Ein Kommentar von Steffen Koch, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim NDAC

Geldanlagen mit Anspruch – umfassend informieren wichtig

Manche Anleger sind durchaus der Auffassung, dass es am Finanzmarkt im Grunde nur zwei große Gruppen von Anlageprodukten gäbe, die für sie und andere Anleger infrage kommen würden. Zum einen sind das die klassischen Anlageformen, die als sehr sicher gelten. Dazu zählen in erster Linie Spareinlagen, Festgeldkonten und Tagesgelder. Die andere große Gruppe von möglichen Geldanlagen sind die Wertpapiere, wie zum Beispiel Renten, Aktien und Fonds. Tatsächlich existieren am Finanzmarkt aber noch wesentlich mehr Anlageprodukte, die für den einen oder anderen Anleger durchaus die optimale Lösung darstellen können. Dazu zählen unter anderem auch sehr anspruchsvolle Geldanlagen, die sicherlich nicht alltäglich sind und ein tiefergehendes Wissen vom Anleger oder zumindest vom jeweiligen Berater erfordern.

Anspruchsvolle Geldanlagen – welche Anlageformen bietet der Finanzmarkt?

Unter anspruchsvolleren Geldanlagen werden nicht die standardisierten Finanzprodukte verstanden, die von Banken und anderen Finanzdienstleistern offeriert werden. So zählen beispielsweise Tagesgelder, Spareinlagen, Aktien und ETFs definitiv nicht zu den außergewöhnlichen Geldanlagen, die mit einem hohen Anspruch versehen sind. Stattdessen gibt es andere Anlageformen, die deutlich besser in dieser Kategorie passen, wie zum Beispiel:

•    Geschlossene Beteiligungen
•    Sachwertanlagen
•    Crowdinvesting
•    Nachrangdarlehen

Mit diesen vier Anlageformen, die grundsätzlich in den Bereich der anspruchsvollen Investments fallen, möchten wir uns im Folgenden näher beschäftigen.

Geschlossene Beteiligungen und geschlossene Fonds: Investieren in einzelne Projekte

Eine sehr anspruchsvolle Form der Geldanlage stellen geschlossene Beteiligungen dar, die zum Beispiel in Form geschlossener Fonds am Markt angeboten werden. Diese Investments sind definitiv nicht für Sparer und Kleinanleger geeignet, was allein schon damit zu begründen ist, dass in aller Regel eine Mindesteinlage von 20.000 Euro und mehr erforderlich ist. Sowohl bei geschlossenen Beteiligungen im Allgemeinen als auch geschlossenen Fonds beteiligen sich die Anleger oft an einem einzelnen Projekt, für welches der jeweilige Initiator Kapital zur Finanzierung sammelt.

Ein Merkmal solcher Beteiligungen besteht darin, dass es sich meistens um einen nicht regulierten Markt handelt und das Investment nicht über die Börse stattfindet, wie es zum Beispiel bei Aktien der Fall wäre. Stattdessen sammelt der Kapitalsuchende ganz bewusst Geld auf anderen Wegen ein, da ein regulierter Markt immer relativ hohe Kosten für den jeweiligen Emittenten verursacht. Besonders bekannt sind im Rahmen der geschlossenen Beteiligungen verschiedene geschlossene Fonds, wie zum Beispiel:

•    Schiffsfonds
•    Containerfonds
•    Flugzeugfonds
•    Erneuerbare Energien Fonds
•    Waldfonds
•    Private Equity Fonds

Bei all diesen Anlagevarianten geht der Anleger ein nicht unerhebliches Risiko ein, denn sollte das jeweilige Projekt scheitern, drohen sogar Totalverluste. Auf der anderen Seite sind solch geschlossenen Beteiligungen allerdings häufig mit einer sehr guten Rendite versehen, die nicht selten zwischen 7-12 Prozent liegt. Das Kapital ist allerdings in der Regel mindestens vier bis fünf Jahre gebunden, sodass ein vorzeitiger Verkauf der Anteile nur über den Zweitmarkt möglich ist.

