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Der Clubfonds-Ticker
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Der Blick über die Märkte – Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Der deutsche Maschinen und Anlagenbau war einmal führend in der Welt. Genau wie bei beim deutschen Automobilbau oder bei Solarindustrie schätzten die internationalen Kunden die deutsche Ingenieurskunst gepaart mit der Qualitätsmarke „Made in Germany“.

Leider ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau in letzter Zeit etwas unter die Räder gekommen. Die noch zu Beginn des Jahres 2023 verhaltene Wachstumserwartung hat sich im Laufe der letzten zwölf Monate ins Negative gedreht und im letzten Quartal seinen Tiefpunkt erreicht. Das sagt das aktuelle Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) vom Dezember 2023.

Deutsche Maschinenbauer rechnen auch im kommenden Jahr nicht mit einer wesentlichen Verbesserung ihrer Lage. Die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) blickt offen pessimistisch auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2024. Ein weiteres Drittel ist bei dieser Frage unentschlossen. Lediglich laut 15 Prozent der Befragten wird sich die Konjunktur hierzulande positiv entwickeln. „Unsere Befragungen im Jahr 2023 zeigen einen eindeutigen Trend – und der geht abwärts“, konstatiert Bernd Jung, Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland & Strategy, der globalen Strategieberatung von PwC. „Der Anteil der Optimisten hat sich in den letzten Monaten mehr als halbiert und ist auf dem besten Weg zum Minusrekord. Man könnte fast meinen, 2023 ist ein verschenktes Jahr für die Branche gewesen.“

Doch für die exportorientierten Maschinenbauer gibt es weitere Warnsignale. Auch mit Blick auf die weltweite Entwicklung dominieren negativen Erwartungen. Rund zwei Drittel der Befragten rechnen im Jahr 2024 nicht mit einer positiven Weltkonjunktur. Die Folge: Lediglich jeder dritte Befragte prognostiziert ein Umsatzplus für die Gesamtbranche im kommenden Jahr. Vier von zehn Befragten hingegen gehen von einer negativen Entwicklung aus. Insgesamt beläuft sich die durchschnittliche Umsatzerwartung für 2024 auf -2,4 Prozent, ein erneuter Rückgang gegenüber dem Vorquartal. Seit Jahresbeginn ist die Umsatzerwartung für die Gesamtbranche um 3,6 Prozentpunkte gesunken und auf einem Tiefpunkt angelangt.

Der Anteil der Entscheider, die in den nächsten Monaten mit steigenden Gesamtkosten rechnen, ist zum Jahresende wieder angestiegen und liegt bei 52 Prozent. Lediglich jeder zehnte Befragte geht von sinkenden Kosten aus. Eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass die Ausgaben für Personal und Sachkosten unterschiedlich gewichtet werden: Während mehr als drei Viertel von höheren Personalkosten mit einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 6,3 Prozent gegenüber 2023 ausgehen, liegt der Anteil derjenigen, die mit steigenden Kosten für Energie oder Rohstoffe rechnen, deutlich darunter (40 bzw. 30 Prozent).

Die befragten deutschen Maschinen- und Anlagenbauer stehen vor zahlreichen Herausforderungen: Neben dem bereits erwähnten Kostendruck bereiten vor allem der Fachkräftemangel und die politischen Entwicklungen im Ausland der Mehrheit Kopfzerbrechen. Im bereits beendetem Jahr 2023 fiel allerdings ein anderer Aspekt besonders auf: Im Verlauf der letzten zwölf Monate ist der Anteil derjenigen Befragten, die ein schwieriges Regulierungsumfeld als Wachstumshindernis beklagen, um 20 Prozentpunkte von 37 % auf 57 % gestiegen. „Was wir momentan am wenigsten brauchen können, sind mehr Einschränkungen unternehmerischen Handelns“, sagt Jung. „Nachdenklich stimmt auch, dass der Anteil derjenigen zunimmt, die Schwierigkeiten bei der Finanzierung beklagen. Investitionsbereitschaft und Innovationsfreude fördert dieses Klima nicht.“

Die Tätigkeiten im Maschinen- und Anlagenbau bedeuten leider auch nicht immer eine ausgewogene Work-Life –Balance. Speziell wenn die Maschinen und Anlagen im Ausland aufgestellt werden sollen. Hier sträuben sich mehr und mehr Nachwuchskräfte einen Job in weniger beliebten Ländern wahr zu nehmen. Und daher sehen wir an den Flughäfen auch sehr viele ältere Auslandsmonteure, die aber jetzt vermehrt in den Ruhestand gehen.

Fakt ist leider, dass die Bildungsmisere schon längst in der Praxis angekommen ist. Die Zahl derjenigen, die sich die Hände noch schmutzig machen wollen, nimmt immer mehr ab. Büroarbeit und PC-Arbeit ist eben sauber und hat demzufolge leider heutzutage ein besseres Image als ein auf sich allein gestellter Auslandsmonteur bspw. in Afrika oder Asien, der sich dort für eine längere Zeit aufhalten muss.

Aber nicht nur Mechatroniker werden gesucht, auch Konstrukteure und Ingenieure stehen nicht gerade Schlange bei den Personalabteilungen der Branche. Es ist wirklich kein Wunder, denn hier schlägt ganz eindeutig die Bildungspolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte auf den Arbeitsmarkt durch. Deutschlands Schulpolitik muss mehr tun in den MINT-Fächern, denn hier werden Grundlagen gelegt für das künftige deutsche Ingenieurwesen. Da hilft es trotz aller Erfolge in der „Jugend forscht“ Bewegung nicht, die immer sehr intensiv und groß in den Medien dargestellt werden, wenn der Nachwuchs dann nicht auf breiter Basis im deutschen Hochschulwesen ankommt.

Sicher können einige Kosten auch auf die Kunden umgelegt werden, aber ein Kunde wird nicht unbedingt alles tragen, was die Misere in Deutschland hervorgebracht hat. Da schaut er sich lieber nach kostengünstigeren Produkten im Ausland um. Da die meisten Maschinen- und Anlagenbauerunternehmen zum deutschen Mittelstand gehören, dürfte ein Preiskampf doch nicht zu ihren Gunsten ausgehen. Der Ausweg liegt dann meistens in der Verlagerung der Produktion ins kostengünstigere Ausland, das auch mit Fachkräften vor Ort punkten kann. Nicht gerade rosige Perspektiven für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau.

Ein Land steht still

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Naja, ganz schlimm ist es noch nicht, aber der Streik der Bauern und der Lokführer haben schon ein gewisses Bedrohungspotential für den sozialen Frieden in unserem Land. Das Streikrecht ist im Grundgesetz verankert, deshalb sind die verzweifelten Versuche der Deutschen Bahn mit einer gerichtlichen Entscheidung den Streik zu verhindern, gescheitert.

Und dass sich den Bauernprotesten (Streik wäre hier das falsche Wort, weil die Bauern zum großen Teil Unternehmer sind) auch andere Gruppierungen (Speditionen, Autohäuser, etc.) anschließen, kann man aus Sicht der Protestierenden durchaus verstehen. Es gerät gerade etwas ins Rutschen in unserem Land. Lieferketten werden nun auch innerhalb Deutschlands empfindlich gestört. Dazu kommen die Störungen aus dem Ausland. Wir erinnern nur an die Angriffe auf die Containerschiffe durch die Huthi-Rebellen, die die Schiffe zwingen, andere längere und damit kostenintensivere Wege auf dem Meer zu nehmen, vom Zeitfaktor einmal abgesehen.

