Nach langer Zeit schwelgen wir heute wieder einmal im Luxus unseres Clubfondswertes Louis Vuitton Moet Hennessy oder eben abgekürzt LVMH. Ob sich die Führung des Luxusgüterkonzerns um Bernand Arnauld wirklich Champagner der hauseigenen Marke gegönnt hat, dürfen wir nach der Vorlage der Halbjahreszahlen wirklich stark bezweifeln.
LVMH hat im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 39,8 Milliarden Euro erzielt, immerhin ein Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen bewies dabei trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit Widerstandskraft und betonte die Bedeutung seiner traditionsreichen Marken und ihrer Innovationskraft.
Die lokale Nachfrage blieb in Europa stabil und verzeichnete auf vergleichbarer Basis ein Wachstum. Auch der US-Markt zeigte sich robust. In Japan hingegen sank der Umsatz, da das erste Halbjahr 2024 durch außergewöhnliche Touristen-Ausgaben wegen des schwachen Yen beeinflusst war. In Asien insgesamt waren die Entwicklungen ähnlich wie im Vorjahr, allerdings mit einer Verbesserung im lokalen Geschäft im zweiten Quartal.
Der Gewinn aus dem operativen Geschäft belief sich auf neun Milliarden Euro, das entspricht einer Marge von 22,6 Prozent. Der Nettogewinn der Gruppe lag bei 5,7 Milliarden Euro, während das Ergebnis je Aktie (EPS) bei 11,43 Euro lag, nach 14,55 Euro im Vorjahr.
Ein besonders positives Signal setzte der operative Free Cashflow, der um 29 Prozent auf vier Milliarden Euro anstieg. Der Verschuldungsgrad ging zurück, das Eigenkapital stieg leicht.
Die Geschäftsentwicklung in den einzelnen Segmenten fiel unterschiedlich aus. Während Selective Retailing – insbesondere dank Sephora – ein Umsatz- und Gewinnwachstum erzielte, mussten andere Sparten wie Fashion & Leather Goods sowie Wines & Spirits teils deutliche Rückgänge hinnehmen. Die Cognac-Nachfrage blieb schwach, Champagner entwickelte sich im Quartalsverlauf etwas besser.
Louis Vuitton und Dior zeigten erneut starke Kreativleistungen. Die Eröffnung des Ausstellungsraums „The Louis“ in Shanghai sowie internationale Modenschauen unterstrichen den Markenanspruch. Auch kleinere Häuser wie Loewe oder Fendi setzten mit neuen Kreativdirektoren und Jubiläumsaktivitäten Akzente.
Bei Parfüms & Kosmetik punktete Dior mit bewährten Klassikern wie Sauvage und neuen Düften wie Bois Talisman. Guerlain und Givenchy stärkten ihre Linien durch gezielte Innovationen. Die selektive Vertriebsstrategie trug zur Stabilität der Sparte bei.
Tiffany & Co. investierte weiter in seine Store-Konzepte, was sich in geringeren Gewinnen niederschlug. Die Maison setzte auf ikonische Linien, etwa die Serpenti-Kollektion von Bulgari oder neue High-Jewelry-Kollektionen bei Chaumet. Im Uhrenbereich nutzte TAG Heuer die Partnerschaft mit der Formel 1, während Hublot und Zenith ihre Jubiläen feierten.
Im Einzelhandel war Sephora der zentrale Wachstumstreiber. Die Kette konnte Marktanteile ausbauen und ihre Omnichannel-Strategie weiterentwickeln. DFS steigerte durch Kostensenkungen seine Profitabilität, trotz anhaltender Reisebeschränkungen. Auch Le Bon Marché entwickelte sich positiv.
Für das zweite Halbjahr bleibt LVMH wachsam. Die Gruppe sieht sich durch ihre langfristige Ausrichtung, das Streben nach höchster Qualität und die Innovationskraft ihrer Marken gut positioniert. Am 4. Dezember 2025, also kurz vor der umsatzstärksten Zeit um Weihnachten, wird eine Zwischendividende von 5,50 Euro pro Aktie ausgeschüttet.
Bernard Arnault, Chairman und CEO von LVMH, erklärte: “LVMH zeigte Solidität im aktuellen Kontext. Wir verdanken dies der Stärke unserer ikonischen Marken und ihrer unermüdlichen Innovationskraft. Über die derzeitigen Unsicherheiten hinaus bleiben wir fokussiert, geleitet von der langfristigen Vision, die unsere Familiengruppe stets geprägt hat.” Der Ausblick auf das zweite Halbjahr bleibt vorsichtig, aber zuversichtlich.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass LVMH Umsatz- und Gewinnrückgänge gegenüber dem Vorjahr hinnehmen musste. Besonders enttäuschend fiel das Ergebnis der umsatzstärksten Sparte Fashion & Leather Goods aus, das unter den Markterwartungen lag. Dennoch bestätigte das Unternehmen seine optimistische Haltung in Bezug auf die laufenden Zollverhandlungen und den weiteren Geschäftsverlauf.
LVMH erwartet in einem unsicheren geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld weiteres Wachstum. Die Strategie, die Attraktivität der Marken kontinuierlich zu steigern und auf höchste Qualität zu setzen, wird beibehalten. Zudem will LVMH durch die Kreativität seiner Teams die globale Führungsposition im Luxusgütermarkt weiter ausbauen. Für den 4. Dezember 2025 wurde eine Zwischendividende von 5,50 Euro je Aktie angekündigt.
Was soll man da sagen? Die LVMH-Aktie durchlebt turbulente Zeiten. Die Halbjahreszahlen 2025 offenbaren ein gespaltenes Bild: Während die Profitabilität deutlich einbricht, zeigt sich das Unternehmen in anderen Bereichen robust. Die Märkte ringen noch um eine klare Bewertung. Der Luxuskonzern kämpft mit nachlassender Nachfrage in entscheidenden Märkten. Besonders die wichtigste Sparte gerät unter enormen Druck.
Hermès ist zwar der Primus im Bereich der Luxusgüterkonzerne. Aber unser Clubfondswert bleibt einigermaßen dran. Die Marktbeobachter bleiben vorsichtig. Immerhin waren sie bei LVMH, in den vergangenen Jahren Rückgänge bei Umsatz und Nettogewinn nicht gewohnt.
Für Champagner reicht es zwar nicht, aber ein normaler Sekt tut es ja auch…