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Treffen in Jackson Hole und Johannesburg, Chinas Probleme und tolle Nvidia Zahlen

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

In der abgelaufenen Woche war es wieder soweit. Die international führenden Notenbanker trafen sich in Jackson Hole, hoch in den Rocky Mountains, im US-Bundesstaat Wyoming (nach Redaktionsschluss für unseren Newsletter).

Die Rede von Fed-Chef Jerome Powell stand dabei unter der weitreichenden Überschrift „Strukturelle Veränderungen in der Weltwirtschaft“, die auch das Motto der diesjährigen Tagung ist. Neben den Währungshütern waren auch zahlreiche Ökonomen angereist, um ihre Ausblicke vorzustellen. 

Ein besonderes Augenmerk werden die Notenbanker auf die Kapitalmärkte legen. Sorgen vor einer hohen Teuerung sowie vor einer Rezession haben die Märkte zuletzt dominiert, insbesondere Aktien gerieten stark unter Druck.

Das wichtigste Treffen dieser Art weltweit haben führende Notenbanker schon häufig dazu genutzt, auch längerfristige Perspektiven zu skizzieren. Vor dem Hintergrund von Inflation und konjunktureller Abkühlung hoffen Investoren außerdem auf Hinweise auf die nächsten geldpolitischen Schritte. Wir werden auf die Tagung und ihre hoffentlich klar formulierten Ergebnisse und Ausblicke noch einmal zurückkommen.

In der vergangenen Woche fand das immer wichtiger werdende Treffen der BRICS- Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) im südafrikanischen Johannesburg statt. Die Staatengruppe versteht sich mehr und mehr als politisches und ökonomisches Gegengewicht zu den westlichen G7 Staaten. Nun könnten wir dieses Treffen als nicht so sehr bedeutend einstufen. Aber weit gefehlt.

Die sogenannten BRICS-Länder repräsentieren aktuell noch rund 42 Prozent der globalen Bevölkerung, 23 Prozent des weltweit erzeugten Bruttoinlandsprodukts und 18 Prozent des Welthandels. Aber diese Treffen werden in der Zukunft höchstwahrscheinlich eine weitere Bedeutung erlangen. Geopolitisch dürfte im Mittelpunkt der Diskussionen stehen, dass sich mehr als 20 weitere Nationen für die Aufnahme in den BRICS interessieren sollen. Eine Expansion könnte die Stimme der BRICS in der Weltpolitik stärken. Allerdings sind die Interessen der Staaten momentan zu uneinheitlich. Im Vorfeld des Treffens wurde auch über die Schaffung einer gemeinsamen Währung beziehungsweise Verrechnungseinheit diskutiert, um die Abhängigkeit vom US-Dollar im Zahlungsverkehr zu verringern. Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass es jetzt oder in naher Zukunft zu einer Vereinbarung darüber kommen sollte, dürfte die Dominanz des US-Dollars im internationalen Währungshandel kaum beeinträchtigt werden. In den vergangenen zehn Jahren vergrößerte sich der Gegenwert der täglich gehandelten Währungstransaktionen von 4,6 auf 6,6 Billionen US-Dollar. Der Anteil der Transaktionen, an denen der US-Dollar beteiligt war, blieb mit 44 Prozent konstant. Unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte dürfte das BRICS-Treffen wahrscheinlich nicht haben. Ach so, der russische Präsident Wladimir Putin reiste wegen des bestehenden internationalen Haftbefehls gegen ihn nicht an, er ließ sich von seinem Außenminister Sergey Lawrow vertreten und war selbst auch zu dem Treffen per Video zu geschaltet.

 

Aktuell lief eben die Nachricht über den Ticker, dass sich die BRICS Gemeinschaft ab 01.01.2024 erweitern wird: Iran, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Äthiopien und Argentinien. Zweifelsohne eine fragwürdige Erweiterung. Schon allein die beiden Länder Saudi-Arabien und Iran werden für reichlich Konfliktstoff sorgen.

Nicht ganz so wohlgefühlt haben dürfte sich in Johannesburg Chinas Präsident XI, denn in seinem Land ist die wirtschaftliche Lage nicht mehr so rosig. An dieser Situation trägt der chinesische Präsident wegen seiner umstrittenen Politik eine erhebliche Mitschuld. So musste die People’s Bank of China (PBoC) in der letzten Woche den einjährigen Kreditleitzins um 0,1 Prozentpunkte auf 3,45 Prozent senken. Das ist zwar weniger als erwartet, aber am vergangenen Sonntag hatte sie zudem die Geschäftsbanken aufgefordert, die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen zu erhöhen, um die ins Stocken geratene wirtschaftliche Erholung zu unterstützen. Der Druck auf chinesische Aktien hielt am darauffolgenden Montag dennoch an. Der Hang Seng Index sackte um 1,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten ab. Zum einen fiel die Zinssenkung geringer aus als die erwarteten 0,15 Prozentpunkte, zum anderen wurde der Leitzins für fünfjährige Kredite unverändert bei 4,2 Prozent belassen, obwohl auch hier eine Senkung um 0,15 Prozentpunkte erwartet worden war. Immerhin hatte Chinas Zentralbank erst eine Woche zuvor den Zins, zu dem sie dem Bankensystem mittelfristig Liquidität zur Verfügung stellt, in dieser Höhe gesenkt. Die PBoC stärkt über die Ausweitung der Nettozinsmargen die Ertragskraft chinesischer Geschäftsbanken. Das Vertrauen der Marktteilnehmer in eine baldige, schwungvolle Erholung Chinas konnte Peking hingegen nicht beflügeln. Nur Anleger mit Geduld und starken Nerven dürften die derzeitige Schwäche und niedrige Bewertung chinesischer Aktien als Einstiegschance sehen bzw. ihre Positionen halten.

Und nun noch etwas ganz Tolles: die Werte unseres Depotwertes Nvidia geben wieder Anlass zum Jubeln. Der amerikanische Halbleiterkonzern hat mit seinen am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalsergebnissen und seiner Prognose auf die kommenden Monate die Erwartungen bei weitem übertroffen. Zu verdanken hat er dies seiner starken Position im Markt für Chips, die sich für Anwendungen rund um künstliche Intelligenz eignen. Der Umsatz betrug 13,5 Milliarden Dollar und war damit doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Der Nettogewinn hat sich auf 6,2 Milliarden Dollar mehr als verneunfacht. Darauf können wir doch mit einer Flasche Sekt anstoßen!

Ob die Inder Sekt trinken wissen wir nicht. Aber nach dem wissenschaftlichen und damit verbunden auch wirtschaftlichen Erfolg ihrer Raumfahrtmission, Landung auf der Südseite des Mondes, hat der Subkontinent es verdient, quasi in den Himmel gehoben zu werden. Die über eine Milliarden Inder können mit Recht stolz auf ihr Land sein.