entwickelt und vertreibt Oracle Server, Speichersysteme und Netzwerkkomponenten, die darauf ausgelegt sind, effizient mit Oracles Softwareprodukten zusammenzuarbeiten. Diese Hardwarelösungen richten sich an Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur modernisieren und optimieren möchten.

Das Segment Services umfasst ein breites Spektrum an Dienstleistungen, darunter Beratung, technischer Support und Schulungen. Diese Dienstleistungen sollen Kunden dabei unterstützen, das volle Potenzial der Oracle-Produkte zu nutzen und IT-Projekte erfolgreich umzusetzen. 

Der Blick in die Bücher

Die Umsatzerlöse betrugen im abgelaufenen Jahre 2024 52,961 Milliarden Dollar, das sind 6,02 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Ergebnis nach Steuern verblieben 10,467 Milliarden Dollar mehr in der Firmenkasse das sind wiederum 23,10 Prozent5 mehr als im Jahr 2023. Der unverwässerte Gewinn je Aktie herunter gerechnet beträgt nach Steuern 3,81 Dollar (Vorjahr: 3,15 Dollar).

Das Unternehmen weist eine Gesamtverschuldung 2024 von 131,737 Milliarden Dollar aus. Demgegenüber steht nur ein Eigenkapital von 9,239 Milliarden Dollar. Das Eigenkapital ist im abgelaufenen Jahr erstmals wieder positiv.

Trotzdem zahlte das Unternehmen in den letzten Jahren eine kontinuierlich steigende Dividende von 1,60 Dollar je Aktie, das sind 17,65 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu Beginn des Jahres 2025 beschäftigte das Unternehmen 159.000 Mitarbeiter (VJ:164.000 Mitarbeiter).

Der Quartalsbericht von Oracle hat den Anlegern vor Weihnachten die Laune verdorben. Nach der Kurserholung in den vergangenen Handelstagen sackte die Aktie des US-Softwarekonzerns um 8,5 Prozent auf 174 US-Dollar ab. Allerdings war der Kurs im bisherigen Jahresverlauf um rund 80 Prozent nach oben geklettert und hatte am Montag im regulären Handel mit über 198 Dollar ein Rekordhoch erreicht.

Oracle steigerte den Umsatz im zweiten Geschäftsquartal (per Ende November) dank der Cloudangebote und dem Geschäft mit Rechenleistungen um knapp neun Prozent. Die Cloud-Erlöse stiegen dabei um knapp ein Viertel. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um zehn Prozent zu, was leicht weniger war als von Analysten erwartet.

Im laufenden Quartal soll der Konzernumsatz um etwa acht Prozent wachsen, die Cloud-Erlöse um rund 24 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,47 und 1,51 Dollar pro Aktie liegen. Auch bei diesen Kennziffern hatten die Analysten wohl auch hier mehr auf ihren Zetteln.

Oracle kommt derzeit auf einen Börsenwert von 513,52 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: SAP bringt umgerechnet rund 300 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage. Auf dem aktuellen Kursniveau zählt Oracle-Gründer und Großaktionär Larry Ellison mit einem Vermögen von rund 200 Milliarden Dollar zu den vermögendsten Menschen der Welt.

Was sagen die Analysten?

Trotzdem sind 35 Analysten laut dem Portal Marktscreener durchweg positiv für unseren neuen Clubfondswert gestimmt. 16 kommen zum Schluss „kaufen“, fünf sagen „aufstocken“, 13 sind für „halten“ und nur einer empfiehlt verkaufen. Dabei ermittelten sie einen Höchstwert von 227 Dollar und am anderen Ende von 130 Dollar, das mittlere Kursziel 194,76 Dollar. Aktuell steht das Papier bei 161,40 Dollar (bedingt durch den chinesischen KI- Schock!), womit das Tief von rund 99 Dollar nachhaltig überwunden ist. Und bis zum Hoch von rund 188 Dollar müssen doch noch einige Anstrengungen erfolgen.

Fazit

Die USA wollen ihren Vorsprung beim Thema künstliche Intelligenz weiter massiv ausbauen. Donald Trump kündigte deshalb zusammen mit führenden Köpfen der Technologiebranche kurz nach seiner Amtsübernahme das Großprojekt Stargate an. Hier wird Oracle zusammen mit dem Microsoft-Partner und ChatGPT-Erfinder OpenAI sowie dem japanischen Tech-Investor Softbank und dem Staatsfonds von Abu Dhabi noch dieses Jahr 100 Milliarden Dollar in den Bau neuer Rechenzentren pumpen. Nach und nach sollen die Investitionen sogar auf insgesamt 500 Milliarden Dollar anschwellen. Ob das nach den neuesten Entwicklungen in China noch Bestand hat, werden wir sehen. Donald Trump will die KI-Offensive mit schnelleren Genehmigungsverfahren und weniger Regularien unterstützen. 

Das klingt nach weiteren Höchstständen für unseren neuen Clubfondswert Oracle.

Neu im Clubfonds: NuBank

NuBank ist der Außenauftritt der Nu Holdings Ltd., eines Unternehmens im Bereich Onlinebanking und Fintech. Der Verwaltungssitz des Unternehmens befindet sich in Sao Paula, Brasilien, der rechtliche Sitz befindet sich auf den Cayman Islands. Das Unternehmen hat auch ein Entwicklerbüro in Berlin und ein Büro in Mexiko-Stadt.

NuBank wurde 2013 von dem kolumbianischen Banker, Ingenieur und Unternehmer David Velez, der Brasilianerin Cristina Junqueira und dem US-Amerikaner Edward Wible gegründet. Die Idee zur Gründung des Unternehmens kam Vélez, als er selbst Probleme hatte, ein Bankkonto bei einer traditionellen Bank zu eröffnen, hohe Kosten dabei hatte und von den dortigen Managern mit Misstrauen behandelt wurde. Frei nach dem Motto: Hast du Ärger mit deiner Bank, gründe deine eigene Bank 😉 . Die Bank wird auch heute noch von David Velez als Präsident geführt.

Die erste Transaktion mit einer NuBank-Karte wurde am 1. April 2014 durchgeführt. Risikokapitalgeber wie der Founders Found und Sequoia Capital zählten zu den frühen Investoren. Auch Goldman Sachs gehört zu den Investoren. Vier Jahre später wurde NuBank mit einer Bewertung von einer Milliarde US-Dollar zu einem sogenannten Unicorn (deutsch Einhorn = ein Startup-Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar (weltweit) oder Euro (in Europa), dessen Anteile nicht an einer Börse gehandelt werden.

Im Jahr 2014 brachte die NuBank ihr erstes Finanzprodukt auf den Markt, eine internationale Mastercard-Kreditkarte, die keine Jahresgebühren erhebt und vollständig über eine mobile App verwaltet werden kann. 2017 führte es auch sein digitales Konto NuConta ein. Ende 2018 begann es, Zahlungen per Lastschrift anzubieten und Anfang 2019 begann das Fintech damit, Privatkredite mit einigen seiner digitalen Kontonutzer zu testen.