Letzteres können wir nicht beeinflussen, aber die Dinge in unserem Land schon. Die viel gelobte Sozialpartnerschaft war einmal der große Verdienst von Ludwig Erhard, CDU-Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler. Leider ist davon nicht mehr viel zu spüren. Die Bundesregierung hat den Streit mit den Bauern geradezu dilettantisch provoziert. Und richtig, nicht einmal die gesamte Regierung. Es wurde zwischen den drei Köpfen der Ampelparteien ausgekungelt, in welchem Bereich gespart werden soll. Und kaum hatten die Bauern die Protestaktionen angekündigt, machte die von jeder Sachkenntnis befreite Ampelführung einen ersten Rückzieher. Klar, dass die Protestierenden jetzt mehr durchsetzen wollen.

Kein Wunder ist auch, dass sich der DAX40 von seinem Allzeithoch (17.003 Punkte) verabschiedet hat, er kommt langsam in der rauen Realität an. Zu unsicher ist die Lage in Deutschland für ihn geworden. Kühlt der Arbeitsmarkt dann auch noch ab und die Unternehmen, die sich vor allem im gesamten Mitteleuropa mit signifikant höheren Personalkosten konfrontiert sehen, fangen an Arbeitskräfte abzubauen, ist das Fundament für eine erfrischende Abkühlungsphase gelegt. Das Gute ist, wenn weniger verdient wird, wird weniger nachgefragt, mithin weniger produziert und die Preise kommen zurück. Die Inflation sinkt also und die Zentralbanken können, wenn da nicht externe Schocks bspw. von der Energieseite oder eine Eskalation des internationalen Kriegsgeschehens eintreten, die Zinsen senken. Das war ja der eigentliche Grund, warum die Aktien im Dezember so gestiegen sind. Die Anleger erwarten jetzt ganz einfach eine oder mehrere Zinssenkungen für 2024. Das mag zwar nicht so ganz den Vorstellungen der Politik und Gewerkschaften entsprechen (zumal es ja auch noch ein kleines Superwahljahr im Osten unseres Landes gibt und dann steht auch noch die Europawahl ins Haus), aber das ist nun einmal Volkswirtschaftslehre, das werden auch noch die Tarifpartner begreifen.

Die Aktionäre der großen europäischen Versicherungskonzerne können sich in diesem Frühjahr wohl über weiter steigende Ausschüttungen freuen. Analysten zufolge dürften unser Depotwert Allianz, sowie Axa, Generali und Zurich nicht nur die Dividenden anheben. Bei dem einen oder anderen Unternehmen dürften auch Aktienrückkäufe wieder auf die Agenda rücken. Mit Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr bleiben Versicherer-Aktien attraktiv. Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen werfen derzeit Renditen von gut zwei Prozent ab. Bei den Aktienkursen sehen die Finanzprofis zum Teil ebenfalls noch Luft nach oben, obwohl manche Papiere zuletzt schon kräftig zugelegt haben. Dabei ist die Gemengelage für die Versicherungsindustrie in diesem Jahr alles andere als einfach: Steigende Rückversicherungspreise, zunehmende Naturkatastrophen und Cyberangriffe könnten die Gewinne belasten. Einer Umfrage des Pariser Investmenthauses Natixis zufolge sind zudem geopolitische Spannungen aktuell das größte Risiko für Investoren. Dazu zählen auch Versicherer, die große Summen am Kapitalmarkt anlegen.

Und auch in der Kryptowelt wurde der Beginn einer neuen Ära eingeläutet.  Am Mittwochabend gab die US-Börsenaufsicht SEC nach Börsenschluss bekannt, dass sie börsengehandelte Fonds (ETF) zulassen wird, die den Kurs der ältesten und wichtigsten Kryptowährung Bitcoin eins zu eins abbilden. SEC-Chef Gary Gensler betonte in einer Mitteilung, dass er Kryptowährungen immer noch skeptisch gegenüber stehe, doch aus formaler Sicht den ETFs nichts mehr im Wege stehe. „Bitcoin ist in erster Linie ein spekulativer, volatiler Vermögenswert, der auch für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche, die Umgehung von Sanktionen und Terrorismusfinanzierung genutzt wird“, stellte Gensler klar. Daher sollten Anleger vorsichtig bleiben. Die Warnung dürfte die Kryptogemeinde nun wirklich nicht erschrecken, denn schließlich hat sie lange für den Durchbruch am Kapitalmarkt gekämpft.

Und auch bei unserem Depotwert Südzucker dürften die Sektkorken in dieser Woche knallen. Im dritten Geschäftsquartal (Ende November 2023) zog der Konzernumsatz im Jahresvergleich um knapp neun Prozent auf 2,70 Milliarden Euro an, wie das SDAX-Unternehmen in Mannheim mitteilte. Das operative Ergebnis kletterte um fast 22 Prozent auf 268 Millionen Euro. Südzucker hatte bereits Mitte Dezember in Aussicht gestellt, dass der Vorjahreswert von 220 Millionen Euro dank des guten Laufs bei den Zuckerpreisen deutlich übertroffen werden dürfte.

Wir sehen an den ersten Zahlen, das Börsenjahr hat uns wieder.

Die Automobilindustrie – Der Kampf der Giganten

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

So kurz nach Neujahr gibt es noch keine neuen Zahlen zu verkünden. Klar, denn die CEO bzw. CFO sind auch noch nicht zurück aus den Feiertagen und sie müssen die Zahlen erst einmal absegnen, die die Buchhaltungs- und Controllingabteilungen der Unternehmen ihnen vorlegen. Schließlich müssen sie die Erfolge oder ggf. Misserfolge auf den Bilanzpressekonferenzen verkaufen.

Zeit für uns, einmal kritisch über die Märkte zu schauen.

Die Zeiten, als die deutsche Automobilindustrie die Welt der Kraftfahrzeuge bestimmte, sind längst vorbei. Und das nicht erst seit Tesla, aus den Kinderschuhen entwachsen, jetzt die Richtung der E-Auto Industrie mitbestimmt.

Die Konkurrenz kommt jetzt aus China auch für unseren Depotwert Tesla.

Der US-amerikanische E-Autobauer Tesla und der chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen BYD liefern sich auf dem wichtigen chinesischen E-Automarkt einen unerbittlichen Kampf um Kunden. Um ihre ambitionierten Auslieferungsziele in dem schwierigen Umfeld zu erreichen, setzen beide Autoproduzenten auf Preissenkungen. Einer Studie zufolge hat Tesla dabei die Nase in der Volksrepublik vorn.

So habe Tesla den Preis für sein Model 3 im Zeitraum von Dezember 2022 bis Dezember 2023 um sechs Prozent reduziert. Für das Model Y hätten chinesische Käufer sogar elf Prozent weniger zahlen müssen. Auch BYD hat in der Volksrepublik Preisnachlässe durchgesetzt. Der Preis für das Flaggschiff-Modell Han sei im gleichen Zeitraum jedoch lediglich um fünf Prozent gesunken, heißt es laut JL Warren Capital-CEO Junheng Li.

Die Reste der deutschen E-Auto-Flotte wurde dabei richtiggehend zwischen den beiden großen Giganten zerrieben, zumindest das, was noch übrig war von VW, Mercedes und BMW (wir haben darüber berichtet).

