Bidens erste Niederlage, erster Jahrestag der Pandemie, Fed hält sich
bedeckt 

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Impfdebakel, Testchaos und Maskenkorruption haben der Regierungspartei CDU ein historisch schlechtes Wahlergebnis beschert. Schon diese zwei Landtagswahlen im Südwesten deuten darauf hin, was wir im Superwahljahr erwarten dürfen, nämlich eine Megaklatsche für die Regierenden und (hoffentlich!) einen Richtungswechsel in der Politik. Auch wenn man es so nicht glauben mag. Mit diesen wenigen Worten lassen wir jetzt einmal die politischen Ereignisse der letzten Tage in Deutschland hinter uns.

Auch in den USA hat Joe Biden seine erste größere Niederlage kassiert. Der erste Versuch des US- Präsidenten, den bundesweiten Mindestlohn im Rahmen des jüngst verabschiedeten Konjunkturpakets von 7,25 auf 15 Dollar anzuheben, ist gescheitert und dass trotz demokratischer Mehrheit im Kongress. Bei den nächsten Anläufen werden die Demokraten wieder auf die Unterstützung moderater Republikaner angewiesen sein. Entsprechend dürfte die Anhebung wohl kleiner ausfallen. Vielleicht dann irgendwo in der Mitte zwischen 10 und 11 Dollar. Und davon werden die Aktien auch nicht in die Knie gehen. Denn es würde die Unternehmensgewinne des Russell 1000 (1000 Unternehmen in den USA mit der höchsten Marktkapitalisierung) kaum belasten. Selbst eine Erhöhung auf 15 Dollar sollte Analysen zufolge die Gewinne kaum schmälern – vor allem, wenn man davon ausgeht, dass die Unternehmen einen Teil der Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben können. In Deutschland gibt es auch einen gesetzlichen Mindestlohn, der dem DAX & Co nicht geschadet hat. 

Seit die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einem Jahr die globale Pandemie ausrief, haben Wirtschaft und Märkte eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Fast überall folgte auf einen Rekordeinbruch eine schnelle Erholung. Wir waren Zeugen wie US-Aktien im S&P 500 inzwischen sogar Rekordhochs erreichten, nachdem sie zu Beginn der Krise um etwa ein Drittel eingebrochen waren. Und der DAX und andere internationale Börsenindices folgten im Gleichschritt. Aber man muss auch konstatieren, ohne die schnellen geld- und fiskalpolitischen Hilfen über weltweit 28 Billionen US-Dollar, wäre eine solche Entwicklung – auch in vielen anderen Ländern – kaum möglich gewesen. Aber wir sagen auch, dass die Wucht der Pandemie, auch wenn sie noch nicht vorbei ist, ein externes (Schock-) Ereignis darstellt. Die Märkte und in der Folge die Wirtshaft wurden demzufolge nicht durch Fehlentwicklungen getroffen. Die Erholung war demzufolge auch absehbar und sehr viele Marktteilnehmer haben, wie wir mit unserem NDAC- Clubfonds, die Chance genutzt, die Trends der Nach-Covid19-Zeit billig einzusammeln.

Trotz rosiger Konjunkturaussichten hält die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf längere Sicht an ihrem sehr niedrigen Leitzins fest. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beließen ihn am Mittwoch in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent. Nicht das man etwas anderes erwartet hätte, aber Fakt ist, die Fed rechnet für 2021 mit dem kräftigsten Aufschwung seit den 1970er-Jahren, wenn das Hilfsprogramm von US-Präsident Joe Biden den Konsum ankurbelt und sich die Wirtschaft im Zuge der Impfkampagne aus dem Klammergriff der Pandemie löst. Das bereits verabschiedete Hilfsprogramm sorgt mit dafür, dass das Wachstum der US-Wirtschaft mit 6,5 Prozent in diesem Jahr zulegen wird. Das sind dann schon fast chinesische Wachstumsraten. Im Dezember 2020 war die Fed noch von 4,2 Prozent ausgegangen. Und trotzdem sind Zinsen so niedrig, warum?  Die Fed möchte den Arbeitsmarkt mit einem weiteren Wachstumsschub versehen und die aktuell noch niedrige Inflation lässt der Zentralbank diesen Spielraum. Allerdings rechnet die Notenbank nun auch mit einer Inflationsrate von 2,4 Prozent, deutlich höher als die noch im Dezember angenommenen 1,8 Prozent. Den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar wollen sie aber noch so lange beibehalten, bis „substanzielle weitere Fortschritte“ auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind. Das könnte sich also noch eine Weile hinziehen.

Die Börsen eilen schwindelerregend von Rekord zu Rekord, deshalb sind Aktien hoch bewertet. Doch solange die Unternehmen anschließend mit der Vorlage ihrer Geschäftszahlen die Erwartungen weiter erfüllen, gehören diese hohen Bewertungen zum Börsenalltag und somit haben einige Aktien auch noch einiges Wachstumspotenzial.

Allerdings, der Rat der Sachverständigen zur Begutachtung der deutschen Wirtschaft („Wirtschaftsweisen“) hat die Konjunkturprognose für das laufende Jahr gesenkt. Im ersten Quartal 2021 wird demnach offenbar ein Rückgang in Höhe von ungefähr 2 Prozent errechnet. Dies sei die Folge der angestiegenen Infektionszahlen sowie der Einschränkungen. Und ergänzen möchte man auch die Schuld des Politikversagens an höchster Stelle.

Für das gesamte Jahr sieht der Rat noch ein Wachstum des BIP in Höhe von 3,1 Prozent. Dies ist jedenfalls sehr viel weniger, als Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier noch 2020 verkündet hatte. Schon damals war allerdings klar, dass solche Schätzungen schlicht willkürlich waren und auch heute noch sind. Hoffen wir einfach, dass die Märkte diese Zahlen wenigstens in einigen Bereichen einfach widerlegen. Der Volkswagen-Konzern lieferte doch schon einen guten Auftakt. Coronabedingt lief das Geschäft nicht gerade glänzend. Aber immerhin:  rund 8,8 Milliarden Euro bleiben nach Steuern als Gewinn in der Kasse!

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

Diesen Artikel weiter empfehlen

Share on facebook
Auf Facebook teilen
Share on twitter
Auf Twitter teilen
Share on xing
Auf Xing teilen
Share on whatsapp
Per WhatsApp teilen

Kommentieren Sie diesen Beitrag

Werden Sie jetzt Mitglied in Niedersachsens größtem Anlegerclub
Videos, Webinare, Marktnewsletter und exklusive Mitglieder-Vorteile
KOSTENLOS
Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Aktuelles aus der Welt

Der NDAC- Niedersachsens größter Anlegerclub

Jetzt Kostenlos Mitglied werden