Ein Kommentar von Steffen Koch, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim NDAC

Börsenwissen: Dividenden 2021 – worauf wir achten müssen

Sparen lohnt sich nicht mehr. Und am Umfeld von Nullzinsen laut Aussage der Zentralbanken wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Das erkennen immer mehr Anleger. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Aktien-Besitzer in Deutschland auf 12,4 Millionen gestiegen – der höchste Stand seit 2001. Das ist sehr erfreulich und bringt den deutschen Sparern endlich wieder Renditen, wenn sie die richtigen Aktien im Depot haben. 
Viele Anleger schauen nur auf den Kurs der Aktie, speziell bei Wachstumswerten. Aber natürlich werden die Dividenden auch gern mitgenommen, sofern das Unternehmen sie ausschüttet.
Speziell für etwas ältere Anleger, die regelmäßige Erträge aus ihren Aktien-Investments erzielen möchten und dabei nicht ihr Kapital angreifen wollen, sind Unternehmen, die stabile – im Idealfall stetig steigende – Dividenden ausschütten, besonders interessant. Aber auch unsere jungen Anleger sollten darauf achten, wenn sie für das Rentenalter sparen.

Was ist eine Dividende?
Anleger oder Aktionäre sind mit ihrem Kapital an einem Unternehmen beteiligt. Die Aktionäre werden am Erfolg, also am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Das geschieht in Form einer Dividende, die gewöhnlich jährlich ausgeschüttet wird. Sie kann auch vierteljährlich als Quartalsdividende, meist in anglo-amerikanischen Unternehmen, gezahlt werden. Die Dividende ist der Gewinnanteil eines Unternehmens, der direkt an die Aktionäre geht. Also kann theoretisch nur eine Aktiengesellschaft etwas auszahlen, wenn sie Gewinn macht. Der Vorstand macht dann einen Vorschlag über die Höhe des auszuschüttenden Betrages je Aktie, der dann auf der Hauptversammlung bestätigt wird oder ganz selten auch nicht. Die Dividende wird dann je nach Aktienzahl auf das Konto überwiesen. Das geschieht in der Regel am (Arbeits-) Tag nach der Hauptversammlung. An diesem Tag wird die Aktie ex-Dividende an der Börse gehandelt, das heißt das Papier wird abzüglich des Dividendenabschlags gehandelt. Das stellt dann meist eine gute Kaufgelegenheit für Neueinsteiger oder Aufstocker dar, da das Wertpapier in der Regel den Abschlag schnell aufholt.

Warum zahlen nicht alle Gesellschaften Dividenden?
Entweder sie haben keine Gewinne erwirtschaftet oder sie setzen das Geld für neue Investitionen oder zur Schuldentilgung ein. Das betrifft nicht nur junge Unternehmen, sondern Unternehmen die schon lange am Markt agieren. Bestes Beispiel ist unser Depotwert Berkshire Hathaway, der schon ewig keine Dividende ausgeschüttet hat und das Geld lieber wieder in neue Beteiligungen investiert.

Worauf sollten Anleger achten?
12 Prozent Aktienrendite klingt zwar nicht schlecht, aber hier sollten selbst eingefleischte Renditejäger einmal genauer hinschauen. Weist eine Aktie eine hohe Rendite auf, kann beispielsweise eine Sonderausschüttung der Grund sein. Gut, dann hat der Anleger Glück gehabt mit seinem Investment und muss schauen, wie hoch die Rendite ohne Sonderausschüttung ist und ob sie dann ggf. noch seinen Vorstelllungen entspricht. Schlimmer stellt sich das Problem dar, wenn der Aktienkurs stark gefallen ist. Das ist ein Warnsignal. Sinkt der Aktienkurs, weil es bei dem Unternehmen schlecht läuft, droht möglicherweise eine Dividendenkürzung oder im schlimmsten Fall die Pleite.
Anleger sollten sich also auch die Ausschüttungsquote anschauen. Damit ist der Anteil am Gewinn, den das Unternehmen als Dividende an seine Aktionäre ausschüttet, gemeint. Werte zwischen 40 und 60 Prozent gelten als gesund. Verfügt eine Gesellschaft über ein besonders krisenresistentes und stabiles Geschäft, kann die Quote durchaus auch etwas höher ausfallen, die Aktionäre werden nicht nein sagen.
Gerade in den letzten Jahren haben sich Aktionäre an steigende Dividenden gewöhnt, allerdings können Dividenden auch gekürzt werden und das nicht nur wegen Covid-19. Das muss nicht gleich etwas Schlechtes bedeuten. Größere Investitionen, Abschreibungen, Fusions- und Übernahmepläne können der Grund sein. Anleger sollten also genauer hinschauen, warum weniger ausgezahlt wird.  
Auch auf die Dividendenhistorie sollten Aktionäre achten. Um abzuschätzen, ob ein Unternehmen auch künftig in der Lage sein wird stabile oder gar steigende Ausschüttungen zu zahlen, schauen sich Aktionäre an, wie sich die Dividende in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Ist die Dividende über einen längeren Zeitraum von Jahr zu Jahr stetig gestiegen, zeugt dies von einer sehr stabilen Geschäftsentwicklung. Dann können sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich diese positive Entwicklung auch in Zukunft fortsetzt. Wenn nicht, dann könnte es entweder plausible Gründe dafür geben (siehe oben) oder das Unternehmen steckt in ernsthaften Schwierigkeiten.
Und noch einen Vorteil sollten Anleger abschließend beachten. Das amerikanische Research-Haus Ned Davis Research hat die Entwicklung des US-Aktienmarktes über einen Zeitraum von 30 Jahren untersucht. Das Ergebnis: Aktien mit stetig steigenden Dividenden entwickelten sich mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 9,4% am besten. Angenehmer Nebeneffekt: Diese Werte wiesen gleichzeitig auch noch die geringsten Kursschwankungen auf.

Wer zahlt die höchste Dividende im Dax 2021?
Die Dax30-Spitzenreiter sind Eon (4,72 Prozent Div.Rendite), BASF (4,64 Prozent), Allianz (4,42 Prozent), Bayer (3,76 Prozent), Munich Re (3,71 Prozent) und Telekom (3,48 Prozent).
Wenn Sie jetzt unser NDAC-Depot im Hinterkopf haben, wir haben sie alle!  

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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