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Das Börsenjahr 2022-ein Jahr des Grauens (II)

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Die geplante Anschaffung der Kampfflugzeuge F35 mit einer Aktienempfehlung, darüber haben wir vor Kurzem erst geschrieben. Beim Schreiben dieses Rückblicks lief die Meldung über den Ticker, dass die USA der Ukraine Patriot-Abwehrsysteme liefern wollen. Dazu kommt die Meldung, dass der Rüstungskonzern Raytheon künftig die Produktion der Patriot-Raketen nach Bayern verlegen wird. Hier ergibt sich eine solide Anlagechance für Anleger, allerdings außerhalb von ESG-Kriterien. Dabei gibt es nichts Wichtigeres als die Wiederherstellung sowie die Erhaltung und Sicherung von Frieden in Europa und in der gesamten Welt.
 

Aber im Jahr 2022 gab es fast weiteren internationalen Krisenherd, denn die chinesische Führung hat Taiwan wieder bedroht und auch die USA haben ihre Beistandsverpflichtungen für die Insel erneuert. Taiwan hat sich mit einem Großteil der weltweiten Chipproduktion fast unangreifbar gemacht. So war das Manöver der chinesischen Armee eine der immer wiederkehrenden Drohgebärden Pekings. Aber wir dürfen die Gefahr nicht unterschätzen. Auch weil wir in zweifacher Hinsicht in Taiwan investiert sind, eine Direktinvestition in den taiwanesischen TSCM und indirekt durch unseren Wert Berkshire Hathaway, der ebenfalls den Wert erworben hat.

Überhaupt sind die Töne zwischen dem Reich der Mitte und der westlichen Führungsmacht schriller geworden. Es wird ein Wirtschaftskrieg geführt, der mit harten Bandagen ausgefochten wird.

China hat allerdings noch an einer weiteren Front zu kämpfen. Die Lockerung der Nullcovidstrategie erwischte das Land auf dem falschen Fuß. Schließlich sind die meisten der Milliarden Chinesen nicht geimpft. Das Land wird jetzt natürlich voll vom Virus getroffen, denn der chinesische Impfstoff ist in seiner Wirksamkeit doch stark beeinträchtigt. Folge ist, dass wir in diesem Jahr keine großen Wirtschaftszuwächse zu erwarten haben. Unsere chinesischen Werte sind ebenfalls eingebrochen.

Lieferkettenprobleme setzten der internationalen Wirtschaft zu, sodass wir in diesem Jahr erste Überlegungen zu einer De-Globalisierung in den Konzernzentralen haben. Das Ende der Globalisierung wurde schon öfter gefordert, aber jetzt scheint die eine echte Chance zu bestehen.

Wenn da nicht die großen Probleme mit den Energiepreisen in Folge des Ukrainekrieges wären. Spätestens seit der ungeklärten Explosion der Nordstream I Pipeline in diesem Jahr wurde wohl dem Letzten klar, dass die Zeiten billiger Energie in Europa wohl auf sehr lange Sicht vorbei sind. Gaspreisdeckel und Ölpreisdeckel der EU werden daran nichts ändern, schließlich sind die Kräfte des internationalen freien Marktes nicht mit irgendwelchen Deckeln aufzuhalten. Energieintensive deutsche und europäische Unternehmen sind mit ersten Überlegungen beschäftigt, das Land zu verlassen, um woanders billiger zu produzieren.

Eigentlich war die Ampel-Regierung angetreten, um die Energiewende zu meistern. Bis jetzt ist da noch nicht viel geschehen. Denn neben den bürokratischen Hürden für die erneuerbaren Energien türmen sich weitere Probleme vor dem durchaus guten Willen der Koalitionsparteien auf. Allerdings kann die aktuelle Regierung nichts für die fehlgeleitete Politik der Merkel-Vorgängerregierungen. So gibt es in Deutschland bspw. keine ernst zu nehmende Solarindustrie mehr, obwohl wir hier einmal führend in der Welt waren. Während die Chinesen ihre Solarindustrie mit Subventionen zu einer führenden Macht entwickelten, wurden unsere Unternehmen im Stich gelassen. Die Folgen sind bekannt.

Wir sind auch im Jahr 2022 nicht weitergekommen mit Lösung der Überalterung der Bevölkerung. Selbst wenn ausländische Fachkräfte in Deutschland hier bleiben und arbeiten wollen, stehen auch hier hohe bürokratische Hürden einer Zuwanderung immer noch entgegen. Was für ein Irrsinn! Die Unternehmen in den kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber auch schon in den börsennotierten Konzernen baden diese Fehlentwicklung aus. Und ganz besonders die Kunden, die sich bspw. von den hohen Energiepreisen verabschieden wollen und monatelang dafür auf Handwerker und danach auf die Abnahme warten müssen.

Die Notenbanken bekamen das bisschen Inflation nicht mehr in den Griff. Die lt. Notenbanken nur zeitweise höhere Inflationsrate zerstörte zunehmend das Vertrauen der Bürger in die Zentralbanken, die leider das Ruder zu spät herumrissen und die Zinsen jetzt mit Jumboschritten erhöhten. Das war höchste Zeit, die Inflation geht langsam etwas zurück. Die Konsumenten werden es vielleicht bald merken.

 
Aber auch unser Depotwert Tesla zerstörte Zukunftshoffnungen, wobei man sagen muss, dass Tesla zurückkommen wird. Aber nur, wenn das Twitter-Abenteuer von Elon Musk so halbwegs gut beendet wird und er sich wieder voll und ganz auf Tesla konzentrieren kann.

Porsche hat den diesjährigen Sprung aufs Börsenparkett in einem börsenfeindlichen Umfeld nicht bereut und steht bereit, im DAX40 neue Höchststände zu erklimmen.

Auch die Kryptojünger von Bitcoins, Ethereum etc. mussten mit dem Zusammenbruch der FTX Handelsplattform und den Folgen für nachgelagerte Börsenplätze aus diesem Segment einen schweren Schlag hinnehmen. Da sind Milliarden an Kapital verschwunden und so nimmt es nicht wunder, dass die Anhänger dieser Anlageform jetzt plötzlich für eine Regulierung eintreten. Es wird dennoch dauern, bis die Kurse der bisher ungeregelten Kryptos wieder alte Höchststände erreichen. 

Wie schon eingangs geschrieben, es war insgesamt gesehen ein grauenvolles Jahr, welches wir 2022 erlebten.

Aber für 2023 sieht es etwas besser aus, wie unser Ausblick noch zeigen wird.