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Der Clubfonds-Ticker
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Unser Ü70 Kanzler bekam einige gewollte und nicht gewollte Geschenke

Friedrich Merz – der erste Ü70-Kanzler seit Adenauer

Friedrich Merz ist seit seinem 70. Geburtstag der erste über 70-jährige Kanzler seit Konrad Adenauer. Letzterer kam sogar erst mit 73 Jahren ins Amt und übte es ganze 14 Jahre lang aus. So lange wird der aktuelle Kanzler wohl nicht im Amt bleiben.
Wenn es nach den Umfragen geht, wird Merz im besten Fall nur eine Legislaturperiode durchstehen. Trotzdem: nachträglich alles Gute zum Geburtstag, viel Gesundheit und Durchhaltevermögen im Amt!

USA: Der längste Shutdown der Geschichte beendet

Der längste Shutdown in der Geschichte der USA ist mit der Unterschrift des US-Präsidenten beendet. Zuvor hatten Senat und Repräsentantenhaus einem Kompromiss zugestimmt.
Damit geht die Sonne über den Märkten wieder auf – wenn vielleicht auch nicht für lange. Mit 43 Tagen stellte dieser Shutdown einen neuen Rekord auf. Der alte Rekord von 35 Tagen zog sich über den Jahreswechsel 2019 hin. Und dreimal dürfen Sie raten, wer damals Präsident war.
Richtig – derselbe wie heute. Der „Don“ scheint ein besonderes Faible dafür zu haben, ein Land ins Chaos zu stürzen.

Nun werden auch die während des Shutdowns ausgefallenen US-Wirtschaftsdaten (Beschäftigungszahlen, Inflationsraten, Handelsdefizite etc.) veröffentlicht, die Aufschluss über die wirtschaftliche Lage geben. Ob diese Zahlen dem Don gefallen werden, sei dahingestellt.
Die Börse jedenfalls nimmt den Kompromiss wohlwollend zur Kenntnis – das zeigen die steigenden Indizes. Allerdings droht bereits im Februar 2026 der nächste Shutdown, denn so kurz ist die Laufzeit des jetzigen Kompromisses.


Märkte: Energieaktien im Höhenflug

Ein Blick auf die Märkte: Europäische Energieaktien haben seit Jahresbeginn in Euro um 18 Prozent, in US-Dollar sogar um 32 Prozent zugelegt – eine bemerkenswerte Entwicklung angesichts des um rund 15 Prozent gefallenen Ölpreises, zu dem der Sektor in der Vergangenheit eine enge Korrelation aufwies.

Die aktuelle Situation erinnert an die frühen 1990er-Jahre, als der Ölpreis aufgrund erheblicher Überkapazitäten der OPEC meist zwischen 17 und 21 US-Dollar je Barrel stagnierte. Damals waren Energieunternehmen gezwungen, ihre Kosten niedrig und die Produktivität hoch zu halten – was trotz allem hohe Ausschüttungen ermöglichte und diese Phase zu einer der ertragreichsten des Sektors machte.

Seit Jahresbeginn allerdings wurden die Analystenschätzungen für die erwarteten Gewinne im Jahr 2026 um 15 Prozent reduziert. Angesichts eines weiterhin bestehenden Überangebots am Ölmarkt sind weitere negative Anpassungen wahrscheinlich. Zudem bewegen sich die Bewertungen aktuell am oberen Rand ihrer historischen Bandbreite.
Eine nachhaltige Outperformance des Sektors ist daher aus heutiger Sicht nicht zu erwarten.


Deutschland: Schwache Konjunktur und alte Probleme

Deutschland steckt seit Jahren in einer Schwächephase – das liegt also nicht am aktuellen Bundeskanzler, sondern an dessen Vorgängern, die leider zu bequem waren, die notwendigen Reformen anzustoßen.

Auch im kommenden Jahr geht es laut den Wirtschaftsweisen nicht bergauf. Der Sachverständigenrat korrigierte seine Prognosen erneut nach unten. Kritik an der Verwendung des Milliarden-Sondervermögens und Vorschläge für eine Reform der Erbschaftsteuer sind Teil des neuen Jahresgutachtens. Die Ökonomen fordern die Bundesregierung einmal mehr zu einem Kurswechsel auf – zum wievielten Mal eigentlich?

Die Konjunktur kommt nach der neuen Prognose auch im kommenden Jahr nicht richtig in Schwung. Nach einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent in diesem Jahr rechnet der Rat mit einem BIP-Plus von 0,9 Prozent. Von einem breit angelegten Aufschwung sei auch 2026 nicht auszugehen, heißt es im Gutachten.
Über die Vorschläge für die angedachten Reformen zu schreiben oder gar zu diskutieren, wäre wohl wieder Zeitverschwendung – sie landen wie so oft im Aktenschrank.


Gute Nachrichten: Google investiert Milliarden in Deutschland

Immerhin gab es ein Geburtstagsgeschenk für den Bundeskanzler: Der US-Technologieriese Google will in Deutschland in den kommenden Jahren 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Infrastruktur und Rechenzentren investieren.

Das bislang größte Investitionsprogramm des Konzerns umfasst den Bau eines neuen Rechenzentrums in der hessischen Kreisstadt Dietzenbach, wie Google-Deutschlandchef Philipp Justus in Berlin ankündigte. Das bestehende Datacenter im benachbarten Hanau soll erweitert werden. Außerdem sollen die Standorte in München, Frankfurt am Main und Berlin ausgebaut werden.

Google – bekanntlich eine Tochter von Alphabet – erklärte, das Programm werde „voraussichtlich bis 2029 jährlich rund 9.000 Arbeitsplätze in Deutschland sichern“.


Wehrdienst und Arbeitskräftemangel – eine schwierige Kombination

Hurra, jetzt sind wir wieder geschützt – der neue freiwillige Wehrdienst kommt.
Doch abgesehen von der fehlenden Infrastruktur der Bundeswehr stellt sich die Frage: Was bedeutet dieser Wehrdienst für die ohnehin desolate Arbeitskräftesituation im Land?

Es geht ja nicht nur um die Wehrdienstleistenden, die der freien Wirtschaft fehlen werden. Hinzu kommt das Personal für die Musterungen (Sanitätspersonal, Bundeswehrärzte etc.) sowie neue Bundeswehr-Immobilien. Die versprochenen 2.600 Euro brutto für den Wehrdienst werden die Situation auf dem Arbeitsmarkt – insbesondere bei der Nachwuchsgewinnung für kleine und mittelständische Unternehmen – weiter verschärfen.

Vielleicht brauchen wir bald ein neues Sondervermögen … wenn es denn dafür noch eine Mehrheit gibt.


Banken: Europa schlägt die USA

Manchmal kommt es anders, als man denkt: Die Aktien europäischer Banken schneiden in diesem Jahr an den Börsen besser ab als die ihrer amerikanischen Wettbewerber.

Der Stoxx Europe Banks Index hat seit Anfang Juli um rund 20 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn sogar um mehr als 50 Prozent. Er gilt als wichtiger Referenzindex für den europäischen Bankensektor. Zum Vergleich: Der amerikanische KBW-Bank-Index stieg seit Anfang Juli nur um etwa 7 Prozent, seit Jahresbeginn um rund 19 Prozent.

Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als in Europas Finanzwelt lange die Sorge herrschte, US-Banken könnten künftig durch weniger strenge Regulierungsauflagen begünstigt werden. Ganz so schlecht ist die Lage in Europa also doch nicht – trotz vieler Widrigkeiten.