Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Quartalsberichterstattung startet

Mitte April wird der Startschuss ertönen und das erste Quartal 2020 abgerechnet und die Kapitalgesellschaften öffnen weltweit ihre Bücher und werden versuchen, Prognosen für das laufende Geschäftsjahr abzugeben. Nun ist das mit den Prognosen schon ziemlich kompliziert, selbst in normalen Zeiten. Aber die Zeiten sind nicht mehr normal, seit COVID19 die Welt und die Weltwirtschaft lahmlegte. Das gesellschaftliche Leben ruht weiterhin, wie wir über Ostern auch spüren konnten. Und die Wirtschaft ist in Europa und den USA am Boden, selbst wenn wir in China  bereits ein Hochfahren der Produktion erleben.

Auf was müssen wir uns einstellen?

Geradezu Historisches hat sich im ersten Quartal am US-Aktienmarkt zugetragen. Immerhin 124 Jahre hat der Dow Jones mittlerweile auf dem Buckel. Aber noch nie büßte das Aktienbarometer in einem ersten Quartal so kräftig ein wie zuletzt mit gut 23 Prozent. Zugleich war es das schwächste Quartalsergebnis seit Ende 1987.

Und auch unser Dax musste den stärksten März-Rückgang in seiner Historie verkraften, wir haben darüber bereits ausführlich berichtet.

Ebenso dynamisch ging es wieder Richtung Norden, in der vorösterlichen Woche verzeichnete der S&P 500 den schnellsten dreitägigen Anstieg seit den 1930er-Jahren und auch der DAX nahm wieder die Richtung nach oben auf und machte einen erheblichen Teil der Verluste wieder wett.

Die Märkte haben mit den Abschlägen (S&P rund 25 Prozent und DAX rund 30 Prozent) die zahlreichen schlechten Daten bereits bewertet und eingepreist, so dass wir davon ausgehen können, das es zu solch einem „Börsenmassaker“ nach der Veröffentlichung der Unternehmenszahlen und ersten korrigierten Prognosen für 2020 nicht mehr kommen wird, auch wenn es zu einigen berechtigten Enttäuschungen kommen wird. 

Die Berichtssaison mit den Quartalszahlen der US-Firmen wird einen ersten Vorgeschmack darauf geben, wie kräftig der Rückschlag ausfallen könnte. Aufgrund der zahlreichen einkassierten Aktienrückkaufprogramme fällt am Markt ein wichtiger Käufer bereits weg.  Wie wir schon einmal festgestellt haben, waren die Aktienrückkaufprogramme  speziell in den USA ein wesentlicher Treiber bei der Steigerung der Börsenkurse in den letzten Jahren.

Wie in den USA streichen oder kürzen auch hierzulande immer mehr Firmen (wohlgemerkt nicht alle!) ihre Dividendenzahlungen, um wenigstens die Verluste halbwegs ausgleichen zu können. Im günstigsten Fall werden die 160 in der Dax-Familie enthaltenen Unternehmen in diesem Jahr 14 Prozent weniger ausschütten als im Vorjahr. Die Sicherung der Liquidität hat in diesen unsicheren Zeiten eindeutig Vorrang. Aufgrund der enormen Unsicherheit kassieren zahlreiche Firmen auch ihre Prognosen, was eine fundamentale Beurteilung durch Analysten nahezu unmöglich macht.

Es wird trotz der speziellen Kurzarbeitsregelung in Deutschland und wohl auch bald in der EU zu  einem Arbeitsplatzabbau kommen (müssen). Die USA haben keine Kurzarbeitsregelung. Hier bricht mit jeder Entlassung ein Stück Nachfrage weg. Damit zeichnet sich ein katastrophaler Wirtschaftseinbruch ab, denn auf den privaten Verbrauch entfallen rund zwei Drittel des US- BIP. Und das ausgerechnet im Wahljahr…

Und noch etwas ist entscheidend für die Märkte in diesem Jahr. Die Notenbanken haben schnell und richtig reagiert, an der notwendigen Liquidität fehlt es nicht. Nur wohin mit dem vielen Geld? An den Finanzmärkten steigt nach Einschätzung der Beteiligten der Anlagenotstand. Der größte Teil fließt in Anlagen, das Wenigste kommt in der Realwirtschaft an. (Hatten wir schon einmal in der jüngsten Vergangenheit: Finanzkrise 2008/09!)

Für uns Anleger kann das nur gut sein, wenn schon die Dividende ausfällt oder gekürzt wird, können wir nicht noch einen Bärenmarkt gebrauchen. Nach den US- Börsen haben wir auch bei der DAX- Familie wieder eine Abkehr vom Bärenmarkt zu verzeichnen.

Wie könnte es weiter gehen?

Eine „V“-förmige Erholung der Konjunktur und der Aktienmärkte stellt sich zunehmend als großes Wunschdenken heraus. Bärenmärkte in einer Rezessionsphase dauern länger an als normale Abschwungphasen, die nicht in einer Rezession ablaufen.

Eine Hoffnung kristallisiert sich immer mehr heraus: An den Börsen wird die Zukunft auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten gehandelt. Und da überall auf der Welt geforscht wird, stehen die Chancen für die Menschheit recht gut, dass es einen Impfstoff sowie Medikamente gegen das COVID19- Virus geben wird.

Und genau da setzen unsere  Wirtschaftsweisen an und haben ihre Wachstumsprognosen für 2021 richtigerweise  hoch angesetzt.

Für uns als Anleger ist es wichtig, die Zeit der günstigen Kurse zu nutzen, um zurück gekommene Substanzwerte mit gesicherten und bewährten Geschäftsmodellen zu einzusammeln.

Unser Angebot mit einer kleinen Belohnung für neues Kapital durch unsere NDAC- Anleger gilt weiterhin, denn schließlich halten wir es auch mit der alten Börsenweisheit „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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