Riester, Bitcoin und neues von Berkshire Hathaway

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Walter Riester, ehemaliger Arbeitsminister im rot grünen Kabinett Schröder, wird vermutlich das Ende seines Lebenswerks, die nach ihm benannte Rieste-Rente, verschmerzen.

Seinem Produkt droht das Aus. Und ausgerechnet der Parteikollege von Riester, Bundesfinanzminister Olaf Scholz entpuppt sich mit einer Gesetzesänderung als Totengräber. Eine kleine gesetzliche Änderung sorgt für Wirbel. Das Bundesfinanzministerium (BMF) will den Garantiezins bei Lebensversicherungen vom 1. Januar 2022 an absenken, wenn das Gesetz wie geplant im Mai verabschiedet wird. Das führt erstens zu dramatischen Rentenkürzungen und zweitens zum Austrocknen der Versicherungsbranche bei Lebens- und Rentenversicherungspolicen. Denn wer würde bei einem von 0,90 Prozent auf 0,25 Prozent abgesenkten Garantiezins noch in diese Produkte investieren? Ohne eine Gesetzesreform noch vor der Bundestagswahl droht der Riester-Rente nach Ansicht führender Versicherungsmathematiker der finale Rettungsschuss. Sie fordern im Zuge der Reform eine Abkehr von der gesetzlichen Vorgabe, den Kunden den Erhalt der eingezahlten Beiträge zu garantieren. Das sei angesichts der Dauer-Niedrigzinsen nicht mehr darstellbar, so die Experten. Noch 1994 betrug übrigens der Garantiezins 4,0 Prozent und viele der Altverträge müssen auch heute noch bedient werden.

Wir haben immer gesagt, ein ordentlicher Sparplan auf Aktien ist auf Grund der Flexibilität und höheren Rendite eine bessere Altersvorsorge, mit oder ohne Zulagen. Wir mit unserem NDAC-Clubfonds haben keine Riester-Förderung. Die erforderlichen Sicherheiten für die 100prozentige Absicherung des eingezahlten Kapitals kann nur durch derivative Instrumente erreicht werden und die sind teuer und zehren damit an der Rendite. Fakt ist, auch ohne Zulagen können wir als Vorsorgeprodukt auf eine ordentliche Performance jedes Jahr verweisen.

Der Bitcoin ist wieder zurückgekommen. Tesla-Chef Elon Musk hatte zuletzt mit Äußerungen bereits für Aufsehen und reichlich Kursbewegung am Markt für Kryptowährungen gesorgt. Zum Wochenstart gerieten viele Digitalwerte erheblich unter Druck, nachdem Musk am Wochenende anzudeuten schien, Tesla habe einen Teil seiner Bitcoin-Bestände verkauft oder habe dies vor. Am Montagvormittag hatte sich der Markt etwas erholt, nachdem Musk zumindest dementierte, dass Tesla bereits Verkäufe getätigt habe.

Die chinesische Zentralbank hatte abermals betont, dass Digitalwährungen im größten Verbrauchermarkt nicht als Zahlungsmittel genutzt werden dürfen. Die größte Digitalwährung, der Bitcoin, rutschte auf der Handelsplattform Bitstamp am Mittwochmorgen erstmals seit Anfang Februar unter die Marke von 40.000 US-Dollar. Zuletzt fiel er um rund zehn Prozent auf 38.643 Dollar. Vielleicht hilft ja der Schock, der die Sinnhaftigkeit und hohen Risiken der Kryptowährungen in Frage stellt, beim Nachdenken über neue Anlagemöglichkeiten, die weitaus günstiger zu haben sind und mit vertretbaren Risiken eine ordentliche Rendite erwirtschaften.

Auch von unserem Depotwert Berkshire Hathaway gibt es wieder neue Meldungen. Unser Starinvestor Warren Buffet fährt seine Investments in die Finanzbranche weiter zurück. Der CEO des Konglomerats Berkshire Hathaway trennte sich im ersten Quartal fast komplett von seiner Beteiligung an der krisengeschüttelten US-Großbank Wells Fargo, die er bereits seit 2017 immer weiter reduziert hat. Die Bank gehörte zu Berkshires Portfolio, galt lange Zeit als Favorit und befand sich seit 1989 im Portfolio. Ebenfalls auf der Liste der getätigten Verkäufe ist der Finanzdienstleister Synchrony Financial, in den Berkshire Hathaway 2017 eingestiegen war. An seiner neuen Lieblingsbank, der Bank of America, hält Buffet weiter fest. Seine Anteile am weltgrößten Ölkonzern Chevron hat er dagegen verkauft und ist bei dem irischen Versicherungsunternehmen Aon eingestiegen. Wir dürfen auf weitere Käufe gespannt sein, denn der Meister sitzt immer noch auf einem großen Berg von nicht investiertem Kapital.

Bundestrainer Jogi Löws hat den Kader für die EM 2021 bekanntgegeben. Sie findet, wie wir wissen, in verschiedenen Städten Europas mit Zuschauern statt. Da kann die UEFA aber froh sein, dass die grüne Kanzlerkandidatin noch nicht im Kanzleramt residiert. Denn wenn es nach ihr ginge, dann würden alle innerdeutschen Kurzstreckenflüge verboten. Und Billigflüge nach Mallorca auch. Mit solchen Ideen entwickelt sie sich nicht gerade zum Liebling der Flughafenbetreiber und Ferienflieger, geschweige denn zur wählbaren Kanzlerin der Urlauber. Gut, es gibt die Möglichkeit auch von anderen Flughäfen im europäischen Ausland in Grenznähe aus zu starten. Aber das ist wiederum mit mehr Kosten und Zeit verbunden und dürfte der Umwelt auch erheblichen Schaden zufügen. Ihr  Autor weiß nicht, ob die Grünen in ihrer derzeit abgehobenen Welt wissen, dass sie an Landesregierungen beteiligt sind, die gerade auf Regionalflughäfen und Billigflugangebote der Airlines setzen und diese mit hohen Steuergeldsubventionen am Leben erhalten werden. Alle brauchen sicher nicht auf Biegen und Brechen erhalten werden, aber das liegt im Ermessen der zuständigen Landesregierungen und nicht des Bundes. Aber als erste Kanzlerkandidatin der Grünen kann man schon mal was vergessen, auch Nebeneinkünfte zu melden!

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