2019 expandierte NuBank nach Mexiko und 2020 nach Kolumbien. Am 8. Dezember 2021 erfolgte der Börsengang der Nu Holdings an der New York Stock Exchange, bei dem 2,6 Milliarden Dollar eingenommen wurden. Die Bewertung des Unternehmens betrug beim Börsendebüt 41,5 Milliarden Dollar. Vor und nach dem Börsengang investierte unser altbekannter Clubfondswert Berkshire Hathaway insgesamt eine Milliarde Dollar in NuBank-Aktien.

Zu den Produkten des Unternehmens gehören NuConta (ein digitales Konto), eine internationale Kreditkarte, beide ohne Gebühren, und Privatkredite. Das Unterscheidungsmerkmal des Unternehmens ist es, eine Kreditkarte anzubieten, die komplett über eine mobile App gesteuert wird. Die App ermöglicht es ihren Nutzern, Transaktionen in Echtzeit zu verfolgen, die jeweilige Kreditkarte zu sperren, eine Limit-Erhöhung zu beantragen und den Kundensupport zu kontaktieren.

Für das NuBank-Konto fallen keine Kontoführungsgebühren an, es bietet unbegrenzte Überweisungen und einen höheren Zinssatz als ein normales Sparkonto.

Nu ist eine der größten digitalen Finanzdienstleistungsplattformen der Welt und betreut über 110 Millionen Kunden in Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Das Unternehmen hat einen Branchenwandel angeführt, in dem es Daten und proprietäre Technologien (als proprietär werden herstellerspezifische Technologien bezeichnet, deren Verwendung durch rechtliche Bestimmungen oder die Nichtverfügbarkeit des Quellcodes eingeschränkt ist) nutzt, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Seit 2022 bedient das Unternehmen den Kryptowährungsmarkt und verfügt über seine eigene Krypto-Plattform, auf welcher Bitcoin, Ether und Polygon unterstützt werden. Die Plattform ermöglicht es den Nutzern Kryptowährungen zu senden, zu empfangen und umzuwandeln.

Der Blick in die Bücher
Die NuBank hat wieder Rekordzahlen vorgelegt: 23 Prozent mehr Kunden, 56 Prozent mehr Umsatz, 67 Prozent mehr Rohertrag und in Konsequenz ein Rekordgewinn in Höhe von 553 Millionen Dollar (alle Quartalszahlen im Vorjahresvergleich). Während der Umsatz leicht unter den Erwartungen lag, konnte Nu beim Gewinn überraschen. Allerdings lag das maßgeblich an dem niedriger als erwarteten effektiven Steuersatz von 23,5 Prozent statt wie erwartet 32,9 Prozent.

Das Kundenwachstum war mit 5,2 Millionen Neukunden auch im abgelaufenen Quartal wieder beeindruckend. Mittlerweile hat NuBank die 110 Millionen Schwelle überschritten. In Brasilien kamen monatlich 1,1 Millionen Kunden neu dazu. Im ersten Quartal waren es noch monatlich 1,4 Millionen, im zweiten Quartal 1,2 Millionen Neukunden. Der Markt ist mit aktuell über 100 Millionen Kunden nahezu abgegrast, das Kundenwachstum nimmt daher ab.

Künftig gilt es deshalb, die Erträge mit den Kunden zu steigern. Dagegen ist das Wachstum in Mexiko und Kolumbien weiter intakt. In Mexiko hat die NuBank im abgelaufenen Quartal wie zuletzt 1,2 Millionen. Kunden hinzugewonnen und kommt auf 8,9 Millionen Kunden. In Kolumbien war das Wachstum mit 700.000 Neukunden sogar noch stärker. Dort kommt die NuBank auf zwei Millionen Kunden.

Bemerkenswert ist, wie effizient Nu Holding operiert. Der Average Revenue Per Active Client (ARPAC) stieg um 1 Dollar auf 11 Dollar. Ohne die Währungsschwäche in Brasilien und Mexiko läge dieser Wert auf dem Niveau des Vorquartals bei 11,2 Dollar. Dagegen sind die Kosten pro aktivem Kunden von 0,9 auf 0,8 Dollar gefallen. Der Effizienz-Score, die Cost-Income-Ratio (CiR), wurde um 360 Basispunkte auf 31,4 Prozent verbessert. Ohne die einmaligen Kosten bei Nucoin wäre dieser Wert sogar nach Angaben des Managements auf 29,2 Prozent gefallen. Das ist ziemlich einzigartig für eine Bank dieser Größenordnung. Ebenso einzigartig ist der ROE mit über 30 Prozent.

Etwas enttäuschend fiel die Zinsmarge aus, die gegenüber dem Vorquartal von 19,8 auf 18,4 Prozent sank. Das Management nannte dafür drei Gründe. Höhere Finanzierungskosten aufgrund der offensiven, hohen Einlagenzinsen in Mexiko und Kolumbien, Steigerung des Anteils von besicherten Krediten in Brasilien und Fremdwährungseffekte. Das Management geht jedoch nicht davon aus, dass die drei Gründe langfristig die Margen belasten.

Die Marktkapitalisierung beträgt 58,91 Milliarden Dollar.

Die letzte Dividendenzahlung erfolgte 2015. Mit einer weiteren Ausschüttung ist aktuell wohl nicht zu rechnen.

Was sagen die Analysten?
Auf dem Portal Marktscreener liegen 20 Einschätzungen vor, davon enden sieben mit einer Kaufempfehlung, drei mit Aufstocken und acht mit einer Halteempfehlung. Nur zwei Analysten wollen verkaufen.

Das mittlere Kursziel wurde mit 15,06 Dollar ermittelt (max. 18,90 Dollar, min. 9 Dollar). Aktuell liegt der Kurs bei 12,54 Dollar. Der Chart sieht wieder gut aus, nach einem Tief bei Vorlage der Zahlen, hat sich der Wert gedreht und geht wieder nach gen Norden.

Fazit
Wir haben mit der NuBank eine Aktie in unserem Clubfonds, die gut zum Mercosur-Abkommen passt.

Neues vom Clubfonds: Alphabet

Die Aktie von Alphabet präsentiert sich in starker Verfassung. Das spiegelt sich im Kurs wider. So hat unser Clubfondswert vom Jahrestief 119,14 Euro im März 2024 bis Januar 2025 ein neues Jahreshoch von 193,34 Euro erreicht. Das ist schon eine rasante Entwicklung.