Und so sieht es auch ganz danach aus, als ob BYD in Sachen Auslieferungen im vierten Quartal 2023 an Tesla vorbeiziehen dürfte und das nicht nur in China, sondern weltweit gesehen, wie die Nachrichtenagentur berichtet. Dies stelle einen wichtigen Wendepunkt für den E-Automarkt dar, den Tesla bislang ohne Frage anführte. Schon im dritten Quartal 2023 schrumpfte der Abstand zwischen den Auslieferungszahlen von Tesla und BYD deutlich zusammen. Während der US-Autobauer weltweit 435.100 Stromer an Kunden auslieferte, konnte BYD 431.600 EVs an die neuen Besitzer übergeben. Darüber hinaus liegt Tesla auch bei wichtigen Fundamentaldaten wie Umsatz, Gewinn und Marktkapitalisierung vor dem chinesischen Konkurrenten.

Für die deutsche Automobilindustrie geht es jetzt nur noch darum, über Partnerschaften wenigstens nicht ganz den Anschluss an den neuen E-Auto-Sektor zu verlieren, da an staatliche Hilfen wie in China (Subventionen) oder den USA (Steuervergünstigungen) aktuell nicht mehr zu denken ist.

Nach Ansicht der Automobilexperten ist Abwarten keine Option, auch wenn sich der ruinöse Preiskampf bei Batterieautos in China in den kommenden Jahren über eine Konsolidierung abschwächen dürfte. „Alleine werden es die deutschen Autobauer nicht schaffen können, es gibt keine andere Option, als Partnerschaften einzugehen, um sich die mangelnde Kompetenz ins Haus zu holen und schnell entsprechende Sprünge zu machen“, sagt Philipp Kupferschmidt, verantwortlich für die Autobranche bei der Unternehmensberatung Accenture in Deutschland „Es ist ungeschickt, in der derzeitigen Wachstumsphase nicht mit guten Produkten am Markt vertreten zu sein.“ Und er kommt zu dem Schluss „In der Wahrnehmung der Kunden haben die deutschen Autobauer bei Software und Technik ein Defizit.“

Volkswagen bspw. geht diesen durchaus schmerzlichen Schritt gerade. Um schneller aussichtsreiche Elektromodelle auf die Straße zu bekommen, entwickeln die Wolfsburger zusammen mit dem lokalen E-Autobauer Xpeng nun gemeinsame Modelle, auf Basis chinesischer Technik. Auch die Ingolstädter Tochter Audi will in China ihre Bande mit Partnern vertiefen, weil es nicht rund läuft.

Früher war es umgekehrt, da war Deutschland das Non plus Ultra der Automobilindustrie, allerdings bei Verbrennern. Im eigenen Land sind Verbrenner wahrscheinlich wieder auf dem Vormarsch, nach dem die Bundesregierung die Förderung der E-Autos abrupt eingestellt hat. Das mag zwar der Automobilindustrie auf dem deutschen Markt helfen, aber international gerät Deutschland damit weiter ins Hintertreffen. Übrigens, in China gibt es E-Autos schon für 3.700 Euro. In Europa und damit in Deutschland startet die Preisliste mit 15.740 Euro.

Wenn die Hersteller nicht bald an ihren Kostenstrukturen arbeiten, werden die günstigen Modelle in China produziert. Und auch die Politik muss helfen und die Ladeinfrastruktur kostengünstig bereitstellen. Sonst droht den deutschen Autobauern das gleiche Schicksal wie vor zehn Jahren der Solarindustrie, die ebenfalls als weltweit führende Industrie durch falsche politische Entscheidungen der Globalisierung geopfert wurde.

Der Verbrenner ist zwar noch nicht out, aber durch die CO2-Bepreisung auf die Kraftstoffe wird er mittelfristig seine Bedeutung immer mehr verlieren. Deshalb ist es an der Zeit, wirklich neue Kfz zu entwickeln. Das das E-Auto der Weisheit letzter Schluss sein soll, wagt ihr Autor zu bezweifeln. Grüner Wasserstoff und andere Antriebe haben auch hier die Zukunft. Nur müssen unsere großen Automobilfirmen erst einmal den Anschluss an die Weltspitze schaffen. Noch ist es nicht zu spät.

Der NDAC-Clubfonds – So funktioniert er!

Carsten Witt klärt auf!

Der NDAC-Clubfonds – So funktioniert er!

Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Der NDAC-Clubfonds ist ein aktiv gemanagter Aktienfonds, der in erfolgversprechende Unternehmen weltweit investiert. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt auf Basis einer etablierten Strategie, die sowohl Megatrends und Substanz als auch die Grüne Energie berücksichtigt.

Wir unterscheiden innerhalb unseres Clubfonds folgende Segmente:

1. Basisinvestments

2. Grüne Energie

3. Megatrends

Unter Basisinvestments sind Unternehmen zu verstehen, die eine hohe Sicherheit durch ein bewährtes Geschäftsmodell haben und durch ein langjähriges und erfahrendes Management solide geführt werden und über Jahre nachhaltig Gewinne erzielen. Unterstützt wird dies durch eine regelmäßige Ausschüttung an unseren Clubfonds in Form der jährlichen Dividende. Allianz, Apple, BASF, Bayer, Deutsche Post, Walt Disney und Sanofi sind einige bekannte Unternehmen, die dieses Segment auszeichnen.
 
Das Erreichen der Klimaschutzziele und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird in diesem Jahrzehnt die Grünen Energien nachhaltig in den Mittelpunkt stellen. Der NDAC-Clubfonds nimmt an dieser Entwicklung mit dem Segment Grüne Energien mit Unternehmen wie Linde, Manz, Siemens Energy und Tesla teil.
 
Megatrends verändern die Welt. Unternehmen aus diesem Segment investieren in die Zukunft und können trotzdem am Markt bereits heute Erfolge aufweisen. Wir haben die Bereiche Internet und Biotechnologie als nachhaltige Megatrends erkannt. Apple, Amazon, Google, Microsoft und  Facebook sind im Clubfonds genauso vertreten, wie die beiden  schweizer Biotechnologie-Experten-Unternehmen BB Biotech und HBM Bioventure.
 

Das Zusammenspiel der drei Segmente sorgt dafür, dass unser Clubfonds ausgewogen an den Bewegungen der Aktienmärkte profitiert.

Im NDAC-Clubfonds sind derzeit 50 Unternehmen verteten und hat – je nach Marktsituation – eine Investitionsquote von 70 bis 100 Prozent.

Äußerst interessant ist die Kombination innerhalb des NDAC-Clubfonds, die bei der Auswahl der Aktientitel sowohl eine gute Rendite als auch Substanz und Innovationen der Unternehmen berücksichtigt. Die ausgewählten Aktiengesellschaften mit ihren Wertpapieren stammen zu einem Großteil aus Deutschland, den Vereinigten Staaten und einigen europäischen Ländern wie Schweiz, Frankreich und Österreich.

Geeignet ist der NDAC-Clubfonds für eine Vielzahl von Anlegern und Sparern. Möchten Sie eine langfristige Anlage tätigen? Haben Sie einen höheren Rendite-Wunsch? Besteht bei Ihnen eine größere Risikobereitschaft? Möchten Sie die Chancen an den Aktienmärkten nutzen? In all diesen Fällen kann der NDAC-Clubfonds für Sie ein interessantes Investment oder die Möglichkeit eines renditestarken Vermögensaufbau darstellen.

