Gudesstraße 3- 5

29525 Uelzen

0581 / 973 696 00

Termine nach
Vereinbarung
Der Clubfonds-Ticker
Gudesstraße 3- 5

29525 Uelzen

0581 / 973 696 00

Termine

nach Ver­ein­ba­rung

„Fallen Angels“ in unserem Depot – Chancen und Risiken

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Es ist derzeit nicht viel los an den Märkten, die Jahresbilanzen werden in den Unternehmen gerade aufgestellt und sind noch nicht veröffentlicht. Die Markteilnehmer, speziell die milliardenschweren Investmentfonds, sind noch nicht wieder aktiv. Also nutzen wir die Gelegenheit, uns mit einem Thema zu beschäftigen, welches auch unseren NDAC-Clubfonds betrifft.

In einer neuen Reihe wollen wir uns mit sogenannten Fallen Angels in unserem NDAC-Depot befassen und da gibt es einige. Aber zunächst die Theorie. Was sind also Fallen Angels?

Fallen Angel Aktien (auf Deutsch: gefallene Engel Aktien) sind ehemalige Börsenlieblinge. Nach einem Kursabsturz aus dem Börsenhimmel bzw. einer Zeit länger fallender Kurse haben sie einen Großteil ihres Börsenwertes verloren.

Beim Ausverkauf nach einem Börsencrash wird weniger zwischen hoch- und minderwertigen Aktien unterschieden. Fallen Angels könnten sich für risikobereite Anleger lohnen, denn unter ihnen befinden sich leider auch viele Qualitätsaktien, die es entweder zu halten oder zu erwerben lohnt. Es können auch längerfristig wirkende Änderungen im Anlageverhalten sein, wenn z. B. wie aktuell durch Notenbankeingriffe ein Strategiewechsel an den Märkten vollzogen wird (Growth zu Value).

Unterbewertete Fallen Angel Aktien, hinter denen echter Wert steht, besitzen Potenzial für einen erneuten Aufschwung. Allerdings müssen Anleger sehr genau hinschauen: Bei Unternehmen ohne solide Geschäftsgrundlage besteht ein hohes Risiko weiterer Kursverluste.

Auch Analysten spielen eine dabei eine große Rolle, wenn sie Aktien abstufen, nur weil Unternehmen aus meist selbst verschuldeten Gründen in Ungnade gefallen sind. Aufgrund solcher Meinungen von echten Experten schmeißen Anleger sehr schnell und sehr große Mengen von Papieren auf den Markt. Bei Kleinanlegern spielen auch Chatforen im Internet eine Rolle für die Entscheidungen.

Doch nicht immer tragen Unternehmen direkt die Schuld für fallende Kurse. Der Markt kann sich trotz guter Unternehmensdaten, Preissetzungsmacht und zukunftsträchtiger Marktstrategie gegen eine Aktie entscheiden. In volatilen Marktphasen bzw. durch überhitzte Märkte kommt es immer wieder zu größeren Kurskorrekturen, die wie wir im letzten Jahr erlebten, ganze Sektoren betrafen.

Ganz wichtig dabei ist zu beachten, Aktien mit Wert werden meist nur zeitweilig zu Fallen Angels. Das Interesse bei Investoren nimmt zu, wenn Unternehmen mit positiven Nachrichten aufwarten, die als Zeichen einer Wende gewertet werden. Wenn sich der Markt positiv entwickelt und die Anlegerstimmung aufhellt, wird eine abgestürzte Aktie mit Potenzial den Aufwärtstrend wieder aufnehmen.

Stimmt etwa der Cashflow und handelt es sich um Anlässe, die an Bedeutung verlieren oder längst überwundene Probleme, bietet sich Gelegenheit, billig einzukaufen und in absehbarer Zeit teils enorme Kurszuwächse mitzunehmen. Doch auch Vorsicht ist geboten: Viele gefallene Engel schaffen es einfach nicht mehr. Und sind sie erst einmal im Pennystock-Bereich angelangt, ist alles zu spät. Denn dann wird es immer schwieriger, mit ausgedünnter Kapitaldecke ein Comeback hinzulegen.

Stimmt etwa der Cashflow und handelt es sich um Anlässe, die an Bedeutung verlieren oder längst überwundene Probleme, bietet sich Gelegenheit, billig einzukaufen und in absehbarer Zeit teils enorme Kurszuwächse mitzunehmen. Doch auch Vorsicht ist geboten: Viele gefallene Engel schaffen es einfach nicht mehr. Und sind sie erst einmal im Pennystock-Bereich angelangt, ist alles zu spät. Denn dann wird es immer schwieriger, mit ausgedünnter Kapitaldecke ein Comeback hinzulegen.

Grundsätzlich geht es bei Fallen Angels Aktien darum, dass nach Bekanntwerden schlechter Nachrichten die anschließende Abwärtsbewegung häufig übertrieben ist. Doch selbst wenn klar ist, dass es sich um eine gewisse Massenhysterie handelt, kann es fatal sein, in dem Moment zuzugreifen (siehe Börsenweisheit: „Greife nie in ein fallendes Messer“). Oft genug ziehen derartige Aktien zwar bald wieder an, nur um dann wieder abzubröckeln. Das geschieht vor allem dann, wenn die Ursachen für die Krise noch nicht wirklich behoben sind.

Kaufen sollte man erst, sobald es sichere Anzeichen für eine anhaltende Besserung gibt, also überzeugende Umstrukturierungen, ein neues Management, neue Produkte oder veränderte Rahmenbedingungen. Darüber hinaus muss man abschätzen können, ob etwa die neue Führungsriege in der Lage ist, das Blatt zu wenden, ob neue Produkte gefragt sind und ein angepasstes Geschäftsmodell nachhaltig ist.

Es ist nicht ganz so einfach, eine Aktienstrategie mit Fallen Angels Aktien erfolgreich umzusetzen. Außerdem werden derartige Unternehmen auch von Marktprofis beobachtet. Und sind die ersten neuen Personalien und Berichte erst einmal in den Medien, ist der ideale Kaufzeitpunkt bereits verpasst.

Anleger sollten zumindest wissen, in welchem Krisenstadium sich das Unternehmen befindet. In der Regel laufen Krisen nach einem bestimmten Muster ab. Auf anhaltend sinkende Umsätze folgen häufig Verluste. Dies ist das Stadium der Strategiekrise. Das bisherige Geschäftsmodell ist überholt, gefragt sind neue Konzepte.

Darauf folgt die Ertragskrise, in der Bestände und Personal abgebaut werden. Und schließlich die Liquiditätskrise und der Kampf gegen die Insolvenz. Meist helfen selbst große Kapitalspritzen nur, wenn zugleich der Konzern umgebaut wird, je früher desto besser.

Und immer daran denken: Aktien fallen schneller und leichter, als sie sich erholen. Darin jedoch liegt gerade die Chance: Es dauert oft eine Weile, bis der Markt dem Unternehmen wieder traut bzw. bis sich positive Veränderungen und bessere Zahlen im Kurs niederschlagen.

Soviel zur Theorie. Wir werden uns einige Fallen Angels in unserem NDAC-Depot genauer anschauen. Sie sind zum großen Teil Ergebnis der großen Wende von Growth- zu Valuewerten. Unsere Werte besitzen ein vernünftiges Geschäftsmodell und haben berechtigte Chancen auf ein Comeback.