Der Grund sind die zahlreichen positiven Nachrichten des Unternehmens. Der neue Willow-Chip ist eine neuere Entwicklung von Google Quantum AI, die Teil von Alphabet ist. Es handelt sich um eine technologische Weiterentwicklung nach dem Sycamore-Chip und ist darauf ausgelegt, die Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit von Quantencomputern zu verbessern. Willow-Chip soll in der Lage sein, Quantenalgorithmen effizienter auszuführen als seine Vorgänger, insbesondere im Bereich der Materialsimulation und Optimierungsprobleme. Ziel ist es, Fortschritte in Richtung der praktischen Quantenanwendungen zu machen, anstatt sich ausschließlich auf Demonstrationen wie die Quantum Supremacy zu konzentrieren.

Google hat auch die nächste Generation seiner KI-Modelle für Video- und Bildgenerierung vorgestellt: Veo 2 und Imagen 3. Beide liefern beeindruckende Ergebnisse. Veo 2 erstellt Videos in außergewöhnlicher Qualität und Detailtreue mit realistischen physikalischen Bewegungen und menschlicher Ausdrucksstärke. Das Modell versteht filmische Sprache – von spezifischen Linsen (z. B. „18mm“) über Kameraeinstellungen wie „flache Tiefenschärfe“ bis hin zu komplexen Effekten. Veo 2 ermöglicht Auflösungen von bis zu 4K und längere Videosequenzen. Das Modell minimiert „Halluzinationen“ wie überzählige Objekte und integriert SynthID-Wasserzeichen, um Fehlinformationen zu vermeiden. Imagen 3 liefert qualitativ hochwertige Bilder mit genauerer Komposition, besseren Details und vielseitigeren Kunststilen – von fotorealistisch über impressionistisch bis hin zu Anime. Das Modell interpretiert Prompts präziser und erzielt State-of-the-Art-Ergebnisse in Vergleichen mit führenden Bildgeneratoren. Beide Modelle erweitern die kreativen Möglichkeiten für Filmemacher, Unternehmen und Künstler und markieren einen weiteren Schritt in der Entwicklung von KI-gestützter Mediengenerierung.

Am 19. Dezember des abgelaufenen Jahres  gab Apptronik, eine auf die humanoide Robotik spezialisierte Firma, eine Partnerschaft mit Google DeepMind, um die Entwicklung von KI-gesteuerten humanoiden Robotern voranzutreiben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, humanoide Roboter zu entwickeln, die in dynamischen Umgebungen vielseitig einsetzbar und sicher sind. Apptronik hat 15 verschiedene Robotertypen, darunter NASAs Valkyrie, entwickelt. Sein aktuelles Modell, Apollo, ist ein humanoider Roboter, der physisch anspruchsvolle Aufgaben sicher in Industrieumgebungen ausführen kann. Google DeepMind bringt seine Expertise in maschinellem Lernen, physikalischer Simulation und Foundation Models wie Gemini ein, um humanoide Roboter intelligenter und handlungsfähiger zu machen. Das Marktvolumen der Humanoiden könnte gigantisch werden: Fortune Business Insights schätzt, dass der globale Markt für humanoide Roboter von 3,28 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 66 Milliarden Dollar im Jahr 2032 anwachsen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 45,5 Prozent entspricht. 

Und wie stellte Gründer und CEO Jensen Huang von unserem anderen Depotwert NVIDIA zum Start der CES in Las Vegas richtigerweise fest: “Der ChatGPT-Moment für die Robotik kommt.” KI und die dadurch beschleunigte Entwicklung der Humanoiden sind Megatrends. Alphabet hat gute Chancen, sich einen größeren Teil des Kuchens abzuschneiden. Die Aktie steht damit vor neuen Hochs.

Besonders erwähnenswert sind die hervorragenden Quartalsergebnisse des Technologieriesen: Der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,14 Dollar im letzten Quartal, was einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 1,56 Dollar entspricht. Auch der Gesamtumsatz entwickelte sich positiv und stieg um 15,07 Prozent auf 88,25 Milliarden Dollar.

Auf die neuen Zahlen für das vierte Quartal müssen wir noch bis 04.02.2025 warten. Aber die Analysten prognostizieren eine weitere positive Entwicklung. 48 Analysten gehen in ihren Schätzungen von einem EPS von durchschnittlich 2,12 USD aus. Im letzten Jahr hatte Alphabet C (ex Google) einen Gewinn von 1,66 Dollar je Aktie eingefahren. Beim Umsatz für das abgelaufene Quartal erwarten 42 Analysten eine durchschnittliche Steigerung von 12,20 Prozent auf 96,67 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor wurde ein Umsatz von 86,16 Milliarden Dollar wirtschaftet.

Für das aktuell abgelaufene Fiskaljahr rechnen 60 Analysten nun im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 8,02 Dollar im Vergleich zu 5,84 Dollar im entsprechenden fiskalischen Vorjahr. Den Umsatz sehen 55 Analysten durchschnittlich bei 350,52 Milliarden Dollar, gegenüber 307,16 Milliarden Dollar im entsprechend vorherigen Fiskaljahreszeitraum.

Die erwarteten Zahlen lassen einen neuen Höchstwert für unseren NDAC-Clubfondswert erwarten. Wir sind daher optimistisch, dass das Jahrestief in 2024 nur ein Ausrutscher war und Alphabet in 2025 nichts mehr damit zu tun haben wird. Schließlich ist der Wert mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 2,41 Billionen Dollar ein Big Player unter den US-Tech-Riesen. Mit der jüngst eingeführten vierteljährlichen Dividende von 0,20 Dollar vom Dezember 2024 unterstreicht der Konzern seine solide Finanzposition.

Neues vom Clubfonds: UnitedHealth Group

Wenn ein Spitzenmanager aus einem Unternehmen ausscheidet, dann in der Regel, weil der Aufsichtsrat den Vertrag nicht verlängert oder er selbst eine neue berufliche Herausforderung gefunden hat oder weil er in den Aufsichtsrat wechselt. Es gibt noch sehr viel mehr Gründe für ein Ausscheiden aus dem Unternehmen, aber die abrupte Beendigung des Vertragsverhältnisses Brian Thompson mit unserem NDAC-Clubfondswert trägt doch sehr bizarre Züge. Mitten in Manhattan ist im vergangenen Monat, am 04.12.2024, der Konzernchef des US-Versicherers UnitedHealth Group, Brian Thompson, erschossen worden. Der 50-Jährige hatte den im US-Leitindex Dow Jones Industrial notierten Konzern geführt. Ersten Erkenntnissen zufolge sei gezielt auf Thompson geschossen worden, hieß es. Der mutmaßliche Täter, der 26-jährige Luigi Mangione, wurde wenige Tage später festgenommen und das Gericht ließ die Anklage gegen den Angeklagten zu. Hinweise auf chronische Rückenschmerzen und Frust über das Gesundheitssystem deuten auf einen persönlichen Konflikt mit dem amerikanischen Gesundheitssystem hin. Aber die Tat wird höchstwahrscheinlich als Terrorakt eingestuft und so auch vor Gericht verhandelt. Ein interner Bericht der New Yorker Polizei legt nahe, dass Mangione den Mord als gerechtfertigte Reaktion auf die seiner Meinung nach bestehende Korruption in der Gesundheitsbranche betrachtet habe.

