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Krisendiplomatie in Krisenzeiten und Verunsicherung an allen Fronten

Krisendiplomatie in Krisenzeiten und Verunsicherung an allen Fronten

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Krisendiplomatie, wo man hinschaut… Deutschland, Frankreich, USA und andere direkt betroffene Staaten versuchen die Krise zwischen der Ukraine und Russland zu lösen. Aber der am Ende des vergangenen Jahres aufgetretene sogenannte Schwarze Schwan will nicht so einfach wieder verschwinden. Und so gerät die Ostsee-Pipeline Nordstream II immer mehr in den Fokus der möglichen Sanktionen. Wir dürfen davon ausgehen, auch die Grünen haben als Regierungspartei bereits erkannt, dass Deutschland das russische Erdgas als Brückentechnologie nach dem Ausstieg aus der Kernkraft und der Kohleverstromung mehr denn je benötigt. Denn zur Kernkraft wollen die Grünen in ihrer Regierungszeit, trotz des Persilscheins durch die EU-Oberen, bestimmt nicht zurück. Und das amerikanische Flüssiggas ist nicht der richtige Energieträger, weil es extrem umweltschädlich und teuer gewonnen wird. Abgesehen davon, dass die US-Konzerne gar nicht so viel produzieren könnten wie Deutschland, geschweige denn Europa, benötigt. Das die Erdgassituation die Industriepreise nach oben treibt, ist logisch.

Ebenso logisch ist es, dass die Unternehmen ihre Preise nach oben setzen, sie sind ihren Eigentümern zur Rendite verpflichtet. Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen, einer Umfrage des Münchner ifo-Instituts zufolge, ihre Preise weiter anheben. Das Barometer für die Preiserwartungen für die nächsten drei Monate stieg im Januar um 1,3 auf 46,0 Punkte und erreichte damit einen neuen Höchststand, wie das ifo-Institut am Montag mitteilte. Die politisch gewollten Mindestlohnerhöhungen sind dabei noch nicht eingepreist. Fakt ist, das werden sehr spannende Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. 

Auch am IPO-Markt spürt man die Verunsicherung. Hieß es zum Ende des vergangenen Jahres noch, die Pipeline für Börsengänge sei trotz Pandemie gut gefüllt, so sieht es jetzt ziemlich mau aus. Die meisten Notenbanken ziehen die Zinszügel an, die Technologiewerte an den Börsen sind unter Druck geraten und die Kursschwanken haben deutlich zugenommen. Die konjunkturellen Bedenken wegen der Pandemie lassen zwar etwas nach, dafür rücken, wie eingangs ausgeführt, die geopolitischen Spannungen zwischen dem Westen und Russland in den Fokus. Das hinterlässt natürlich auch Spuren bei den Plänen für Börsengänge, schließlich soll ja ein hoher Ausgabepreis Geld in die Kassen der Alteigentümer spülen. Insgesamt wird in Europa aktuell für weniger als zehn Initial Public Offerings (IPOs) nach Investoren gesucht. Es sei der langsamste Start seit rund einer Dekade, so die Experten der Berenberg-Bank. Viele Kandidaten lassen sich angesichts der starken Kursausschläge der vergangenen Wochen nun Zeit mit dem Sprung auf das Parkett. Fall sie nicht doch auf bessere Zeiten verschoben werden, stehen in Deutschland zwei IPOs an. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp denkt über den Börsengang seiner Wasserstoff-Tochter Nucera nach. Der Recruiting-Spezialist Stepstone des Axel-Springer-Verlagskonzerns könnte sogar ein milliardenschweres IPO werden. Allerdings ist Vorsicht geboten, denn von den elf größeren IPOs des Jahrgangs 2021 in Deutschland notieren momentan die meisten unter dem ersten Kurs beim Debüt auf dem Parkett. Besonders auffällig sind die Kursverluste beim Onlinehändler Auto1 und dem virtuellen Brillenanbieter Mister Spex.

Wir haben schon vor einiger  Zeit über die Probleme von Pensionskassen berichtet. Fast zehn Millionen Deutsche haben ihre berufliche Altersvorsorge über eine Pensionskasse ihres Arbeitgebers abgeschlossen, doch fast ein Drittel dieser Kassen steckt nun in finanziellen Schwierigkeiten und leider müssen viele Bürger um ihr Erspartes bzw. Teile davon bangen. Vor einem Jahr machte die Finanzaufsicht Bafin die Kölner Pensionskasse und die Pensionskasse der Caritas dicht. Die beiden Versorgungswerke aus dem kirchlichen Bereich mussten ihre Arbeit einstellen, die bestehenden rund 55.000 Verträge laufen allerdings weiter. Das jüngste Aus der Steuerberater-Pensionskasse hat die prekäre finanzielle Lage etlicher Versorgungswerke nun erneut ins Blickfeld gerückt. Wie die Versicherer ächzen auch die 135 Versorgungswerke im Land unter den Dauer-Nullzinsen am Kapitalmarkt. Neue Zahlen der Bafin sagen aus, dass sich rund 40 Versorgungswerke unter intensivierter Aufsicht der Finanzaufsicht befinden, im Vorjahr waren es noch 36. Wie schön ist es, wenn man seine Altersvorsorge auf Basis von Aktien selbst managen kann. Wir können mit unserem NDAC-Clubfonds dazu beitragen.

Wie bekannt, hat unser Depotwert Meta die Türen in eine neue Welt namens Metaversum aufgestoßen. Wir dürfen aber nicht denken, das Zuckerberg allein auf dem Weg ins Metaversum ist. Im vergangenen Jahr sollen ca. 1.500 chinesische Unternehmen 10.000 Markenzeichen mit Metaversum-Bezug beantragt haben. Im Zeitraum September bis November 2021 beliefen sich die Investitionen in Start-ups der Branche auf rund 1,6 Milliarden Dollar – knapp fünfmal so viel wie im gesamten Jahr 2020. Ende 2021 veröffentlichte der Betreiber einer Onlinesuchmaschine das erste chinesische Metaversum. Zwar dürfte die Regierung in Peking den Aufbau eigener Plattformen im Rennen um die globale Technologieführerschaft befürworten, diese wird sie aber wahrscheinlich eng begleiten und mitbestimmen wollen. Sobald ein Rahmenwerk formuliert ist, dürften insbesondere die Konzerne, die den Visionen der kommunistischen Partei am aufmerksamsten lauschen, die ersten Schritte in Richtung des rund acht Billionen Dollar schweren Marktes setzten. Allzu große Euphorie sollte also nicht aufkommen, geschweige denn Investments in das chinesische Metaversum. Es sei denn, man kann es sich erlauben, Geld zu riskieren. Wir schauen lieber zu, wie unser Depotwert im Metaversum seine Startprobleme löst.