Zusammenfassend sind es die folgenden Zahlen, Daten und Fakten, die den NDAC-Clubfonds Aktienfonds kennzeichnen:

  • Einmalanlage ab 5.000 Euro
  • Monatlicher Sparbetrag ab 50 Euro
  • Flexible Laufzeiten
  • Geld jederzeit verfügbar

Das Börsenjahr 2023 und ein Ausblick auf 2024 Teil II

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Und da wir gerade die Ukraine erwähnt haben, der russische Angriffskrieg kostet Deutschland und die EU sehr viel Geld. Das alte Kriegsgerät ist längst verbraucht und nun muss eben neues her, wollen wir die Ukraine nicht in die Hände der russischen Aggressoren fallen lassen. Und deshalb hat die EU Zusagen gegeben, die sie nie halten kann. Wir sind im Gegensatz zu Russland nicht auf Kriegswirtschaft eingestellt.

Aber auch die Zusage, dass die Ukraine, oder was davon übrig bleibt, ein Beitrittskandidat der EU wird, war vorschnell und auch unüberlegt. Denn der Kandidatenstatus beinhaltet sehr viele finanzielle Mittel an diese Länder. Nur wer soll das für dieses zerstörte Land zahlen? Russland wird nur seinen eigenen gewonnenen Teil (evt. 20 Prozent) wieder aufbauen. Die restlichen 80 Prozent hat die Ukraine und damit der Westen zu tragen. Die fälligen Reparationen aus Russland werden nicht so schnell kommen. Und wenn die EU zahlen soll, darf man davon ausgehen, dass es neue und noch härtere Verteilungskämpfe geben wird. Zumal die Ukraine ein Agrarstaat ist.

Und dann hatten und haben wir noch einen zweiten Konflikt zu bewältigen. Der Hamas-Überfall auf Israel führte zur erwarteten Reaktion der Regierung in Tel Aviv mit all seinen Konsequenzen. Dass die Huthi-Rebellen, die die Hamas unterstützen, die internationale Seefahrt behindern, damit musste man rechnen. Also sind die globalisierten Märkte wieder in Gefahr (Stichwort: Lieferkettenprobleme), denn es sieht nicht so aus, dass der Krieg dort schnell beendet wird.

Alles hat sich nicht an den Börsen niedergeschlagen: Die Märkte spielten verrückt und das trotz einer drohenden Rezession, Inflation auf gefühlter Rekordhöhe am Anfang des Jahres, einer schlechten Regierungsarbeit der Ampel in Berlin und weiterer negativer internationaler Einflüsse. Wir erlebten gerade zum Jahresende, am 05.Dezember 2023, ein Allzeithoch des deutschen Leitindex DAX40 mit 16.533 Punkten. Der bisherige Rekord datierte mit 16.529 Punkten vom Juli dieses Jahres. OK, das waren nur vier Punkte mehr, aber immerhin damit konnte in dieser unruhigen Zeit wirklich keiner rechnen, zumal der DAX40 ja mit 13.992,71 Punkten begann. 19 Prozent Zuwachs in einem Jahr!

Aber wir müssen fairerweise immer betonen, die DAX40 Zuwächse speisen sich in erster Linie aus der Einbeziehung der Dividenden in die Rechnung. Der reine Kursindex des DAX40 liegt aktuell bei 6.610,86 Punkten, dass sind aber immerhin auch 14,94 Prozent mehr als zum Jahresstart mit 5751,58 Punkte. In diesem Jahr konnte der Kursindex ein Jahreshoch mit 6728,42 Punkten verbuchen. 

Und wie sieht es mit unserem NDAC-Clubfonds aus? Wir starteten das Jahr mit 109,71 Euro pro Anteil und liegen nach einer steilen Aufwärtsbewegung bei zuletzt 133,93 Euro oder 23,28 Prozent. Eine ansehnliche Rendite würde ihr Autor sagen. 107,58 Euro war dabei das Minimum und 135,23 Euro das Maximum.

Das zeigt auch, dass wir den DAX40 auf Grund unserer breiten internationalen Aufstellung in der Wertentwicklung hinter uns lassen konnten. Ein Ansporn für das Jahr 2024, es noch besser zu machen.

Was bringt das Jahr 2024?
Zugegeben, wir haben alle keine Glaskugel, die uns die Zukunft voraussagen kann.

Deshalb zu Beginn des Ausblicks acht ziemlich provokante Thesen für das Jahr 2024 von der dänischen SAXO-Bank, einem Online-Brooker.

Dank eines Ölpreises von 150 Dollar gönnen die Saudis sich die Champions-League.

Medikamente gegen Fettleibigkeit bewirken eine weltweite Gesundheitskrise, da viele sich nun noch weniger bewegen.

Die USA läuten mit steuerfreien Staatsanleihen das Ende des Kapitalismus ein.

Deepfake mit generativer KI löst nationale Sicherheitskrise aus.

Defizitäre Länder gründen „Club of Rome“, um neue Bedingungen im Handel zu vereinbaren (die sechs Gründungsländer des ‚Club of Rome‘ sind die USA, das Vereinigte Königreich, Indien, Brasilien, Kanada und Frankreich).

Robert F. Kennedy jr. gewinnt die Präsidentschaftswahl 2024.

Japan freut sich über 7 Prozent Wachstum, die BoJ verliert die Kontrolle über die Zinskurve.

Die Nachfrage nach Luxusgütern bricht ein, nachdem die EU auf den Spuren von Robin Hood wandelt und eine Vermögenssteuer einführt.

Wenn man sich die Thesen der dänischen Bank so anschaut, muss man darüber nachdenken, wie wahrscheinlich und wie dicht sie an der Wahrheit liegen könnten. Übrigens hat die SAXO-Bank ihre Thesen gut begründet. Wir lassen sie hier unkommentiert, obwohl es ihren Autor und wahrscheinlich auch sehr vielen Lesern in den Fingern juckt, diese auseinanderzunehmen.

Aber es gibt auch weniger provokante Voraussagen zum Jahr 2024, die wiederum etwas wahrscheinlicher erscheinen.

Das Börsenjahr 2023 und ein Ausblick auf 2024 Teil 1

Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des NDAC-Anlegerclubs

Das Börsenjahr 2023 ist Vergangenheit. Vor den Weihnachtsfeiertagen und bis nach Mitte Januar schließen die großen Spieler am Markt (Hedgefonds, Banken, Versicherungen usw.) ihre Bücher. Sie handeln nicht mehr. Das führt traditionell dazu, dass die Umsätze an den Märkten sinken. Das bedeutet aber nicht, dass „alles schläft“. Wenn ein außergewöhnliches Ereignis in der Politik oder in der Wirtschaft passiert, das große Veränderungen an den Märkten zur Folge hätte, dann erwachen die Computer getrieben von den programmierten Parametern schon und werden eine entsprechende Reaktion zeigen. Und trotzdem bewegt sich etwas an den Börsen.

Darum können wir in der Folge wie jedes Jahr beobachten, dass vergleichsweise kleine Umsätze die Kurse der Märkte deutlich bewegen. Wir haben es auch wieder in diesem Jahr des Öfteren erlebt, dass sich in einem Forum einige Trader, die große Depots besitzen, verabredet haben. Dann sind sie gezielt in Werte mit geringen Umsätzen gegangen und haben deren Kurse auf gewollte Kauf- oder auch Verkaufskurse gebracht. Dass wird wohl immer so bleiben.

Es ist trotzdem wie üblich Zeit, einmal zurückzuschauen.