Brian Thompson leitete UnitedHealthcare seit 2021 und war ein zentraler Akteur in der Gesundheitsindustrie. Unter seiner Führung expandierte das Unternehmen massiv und dominierte den Markt der Medicare-Advantage-Programme (Medicare-Vorteilsprogramm). Trotz des finanziellen Erfolgs war Thompson stark umstritten. Kritiker warfen ihm vor, innovative Technologien wie KI vor allem zur Kostenkontrolle einzusetzen – oft auf Kosten der Patienten. Dennoch galt er als geschickter Manager, der es schaffte, den Umsatz des Unternehmens erheblich zu steigern. 

Der Vorstandschef von UnitedHealth Andrew Witty hat den Mord an Brian Thompson, dem Leiter der Krankenversicherungssparte des Unternehmens, scharf verurteilt und das US-Gesundheitssystem als “mangelhaft” bezeichnet und er schrieb weiter “Niemand würde ein System wie das, das wir haben, entwerfen. Und niemand hat es getan. Es ist ein Flickenteppich, der über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurde.” Witty räumte ein, dass viele Patienten frustriert über die US-Gesundheitsversorgung seien. Jüngste Daten zeigen, dass immer mehr Menschen mit abgelehnten Versicherungsansprüchen, steigenden Prämien und unerwarteten Behandlungskosten konfrontiert sind. “Die Gesundheitsfürsorge ist sowohl sehr persönlich als auch sehr kompliziert, und die Gründe für Entscheidungen über die Kostenübernahme werden nicht gut verstanden”, erklärte er. “Dafür sind wir zum Teil mitverantwortlich. Gemeinsam mit Arbeitgebern, Regierungen und anderen, die für die Versorgung zahlen, müssen wir besser erklären, was die Versicherung abdeckt und wie Entscheidungen getroffen werden.”

Der Vorfall hat die öffentliche Debatte über die Gesundheitsversorgung in den USA neu entfacht und das Misstrauen gegenüber Krankenversicherungen in den Fokus gerückt.

Das sich nun ausgerechnet unter Donald Trump und seinem Gesundheitsminister Robert Kennedy jr. etwas Grundlegendes ändern wird, dürfen wir mit Recht bezweifeln.

Es ist auch kein Wunder, dass die Aktie ebenfalls geschockt durch die Tat auf Tauchstation ging. Aber mit einer Marktkapitalisierung von ca. 473 Milliarden Dollar ausgestattet, erholte sich das Papier schnell wieder von dem Schock, getreu dem Motto: „The show must go on.“
Für den 16. Januar sind neue Zahlen für das vierte Quartal geplant. Wir werden sehen, wie diese ausfallen. Erwartet wird ein Umsatz von 101,78 Milliarden Dollar, was einem EPS von 6,75 Dollar entspricht (Vorquartal: Umsatz: 100,82 Milliarden Dollar, EPS 7,15 Dollar). 

Langfristig gesehen bleibt unser Depotwert auf der Erfolgsspur, denn UnitedHealth Group-Aktien haben in den vergangenen zehn Jahren per saldo +370,6 Prozent an Wert gewonnen, was einer jährlichen Performance von im Mittel 16,8 Prozent entspricht. Aus einem Investment in Höhe von 10.000 Euro wären 47.058 Euro geworden. Parallel dazu ist das Anlagerisiko als deutlich unterdurchschnittlich einzuordnen. Die Gewinnstabilität von UnitedHealth Group liegt bei 0,94 von max. 1,0, was auf ein Unternehmen mit einer äußerst zuverlässigen Gewinnentwicklung schließen lässt.

Schon vor der Präsentation der neuen Zahlen steht unser Clubfondswert bei den Finanzanalysten hoch im Kurs. Auf dem Portal Marktscreener liegen aktuell 28 Analysen vor. 18 Finanzexperten stufen den Wert als „Kauf“ ein. Sechs kommen zu dem Schluss „aufstocken“ und drei sagen „halten“. Einer konnte sich nicht entscheiden. 

Das mittlere Kursziel wurde mit 636,78 Dollar ermittelt. Dieser Kurs liegt in einem Korridor, der am oberen Ende mit 700 Dollar und am unteren Ende mit 587,12 Dollar begrenzt ist. Aktuell liegt der Wert bei ca. 514 Dollar. 

Es ist also noch sehr viel Luft nach oben. Wir hoffen auf einen Kursschub nach guten Zahlen für das letzte Quartal 2024.

Was ist 2025 vom DAX zu erwarten und wer sind die Favoriten? – Gastkommentar von Raimund Brichta Börsenreporter n-tv

 

Die 5er-Jahre haben an der Börse einen guten Ruf. Zu Recht: In den vergangenen 6 Jahrzehnten hat der DAX im mittleren 5er-Jahr fast immer zugelegt. Nur einmal gab es ein Minus, aber das war 1965 und ist schon lange her.

👉 5 Plusjahre in 6 Fällen – damit ist die Gewinnwahrscheinlichkeit hoch genug, dass ich mich für 2025 festlege:

🔹 Der DAX wird zwei Gewinnjahren ein drittes folgen lassen. Allerdings bleibt sein Anstieg hinter den hohen Raten von rund 20% der beiden Vorjahre zurück.

🔹 Außerdem: Vorjahresverlierer wie die Autoaktien dürften diesmal zu den Gewinnern gehören. In ihren Kursen ist viel Schlechtes eingepreist. Kaum jemand traut ihnen etwas zu. Gerade deshalb ist ihr Überraschungspotential nach oben größer als nach unten.

🐍In China beginnt das Jahr der Schlange. Dieses Tier gilt dort nicht als furchteinflößend, sondern es wird im Gegenteil sehr verehrt. Schlangen können sich häuten und stehen deshalb für Transformation oder das Lösen von alten Wegen. Damit sind sie auch ein Vorbild für Deutschland: Zum einen für die Politik im Wahljahr, zum anderen für den DAX. Er könnte einige der alten Favoriten abwerfen und durch neue ersetzen. In beiden Fällen wird es Zeit, dass sich was dreht.

🚿Natürlich wird 2025 nicht zur Einbahnstraße an der Börse. Nachdem 2024 ohne größere Kurskorrektur geblieben ist, rechne ich diesmal mit mindestens einem stärkeren Kurseinbruch. Schon jetzt deuten verschiedene Indikatoren darauf hin, dass der Aktienmarkt heiß gelaufen ist. Eine kalte Dusche ist also fällig. Anlässe dafür finden sich immer.

📈 Achtung: Katastrophen-Hausse

Billig ist der DAX ohnehin nicht mehr. Deshalb kann ich für 2025 kein konkretes Kursziel nach oben setzen, wie mir das in den vergangenen Jahren mit der Dreisatzmethode gelungen ist. Andere Phasen erfordern eben andere Prognose-Methoden.

