Wasserstoff – Eine Jahrhundertchance?

Teil 2

Wasserstoff – Die große Hoffnung der Energiewende 

Wir müssen bei der Betrachtung der Wasserstoff/Brennstoffzellen-Aktien etwas vorausschicken. Wie so oft an der Börse gibt es solide Investitionsmöglichkeiten, die bei überschaubaren Risiken sehr solide Renditen und Kursgewinne abwerfen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, zu zocken und damit, wenn die Spekulation aufgeht, sehr hohe Renditen einzufahren.

Da es auch um milliardenschwere Subventionen geht, wird ähnlich wie damals am Neuen Markt gezockt und alles, was irgendwie nach Wasserstoff und Brennstoffzellen aussieht, gekauft.

Nur um ein Beispiel zu zeigen, schauen wir uns das Unternehmen Powercell aus Schweden an: Mit 47 Mitarbeitern (2019) und einem geschätzten Jahresumsatz in 2020 von ca. 11 Millionen Euro ist dieses Unternehmen an der Börse zeitweise mehr als 1,4 Milliarden Euro wert. Wow, da werden wirklich Erinnerungen wach… Dazu kommt noch, dass das Papier auch noch Bestandteil verschiedener Indizes und ETF`s ist.

Bitte nicht falsch verstehen, es ist durchaus möglich, dass den Schweden ein entscheidender technologischer Durchbruch gelingt, aber im Augenblick halten wir die Aktie für stark überbewertet.

Wir möchten uns bei unserer Betrachtung auf Bekanntes konzentrieren und fangen einmal im heimatlichen Terrain an.

Linde

Wir haben die Aktie des Weltmarktführers für Industriegase Linde schon einige Male vorgestellt und es ist kein Wunder, dass Linde auch im Wasserstoffbereich eine führende Position einnimmt. Der Konzern besitzt das notwendige Know-how und noch wichtiger ist die Lizenz, um Wasserstoff in Tanks flüssig zu halten. Am Münchner Flughafen betreibt Linde eine Wasserstofftankstelle.

Nun darf der Konzern vier H2-Tankstellen in Chungnam (Südkorea) errichten und betreiben – das Land, dass sich bisher am eindeutigsten zu Wasserstoff bekannt hat – und bis 2040 1.200 H2-Tankstellen bauen und 6,2 Millionen Brennstoffzellenautos auf die Straße bringen möchte. Linde hat dafür mit Korea Expressway einen Vertrag für 15 Jahre geschlossen. Ende 2020 sollen die neuen H2-Tankstellen den Betrieb aufnehmen.

 ElringKlinger 

 „Für die Brennstoffzelle braucht es nur Wasserstoff. Die Energie aus Sonne und Wind zur Herstellung steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Außerdem dauert die Betankung nur ein paar Minuten“, so der Vorstandschef des deutschen Automobilzulieferers ElringKlinger Stefan Wolf. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Ladeinfrastruktur in das bestehende Tankstellennetz integriert werden kann. Mit steigender Produktion würden zudem die Kosten der heute noch teuren Technologie deutlich sinken.

Der schwäbische Automobilzulieferer ElringKlinger aus Dettingen ist seit rund 20 Jahren in der Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen tätig und tritt am Markt sowohl als System- als auch als Komponentenlieferant auf. 

Der neueste große Erfolg für ElringKlinger ist die Entwicklung von neuen Brennstoffzellenstacks für den Antrieb von Bussen. Die Stacks haben im Rahmen des europäischen Förderprojekts “GiantLeap” hervorragende Resultate erzielt.

Linde und ElringKlinger dürfen wohl sehr viele Subventionsgelder aus dem Topf von Forschungsministerin Anja Karliczek erhalten. Sie haben ein grundsolides Geschäftsmodell und sind beide auf Zukunftsterrain innovativ tätig.

Air Liquide

Das französische Pendant zu Linde ist Air Liquide. Dabei handelt es um einen international präsenten Hersteller von Industriegasen und flüssigen Gasen für Anwendungen in der Medizin. Die Gase, wie z.B. Oxygen, Nitrogen, Argon und Hydrogen werden in der Öl- und Stahlverarbeitung, in der Papier- und Glasherstellung, im Gesundheitswesen sowie der Halbleiter- und der Photovoltaik-Industrie verwendet. 

Die neueste Meldung, die über den Ticker lief besagt, Air Liquide gründet gemeinsam mit dem Autobauer Daimler, dem französischen Mineralunternehmen Total, dem weltweit größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen Shell und den österreichischen Öl- und Gasunternehmen OMV (auch ein NDAC- Wert!) sowie Linde, das Unternehmen H2 Mobility Deutschland für den Ausbau eines Wassertankstellennetzes.

Wir sehen an dieser etwas seltsam anmutenden Kooperation von teilweise harten Konkurrenten, dass die Zukunft in Richtung Brennstoffzelle und Wasserstoff steigt. Der Green Deal der EU zwingt zu neuer Zusammenarbeit.

Ballard Power Systems

Abschließen möchten wir mit dem Weltmarktführer Ballard Power Systems Inc. Dieser ist ein kanadischer Hersteller von Brennstoffzellen mit Sitz in Burnaby bei Vancouver. Es produziert Brennstoffzellen vor allem für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und Schiffe. Auch im Automobilsektor ist das bereits vor fast 40 Jahren gegründete kanadische Unternehmen aktiv. So arbeitet z.B. die Volkswagen-Tochter Audi beim h-tron mit Ballard Power zusammen, einem Konzeptauto, das rein elektrisch mit Wasserstoff als Energiequelle fährt und in vier Minuten vollgetankt ist.

Ballard verfügt über zahlreiche wichtige Patente ,beispielsweise zur Substitution von Platin, das die Produktion von Brennstoffzellen bisher noch recht teuer macht.

Und ein wichtiger Aspekt ist auch, dass der Konzern bereits die Gewinnschwelle im Bereich Wasserstoff / Brennstoffzelle tangiert.

Fazit:

Wasserstoff wird als Energieträger immer wichtiger und deshalb hat die Bundesregierung die Subventionen für den Kampf um die Weltmarktführerschaft beschlossen. Ob sich der Traum erfüllt, wird die Zukunft zeigen.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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