Wir hatten ein Jahr voller Verunsicherungen durch die deutsche Politik in Deutschland. Erinnern wir beispielsweise an das völlig verkorkste Heizungsgesetz, dass die Menschen teilweise um den Schlaf brachten. Nur spricht heute keiner mehr von den Wärmepumpen und den damit verbundenen Sanierungen. Erst gehypt und dann verteufelt. So müssen wir das Stück nennen, das Politik und Lobbyverbände im Verbund mit den Boulevardmedien da aufgeführt haben. Mittlerweile hat sich alles wieder beruhigt. Die Bürger warten erst einmal auf die Wärmeplanung durch die Kommunen, um dann zu sehen, was eigentlich für sie in Frage kommt. Und die Wärmepumpenhersteller wie beispielsweise Stiebel Eltron und die Vaillant Gruppe dürfen hoffen, ihre auf Lager produzierten Wärmepumpen dann noch los zu werden. Natürlich auch Viessmann, der Branchenriese brachte den Wirtschaftminister ganz schön ins Schwitzen, als er seine Wärmepumpen-Sparte an Carrier veräußerte, denn das hat jetzt nicht mehr allzu viel mit Deutschland zu tun. Carrier ist ein US-Unternehmen, aber wenigstens kein chinesisches Unternehmen.

Nun könnte man ja denken, die Politik hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und hört auf die fachkundigen Juristen. Aber denkste! Die roten Roben des Bundesverfassungsgerichtes haben ein hartes Urteil zum Haushalt 2021 gefällt und damit die Ampel in Berlin überrascht und damit fast eine Staatskrise ausgelöst. Verfassungsjuristen hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass es äußerst problematisch ist, Gelder, die eigentlich für die Folgen der Bekämpfung der Corona-Pandemie gedacht waren, jetzt plötzlich in den Klimatransformationsfonds umzuwidmen. Die Folgen werden uns noch eine Weile begleiten.

 
 

Denn mit diesem Urteil wackelt die gesamte Klimawende in Deutschland. Und schon dieses Jahr starb plötzlich die Förderung von E-Autokäufen und die Subventionierung des Agrar-Diesels wurde eingestellt. Letzteres versteht nicht einmal der Bundeslandwirtschaftsminister, ein grüner Politiker. Die gegenwärtigen Proteste der Bauern geben bereits jetzt schon einen Vorgeschmack auf das kommende Jahr, denn dann muss noch mehr gespart werden. Wir haben dazu die Rufe der drei Ampelparteien schon vernommen, nur nicht bei meinen Projekten. Die Bürger können ja für unsere verkorkste Politik zahlen.

Auch Europas Zentralbanker in Frankfurt werden da sehr genau hinschauen. Das Ziel der Teuerungsrate von zwei Prozent dürfte damit um eine weitere längere Periode nicht erreichbar sein. Der Wegfall der Subventionen ist das eine, die von den regierenden beschlossenen Erhöhungen der Steuern und Abgaben das andere. Die CO2-Bepreisung hat diese Regierung nicht beschlossen aber die Auswirkung ist heute präsent. Daraus folgt, dass auch die Kommunen ihre Abgaben erhöhen müssen. Und das sind wie gesagt keine Steuern, auf deren Senkung der Bundesfinanzminister immer wieder im Gegenzug hinweist. Das und vieles andere mehr hat unserem Land sehr viel Kaufkraft entzogen. Die Binnennachfrage ist eingebrochen und der Export sowieso. Deutschland ist auf den besten Weg in eine Rezession.

Die EZB hat die Leitzinsen bisher auf 4,5 Prozent erhöht, das heißt Kredite haben sich verteuert, auch Kredite, die die Haushalte des Bundes, der Länder und Kommunen belasten. Deshalb ist die Einhaltung der Schuldenbremse im Grundgesetz verankert und sehr wichtig. Auch wenn es in letzter Zeit geradezu obsolet ist, darauf hinzuweisen, die Verschuldung von heute sind die Steuern von morgen.

Die Ampelregierung lebte und lebt von Kompromissen, deshalb wurden auch im Haushaltsentwurf wieder zwei Hintertürchen geöffnet. Die Schuldenbremse soll im nächsten Jahr weitgehend greifen, nachdem sie vier Jahre in Folge ausgesetzt wurde – mit Ausnahme der Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal und einer weiteren möglichen Eskalation des Krieges in der Ukraine.

Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass die Opposition das Treiben der Ampelregierung nicht tatenlos toleriert und das Bundesverfassungsgericht wird sich die Notlagen auch genau ansehen.

Gilt der Haushaltskompromiss noch?

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Es hat nicht einmal eine Woche gedauert, bis die Ampelpolitiker ihren mühsam errungenen Haushaltskompromiss selbst in Frage stellen. Am Dieselkraftstoff für Bauern scheiden sich als erstes die Geister: Wirtschaftsminister Robert Habeck beharrt darauf, dass die Steuersubvention gestrichen wird; es gehe halt nicht anders. Sein Parteifreund Cem Özdemir hakt sich bei FDP-Chef Christian Lindner unter und schnürt das Sparpaket wieder auf. Und wo ist die SPD? Nun in Gestalt von SPD-Landeschefin Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) springt sie dem Duo bei. Der Kanzler ist isoliert, er hat Corona (fällt aber auch niemandem auf!). Im Ergebnis gibt die Ampel jedenfalls einmal mehr das Bild einer desolaten Geisterfahrertruppe ab: Einer blinkt links, einer blinkt rechts, und wohin der Chef steuert, wenn er denn steuert, weiß keiner so genau. 

Aber wo soll denn nun überall gekürzt werden? 

Die Bauern trifft es am härtesten, sie gehen auch als erstes auf die Straße bzw. fahren und blockieren diese mit dem Traktor. Mit der Abschaffung der Begünstigung in der Kraftfahrzeugsteuer für Forst- und Landwirtschaft und der Abschaffung der Steuerbegünstigung beim Agrardiesel heizt die Ampel auch die Inflation bzw. die wichtige Kerninflation wieder an, denn die Lebensmittelproduzenten werden die jetzt höheren Kosten auf die Verbraucherpreise umlegen. Oder die Bauern geben die Höfe auf und wir importieren unsere Nahrungsmittel komplett aus dem Ausland.

Die Anhebung der Ticketsteuer auf Passagierflüge dürfte wohl der Luftfahrtbranche bzw. den Flughäfen in Deutschland einige Probleme bereiten. Die Reisenden werden auf ausländische Flughäfen ausweichen, sofern sie die Möglichkeit haben.

Die Einführung einer Plastiksteuer für Unternehmen wird die Verbraucherpreise ebenfalls erhöhen (Stichwort: wieder Inflation).

Die Einschaltung des Job-Turbo bei der Arbeitsintegration von Geflüchteten ist ein weiterer, aber ausnahmsweise richtiger Punkt. Nur den gravierenden Fachkräftemangel wird er höchstwahrscheinlich nicht beheben.

Die Streichung des Bürgergeldbonus und Sanktionen für Totalverweigerer ist auch ein richtiger Punkt, sofern die Gerichte mitspielen. Und die sind bekanntlich überlastet.

