Eine neue Währung etabliert sich: Petro-Yuan

Einerseits hängt dieses mit dem gewachsenen ökonomischen Gewicht der Volksrepublik China in der Welt zusammen. Andererseits sind es gerade die USA, die mit dem Ausstieg aus dem multilateralen Atomabkommen mit dem Iran und den angedrohten Sanktionen den Aufstieg des Petro-Yuan befeuern.

Die Bedeutung des Petro-Dollar für die USA

Seit dem Zweiten Weltkrieg wird der Handel mit Erdöl hauptsächlich in US-Dollar abgerechnet. Das hierfür verwendete Geld wird auch als Petro-Dollar bezeichnet.
Den meisten Erdöl exportierenden Ländern fehlt es bis heute im großen Umfang an interessanten und renditeversprechenden Investitionsobjekten. So fließt seit jeher ein erheblicher Anteil der Dollarbestände in die USA zurück. Das wiederum führt zu der für die USA komfortablen Situation, dass dem Land erstens beträchtliche sogenannte Seigniorage-Einnahmen (bedeutet so viel wie Münzgewinn) automatisch zufallen, auch Gewinn durch Gelddrucken genannt. Und zweitens senken die bisher immerwährenden hohen Kapitalimporte aus den Ölländern das Zinsniveau in den USA, was Investitionen begünstigt. Die ständig steigende Staats- sowie die private Verschuldung in den USA sprechen Bände. Wie wir schon in früheren Beiträgen festgestellt haben, ist der hohe amerikanische Lebensstandard darauf zurückzuführen. Selbst die kriegerischen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten wurden damit günstig und zum großen Teil auch auf Kosten der Gegner finanziert.
Und ausgerechnet der Präsident, der “Amerika zuerst” als Slogan einfordert und alles dafür einsetzt, dass seine Politik als erfolgreich angesehen wird, befeuert mit seinem Ausstieg aus dem Iran-Atom-Deal und den angekündigten Sanktionen gegen die Staaten, die weiter am Abkommen festhalten, den Aufstieg der chinesischen Währung im Handel mit Erdöl.

Der neue Petro-Yuan und seine langfristigen Chancen

Natürlich ist der Aufstieg der chinesischen Währung wie alles im Reich der Mitte langfristig, dafür aber nachhaltig angelegt. Also wird es keinen Schnellschuss geben.
Trotzdem erkennen die ersten Banken und Investoren die Chancen, welche die Abwicklung von Rohstoffen in der chinesischen Landeswährung Yuan (anderer Name: Renminbi) mit sich bringt. So erwartet die schweizerische Großbank UBS, dass der Yuan die Dominanz des schuldengeplagten US-Dollars auf dem internationalen Ölmarkt langfristig erschüttern wird. Der seit dem 26.3.2018 in Schanghai an der Shanghai International Energy Exchange (INE) handelbare Ölkontrakt in Yuan (Petro-Yuan) werde darüber hinaus, so die Meinung der UBS, einen fundamentalen Wandel nicht nur auf dem Ölmarkt, sondern auf den Finanzmärkten insgesamt herbeiführen.
Mit dem Petro-Yuan wird auch ein Währungszufluss in die chinesische Währung erfolgen und die Rolle des Yuan als global akzeptierte Handelswährung stärken. Investoren werden dann auch mehr und mehr Kapital auf dem gesamten chinesischen Kapitalmarkt anlegen.
Der weltgrößte Ölimporteur hat jetzt schon eine beträchtliche Verhandlungsmacht und kann diese in Zukunft nutzen, um die Konditionen zu bestimmen und zum Beispiel die Zahlungen auf die einheimische Währung umzustellen.
Zwar wird es noch eine Weile dauern, aber die Bundesbank und die EZB haben schon reagiert. So gab die Bundesbank Anfang des Jahres bekannt, dass sie bereits einen kleinen Teil ihrer Devisenreserven in Yuan umgeschichtet hat. Die EZB hatte schon im Juni 2017 bestätigt, dass sie Devisenreserven im Volumen von 500 Millionen Euro in Yuan umgeschichtet hat, um der gewachsenen wirtschaftlichen Bedeutung Chinas Rechnung zu tragen.
Eine Abwicklung von Erdöl- oder anderen Geschäften in Yuan bietet insbesondere für Banken und Unternehmen Vorteile, die von der US-Regierung verhängte Sanktionen vermeiden wollen. Und das betrifft nicht nur die amerikanischen Iran-Sanktionen. Während alle in Dollar getätigten Geschäfte auf der Welt der US-Administration bekannt sind und der US-Rechtsprechung unterliegen, können Yuan-Geschäfte nicht von der US-Regierung verfolgt werden. Damit bietet sich für Händler eine willkommene Alternative, um den Zahlungsverkehr zunächst für Erdöl und später auch mehr fernab vom US-Dollar abzuwickeln.

Fazit

Mit den bereits verhängten und noch geplanten Sanktionen treiben die USA die betroffenen Staaten schrittweise immer mehr in die Hände Chinas. Damit ist auch absehbar, dass der Dollar und die damit einhergehende gigantische US-Verschuldung auch für Kleinanleger langfristig zu Problemen führen werden.
In einem früheren Beitrag hatten wir schon aussichtsreiche Aktien aus dem Reich der Mitte für interessierte Anleger vorgestellt. Einen kleinen Anteil an Aktien aus Fernost sollte jeder im Depot haben. Oder zumindest eine Aktien und Fondslösung mit einem China-Anteil ist für Anleger eine Überlegung wert.Dies könnte Sie auch interessieren

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