Ohnehin passt die Lage sehr gut in mein übergeordnetes Bild: Demnach war das vergangene Jahr Vorbote eines „Crack-up-Booms“, also einer Art Katastrophen-Hausse vor dem großen Zusammenbruch. Dieser Boom dürfte sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und ein wesentliches Merkmal haben: Die Kurse werden deutlich stärker steigen als die Unternehmensgewinne. In der Folge legen die Aktien-Bewertungen immer weiter zu. 2024 ist das bereits geschehen – das war nur der Anfang. Stay tuned.

Neues vom Clubfonds: Munich Re (Münchner Rück)

Egal, wie das gerade gestartete Jahr 2025 laufen wird, ein Stabilitätsanker in unserem NDAC-Clubfonds wird auch in diesem Jahr der Münchner Rückversicherer Munich Re bleiben.

Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels rechnen viele Experten in diesem Jahr, wie auch in den kommenden Jahren, mit einer Häufung von Großschadensereignissen wie Sturmschäden, Überschwemmungen, Erdbeben und anhaltenden Dürreperioden. Entsprechend dürfte auch die Schadensbelastung für die Rückversicherer weiter zunehmen. Allein in 2023 verursachten Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Wirbelstürme weltweit Schäden im Gesamtvolumen von rund 250 Milliarden Dollar, wobei jedoch lediglich knapp 95 Milliarden Dollar durch entsprechende Policen abgedeckt wurden. Auch in 2024 sorgten zahlreiche Flut- und Erdbebenkatastrophen und die jüngste US-Hurricane-Season erneut für Schäden im dreistelligen Milliarden Dollar Bereich, wobei die kumulierte Gesamtschadensbelastung wohl ähnlich hoch wie im Vorjahr ausfallen dürfte. Entsprechend bleibt das Marktumfeld für Rückversicherer nach Einschätzung des Branchenprimus Münchener Rück vielversprechend und herausfordernd zugleich, wobei man für die kommenden drei Jahre ein inflationsbereinigtes Prämienwachstum von 2 bis 3 Prozent erwartet. Da unser Depotwert ihre Marktposition im margenstarken Segment für Schaden- und Unfallrückversicherungen weiter konsequent ausgebaut hat, dürfte der Münchener Branchenprimus hiervon überproportional stark profitieren. Denn aufgrund steigender Großschadensrisiken in Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels dürften auch die Preise vor allem für die Absicherung von Risiken im Schaden- und Unfallsegment mittelfristig weiter steigen, was sich positiv im Konzernergebnis niederschlagen dürfte.

Solide abgeschnitten hatte die Münchener Rück trotz der jüngsten Unwetterereignisse in Europa und der Hurricane-Season in den USA im abgelaufenen 3. Quartal. Zwar musste man beim operativen Gewinn einen deutlichen Rückgang auf 1,19 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 1,78 Milliarden Euro) quittieren. Da allein der Hurricane Helene mit rund 500 Millionen Euro zu Buche geschlagen hatte und der Konzern im dritten Quartal kumuliert Großschäden im Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 770 Millionen Euro) schultern musste, schnitt die Münchener Rück alles in allem sehr solide ab. Auch die Schaden/Kosten-Quote im Rückversicherungssegment lag mit 90,5 Prozent (Vorjahr: 82,0 Prozent) trotz deutlich höherer Großschäden im Rahmen der konzerneigenen Erwartungen. Dazu beigetragen hatte erwartungsgemäß das starke Kapitalanlageergebnis, das mit 2,09 Milliarden Euro deutlich über Vorjahresniveau mit 760 Millionen Euro gelegen hatte. Unterm Strich wies die Münchener Rück beim Nettogewinn einen deutlichen Rückgang auf 930 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 1,17 Milliarden Euro) aus, was jedoch im Rahmen der Erwartungen gelegen hatte. Stärker als erwartet zugelegt hatten hingegen die Prämieneinnahmen, wobei man hier mit 15,5 Milliarden Euro knapp einer Milliarde Euro über Vorjahresniveau gelegen hatte.

Nach dem insgesamt sehr soliden Abschneiden im dritten Quartal dürfte die Münchener Rück auch in 2024 erneut ein Rekordergebnis ausweisen. Zwar stehen die Großschäden in Zusammenhang mit dem Hurricane “Milton”, die man, wie bereits vorab angekündigt, im vierten Quartal verbuchen will, noch aus. Da Konkurrent Swiss Re in Zusammenhang mit dem Hurricane “Milton” lediglich von einer Schadensbelastung in Höhe von weniger als 300 Millionen Dollar ausgeht, stehen die Chancen gut, dass die Münchener Rück ebenfalls vergleichsweise glimpflich davonkommen wird. Da die Münchener Rück nach neun Monaten bereits einen Nettogewinn von kumuliert rund 4,7 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, sollte unser Wert die Jahresprognose, die beim Nettogewinn einen Anstieg von 4,6 auf rund fünf Milliarden Euro vorsieht, bequem erreichen können.

Auch für das Jahr 2025 sieht sich die Münchener Rück weiter auf Erfolgskurs. Da man sich im Zuge der jüngsten Großschadensereignisse bei den kommenden Vertragserneuerungsrunden berechtigte Chancen auf deutlich steigende Preise vor allem im Schaden- und Unfallsegment machen kann und die Prämieneinnahmen in vielen Segmenten weiter anziehen dürften, stehen die Chancen gut, dass die Münchener Rück auch im Jahr 2025 ein weiteres Rekordergebnis einfahren dürfte. Entsprechend wurde die Gewinnprognose für 2025 von ursprünglich mehr als fünf Milliarden Euro auf rund sechs Milliarden Euro nach oben revidiert. Dabei erwartet die Münchener Rück im Rückversicherungssegment mit einem Gesamterlös von 42 Milliarden Euro und einem Nettoergebnis von 5,1 Milliarden Euro erneut Bestwerte beim Konzernergebnis. Auch bei der Erstversicherungstochter ERGO, die ebenfalls weiterhin von Preiserhöhungen im Individual- und Firmenkundensegment profitiert, rechnet der Konzern für 2025 mit 900 Millionen Euro ebenfalls mit einem deutlich positiven Ergebnisbeitrag. Entsprechend gehen die Konsenserwartungen für 2025 von einem EPS-Anstieg auf knapp 46 Euro je Aktie aus, nachdem für 2024 ein Gewinn von 42 Euro/Aktie erwartet wird. Fundamental ist die Münchener Rück damit attraktiv bewertet, zumal das KGV auf Basis der Schätzungen für 2025 damit auf 10,5 sinkt, was auch im Branchenvergleich nicht zu teuer erscheint. Da die Münchener Rück dank der starken Aussichten im Kerngeschäft und weiterhin hohen Erträgen beim Kapitalanlageergebnis hohe Free-Cashflows einfahren dürfte, sollten auch die Aktionäre in Form von steigenden Ausschüttungen profitieren. Nachdem die Münchener Rück für 2023 eine Dividende von 15 Euro/Aktie ausgeschüttet hatte, rechnet der Analystenkonsens für 2024 mit 16,20 Euro/Aktie, womit die Münchener Rück eine Dividendenrendite von 3,1 Prozent aufweist. Daneben dürfte die Münchener Rück auch ihre Aktienrückkäufe weiter nach oben fahren, nachdem man hier im Februar ein Rückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro angekündigt hatte.