Eine Verringerung der Programmausgaben im Klima- und Transformationsfonds, z. B. das abrupte Auslaufen der Kaufprämie für E-Autos und gleichzeitiger Erhöhung des CO2-Preises beim Tanken und Heizen (45 Euro statt 40 Euro pro geplanten Tonne CO2) stimmt auch nicht gerade optimistisch. Nur so zum Nachdenken, im Jahr 2022 wurden in Deutschland 657 Millionen Tonnen ausgestoßen, würde bedeuten, Einnahmen von 29.565.000.000 Euro oder Mehreinahmen durch die Erhöhung von 3.285.000.000 Euro. Egal, am Ende landet die Rechnung beim Verbraucher.

Mit dem geplanten 600 Millionen Euro weniger Bundeszuschuss für die Rentenkasse werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr belastet, aber vielleicht auch nicht. Denn durch den Bundeszuschuss werden beispielsweise die Mütterente und der Grundrentenzuschlag finanziert. Unsicherheit gibt es nun auch bei diesem Personenkreis. Aber wenigstens wurden die Pläne zur Aktienrente pardon Generationenkapital nicht fallen gelassen.

Das sind nur einige Punkte aus dem Haushaltsentwurfswunderwerk. Die Liberalen, die sich gern als Brandmauer gegen Steuerhöhungen sehen, sind eingeknickt. Kein Wunder, dass sie Neuwahlen fürchten. Da hilft es auch nicht, dass sie das Dienstwagenprivileg verteidigt haben. Und die SPD will ihr neues bzw. erweitertes Kanzleramt für 800 Millionen auch nicht aufgeben. Aber erstens wird der Betrag erfahrungsgemäß bei weit über einer Milliarde Euro landen und zweitens dürfte die SPD in den nächsten Jahren eh nicht mehr Hausherr in der neuen Regierungszentrale sein.

Und als wäre das alles nicht schlimm genug, sind die Zeiten eines starken Wachstums in Deutschland gerade abgelaufen. Wir kämpfen immer noch gegen eine Rezession. Auch wenn die Regierenden aktuell davon ausgehen, dass die Subventionen für die Chipfabriken von unserem ehemaligem Depotwert TSMC sowie Intel sicher sind, dürfte die wirtschaftliche Lage in Deutschland nicht unbedingt zu weiteren Auslandsinvestitionen anderer Unternehmen zu uns einladen. Dazu müssen sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen erst einmal wieder verbessern.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresende überraschend eingetrübt, dabei gab es die Einzelheiten der katastrophalen Haushaltsbeschlüsse noch gar nicht. Das Ifo-Geschäftsklima sank im Dezember zum Vormonat um 0,8 Punkte auf 86,4 Zähler, teilte das Münchner ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Fachleute hatten mit einem Plus auf 87,8 Punkte gerechnet. Im Oktober und im November hatte es jeweils Anstiege gegeben.

Fondsmanager gehen aber mehrheitlich optimistisch ins kommende Jahr – dies zeigen die jüngsten Ergebnisse einer monatlichen Umfrage. Zwar rechnen die meisten Befragten mit abnehmendem Wirtschaftswachstum, doch erwarten zwei Drittel von ihnen keine Rezession der Weltwirtschaft. Fast 90 Prozent sehen niedrigere Zentralbankzinsen und 60 Prozent niedrigere Anleiherenditen vorher. Das dürfte die Aktienmärkte weiter beflügeln. Entsprechend haben die Befragten ihre Portfolios wieder etwas risikoreicher ausgerichtet, nachdem sie dieses Jahr überwiegend defensiv positioniert waren. Seit Anfang 2022 haben nicht mehr so viele Anlageprofis angegeben, Aktien überzugewichten. Zudem halten die Fondsmanager so wenige Barmittel vor wie zuletzt 2021. Diese Neupositionierung dürfte mitverantwortlich für die herausragende Performance von Aktien und natürlich auch Anleihen in den vergangenen anderthalb Monaten gewesen sein. 

Wir bleiben auch optimistisch für das kommende Jahr.

Nun wünschen wir allen Mitgliedern unseres NDAC´s und Lesern unseres Newsletters „frohe Weihnachten“ sowie einen guten Rutsch in das neue Börsenjahr 2024!

Die glorreichen Sieben Teil II

Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des NDAC-Anlegerclubs
 
Vor kurzem musste ihr Autor, wie viele andere in der EU, bei der Anmeldung zu seinem Facebook-Account entscheiden, ob er ein monatliches Abo zu 10 Euro abschließen möchte, um Facebook werbefrei zu nutzen oder ob er mit Werbung einverstanden ist. Die EU hat Facebook dazu verpflichtet, die werbefreie Nutzung zu ermöglichen. Kritiker warnen davor, dass die Werbeeinnahmen einbrechen konnten. Kritiker haben auch vor zwei Jahren davor gewarnt, als Apple in seinem Betriebssystem Werbung automatisch blockierte und Nutzer nicht als Standard mit unerwünschter Werbung zuschüttete, sondern beispielsweise App-Entwickler dazu zwang, die explizite Zustimmung einzuholen. Wegen der neuen EU-Regel gab es eine kleine Wachstumsdelle bei Facebook, doch inzwischen hat Facebook Wege gefunden, dennoch Werbung zu schalten. Wir können davon ausgehen, dass die erzwungene Abonnement-Lösung für Facebook am Ende sogar ein neues lukratives Geschäftsmodell werden könnte. Schließlich sind die 10 Euro erst einmal nur ein Einstieg und einer weiteren Anpassung steht ja in der Zukunft nichts im Wege. Aber egal wie, Mark Zuckerberg wird einen Weg finden, um auch unter Berücksichtigung der EU-Vorschriften mit Facebook, Instagram und WhatsApp Geld zu verdienen. Und außerdem hat die EU es beschlossen und der Rest der Welt wird sicher den europäischen Bürokraten nicht folgen.
 
Microsoft hat seine ChatGPT in das Office 365 Paket eingebunden. Die Entwicklungskosten dafür waren exorbitant hoch und Kritiker mahnten schon zur Vorsicht. Man weiß ja nie, ob sich die Entwicklungskosten amortisieren bzw. auch in Gewinne münden. Nun ja, auch hier haben die vielen Anwender, die mit der KI arbeiten, einen Nutzen, auch wenn er derzeit für den einzelnen noch überschaubar ist. Und sie werden ein paar Euro mehr ausgeben, wenn sie dadurch Arbeitserleichterungen erzielen können. Wir stehen ja erst am Anfang der KI-Revolution. Aber natürlich darf Microsoft eben den Bogen nicht überspannen, das Gleiche gilt übrigens auch für Facebook/ Meta.
 
Nvidia hat ein Problem mit dem Weißen Haus. Wir erinnern uns, die US-Regierung hat immer wieder Nvidia-Chips für den Export nach China gesperrt. Da China einer der größten Absatzmärkte von Nvidia ist, haben diese Meldungen den Kurs der Aktie nach unten gedrückt. Doch inzwischen hat sich gezeigt, dass die Chips, die nicht nach China gehen, Nvidia in den USA und in anderen Ländern buchstäblich aus den Händen gerissen werden. Nvidia überlegt nicht, wie viele Graphikchips die Absatzzahlen beeinflussen können, sondern wie viele produziert werden müssen bzw. können, um den weltweit steigenden Bedarf zu decken. Und die Sanktionen der USA gegen das Reich der Mitte werden auch beim Treffen im Rahmen des APEC-Treffens zwischen den beiden Präsidenten Biden und XI zur Sprache kommen. Und sollte es in der Folge der Gespräche zu einer Entspannung kommen, dann dürften die Absatzzahlen von Nvidia sprunghaft durch die Decke gehen, denn China hat einen großen Nachholbedarf.
 

