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Börsenwissen Teil 3

Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des NDAC Anlegerclubs

Viele Neueinsteiger in das Aktiengeschehen sind erst einmal verwirrt über die Menge und Vielfalt der Aktien, die an den Märkten gehandelt werden können. Im Jahr 2022 konnten an den weltweiten Aktienmärkten etwa 1.549 Börsengänge von Unternehmen verzeichnet werden.

Das Interesse der Deutschen an der Aktienanlage stieg weiter an. Nie gab es mehr Aktiensparerinnen und Aktiensparer in Deutschland. 12,9 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr in Aktien, Aktienfonds oder Indexfonds auf Aktienindizes (ETF) investiert. Das ergibt sich aus den veröffentlichten Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts. Das sind etwas mehr als zum bisherigen Höchststand von 2001 und rund 830.000 mehr Menschen als im Vorjahr. Damit investierten 2022 rund 18,3 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Aktien.

Speziell im Corona-Jahr hat die Jugend die Aktie entdeckt. Insgesamt wurden 2020 600.000 Neueinsteiger unter 30 Jahren an den Börsen gezählt. Die Gründe für das Erwachen einer neuen „Generation Aktie“ sind vielfältig. Attraktive Smartphone-Apps, gepaart mit Neugier, frei gewordener Zeit im Lockdown sowie günstige Einstiegskurse im Frühjahr haben sicherlich ihren Teil zum Anstieg beigetragen.

Aber nicht alle legen ihr Kapital in Einzelaktien an, die meisten sind in Aktienfonds investiert.

Was ist ein Aktienfonds?
Im Prinzip ist ein Aktienfonds ein Aktien-Portfolio, also eine Vielzahl von Aktien, oder bildlich gesprochen, ein Korb voller Aktien. Analysiert, ausgewählt, gekauft und verkauft werden die einzelnen Aktien nicht vom Anleger selbst, sondern von einem professionellen Fondsmanagement. Der Anleger zahlt dem Management eine Entlohnung für das Erledigen der Arbeit, die er sonst selbst als Einzelanleger tun müsste.

Stellen wir uns einmal vor, wir sind Neueinsteiger mit 3.000 Euro freiem Kapital und wollen möglichst wenig Risiko eingehen bei unserer Investition. Nun können wir das ganze Kapital auf eine Aktie setzen, ähnlich wie beim Pferderennen. Ahnungslos, weil wir vielleicht nur einem Aktientipp gefolgt sind, kaufen wir bspw. 30 Aktien für je 100 Euro. Nun läuft das Unternehmen zunächst ganz gut an der Börse und bald haben wir 10 Prozent Gewinn erzielt. Wir denken, läuft doch gut. Als wir das nächste Mal nachschauen, wird unsere Investition nur noch mit 2.500 Euro im Depot ausgewiesen. Was ist da passiert, fragen wir uns erschrocken. Fakt ist, der Kurs von unserer Aktie hat tatsächlich auf 25 Euro nachgegeben, das können wir jederzeit online verfolgen. Der Markt läuft zwar gut, das zeigen die Indizes, wie bspw. der DAX30. Aber ausgerechnet unsere Einzelinvestition hat gerade einen Hänger. Wir hören dann immer als Neueinsteiger den Begriff Streuung der Anlage oder Diversifikation, wie der Fachmann sagt.

Aber für unser Beispiel 3.000 Euro können wir vielleicht zwei oder drei kleinere unterschiedliche Aktienpakete für unser Depot erwerben. Das kann gut gehen, aber in der Regel sollte man schon mehr unterschiedliche Aktien als Streuung in einem Depot haben. Nur in welche? Und wir haben nur die 3.000 Euro als freies Kapital zur Verfügung.

Die Lösung lautet, in einen Aktienfonds zu investieren. Wir haben in unserem NDAC-Clubfonds z. B. über 50 Aktien aus unterschiedlichen Branchen im Depot. Das sind neben soliden Basisinvestments, die auch ordentlich Dividenden einbringen, Mittelstands- und Nebenwerte, denn diese wachsen mitunter schneller als die DAX40-Werte. Wir haben einen Schwerpunkt auf Megatrends gelegt und Werte aus den Bereichen Internet und Künstliche Intelligenz, Biotech und Medizin sowie Grüne Energien erworben. Und wir haben auch wenig spekuliert auf die Zeit nach Corona und uns einige Aktien, die in der Zeit des Lockdowns zurück gekommen waren, zugelegt. Der NDAC-Clubfonds enthält dabei nicht nur deutsche Aktien, sondern ist international ausgerichtet. Zur Wahrheit gehört auch, dass nicht alle Wertpapiere im grünen Bereich sind, sondern es gibt auch wenige kleine Hänger. Aber die Gründe sind dem Fondsmanagement größtenteils bekannt und sie stehen unter verschärfter Beobachtung, entweder sie erholen sich oder sie werden verkauft.

Wir sehen also, unser Einzelanleger braucht entweder ein Vielfaches mehr an Kapital für eine adäquate Streuung oder er gibt sein Kapital gleich in einen Aktienfonds. Dann arbeitet der Fonds für ihn und er kann seine Nerven schonen, wenn es mit einer Aktie nicht so rund läuft. Außerdem spart er Zeit für das ständige Beobachten seiner Einzelinvestments.

Wir bieten, wie andere Fonds zum größten Teil auch, für unseren Clubfonds einen Sparplan an. Mit kleineren Beträgen kommt man dann im Laufe der Zeit zu einem beträchtlichen Vermögen.

Natürlich wer möchte und das entsprechende Knowhow hat, über die entsprechende Erfahrung und auch das notwendige Kapital verfügt, der kann auch selbst an der Börse mit einzelnen Werten spekulieren. Für Anfänger ist das nicht das ideale, wie wir an unserem Beitrag aufgezeigt haben.