Am 26. Februar 2025 dürfen wir die Zahlen für das vierte Quartal erwarten, und sie werden wieder sehr gut sein und eine hohe Dividende sichern.

Neu im Clubfonds: MercadoLibre

Das Mercosur-Abkommen mit der EU, das vor Kurzem geschlossen wurde, ist noch nicht ratifiziert. Das wird noch eine Weile dauern, ehe alle EU-Staaten zustimmen. Aber natürlich ist es wichtig, den Blick in die Region Südamerika zu richten. Der Name Mercosur bedeutet Mercado Común del Sur (Gemeinsamer Markt des Südens) und in diesen Markt sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay als Vollmitglieder vereint. Unser NDAC-Clubfonds hat sofort geschaltet und einen viel versprechenden Wert aus Uruguay erworben.

MercadoLibre, Inc. ist der führende Online-Marktplatz in Lateinamerika. Übersetzt aus dem Spanischen bedeute der Name so viel wie „freier Markt“. Gegründet wurde das Unternehmen am 2 August 1999.

Die Gruppe betreibt eine IT-Plattform, die es Privatpersonen und Geschäftsleuten ermöglicht, ihre Kauf- und Verkaufstransaktionen für Waren und Dienstleistungen abzuwickeln. Die Tätigkeit gliedert sich in 5 Bereiche:

-Betrieb von Online-Handelsplattformen

-Online-Zahlungsdienste: Dienstleistungen, die über die Plattformen MercadoPago angeboten werden

-Versanddienstleistungen: Dienstleistungen, die über die Plattform MercadoEnvios angeboten werden

-Entwicklung von Kleinanzeigenseiten

-Sonstiges: Entwicklung von E-Commerce-Software, Werbedienstleistungen, etc.

Erinnert uns ein wenig an Ebay und richtigerweise müssen wir feststellen, unser neuer Wert ist wirklich nach dem Vorbild des amerikanischen Pendants konzipiert, mit dem es auch seit 2001 kooperiert.

Der Sitz des Unternehmens befindet sich in der Hauptstadt Uruguays Montevideo.

Geführt wurde das Unternehmen von CEO Marcos Galperin, einem Mitgründer der Plattform.

Der Blick in die Bücher
Der Umsatz betrug 2023 14,743 Milliarden Dollar, für 2024 werden 20,659 Milliarden Dollar erwartet (Zahlen für 2024 werden erst am 20.02.2025 veröffentlicht).

Dabei wird ein Nettogewinn von 1,695 Milliarden Dollar erwartet, im Vorjahr waren es nur 987 Millionen Dollar. 

Der Nettoumsatz verteilt sich geographisch wie folgt: Brasilien (52,5 Prozent), Argentinien (22,4 Prozent), Mexiko (20,6 Prozent) und sonstige.

Die Mitarbeiterzahl betrug 2024 über 58.200.

Im dritten Quartal 2024 wuchs der Nettoumsatz von unserem neuen Clubfondswert gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 5,312 Milliarden Dollar (währungsbereinigt: 103 Prozent). Trotz des enormen Wachstums müssen wir konstatieren, dass es etwas langsamer nach oben geht.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) lag im Berichtszeitraum bei 12,907 Milliarden Dollar (Vorquartal: 12,647 Milliarden Dollar), ein Anstieg um 14 Prozent zum Vorjahr. Das gesamte Bezahlvolumen (TPV) wuchs um 34 Prozent zum Vorjahr auf 50,691 Milliarden Dollar (Vorquartal: 46,328 Milliarden Dollar). Das operative Ergebnis von MercadoLibre betrug indes 557 Millionen Dollar (Vorquartal: 726 Millionen Dollar, Vorjahr: 785 Millionen Dollar) und die operative Marge lag bei 10,5 Prozent (Vorquartal: 14,3 Prozent, Vorjahr: 20 Prozent). Übrig blieb bei der südamerikanischen E-Commerce-Plattform ein Nettoergebnis von 397 Millionen Dollar, ein Plus von elf Prozent zum Vorjahr oder 7,83 Dollar je Aktie (Vorjahr: 7,16 Dollar).

Um fast 30 Prozent verfehlte der E-Commerce-Riese seine Erwartungen für den Gewinn vor Steuern (EBIT). Ein Grund dafür waren die umfangreichen Investitionen in das Finanzgeschäft. Rund 40 Prozent des Umsatzes kommen mittlerweile aus dem Segment mit Krediten, Zahlungsdiensten und Anlageprodukten. Allein für die Skalierung des Kreditkartengeschäfts hat MercadoLibre im dritten Quartal 76 Millionen Dollar ausgegeben. Der Großteil dürfte ins Marketing geflossen sein – die Gesamtausgaben stiegen hier um 50 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorquartal.

Und die hohen Ausgaben zeigten Wirkung: Innerhalb eines Jahres hat das Unternehmen sein Geschäft mit Kreditkarten fast verdreifacht und allein im vergangenen Quartal 1,5 Millionen neue Karten ausgegeben. Mittlerweile machen sie vom gesamten Kreditportfolio, neben Konsumenten- und Händlerkrediten, einen Anteil von fast 40 Prozent aus.

Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 87,22 Milliarden Dollar.
Innerhalb des ausgewählten Zeitraums vom 20.12.2014 bis heute hat MercadoLibre 1.238,8 Prozent zugelegt, was einer jährlichen Rendite von 29,6 Prozent entspricht.

„Wir machen ausgezeichnete Fortschritte bei der Erreichung unserer langfristigen strategischen Ziele: Steigerung der Online-Handelsdurchdringung in der Region, Erhöhung der Marktführerschaft unter den Mercado Pago-Nutzern und Skalierung unseres Akquisitionsgeschäfts. Die operativen Ergebnisse dieses Quartals unterstreichen erneut die enormen Wachstumschancen innerhalb unseres Ökosystems und bekräftigen unser langfristiges Engagement, in Innovation und Kundenzufriedenheit zu investieren“, sagt Martin de los Santos, Finanzvorstand von MercadoLibre.

Was sagen die Analysten?
Insgesamt liegen auf dem Portal Marktscreener 25 Einschätzungen vor, wobei 14 Experten zu der Einschätzung „kaufen“ kommen, sieben sagen „aufstocken“ und vier kommen zu einer Halteempfehlung. Das mittlere Kursziel wurde mit rund 2.290 Dollar ermittelt, wobei das Minimum 1.750 Dollar und das Maximum der Einschätzungen bei 2.800 Dollar liegen.

