Mit einem spektakulären Gewinnsprung und Rekordumsätzen straft der iPhone‑Konzern alle Kritiker Lügen und beweist eindrucksvoll, dass die Ära der „Apple Intelligence“ gerade erst beginnt. Die Symbiose aus neuer Hardware und Künstlicher Intelligenz macht das Papier jetzt wieder zum absoluten Liebling der Anleger. Allerdings legt dennoch ein Schatten über unseren NDAC‑Clubfondswert – dazu später mehr.
Der Technologiegigant aus Cupertino hat mit seinem jüngsten Quartalsbericht vom 29. Januar 2026 die Märkte beeindruckt und die konservativen Schätzungen der Wall Street deutlich hinter sich gelassen. Apple meldete einen Gesamtumsatz von 143,8 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Noch erfreulicher für Anleger ist der Gewinn: Der Gewinn pro Aktie kletterte auf 2,84 Dollar und übertraf damit die Prognosen der Experten, die im Schnitt nur mit etwa 2,67 Dollar gerechnet hatten. Diese positive Überraschung sorgte an den Märkten für Aufatmen, da im Vorfeld Bedenken über eine mögliche Sättigung des Smartphone‑Marktes bestanden hatten. Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass der Konzern trotz seiner enormen Größe immer noch zu zweistelligen Wachstumsraten fähig ist, was das Vertrauen der Investoren in die langfristige Stabilität der Aktie massiv stärkt.
Frei nach dem Motto von Galileo Galilei, der 1633 gesagt haben soll: „Und sie bewegt sich doch“, können wir auch zu den Apple‑Kunden sagen: „Und sie kaufen doch.“
Ein tieferer Blick in die Bilanz zeigt, dass die Hardware‑Sparte – und hier speziell das iPhone – nach wie vor das Herzstück des Apple‑Ökosystems bildet. Die Umsätze mit dem iPhone schossen um 23 Prozent auf 85,3 Milliarden Dollar in die Höhe, was auf eine außerordentlich starke Nachfrage nach der neuesten Modellgeneration, dem iPhone 17, hindeutet. Für Anleger ist dies ein entscheidendes Signal: Die Sorge, dass Konsumenten ihre Geräte immer länger behalten und seltener neu kaufen, hat sich in diesem Zyklus nicht bewahrheitet. Begleitet wird dieser Hardware‑Erfolg von der Services‑Sparte (App Store, iCloud, Apple Music), die mit 30 Milliarden Dollar Umsatz ebenfalls einen neuen Rekord markierte. Diese Kombination aus starkem Produktverkauf und stetig wachsenden Dienstleistungseinnahmen festigt Apples Position als eines der profitabelsten Unternehmen der Welt und sichert den künftigen Cashflow, aus dem auch Dividenden und Aktienrückkäufe finanziert werden.
Der vielleicht wichtigste Aspekt für die Zukunft der Apple‑Aktie ist die erfolgreiche Integration des Megatrends Künstliche Intelligenz. Die starken Verkaufszahlen der neuen Geräte lassen sich direkt auf die Einführung von „Apple Intelligence“ zurückführen. Anders als bei reinen Software‑Unternehmen monetarisiert Apple den KI‑Trend primär über die Hardware: Konsumenten rüsten massenhaft auf die neuesten Geräte um, da nur diese über die nötige Rechenleistung für die neuen KI‑Funktionen verfügen. Damit ist dem Konzern gelungen, worauf viele Investoren gewartet haben – der Start eines neuen „Superzyklus“ bei den Geräte‑Upgrades, getrieben durch den Wunsch der Nutzer nach intelligenter Assistenz im Alltag. Apple beweist damit, dass es KI nicht nur als technisches Gimmick versteht, sondern als konkreten Verkaufsbeschleuniger nutzen kann, was die Aktie auch für trendorientierte Anleger wieder attraktiv macht.
Eigentlich alles eitel Sonnenschein beim iPhone‑Konzern – oder doch nicht?
Nun ja, mit Warren Buffett und einer seiner letzten Transaktionen als CEO seiner Berkshire‑Hathaway‑Holding hängt es sicher nicht zusammen. Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal 2025 erneut Apple‑Aktien im großen Stil abgestoßen. Das Investmentunternehmen des weltberühmten Finanzmannes Warren Buffett trennte sich von 4 Prozent seiner Anteilsscheine an dem iPhone‑Konzern. Berkshire bleibt allerdings weiterhin Großinvestor – zum damaligen Stand betrug der Wert des Anteils, den die Firma an Apple danach noch hielt, weiterhin 62 Milliarden Dollar. Es ist zudem weiterhin das größte Einzelinvestment.
Verantwortlich für die jüngste Unsicherheit ist eine Klage des Generalstaatsanwalts von West Virginia, John McCuskey. Der Vorwurf wiegt schwer: Apple soll wissentlich zugelassen haben, dass die iCloud‑Plattform zur Speicherung und Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM) genutzt wird. Laut der Klageschrift habe das Unternehmen Datenschutz und Marketing‑Narrative über den Kinderschutz gestellt. Besonders die Diskrepanz bei den Meldungen sorgt für Aufsehen: Während Wettbewerber wie Google oder Meta im Jahr 2023 Millionen verdächtiger Fälle an die Behörden meldeten, verzeichnete Apple lediglich 267 Berichte. Kritisiert wird zudem der Rückzug des 2021 geplanten Scanning‑Tools „NeuralHash“. Der Bundesstaat fordert nun Schadenersatz (das könnte teuer werden, von der möglichen Rufschädigung ganz zu schweigen) und die Implementierung effektiver Erkennungsmaßnahmen.
Apple steht Anfang 2026 unter spürbarem Druck. Obwohl das Unternehmen weiterhin solide Umsätze erwirtschaftet und seine Marktstellung im Premium‑Segment verteidigt, sorgt vor allem ein weiteres Thema für Unsicherheit: Künstliche Intelligenz. Verzögerungen bei wichtigen KI‑Funktionen – insbesondere rund um Siri und Apples „Apple‑Intelligence“-Strategie – haben Investoren zuletzt verunsichert.
Besonders die Verzögerungen bei einer umfassend modernisierten Siri‑Version sorgten für Kritik. Investoren erwarten im aktuellen KI‑Wettbewerb nicht nur Ankündigungen, sondern marktreife Lösungen mit klarer Monetarisierungsperspektive. In einem Umfeld, in dem Tech‑Aktien stark von KI‑Fantasien getrieben werden, reagiert der Markt empfindlich auf Verzögerungen.
Warten wir also ab, was CEO Tim Cook dazu sagen wird. Trotzdem bleibt Apple ein lohnenswertes Papier, denn der Konzern verfügt weiterhin über eine enorme finanzielle Stärke, eine loyale Kundenbasis und eines der profitabelsten Ökosysteme weltweit. Das Unternehmen steht also nicht strukturell unter Druck – vielmehr geht es um strategische Geschwindigkeit.