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Zinsängste, aber keine Sorgen an den Börsen

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Viel fehlt nicht mehr, dann hat der DAX40 sein Allzeithoch von 16.427 Punkten erreicht. Darum fragen sich viele, ob sie jetzt noch einsteigen sollten. Aktien sind womöglich zu teuer, sagen sich viele Kleinanleger. Das mag zwar stimmen, doch damit sind nicht alle Aktien automatisch teuer. Das zeigt eine der wichtigsten Kennzahlen in der Finanzanalyse, das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Es drückt aus, wie hoch ein Konzern gemessen am Eigenkapital bewertet ist oder wie viel Anleger für die Aktie gemessen an der Firmensubstanz bezahlen. Der Buchwert errechnet sich aus allen Vermögenswerten einer Firma abzüglich seiner Verbindlichkeiten. Ein KBV von knapp eins, wie ihn beispielsweise unser ehemaliger Depotwert BASF erreicht, bedeutet, dass alle BASF-Aktien nur so viel kosten, wie der Konzern an Eigenkapital hat. Über das KBV haben wir auch schon in unserer Rubrik Börsenwissen einiges berichtet. Wir können nur wiederholen, für einen Kauf einer Aktie müssen Anleger noch einige andere Kriterien heranziehen. Bewertungsabschläge haben immer Ursachen, egal in welchem Index sie gerade gehandelt werden, sonst wären die Aktien nicht so preiswert. Doch einen näheren Blick sind sie vor allem für Langfristanleger wert.

Es ist noch lange nicht Schluss mit der Zinsanhebung durch die Fed, obwohl die Zinspause das viele vielleicht glauben ließ. Darauf werden die Marktteilnehmer seit Wochen vorbereitet.

Christopher Waller, Direktor der US-Notenbank, sieht die Inflation in den USA noch nicht unter Kontrolle. Er unterstütze zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr um jeweils einen viertel Prozentpunkt, erklärte er in einer Rede: „Ich sehe keinen Grund, warum die erste dieser beiden Zinserhöhungen nicht auf unserer Sitzung Ende dieses Monats erfolgen sollte.“ Das nächste Zinstreffen der Federal Reserve ist am 25. und 26. Juli. Wenn die Inflation nicht weiter zurückgehe und es keine Anzeichen für eine signifikante Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit gebe, dann solle eine zweite Anhebung um 25 Basispunkte eher früher als später erfolgen. Ihr Autor ist übrigens auch der Meinung, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Zumindest die amerikanischen Börsen haben aktuell wohl (noch) nichts mit Rezession, Zinsängsten, Inflation etc. am Hut. Inmitten einer Flut aus Firmenbilanzen haben die US-Börsen am Mittwoch erneut zugelegt. Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent höher bei 35.061 Punkten und legte damit den achten Handelstag in Folge zu. Das ist seine längste Gewinnserie seit immerhin mehr als drei Jahren.

Positiv, auch die deutsche Wirtschaft hat ihre Rezession nach Prognose der Bundesbank angesichts sinkender Inflation und steigender Löhne beendet. “Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im zweiten Quartal 2023 wieder leicht gestiegen sein”, heißt es im Monatsbericht. Die beiden vorangegangenen Quartale war das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 und 0,3 Prozent geschrumpft, was einer technischen Rezession entspricht. Ob es nun gerade im beendeten Frühjahrsquartal tatsächlich zu einem Wachstum gereicht hat, will das Statistische Bundesamt am Monatsende in einer ersten Schätzung mitteilen. Warten wir es ab, wie die vorläufigen Zahlen aussehen.

In der vergangenen Woche hatten wir auf die Neugewichtung im NASDAQ hingewiesen und erklärt, warum die Tech-Werte angepasst werden mussten. Zu den Gewinnern der Neugewichtung könnte indirekt auch die Aktie unseres Depotwertes Deutschen Telekom zählen. Grund dafür ist, dass die börsennotierte US-Tochter T-Mobile US mit einem Anteil von knapp einem Prozent auf Rang 20 des Nasdaq 100 rangiert. Steigt die Nachfrage nach den Aktien und damit ihr Kurs an, dann legt auch der Wert der US-Tochter in der Telekom-Bilanz zu. Der deutsche Konzern hält 50,43 Prozent an dem US-Mobilfunkanbieter. Aber auch unser Depotwert Adobe sowie die Papiere Cisco und Netflix dürften laut Finanzmarktexperten zu den Gewinnern der Neugewichtung im Technologiesektor gehören.

Und auch unser Depotwert Tesla hat sich mit neuen Zahlen gemeldet. Der selbst angezettelte Preiskrieg bei E-Autos setzt Tesla selbst zu. Der Konzern gab nach US-Börsenschluss am Mittwoch für das zweite Quartal einen Rückgang der Rentabilität (Bruttomarge) auf 18,2 Prozent nach 19,3 Prozent im Vorquartal bekannt. Das ist der niedrigste Wert in 16 Quartalen. Die Umsatzerwartungen wurden dafür mit 24,9 Milliarden Dollar übertroffen. Analysten hatten knapp 24,5 Milliarden Dollar erwartet. Der Nettogewinn lag bei 3,15 Milliarden Dollar. Im nachbörslichen Handel rutschte die Tesla-Aktie zunächst gut zwei Prozent ins Minus, im weiteren Verlauf aber mit zwei Prozent im Plus.

Und einer ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht, nun ja nicht gleich persönlich, aber immerhin er hat einen Brief über seine Anwälte dem Landgericht München geschrieben. Die Rede ist vom flüchtigen Ex-Vorstand des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard, Jan Marsalek. Nach Informationen der Wirtschaftswoche hat sich der ehemalige Vertriebsvorstand zum angeblichen, wohl von Wirecard-Partnern betriebenen Geschäft (Drittpartnergeschäft) des Unternehmens geäußert. Er soll zu verstehen gegeben haben, dass dieses, anders als von der Staatsanwaltschaft behauptet, doch existierte. Irgendwann wird das Schreiben in die Verhandlung eingeführt und damit veröffentlicht werden. Ob der Brief allerdings den Angeklagten entscheidend helfen wird, darf bezweifelt werden.