Und als letzte der Glorreichen 7 steht der E-Autobauer Tesla im Feuer der Kritik. Was wurden da nicht alles für kritische Bemerkungen in den Medien veröffentlicht. Angefangen von dem vermeintlich verrückten Gründer und CEO Elon Musk über die vermeintlich minderwertige Qualität der Autos bis hin zur Überlegenheit der etablierten Autobauer. Derweil fährt Musk die Produktion an allen Standorten weiter hoch und wenn es mal wieder eine Hiobsbotschaft von Tesla gibt, dann die, dass das Wachstum nicht ganz so hoch war wie erwartet. Von solchen Problemen träumen unsere immer noch nicht ganz aufgewachten Autobauer hierzulande, die jedes verkaufte Elektroauto subventionieren müssen.

Die Argumente der Kritiker an den Glorreichen 7 sind intelligent und berechtigt und damit nicht vom Tisch zu wischen. Die Aktien der kritisierten Unternehmen haben trotzdem 40 bis 224 Prozent zugelegt. Wenn die inhaltlichen Argumente nicht mehr ziehen, kommen weitere Pauschalkritiken zum Vorschein: Die Bewertung sei zu hoch, oder, wenn alles nicht hilft, das könne so ja nicht ewig weitergehen. Mit dem grenzenlosen Wachstum ist es bald vorbei. 

Witzigerweise gab es genau diese Argumente immer wieder in der Vergangenheit, beispielsweise im September vergangenen Jahres. Und was ist passiert? Die Wachstumswerte wachsen weiter. Ok, zugegeben, es gab eine Delle, wie bereits festgestellt. Aber aufs Jahr gerechnet wurde die Wachstumsdelle mehr als ausgeglichen.

Bleiben wir also dabei, denn erfolgreiche Aktieninvestments macht machen Anleger meistens dann, wenn sie gegen den Mainstream schwimmen. Und für alle die, die aus den in den Medien veröffentlichten Gründen sich verunsichern ließen, haben wir ein Trostpflaster: Irgendwann kommt eine erneute Wachstumsschwäche und dann heißt es zugreifen.

Zwei erwartete Zinsentscheidungen zum Jahresschluss und der DAX40 steigt auf neues Allzeithoch

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Es ist bald Weihnachten, da wollten die Fed und die EZB die Märkte nicht enttäuschen und das mussten sie wohl auch nicht.

Die US-Notenbank hat den Leitzins auf der letzten Sitzung im laufenden Jahr konstant gehalten. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beschlossen, den geldpolitischen Schlüsselsatz in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent zu belassen. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken Zentralbankgeld leihen. Es ist der höchste Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Finanzmärkte hatten mit dieser erneuten Pause gerechnet.

Nach teils aggressiven Zinsschritten nach oben halten die Währungshüter nunmehr bereits die dritte Sitzung in Folge die Füße still. Sie signalisieren in ihrem Zinsausblick für 2024 zugleich, dass es im Laufe des nächsten Jahres mit dem geldpolitischen Schlüsselsatz nach unten gehen dürfte – und zwar um 0,75 Prozentpunkte. Die Entscheider der Fed rechnen nun für kommendes Jahr im Mittel mit einem Leitzins von 4,6 Prozent. Damit können die Märkte nun planen, wie sie sich positionieren. Kurzfristig gehen Experten jetzt davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft die Wirtschaft nun zusätzlich ankurbeln könnte.

Und auch die Europäische Zentralbank lässt im Schlepptau der Fed die Zinsen im Euroraum zum zweiten Mal in Folge unverändert. Der Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der Notenbank besorgen können, bleibt nach einer Entscheidung des EZB-Rates bei 4,5 Prozent. Die Inflation im gemeinsamen Währungsraum schwächte sich zuletzt überraschend deutlich ab. Zugleich wachsen die Sorgen um die Konjunktur. Viele Volkswirte rechnen damit, dass auch die Euro-Währungshüter die Zinsen im kommenden Jahr senken werden. EZB-Präsidentin Lagarde warnte jüngst aber davor, bereits den Sieg über die Inflation auszurufen. Und Recht hat sie, die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung machen Energie wieder teurer und das ungebremst, da wird die Inflation sicher neue Freudensprünge machen.

Der deutsche Leitindex überspringt die Marke von 17.000 Punkten und markiert ein neues Allzeithoch bei 17.003,28 Punkten. Dabei beruht der Kursanstieg vor allem auf Hoffnungen, nicht auf etwa guten Unternehmensmeldungen. So hoffen die Märkte auf die erwarteten Zinssenkungen, möglichst noch ein wenig mehr als angekündigt und die Lösung aller Probleme. Weihnachten passt zur Hoffnung an dem Märkten.  

Haben Sie Ihre Geschenke schon zusammen? In diesen Tagen läuft das Weihnachtsgeschäft, die für den Einzelhandel wichtigste und mit Abstand umsatzstärkste Zeit des Jahres, auf vollen Touren. An Spitzentagen werden in Deutschland bis zu 20 Millionen Pakete ausgeliefert. Während die Deutschen etwas zurückhaltender sind, wollen die Amerikaner deutlich mehr ausgeben als im vergangenen Jahr. Unser Depotwert Amazon ist ein maßgeblicher Profiteur des vorweihnachtlichen Shopping-Booms und übertrifft bei den ausgelieferten Paketen mittlerweile sowohl UPS als auch FedEx. Der US-Konzern ist bekanntlich jedoch weit mehr als nur das größte Online-Kaufhaus der Welt. Wie wir wissen, der Gigant ist auch in vielen anderen Bereichen glänzend aufgestellt. Für das Gesamtjahr 2023 erwarten Analysten einen Umsatzanstieg um 11 Prozent auf den neuen Rekordwert von 570,66 Milliarden Dollar. Beim Gewinn wird das Rekordergebnis von 2021 voraussichtlich nicht erreicht werden. Nach einem Verlust im Vorjahr prognostizieren Analysten aber ein Ergebnis in Höhe von 2,67 Dollar je Aktie. Aber jetzt könnte es noch einen Schub geben, denn wie gesagt, die Zinsen steigen nicht mehr und die Inflation ist in den USA auch wieder erträglich geworden. 

Und noch etwas wurde erwartet. Die Ampel-Männer haben sich in dieser Woche geeinigt. Nach tagelangen Verhandlungen haben die Spitzen der Ampel-Koalition eine Einigung über den Bundeshaushalt für 2024 erzielt. Sie wollen nach Angaben von Bundeskanzler Scholz an ihren zentralen Zielen festhalten, sehen sich aber nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts zu Kürzungen und Einsparungen gezwungen. “Die machen wir nicht gerne, klar, sie sind aber nötig, damit wir mit dem Geld, was uns zur Verfügung steht, hinkommen”, sagte Scholz.

Da klingt es fast schon wie erwartet, wenn die Ampel sich wiederum ein Hintertürchen bei der Einhaltung der Schuldenbremse für 2024 offenhält. Natürlich möchte man die Schuldenbremse einhalten. Aber: “Sollte sich die Situation durch Russlands Krieg gegen die Ukraine verschärfen, etwa weil die Lage an der Front sich verschlechtert, weil andere Unterstützer ihre Ukraine Hilfe zurückfahren oder weil die Bedrohung für Deutschland und Europa weiter zunimmt, werden wir darauf reagieren müssen”, sagte Scholz. Und warum sind dann die lang und viel diskutierten sowie von der Ukraine sehnlichst erwarteten Taurus-Marschflugkörper noch nicht geliefert?  Das würde der ukrainischen Armee helfen, ihre Heimat besser zu verteidigen und vielleicht auch den russischen Invasoren ihre Grenzen aufzeigen. Nur die Zustimmung von Scholz fehlt noch.