Der Chart sieht übers Jahr gesehen doch recht ordentlich aus. In Euro gerechnet liegt unser neuer Wert bei 1.598 Euro, wobei der Maximalwert 2023 2.036 Euro und das Minimum bei 1245,80 Euro lagen. Da ist noch viel Luft nach oben.

Fazit
Wir haben unseren neuen NDAC-Clubfondswert MercadoLibre, das gemeinhin als Amazons des Südens bezeichnet wird, in einer Schwächephase relativ billig erworben. Das Wachstum wird sich fortsetzen und damit auch die Kursentwicklung wieder nach Norden treiben.

Neues vom Clubfonds: Amazon

Trotz des aktuellen Übernahmeangebots von Zalando an About You bleibt natürlich unser Depotwert Amazon das Maß aller Dinge im Onlinehandel weltweit. Gerade jetzt zu Weihnachten sieht man die Zustelllogistik Prime auf allen Straßen der Republik. Und das wird auch noch eine Weile andauern, Gutscheine zu Weihnachten, Umtausch… Alle Jahre wieder.

Aber auch die Cloudsparte mit den Anwendungen der Künstlichen Intelligenz wird immer stärker im Amazon-Reich.

Die Aktie des Techgiganten Amazon konnte zuletzt auf ein neues Allzeithoch ausbrechen. Es beträgt jetzt 220,60 Euro. Beim Schreiben dieser Zeilen liegt sie nur ein wenig tiefer, bei 218 Euro und damit hat unser NDAC-Clubfondswert rund 60 Prozent seit Jahresbeginn zugelegt. 

Das Unternehmen hatte im 3. Quartal erneut ein deutliches Wachstum im Cloudgeschäft erzielt: AWS erzielte ein Umsatzwachstum von 19,1 Prozent. Das Wachstum beschleunigte sich in den letzten vier Quartalen deutlich, angetrieben durch Innovationen und starke Kundenbindung. Amazon baut seine KI-Angebote durch mehrere neue KI-Schichten weiter aus. Dabei umfasst das Angebot Trainium2 und Inferentia-Chips, die für ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis in KI-Anwendungen sorgen. Hinzu kommt Amazon Bedrock, das verschiedene führende Modelle, darunter Metas Llama und Claude 3.5 von Anthropic, integriert und eine einfachere KI-Orchestrierung ermöglicht. SageMaker ermöglicht umfassendes Modelltraining und -verwaltung, das mit hypermodernen Funktionen wie „HyperPod“ die Trainingseffizienz verbessert.

Ferner unterstreicht das Projekt Ceiba mit NVIDIA die strategische Partnerschaft zwischen AWS und NVIDIA und hebt AWS als bevorzugte Plattform für Hochleistungs-KI-Anwendungen hervor. Ziel ist es, einen der weltweit leistungsstärksten KI-Supercomputer in der Cloud zu entwickeln. Dieses System wird exklusiv auf AWS gehostet und soll die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von NVIDIA im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) vorantreiben. Der Supercomputer wird aus 16.384 NVIDIA GH200 Superchips bestehen und eine Rechenleistung von 65 Exaflops für KI-Workloads erreichen. Diese immense Kapazität ermöglicht es, komplexe KI-Modelle effizient zu trainieren und zu betreiben.

Es war irgendwie zu erwarten, der Firmengründer und langjährige CEO Jeff Bezos ist zurück. Er widmet derzeit 95 Prozent seiner Zeit den KI-Initiativen des Unternehmens, um Amazon in der schnell wachsenden KI-Branche voranzubringen. Nachdem er 2021 zurückgetreten war, ist er als Executive Chairman weiterhin involviert. Amazon will ein bedeutender Player in der KI-Landschaft werden. Jetzt kümmert sich der Ex-Chef höchstpersönlich darum. Amazon hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von KI-Initiativen entwickelt, um seine Marktposition zu stärken und innovative Lösungen anzubieten. Amazon Bedrock ist ein vollständig verwalteter Service, der über einen einzigen API Zugang zu leistungsstarken Basismodellen (FMs) von führenden KI-Unternehmen wie AI21 Labs, Anthropic, Cohere, Meta, Mistral AI, Stability AI und Amazon selbst bietet. Amazon Q ist ein generativer KI-gestützter Assistent, der speziell für den Einsatz in Unternehmen entwickelt wurde. Amazon Q kann an die spezifischen Daten, den Code und die Betriebsabläufe eines Unternehmens angepasst werden, um Gespräche zu führen, Probleme zu lösen, Inhalte zu generieren und Erkenntnisse zu gewinnen. Das Unternehmen setzt KI auch immer stärker ein, um Produktbeschreibungen, Bilder und Werbeinhalte automatisch zu generieren. Amazon erzielte zuletzt 14,3 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen, ein Anstieg von 18,8 Prozent im Jahresvergleich. Neue KI-Tools wie der AI-Video-Generator, der aus einem einzigen Bild personalisierte Videos erstellt, verbessern die Werbung auf der Plattform. Amazon verzeichnet Erfolge bei der ersten Broadcast-Saison für Prime-Video-Werbung und plant, diesen Bereich weiter auszubauen.

Aber wer jetzt Amazon als KI-Wert mit angeschlossenem Online-Handel im Nebengeschäft bezeichnet, liegt so was von falsch.

Denn auch das Einzelhandelsgeschäft kam im dritten Quartal weiter voran. Im Nordamerikageschäft stieg der Umsatz um neun Prozent, während das internationale Segment um 12 Prozent wuchs. Der Absatz von Artikeln des täglichen Bedarfs und Grundbedarfs entwickelte sich besonders stark, unterstützt durch verbesserte Liefergeschwindigkeiten. Amazon führte zwei große Prime-Events durch, darunter den erfolgreichsten Prime Day aller Zeiten, und half Kunden, über fünf Milliarden Dollar bei mehr als 50 Millionen Angeboten zu sparen. Prime bleibt ein zentraler Treiber, mit einer beschleunigten Zunahme bezahlter Prime-Mitgliedschaften sowohl in den USA als auch global. Amazon erhöhte die Effizienz durch die Re-Architektur seines Netzwerks. Dabei verbesserte sich die Bestandsverteilung um 25 Prozent und das Same-Day-Delivery wurde weiter ausgebaut. Über 40 Millionen Kunden nutzten im letzten Quartal die kostenlose Lieferung am selben Tag, eine Steigerung um mehr als 25 Prozent. Amazon erzielte im Quartal einen Umsatz von 158,9 Milliarden Dollar (Konsens der Analysten 157,3 Milliarden Dollar) ein Plus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das EPS landete bei 1,43 Dollar und damit ebenfalls über den Erwartungen von 1,14 Dollar.

