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Der Clubfonds-Ticker
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Neues vom NDAC-Clubfonds, heute: Infineon Technologies

Ja, die Halbleiterproduktion findet überwiegend in Asien statt. Doch Europa ist im Kommen – natürlich, wie so oft, in kleinen Schritten. Das ist nicht schlimm, manchmal geht es aber auch schneller, wie unser NDAC-Clubfondswert beweist. Einer der zentralen Bausteine in der europäischen Halbleiterwelt ist der deutsche Konzern Infineon Technologies aus Neubiberg.

Unser NDAC-Clubfondswert steht mitten in einem Technologiesprung, der Mobilität, Energieversorgung und digitale Sicherheit neu definiert. Der Halbleiterspezialist entwickelt und produziert Bauelemente für Elektrofahrzeuge, Ladeinfrastrukturen, erneuerbare Energien, Rechenzentren und vernetzte Alltagsgeräte. Mit dem Ausbau hochmoderner Fertigungskapazitäten in Dresden und Villach sowie einer konsequenten Ausrichtung auf Energieeffizienz schafft Infineon die Voraussetzungen, um die Transformation zentraler Industrien zu beschleunigen und Europas technologische Souveränität im Halbleitersektor zu stärken.

Die jüngsten Produktinnovationen unterstreichen diese Ausrichtung. Im Zentrum stehen Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Bauelemente, die in modernen Elektrofahrzeugen für höhere Reichweiten und geringere Ladezeiten sorgen. Highend-Mikrocontroller optimieren zudem Batteriemanagement und Sicherheitsfunktionen. Für die Industrie und die Energieversorgung liefert Infineon Leistungsmodule, die Wind- und Solarenergie effizienter nutzbar machen. Im Bereich Cybersicherheit erweitert das Unternehmen sein Angebot für das Internet der Dinge und arbeitet parallel an Schlüsselkomponenten für Quantencomputer, die perspektivisch erhebliche Leistungssprünge ermöglichen sollen.

Mit der starken Position in den Wachstumsmärkten Elektromobilität und erneuerbare Energien sowie einer wachsenden Bedeutung in datenintensiven Anwendungen wie Rechenzentren ist Infineon technologisch breit aufgestellt. Zentrale Erfolgsfaktoren sind die Fokussierung auf Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Technologien sowie der laufende Kapazitätsausbau in Europa, der die Versorgungssicherheit in kritischen Industrien stärkt. Die starke Nachfrage nach energieeffizienten Leistungshalbleitern, kombiniert mit stetigen Investitionen in Fertigung und Entwicklung, schafft somit für Infineon die Grundlage, um die dynamische Marktentwicklung auch zukünftig in profitables Wachstum umzusetzen.

Positiv dürfte sich langfristig auch die am 20. Mai 2025 verkündete Zusammenarbeit mit NVIDIA auswirken. Ziel dieser Kooperation ist es, die Architektur für die Stromversorgung in KI-Servern der Zukunft zu revolutionieren. Gemeinsam wollen die Unternehmen neue Standards für die Stromversorgung in KI-Rechenzentren schaffen und eine zuverlässige, effiziente Energieversorgung gewährleisten. Im Fokus steht die Einführung einer neuen Hochvolt-Gleichstromverteilung (HVDC), die eine deutlich effizientere Stromversorgung für Server-Racks ermöglicht. Derzeit ist die Energieversorgung in KI-Rechenzentren dezentral organisiert, wobei zahlreiche Netzteile (PSUs) die KI-Chips mit Energie versorgen. Die zukünftige Systemarchitektur soll zentralisiert werden, um den begrenzten Platz in Server-Racks optimal zu nutzen. Infineon strebt an, die Effizienz und Skalierbarkeit der Stromlösungen von der Netzschnittstelle bis zu den Serverkernen zu verbessern und gleichzeitig neue Modellierungstools für Zuverlässigkeit einzuführen, die eine vorausschauende Wartung in Rechenzentren ermöglichen.

Natürlich müssen die Kunden die innovativen Chips unseres Clubfondswerts auch kaufen – und das scheint aufgrund der geringeren Nachfrage derzeit nicht in jedem Fall gegeben zu sein. Infineon stellt Halbleiter her, die elektrische Energie bewegen oder umwandeln, etwa in Elektroautos. Gerade dort verzeichnet das Unternehmen aktuell schwache Absatzzahlen. Die ursprünglich erwartete höhere Nachfrage werde laut Unternehmensangaben vorerst ausbleiben. Deshalb wird die Produktion bei Infineon angepasst – sowohl in Warstein als auch am ungarischen Standort Cegléd. Eine mittlere dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen soll allein in Warstein wegfallen.

Eben wurden die neuesten Zahlen veröffentlicht: Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Umsatz um zwei Prozent auf etwa 14,7 Milliarden Euro zurück (erwartet: 14,6 Milliarden Euro). Die Segmentergebnismarge, ein Maß für die operative Rentabilität, sank von 20,8 auf 17,5 Prozent. Für das neue Geschäftsjahr strebt Infineon an, die Marge im oberen Zehn-Prozent-Bereich zu halten (erwartet: 19,9 Prozent). Trotzdem bleibt die Dividende mit 0,34 Euro je Aktie unverändert zum Vorjahr.

Laut Vorstandschef Jochen Hanebeck bleibt die Lage auf den Absatzmärkten weiterhin uneinheitlich:
„Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir ein moderates Wachstum in einem weiterhin uneinheitlichen Marktumfeld. In Automobil-, Industrie- und verbrauchernahen Märkten sind die Wachstumsimpulse noch verhalten. Viele Kunden fahren auf Sicht und bestellen kurzfristig. Dagegen steigen Investitionen in die KI-Infrastruktur weltweit weiter stark an, und wir rechnen mit einer deutlich anziehenden Nachfrage nach unseren führenden Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Wir heben unser Ziel deutlich an und erwarten hier im Geschäftsjahr 2026 rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz.“

Der Umsatz in diesem Bereich dürfte damit höher ausfallen als bislang prognostiziert. Langfristig rechnet das Unternehmen damit, dass der für Infineon relevante Markt bis Ende des Jahrzehnts auf 8 bis 12 Milliarden Euro anwachsen wird. Kein Wunder also, dass die Aktie am Tag der Veröffentlichung der Zahlen deutlich zulegte – auf 35,91 Euro, ein Plus von 5,88 Prozent. Aktuell steht der Kurs bei 36,61 Euro.

Langfristig bleibt unser NDAC-Clubfondswert interessant. Es hängt wesentlich von der Nachfrage durch die E-Mobilität und die KI-Entwicklung ab, wie sich das Papier künftig entwickelt.