Das Schulden, oder wie es im betriebswirtschaftlichen Deutsch korrekt heißt Verbindlichkeiten nicht gerade sexy sind, weiß auch unser neuer Depotwert Walgreens, denn der Konzern hat derzeit mit einem hohen Schuldenberg zu kämpfen. Erst am Montag senkte die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit des Unternehmens in den spekulativen Bereich – also auf sogenanntes “Ramschniveau”. Das erschwert die Aufnahme von Krediten enorm. Das Unternehmen habe frühe Gespräche zur Abspaltung der britischen Drogeriekette Boots geführt, die mit rund 7 Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Euro) bewertet werden könnte, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Quellen. Zu den Möglichkeiten gehörte unter anderem ein Börsengang in London. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass solche Gespräche nicht kommentiert werden. Sollte es wirklich zu einem Börsengang kommen, werden wir wohl als Altaktionäre die neuen Aktien mit einem Abschlag angeboten bekommen. Ob wir dann zugreifen, hängt von der dann herrschenden Situation bei unserem Depotwert und an den Märkten sowie von den Bedingungen ab.

Die glorreichen Sieben Teil I

Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des NDAC-Anlegerclubs
 
Ja, viele kennen ihn noch, den beeindruckenden Film, der in manchen Matineen noch gezeigt wird. Im Western-Klassiker „Die glorreichen Sieben“ (Originaltitel: „The Magnificent Seven“) kämpfen coole Revolvermänner für die gute Sache und helfen einem mexikanischen Dorf gegen eine Banditenbande. Ehe wir jetzt wild romantisch abschweifen und in Filmerinnerungen schwelgen, schauen wir lieber die heutigen Magnificent Seven an. Denn es gibt sie auch heute noch und zwar an den Aktienmärkten. 
 
An der Börse lehren sieben Super-Aktien den fast übermächtigen Bären als Bullen das Fürchten und sorgen mit dafür, dass 2023 ein starkes Börsenjahr ist. Die Magnificent 7 heißen heute Apple, Nvidia, Alphabet, Meta, Amazon, Tesla und Microsoft. Und sind nebenbei gesagt, auch in unserem NDAC-Clubfonds vertreten.
 
Die Chancen, dass die Magnificent 7 auch in den kommenden Monaten den Markt nach oben ziehen, stehen nach Einschätzungen der Finanzexperten mehr als gut. Denn trotz der hohen Bewertung knackte Apple im Laufe der vergangenen fünf Jahre den Börsenwert von zuerst ein-, dann den zwei- und schließlich den drei-Billionen-Dollar und auch Microsoft und Alphabet faszinieren die meisten Börsianer. Und um es mit Loriot zu sagen, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr überall gefeiert wird: Ein Leben ohne die Magnificent 7 ist möglich, aber sinnlos (zugegeben etwas frei zitiert, sorry Vico von Bülow).
 
Wer im Oktober des vergangenen Jahres, also im Tief der 2022er-Baisse, keine Technologieaktie im Portfolio hatte, hinkte mit seiner Performance den großen Indizes hinterher.
 
Sieben US-Giganten stehen wieder einmal für die Erkenntnis “the winner takes it all”. Mit einer Marktkapitalisierung von meist jeweils über einer Billionen Dollar haben die folgenden sieben Tech-Giganten einen entscheidenden Anteil an der Performance des S&P 500 seit Jahresbeginn: Alphabet +47 Prozent, Amazon +64 Prozent, Apple +40 Prozent, Meta +166 Prozent, Microsoft +50 Prozent, Nvidia +224 Prozent und Tesla +88 Prozent.
 
Wer sich nicht sonderlich intensiv mit seinem Aktiendepot beschäftigt, hat ein paar dieser Aktien vielleicht seit einigen Jahren im eigenen Depot liegen. Doch diejenigen, die regelmäßig aktiv in die Portfoliostruktur eingreifen, haben die Aktien vermutlich inzwischen verkauft. Gründe gab es ja genug in der Vergangenheit.
 
Sind die Aktien nun noch ein Kauf oder sollten Anleger warten, bis Rücksetzer eine günstige Nachkaufgelegenheit offerieren?
 

Um das zu beurteilen, müssen wir uns die kritischen Anmerkungen an den jeweiligen Aktien anschauen. Denn die Rallye, die im Oktober vor einem Jahr startete, endete abrupt im Frühjahr. Seither konsolidiert der Aktienmarkt. Es steht eine Fortsetzung der pausierten Rallye als Jahresendrallye zur Diskussion und die Wahrscheinlichkeit ist als groß einzuschätzen, dass Anleger ohne diese sieben Aktien erneut schlechter abschneiden werden als der Gesamtmarkt.

Vor Alphabet wird seit Monaten gewarnt, weil das Unternehmen zwei Kartellverfahren bezüglich einer möglichen Monopolstellung bei der Online-Suche sowie bei der IT für Online-Werbebuchungen am Laufen hat. Kartellstrafen würden einhergehen mit der Notwendigkeit, Unternehmensteile auszugliedern. Kritiker reden dann schnell von einer möglichen Zerschlagung des Konzerns, was Anleger nicht so gern sehen. Aber wir hatten schon öfters darauf hingewiesen, dass die Einzelteile des Konzerns höchstwahrscheinlich nach dem ersten Schock höher bewertet werden als der Gesamtkonzern. Eventuelle Kartellstrafen sind auch nicht das Problem bei einem Umsatz von rund 76,4 Milliarden Dollar der Google Services und der Google Cloud allein im dritten Quartal 2023.

Der weltgrößte Online-Versandhandel Amazon hat zu Corona-Zeiten einen zusätzlichen Personalbestand von über einer Million Mitarbeiter aufgebaut. Nach Pandemieende befürchten Kritiker nun, dass die Kosten für die hohe Mitarbeiterzahl auf den Gewinn schlagen. Massenentlassungen bei Amazon sind ausgeblieben, stattdessen baut der Konzern seine Lieferflotte aus und lehrt damit den Paketdiensten das Fürchten. Auch die immer wieder beschworenen Rezessionsängste führen bei Preisvergleichen dazu, dass die Kunden immer öfter beim Versandriesen Amazon landen. Apple werden Schwierigkeiten im Chinageschäft angelastet (Verkaufsverbote, nachlassende Dynamik in der chinesischen Wirtschaft könnten zum sinkenden Absatz führen etc.). Trotzdem bleibt der iPhone-Absatz in China sehr groß, vor den Apple-Läden gibt es lange Schlangen und selbst wenn beispielsweise ein Lockdown in China zu Umsatzeinbußen führte, konnte dies anderswo in der Welt kompensiert werden. Nun heißt es, dass iPhone 15 sei nur eine kleine Weiterentwicklung und werde die Begeisterung für iPhones nicht aufrechterhalten. Warum gibt es dann Wartezeiten bei der Bestellung des neuen Modells? Und selbst die alten sowie Auslaufmodelle gibt es nur sehr selten zu günstigen Preisen. Die Vormachtstellung des iPhones ist also weiter ungebrochen.