Urteile zu Lebensversicherungen – Es gibt bessere Möglichkeiten

Es mag Zufall sein, dass die beiden Urteile in der Urlaubszeit fallen. Schließlich betreffen beide der Deutschen liebste Kinder – die Kapitallebens- und -rentenversicherungen sowie die klassische Sparform bei Riester-Verträgen.

Lebensversicherungen

Am 27.6.2018 urteilte das höchste deutsche Gericht, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, zur Anrechnung der Bewertungsreserven von Unternehmen bei kapitalgebundenen Versicherungen.

Für langjährige Kunden von Lebensversicherungen fällt die Ausschüttung am Laufzeitende oft magerer aus, als einmal vor Abschluss vom netten Versicherungsvertreter oder -makler prognostiziert wurde.

Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen  Garantiezins für die Sparleistung, der damals für langjährige Versicherte im Verhältnis zu heute sehr hoch war, wurde noch die Überschussbeteiligung in die dann optisch stattliche Rendite eingerechnet. Diese Überschussbeteiligung ergibt sich u. a. aus Bewertungsreserven. Dabei handelt es sich um Gewinne, die die Gesellschaften erwirtschaften, indem sie die Versichertengelder am Kapitalmarkt anlegen, größtenteils in festverzinslichen Papieren wie Staatsanleihen. Kommt die Lebensversicherung zur fälligen Endauszahlung, steht dem Versicherten grundsätzlich sein Anteil an diesen Gewinnen zu. Diese Beteiligung an den Bewertungsreserven ist eine Komponente der Gesamtverzinsung – Garantiezins, laufender Zinsüberschuss und Schlussüberschuss.

Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung durch alle Instanzen ist die anhaltende Zinsflaute. Sie macht es Versicherern schwerer, die hohen Garantiezusagen der Vergangenheit einzuhalten. Ältere, höher verzinste Staatsanleihen in den Büchern sind in dieser Situation ein Stabilitätsanker, doch irgendwann werden auch die fällig und durch neue, niedriger verzinste Papiere ersetzt. Aber auch um ausscheidenden Kunden ihren Anteil an den Bewertungsreserven auszahlen zu können, müssen die Unternehmen diese Anleihen am Markt zu Geld machen, sehr zum Nachteil aller Versicherten mit neueren Verträgen, die noch länger auf eine solide finanzielle Aufstellung angewiesen sind.

Im Zuge einer Versicherungsreform aus dem Jahr 2014 hat der Gesetzgeber diese Ausschüttungen deshalb gedeckelt. Seither dürfen die Kursgewinne nur noch in einem Maß ausgezahlt werden, das die Garantiezusagen für alle übrigen Versicherten nicht gefährdet. So verringerte sich die Auszahlung eines Kunden, die dem Bund der Versicherten (BdV) als Präzedenzfall für eine Klage wegen verfassungswidriger Enteignung diente, vom ursprünglich in Aussicht gestellten Betrag allein aus den Bewertungsreserven von 2821,35 Euro auf nur noch 148,95 Euro in der Schlussrechnung.

Alles ist verfassungsgemäß gelaufen, urteilten die Richter in Karlsruhe, obwohl es laut BdV um zweistellige Milliardenbeträge geht, die den Versicherten dann am Ende in ihrer Vorsorge fehlen.

Nächste Etappe im Streit um Minuszinsen bei Riester-Verträgen

Millionen Riester-Verträge in Deutschland setzen auf die klassische Sparvariante. Wer bei der Bank Kapital anspart, erwartet Zinsen – erst recht, wenn es fürs Alter vorgesehen ist. Doch die Zinspolitik der EZB hat einiges durcheinandergebracht. Darf dann eine Bank Negativzinsen auf Riester-Kunden abwälzen, wie es die Kreissparkasse in Tübingen im Falle des Riester-Banksparplans „VorsorgePlus“ getan hat? Im August 2017 mahnte die Verbraucherzentrale (VZ) Baden-Württemberg das Geldinstitut ab, weil es damals für das Produkt einen Grundzins von minus 0,5 Prozent auswies und den zugesagten positiven Staffelzins mit dem aktuell negativen variablen Zins verrechnete. Die Sparkasse blieb jedoch bei ihrer Entscheidung, sodass die VZ auch wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Ausweises von Negativzinsen für alle Sparer vor Gericht zog, in der ersten Runde aber unterlag. Das Landgericht Tübingen hält die Zinsgestaltung der Sparkasse für transparent und konnte keine „unangemessene Benachteiligung von Verbrauchern“ erkennen. Denn obwohl der Grundzins bei dem strittigen Produkt inzwischen negativ geworden sei, habe der von der Sparkasse zusätzlich gewährte Bonuszins verhindert, dass Kunden für ihre Sparverträge zahlen mussten. So solche Entscheidung ruft natürlich bald auch einen Dominoeffekt auf alle Zinssparformen hervor. Daher ist damit zu rechnen, dass eine Entscheidung auch hier das höchste deutsche Gericht zeitnah fällen muss.

Aktienfonds sind die bessere Alternative für die Altersvorsorge

Die beiden Urteile zeigen: Keine Zusage hält ewig. Das Risiko, enteignet zu werden, darf auch bei bisher klassischen Sparformen nicht ausgeblendet werden. Speziell in der Altersvorsorge ist der langfristige Aufbau von Kapital mit Aktien und Aktienfonds die bessere Alternative. Sie ist flexibel und renditeträchtiger, und das Problem des höheren Risikos können wir bei einem langfristigen Horizont minimieren. Jeden Monat einen bestimmten Betrag in einen Aktienfonds eingezahlt, ergibt am Ende eine höhere Auszahlungssumme als bei einer Kapitallebensversicherung. Und die Familie kann günstig mit einer Risikolebensversicherung abgesichert werden, die nur einen Bruchteil einer Kapitallebensversicherung kostet.

Fazit

Wer noch länger Zeit hat, bis seine Lebensversicherung ausgezahlt wird, sollte überlegen, seine Police bis zum Ablauf ruhen zu lassen Auf keinen Fall aber kündigen, da dies mit hohen Verlusten verbunden ist!!! Ein Aktienfondssparplan ist schnell abgeschlossen. Aber bitte schauen Sie sich vorher unsere Tipps an, die wir dazu auf unserer Seite immer wieder veröffentlichen.weitere Flüstereien

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