Unser Depotwert Amazon hat seine starke Marktposition bestätigt und sowohl beim Cloudwachstum als auch im Einzelhandel überzeugt. Die strategische Ausrichtung auf KI und Innovation im Bereich der Clouddienste zeigt Potenzial für langfristiges Wachstum.

Neues vom Clubfonds: Novo Nordisk

Weihnachten naht mit Riesenschritten und damit kommt die Zeit zum Schlemmen. Leider auch die Zeit einer mitunter extremen Zunahme des Körpergewichts. Viele gehen dann nicht ins Fitnessstudio, um die Pfunde purzeln zu lassen, sondern denken alternativ an die Wegovoy-Spritze von Novo Nordisk aus Dänemark. Natürlich, unsere Leser sind fleißige Studiogeher und trainieren dort. 😊

Aber unser Depotwert wird nicht nur wegen dem Abnehmen verschrieben und eingesetzt. Zusätzlich zum Abnehmen kann die Abnehmspritze bereits für die Reduktion von Herz-Kreislauf-Risiken verschrieben werden. Das ist sicher ein erster Schritt, die Adipositas als eine ganzheitliche Krankheit zu behandeln. Es wird aktuell diskutiert, ob auch Schlaf-Apnoe in diesen Bereich fällt. Ihr Autor ist der Ansicht, dass in der Folge eine Kassenzulassung erfolgen müsste, dass die Krankenkassen dann bei einer medizinischen Indikation die Kosten übernehmen, was dem Aktienkurs einen zusätzlichen Schub geben würde.

Novo Nordisk hat die Rekrutierung für eine Phase-1-Studie begonnen, die die Wirksamkeit von proteinbasierten Tabletten auf Basis von Semaglutid untersucht. Die Studie, die seit dem 15. Oktober 2024 aktiv ist, fokussiert sich auf die pharmakokinetischen Eigenschaften (Muskelschwund) des Medikaments bei gesunden männlichen Probanden. Mit einer geplanten Fertigstellung bis Februar 2025 und insgesamt 90 Teilnehmern könnte diese Entwicklung eine neue Ara in der oralen Behandlung einleiten. Dann würde die Spritze wegfallen.

Cagrilintid (neu) und Semaglutid (Wegovy) werden derzeit in Kombinationsstudien für die Behandlung von Adipositas getestet, um Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu adressieren. Fortschritte bei der Behandlung von Alzheimer durch Semaglutid werden im Laufe des kommenden Jahres erwartet.
Die Biden-Regierung hat vorgeschlagen, Adipositas-Medikamente für Medicare- und Medicaid-Empfanger ab 2026 zuzulassen. Dieser Schritt könnte Millionen von Amerikanern Zugang zu teuren Therapien wie Wegovy (Novo Nordisk) Zepbound (unser Depotwert Eli Lilly) verschaffen.

Eine Zulassung wäre der heilige Gral für die Abnehm-Industrie. Doch jetzt kommt das große Aber. Mit einem nominierten Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, der Krankheiten durch gesunde Ernährung adressieren möchte, dürfte dieser Vorschlag nur sehr geringe Erfolgsaussichten haben. Da werden die Lobbyisten sehr viel Arbeit haben, ein Umdenken und positive Entscheidung herbeizuführen. Im schlimmsten Fall wird ein Robert F. Kennedy diese Entwicklung verzögern können, aufhalten aber kaum. Dafür werden die Krankenversicherungen sorgen, die müssen bekanntlich in den USA Rendite erwirtschaften. Denn Adipositas ist nun mal eine Volkskrankheit. In Europa sieht ihr Autor mehr Chancen für eine frühe Zulassung, wenn alles in Ordnung ist.

Die Aktie unseres Clubfondswertes ist seit dem Sommer um 25 Prozent zurückgekommen.

Novo Nordisk verzeichnet weiterhin eine hohe Nachfrage nach seinen Abnehm- und Diabetesmitteln. Im vergangenen Quartal schlugen sich die Dänen besser als erwartet. Die Aktie, die in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben hatte, startet kurzzeitig einen Erholungsversuch.

Konzernweit legte der Umsatz der Dänen im dritten Quartal um 21 Prozent auf 71,3 Milliarden dänische Kronen (rund 9,6 Milliarden Euro) zu, der Gewinn unter dem Strich kletterte um gut ein Fünftel auf 27,3 Milliarden dänische Kronen. Damit schlug sich der Konzern besser als von Analysten erwartet. Beobachter hatten nach enttäuschenden Zahlen des US-Konkurrenten Eli Lilly erwartet, dass auch bei Novo Nordisk das Umsatzwachstum nachlassen würde.

Doch das Zahlenwerk war besser als befürchtet. „Das Umsatzwachstum wird durch die steigende Nachfrage nach unseren GLP-1-basierten Diabetes- und Adipositastherapien angetrieben, und wir bedienen mehr Patienten als je zuvor“, erklärte Vorstandschef Lars Fruergaard Jorgensen.

Das Management engt nun seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für dieses Jahr abermals ein. Erwartet wird jetzt für das Gesamtjahr ein Erlösplus zu konstanten Wechselkursen von 23 bis 27 Prozent. Für den operativen Gewinn prophezeien die Dänen jetzt abseits von Wechselkurseffekten ein Plus von 21 bis 27 Prozent.

Mit einer Marktkapitalisierung ist unser Clubfondswert immer noch das wertvollste Unternehmen Europas, allerdings hat das Papier in der Beliebtheit wie schon geschrieben bei den Anlegern eingebüßt.

An fehlender Nachfrage nach den Abnehmspritzen liegt es offenbar nicht. Allerdings fällt es Novo Nordisk ebenso wie seinem Konkurrenten Eli Lilly inzwischen offenbar immer schwerer, die Nachfrage zu bedienen. Dabei spielen sowohl Produktionsengpässe als auch die hohen Preise der Medikamente eine Rolle: Da eine Monatsversorgung mit den Abnehmspritzen in den USA mehr als 1000 Dollar pro Patient kosten kann, sind Krankenkassen nur in wenigen Fällen bereit, die Kosten zu übernehmen. Diese Kosten-Nutzen-Rechnung dürfte sich sehr bald als falsch erweisen, einen Herzinfarkt oder Diabetes in Folge einer Adipositas zu behandeln, ist sehr viel teurer.

In Deutschland übernehmen Krankenkassen die Kosten für Medikamente zur Gewichtsreduktion nur dann, wenn eine ärztliche Indikation (zum Beispiel Diabetes oder Adipositas) vorliegt.

Vielleicht verschreckt Robert F. Kennedy mit der Drohung, die Preise zu senken, die jetzt verunsicherten Anleger und die Aktie fällt noch weiter. Gehen wir aber davon aus, dass Novo und Eli eine Position inne haben, in der sie ihren Preis rechtfertigen werden. Möglicherweise ist jetzt die Zeit gekommen, um nachzukaufen bzw. für Neueinsteiger, die Position aufzubauen.