Was ist ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto ist kein Finanzprodukt für den Vermögensaufbau. Es dient dazu, einen gewissen Geldbetrag für Notfälle sowie kurzfristige Ansparungen wie Urlaub zurückzulegen. Das Geld ist täglich verfügbar. Kontoüberziehungen, Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge sind nicht gestattet, denn es ist kein Konto für den Zahlungsverkehr. Dafür gibt es das Girokonto. Tagesgeldkunden haben keine gesetzlichen oder vereinbarten Kündigungsfristen oder Laufzeiten zu beachten, wie sie bei Spar- sowie Festgeldern üblich sind. Somit können bei Verfügungen keine Vorschusszinsen anfallen. Die meisten Tagesgeldkonten funktionieren über Referenzkonten, in der Regel Girokonten. Direktes Abheben vom Tagesgeldkonto ist dann nicht möglich. Kreditinstitute müssen Tagesgeldeinlagen kurzfristig zur Verfügung stellen können. Aus diesem Grund ist die niedrige Verzinsung eines Tagesgeldkontos gerechtfertigt.

Die Jagd nach den höchsten Tagesgeldzinsen

Mit dem Tagesgeldkontogeschäft ist etwas Seltsames passiert: Das allgemeine Niedrigzinsumfeld hat das Tagesgeldkonto künstlich attraktiv gemacht, weil die Zinsen dort manchmal etwas höher liegen als bei Spar- und Festgeldeinlagen. Mit einem Haken allerdings: nur für ein paar Wochen und meistens nur für Neukunden. Das Tagesgeld- bzw. Zins-Hopping entstand. Dahinter steckt die absurde Jagd einiger Sparer nach den Tagesgeldkonten mit den höchsten Zinsen. Absurd, weil standardmäßig Spar- oder Festgeldkonten höhere Zinsen bieten müssten als Tagesgeldkonten. Schließlich kann die Bank mit diesen Einlagen längerfristiger planen. Auch deshalb gilt: Die Zinsen beim Tagesgeldvergleich sollten beachtet werden. Warum bieten Banken derartige Lockangebote für Tagesgeldkonten? Die Antwort ist, dass sie neue Kunden an sich binden möchten, um mit ihnen andere gewinnbringende Geschäfte zu machen. Dazu gehören beispielsweise Kredite. Die Banken setzen bei ihrer Geschäftspraktik darauf, dass der Kunde zu träge ist oder schlichtweg vergisst, das Tagesgeldkonto nach Ablauf der Zinsbindung wieder zu wechseln. Ein nicht zu unterschätzender Gewinn für die Kreditinstitute ist auch der Zugang zu den neuen Kundendaten, die auch bei ehemaligen Kunden einen nicht unwesentlichen Wert behalten. Für die Banken ist es in jedem Fall ein lohnendes Geschäftsmodell, weil ihnen die Verwaltung von Tagesgeldkonten praktisch keine Kosten verursacht. Eigentlich gibt es keine Gebühren beim Tagesgeld – oder doch? In jedem Fall sollten die Konditionen vor der Kontoeröffnung überprüft werden, damit eine Gebührenfalle vermieden wird. Häufig sind es nicht deutsche, sondern europäische Banken, die die höchsten Tagesgeldzinsen bieten. Hierbei ist zu beachten, dass die Einlagensicherung beim Tagesgeldvergleich zu kontrollieren ist, um ein höheres Anlagerisiko zu meiden. Denn europäische Banken bieten seltener eine freiwillige sowie ebenso zuverlässige Einlagensicherung wie deutsche Geldinstitute. Ein guter Tipp ist, das Bankrating beim Tagesgeldvergleich nicht zu vergessen, denn das Geld bei einer Bank mit schlechter Bonität zu deponieren, kann schlecht ausgehen.

Lohnt sich Tagesgeldsparen?

Leider nein: Seit dem Jahr 2012 ist die durchschnittliche Tagesgeldverzinsung im Abwärtstrend. Im Januar 2012 gab es für 5.000 Euro noch einen Zinssatz von 2,1 % im Jahr. Die Zinsen rutschten bis zum Januar 2017 auf nur noch jährliche 0,23 %. Nimmt man die Inflationsrate mit in die Betrachtung hinein, verändern sich die Zahlen wie folgt: Im Jahr 2012 betrug die Inflation rund 2 %. Hatten Sie beispielsweise 5.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto deponiert, konnten Sie unter Berücksichtigung der Inflation 0, 1 % der Zinszahlung (2,1 minus 2) als Vermögensplus verbuchen. Das sind 5 Euro. 2017 betrug die Inflation 1,8 %. Bei einer Verzinsung von 0,23 % haben Sie unter Berücksichtigung der Inflationsrate ein Minus von 1,57 % (1,8 minus 0,23). Das ist bei 5.000 Euro ein Geldwertverlust von 78,50 Euro.

Der NDACinvest hatte 2012 ein Jahresplus von 6,86 %. Bei 5.000 Euro war demnach der mit der Inflation berücksichtigte Zinszuwachs 4,86 % (6,86 minus 2). Das ergab im Jahr 2012 einen Zugewinn von 243 Euro. 2017 betrug der Wertzuwachs 12,18 %. Abzüglich der Inflationsrate gab es somit 10,38 % (12,18 minus 1,8), also 519 Euro Gewinn. Beurteilen Sie selbst.

Nun kann man einwenden, dass ein Aktienfonds niemals unabhängig von der Börse zu betrachten ist. Selbst der beste Aktienfonds leidet, wenn es dort zu Kursabschlägen kommt. So haben Sie möglicherweise beobachtet, dass in manchen Monaten oder Jahren eine negative Wertentwicklung stattfand. Eine starke Performance in einem Jahr wird somit durch eine schwache Performance in einem anderen Jahr reduziert. Diese Volatilität ist grundsätzlich nichts Schlimmes, denn es kommt auf die Langzeitentwicklung an. Es ist belegt, dass Aktien sowie Aktienfonds eine durchschnittliche positive Performance von etwa 8 % im Jahr vorweisen.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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