Megatrend Grüne Aktien

Teil 3 – Windenergie –

Eine weitere Größe im künftigen Energiemix stellt die Windkraft dar. Allerdings lässt sich heute schon feststellen, dass es gegen die „Verspargelung“ der Landschaft mit Windkrafträdern erheblichen Widerstand gibt. Und hier nicht nur durch die lärmgeplagten und die Verschandelung der Landschaft fürchtenden Anwohner, sondern auch durch Naturschützer, speziell der Ornithologen. Ausgerechnet ein Teil der ökologischen Bewegung kämpft berechtigt gegen den anderen Teil. Wie paradox…

Aber uns interessiert der wirtschaftliche Aspekt. Als Beispiel dazu ein Wertpapier aus dem Sektor.

Vestas Wind Systems

Lange ist es her, dass Windenergie-Aktien zu den Lieblingen der Anleger zählten. Viele Anleger haben die Aktien heute nicht mehr auf dem Schirm. Ganz abschreiben sollten Anleger diese aber nicht, wie die starke Kursentwicklung des Marktführers Vestas Wind zeigt.

Der seit August 2019 von CEO Hendrik Anderson geführte dänische Konzern Vestas Wind Systems A/S (kurz: Vestas) wurde bereits 1945 gegründet und hat seinen Sitz in Aarhus. Vestas ist der nach Umsatz und installierter Kapazität weltgrößte Hersteller von Windkraftanlagen. Der Umsatz betrug lt. Geschäftsbericht 2019 12,1 Milliarden Euro.  Die Gesamtinvestitionen beliefen sich 2019 auf 729 Millionen Euro.  

Der insgesamt schwache Gesamtmarkt konnte der Aktie von Vestas Wind Systems 2019 überhaupt nichts anhaben, denn das operative Ergebnis ist 2019 um 5 Prozent auf knapp über 1,004 Mrd. Euro angestiegen (2018: 959 Millionen Euro). Das Volumen des kombinierten Auftragsbestandes (Windenergieanlagen + Service) kletterte 2019 gegenüber 2018 um 30 Prozent auf rd. 34 Mrd. Euro. Insgesamt lag der Auftragsbestand mit 20.974 MW Windkraftleistung am Ende des Jahres um 34 Prozent höher als 2018 (15.646 MW).

Lange Zeit (2004 -2014) zahlte der Konzern keine Dividende an seine Aktionäre. Die Dividendenzahlungen begannen 2015. Für 2019 wurde eine Gewinnbeteiligung der Aktionäre in Höhe von 7,93 DDK ausgeschüttet (2018: 7,44 DDK).

Für das laufende Jahr erwartete Vesta einen Umsatz zwischen 14 und 15 Mrd. Euro, einschließlich der Serviceerlöse, die voraussichtlich um ca. 7 Prozent steigen werden. Das war vor Corona. Die Prognose wurde gecancelt.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2020 konnte Vestas Wind Systems den Unternehmensumsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 29 Prozent auf knapp 2,24 Mrd. Euro steigern.

Der Auftragseingang belief sich auf 3.311 Megawatt (MW), der Auftragsbestand für Windkraftanlagen auf 15,9 Mrd. Euro. Zusätzlich zum Auftragsbestand für Windkraftanlagen verfügte Vestas Ende März 2020 über Serviceverträge mit erwarteten künftigen Einnahmen von 18,2 Mrd. Euro.

Vestas ist in 26 Ländern aktiv, darunter Dänemark, Deutschland, Schweden, Großbritannien, Italien, China, Japan, USA und Australien.

Allerdings dürfen die Probleme der Windenergiebranche nicht aus dem Blickfeld geraten. Neben den eingangs angesprochenen Problemen werden die Geschäfte der Anlagenbauer gleich von zwei weiteren Seiten unter Druck gesetzt. Zum einen sind die Preise für Strom aus Windenergie sowie bei Windkraftanlagen in den vergangenen Jahren gesunken. Und zum anderen hat sich die Produktion der Windkraftanlagen aufgrund der steigenden Rohstoffpreise verteuert. Denn der wichtigste Grundstoff für die Windturbinen – Stahl – hat sich infolge der Strafzölle zwischen den USA und China erheblich verteuert.

Für die Aktie braucht ein Anleger starke Nerven, denn der Kurs schwankt wie der Wind, wobei aber immerhin eine positive Tendenz ablesbar ist. So verzeichnen wir ein Tief von 63,74 Euro und ein Hoch von 114,50 Euro in den letzten 12 Monaten, den er aktuell erreicht. Also hat die Aktie momentan Rückenwind.

Wem gehören Offshore-Windkraftanlagen?

Die meisten dieser gigantischen Windparks stehen bekannterweise in der Nord- und Ostsee (offshore = küstennah oder im Meer).

Aufgrund der hohen Kosten von ein bis zwei Milliarden Euro bei der Errichtung eines Offshore-Windparks mit mehreren hundert Megawatt Leistung (Beispiel: Veja Mate in der Nordsee, 402 MW Leistung, 1,9 Milliarden Euro Finanzierungsvolumen), braucht es schon von der Eigentümerstruktur kapitalkräftige Geldgeber. Deshalb bilden sich meist Konsortien aus Finanzdienstleistern, Energieversorgern und Projektierern. Am Beispiel „Veja Mate“, der 2017 seinen Betrieb aufgenommen hat, lässt sich ein typisches Finanzierungs-Konglomerat erkennen: neben der staatlichen KfW-Bank beteiligen sich der dänische Exportkreditversicherer EKF sowie sechs Geschäftsbanken. Darunter die Commerzbank, Deutsche Bank, Natixis, Banco Santander und Sumitomo Mitsui. Darüber hinaus stiegen private Investoren, wie die von Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) gemanagte Fonds, die Holding Highland Group und Siemens Project Ventures als Herstellerbeteiligung mit ein.

Wir sehen also, Kleinanleger sind hier nicht gefragt, auch wenn es den einen oder anderen geschlossenen Windanlagenfonds gab und gibt. Wir sehen aber auch, dass einige Teilhaber am Projekt Windkraft involviert sind, deren Aktien an der Börse notiert sind.

Aber auch bei der Windenergie an Land verlieren Privatpersonen künftig Anteile, da Bürgerprojekte in Wahrheit stärker von Projektierern getragen werden und weniger von Privatpersonen selbst.

Entscheidend ist aber nach wie vor die Subventionierung der Wind- und Sonnenenergie durch den einzelnen Verbraucher sowie der Leitungsausbau der Netze und Speicherkapazitäten. Zuviel Energie geht derzeit ungenutzt verloren, weil es an der notwendigen Netzinfrastruktur fehlt. Der Druck auf die Netzbetreiber wird weiter wachsen.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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