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Der Clubfonds-Ticker
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Wir werden alle Aktionäre – Das neue Altersvorsorgedepot (II)

Die Produktlandschaft für das neue Altersvorsorgedepot (AVD) ist sehr komplex geraten. Banken, Broker, Investmentgesellschaften, Versicherer und der Staat. Letzterer hat bis heute und wir haben schon Juni, immer noch keine Entscheidung getroffen, welcher Träger denn in Frage kommen wird. Wird es der Kenfo, (hat wohl die meisten Erfahrungen) wird es die Deutsche Bundesbank oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Oder will es das Finanzministerium selbst managen, was ziemlich unwahrscheinlich erscheint.

Wichtig ist die Frage, weil die bestehenden staatlichen Strukturen nicht ausreichend sind, egal wer es am Ende wird. Während die privaten Anbieter bereits über flächendeckende Vertriebe und mit Sicherheit auch über die entsprechenden IT/KI-Systeme verfügen, um den Vertrieb, die Verwaltung, die Investments und ja auch der späteren Auszahlung verfügen, sehen wir beim staatlichen AVD noch nicht all zu viel. Fondsmanager freuen sich zwar auf den VW der Altersvorsorge, aber für sollten gleiche Startbedingungen gelten.

Für viele unsichere Anleger, und ja davon gibt es eine Menge, ist der staatliche AVD die bessere Alternative. Dieser Fonds wird allein schon durch seine wuchtige Größe kostengünstig sein und Rabatte beim Kauf von Aktien und Anleihen aushandeln können.

Andere Fragen bleiben auch noch offen. Das Anlegen der Gelder beim staatlichen AVD ist die eine Sache. Wie und wo werden die Sparer ihr staatliches Depot eröffnen können? Wer macht die Kleinarbeit dahinter, das bedeutet, wer kümmert sich um die Abwicklung der Sparpläne und den Kundenkontakt (jährlicher Kontoauszug, die Infos zur Beantragung der Förderung)? Das könnte zwar die Deutsche Rentenversicherung mit ihren Kundenkontakten übernehmen oder aber der Staat in Form des Bundesfinanzministers verwaltet das Kapital lediglich und lagert die Kundenverbindung an einen privaten Anbieter aus.

Andererseits wer zertifiziert die Anbieter und wer behält die Kontrolle? In der Vergangenheit gab es da mitunter schlechte Erfahrungen.

So richtig zu Ende gedacht hat es unser Gesetzgeber noch nicht, deshalb hat ihr Autor wie viele andere Akteure und Beobachter so langsam berechtigte Zweifel, ob das Mammut-Projekt überhaupt am 01.01.2027 starten kann.       

Auch jeder private Anbieter muss ein Standardprodukt verkaufen. Meisten wird das ein Aktiv oder Passivfonds mit Aktien und/oder Anleihen sein. Für Anleger ist gut zu wissen, dass auch die privaten AVD-Anbieter ihre Angebote kostengünstig anbieten müssen. Auch sie dürfen genau wie der staatliche Fond höchstens ein Prozent Kosten für den Anleger verursachen. Und das geht? Ja, das funktioniert wenn man einen ETF auswählt, der kostet nur 0,3 Prozent Gebühren. Kurz vor Ende der Laufzeit fahren die Anbieter der Standardprodukte die Aktienanteile herunter und den Anleiheanteil herauf. Das ist gesetzlich vorgeschrieben damit ein Kurssturz vor der Rente das Kapital nicht dezimiert.

Daneben wird es für andere Sicherheitsbewusste wiederum nach wie vor Produkte geben, bei denen garantiert wird, das zum Rentenstart 80 oder 100 Prozent der Einzahlungen zur Verfügung stehen. Solche Zusagen kommen meist von Versicherungen. Doch ist Vorsicht geboten, denn die Garantie ist teuer und nagt an der Rendite und das über Jahre.

Das Verlustrisiko bei herkömmlichen Fonds ist wirklich überschaubar. Ja es richtig, die Börsenkurse und damit auch der Fonds schwanken. Wer aber bspw. länger als 15 Jahre bspw. auf den ETF vom MSCI-World—Index setzte und das durchhielt, hat nach 15 Jahren nie Verluste im der Vergangenheit eingefahren. Die möglichen Gewinne waren weitaus höher als bei überteuerten Garantieprodukten. Wir warnen vor dem Abschluss von Garantieprodukten, Standardprodukte sind die bessere Wahl.

Wer sich an der Börse gute auskennt, kann auf Angebote verzichten und sich sein Depot selbst zusammenstellen.

Zugelassen sind aktive gemanagte Fonds und ETF bis Risikostufe  5, wozu Aktien-ETF wie der bereits oben erwähnte ETF MSCI World zählt.  Natürlich sind Technologie-ETF und ELTIF  (ELTIF sind langfristige, EU-regulierte Fonds, die Kapital von Anlegern in Infrastruktur, Immobilien, Private Equity und andere illiquide Sachwerte investieren) möglich. Anleihen ETF sind auch erlaubt.

Nicht erlaubt sind dagegen Einzelaktien und Kryptowährungen. Sie gelten als zu riskant. Irgendwie logisch bei den Kryptos. Bei Einzelaktien sieht ihr Autor es nicht so, aber wer schon einmal einen Sparplan auf Einzelaktienabgeschlossen hat, weiß, dass die Kosten über einem Prozent liegen. (Außer bei begrenzten Marketingsonderaktionen.)

Sparer sollten die Angebote wirklich erst in Ruhe vergleichen und warten, was der staatliche Anbieter, wenn er denn endlich in die Puschen kommt, für ein Angebot vorlegt. Es entgeht, darauf möchten wir noch einmal hinweisen, keine Förderung, weil diese erst zum Jahresende ermittelt wird. Erst überlegen, dann handeln!