Sachwertanlagen: große Auswahl an Sachwerten vorhanden

Ebenfalls zu den Anlageformen, die mit einem hohen Anspruch versehen sind, zählen die sogenannten Sachwertanlagen. Während Gold sowie andere Edelmetalle und das Investment in Immobilien für viele Anleger noch relativ einfach verständlich und transparent sind, gibt es darüber hinaus zahlreiche weitere Sachwerte, die sich mit dem jeweiligen Investment an Kenner des Marktes richten. Bei Sachwertanlagen kommt im Gegensatz zu den meisten anderen Anlageformen noch ein wichtiger Punkt hinzu, nämlich der sogenannte Sammlerwert. Dieser findet sich wiederum nicht bei Edelmetallen oder Immobilien, wohl aber bei den folgenden Sachwerten, die im Rahmen einer Sachwertanlage ebenfalls zu einem Investment genutzt werden können:

•    Oldtimer
•    Kunstgemälde
•    Schmuck
•    Hochwertige Spirituosen
•    Briefmarken
•    Antiquitäten

In jedem dieser Märkte sollte sich der Anleger bestens auskennen, denn hier gilt es, den jeweiligen Sammler- und Liebhaberwert des Objektes zu kennen. Wer zum Beispiel in Antiquitäten investiert, der wird den Preis selten ausschließlich am Materialwert festmachen, sondern in vielen Fällen bestimmt der Sammlerwert auf Grundlage von Angebot und Nachfrage den Preis. Aus diesem Grund ist es bei solchen etwas exotischeren Sachwertinvestments von großer Bedeutung, dass sich Anleger bestens am Markt auskennen oder zumindest umfangreich und intensiv informieren.

Crowdinvesting: Breit gestreut investieren mit Pfiff

Zu den relativ neuen Anlageformen, die zum Teil ebenfalls mit einem höheren Anspruch versehen sind, zählt das sogenannte Crowdinvesting. Ein großer Vorteil besteht darin, dass diese Form der Investition auch für Kleinanleger geeignet ist, denn über die jeweilige Crowdinvesting-Plattform sind Anlagen oftmals schon ab 100 oder 200 Euro möglich. Das Crowdinvesting funktioniert nahezu ausnahmslos über spezielle Plattformen, die quasi als Vermittler dienen. Auf dieser Plattform gibt es auf der einen Seite Kapitalsuchende, die bestimmte Projekte realisieren möchten und zu diesem Zweck Kapitalgeber suchen.

Die andere große Gruppe sind die Anleger, die ihr Geld investieren und natürlich eine möglichst gute Rendite erzielen wollen. Beim Crowdinvesting gibt es im Prinzip Projekte aller Art, angefangen von der Realisierung eines Hotelbaus über Plantagen-Bewirtschaftung bis hin zu weitestgehend privaten Projekten. Anleger können sich über die jeweilige Plattform informieren und die Projekte als Investment auswählen, die besonders aussichtsreich erscheinen. Die Anlage selbst erfolgt meistens in Form einer Beteiligung, sodass es auch in diesem Bereich empfehlenswert ist, dass sich Anleger sehr gut in der Materie und am jeweiligen Markt auskennen.

Nachrangdarlehen als immer öfter auftretende Anlageform

Eine anspruchsvolle Anlageform, die in den vergangenen zwei Jahren am Markt immer häufiger zu finden ist, sind die sogenannten Nachrangdarlehen. Zahlreiche Unternehmen, häufig aus dem Bereich Finanzdienstleistungen, suchen über diesen Weg Kapitalgeber, die wiederum Geld für die Realisierung von Projekten und Vorhaben zur Verfügung stellen. Aber Achtung: Das Nachrangdarlehen gehört definitiv mit zu den riskanteren Investitionen, auch wenn dies von den jeweiligen Emittenten gerne anders dargestellt wird. Nicht selten wird bei den Nachrangdarlehen nämlich nicht nur von einer hohen Sicherheit gesprochen, sondern ebenfalls eine feste Rendite zusagt.

Tatsächlich kann man allerdings schon aus dem Begriff „Nachrang“ ableiten, dass der jeweilige Gläubiger mit seinem eventuellen Verwertungsrecht nur nachrangig bedient wird. Sollte der Emittent also insolvent werden, werden zunächst andere Gläubiger befriedigt, bevor der Anleger selbst mit seinem Nachrangdarlehen seine Ansprüche geltend machen kann. Ein Nachrangdarlehen als Investment ist demzufolge mit Vorsicht zu genießen und gerade deshalb ist es auch hier sehr wichtig, dass Anleger sich in der Materie auskennen.

Fazit zu anspruchsvollen Geldanlagen

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass es neben Wertpapieren und den klassischen Anlageformen durchaus diverse anspruchsvolle Anlageformen am Kapitalmarkt gibt, die für Anleger eine gute Alternative sein können. Bei den meisten dieser nicht alltäglichen Kapitalanlagen sollte man sich als Anleger allerdings sehr gut in der Materie auskennen. Zudem haben die meisten dieser Investitionsmöglichkeiten die Gemeinsamkeit, dass ein gewisses Risiko eingegangen werden muss, dafür aber überdurchschnittliche Renditen von nicht selten sechs bis zwölf Prozent winken.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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