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Die Pandemie ist zurück, die Inflation steigt weiter, aber an der Börse ist alles ok

Die Pandemie ist zurück, die Inflation steigt weiter, aber an der Börse ist alles ok

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Leider gibt es nicht die erlösende Nachricht, dass Covid19 besiegt ist. Im Gegenteil, die Pandemie, die schon im Sommer mancher ad acta  gelegt hat, ist nun mit voller Wucht zurückgekehrt. Trotz des Impffortschritts und bessere Kenntnisse über die Ursachen und Folgen der Infektion. Jetzt geht es also wieder los mit den G`s und den hilflosen Ministerpräsidenten-Konferenzen. Die neu ins Amt strebende Bundesregierung schließt einen erneuten Lockdown aus. Booster-Impfungen sollen jetzt das Allheilmittel sein, nur wenn zwei Impfungen nicht helfen, dann darf sich der besorgte Bürger schon fragen, was machen, wenn die dritte auch nicht die erhoffte Wirksamkeit entfaltet? Nun ja, wir werden sehen, wie lange die Politik ihre Strategie durchhält.

Jedenfalls ein Bombengeschäft für Biontech/Pfizer, die damit Milliarden verdienen. Zumal die Stiko allen Menschen unter 30 Jahren die Empfehlung für Biontech/Pfizer gibt. Aber nicht nur Biontech, das 6,1 Milliarden Euro Umsatz und einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro für das 3. Quartal ausweisen konnte, ist erfreut darüber. Auch die hoch verschuldete Stadt Mainz konnte sich dank der Gewerbesteuereinnahmen sanieren. Anstelle des geplanten Minus von 36 Millionen Euro, werde die Landeshauptstadt voraussichtlich zum Jahresende einen Überschuss in Höhe von 1,09 Milliarden Euro verzeichnen, ließ sich der zuständige Finanzdezernent zitieren. Da können ja in der Karnevalshochburg die Korken knallen …

Das Wort Inflation ist auf dem besten Weg zum Unwort des Jahres gekrönt zu werden. Aber leider ist wahr, dass die Inflation in den USA weiter steigt. Im Oktober zogen die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit 31 Jahren. Ursprünglich hatte die Notenbank einen deutlichen Rückgang für 2022 vorhergesagt. Inzwischen ist sie vorsichtiger geworden. Fed-Chef Jerome Powell räumte zuletzt ein, dass unsicher ist, wie lange sich Lieferengpässe und andere pandemiebedingte Effekte niederschlagen. Wir werden die gleichen Worte von der EZB-Präsidentin Christine Lagarde hören. Eine Lösung, die mit einem Ende der Geldflutung und Start der Leitzinssteigerungen auf der Hand liegt, wird nicht kommen. Dazu hat sich die EZB zu sehr abhängig von der Politik gemacht.  

 

Und wieder gibt es einen Elektrofahrzeughersteller an der Börse. Rivian stieß bei seinem Börsendebüt auf großes Interesse. Die Aktie startete mit einem Kurs von 106,75 Dollar in den Handel, ein Plus von 37 Prozent. Damit war Rivian zum Börsenstart schon gut 90 Milliarden Dollar wert – mehr als Amerikas größte Autobauer General Motors (GM) und Ford. Mit einem Preis von 78 Dollar pro Aktie sammelte das 2009 gegründete Unternehmen am Dienstag 11,9 Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro) bei Investoren ein, womit Rivian der bisher größte Börsengang in diesem Jahr gelungen ist. Rivian ist zwar nicht in unserem Depot enthalten, wir sind aber trotzdem an dem Unternehmen beteiligt. Unser Depotwert Amazon hält 20 Prozent an dem Börsenneuling. Wir sehen also, der Kuchen auf dem E- Mobilmarkt wird immer kleiner. 

Die Allianz hat Quartalszahlen veröffentlicht. Unser Depotwert steigerte den operativen Gewinn im dritten Quartal um 11,3 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro. Analysten hatten in einem vom Konzern selbst zusammengestellten Konsens mit 3,07 Milliarden gerechnet. Einem stabilen Gewinn im Schaden-Unfall-Geschäft standen höhere Ergebnisse in der Leben- und Krankenversicherung sowie im Asset Management gegenüber. Nach Steuern und Anteilen Dritter verdiente der Finanz und Versicherungskonzern 2,11 Milliarden Euro, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie betrug 5,09 Euro. Die Allianz geht im laufenden Jahr weiterhin davon aus, beim operativen Gewinn das obere Ende der Prognose-Spanne zu erreichen. Der Mittelpunkt der Bandbreite liegt bei 12 Milliarden Euro, mit möglichen Abweichungen um 1 Milliarde Euro nach oben oder unten. Im Vorjahr hatte die Allianz einen Gewinn von 11,9 Milliarden Euro erzielt. Der Analystenkonsens liegt aktuell bei 12,6 Milliarden Euro. Das sieht doch alles ganz gut aus.

Auch ein anderer NDAC-Depotwert, RWE, hat gute Zahlen vorgelegt. Für den Zeitraum Januar bis September lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei 2,397 Milliarden nach 2,261 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT stieg auf 1,339 (1,182) Milliarden Euro. Nach Steuern und Dritten erhöhte sich der Gewinn auf bereinigter Basis auf 1,026 (0,794) Milliarden Euro. Auf Konzernebene wird 2021 ein bereinigtes EBITDA von 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro erwartet, im Kerngeschäft sollen es 2,15 bis 2,55 Milliarden Euro werden. Das bereinigte Nettoergebnis wird zwischen 1,05 und 1,40 Milliarden Euro angepeilt. Für das laufende Geschäftsjahr wird weiter eine Anhebung der Dividende auf 0,90 Euro je Aktie angestrebt, 5 Cent mehr als im Vorjahr.

Kein Wunder, dass der DAX ein neues Jahreshoch von 16.114,55 Punkten erreicht hat.