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Der Clubfonds-Ticker
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Neues von unseren NDAC-Clubfondswerten: heute MercadoLibre

Nachdem das Mercosur-Abkommen bekanntlich vom EU-Parlament mit knapper Mehrheit an den Europäischen Gerichtshof zur weiteren juristischen Prüfung überwiesen wurde, ist dieses für die EU wichtige Abkommen dennoch vorläufig in Kraft gesetzt worden. Das bedeutet nichts anderes, als dass man so tut, als sei es bereits ratifiziert und in Kraft getreten.

Deshalb wollen wir uns heute mit einem unserer südamerikanischen NDAC-Clubfondswerte beschäftigen: MercadoLibre. Wer jetzt glaubt, es handele sich um eine unbedeutende Penny-Stock-Aktie, wird nach dem Lesen der folgenden Zeilen eines Besseren belehrt.

MercadoLibre ist ein Unternehmen aus dem Sektor Software, IT-Service & Internet und stammt aus Argentinien. Die MercadoLibre-Aktie hat in der 36-Monats-Betrachtung +76,6 Prozent an Wert gewonnen. Das Jahr 2009 war bislang das erfolgreichste – hier konnten sich MercadoLibre-Aktionäre über einen Kursgewinn von 267,1 Prozent freuen. Langfristig ist MercadoLibre an der Börse ein klarer Gewinner: In den vergangenen zehn Jahren haben die Aktien per saldo rund +1300 Prozent an Wert zugelegt, was einer durchschnittlichen jährlichen Performance von etwa 30 Prozent entspricht. Aus einem Investment von 10.000 Euro wären in diesem Zeitraum rechnerisch 140.083 Euro geworden. Also ganz sicher kein Penny-Stock.

Der Nettoumsatz verteilt sich geografisch wie folgt: Brasilien (54,9 Prozent), Mexiko (22,4 Prozent), Argentinien (18,4 Prozent) und Sonstige (4,3 Prozent).

MercadoLibre, Inc. ist der führende Online-Marktplatz in Lateinamerika. Die Gruppe betreibt eine IT-Plattform, die es Privatpersonen und Gewerbetreibenden ermöglicht, Kauf- und Verkaufstransaktionen für Waren und Dienstleistungen durchzuführen.

Unser Clubfondswert verfolgt ein mehrseitiges Plattform-Geschäftsmodell, das auf Netzwerkeffekten und vertikaler Integration basiert. Kern ist der transaktionsbasierte Online-Marktplatz, auf dem Händler ihre Waren listen und an Endkunden verkaufen. Die Plattform generiert Erlöse durch Verkaufsprovisionen, Einstellgebühren, Werbedienstleistungen und Fulfillment-Services. Ergänzt wird dieses Handelsmodell durch die digitale Zahlungsplattform Mercado Pago, die sowohl On-Platform- als auch Off-Platform-Zahlungen ermöglicht. Hinzu kommen Logistikleistungen über Mercado Envios, Werbelösungen über Mercado Ads sowie Kredit- und Finanzierungsangebote für Händler und Konsumenten.

Diese Verknüpfung erzeugt eine geschlossene Wertschöpfungskette, in der Daten, Reichweite und Nutzerbindung systematisch monetarisiert werden. Die Plattform skaliert über Cross-Selling und steigende Transaktionsdichte, wodurch Fixkosten für Technologie, Compliance und Infrastruktur relativ abnehmen.

Ein Blick auf die Zahlen für das vierte Quartal zeigt: Der Umsatz stieg auf 6,8 Milliarden Dollar – ein Wachstum von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis beläuft sich auf 825 Millionen Dollar, was einer Marge von immerhin 12,2 Prozent entspricht. Der Nettogewinn wurde mit 523 Millionen Dollar ausgewiesen, was einer Nettomarge von 7,7 Prozent entspricht.

Auch im Fintech-Bereich verzeichnete MercadoLibre starkes Wachstum. Hier beträgt das Zahlungsvolumen 58,9 Milliarden Dollar, der Gewinn 639 Millionen Dollar (gesondert ausgewiesen).

Wir sehen also, dass MercadoLibre weiterhin intakte Wachstumsraten in seinen Kerngeschäften besitzt. Im E-Commerce wuchs der Warenabsatz um 28 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Das Zahlungsvolumen erhöhte sich um 41 Prozent auf 71,2 Milliarden Dollar. Zudem wird deutlich, dass die Bedeutung des E-Commerce für Lateinamerika immer einzigartiger wird.

MercadoLibre hat Anfang des Jahres einen planmäßigen Führungswechsel vollzogen: Ariel Szarfsztejn übernimmt die CEO-Rolle, während Gründer Marcos Galperin als Executive Chairman verbleibt und sich auf Strategie, Produktinnovation und die Integration von KI konzentriert. Die Personalie signalisiert Kontinuität – zugleich stellt sich die Frage: Kann das Management die hohen Technologie- und Logistikinvestitionen in spürbare Effizienzgewinne und weiteres Wachstum ummünzen? Wir denken: ja. Bisher lief alles nach Plan.

Der Wettbewerbsdruck durch Anbieter wie Shopee und Temu hat 2025 die Margen belastet. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Geschäftsmodell mit E-Commerce und Mercado Pago in vielen Märkten führend. Analystenkonsens (Stand 24. Januar 2026): 16 Analysten sprechen weiterhin eine Kaufempfehlung aus. Amazon versucht zwar, Südamerika als Umsatzbringer zu erobern, doch dafür muss der Konzern erst einmal an dem etablierten MercadoLibre vorbeikommen.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: die fehlende Dividende. In der Vergangenheit hatte unser Clubfondswert Ausschüttungen geleistet, die letzte für das Jahr 2017. Wir sind also auf Kurssteigerungen angewiesen – und die sind bislang durchaus überzeugend. Zudem weisen Prognosen für 2028 wieder auf die Möglichkeit einer Dividende hin.

Fakt ist, dass unser NDAC-Clubfondswert höchstwahrscheinlich vom (vorläufigen) Mercosur-Abkommen profitieren wird. Nicht nur können neue zollfreie Produkte aus Europa in absehbarer Zukunft angeboten werden, auch neue Märkte in Europa lassen sich erschließen.

Auf jeden Fall bleiben wir bei unserem Wert dabei – es dürfte dort noch sehr spannend werden.